Asterix Review Special (25): Der grosse Graben

5. November 1977. Als er von einer Reise in die Provinz nach Hause zurückkehrt, findet Albert Uderzo Ada in Tränen aufgelöst. René ist tot. Es ist furchtbar und kommt völlig unerwartet.
„Der Schock war entsetzlich. Sprachlos und keiner Gedanken fähig, schloß ich mich mit meinem Schmerz und meiner Trauer ein. Meine Frau und meine Tochter hielten die Journalisten von mir fern, die etwas über meine Reaktion und Gefühle erfahren wollten. Einige wollten unbedingt eine Zeichnung vom tränenumflorten Asterix auf der Titelseite bringen. War nicht Micky Maus einige Jahre zuvor das Vorbild? Aber diesmal mochte ich Mickys Beispiel nicht folgen.“ (1) so schreibt Albert Uderzo in „Uderzo – Der weite Weg zu Asterix“ über den Tod seines Freundes.

Bild aus „Der weite Weg zu Asterix“ © Ehapa Verlag

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Asterix Review Special (24): Asterix bei den Belgiern

Werbeanzeigen für den 24. Band.
Links die französische Ausgabe, rechts die Deutsche.

Am 14. April 2013 ging das erste Asterix Review Special online. Inzwischen sind fast zwei Jahre vergangen und ich habe euch mit großer Regelmäßigkeit jeden Monat ein neues Special präsentiert. Mit vielen Hintergrundinfos und eigens angefertigte Scans habe ich versucht, aus jedem Review Special etwas Besonderes zu machen. Dies wird sich auch in Zukunft nicht ändern, wenngleich es bei dem heute vorgestellten Band zu massiven Veränderungen kam. Denn „Asterix bei den Belgiern“ ist der letzte Band, der gemeinsam von René Goscinny und Albert Uderzo geschaffen wurde. Doch das dies nicht so einfach war, ist vielen nicht bewusst gewesen. Darum möchte ich euch heute einen kleinen Einblick in die Probleme geben, welche die Veröffentlichung des 24. Abenteuers der beiden Gallier damals begleiteten. Weiterlesen

Asterix Review Special (23): Obelix GmbH & Co. KG

Im 23. Abenteuer der beiden Gallier gibt es gleich in mehrfacher Hinsicht etwas zu feiern. Da wäre nicht alleine Obelix‘ Geburtstag, sondern auch der Punkt, dass es der manchmal etwas naive Freund von Asterix zum ersten Mal mit seinem Namen auf das Cover und in den Titel einer Geschichte gebracht hat. Und das nicht nur beiläufig, sondern ganz alleine und in voller Pracht. In Frankreich kam „Obélix et compagnie“ in der Nummer 598 vom „Le Nouvel Observateur“ am 25. April 1976 zum Vorabdruck und lief bis zur Ausgabe 604 vom 6. Juni 1976. Noch währenddessen, oder fast zur gleichen Zeit zumindest, veröffentlichte Dargaud das Album zusätzlich mit einer Startauflage von 1,35 Millionen Exemplaren. Weiterlesen

Asterix Review Special (22): Die große Überfahrt

Thomas AvaWie jeden Monat, so gibt es auch heute wieder ein Asterix Reviewspecial. Nur dieses Mal möchte ich nicht einfach so loslegen und euch mit interessanten Hintergrundinfos überfallen. Nein, diesmal möchte ich die Zeit nutzen, um ein wenig ernsthafter zu werden. Wie viele (wenn nicht sogar alle) von euch mitbekommen haben, gab es am letzten Mittwoch in Paris einen Terroranschlag. Drei bewaffnete Männer drangen in die Redaktionsräume der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo ein und töteten zwölf Menschen. Dieser feige Anschlag auf die Presse und Meinungsfreiheit hat weltweite Bestürzung hervorgerufen. Aber auch Albert Uderzo, der Cabu immerhin seit 53 Jahren kannte, machte seinen Gefühlen Luft. Er zeichnete ein Bild, welches seine Emotionen widerspiegelte. Doch aufgrund der doch sehr offensichtlichen Bildsprache, in der Asterix einen Mann in Schuhen, die nach Morgenland aussehen schlägt, wurde zuerst ein anderes Bild verbreitet, welches Uderzo bereits zum Tod seines Freundes René Goscinny anfertigte und weitaus friedlicher aussieht. Beide Bilder möchte ich euch dennoch nicht vorenthalten.

Links: Das erste Bild, welches um die Welt ging
Rechts: Das eigentliche Original zum Anschlag

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Asterix Review Special (21): Das Geschenk Cäsars

Im Oktober 1973 gibt Albert Uderzo ein paar Einblicke in das neue kommende Asterix-Abenteuer mit dem Originaltitel „Le Cadeau de César“. Dabei beschreibt er dessen Inhalt mit folgenden Worten: „Cäsar schenkt seinen Legionären Ländereien in den Kolonien. Um sich an einem Trunkenbold von Legionär zu rächen, gibt Cäsar ihm ein gallisches Dorf. Welches, das können Sie sich vorstellen … Im Rausch wechselt der Legionär bei einem Gastwirt seine Besitzerplakette gegen Wein ein. Der Wirt, seine Frau und ihre Tochter kommen darauf ins gallische Dorf, wo sich jeder über sie lustig macht, nachdem sie von ihrem Anliegen erfahren haben. In der Folge kommt es dann zu zahlreichen deftigen Überraschungen. An dieser Stelle höre ich aber besser auf, da ich ein schlechter Erzähler bin und riskiere, die ausgezeichnete Geschichte von Goscinny zu verderben.“ Weiterlesen

