Die Mauer – Bericht aus Palästina [Edition Moderne, März 2012]

Dominik_AVAAus aktuellem Anlass habe ich mir diesen Comic  gekauft. Ich bereise dieses Jahr im Oktober die Länder Israel und Jordanien. Daraufhin habe ich mir ein wenig Comiclektüre zugelegt, um einen ersten Eindruck über diese Länder zu bekommen. In diesem Band geht es explizit um die israelischen Speeranlagen (die Mauer), welche das Westjordanland prägen.

Die Mauer – Bericht aus Palästina

Das Vorwort berichtet darüber, wie dieser Comic entstanden ist. Der Autor (Franzose) Maximilien Le Roy trifft den Palästinenser Mahmoud Abu Srour im Rahmen eines Zeichenworkshops. Beide sind 22 Jahre alt und verstehen sich auf Anhieb. Ein Jahr später reist der Autor erneut zu Mahmoud Abu Srour. Aus dieser erneuten Begegnung entstand dieses eindringliche Buch.
Darauf folgt eine Landkarte mit dem Verlauf der Mauer und den vielen Checkpoints, sowie den Gebieten, die durch die Israelis besetzt und abgeriegelt sind.

Die Handlung ist schlicht und einfach kurz zusammengefasst:
Mahmoud Abu Srour erzählt von seinem Alltag, von der Mauer, von Menschen die kommen und gehen, von hübschen Frauen, vom Übergang auf die andere Seite der Mauer, sowie allgemein von seinem Leben als Palästinenser.

Leseprobe

Dieser Comic wirkt auf mich eher ungewöhnlich, stellenweise auch irritierend und ein wenig verstörend. Obwohl das Grundthema alles andere als einfache Kost ist, finde ich, dass die Bilder zwischendurch eher lose aneinandergereiht wirken und eine gewisse Leichtigkeit beim Lesen ausbreiten. Die Zeichnungen wirken gleichsam detailgetreu wie „hingeworfen“ Mal in schwarz weiß, mal in bunt und stellenweise dunkle erdenfarbige Töne finden sich in diesem Buch wieder. Detailgetreue Zeichnungen und Skizzen, sowie ein wenig abstrakte Kunst wechseln sich stets ab.

Der Autor spiegelt konsequent die palästinensische Sichtweise von Mahmoud Abu Srour wieder. Auf der einen Seite die Palästinenser und auf der anderen Seite die Israelis. Das macht diesen Comic politisch weniger durchschlagskräftig.

Politik ist ein großes Thema dieses Buches, allem voran der Terrorismus. Mit diesem Thema muss man vorsichtig sein. Sehr oft erzählt Mahmoud Abu Srour über die Politik und den Terrorismus. Es hat zwischendurch immer wieder mal  den Eindruck, dass der Text zeitweilig im Vordergrund steht und die Zeichnungen unterstützen „nur“ die Aussage.  Aufgrund dessen gibt es eigentlich keine direkte zusammenhängende Handlung des Protagonisten. Eine spannende Geschichte enthält dieses Buch also nicht. Dadurch wird sehr deutlich, dass es wie auf dem Cover des Buches schon zu lesen ist, ein Bericht aus Palästina ist.

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Am Ende des Bandes gibt es ein Fotoalbum von Mahmoud Abu Srour. Darauf folgt eine Reportage von Maxence Emery, welche in Bildern und Text, Eindrücke aus Palästina geben.
Und zum Schluss gibt es auf acht Seiten ein Gespräch mit Alain Gresh.
Dieses Gespräch dreht sich rund um Israel und Palästina und die Mauer.
Geschrieben ist dieses Gespräch in keiner einfachen Sprache.
Es ist sehr sachlich, fachlich und auch wissenschaftlich fundiert. Studenten  könnten sich durchaus mit dieser Art von Texten beschäftigen,
also keine einfache und direkt verständliche Kost zum Lesen.

Alles in allem hat mir dieser Comic gut gefallen. Jedoch ist es durchaus verwirrend, etwas verstörend, irritierend, bewegend und schlichtweg interessant, etwas mehr über die Mauer und das Leben als Palästinenser aus Sicht von Mahmoud Abu Srour zu erfahren.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2012 Edition Moderne.

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Der tägliche Simpsons-Gag #354

Heute noch und morgen beginnt die neue Woche. Aber die werden wir auch überstehen. Vor allem mit dem täglichen Simpsons-Gag.

Viel Spaß damit!

© Copyright Matt Groening & 20th Century Fox

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Eine einsame Tankstelle am Katzenfischsee, wo Homer und Marge ihre Ehe retten wollten.