Ma-Co-Re-Mix (Vol. 15) (Avengers – Die Rächer Nr. 5, 6 & 7)

Heute sind es ausnahmsweise einmal drei Ausgaben. Hier finden sich die ersten Storylines von Kelly Sue DeConnick und das erste Annual von Avengers Assemble …

MaCoReMix

Avengers – Die Rächer Nr. 5 [Panini, Juli 2013]

Bruce Banner und Tony Stark standen, was den Erfindergeist angeht, schon immer in direkter Konkurrenz zueinander. Während Stark Anerkennung erhielt, wurde Banner immer nur als zerstörerischer Hulk angesehen. Als ein Wissenschaftskollege am Wostoksee als verschollen gilt, machen Tony und Bruce eine Wette daraus. Wer als Erstes mit seinem Team den Kollegen findet hat gewonnen und der Verlierer muss nackt vom Baxter Building zum Rächer Turm laufen. Doch schon die Suche nach Teamkameraden, die sich auf dieses Spielchen einlassen wollen, gestaltet sich als schwierig und noch problematischer wird es, als die beiden am Wostoksee eintreffen und sich dort mutierten Monstern gegenübersehen …

Kelly Sue DeConnick beginnt mit einer irgendwie bekannten Geschichte. Die Grundzüge erinnern mich persönlich an „Das Ding aus einer anderen Welt“ oder das Remake „The Thing“ mit Kurt Russel. Hinzu kommt eine witzige Idee, welche den Konflikt zwischen Bruce und Tony, näher beleuchtet. Während der Anfang noch ziemlich interessant klingt, wird es ab der zweiten Hälfte des Heftes mit dem Auftauchen eines größenwahnsinnigen Möchtegerneroberers platt und ideenlos.
Am Artwork hingegen gibt es kaum etwas zu meckern. Mit Stefano Caselli hat sich ein würdiger Nachfolger für Mark Bagley gefunden, der mir, wie bereits Bagley, an Spider-Man sehr gut gefallen hat. Seine Zeichnungen sind schön detailliert, ohne sich dabei in Kleinigkeiten zu verlieren. Außerdem weißen sie eine ganz besondere Dynamik auf, die sich schon bei den Körperhaltungen der Figuren auffällig positiv äußert.

FAZIT:

Ein guter Anfang mit einer durchaus ansehnlichen Grundidee die leider zum Ende hin abfällt. Aber wenigstens die Zeichnungen trösten hierüber hinweg, und so ganz abgeschlossen ist die Geschichte ja auch noch nicht. Da kann sich also durchaus noch ein bisschen was tun. Hoffentlich nur nicht weiter abwärts. Das wäre sehr schade.

Avengers – Die Rächer Nr. 6 [Panini, September 2013]

Die Rächer haben den eigentlichen Drahtzieher hinter der Aktion am Wostoksee ausfindig gemacht. Der Schurke hört auf den Namen Yun Guang Han und will mit einer Art Biovirus eine Superarmee erschaffen. Dafür will er den Virus in das Wassernetz einspeisen, wie er es bereits bei der Forschungsstation am Wostoksee getan hat, und so den Hulk verwandelte.
Nach diesem Abenteuer verschlägt es die Black Wido, Hawkeye und Spider-Woman nach Sibiren, wo Natasha eine alte Schuld einlösen muss. Hat sie doch vor einigen Jahren einen Wissenschaftler töten müssen, der mit einem Reptilienserum nur Unheil anrichten würde …

Ein schnelles Finale mit einem witzigen Ende. Genau das Richtige für diese leicht verkorkste Story. Kelly Sue DeConnick tat gut daran, hier ein schnelles Ende zu liefern. Noch besser hat sie daran getan, es mit einem witzigen Finale zu würzen. Dafür legt sie mit dem Start der neuen Geschichte wieder einen ansehnlichen Beginn vor. Die Altschulden von Natasha sind ohnehin ein interessanter Ansatzpunkt und versprechen einiges an Potenzial.
Die Zeichnungen sind erneut von Stefano Caselli und ohne jeglichen Tadel. Der Mann versteht es einfach Figuren und Landschaften, Aktionen und Geschehnisse gelungen umzusetzen. Gleiches gilt erneut für die Koloration, welche sich an der jeweiligen Stimmung orientiert und ohne größere Experimente aufwartet. Stattdessen bestimmen gediegene Erdfarben das Gesamtbild.

