Perfect Blue (Uncut) DVD [Modern Graphics, 2001]

In meinem heutigen Artikel möchte ich einen Anime vorstellen, der unter Kennern schon lange etwas ganz besonderes ist. Nicht nur weil der Film unter der Regie des inzwischen leider verstorbenen Satoshi Kon entstand, sondern weil er schon bei seiner Deutschlandpremiere auf den internationalen Filmfestspielen in Berlin am 16. Februar 1998, durch seine Story und seine gekonnte Inszenierung sofort einen festen Fankreis begeistern konnte.

Perfect Blue [パーフェクトブルー Pāfekuto Burū]
(Japan 1997)

Regie: Satoshi Kon
Drehbuch: Sadayuki Murai
Produktion: Hiroaki Inoue, Haruyo Kanesaku, Masao Maruyama, Yutaka Maseba
Musik: Masahiro Ikumi
Kamera: Hisao Shirai
Schnitt: Harutoshi Ogata
Budget: 3 MillionenUS-Dollar
Produktionszeit: 2 Jahre
Laufzeit: 81 Minuten
FSK: 16 Jahre
Synchronsprecher:

  • Mima Kirikoe: Junko Iwao (japanisch), Solveig Duda (deutsch)
  • Rumi: Rika Matsumoto (japanisch), Carin C. Tietze (deutsch)
  • Tadokoro: Shimpachi Tsuji (japanisch), Claus Brockmeier (deutsch)
  • Me-Maniac/Uchida: Masaaki Ōkura (japanisch), Philipp Brammer (deutsch)

Inhalt:

Cham noch als Trio unterwegs.

Mima Kirikoe ist Popsängerin (oder wie es sich in Japan nennt, ein Popidol) in dem Musiktrio Cham. Doch nach zwei erfolgreichen Jahren entschließt sich Mima ihre Karriere als Popidol an den Nagel zu hängen und als Schauspielerin durchzustarten. Ihre Fans sind natürlich alles andere als begeistert. Besonders der eher unauffällige Uchida, der im geheimen eine Fanseite über sein Idol mit allen möglichen privaten Infos betreibt.

Eine kleine 1. Rolle als Schauspielerin.

Anfangs schafft es Mimas Agent ihr in der Serie „Double Bind“ nur eine kleine Nebenrolle mit wenigen Worten zu sichern, aber schon sehr schnell soll ihre Rolle ausgebaut werden. Leider geht dies aber auch nur durch Nacktaufnahmen und eine Vergewaltigungsszene. Trotz aller Bedenken entschließt sich Mima dieses Opfer zu bringen ohne zu merken wie sehr es doch an ihren nerven zehrt. Dazu kommt noch das unsichere Gefühl verfolgt zu werden da ein ihr noch Unbekannter eine Webseite betreibt, auf der sehr private Informationen und Bilder von ihr veröffenlicht werden.

Uchida. Ist er derjenige der Mima in den Wahnsinn treibt?

Nach und nach häufen sich auch seltsame Ereignisse wie zum Beispiel der Mord an dem Fotografen der die Aktaufnahmen von Mima geschossen hat. Mima verliert immer mehr den Bezug zwischen Wirklichkeit, Serienrollenfigur und Traum. Doch was dann geschieht kann selbst Mima nicht glauben, als sich ihr der Drahtzieher hinter all den vergangenen Ereignisse offenbart…

Fazit:

Mima mal 2? Was ist Traum und was Realität?

„Perfect Blue“ ist ein grandioser Psychothriller mit einigen Wendungen und sehr dichter und verzwickter Story. Sobald Mimas Selbstzweifel einsetzen fängt auch der Zuseher an den gezeigten Bildern nicht mehr vollends Glauben zu schenken. Schnell ertappt man sich bei der Frage welche der Szenen denn nun in Mimas Kopf stattfinden und welche real sind.
Auch grafisch ist Perfect Blue meilenweit von dem entfernt was viele als Anime kennen. Nicht bonbonbunt und schrill, was allgemein als typisch japanisch bezeichnet wird, sondern düster und mysteriös. Die Charaktere sind so gut ausgearbeitet das eine emotionale Bindung zwischen „Darsteller“ und Zuschauer sehr schnell aufgebaut wird. Unterstützt wird dies durch die sehr gute deutsche Synchronisation welche auch kleinste Gefühlsnuancen perfekt transportiert.

