ASH – Austrian Superheroes Sammelband Nr. 1-3 [Contentkaufmann/Indiekator/CrossCult, 2016-2018]

Deutsche Comicserien haben es bekanntlich nicht so einfach und dennoch gibt es einige die sich einen gewissen Erfolg bereits erarbeiten konnten. Zu eben jenen erfolgreicheren würde ich neben Plem Plems „Tracht Man“, TheNextArts „Der Engel“ und Splitters „Malcolm Max“ auch die „Austrian Superheroes“ von Indiekator, ehemals Contentkaufmann Wien, zählen, deren Sammelbände bei Cross Cult erscheinen. Die ebenfalls zu diesem Universum gehörende „Liga Deutscher Helden“ kam bei einem Review der ersten beiden Ausgaben leider nicht allzu gut weg, was verschiedene Gründe hatte, die ihr in den entsprechenden Reviews zu Heft 1 und Heft 2 nachlesen könnt …

ASH – Austrian Superheroes Sammelband Nr. 1: Rückkehr der Helden [November 2016]

Autor: Harald Havas, Thomas Aigelsreiter
Zeichner: Andi Paar, Lenny Großkopf, Michael Liberatore, Jörg Vogeltanz, Michael Wittmann, Leo Koller, Lisa Heschl
Format: Softcover
Umfang: 144 Seiten
Inhalt: Austrian Superheros 1-4
Verlag: Cross Cult (Amigo Grafik GbR)
Preis: 16,90 Euro

ASH – Austrian Superheroes Sammelband Nr. 2: Spurensuche [Januar 2018]

Autor: Harald Havas, Thomas Aigelsreiter
Zeichner: Andi Paar, Isabelle Griessenberger, Michael Liberatore, Leo Koller, Erich Tiefenbach, Jörg Vogeltanz, Martin Frei, Michael Wittmann, Bernd Trübswasser, Dagmar Wyka
Format: Softcover
Umfang: 192 Seiten
Inhalt: Austrian Superheros 5-10
Verlag: Cross Cult (Amigo Grafik GbR)
Preis: 24,90 Euro

ASH – Austrian Superheroes Sammelband Nr. 3: Lange Schatten [Dezember 2018]

Autor: Harald Havas, Thomas Aigelsreiter
Zeichner: Dagmar Wyka, Ronald Putzker, Isabelle Griessenberger, Andi Paar, Leo Koller, Michael Liberatore, Melanie Schober, Lisa Heschl, Eli Baum, Erol Lorenzo Debris, Bernd Trübswasser, Jörg Vogeltanz
Format: Softcover
Umfang: 192 Seiten
Inhalt: Austrian Superheroes 11-16
Verlag: Cross Cult (Amigo Grafik GbR)
Preis: 24,90 Euro

Kurt Kogler ist der neue Captain Austria, der nicht nur einige der Fähigkeiten von seinem Vater, sondern auch gleich dessen Superheldenidentität geerbt hat. Nur bisher verlief seine „Karriere recht unspektakulär. Ein paar Diebstähle hier, Handtaschenräuber da und gelegentlich mal ein Einbruch. Für einen echten Superhelden also mehr als langweilig. Doch das ändert sich, als ein neues Wesen in Wien auftaucht und reihenweise junge Menschen angreift. Schnell fomriert sich um Captain Austria eine neue Gruppe, ähnlich der alten Wiener Wächter. Gemeinsam mit dem Wasserwesen Diana, die ein tiefes Geheimnis in sich trägt, der starken und ursprünglich schon zu den alten Wiener Wächtern gehörenden Lady Heumarkt, die ebenfalls über dunkle Flecken in ihrer Vergangenheit verfügt und dem Bürokraten, der sämtliche Informationskanäle „anzapfen“ kann, machen sie sich auf die Spur ein Rätsel zu lösen, welches bis in die Vergangenheit der alten Wiener Wächter führt …

Ich muss gestehen, dass meine Erwartungen zu Beginn recht niedrig angesetzt waren, was daran lag, dass mich die Liga Deutscher Helden trotz einiger Vorfreude, auch wegen der bekannten beteiligten Künstler, nicht überzeugen konnte. Auch an den ASH sind ein paar sehr namhafte Künstler beteiligt, wenngleich mir nicht alle Namen zu Beginn etwas sagten.
Doch nun erst einmal zur Handlung. Hier möchte ich wirklich nicht viel mehr verraten, als ich dies schon in der Zusammenfassung getan habe und die sich im groben auf den ersten Band der Reihe bezieht. Die erste damals vier Hefte umfassende Miniserie sollte die Helden vorstellen und etablieren und krank wie so oft an den üblichen Dingen. Doch glücklicherweise werden diese „Problemchen“, die sich meist in etwas holpriger Erzählweise und Handlungssprüngen manifestieren, schnell behoben. Die Figuren selbst sind nachvollziehbar charakterisiert und ebenso schnell merkt man, dass einige über große Geheimnisse verfügen, die sich Stück für Stück lüften, wobei es fraglich ist, ob man jemals deren gesamtes Potenzial ausschöpfen wird, was bei wenigen Figuren zum Ende des dritten Bandes zwar angedeutet, aber noch nicht vollzogen wird. Hier zeigt sich für mich, dass die Schöpfer sicher noch viel mehr mit ihren Helden vorhaben.

