I Want You For US Comics – Digi Special (1)

In diesem kleinen Spin-Off zur I Want You For US Comics-Rubrik widme ich mich den amerikanischen Digi-Comics, wie sie über Comixology oder direkt bei Marvel, DC usw. zu beziehen sind …

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Ten GrandTen Grand #1 [Image, Mai 2013]

Joe Fitzgerald ist nicht nur ein Mann mit eigenen großen Problemen, sondern auch jemand der Probleme für andere löst. Wenn das Geld stimmt. Als jedoch eines Tages eine junge Dame auf ihn zukommt und ihn bittet ihre verschwundene Schwester wiederzufinden ändert dies Einiges. Nicht nur, dass er diesen Job ohne Bezahlung annimmt, er hat auch noch persönliche Gründe diesen Fall aufzuklären. Denn offenbar hatte das verschwundene Mädchen Kontakt zu einem Mann, dem Joe bereits vor zwei Jahren eine Kugel in den Kopf gejagt hat. Um dieses Rätsel zu lösen, begibt sich Joe in einen Stripclub, um dort mit einem Engel Kontakt aufzunehmen …

J. Michael Straczynski ist zurück und er hat eine mysteriöse, spannende, faszinierende und dennoch irgendwie verquere Geschichte im Gepäck. Dabei verlässt sich JMS nicht nur auf das typische Spiel von Gut gegen Böse, sondern präsentiert auch Figuren, die einen sofort in den Bann ziehen. Welche Geheimnisse hat Joe und wie wurde er zu dem Mann, der er heute ist. Straczynski legt gleich in dieser ersten Ausgabe ziemlich heftig los, und wirft den Leser in die dramatischen Ereignisse. Ganz ohne Hilfe, nur durch gelegentliche Rückblicke wird der Leser aufgefordert, sich alleine zurechtzufinden.
Für das Artwork ist Ben Templesmith verantwortlich, der mit seinem durchaus schrägen Stil sehr gut zur Story passt. Templesmith der auch für die Koloration verantwortlich ist, verzichtet fast gänzlich darauf die Figuren farblich von den Hintergründen zu trennen. Vielmehr ist es so, dass die Figuren durchsichtig erscheinen. In einigen Panels wirkt es sogar so, als hätte der Zeichner seine Darsteller einfach nur auf ein altes, vergilbtes Blatt Papier gekritzelt. Dieser Stil ist verschroben, aber ideal um die Story zu repräsentieren und fasziniert, zumindest mich persönlich, bereits von der ersten Seite an.

FAZIT:

Ten Grand ist ein durchaus faszinierender Titel, der mich, wie man so schön sagen könnte, aber noch nicht ganz bei den Eiern gepackt hat. Irgendetwas fehlt noch. Die Figuren sind interessant, die Storyansätze gelungen, aber dennoch kann es noch nicht hundertprozentig überzeugen. Aber immerhin schon genug, dass ich mir die zweite Ausgabe bei Gelegenheit ansehen werde, und eventuell wird ja sogar das Trade gekauft, wenn denn eines erscheint. Aber bis dahin werden wohl noch einige Seiten durch die Druckmaschine gejagt werden.

ASM 1Adventures of Superman #1 [DC, April 2013]

Ein geistig verwirrter junger Mann läuft mitten in Metropolis Amok und richtet Verwüstungen an. Doch etwas stimmt nicht. Der Mann, der auf den Namen Leon Torsik hört, hat Superkräfte. Bisher war er nur als Kleinkrimineller auffällig geworden und hatte keinerlei Anzeichen für irgendwelche Kräfte gezeigt. Doch jetzt liegt es an Superman, ihn aufzuhalten, immerhin droht ein gesamter Block durch austretendes Gas in die Luft zu fliegen …

Ich bin ja ganz ehrlich kein Fan von Superman. Zu oft war mir die Figur zu glatt, zu einfallslos und in ihrem Handeln zu perfekt. Keine Überraschungen und die Autoren trauten sich viel zu wenig, mit der Figur zu experimentieren. Dann kam Adventures of Superman und alle in meinem Comicumkreis mit US-Erfahrungen schwärmten von der Serie. Also warum dem Rot/Blauen Superhelden keine neue Chance geben?
Und bis jetzt bereue ich es nicht. Matt Parker und Chris Samnee liefern eine tolle und unterhaltsame Geschichte ab, in der Superman nicht seine typische Rolle ablieferte. Hier sieht man Superman auch verletzlich und überrascht und mit persönlich gefällt dies sehr gut. Dies liegt aber auch an den gelungenen Zeichnungen von Chris Samnee. Sein Animated-Style tut dem angestaubten Image sehr gut, ohne dabei den Stil der Animationsserien von Batman und Superman aus den 90er Jahren zu kopieren.

FAZIT:

Ein gelungener Einstand, der auch mich überzeugen konnte. Und das will etwas heißen. Immerhin gab es bisher nur eine Handvoll Geschichten mit dem Stählernen, die mich überzeugen konnte. Aber mit dieser Serie, oder wenigstens dieser Ausgabe, ist ein guter Start gemacht, um mich vielleicht doch noch Superman näher zu bringen. Zumindest wenn die Qualität so bleibt.

ASM 2Adventures of Superman #2 [DC, Mai 2013]

Zwei Kinder spielen in einer alten Bretterhütte und teilen sich dabei die Rollen. Während einer Superman ist, soll der andere einen Feind von Superman mimen. Zu Beginn macht es beiden auch riesigen Spaß als Superman und Brainiac in der Festung der Einsamkeit gegeneinander um die Flaschenstadt Kandor zu kämpfen, aber dann wird es langweilig. Also beginnt „Brainiac“ andere Rollen einzunehmen und will so seinen Freund „Superman“ bezwingen. Doch die beiden sind nicht alleine …

Für dieses Abenteuer wurde Jeff Lemire gebeten, ein Abenteuer mit dem Stählernen zu verfassen. Und statt sich dem einfachen Superman zu bedienen, konstruiert Lemire ein Abenteuer um dessen Mythos. Seine Unverletzlichkeit, seine Superkräfte und seine Überlegenheit werden zum Streitthema zwischen den beiden Kids. Damit schafft es auch Lemire dem Mann aus Stahl eine weitere Facette hinzuzufügen, die zwar nicht neu, aber aus diesem Blickwinkel dennoch erfrischend anders ist.
Die großartigen und markanten Zeichnungen von Lemire tragen einen nicht unerheblichen dazu bei, dass diese Story so außergewöhnlich wirkt. Man kann über Lemire sagen was, was man will. Ob man ihn nun mag, oder nicht. Sein Artwork ist einfach überall von anderen zu unterscheiden und einzigartig.

