Ma-Co-Re-Mix (Vol. 10) (Spider-Man, Der Avenger Nr. 3 & 4)

Mit dem heutigen Marvel Comics Review Mix widme ich mich den nächsten beiden Ausgaben der unterhaltsamen Team Up-Serie mit Spider-Man und seinen Marvel Comic-Kollegen.

MaCoReMix

Spider-Man, Der Avenger Nr. 3 [Dezember 2012]

Peter erkennt, dass er mit Steve Rogers eine Gemeinsamkeit hat. Doch nicht etwa die, dass beide Superhelden sind, sondern vielmehr, dass beide in ihrer Jugend Außenseiter waren und einem Hobby frönten, welches sie bei ihren Mitschülern nicht beliebter gemacht hat. Als er jedoch versucht seinem Idol mit eben dieser Gemeinsamkeit näher zu kommen, geht sein Plan nach hinten los und Captain America distanziert sich von Spider-Man. Vorerst zumindest …
Danach muss sich Spider-Man zusammen mit She Hulk einer alten mystischen Katzengottheit stellen. Diese befreite sich nach einem missglückten Diebstahl, den die beiden Helden gemeinsam verhindern konnten und versucht nun New York mithilfe einer leicht mutierten She Hulk mit Katzenschwanz zu beschützen. Doch Spider-Man hat andere Pläne und muss mit einem ziemlich ungewöhnlichen Trick versuchen, die Gottheit Bastet zu besänftigen …

Dass Captain America das große Vorbild von Spider-Man ist, sollte langjährigen Lesern kein Geheimnis mehr sein. Doch selten wurde eine Geschichte derart emotional erzählt, ohne dabei zu sehr auf die Tränendrüse zu drücken. Die Art und Weise, wie sich die beiden Heldenkollegen näher kommen, ist sehr interessant und faszinierend zugleich. Obwohl beide so viele Unterschiede haben, Welten und vor allem Jahrzehnte sie trennen, finden sie dennoch eine gemeinsame Basis. Und dies, ohne lächerlich zu wirken. Wenigstens gegen Ende hin. Doch bis es soweit kommt, nutzt Autor Zeb Wells die Chance einige Spider-Man-typische Pointen zu verschießen. Die Umsetzung durch Leinil Francis Yu ist gelungen, wenngleich mich die Art wie er Gesichter zeichnet, immer noch ein wenig verstört. Oftmals sehen seine Figuren krank aus, was aber auch ein wenig an der Koloration liegt.
Ein wenig ähnlich ist es mit der Geschichte an der Seite von She Hulk. Nur, dass mich dort weniger die Zeichnungen stören. An denen habe ich nämlich rein gar nichts auszusetzen, was vor allem daran liegt, dass einer meiner Lieblingszeichner Stuart Immonen hier sein Talent erneut unter Beweis stellen durfte. Vielmehr bin ich von der gefühlskalten Jennifer Walters alias She Hulk enttäuscht. So wie sie hier mit Spider-Man umspringt, bin ich es von ihr überhaupt nicht gewohnt. Vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass mal wieder die gewisse Zeit im Monat angebrochen ist, an der so manche Frau nicht so gut auf die männliche Umwelt zu sprechen ist.* Anders lässt sich dieses Verhalten, welches ihr Autorin und Ehefrau Kathryn Immonen hat angedeihen lassen, nicht erklären.