Den ersten Band könnte man eigentlich gut für sich alleine stehen lassen. Ist er doch mit seinen 144 Seiten und den 16,90 Euro recht einsteigerfreundlich und auch im groben in sich abgeschlossen. Allerdings entwickelt sich die Geschichte zum Ende des Bandes hin schon merklich so, dass die Spannung auf den zweiten Band deutlich geschürt werden, und hier trumpfen die Macher erst so richtig auf. Da werden Familienintrigen, Betrug, neue und alte Feinde und Freunde ebenso aus dem Hut gezaubert, wie dramatische Action, angehende Liebesbeziehungen, ruhige und nachdenkliche Momente und einer guten Prise Humor. Das Rezept ist denkbar einfach. Schon Marvel hat in den sechziger Jahren seine inzwischen klassischen Storys mit diesen Zutaten gewürzt und erfolgreich bewiesen, was die Leser wollen. Ein weiteres „Schmankerl“ sind die regelmäßigen Kurzgeschichten, welche die Vergangenheit der Helden und ihrer Familien beleuchten. So erfährt man als Leser einiges vor den Figuren, was es leichter macht mit den Helden mitzuleiden, weil man eben diesen Wissensvorsprung besitzt und sie vor Unheil bewahren möchte. Ob nun bewusst oder unbewusst eingesetzt, ist dies ein gelungener Kniff, um den Leser „bei der Stange zu halten“.

Ähnlich gut ausgewogen ist die optische Komponente. Die zahlreichen unterschiedlichen Zeichner, von denen zwar jeder seinen sichtbar eigenen Stil mitbringt, haben dennoch überwiegend Gemeinsamkeiten im Artwork, sodass es einen einigermaßen optischen roten Faden gibt. Zwar sieht man jedem Heft seinen eigenen Stil an, aber hier ist es ähnlich wie bei den großen US-Superhelden. Man gewöhnt sich recht schnell an die wechselnden Zeichner, da es keinen großen Stilbruch gibt und alles leicht erkennbar bleibt. Etwas ganz Besonderes sind dafür die ergänzenden Kurzgeschichten, da hier viele wechselnde Stile und experimentelle Artworks zu finden sind. Einige Geschichten sind sogar im Stile von Comics der 40 bis 80er Jahre inszeniert. Hier kommt richtig nostalgisches Flair auf. Sogar ein wenig Manga-Artwork ist vertreten. Natürlich habe ich inzwischen einige Favoriten und ein paar Zeichner, die mir nicht ganz so zusagen, aber das ist bei der Menge an Zeichnern auch ganz normal. Einen deutlichen Pluspunkt gegenüber den LDH gibt es auch. Denn vieles, was ich dort kritisiert habe, ist bei den ASH weniger stark bis überhaupt nicht vorhanden. Die Hintergründe wirken nicht mehr wie Fotos, über die man einen Zeichenfilter gelegt hat und auch die „Gastauftritte“, welche in den LDH überdeutlich zu erkennen waren, wirken hier homogener, was unter anderem daran liegt, dass man sich bei den Personen im Hintergrund allgemein mehr Mühe gegeben hat.

Ja, die Austrian Superheroes konnten mich überzeugen und sogar richtig für die Reihe begeistern. Allerdings werde ich hier wohl eher auf die Sammelbände warten, da ich es wesentlich angenehmer empfand, die Story am Stück zu lesen. Ganz besonders gefallen hat mir die Tatsache, dass es bereits in den ersten Ausgaben Anzeichen gab, für die Entwicklung der Handlung, welche mir erst beim nochmaligen Durchblättern aufgefallen ist. Hier haben sich alle mächtig viel Mühe gegeben eine umfassende Hintergrundgeschichte zu entwickeln, die erst langsam in den Vordergrund tritt und bis dahin den Charakterentwicklungen freien Lauf lässt. Ich für meinen Teil bin gespannt, wie es mit den ASH weitergeht und werde mir mit Sicherheit auch den vierten Sammelband ansehen.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2016-2019 Contentkaufman Wien / Indiekator / Cross Cult

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