FAZIT:

Lemire präsentiert eine Superman-Story ohne Superman und mit Superman. Eine Geschichte, die frisch und anders ist, und dennoch soviel von dem bekannten Superman-Mythos enthält, dass man sich sofort zurechtfindet. Damit überrascht Lemire den Leser und vor allem findet fast jeder Comicleser sich in einem der beiden Jungs wieder, und wird so an seine Jugend erinnert.

ASM 3Adventures of Superman #3 [DC, Mai 2013]

Bizarro stiftet Chaos und Leid. Erst rettet er ein Kind, dann versucht er es in den Wassermassen eines Löschturmes zu ersäufen. Doch Superman kann dies verhindern. Danach versucht Bizarro einen armen Farmer zu verletzen, indem er in mit Getreide zu bombardieren versucht. Aber auch hier kann Superman eingreifen. Das gefällt Bizarro natürlich überhaupt nicht. Er will lieber Menschen verletzen und hasst es, dass Superman im Helfen will. Also muss Superman versuchen ihn zu überlisten, damit er nicht weiter Menschenleben in Gefahr bringt …

Während mich persönlich die Story von Justin Jordan nicht so wirklich überzeugen kann, was vor allem an dem typischen Superman-Verhalten und der Zurschaustellung seiner Überlegenheit liegt, faszinieren mich die Zeichnungen von Riley Rossmo umso mehr. Sein Artwork ist frech, detailverliebt, verspielt und hat ein wenig Ähnlichkeit mit dem von mir sehr verehrten Skottie Young. Dennoch wirken seine Zeichnungen nicht kindisch. Vielmehr haben sie eine Niedlichkeit, aber ohne die Ernsthaftigkeit der Story anzukratzen.

FAZIT:

Inhaltlich nicht so überragend, dafür visuell ein echter Hingucker. Wenn Rossmo des öfteren Superman zeichnen sollte, würde ich sogar regelmäßiger reinlesen. Da machen auch eher seichte und langweilige Storys so richtig Spaß. Dieser Mann könnte es wirklich schaffen, dass mir Superman gefällt.

I Want You For US Comics (1)

In dieser kleinen neuen Rubrik sammeln sich zukünftig alle Kurzreviews zu US-Comics, die ich im Original, sprich englisch, lese. Das sind zwar nicht allzu viele, aber dennoch haben sie sich eine eigene Rubrik verdient.

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Teenage Mutant Ninja Turtles Vol. 3: Shadows of the Past [IDW, Oktober 2012]

Old Hob hat Splinter entführt und April ist einem Nervenzusammenbruch nahe, als sie erfährt, wer die vier Schildkröten, die vor ihr stehen, wirklich sind. Dennoch lassen sich die Brüder, April und auch Casey Jones nicht unterkriegen und machen sich auf die Suche nach Meister Splinter. Was sie jedoch nicht wissen, ist das auch Old Hob nicht mehr im Besitz ihres Vaters ist. Stattdessen hat sich der Foot Clan und Karai den Meister der Turtles unter den Nagel gerissen. Und dieser sieht sich in der Zwischenzeit mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Ihm gegenüber steht ein gewisser Shredder, und unter dessen Maske steckt niemand Geringeres als Hamato Yoshis, alias Splinter, alter Feind, Oroku Saki. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt …

Nachdem die Turtles im letzten Band von ihrer Vergangenheit erfahren haben, und dass sie die Reinkarnationen von Hamato Yoshis Söhnen sind, müssen sie nun ihren Vater aus den Klauen ihres damaligen Mörders befreien. Dabei setzen Kevin Eastman und Tom Waltz sowohl bekannte Elemente als auch viel frischen Wind ein, um die Geschichte spannend zu erzählen. Hinzu kommt ein Nebenstrang der Handlung, in dem sich die Turtles eine neue Bleibe suchen müssen und auch neue Freunde finden. Auch hier gibt es wieder Parallelen zu der klassischen Comicserie. Wie auch damals schon kommen die Turtles im alten Geschäft von Aprils Vater unter. Dies weckt Erinnerungen. Dem gegenüber stehen die neuen Freunde, die Purple Dragons. Diese hatten zwar auch bereits einen Auftritt in der ersten Ausgabe der ersten Turtles Comicserie, aber so richtig bekannt wurden sie erst in der Animationsserie die 2003 startete, und natürlich auch durch die aktuelle Serie auf Nickelodeon.
Auch ein wenig umgewöhnen muss man sich bei dem Artwork von Dan Duncan. Seine Turtles sehen inzwischen ein wenig deformiert aus. Die Köpfe seltsam nach oben gezogen, mit hoher Stirn. Das ist im ersten Moment schon ein wenig ungewohnt. Da sich aber ab der nächsten Ausgabe sowieso ein Zeichnerwechsel ankündigt, ist es nicht mehr so wichtig. Und so gravierend anders sehen die Turtles auch nicht aus. Dafür bleibt sein Artwork extrem dynamisch und voller Energie, was aber auch mit an der Koloration von Ronda Pattison liegt.

FAZIT:

Auch der dritte Band der neuen Ongoing von IDW macht wieder sehr viel Spaß und lädt gerade für ältere Turtles-Fans zum Verweilen ein. Immer wieder gibt es Dinge zu entdecken, die einem bekannt sind, oder aber wenigstens bekannt vorkommen. Dass sich Waltz und Eastman hier sowohl bei den Comics, der TV-Serie und den Kinofilmen bedienen, erfreut mich persönlich um so mehr. Zusammen mit dem immer noch sehr guten Artwork von Dan Duncan gibt es Turtles-Action satt.

Hawkeye Vol. 1: My Life as a Weapon [Marvel, Oktober 2012]

Clint Barton, alias Hawkeye, ist ein Avenger. Auch wenn er weder über Superkräfte, Selbstheilungsfaktoren oder sonstige besondere körperliche Fähigkeiten verfügt. Er ist nur ein Bogenschütze, ein normaler Mensch, mit alltäglichen Problemen und Verletzungen. Und so kommt er auch in allerlei gefährliche Situationen. Situationen, die ihn schnell ins Krankenhaus befördern. Doch Clint lässt sich nicht unterkriegen und versucht trotzdem immer Gutes zu tun. Dabei hilft er seinen Nachbarn, einer fremden, jungen Dame, von der er das Auto abkaufen will, und auch Kate Bishop, der Dame die als Hawkeye auftrat, während Clint tot war und dann seine Superheldenrolle als Ronin verkörperte. Aber auch für SHIELD muss Clint tätig werden, nachdem dort durch einen Maulwurf, ein kompromittierendes Video verschwunden ist, das kurz darauf in Madripoor bei einer Auktion auftaucht.

