In dieser neuen Rubrik möchte ich euch Kurzreviews zu Comics von allen möglichen Verlagen vorstellen, die in die übrigen Rubriken nicht mehr passen. Ich hoffe auch diese Rubrik findet Anklang …
Batman/Danger Girl [Panini, September 2005]
Der Clownprinz des Verbrechens, der Joker, hat ein neues Spielzeug. Eine Gedankenkontrollpistole, aber diese funktioniert nur mit dem dazu passenden Code. Und den hat Donavin Conrad. Der will aber keine Million vom Joker, sondern Rache an den Danger Girls. Was Donavin aber nicht weiß, ist das man mit dem Joker keine geschäfte machen sollte. Erst recht keine Handschlaggeschäfte. Und so kommt es, dass Donavin seine Hand verliert. Zwischenzeitlich treffen Abbey Chase und Sydney Savage auf den Millionär Bruce Wayne. Doch aus der friedlichen Einladung zum Bankett der historischen Gesellschaft Gothams wird ein wahres Chaos, als auch noch Johnny Barracuda als Batman verkleidet auftaucht …
Zwar ist mit Andy Hartnell der zweite geistige Vater der Danger Girls für dieses Abenteuer mit an Bord, aber so richtig zünden will die Ausgabe dann doch nicht. Die Geschichte ist flach und die Figuren stellenweise unglaubwürdig. Was bei den Danger Girls alleine funktioniert, der etwas naive und sexistische Humor, fällt hier komplett negativ auf. Auch passt Leinil Yus Zeichenstil nicht wirklich zu den gefährlichen Mädchen und dadurch geht auch einiges an Flair verloren. Batman hingegen kommt Yus Artwork entgegen. Sein düsteres Auftreten wird durch die kantigen, harten und dominanten Striche des Künstlers hervorragend eingefangen. Doch Batman ist der Einzige, der vom Artwork profitiert. Selbst der Joker sieht sehr merkwürdig und kein bisschen gefährlich oder lustig aus.
FAZIT:
Als großer Fan der Danger Girls und auch von Batman war es eigentlich fast schon ein Wunsch, die beiden Serien aufeinandertreffen zu lassen. Auch für jegliche Art von verlagsübergreifenden Crossovers war ich in den letzten Jahren immer zu haben. Doch das Ergebnis ist mehr als enttäuschend. Da hätte selbst ich gerne darauf verzichtet. Ich wende mich dann lieber den künftigen Veröffentlichungen des kleinen Verlages dani books zu und freue mich auf dessen Danger Girl Line-Ups.
Spawn Nr. 101 [Panini, Juli 2012]
Jim Downing, alias Spawn, hat mit Twitch einen Deal. Er rettet seinem Partner Sam das Leben, nachdem dieser wegen eines mysteriösen Herzinfarktes, der vom Violator hervorgerufen wurde, im Krankenhaus liegt und mit dem Leben ringt. In eben jenem Krankenhaus gab es auch kürzlich einen Zwischenfall mit einem Polizisten und einer Krankenschwester. Diese hat die Begegnung jedoch nicht überlebt. Doch leider will die wahren Umstände dieses Kampfes niemand wissen und so gerät der Polizist in die Mühlen der Justiz. Der Einzige der ihm glaubt ist Twitch und auch mit ihm geht er einen Deal ein. Kurz darauf erfährt Jim von Twitch die Wahrheit über den Clown und Jim offenbart seinem neuen Freund, dass seine Rettungsmission für dessen Partner leider fehlgeschlagen ist …
Noch immer eiert die Geschichte um den neuen Spwan und seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft herum. Todd McFarlane schafft es einfach keine klare Linie zu finden. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, gefällt mir dieses Mysteriöse und Unwissende aktuell sehr gut. Es regt massiv zum Denken an und fordert den Leser förmlich auf, seine eigene Version dessen, was er glaubt, wie es weitergeht, zu entwickeln. Sehr gut zu dieser Stimmung trägt das Artwork von Szymon Kudranski bei. Sein einerseits sehr fotorealistischer Stil, der aber dennoch viele surreale Elemente enthält, unterstreicht die Unsicherheiten in der Geschichte. Ebenso wie die Persönlichkeit und das Wesen von Jim Downing, spielt sich auch visuell sehr vieles im Dunkel ab. Wer dennoch genau hinschaut, kann viele Details entdecken, die zum Rätseln anregen. Da bleibt schließlich nur die Frage, ob und wie weit sie für die Handlung relevant sind, oder ob Kudranski hier einfach nur kleine Spielereien eingefügt hat.
FAZIT:
Spawn ist und bleibt eine Serie, welche die Gemüter spaltet. Anfangs eine Actionserie, die rein vom Artwork von McFarlane und Capullo gelebt hat, durchlebte die Serie schon einige Wandel. Horror war ebenso Bestandteil wie der Humor, die Hoffnung und die Liebe. Auch die aktuelle Richtung gefällt nicht jedem, aber solange sie mir gefällt, mache ich mir keine Sorgen. Ich bin gespannt, in welche Richtung Todd sein Baby noch lenken wird.

