Asterix und der Greif – Das Cover wurde enthüllt! (+ weitere Infos!)

Am Montag, dem 11. Oktober 2021 vormittags war es endlich so weit. In Anwesenheit von Jean-Yves Ferri und Didier Conrad wurde das Cover des inzwischen 39. Asterix-Abenteuers enthüllt. Und wenn man sich das Motiv so ansieht, dann verspricht es ein winterliches Abenteuer zu werden.

Doch lassen wir das Jahr 2021 einmal kurz Revue passieren:

Erinnert Ihr Euch?

Im Januar war Miraculix aus dem Schlaf hochgeschreckt und hatte daraufhin beschlossen,
an einen weit entfernten Ort zu reisen, um einem alten Freund zu helfen.

Im Frühjahr erfuhren wir dann, dass auch Asterix sich auf den Weg machen wollte, um in diesem fernen Land ein sagenumwobenes Fabelwesen aufzuspüren: den Greif.

In den letzten Wochen haben wir die Gallier auf ihrer weiten und beschwerlichen Reise begleitet und uns gefragt, wer wohl der geheimnisvolle Freund sein mag, dem sie zur Hilfe eilen.

IM LAND DER KÄLTE

Was für eine Landschaft! Wilde, ursprüngliche und eisige Steppen, so weit das Auge reicht,
aus denen hier und da furchteinflößende Totems mit Greifen emporragen…
Nur die unzähligen römischen Legionäre trüben den Anblick.

Wo haben die sich denn hin verirrt, beim Jupiter?

Um das herauszufinden, solltet Ihr am besten gleich in Eure Fellstiefel schlüpfen, die gefütterte Tunika überstreifen und Euch mit den Galliern auf die Suche machen –
nach einem der rätselhaftesten und gefährlichsten Wesen: dem Greif!

Klappern euch schon die Zähne? Keine Sorge, ihnen auch!

Dass dieses Abenteuer wieder eine große Herausforderung darstellt, erklärt Didier Conrad, Zeichner der Asterix-Abenteuer seit 2013:

„Jedes neue Album bringt eine neue Herausforderung mit sich! Bei Asterix in Italien (2017) war es die Darstellung der vielen Pferde, die Albert (Uderzo) so wichtig waren. Bei diesem neuen Abenteuer, dem 39., stellte mich mein Kollege Jean-Yves vor eine neue, knifflige Aufgabe: die Kälte im Bild einfangen! Wie schafft man es, eisige Temperaturen darzustellen, ohne dem Leser die immer gleichen schneeweißen Landschaften vorzusetzen? Das hat mir schlaflose Nächte und eine Menge graue Haare beschert!
Am einfachsten zu zeichnen war das erste Panel des Albums, in dem diese spektakuläre Kulisse gezeigt wird. Das Panel ist gleichzeitig eine schöne Anspielung auf eine andere Szene aus der Serie (siehe Die Große Überfahrt): Es ist ganz in Weiß gehalten und zeigt eine endlose, eisige Steppe, die ganz in Nebel gehüllt ist’. Die späteren Panels sind deutlich anspruchsvoller!!“

Es geht also diesmal in das Reich der Sarmaten, einem Nomadenvolk, das vom 7. Jahrhundert v. Chr. bis zum 6. Jahrhundert n. Chr. im nördlichen Territorium um das Schwarze Meer lebte.

Neben den neuen Freunden, den Sarmaten, die unsere Gallier diesmal kennenlernen kommt mit dem Greif auch ein weiteres bekanntes Fabelwesen hinzu. Doch was ist ein Greif und wie sieht er aus? Diese Fragen beantwortet Hélène Bouillon, Kuratorin am Louvre-Lens

Wie sieht ein Greif aus? Wann und wo wurde dieses Wesen erstmals entdeckt?

Der Greif ist ein Fabelwesen, um das sich viele Legenden ranken. Und das schon seit 5000 Jahren! Er besitzt den Körper eines Löwen, dazu Klauen, Flügel und den Schnabel eines Raubvogels. Das älteste Abbild eines Greifen wurde im Iran entdeckt, auf einem Siegelabdruck aus Ton, der auf 3500 v. Chr. datiert wird. Wir wissen, dass sie damals verbrei- tet waren, denn etwa zur gleichen Zeit wurden auch in Ägypten geflügelte Löwen mit Adlerköpfen in Prunkpaletten gemeißelt. Im 2. Jahrtausend v. Chr. tauchten Abbildungen von Greifen in der Levante, in Anatolien und auf Zypern auf. Man findet sie vor allem auf geschnitzten Elfenbein- tafeln, die einen Thron oder das königliche Bett schmückten.
Etwa zur selben Zeit reiste der Greif an Bord kanaanitischer Handelsschiffe entlang der palästinensischen, syrischen und libanesischen Küste. Später, im 1. Jahrtausend v. Chr., ist er auch bei den Phöniziern und Griechen verbreitet sowie rund um das Schwarze Meer, wo er die Waffen und Möbel der Skythen und anderer Nomadenvölker ziert. Für die Griechen waren Greife die Wächter der Schätze des Apollon und des Dionysos.
Zur gleichen Zeit schmückten auch die achämenidischen Perser ihre Paläste mit diesem Fabelwesen. Man findet den Greif auch auf Thronen und dem edlen Geschirr der Phryger und Lyder in Anatolien.

