The Walking Dead – Die komplette vierte Staffel (Uncut &Extended) [WVG Medien GmbH]

Dominik_AVAEs ist schon eine Weile her, seitdem ich die dritte Staffel mir angeschaut habe. Die erste Staffel hat mir richtig gut gefallen. Ich wurde sprichwörtlich von den Beißern infiziert. Die zweite Staffel hat mir noch ein bisschen besser gefallen als die erste Staffel und die dritte Staffel war meiner Meinung nach genauso gut wie die erste Staffel, auch wenn sie sich schwerpunktmäßig (thematisch) voneinander unterscheiden.

Die Gruppe, insbesondere Rick und seine Gefährten, wachsen dem Zuschauer ans Herz. Sympathien zu den einzelnen Charakteren wachsen und entstehen mit fortschreitender Handlung.
Umso mehr bin ich gespannt, wie es in der vierten Staffel weitergeht.

The Walking Dead – Die komplette vierte Staffel
(Uncut & Extended)

Episoden:

01. Kein Tag ohne Unglück
02. Tod, überall Tod
03. Quarantäne
04. Im Zweifel
05. Die Krankheit zum Tode
06. Lebendköder
07. Handicap
08. Kein Zurück
09. Für Dich
10. Neben dem Gleis
11. Besetzt
12. Alkohol
13. Allein
14. Schonung
15. Vereint
16. Terminus

Fast vier Stunden Extras:

  • Inside THE WALKING DEAD
  • Making of THE WALKING DEAD
  • Comic-Inspiration
  • Hershel
  • Der Governor ist zurück
  • Gesellschaft, Wissenschaft & Überleben
  • Inside KNB Studios
  • Eine Reise zurück zur Brutalität
  • Deleted Scenes
  • Plus diverse Audiokommentare

Anmerkung: Die Audiokommentare zu den einzelnen Episoden (1,5,8,9,12,14) habe ich mir nicht angeschaut.

Nachdem Rick und seine Gruppe die Angreifer des Governor vorerst erfolgreich abwehren konnten in der dritten Staffel, finden die Neuzugänge aus Woodbury im Gefängnis Zuflucht.
Der Einstieg in die vierte Staffel fiel mir nicht so leicht, weil ich viele fremde Gesichter nicht zuordnen konnte. Im Gefängnis tummelten sich auf einmal viele Menschen aus Woodbury, die mir völlig fremd schienen.
Gemeinsam wird versucht, ein neues Leben im Gefängnis zu beginnen. Es herrscht eine gewisse Harmonie. Hinter dem schützenden Zaun des Gefängnisses wird versucht, mit dem Zivilisationsaufbau zu beginnen. Leider währt die gewünschte Harmonie nicht als zu lang, einige Gefängnis Bewohner erkranken an einer Infektion und sterben. Für die Gruppe wird es schwierig, der drohenden Gefahr Einhalt zu gebieten. Viele erkrankte Menschen werden in isolierten Zellenblöcken untergebracht.
Um diese unbekannte Infektion geht es in den ersten fünf Episoden.
Alles dreht sich um das Überleben der Gruppe.
Das ist durchaus spannend und macht Lust auf mehr. Der Zuschauer möchte wissen, was es mit der Infektion auf sich hat und woher diese ihren Uhrsprung nimmt.
Mit der sechsten Episode wird der noch lebende Governor näher beleuchtet.
Was ist mit ihm und seinen loyalen Gefolgsleuten geworden?
Der Zuschauer ahnt, worauf das alles hinauslaufen wird.
Zwar ist es ein großer Cut, denn die nächsten Episoden drehen sich nur um den Governor und nicht mehr um Rick seine Gruppe und Gefährten, aber das mittlere Staffelfinale (Episode 8) hat es umso mehr in sich. In der achten Episode kracht und knallt es ordentlich an allen Ecken und Kanten.
Das ist schon cool gemacht.