Hawkeye ist ein typischer Superheldentitel von Marvel. Oder eben auch nicht. Denn anders, als in anderen Mainstreamtiteln aus dem Haus der Ideen, passiert hier irgendwie nichts genau so wie der Leser es erwartet. Weder ist die Story normal, noch das Artwork. Alles zielt darauf ab, anders zu sein. Und es kommt, nicht nur bei mir, sehr gut an. Matt Fraction definiert Clint Barton und sein Umfeld nicht neu, aber er macht es interessant. War Hawkeye bisher eher ein Sprücheklopfer und Frauenheld, so ist er jetzt ein Sprücheklopfer und Frauenheld mit Problemen und viel Herz. Hawkeye wurde durch sein Umfeld, seine Verletzbarkeit und seine neuen Freunde, allen voran Kate und Pizzadog wieder interessant.
Tatkräftig unterstützt wird Fraction hierbei von David Aja und Javier Pulido, die in diesem band für die Zeichnungen verantwortlich sind und Matt Hollingsworth, der die Koloration übernimmt. Denn ähnlich, wie Fraction als Autor ein wenig experimentiert, so nutzt auch Aja sein Talent um Hawkeye ein frisches und anderes, genaugenommen unkonventionelles Aussehen zu verleihen. Aja spielt mit seiner Panelaufteilung, den Blickwinkeln und den Schattierungen. So schafft er es, mich als Leser, immer wieder neu zu überraschen.

FAZIT:

Der neue Hawkeye, und seine Serie von Fraction und Aja, treffen genau meinen Nerv. Sie ist frisch, anders und dennoch irgendwie vertraut. Kein Wunder also, dass Hawkeye bereits bei Lesern und Kritikern gleichermaßen beliebt ist. Schade nur, dass die Serie wohl hier in Deutschland eher schlechtere Chancen hat. Aber warten wir einmal ab. Das gleiche hatte ich vor geraumer Zeit auch schon einmal zur Turtles Comicserie von IDW gesagt.

Teenage Mutant Ninja Turtles Nr. 1: Die Zeiten ändern sich [Panini, Juli 2013]

Vor knapp eineinhalb Jahren, im März 2012, habe ich euch das erste US-Trade der neuen Turtles-Serie bei IDW vorgestellt. Damals habe ich noch gemutmaßt, dass es die Serie wohl niemals nach Deutschland schaffen wird. Aber wie es manchmal einfach ist, passieren Dinge, die man so nicht erwartet hätte. Nicht ganz unschuldig daran ist natürlich auch die neue TV-Serie mit den vier Schildkrötenbrüdern auf Nickelodeon. Und vielleicht, aber nur auch ganz klein wenig vielleicht, haben auch die vielen Artikel zu den Comics und der TV-Serie hier auf dem Blog dazu beigetragen, dass es die Turtles mit ihrer neuen Comicserie nach Deutschland geschafft haben. Aber vielleicht auch nicht.

Teenage Mutant Ninja Turtles Nr. 1:
Die Zeiten ändern sich

Über den Inhalt werde ich mich diesmal ausnahmsweise nicht auslassen. Das habe ich damals beim US-Band schon ausgiebig getan und daher werde ich mich in diesem Review mehr den Unterschieden der beiden Fassungen widmen. Wer es dennoch lesen möchte, hier ist der Link dazu.

Die beiden Frontcover (links: US, rechts: DT)

Die beiden Frontcover (links: US, rechts: DT)

Das auffälligste Merkmal ist auf jeden Fall schon einmal das Covermotiv. Panini entschied sich, nicht das gleiche Cover zu verwenden, welches bereits auf dem US-Trade prangt. Doch welches Cover man nun bevorzugt ist eine persönliche Entscheidung. Da beide von Kevin Eastman sind, und wirklich gut aussehen, ist es mir persönlich egal. Zumal ich ja auch beide Fassungen besitze. Während das Original bereits auf dem Cover mit seinem Glanzpapier und einem geprägten Serienschriftzug „glänzt“ kommt der deutsche Band mit einem matten Faltcover daher. Auf dessen aufklappbaren „Innenteilen“ sind im vorderen Teil die Cover und Erscheinungsdaten der vier enthaltenen US-Ausgaben abgebildet und im hinteren Teil, wird der zweite Band „Alte Feinde, neue Feinde“ beworben. Auch das Backcover hat Panini nicht übernommen, wenn man einmal von dem übersetzten Spruch der iFanboy-Webseite absieht. Statt einer Bildmontage aus dem Band, wie es im US-Trade der Fall ist, hat Panini das Cover des dritten Heftes als Motiv gewählt.

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Die Backcover (links: US, rechts: DT)

Doch nun zu den „inneren Werten“. Auch Panini hat sich für die Darstellung des farbenprächtigen Artworks von Dan Duncan und Ronda Pattison für Glanzpapier entschieden. Im direkten Vergleich jedoch fällt Paninis Wahl etwas matter aus, was sich vor allem bei starken Lichtverhältnissen positiv auswirkt, da hier weniger Reflexionen entstehen. Die Wahl auf ein leicht anderes Papier hat aber auch Auswirkungen auf die Farbgebung und den Kontrast. Die Bilder sehen nach meinem persönlichen Empfinden beim US-Original geringfügig besser aus, als in der deutschen Version. Weniger offensichtlich fällt auf, dass die Seiten der deutschen Fassung etwas vergrößert und an den Rändern beschnitten sind. Dadurch gehen an den Rändern einige Details verloren, die aber glücklicherweise nicht storyrelevant sind.

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Der Innenteil im Vergleich (links: US, rechts: DT)

Auch lag Panini wohl das Bildmaterial der US-Hefte vor und nicht das des Trades. Denn beim originalen Trade wurden die vier Hefte mithilfe von „Chapter“-Schriftzügen voneinander getrennt. In der deutschen Fassung gibt es diese nicht. Stattdessen fungieren die US-Cover der Einzelausgaben als Trenner. Was die Extras betrifft, gehen sich die Bände nicht wirklich weit aus dem Weg. Gerade einmal vier Seiten hat der deutsche Band weniger. Und dies äußert sich zum größten Teil darin, dass einige der Original-Variant-Cover nicht mit abgebildet sind. Dafür gibt es ein paar Storyboard-Seiten in der deutschen Version, die es im US-Original nicht gibt. Auch wenn diese vier Seiten auf einer Seite verkleinert dargestellt werden.