Welche Rolle spielt der Greif in der Mythologie? Was verkörpert er?

Die mit dem Greif verbundene Symbolik verändert sich im Lauf der Zeit, nicht zuletzt, weil er von Völkern übernommen wird, die aus sehr unterschiedlichen Kulturkreisen stammen. Er symbolisiert zum einen Stärke (Körper des Löwen), zum anderen Wachsamkeit (stechende Adleraugen) und schließlich Wildheit (Krallen und spitzer Schnabel des Raubvogels). Bei den Ägyptern ist er Sinnbild eines siegreichen Königs. Die Archäologen fanden ihn meist an Orten, die der königlichen Herrschaft zugeordnet waren. Der Name „Greif“ schließlich kommt aus dem Griechischen (ca. 5. Jahrhundert v. Chr.) und bedeutet „mit Krallen“ bzw. „gekrümmt“.

Was nun unseren sarmatischen Greif betrifft, der aus dem „Barbaricum“ stammt und damit aus einer Gegend, in der es vielen mystischen Wesen gibt: Es handelt sich offenbar um eine Urgewalt, die zum Objekt der Begierde geworden ist, wie viele andere mythische Figuren. Ein Symbol für Reichtum, das man sich aneignen kann. Erwähnt Herodot nicht mehrfach eine Legende, wonach sich Greife in Nordeuropa, in der Nähe der großen Goldvorkommen aufhalten?

Antike römische Marmorskulptur mit zwei Greifen, die einen Schatz bewachen © camerawithlegs

So, oder so, haben Ferri und Conrad wieder ein spannendes und überraschendes Abenteuer in Planung, das mit allem, was wir von Asterix gewohnt sind, aufwarten kann, inklusive ein paar neuen Ideen, Bewohnern und Eigenschaften.

Einiges dazu verrät Jean-Yves Ferri in einem kurzen Interview:

Warum hast du für das 39. Asterix-Album ausgerechnet diesen Landstrich ausgewählt?

Ich wollte die Handlung in einem fiktiven Gebiet ansiedeln, eine Art „Amazonenreich“. Daher entschied ich mich auch für die Region zwi- schen Russland, der Mongolei und Kasachstan. Nach dem, was ich gelesen habe, lag das Gebiet der Sarmaten tatsächlich sehr weit in Richtung Ural bzw. Altai. In diesen abgelegenen Gegenden wurden Gräber von Kriegerinnen entdeckt. Der griechische Dichter Aristeas von Proconnes, der um 600 v. Chr. lebte, berichtet über diese mythi- schen Regionen und die „Amazo- nen“, die laut ihm irgendwo dort lebten.
Das brachte mich auf die Idee, es ihm gleichzutun und für meine Amazonen ein sarmatisches Gebiet zu erfinden, das im Altai liegt und dessen Kultur um Jurten und Schamanen kreist.

Was hat sie an diesem Volk fasziniert? Wie und wo haben sie recherchiert?

Es gibt einige Bücher über die Sarmaten (z. B. die von Laroslav Lebedynsky). Aber es ging nicht darum, ein historisch korrektes Bild zu zeichnen. Es sollte eher so etwas wie ein imaginäres Syldavien sein. Es hat Spaß gemacht, sich eine ganze Region samt ihrer Traditionen und Kulte auszudenken. Es ist ein gewisser Bruch mit der Tradition der Reihe, denn Asterix bereist normalerweise real existierende Länder. Das verleiht dem Ganzen eine märchenhafte Atmosphäre, die sehr gut zu der vermeintlichen Anwesenheit eines fantastischen Tieres passt. In der Geschichte wird übrigens erklärt, warum sich dieser Greif so weit im Osten aufhält!
Für die Kulisse haben Didier und ich uns von der winterlichen Land- schaft des Altai inspirieren lassen, die aus Steppen und kleinen ver- schneiten Bergen mit Lärchenwäl- dern besteht, die von Bächen und kleinen Seen durchzogen werden. Auch die Filme Eine größere Welt (2019) und Hüter der mongolischen Pferde (2019) haben mir dabei ge- holfen, die richtige Atmosphäre für dieses Abenteuer zu kreieren.

Ja, aber … wie passt der Greif zu alledem?