FAZIT:

Zwei Abenteuer, wie sie nicht unterschiedlicher hätten sein können, füllen diese Ausgabe. Zum einen eine ruhige und sehr emotionale Geschichte, die zwei Personen einander näher bringt, die sich zwar gegenseitig anerkennen und teilweise sogar verehren, aber sonst oberflächlich betrachtet, nicht viel gemeinsam haben. Und auf der anderen Seite eine Story, die vor Action, skurrilen Ideen, ungewöhnlichen Gegnern und imposanten Bedrohungen und Gefechten nur so strotzt. Dennoch bleibt nach dem Lesen ein gutes und befriedigendes Gefühl, das einem sagt: „Du wurdest gut unterhalten, und zwar auf allen Ebenen.“

* Ihr lieben weiblichen Leser meines Blogs. Ich hoffe inständig, dass diese Aussage von keinem als Angriff oder frauenfeindliche Einstellung aufgefasst wird. Wer die Ausgabe gelesen hat, und She Hulk aus früheren Auftritten kennt, wird womöglich eine ähnliche Vermutung anstellen, zumal Spider-Man sich nicht wirklich anders verhält, als sonst. Dennoch möchte ich mich vorsorglich entschuldigen, für den Fall, dass sich jemand angesprochen und auf den Schlips getreten fühlt.

Spider-Man, Der Avenger Nr. 4 [Februar 2013]

Peter Parker findet sich in Unterhosen in seiner alten Schule wieder. Umzingelt von den Albträumen seiner Kindheit und Face-to-Face mit DEADPOOL! Aber wie kann das sein? Schnell zeigt sich, dass die Geschehnisse ein Traum sein müssen, und so bahnen sich Spider-Man und Deadpool einen weg in die Realität. Doch von der vierten Traumebene aus, ist das ein langer und sehr unwirklicher Weg mit vielen wirklich bescheuerten Begegnungen. Aber auch nachdem Spider-Man sich endlich wieder in der Wirklichkeit befindet, scheint der Wahnsinn nicht zu enden. Denn neben Deadpool, der sich auch noch als Verräter entpuppt, steht ihm der Hypno Hustler gegenüber. Ob das gut geht …?

Okay. Wie so manch einem inzwischen bekannt sein dürfte, bin ich kein großer Fan von Deadpool. Doch wie schon bei dem „100% Marvel Band: Deadpool – Die Wette“, kann es manchmal und im Zusammenspiel mit Spider-Man durchaus witzig werden. So auch im vorliegenden Team Up, in dem sowohl Deadpool, als auch Spider-Man in Hochform auflaufen. Dies liegt aber weniger an den Figuren an sich, als vielmehr an der sehr gelungenen Zusammenarbeit zwischen Autor und Zeichner. Als Autor durfte sich der in Amerika sehr bekannte Schauspieler und Comedy-Autor Kevin Shinick austoben. Und dieser zieht wirklich alle Register. Nicht nur inhaltlich serviert er ein abgefahrenes und dennoch irgendwie verstörendes Abenteuer, welches aber wahnsinnig begeistert. Auch bei der visuellen Umsetzung scheint er seine Finger im Spiel gehabt zu haben. Oder wenigstens waren seine Angaben zu dem, was in den Panels auftauchen sollte und wie es auszusehen hat, sehr genau.
Denn was der Zeichner Aaron Kuder hier abliefert habe ich in dieser Form bisher in keinem Mainstreamtitel sehen dürfen. Vielmehr erinnert vieles an die Independent und Undergroundszene der 60er und 70er Jahre. Figuren ohne Augen, mit dicker Matte auf dem Kopf, riesengroßen und auffälligen Zähnen. Auf jeder Seite gibt es andere Skurrilitäten zu entdecken und immer wieder ertappt man sich selbst dabei, laut loszulachen.

FAZIT:

Es ist schon eine Weile her, dass ich so viel Spaß mit einem Comic hatte, in dem Deadpool aufgetreten ist. Wie bereits angemerkt, war das der oben erwähnte 100% Marvel-Band. Überrascht bin ich trotzdem nicht. Zeigt es doch, dass es nur eines guten Autoren und Zeichners bedarf, um eine Geschichte zu verfassen, welche auch Kritiker zufriedenstellen kann. Von diesem Team würde ich mir sogar möglicherweise eine eigenständige Deadpoolserie kaufen. Aber ich denke, dass dies eher unmöglich sein wird. Aber man sollte niemals nie sagen.

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