Die Extras (links: US, rechts: DT)

Die Extras (links: US, rechts: DT)

FAZIT:

Wer jetzt hadert, welche Version er denn kaufen soll und der Preis egal ist, dem würde ich zum deutschen Band raten. Schon alleine deshalb, damit Panini die Serie fortführt. Inhaltlich und was Aufmachung und Extras betrifft, gibt es kaum Vor- und Nachteile. Das Glanzpapier beim Originalband schaut schon extrem gut aus und die Farben und der Kontrast kommen sehr gut zur Geltung. Dafür ist das Papier bei Panini weniger anfällig für Lichtreflexionen und es gibt Storyboardseiten als Bonus plus das stylische Faltcover. Aber am Ende muss es jeder für sich selbst entscheiden. Beide Bände haben etwas, was der jeweils andere Band nicht hat, und so gibt es keinen klaren Sieger in diesem Duell. Aber empfehlen kann man die Serie so oder so, in der einen oder anderen Version. Also kaufen!

Der deutschen Fassung wurde ein Editoral spendiert (links: US, rechts: DT)

Der deutschen Fassung wurde ein Editoral spendiert (links: US, rechts: DT)

Copyright der Fotos © 2013 by Mueli77
Copyright des verwendeten Materials © 2011-2013 IDW Publishing / Panini

Ghostbusters Vol. 2: The Most Magical Place on Earth [IDW, Juli 2012]

Lange ist es her, dass ich den ersten Band der IDW-Ghostbusters Serie reviewt habe. Inzwischen ist die Serie nach 16 Ausgaben leider wieder eingestellt und das Geisterjagen hat ein jüngeres Team übernommen. Dennoch werde ich nicht nur heute den zweiten Band vorstellen, ondern auch noch den dritten und vierten bei Gelegenheit nachschieben …

Ghostbusters Vol. 2: The Most Magical Place on Earth

Die Ghostbusters, Egon Spengler, Peter Venkman, Ray Stantz und Winston Zeddemore sind in ihrem zweiten Abenteuer zurück.
Fantastic Land in Schenectady, New York. Ein Ort an dem die ganze Familie, den ganzen Tag lang eine ganze Menge an Spaß erleben kann. Klingt ganz schön spannend. Ist aber in diesem Fall ganz schön gefährlich. Denn ein altertümlicher Geist hat sich an diesem Ort eines kleinen Jungens bemächtigt, und den gesamten Park unter seine Gewalt gebracht. Sofort bricht eine Massenpanik aus. Die Ghostbusters sind schnell vor Ort und auch der Junge ist ebenso zügig befreit. Aber der Geist hat noch ein Ass im Ärmel und übernimmt kurzerhand Peter Venkmans Körper. Es gibt aber noch ein weiteres Problem. Egon entdeckt einen alten Studienfreund, welcher aber bereits ein paar Jahre zuvor bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Wer oder was steckt hinter diesem Phänomen und schafft es Egon dieses Rätsel aufzuklären …?

Nach Stephen Kings "ES" gab es nur noch eine Anstellung im Vergnügungspark.

Nach Stephen Kings „ES“ gab es nur noch eine Anstellung im Vergnügungspark.

Die Story sprüht vor witzigen Ideen, die aber nicht ausgearbeitet werden. Sie begeistert mit kleinen Anspielungen und dennoch macht sich Ermüdung breit. Der Beginn dieser Storyline hat mit ziemlichen Längen zu kämpfen. Auch das, was im Verlauf an handlungsrelevanten Elementen aufgeboten wird, überzeugt leider nicht wirklich. Sieht man von dem Rätsel um Egons alten Studienkameraden ab, ist der Rest wie aus einer Ghostbusters-Zeichentrickfolge entnommen. Viele Geister, viel Action, viel Humor, aber wenig Handlung. Und dennoch zieht sich das über ganze drei Kapitel. Oder anders ausgedrückt über drei Viertel des Bandes. Selbst die bereits im letzten Band etablierte Kurzgeschichte am Ende kann nicht vollends überzeugen. Zwar entdeckt man als Leser hier Parallelen zum ersten Kinofilm, doch diese könnten auch nur als allgemeine Andeutungen durchgehen. Nichts davon könnte man als eine Art Prolog oder Ergänzung sehen. Das ist schade, denn da wäre einiges an Potenzial vorhanden, um die Kinofilme um interessante Aspekte zu erweitern, bzw. sie mit der Comic-Serie in einen direkten Zusammenhang zu bringen.

Und ich sag noch zu seiner Mutter, das die Idee mit dem Affen nicht so gut ist.

Und ich sag noch zu seiner Mutter, das die Idee mit dem Affen nicht so gut ist.

Das Artwork von Dan Shoening ist, wie bereits im ersten Band, ideal um diese Art von fantastischen Storys zu erzählen. Die Figuren sind klar an ihre Schauspielvorbilder und auch deren Versionen aus der Zeichentrickserie angelehnt und dadurch sehr gut zu erkennen. Das Charakterdesign, das wie aus einer Animationsserie wirkt, kommt auch den Geistern zugute. Dadurch sehen diese zwar wirklich eklig, aber dennoch sehr interessant und witzig aus. Weniger wie Figuren, vor denen man sich gruselt, sondern eher wie skurrile Mischungen aus Mythologie und Fantasie. Dieser Zeichenstil hat aber noch weitere Vorteile. Denn durch gezielte Übertreibungen im Artwork, nicht nur der Geister, ergibt sich dem Leser eine tiefer gehende Sicht auf die Ereignisse, ohne dass die Glaubwürdigkeit der Geschichte daran leidet.

Wer hat Angst vorm bösen Clown?

Wer hat Angst vorm bösen Clown?

FAZIT:

Band 2 hat gegenüber dem ersten Band mit einigen Schwächen zu kämpfen. Diese manifestieren sich vorwiegend in der Handlung, weniger im Artwork. Dennoch stellt sich, zumindest bei mir, in Anbetracht dessen, eine gewisse Ernüchterung ein. Mir war bewusst, dass es nach dem furiosen Start der Serie, mit all ihren Anspielungen auf die achtziger Jahre, nicht ewig so weitergehen kann. Dass aber nun schon der zweite Band schwächelt, ist enttäuschend. Gegen Ende zeichnet sich eine Wende ab, der beginnende Storybogen ist spannend und zeigt, dass Autor Erik Burnham die Ideen doch nicht ganz ausgegangen sind. Dies wird sich aber erst im nächsten Band zeigen.