FAZIT:

Ein rasches Finale, mit einer ordentlichen Portion Humor und eine neue Geschichte mit viel Potenzial. Zusammen mit den tollen Zeichnungen von Caselli ist dieses Heft insgesamt weitaus besser gelungen, als noch die vorangegangene Ausgabe. So kann es gerne weitergehen und macht dadurch auch Appetit auf das nächste Heft.

Avengers – Die Rächer Nr. 7 [Panini, November 2013]

Eigentlich führte Natasha eine alte Schuld nach Sibirien, doch nun muss sie um ihr Leben kämpfen. Vor Jahren tötete sie als Black Widow einen Wissenschaftler, der mit einem Reptilienserum nichts Gutes im Sinn hatte. Doch dieser hatte eine Frau, und auch eine Tochter, die nun auf Rache sinnt. Und außerdem das Serum ihres Vaters mithilfe ihres Freundes weiterentwickelt hat.
Mit einer anderen Art der Vergangenheitsbewältigung hat derweil Vision zu kämpfen. Seit seiner Rückkehr findet er sich kaum noch zurecht und fühlt sich fehlplatziert. Da hilft es auch nicht, dass er bei einem Kampf gegen Sunturion dringend gebraucht wird, als dieser seinen ehemaligen Arbeitgeber Roxxon angreift …

Ehrlich gesagt, finde ich es schade, dass diese Story, zumindest der Hintergrundplot mit den Schuldscheinen, bereits wieder beendet ist. Da wäre noch so viel mehr möglich gewesen. Stattdessen versackt die Story in einer weiteren Mutationsgeschichte. Was hat sich DeConnick dabei nur gedacht. Will sie Bendis mit belanglosen Geschichten Konkurrenz machen? Die eigentlichen und interessanten Aspekte finden beiläufig statt und werden kaum vorangebracht, während das Unwichtige einen Großteil der Seiten einnimmt. Und auch das Annual um Vision von Christos N. Gage ist keine Offenbarung. Inhaltlich eher durchwachsen charakterisiert sie den eigentlich sehr sympathischen Androiden überhaupt nicht näher und das, obwohl er die Hauptfigur dieser Geschichte darstellt.
Für die Zeichnungen in dieser Ausgabe ist ein ganzer Haufen an Künstlern verantwortlich. Neben Mark Bagley und Luke Ross tauchen auch mir weniger bekannte Künstler auf. Alle aufzuzählen würde jedoch den Rahmen sprengen. Trotz dieser Unmenge an Zeichnern bleibt trotzdem ein einigermaßen einheitlicher Stil gewahrt, was mir persönlich sehr gut gefällt. Nichts ist schlimmer, als innerhalb einer Geschichte ständig wechselnde Stile zu haben. Insgesamt habe ich nichts gegen Abwechslung einzuwenden, aber binnen zu kurzer Folge geht das gar nicht.

FAZIT:

Schade, wirklich schade, dass diese Ausgabe so stark abfällt. Da wäre noch so viel mehr möglich gewesen. Stattdessen wirkt alles ziemlich unausgegoren und hastig zusammengewürfelt. Selbst die Zeichnungen sind, auch aufgrund der hohen Künstleranzahl, nicht wirklich überzeugend, und das, obwohl mein Liebling Mark Bagley mit an Bord ist. Hoffentlich bessert sich das wieder in der nächsten Ausgabe. Denn Kelly Sue DeConnick kann es eigentlich viel besser. Das weiß ich zumindest. Aber vielleicht liegen ihr die Avengers auch einfach nicht.

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