Geschichten von keinerlei Interesse (29)

Lange war es ruhig um die Geschichten von keinerlei Interesse, von mir. Die letzte aus meiner „Feder“ stammt vom April diesen Jahres und irgendwie wollte mir nichts einfallen. Es zu erzwingen bringt bei diesen Geschichten auch nichts, da sie meist Produkte meiner eigenen Gefühlswelt sind, und dadurch eben etwas Besonderes. So ist es nun auch mit der heutigen neuen Geschichte, die teils autobiografisch und teils fiktiv ist. Vielleicht sind es auch nur Mischungen von Gefühlen, Ängsten, Wünschen und Träumen …

Folge 29 „Richard“

„Heute ist wieder so ein Tag“, denkt sich Richard und wünscht sich, dass er endlich rum wäre. Der alleinerziehende Vater, ist am Ende seiner Kräfte. Haushalt, Kinder, Arbeit, alles will unter einen Hut gebracht werden und oftmals fehlen ihm die Möglichkeiten, seine eigene „Batterien“ wieder aufzutanken. Sicher, er hat Hobbys und vieles, was ihm Freude bereitet. Er ist eigentlich ein glücklicher Mensch. Weitgehend gesund, seine Kinder lieben ihn, die Arbeit macht Spaß und wird auch einigermaßen ausreichend bezahlt. Sicher wäre es schöner, wenn es ein bisschen mehr wäre, alleine um eine gewisse finanzielle Sicherheit für sich und die Kinder aufbauen zu können. Aber es geht auch so. Kostet eben nur ein wenig mehr Kraft. Und genau die geht Richard langsam aus. So, wie heute. Dazu kommt noch, dass die Tage kürzer werden, die allgemeine Stimmung sinkt und er jede Nacht schlechter schläft. Die Dauerbelastung zehrt an ihm, Hilfe bekommt er zwar von seinen Eltern, aber die möchte er auch nicht Übergebühr strapazieren. Eigentlich spielt er sogar langsam mit dem Gedanken aufzugeben, sich ins Nichts, die Dunkelheit fallen zu lassen. Denn einzig in der Dunkelheit der Nacht, der unendlichen Stille, fühlt er sich noch wohl.
Aber er hat ja eine Aufgabe, eine Pflicht seinen Kindern gegenüber. Und obwohl er heute kaum Kraft hat, geht er nach der Arbeit noch einkaufen. Der Laden ist voll, die Leute drängeln und Richard wünscht sich nichts mehr, als so schnell wie möglich wieder raus zu kommen, als ihm schwindlig wird. Er taumelt leicht und stößt eine neben ihm stehende Kundin an. Richard entschuldigt sich sofort, noch bevor die Dame etwas sagen kann, und sieht sie nur mit müden Augen an. Im entgegen blicken die wunderschönsten blauen Augen und die Dame beruhigt ihn. Beide lächeln in diesem fast schon magischen Moment.
Nun, ein Jahr später stehen er und Mary vor dem Altar und geben sich das „Ja“-Wort, mit einer Energie und Liebe, die Richard damals schon fast verloren geglaubt hatte …

© 2018 Copyright des gesamten Textes bei Mueli77s Feine Welt. Nachdruck und jegliche Weiterverbreitung (auch Auszugsweise) nur mit schriftlicher Genehmigung von Mueli77s Feine Welt.

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