Die Vergangenheit holt Egon ein.

Die Vergangenheit holt Egon ein.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2012-2013 IDW Publishing

Road Rage [Panini, September 2012]

Heute präsentiere ich euch eine Geschichte in zwei Versionen. Dennoch wird es nicht dasselbe sein. Und das nicht nur, weil es zwei verschiedene Autoren gibt …

Road Rage

Vince und Race, Vater und Sohn. Beide gehören der Bikergruppe The Tribe an und ihr Verhältnis zueinander ist alles andere als herzlich. Eher eisig. Während einer Fahrt, an deren Ende sie sich Geld wieder holen wollen, um das sie sich betrogen fühlen, kreuzt die Motorradgang den Weg eines Truckers. Anfangs scheint alles noch ein Zufall zu sein. Das Treffen an der Tankstelle und auch das Überholmanöver auf der Landstraße. Doch als der Truck kurz darauf beginnt die ersten Biker gnadenlos von ihren Maschinen zu holen und ihre Körper sehr unsanft auf der Straße zu verteilen, beginnt eine halsbrecherische Jagd um Leben und Tod, an dessen Ende es nur einen Sieger geben kann …
Ein Mann auf einer Geschäftsreise. Er hat es eilig. Plötzlich findet er sich hinter einem schleichenden Tanklaster wieder. Weil die Fahrt hinter dem Laster noch länger dauern würde, und somit der bevorstehende Termin gefährdet werden könnte, überholt er den Truck. Alles scheint in Ordnung, bis der Laster wieder hinter ihm auftaucht und den verstörten Reisenden lauthals überholt. Ab diesem Moment wird es für den Geschäftsmann gefährlich, denn der Trucker scheint es auf sein Leben abgesehen zu haben.

Ein Trucker gegen eine Gruppe von Bikern. Wer hat wohl die besseren Chancen?

Ein Trucker gegen eine Gruppe von Bikern. Wer hat wohl die besseren Chancen?

Im Grunde handelt es sich bei den beiden Stories um zweimal die mehr oder weniger gleiche Geschichte. Doch um das zu verstehen, muss ich etwas weiter ausholen. Die Basis für beide Stories bildet die Kurzgeschichte „Duell“ von Richard Matheson. In dieser wird ein ahnungsloser Handelsreisender von einem Truck grundlos belästigt und mehrfach in lebensgefährliche Situationen gebracht. Während es sich bei der zweiten Geschichte um eine direkte Adaption eben dieser Kurzgeschichte handelt, wurde die Erste von Stephen King und seinem Sohn Joe Hill neu arrangiert. Der Grundgedanke ist zwar noch immer der, dass ein Trucker eine Gefahr darstellt, aber das Opfer ist kein Handlungsreisender. Stattdessen wurde eine Gruppe von Motorradfahrern gewählt, von denen auch noch beide, wie King und Hill, eine familiäre Bindung aufweisen. Da ist es nur logisch, diese beiden Geschichten direkt gegenüberzustellen. Doch im direkten Vergleich zieht King mit seinem Sohn diesmal den Kürzeren. Das liegt aber nicht etwa daran, dass Kings Interpretation schlecht ist, sondern vielmehr daran, dass Mathesons Version einfach mehr Spannung und Tiefgang bietet. Während bei King vielmehr die Gewalt an sich im Vordergrund steht, und für jede Handlung eine Begründung gesucht wird, bleibt das Original von Richard Matheson psychopathischer und mysteriöser. Hier hat der Trucker keinen offensichtlichen Grund für sein Handeln, und auch explizite Gewaltdarstellungen sucht man hier vergebens. Die Angst und Dramatik spielt sich vielmehr im Kopf ab.

Hier spielt sich die Angst im Kopf ab.

Hier spielt sich die Angst im Kopf ab.

Visuell ist der Band auf ganzer Linie ein wahres Highlight. Sowohl die grafische Umsetzung der King-Adaption von Nelson Daniel als auch das von Rafa Garres visualisierte Original überzeugen mit vielen Details und stimmungsvollen Bildern. Bei der Version von King, „Vollgas“, bestimmen klar strukturierte Linien und große Flächen das Gesamtbild. Schatten und Abstufungen werden hierbei vor allem durch die Koloration erzeugt. Dem gegenüber steht „Duell“ von Matheson. Hier sind die Bilder wesentlich düsterer und zeugen von einer gewissen Verzweiflung, die den Hauptdarsteller David Mann von dem Moment an begleitet, an dem sich sein Weg mit dem des Truckers kreuzte. Und dies schafft Rafa Garres mit seinem kantigen Stil perfekt einzufangen. Das bewirkt er vor allem durch sehr viele Schraffuren, ungewöhnlich viele Linien in verschiedenen Strichstärken, und nur sehr wenig freien Flächen. So unterschiedlich, wie die Geschichten trotz der gemeinsamen Basis sind, so verschieden sind auch die Grafikstile.

Die Beweggründe bleiben bei "Duell" ungeklärt.

Die Beweggründe bleiben bei „Duell“ ungeklärt.

FAZIT:

Auch wenn man streng genommen zweimal das Gleiche vorgesetzt bekommt, stellt sich keine Übersättigung ein. Dies liegt vor allem darin, das die erste Geschichte, die Version von Hill/King, eher eine Art Vorspeise darstellt. Duell hingegen ist dann das eigentliche Hauptgericht und das schmeckt vorzüglich. Wenn man dann noch Lust auf eine Nachspeise hat, kann man sich die zusätzlichen Texte von Stephen King, Joe Hill und Chris Ryall zu Gemüte führen, die den Band als Gesamtwerk sehr gelungen abrunden. Dieser Band ist eine Empfehlung für alle Fans des gepflegten Grusels. Vor allem wenn es darum geht, abseits der reinen Splatter und Gore-Genres, gut unterhalten zu werden.

Bei Vater/Sohn, King/Hill, geht es schon deutlicher zur Sache.

Bei Vater/Sohn, King/Hill, geht es schon deutlicher zur Sache.

„Road Rage“ bei Panini Comics bestellen.
„Road Rage“ bei Amazon bestellen.

