60 Jahre „Die Schlümpfe“ – 6-Tage-Special (1): Die Schlümpfe Mini Nr. 1: Die schwarzen Schlümpfe [Toonfish/Splitter, November 2011]

Original-Mini-Récit

Wie bereits letzte Woche an einigen Stellen mehrfach angekündigt möchte ich euch diese Woche, oder genauer gesagt die nächsten sechs Tage, etwas Besonderes vorstellen. In Zusammenarbeit mit dem Splitter Verlag und dessen Imprint Toonfish, möchte ich diese sechs Tage mit euch den 60. Geburtstag der Schlümpfe feiern. Hierfür stelle ich jeden Tag einen der neue Mini-Bände vor, die die ersten Abenteuer enthalten, die damals noch in einer etwas anderen Form erschienen. Nachdem die Schlümpfe am 23. Oktober 1959 im neunten Abenteuer von Pierre „Peyo“ Cullifords Spirou-Comicserie „Johann und Pfiffikus“ ihren ersten Auftritt hatten und das nachfolgende Abenteuer „Die Schlümpfe und die Zauberflöte“ ein Riesenerfolg verzeichnen durfte, erschienen die ersten sechs eigenständigen Abenteuer im Rahmen der Comicreihe „Spirou“ als Mini-Album zum selber basteln mit 48 Seiten Umfang. Diese Veröffentlichungsform hatten sich Peyo und Spirou-Chefredakteur Yvan Delporte ausgedacht. Das sechste Schlumpfabenteuer, welches ich euch am Montag vorstellen werde, war auch zeitgleich das 100. und das letzte dieser Mini-Alben. Doch erst einmal der Reihe nach …

Die Schlümpfe Mini Nr. 1: Die schwarzen Schlümpfe

Einige der Schlümpfe sind gerade dabei ein wenig Holz im Wald für die neue Brücke zu schlumpfen, als einer von der extrem gefährlichen Mücke Bss gestochen wird. Der arme Schlumpf wird daraufhin schwarz und jeden Schlumpf, den er beißt, wird ebenfalls verwandelt. Binnen kürzester Zeit ist das halbe Schlumpfdorf betroffen und Papa Schlumpf schafft es nicht ein Gegenmittel zu schlumpfen. Das Schicksal der Schlümpfe scheint besiegelt …

Ja, ihr habt richtig gelesen. Denn immer wenn ich einen Schlumpfcomic lese, oder eine Folge der Serie sehe, verfalle ich in die Schlumpfsprache, bei der zahlreiche Verben und Substantive durch das Wort Schlumpf ersetzt werden. Die Schlümpfe schlumpfen eben den ganzen Tag. Sie schlumpfen im Wald, sie schlumpfen am See, sie schlumpfen in der Nacht und schlumpfen am Tag. Schlumpfen ist eben einfach alles und kann ebenso auch alles bedeuten, je nachdem in welchem Zusammenhang es steht. Dass diese „Schlumpfsprache“ überhaupt existiert, verdanken wir wie immer einem Zufall. Denn während eines gemeinsamen Urlaubs von Peyo und dem Erfinder von Gaston, Franquin, und deren Ehefrauen wurde nicht nur der Name der Schlümpfe „gefunden“, die im original übrigens „Les Schtroumpfs“ heißen, als Peyo einfach nicht der Name für den Salzstreuer einfallen wollte und er diesen kurzerhand „Passe-moi le … le Schtroumpf„ statt „Passe-moi le sel“ betitelte, nein, sie redeten auch den Rest des Abends in eben dieser Sprache. Und so wurde aus harmlosen und witzigen der Konversation: „André, würdest du mir bitte mal das… na, die… ach, den Schtroumpf neben dir geben?“ von Peyo, auf das Franquin antwortete: „Hier, bitte, dein Schtroumpf!“, welches natürlich Peyo dies nicht unkommentiert ließ und konterte mit: „Danke, dass du ihn mir geschtroumpft hast. Wenn ich ihn nicht mehr brauche, werde ich ihn dir zurückschtroumpfen.“, ein sehr erfolgreiches Phänomen. Wie dem auch sei, bei mir wirkt diese Schlumpfsprache immer noch ein wenig nach.

Franquin (rechts außen) und Peyo (links außen) mit Morris (Mitte rechts), Mordillo (Mitte) und Tibét (Mitte links) © 2010 Mordillo

Einige werden jetzt sicher merken, dass sie die Geschichte selbst schon kennen. Denn immerhin war diese Story auch Teil der Animationsserie, die die Hanna Barbera-Studios in den 80er Jahren als eine von über 400 Episoden umsetzte. Wer also die TV-Serie kennt, und ich denke, dass dies mit Sicherheit ein großer Teil sein wird, dem wird diese Story bekannt vorkommen. Trotzdem dies das erste wirklich eigenständige Abenteuer der Schlümpfe, abseits von Johann und Pfiffikus ist, sind sowohl die Schlümpfe, als auch das ganze Drumherum bereits sehr klar definiert. Einzig, dass wirklich alle Schlümpfe, mit Ausnahme von Papa Schlumpf, gleich aussehen ist eine der Entwicklungen, die die Zeit mit sich brachten. Einige weitere Entwicklungen werde ich bei den nächsten Reviews offenbaren.
Das übrige Design, sowohl das der Schlümpfe als auch des Dorfes und Waldes, sind bereits so gefestigt, dass man sich als alter Fan und Kenner sofort zurechtfindet. Die Zeichnungen selbst sind zwar gegenüber den aktuellen Artworks noch etwas kantig und ungeschliffen, wobei Peyo bereits damals kein Neuling war, aber das heute bekannte knuddelige Aussehen der Schlümpfe ist hier noch etwas schwer zu erahnen. Eine Ausnahme beinhaltet dieser band außerdem noch. Denn erstmalig und auch später nie wieder, ist ein Schlumpf ohne seine Mütze zu sehen, als ihm eine Salbe auf dem Kopf aufgetragen wird. In allen späteren Auftritten sind zwar hin und wieder fliegende Mützen zu sehen, doch keine nackten Schlumpfköpfe. Daher hält sich auch hartnäckig das Gerücht, dass fast alle Schlümpfe eine Glatze haben.

Das erste Abenteuer der Schlümpfe ist eine erfreuliche Reise in die unbeschwerte Kindheit. Und auch wenn man die Story bereits kennt, so ist diese Veröffentlichungsform, genau wie die folgenden fünf, eine deutsche Erstveröffentlichung. Denn Splitter/Toonfish veröffentlicht die ursprünglichen sechs Mini-Alben im kleinen Hardcoverformat im originalen Layout, mit aufgefrischter Koloration und 48 Seiten Umfang für jeweils 7,95 Euro in einer eigenen exklusiven Reihe.

Thierry Culliford (Peyos Sohn) steht Model für die Bastelanleitung der Mini-Récits (erschienen in Spirou Nr. 1180 vom 24. November 1960)

Copyright aller verwendeten Bilder (soweit nicht anders angegeben) © 1958-2018 Peyo / Dupuis / Splitter / Toonfish

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