Horror Schocker #75 [März 2025]

Es wird wohl das letzte schaurige Jubiläum vor der einhundertsten Horror Schocker Ausgabe sein. Mit fetten 68 Seiten gibt es hier gleich doppelten Grusel-Inhalt für 7,80 Euro zu lesen. Fünf grandiose Geschichten erwarten euch, mit dabei sind neue Zeichner und Autoren. Mit dieser Ausgabe darf getrost gefeiert werden! Lasst sie euch nicht durch die Finger gehen, unbedingt kaufen!

Im Grunde genommen kann man überhaupt nichts falsch machen mit einer neuen Horror Schocker Ausgabe. Selbstverständlich sind die Geschmäcker unterschiedlich, doch meiner Meinung nach enthält jede Ausgabe gute Geschichten, die mich nicht nur hervorragend unterhalten, sondern auch zeichnerisch begeistern. Der Verlag nimmt sich auch nicht zu ernst und serviert dem Leser seine zeichnerischen Eskapaden im freudigen Vorwort und redaktionellem Nachwort. Das macht die gesamte Heftgestaltung äußerst sympathisch! So gibt es in dieser Ausgabe jedoch kein Vorwort, es geht umgehend los mit der ersten besonderen Geschichte in drei Akten. Sie erzählt eine Geschichte aus der Welt des Fährmanns Charon. Seine Aufgabe ist es, die Seelen der Verstorbenen über den Fluss Styx in die Unterwelt zu geleiten.
Hier gibt es drei Furien (geflügelte Mischwesen, die aussehen wie Harpyien), welche sich immer um die bösen Menschen auf der Erde gekümmert haben, doch aufgrund der zunehmenden Weltbevölkerung ist ihre Aufgabe immer schwieriger geworden und so wurden die Furien alt, hässlich und träge. Doch damit nicht genug, vielleicht gibt es noch eine Möglichkeit, die Angelegenheit wieder ins Lot zu bringen. Wie wäre es, wenn eine der Furien einen blinden Zyklopen heiraten würde und gemeinsame Kinder (Monster) zeugen? Ob das so einfach geht, lest ihr in dieser coolen Geschichte, denn hier ist nicht nur Magie und Zauberei im Spiel, sondern vielleicht auch die wahre Liebe …

Definitiv direkt zu Beginn ein wahres Highlight in diesem Heft, nicht nur erzählerisch, sondern auch zeichnerisch von Levin Kurio in gewohnter Qualität umgesetzt. Hierbei gefällt mir sehr gut, dass es quasi in drei Teilen erzählt wird. So fügt die Story sich harmonisch zusammen und als Leser fiebert man mit, ob die beiden wirklich ein Liebespaar werden oder nicht …
Flugratten ist dann auch direkt die nächste Geschichte, welche ebenfalls interessant erzählt wird. Zugleich etwas düsterer in den dunklen Gängen verlassener U-Bahnhöfe gibt es viele unheimliche Gänge. Wie der Titel schon beschreibt, können die dort lebenden Tiere scheinbar fliegen und sind gefährlich …
Ein klarer Pinselstrich und erdige, aber kräftige Farben verdeutlichen das Grauen in der Tiefe der dunklen Tunnel. Ein Team von Amateuren hat es sich zur Aufgabe gemacht, vergessene Tunnel der Stadt zu erforschen. Dabei erinnert sich Susanne an die katastrophalen Ereignisse aus der Vergangenheit und möchte mit Sicherheit verhindern, dass diese unheimlichen Ereignisse sich in den tiefen Gängen wiederholen …

Ebenfalls eine coole Geschichte die mich definitiv abgeholt hat.
Bevor es in der nächsten Geschichte „Kein Entkommen“ mehr gibt, finden sich Werbeanzeigen im Heft.
Anfang der 80er Jahre arbeiten Häftlinge in Norddeutschland im Moor.
Scheinbar konnte ein Häftling entkommen. Er hat es geschafft sich zu verstecken und erlebt einen bizarren Alptraum mit Fröschen, die ihn zwar retten und zum König machen, jedoch lauert der Tod schon an anderer Stelle. Es gibt einfach kein Entkommen für böse Menschen …
Diese Geschichte hat ein interessantes Ende, welches die bizarre Situation mit den Fröschen gekonnt auflöst. Zeichnerisch eher wieder etwas räudiger, dreckiger, skurriler und dennoch kräftig im erdigen Farbton, gefällt mir diese Geschichte gut. Selbst wenn die Frösche dich zum König ernennen, wofür mag das wohl gut sein? Sehr interessanter Story Twist am Ende der Geschichte!
Es folgt eine Geschichte über Monster und Wilderer in den eigenen Reihen. Verräter unter Freunden, wenn man so sagen mag. Das Monster in mir möchte rausgelassen werden. Lieber nicht die Polizei verständigen, an Monster würde niemand glauben. Kurz und knackig, ähnlich räudig im Zeichenstil wie zuvor doch etwas klarer im Pinselstrich, kann diese Geschichte kurzweilig unterhalten.
Diese Jubiläumsausgabe beinhaltet eine Cover-Galerie aller bisher erschienenen Horror Schocker Hefte.
Das ist doch mal eine nette Idee 😉

Während dann die letzte Geschichte am Brocken im Harz sich um Hexen dreht, kann der Leser auf den letzten Seiten noch etwas Werbung und die Leserbriefseite bewundern.
Die letzte Geschichte ist definitiv spannend erzählt. Die Kirche macht sich auf, die Hexen zu verbrennen, doch dabei gibt es eine Hexe mit mehr Macht, als es sich die Kirche erwünscht.
Was für fiese Tricks der religiöse Glaube mit sich bringt, und wie die Rache der Hexe ausfällt, welche hintergangen wurde, lest ihr in dieser Geschichte.

Abschließend möchte ich erwähnen, dass diese Jubiläumsausgabe wirklich eine äußerst gelungene Sammlung an Geschichten ist. Hier muss man einfach zugreifen!

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