Hive-VerweisCopyright aller verwendeten Bilder © 2011/2012 IDW Publishing/Panini

Danger Girl: Revolver [Dani Books, Februar 2013]

Heute möchte ich mich einem neuen Verlag und seiner ersten deutschsprachigen Publikation widmen. Der Verlag von Jano Rohleder hört auf den schönen Namen DaniBooks und hat sich doch glatt die Lizenz der Danger Girls von IDW Publishing geschnappt …

Danger Girl: Revolver

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Teenage Mutant Ninja Turtles Vol. 2 “Enemis Old, Enemys New” [IDW, Juli 2012]

Lange ist es her, dass ich euch den ersten Band vorgestellt habe. Doch heute ist es endlich soweit und ihr bekommt die Review zum zweiten US-Band der neuen Teenage Mutant Ninja Turtles Comicserie von IDW …

Teenage Mutant Ninja Turtles Vol. 2
“Enemis Old, Enemys New”

Endlich sind die vier Brüder wieder vereint und schon tauchen ganz neue graue Wolken am Horizont auf. Niemand anderes als ihr alter Feind Big Hob taucht mit neuen Hilfsmitteln auf, die Baxter Stockman entworfen hat. Die fiesen kleinen Viecher hören auf den schönen Namen Minefield Ordnance Unarming System Enhanced Robots oder eben kurz M.O.U.S.E.R. Mit diesen nervigen und gefährlichen Robotern taucht Big Hob im Versteck der vier grünen Panzerninjas auf und stiftet einiges an Unruhe. Doch auch April O’Neill macht neue Bekanntschaft. In diesem Fall mit einem jungen Mann, namens Casey Jones, und lässt sich in Selbstverteidigung unterrichten.
Auch die Turtles haben kurz zuvor etwas Neues erfahren. Denn Splinter offenbart ihnen, dass sie alle 5 sich schon seit viel längerer Zeit kennen. Denn Splinter ist der wiedergeborene Hamato Yoshi und die vier Turtles sind die Reinkarnationen der damals durch seinen Erzfeind ermordeten Söhne. Eine schicksalhafte Fügung hat eben diese fünf Seelen im modernen New York wieder vereint …

Hamato Yoshi im alten Japan.

Immer mehr bekannt wirkende Situationen werden aufgegriffen, so das man das Gefühl nicht loswird, dies schon einmal gelesen zu haben und dennoch bleibt die Serie neu, frisch und eigenständig. Ein wenig verstörend wirkt im ersten Moment die Tatsache, dass die Turtles und Meister Splinter in einem früheren Leben einmal Vater und Söhne gewesen sein sollen. Dennoch muss ich sagen, dass eben genau dies, der Geschichte eine neue Dimension der Tiefe verleiht. In der klassischen Serie wurden die Charaktere einfach so hingeklatscht und niemand hat sich gefragt, wieso und weshalb diese so gehandelt haben. Hier wurde versucht, dem eine neue Basis zu geben.
Für manch einen mag dies zu spirituell, mystisch oder einfach nur fehlplatziert sein, doch für mich persönlich ist es dagegen eine Bereicherung, die noch einiges an Möglichkeiten bietet. Immerhin wurde so wirklich eine Basis geschaffen, um das Zusammengehörigkeitsgefühl der fünf Hauptprotagonisten zu schaffen.

Die Brüder bekommen ihre Farben.

Zeichnerisch bietet auch dieser Band wieder feinste Kost. Noch immer gefällt mir der skizzenhafte und „dirty“ wirkende Zeichenstil sehr gut. Zusammen mit der inzwischen etwas dezenteren Computerkolorierung ergänzen sich die Bilder von Dan Duncan und die Farben von Ronda Pattison einfach nur ideal. Auch die Zwischensequenzen im feudalen Japan von Mateus Santolouco sind mit ihrem sehr filigranen Strich eine willkommene Abwechslung. Einzig seine Gesichter sehen ein wenig seltsam aus. Ob es nun an den etwas verformten Gesichtszügen liegt, oder an den aufgezwungenen Emotionen, kann ich persönlich nur schwer erfassen, aber wenn man von diesem Kritikpunkt absieht, sind die Bilder sehr stimmungsvoll.

Zwei Brüder auf Pizza-Fang.

FAZIT:

Auch wenn der zweite Band von der Gesamtstimmung wesentlich düsterer und ernster daherkommt, als noch der erste Band, so weiß auch Enemys Old, Enemys New wieder auf voller Linie zu überzeugen. Die Basis für folgende Abenteuer wird vertieft und es wird ein gewisses familiäres Gefühl erzeugt. Außerdem werden Weichen gestellt, gerade in Bezug auf die Beziehungen zwischen April, Casey und den Turtles, die noch von Relevanz sein dürften. Des Weiteren sorgt auch das Auftauchen von Kraang für ein angenehmes Bauchkribbeln und schafft eine neue Spannung über die möglicherweise noch kommenden Handlungsbögen. Es ergeben sich Möglichkeiten ohne Ende über die Fortführung der Geschichte und als Leser fragt man sich, was Kevin Eastman und Tom Waltz noch in der Hinterhand haben.

Leo braucht dringend Hilfe.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2012 IDW Publishing

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24 – Der offizielle Comic zur TV-Kultserie [Cross Cult, Dezember 2006]

Nach Fringe, Human Target und Supernatural widme ich mich heute einer weiteren Serienadaption. Diesmal ist Jack Bauer dran und seine arbeitsreichen Tage, auch unter „24“ bekannt…

24 – Der offizielle Comic zur TV-Kultserie

Drei Geschichten rund um Jack Bauer die jeweils einen Tag widerspiegeln.
„Die letzte Kugel“ spielt direkt vor der ersten Staffel. Jack kommt zur CTU und wird dort eingearbeitet. Dabei erhält er einen Auftrag bei dem er einen Zeugin schützen soll die aus der IRA ausgetreten ist. Schnell haben sich aber die Kämpfer der IRA an ihre Fersen geheftet und für Jack beginnt der „erste“ längste Tag seines Lebens…
In „Mitternachtssonne“ hat sich Jack undercover bei einer Umweltterrororganisation eingeschlichen die mit einem großangelegten Terrorangriff die Erdölindustrie schwächen wollen. Dabei schrecken sie auch vor Mord nicht zurück. Doch zuerst muss sich Jack beweisen, um an diesem Auftrag überhaupt teilnehmen zu dürfen…
Zuletzt spielt „Stufen“ direkt vor Staffel 3 und Jack befindet sich undercover bei Salazars. Diese beauftragen ihn und ein paar Andere in einem Hotel in Los Angeles einen Komplizen mit einer sehr wichtigen Fracht abzuholen, als dieses Hotel ausgerechnet von ein paar Tschetschenischen Widerstandskämpfern übernommen wird und sich dort zu aller Unglück auch noch die Aussenminister der USA und Tschetschenien aufhalten…
[b]FAZIT:[/b]
24 als Comic? Kann das funktionieren?
Ja es kann. Aber leider nicht bei allen drei Geschichten.
Während die erste noch dynamisch, spannend und mit tollen Zeichnungen daherkommt, fällt die zweite Geschichte trotz der Tatsache das es das gleiche Team ist, schon enttäuschender daher. Die dritte Story fällt dabei dann komplett aus dem Rahmen. Die Geschichte ist toll und spannend, wird aber dank sehr schlechter Photoshopzeichnungen und mäßig eingepassten Fotos massiv nach unten gezogen.
Insgesamt ein nur mittelmäßiger Band der in dieser Form zu recht einzigartig geblieben ist. Wäre die Qualität wenigesten auf dem gleichen Niveau geblieben, dann wäre evtl. auch ein zweiter Band möglich gewesen, aber dieses Manko hat der „Reihe“ (vermutlich auch in den USA) das Genick gebrochen. Von daher ist es ähnlich wie bei der Kultserie, die bereits nach den ersten beiden Staffeln arg zu schwächeln begonnen hat.