Die Farm im Gefängnis

Die Farm im Gefängnis

Nach der Flucht aus dem Gefängnis verlieren sich die einzelnen Gefährten bzw. Gruppenmitglieder.
Ab dieser Hälfte liegt der Fokus der aufgesplitterten Gruppe nach einer sicheren Zuflucht.
Viele Streifzüge durch die Wälder Georgias führen letztendlich nach Terminus.
Für den einen oder anderen Zuschauer mag die zweite Hälfte der Staffel sich zähflüssig wie ein Kaugummi ziehen. Es gibt Episoden, in denen passiert nicht wirklich viel, aber andere Episoden haben es dann wieder in sich, gerade wenn es um die starke Leistung der kleineren Kinder geht, die sich gegenseitig umbringen …
Eigentlich scheint es absehbar, wohin die Reise führt, nämlich nach Terminus.
Die Frage ist nur, wie kommen alle verlorenen Gruppenmitglieder dorthin?
Was hat es mit den neuen fremden Menschen auf sich, welche scheinbar um den Ursprung der Infektion Bescheid wissen?
Die Folge Alkohol zum Beispiel ist eine seltsame Folge. Natürlich ist sie nicht schlecht, aber ich hatte allen Ernstes den Eindruck, dass die Handlung an sich nur minimal voranschreitet. Daryl und Beth sind zusammen unterwegs. Beth will unbedingt ihren ersten Schluck Alkohol trinken. Natürlich ist Charakterentwicklung wichtig, aber ich glaube, dass man es auch spannender gestalten kann. Seitdem ich Breaking Bad gesehen habe, denke ich, dass man auch Charakterentwicklung für den Zuschauer mitreißender gestalten kann. Zwischendurch, und gerade in der zweiten Hälfte der Staffel hat man das Gefühl, dass viele noch so kleine unspektakuläre Ereignisse dem Zuschauer näher gebracht werden müssen. Das erweckt den Eindruck, dass die zweite Hälfte sich teilweise einfach zieht wie ein zähflüssiges Kaugummi. Das Erzähltempo wird stark verlangsamt, eine richtige sinnvolle Weiterentwicklung der Charaktere findet nicht konsequent statt. Zwischendurch empfindet man, dass die Episoden einfach nur so dahinplätschern und lediglich ab und zu durch unerwartete Ereignisse den Zuschauer wieder packen und an den Bildschirm fesseln. Wer bereits bis zum mittleren Finale (Episode 8) das Gefühl hatte, das die Serie sich diesmal etwas zieht, der wird garantiert danach dieses Gefühl erneut, verstärkt, spüren. Viele nebensächliche Sachen werden näher beleuchtet, der Storyplot im gesamten kommt aber nur langsam voran.
Hin und wieder werden ähnlich wie bei Breaking Bad zu Beginn der Episode (manchmal auch mittendrin) vergangene Ausschnitte und Szenen als Bindeglied der Handlung konzipiert. Leider funktioniert das meiner Meinung nach nicht ansatzweise so gut wie bei Breaking Bad. Zwischenzeitlich habe ich mich gefragt, wieso man das überhaupt einspielt. Es ist zwar ganz nett zu wissen und zu sehen, aber Spannung wird dadurch nicht annähernd aufgebaut. So zum Beispiel in der letzten Episode: Mittendrin wird gezeigt, wie Rick und seine Gruppe am Anfang der Staffel von Hershel gezeigt bekommen, wie man Landwirtschaft im Gefängnis am besten betreiben kann.
Die Rückblenden sind zwar interessant, bringen auch Abwechslung in das Erzähltempo, heben es sogar an, aber sie könnten meiner Meinung nach noch konsequenter eingesetzt werden, sodass der Zuschauer mehr Spannung empfinden kann.