Asterix Review Special (20): Asterix auf Korsika

Wir schreiben den 4. Januar 1973, als in Ausgabe Nummer 687 das neue Abenteuer von Asterix zum ersten Abdruck kommt. Warum ich das so monumental einleite, fragt ihr euch?
Dies hat zwei Gründe.
Zum einen handelt es sich bei „Asterix auf Korsika“ („Asterix en corse“ im Original) um das inzwischen zwanzigste Abenteuer des kleinen Galliers und das wollen Rene Goscinny und Albert Uderzo natürlich gebührend feiern. Doch dazu später mehr. Es ist aber auch das letzte Abenteuer, welches in der Jugendzeitschrift Pilote zum Vorabdruck gelangt. Diese Entwicklung zeichnete sich schon seit geraumer Zeit ab und so war die Entscheidung Asterix aus dem Magazin zu nehmen nur eine logische Konsequenz, die dem weiteren Erfolg der Gallier jedoch keinen Abbruch tat. Noch im gleichen Jahr wird das Abenteuer von Dargaud mit einer Erstauflage von 1,3 Millionen Exemplaren veröffentlicht. In Deutschland wurde den Lesern erstmals in den Ausgaben 9 bis 23 von MV Comix des Ehapa Verlages das korsische Abenteuer präsentiert, bevor es zwei Jahre später, 1975, als großer Asterix-Band XX veröffentlicht wurde. Weiterlesen

Asterix Review Special (19): Der Seher

Wie bereits in der Einleitung zum Sailor Moon Crystal Review erwähnt, musste das Asterix Review-Special ebenfalls wegen mangelnder Konnektivität zum internationalen Computernetzwerk, kurz Internet oder WWW verschoben werden. Aber besser spät, als nie und wenn es nicht wieder Probleme geben sollte, wird es im nächsten Monat alles wie gewohnt laufen. Aber erstmal ist jetzt Band Nr. 19, der Seher an der Reihe …

Pilote Nummer 652 vom 4. Mai 1972

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Asterix Review Special (18): Die Lorbeeren des Cäsar

Asterix ist nicht erfreut über seine bevorstehende Aufgabe.

„Asterix kehrt zurück, um die Lorbeeren von Cäsar zu ernten“. So kündigt sich das neueste Abenteuer des kleinen cleveren Galliers auf der 621. Ausgabe der Jugendzeitschrift Pilote vom 30. September 1971 an. Schon das Titelbild jener besagten Ausgabe zeigt einen grimmigen Asterix, vor einer Zeichnung des antiken Roms aus der Luft. Warum und weshalb Asterix jedoch so wütend ist, dazu später mehr. Weiterlesen

Asterix Review Special (17): Die Trabantenstadt

Pilote Nummer 591 vom 4. März 1971

Mit Ausgabe 591 vom 4. März 1971 startet nicht nur das neue Abenteuer „Le domaine des dieux“ in Pilote, sondern es gibt auch noch eine Änderung am Titel des Heimatmagazins von Asterix und Obelix. Bisher erschien Pilote mit dem Zusatz „Das Journal von Asterix und Obelix“, jetzt aber warb man mit „Das Journal, das unterhaltsam reflektiert“. Trotz dieser gewissen Distanzierung, welche sicherlich eine Folge der Streitigkeiten zwischen Goscinny/Uderzo und der Redaktion von Pilote waren, welche Goscinny bereits ganz vorsichtig in Streit um Asterix andeutete, waren die Abenteuer der beiden Gallier noch immer das Zugpferd des Magazins geblieben und so erfolgte der Abdruck als Fortsetzung bis zur Ausgabe 612 vom 29. Juli 1971. Noch im selben Jahr wurde der Band als Siebzehnter der Asterix-Serie bei Dargaud veröffentlicht. Weiterlesen

Asterix Review Special (16): Asterix bei den Schweizern

„Bei uns ist alles Harmonie!“ mit diesem Satz, der natürlich eine Anspielung auf das vorangegangene „Streit um Asterix“ ist, wird am 9. Juli 1970 in der 557. Ausgabe von Pilote sinnbildlich das neue Abenteuer der beiden gallischen Widerstandshelden eingeläutet. Logischerweise ist die Disharmonie der letzten Geschehnisse noch nicht vollständig aus dem Weg geräumt, was auch das Titelbild der besagten Pilote-Ausgabe deutlich macht, indem es einen vergrößerten Bildausschnitt des vierten Panels der zweiten Seite zeigt. Zu sehen sind hier Asterix und Obelix, die ihren Chef Majestix etwas unausgeglichen auf seinem Schild transportieren. Diese Szene wurde auch später in einem der Asterix-Filme aufgegriffen. Zum ersten Mal ist übrigens in diesem Band Obelix beim Polieren seiner Hinkelsteine zu sehen. Eine Tätigkeit, die nicht ganz unbewusst bereits eine Anspielung auf die zukünftigen Schweizer Freunde und deren Reinlichkeit sein soll, und später immer wieder zum Einsatz kommen wird. Weiterlesen