Auch als Duo sehr erfolgreich. Cham ohne Mima.

Neben dem an sich schon fast überpräsenten Psychothriller-Charakter kommt auch ein wenig die Kritik an dem Popidol-Machenschaften in Japan zum tragen. Popidole sind schnell herangezüchtet und das meiste Geld machen die Manager. Sobald das Interesse dann nach lässt werden die Idole fallengelassen und neue Idole präsentiert. Dies ist auch einer der Gründe warum Mima sich dann von der Musikkarriere abwendet und sich mit der Schauspielerei ein zweites Standbein schaffen will. Auch wenn sie sich anfangs schon ein wenig ärgert das ihre ehemaligen Kolleginnen nun als Duo erfolgreicher zu sein scheinen als sie es als Trio waren.

Für Fans von aussergewöhnlichen Filmen, seien es Animes, Psychothriller oder was auch immer, ist „Perfect Blue“ auf jeden Fall ein Geheimtipp, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Wer sich jetzt diesen Film gerne gönnen möchte sollte aber aufpassen. Es gibt inzwischen viele Versionen auf dem deutschen Markt. Mir vorgelegen für diesen Artikel hat die erste Auflage von Rapid Eye Movies (im Vertrieb von Modern Graphics) von 2001. Diese ist genau wie die zweite Auflage welche sich nur durch ein leicht verändertes Cover unterscheidet ebenfalls uncut. Auch wenn diese beiden Versionen oft mit einer Laufzeit von 85 Minuten angegeben werden, handelt es sich dabei um einen Fehler. Die tatsächliche Laufzeit inklusive Abspann beträgt nur 78 Minuten. Diese beiden Versionen sind neben dem deutschen und japanischen Ton in Dolby Digital 5.1, was das Bonusmaterial betrifft leider etwas spärlich ausgestattet. Sie kommen beide nur mit zwei Trailern (dt. & jap.), einer Bildergalerie, Produktionsnotizen sowie ein bisschen Werbung für Rapide Eye Movies daher (alles zusammen ca. 3 Minuten) alles auf einer DVD-5 untergebracht.
Etwas besser ausgestattet sind da schon die neueren Auflagen von 2009 (im Vertrieb von Al!ve) und 2010 (Intro Edition Asien 13). Diese kommen neben dem ebenfalls ungekürzten Film (auch wenn dies nicht mehr explizit auf dem Cover angegeben wird) mit satten 86 Minuten Bonusmaterial auf einer DVD-9 daher. Enthalten sind Perfect Blue-Vorlesung (41:07 Min.), Into the Blue (29:46 Min.), Kinotrailer (Deutsch) (01:48 Min.), Kinotrailer (OmU) (01:58 Min.) & Trailer zu weiteren REM-Titeln (Der große Japaner – Dainipponjin (01:31 Min.), Die Tragödie der Belladonna (02:55 Min.), Genius Party (00:55 Min.), Mind Game (01:37 Min.), Tamala 2010 – A punk cat in space (02:25 Min.), The Place promised in your early days (02:18 Min.)).

Wenn man also die Chance hat und dem Bonusmaterial nicht abgeneigt ist, sollte man zu den neueren Auflagen greifen. Für alle anderen sind die ersten beiden Auflagen eine günstige Möglichkeit (via Ebay zum Beispiel) an den reinen Film zu kommen. Man sollte sich nur nicht von den verwirrenden Laufzeitangaben verunsichern lassen, da in Deutschland nur die ungeschnittene Unrated-Fassung erschienen ist. Einzig die US-VHS-Fassung gab es auch in der gekürzten R-Rated Fassung, wohingegen die US-DVD-Fassung ebenfalls ungekürzt ist.

„Perfect Blue“ (Ali!ve) (2009) bei Amazon kaufen.
„Perfect Blue“ (Intro Asien Edition 13) (2010) bei Amazon kaufen.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2001-2012 Rapide Eye Movies

Der tägliche Simpsons-Tafelgag #46

Wie kann man die Woche nach Ostern besser beschließen als mit einem neuen Simpsons-Tafelgag?

Viel Spaß damit!

© Copyright Matt Groening & 20th Century Fox

Staffel 3, Folge 19: “Auf den Hund gekommen (Dog of Death)” (8F17)
Deutschland-Premiere: 08. 02. 1993
US-Premiere: 12. 03. 1992

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