Michonne auf dem Pferd

Michonne auf dem Pferd

Die Grundthematik, (Beißer kommen, Beißer werden getötet) wiederholt sich mittlerweile von Staffel zu Staffel. Wobei ich bei dieser vierten Staffel zu Beginn das Gefühl gehabt habe, dass die Brutalität der Bekämpfung der Beißer zugenommen hat. Mehr Blut, mehr Action, gekonnt in Szene gesetzte Metzeleien der Beißer erwarten den Zuschauer. Was mir richtig gut gefallen hat und vorher ich nicht so empfunden habe, ist, dass man sich des Öfteren in dunklen Häusern erschrecken kann. Wenn die Beißer sich verstecken und aus dem Hinterhalt heraus zuschlagen (musikalisch gut umgesetzt), jagt es sicherlich dem ein oder anderen Zuschauer einen ordentlichen Schrecken ein. Normalerweise weiß der Zuschauer ja, wann ein Beißer kommt und wann nicht, aber dieses Mal habe ich mich häufiger erschreckt als sonst.
Die musikalischen Einspielungen verschiedener Künstler gefallen mir ebenfalls sehr gut. Die Musik fängt die Stimmung und Gefühlslage der einzelnen Episoden hervorragend auf.
Das Make-up und die Gore-Effekte der Beißer können sich sehen lassen. Hier ist absolutes Kinoniveau geboten. In Verbindung mit der trostlos wirkenden Umgebung (verlassenen Häusern, die Wälder bei Tag und bei Nacht, die Schienen) und dem dazu passenden Score bzw. den musikalischen Einspielungen, wird fortwährend eine brillante Endzeit-Atmosphäre geschaffen. Die jeweiligen schauspielerischen Leistungen sind auf gekonnt hohem Niveau. Gerade bei den jüngeren Darstellern sollte es umso schwieriger sein, einige Szenen zu spielen (Umgang mit Waffen, töten der Beißer oder auch von Menschen).

Daryl und seine Armbrust

Daryl und seine Armbrust

Ab der vierzehnten Folge wird es langsam wieder interessanter.
Es ist schön zu sehen, wie Liebe (Maggie und Glen) Menschen verbindet und zusammenhält.
Ein Teil der vereinzelten Gruppen schafft es als erstes nach Terminus und die Ankunft macht vielversprechend Lust auf die letzte Episode der vierten Staffel.
Auch Rick seine Gruppe trifft in Terminus ein und ein interessantes Staffelfinale beginnt.
Für meinen Geschmack hätte da durchaus noch etwas mehr Kawums bzw. Action reingepasst.
Dennoch ist das Staffelfinale grandios und lässt sehnsüchtig auf die Fortsetzung in Form der fünften Staffel warten.
Bereits als die erste Gruppe in Terminus angekommen ist, konnte man sich denken, dass irgendetwas nicht stimmt. Das an sich offensichtliche hat sich in der letzten Episode noch mal in Form des Staffefinale offenbart.

Ich muss jedoch sagen, dass die Serie bei Weitem nicht schlecht ist, ganz im Gegenteil. Jedoch ist diese Staffel einfach anders aufgebaut als die bisherigen und eine richtige Charakterentwicklung einzelner Personen kommt beim Zuschauer nicht so intensiv an, wie man es sich vielleicht gewünscht hätte. Ich für meinen Teil bin gespannt, wie es mit der fünften Staffel weiter gehen wird!
Sehr viel Freude bereitet mir persönlich das Lesen der Comics im Vergleich zur Serie.
Wo sind Gemeinsamkeiten, wo unterscheiden sich die Comics von der Serie.
Gerade diese feinen aber kleinen Unterschiede machen für mich einen enormen Reiz aus.
Ich bleibe definitiv am Ball, bei den Comics sowie der Serie.

Die Bonus Disc:

– InsideThe Walking Dead befasst sich mit jeder Episode noch einmal.
Die Darsteller (ebenfalls Robert Kirkman und die Entwickler) kommen vor und hinter den Kulissen zu Wort und kommentieren die Entwicklung der Figuren in der vierten Staffel.

– The Making of The Walking Dead ist ähnlich aufgebaut wie Inside The Walking Dead.
Hinter den Kulissen, die Schauspieler am Set, Spezialeffekte, Stuntman und Blut. Der Zuschauer erfährt Stück für Stück die aufregenden Szenen der Staffel aus der Sicht der Macher und Akteure hinter den Kulissen.
Das ist sehr ansehnlich erklärt und aufbereitet worden. Was ist echt, was getrickst? Wie werden die Beißer umgebracht, wie wird das Kunstblut eingefügt? Welche Kamera nimmt welche Szene auf? Wo wurde gedreht, im Studio oder vor Ort? Ein ausführlicher Blick hinter die Kulissen lässt die vierte Staffel den Zuschauer aus einer ganz anderen Sicht betrachten.