„24 – Der offizielle Comic zur TV-Kultserie“ bei Cross Cult kaufen.
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Teenage Mutant Ninja Turtles #1: Change is Constant [Idea & Design Works Publishing, Februar 2012]

Mit meinem heutigen Artikel wende ich mich einer Serie zu, die es wohl leider nicht nach Deutschland schaffen wird. Es handelt sich um die neue Ongoing der Teenage Mutant Ninja Turtles beim amerikanischen IDW (Idea & Design Works) Verlag. Zwar hatte ich schon seit dem Start der Microseries mit dem Gedanken gespielt mir die Hefte zuzulegen, jedoch sind die Heftpreise bei IDW nun mal leider auch nicht von schlechten Eltern. Deshalb entschied ich mich zu warten bis entweder ein Trade auf den Markt kommt, oder sich mir die Chance bietet an einen Stapel Hefte zu einem günstigen Preis zu kommen.
Nun hat IDW zum Glück im Februar begonnen die ersten vier Hefte gesammelt in einem wunderschönen Trade mit Lackpapier und geprägtem Cover zu veröffentlichen. Für mich als alter Turtles-Fan der (fast) ersten Stunde (oder wie man es auch nennen mag direkt nach der Wende) war und ist dies natürlich die ideale Möglichkeit mit meinen grünen Helden aus der Jugend neue Abenteuer zu erleben. Zwar besitze ich neben den wirklich wundervollen Condor-Alben mit den ersten Ausgaben und One-Shots der allerersten Mirageserie, noch ein paar wenige nachfolgende Ausgaben (Image, Dreamworks), aber leider nichts komplett, so das diese allesamt noch ungelesen sind.
Aber nachdem ich nun vorgestern dieses erste Trade endlich im Briefkasten hatte musste ich es natürlich auch sofort lesen. Deshalb habe ich (wie schon beim Ultimate Fallout) einen Tag nach Erhalt das gute Stück gelesen und präsentiere euch heute nun meine Erfahrungen und mein Fazit.

Teenage Mutant Ninja Turtles #1: Change is Constant

…kühl analysiert und bedacht…

Alles beginnt mit einem merkwürdigen Aufeinandertreffen von drei Riesenschildkröten, einer riesigen menschenähnlichen Ratte und einer menschlichen Katze die ein „Rudel“ an Menschen anführt.

…militant diszipliniert und präzise..

Nach ein paar beidseitigen Beleidigungen kommt es dann auch schon zum Kampf und die Turtles zeigen dabei ihr volles Repertoire an Kampfkünsten. Auch Splinter greift in den Kampf ein um ihn zu einem siegreichen Ende (zumindest aus der Sicht der Turtles) zu führen.

…absurd unorthodox und sorgenfrei…

Doch warum kämpfen diese beiden Gruppen gegeneinander? Woher rührt diese offenbar unbändige Hass der beiden Gegnergruppen ins Gesicht geschrieben steht? Und gibt es eventuell eine Verbindung zwischen diesen beiden Gegnern?

15 Monate vorher schien noch alles in Ordnung zu sein. Die damals noch vier jungen kleinen Schildkröten befanden sich in einem Terrarium innerhalb einer wissenschaftlichen Einrichtung. Dort wird mit neuen Substanzen experimentiert die Mutationen und Superkräfte hervorrufen sollen um damit Kämpfer zu züchten für irgendwelche dubiosen Kriegsgefechte.

Leonardo, Donatello, Raphael und Michelangelo…
…so süß!

Die gerade neu zum Team dazu gestossene und vollkommen unbedarfte April O’Neil wird in ihr Aufgabengebiet eingewiesen und den kleinen süßen Schildkröten vorgestellt. Ab sofort hat sie auch die Verantwortung über diese kleinen Wesen und ihre erste Aufgabe ist es ihnen Futter zu geben.

Splinter…
…der Beschützer.

Als April die kleinen Schildkrötenbabys füttern möchte sieht sie sich jedoch einer ihr angsteinflössenden Ratte gegenüber, die vom Laborleiter jedoch als harmlos eingestuft wird. Vielmehr ist „Splinter“ genau wie die kleinen Schildkröten Teil eines Experimentes.

Wieder in der Gegenwart begegnen wir einer weiteren dieser großen Schildkröten, welche aber offenbar ziellos und verwirrt durch die Gassen irrt. Sie ernährt sich aus Mülltonnen und von allem was sie an Essbaren findet.

„Lass den Jungen los…“

Als diese jedoch an einem Haus vorbeikommt und dort einen handfesten Streit zwischen einem Jungen und seinem Vater mitbekommt muss sie einschreiten. Der Turtle tritt die Tür ein und legt sich auch sofort mit dem Vater an der seinen Jungen offenbar verprügeln will. Nach einem kurzen aber heftigen Fight flüchtet der Vater und lässt seinen Sohn mit diesem mutierten Etwas alleine zurück.

Die holde Maid April in Nöten…

Erneut 15 Monate zuvor passiert derzeit folgendes, nachdem sich April ein wenig an ihrer neuen Arbeitsstelle eingelebt hat. Bei einer Spätschicht dringen zwei Samurai in das Forschungslabor ein und bemächtigen sich nicht nur einer der neuen Mutationssuperseren, sondern auch der vier niedlichen Babyschildkröten. April schafft es zwar sich einigermaßen gegen einen der Samurai zu wehren, hat aber effektiv keine Chance. Zum Glück ist aber noch Splinter da, der geistesgegenwärtig den Feueralarm auslöst und somit die Gegner in die Flucht treibt.
Doch leider flüchten die beiden Samurai nicht ohne ihre Beute. Mit einem kleinen Sack in dem sich das Mutationsserum sowie die vier Schildkröten befinden machen sich die zwei Samurai auf den Weg über die Dächer das Weite zu suchen. Nur Splinter kann dem nicht tatenlos zusehen und greift todesmutig einen der Samurai an. Dieser lässt daraufhin nicht nur Splinter fallen, sondern auch seine Beute. Alle zusammen stürzen in die Tiefe.

Die Trennung von der Gruppe…

Nachdem Splinter nach diesem Sturz wieder zu sich kommt findet er sich und „seine“ Turtles in dem Mutagen wieder, doch einer seiner Schützlinge fehlt. Eine Katze hat an diesem kleinen Leckerbissen Interesse angemeldet und versucht ihn in Sicherheit zu bringen.

„Gehen wir die Stadt säubern und ein bisschen Spaß haben.“

Zwischenzeitlich habe sich in der Gegenwart das Opfer häuslicher Gewalt, welches auf den Namen Casey Jones hört, und die unbekannte Schildkröte Freundschaft geschlossen. Gemeinsam wollen sie nun durch die Straßen ziehen und für ein wenig Ordnung sorgen. Dabei erklärt Casey seinem neuen Freund auch weshalb er seine Hockeymaske trägt, wobei er dies ein wenig lapidar mit seinem „Hockey-Ding“ umschreibt und ein paar kleinerer Probleme die während des Spiels auf der Highschool deswegen hatte. Ausserdem offenbart sich Casey weshalb er trotz seiner kämpferischen Fähigkeiten nicht gegen seinen gewehrt hatte.

Manche Dinge ändern sich zum Glück nie!

Auch die drei Turtles welche sich bereits zu Beginn gegen den Kater und seine Truppe gewehrt hatten offenbaren einiges aus ihrer Vergangenheit. Diese drei sind die zwischenzeitlich mutierten Babyschildkröten und sie sind noch immer auf der Suche nach ihrem verschollenen Bruder der vor 15 Monaten von einer Katze aus der Gruppe gerissen wurde.
Hier schließt sich dann auch endlich der Kreis. Denn der einsame Turtle ist niemand geringeres als der verschollene „Bruder“ und als der damalige Kater, der ebenfalls durch die Berührung mit dem Mutagen seine menschliche Form erhielt, von seiner „alten“ Beute erfahren hat will er sich natürlich rächen. Er greift den Turtle und seinen Freund Casey Jones an um sich dessen zu entledigen.
Doch es naht Hilfe in Form der restlichen drei Turtles. Schnell schaffen es die Vier ihre Gegner in die Flucht zu schlagen und ihren verlorenen Bruder nach Hause zu bringen.

Die Familie endlich wieder vereint.

Im Versteck wartet auch schon Splinter und kann es kaum fassen das seine vier „Söhne“ nun endlich vereint sind. Ab sofort sind sie wieder komplett.
Leonardo, Donatello, Michelangelo und Raphael.

Die Teenage Mutant Ninja Turtles.

FAZIT:
The Turtles are back! Für mich als alter Fan ist es natürlich etwas besonderes seine Jugendhelden wieder für sich zu entdecken. Umso skeptischer ist man natürlich wenn eine neue Origin den oder die Helden neu charakterisieren soll. Aber es gefällt mir bisher. Die „neue“ Origin ist frisch und dennoch ein wenig bekannt. Viele Figuren die Fans bereits aus der Vergangenheit kenne tauchen hier bereits auf, auch wenn sie andere Berufe oder Hintergründe haben.

Falsch… einfach nur falsch! 😀

Was ebenfalls für alte Fans wunderschön ist sind die vielen kleine und manchmal auch offensichtlichen Anspielungen auf die Comic- und TV-Vergangenheit der Turtles.

Was leider noch fehlt ist die etwas bessere Charakterisierung der Hauptfiguren. Alle vier Turtles und auch Splinter wirken noch ein wenig flach und leblos. Die Beweggründe für das Handeln, sowie die Grundlagen ihrer kämpferischen Fähigkeiten fehlen vollkommen. Aber vielleicht offenbart sich dies dann im nächsten Trade.
Weniger leblos wirken dafür die Zeichnungen. Ihr rauher Stil und die Anlehnung an die alten Zeichnungen von Eastman und Laird wirken trotz der Computerkolorierung fast vertraut, wenngleich ich sagen muss das mir die Kolorierung der alten Condor-Alben noch einen Tick besser gefiel. Zu oft merkt man bei diesen neuen Abenteuern das der Computer geholfen hat und zu oft stehen einige der Computereffekte dem „rough & dirty Style“ der Zeichnungen, die stellenweise sehr Skizzenhaft wirken, im Weg. Aber gerade dieses Skizzenhafte bringt auch eine gewisse Dynamik mit sich, die durch die manchmal etwas schlampig wirkende Koloration verstärkt wird.
Insgesamt ist diese neue Serie zwar keine Offenbarung, aber das waren die Turtles Comics noch nie wirklich. Leider kommt sie auch noch nicht an das Feeling und den Charme der ersten Serie von Mirage heran, bietet aber dennoch gelungen und kurzweilige Unterhaltung die einfach nur Spaß macht. Ich hoffe auch das in zukünftigen Ausgaben das lockere welches früher immer von Mikey ausgestrahlt wurde wieder mehr zum tragen kommt, da gerade Mikey in diesem ersten Trade von seiner Handlung gelegentlich ein wenig Out of Character war, vor allem wenn er als besonnenerer Kopf Streitereien zwischen Leo und Donnie schlichtete.
Ich werde der Serie auf jeden Fall erstmal treu bleiben, da sie mir genau das geboten hat was ich erwartet habe. Humorvolle, spannende Unterhaltung mit meinen vier Lieblingsschildkröten.

Wie bei IDW (und Avatar) ja inzwischen fast üblich, wurde auch diese neue Serie mit einem Haufen an Variantcovern beglückt. Allein die Nummer 1 kam mit stattlichen 11 Covern daher. Hier abgebildet seht ihr nun das Double-Gatefold-Variant welches als Grundlage die Vier Einzelvarianten (Cover A bis D) als ausklappbares 4-seitiges Cover zeigt.

In dem Sinne macht sich der Titel das Trades, frei übersetzt, ganz gut als Motto der neuen Serie.
„Veränderung ist die einzige Konstante.“

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