Auf den Schienen unterwegs ...

Auf den Schienen unterwegs …

– Während die ersten beiden Extras sehr lange Laufzeit haben, (zusammen gefühlte 2 Stunden) ist die Information zur Comic – Inspiration angemessen „kurz“ gehalten.
Der Zuschauer erfährt, in wieweit einige Szenen direkt aus der Graphic Novel eins zu eins übernommen wurden und an welchen Szenen Änderungen eingebaut worden sind. Gerade die Episode mit Rick und Carl (Folge 8/9) ist sehr nah an der Graphic Novel angelehnt und stellenweise gibt es dieselben Kamera Blickwinkel wie Zeichnungen im Comic.

– Hershel ist für die Gruppe ein ganz besonderer Charakter gewesen.  In diesem Spezial wird der Person Hershel der absolut zurecht zugewiesene Tribut gezollt.
Hershel ist eine Person, die für Mut, Hoffnung und Zuversicht gekämpft hat.

– Der Gouvernor ist zurück ist ähnlich wie das Spezial um Hershel, nur dass der Governor einen ganz anderen Charakter mit weitaus anderen Absichten in Bezug auf die Handlung von The Walking Dead darstellt. Rick und der Gouvernor hätten, wenn sie einander anders begegnet wären, vielleicht sogar dicke Freunde werden können, denn ihr Verhalten scheint manchmal ähnlich, doch haben sie beide ganz unterschiedliche Wege eingeschlagen. Die menschliche Seite des Gouvernor wird in diesem Spezial näher beleuchtet.

– In Gesellschaft, Wissenschaft & Überleben geht es um Mathe, Physik, Gesundheit, Soziologie, Chemie und ähnliche Fächer. Kurse an der Uni in Bezug zu The Walking Dead. Wie würden gelehrte Wissenschaftler ein Seminar mit The Walking Dead Bezug fachlich aufbauen und den Studenten spannend näherbringen? Interessante Idee, interessanter Ansatz.

– In Inside KNB Studios kommen die Make-up Artisten zu Wort in Bezug auf die Gestaltung der verschiedenen Zombies. Einige Zombies haben einen enormen Aufwand an Planung und Make-up benötigt. Es gibt aber auch Hommage Zombies, welche mir persönlich beim Schauen der Serie nicht direkt aufgefallen sind in dieser Staffel. Ein gelungener Einblick in die Maskenabteilung.

– Eine Reise zurück zur Brutalität zeigt die menschliche Veränderung von Rick.
Die Staffel beginnt harmonisch. Rick fühlt sich gut. Von Folge zu Folge prescht die unterdrückte Gewaltbereitschaft/Gewalttätigkeit aus Rick hervor. Obwohl er dies eigentlich gar nicht unbedingt will, gibt es keinen anderen Ausweg als wieder der Anführer zu werden, welcher er in den vorherigen Staffeln gewesen ist.

-Deleted Scenes erklärt sich glaube ich von selbst. Szenen, die nicht verwendet wurden für die finale Version der Staffel.

Ich muss schon sagen, wenn man sich die Extras alle angeschaut hat, bekommt man ein ganz anderes Bild von der Serie. Der Zuschauer erfährt, wie es hinter den Kulissen am Set aussieht. Das ist sehr informativ aufbereitet. Ebenfalls werden wichtige Charaktere näher in Bezug auf ihre Entwicklung und ihr Profil beleuchtet. Mir haben die Extras sehr gut gefallen, so versteht man viele Szenen der Serie besser, was sich Darsteller, Producer und Entwickler dabei alles gedacht haben.  So macht es für den Zuschauer auch viel mehr Sinn, warum einige Szenen so in die Länge gezogen worden sind. Interessant ist immer wieder der Bezug zum Comic.

Eine klasse Serie, eine gute Staffel, die definitiv Lust auf mehr macht.
Jetzt muss man sich wieder gedulden, bis es so weit ist und die fünfte Staffel in den Läden steht.

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