Der Greif im Album ist das Totemtier des Schamanen. Hier zeigt sich ein bisschen die Ignoranz der Römer und die weltfremde Vorstellung, die sie sich von der Tierwelt in der noch unerforschten Gegend machen. Obwohl er den Körper eines Löwen und den Kopf eines Adlers haben soll, erscheint ihnen die Existenz des Greifs zunächst nicht fantasti- scher als die der Giraffe oder des Nashorns. Doch je weiter sie in das Barbaricum vordringen, desto mehr Zweifel kommen ihnen. Was, wenn der Greif in Wahrheit ein mächtiger Naturgott ist? Da gerät ihr Erobe- rungsgeist plötzlich ins Wanken …
Zumal Asterix und Obelix (und natürlich Idefix!) den Sarmaten zur Hilfe eilen und den Römern wie immer das Leben noch schwerer machen!

Damit wäre ein weiteres Geheimnis gelüftet: Der Name des Freundes, dem Miraculix zur Hilfe eilt

Aber auch Didier Conrad erzählt, weshalb er diesmal Asterix in ein Eastern-Setting gepackt hat:

Da bist du also unter die Eastern-Zeichner gegangen, zumindest für die Dauer eines Albums …

Ganz genau! Im neuen Album findet man die klassischen Ele- mente des Westerns: weitläufige Landschaften; die Helden, die von weit her kommen, um den Unschuldigen zu helfen; die „Wilden“, die von einer Armee erobert werden sollen … nur eben im Osten statt im Westen!

Wie zeichnet man einen Eastern?

Das ist ganz einfach! Man braucht nur eine atemberaubende Kulisse, ein großes Abenteuer, ein bisschen Action auf dem Pferd und eine lebensfeindliche Um- gebung. Asterix schlägt sich hier ganz klar auf die Seite der Einheimischen. Er eilt im Galopp herbei, um seine neuen Freunde zu retten und ihr Totemtier zu beschützen: den Greif. In dem Panel, das oben auf dieser Seite abgebildet ist, dreht sich alles um die Bewegung. Ein bisschen Humor ist auch dabei: Scheinbar findet Obelix, dass es schneller geht, wenn er die Rollen von Pferd und Reiter vertauscht!

Was hat dich an diesem Abenteuer besonders gereizt?

Bei Western denkt man sofort an unendliche Weiten und ursprüngliche Landschaften.
Wenn man sich alte Filme von John Ford oder Howard Hawkes ansieht, fallen sie einem sofort ins Auge. Man ist einfach überwältigt von diesen idyllischen Naturaufnahmen. Für mich als Zeichner war das eine echte Herausforderung: Wie kann ich diesen Filmen gerecht werden, die ich seit meiner Kindheit liebe, wie kann ich die Symbolik des Wilden Westens würdig wiedergeben, wenn die Kulisse zwar so traumhaft wie die des Grand Canyon ist … Nur eben ohne den Grand Canyon!
Jedenfalls hoffe ich, dass es mir gelungen ist, diese großen Ge- fühle aufs Papier zu bringen, die ein klassischer Western beim Zuschauer auslöst.

Neben den neuen Freunden, dem Eastern-Setting und vielem mehr, wäre ein Asterix-Abenteuer kein richtiges Abenteuer, ohne entsprechende Antagonisten. Und so haben Ferri und Conrad unter anderem diese drei „Bösen“ für „Asterix und der Greif“ geschaffen:

Brudercus

An der Spitze der römischen Streitkolonne, die Cäsar ausgesandt hat, um den Greif gefangen zu nehmen, stapft Zenturio Brudercus schwerfällig und mit imposanter Statur durch die verschneiten Steppen des sarmatischen Reiches.
„Er ist kein typischer Römer“, erklärt Jean-Yves Ferri. „Er ist stämmiger und auch entschlossener als die Römer, die wir üblicherweise aus dem Asterix-Universum kennen. Er geht völlig auf in seiner Mission und verachtet die Barbaren. Dabei merkt er nicht, dass Unwissenheit und Aberglaube eher bei seinen Leuten anzutreffen sind.“

Ausdiemaus

Ausdiemaus ist ein Venator, also ein Gladiator, der auf das Kämpfen mit Tieren spezialisiert ist. „Ich wollte eine sehr charismatische Figur aus ihm machen“, verrät Didier Conrad. „Deshalb habe ich ihm beeindruckende Muskeln mitgegeben, die lässig unter einem ebenso beeindruckenden Tigerfell hervorgucken.“

Globulus

„Wir werden immer wieder nach Karikaturen von berühmten Persönlichkeiten gefragt. Ich bin mir sicher, dass viele Leser in dieser Figur einen der großen zeitgenössischen Schriftsteller Frankreichs erkennen werden!“, versichert Jean-Yves Ferri. Globulus ist Cäsars Geograf.
Er ist der Kopf dieser römischen Expedition und hat sich aus Liebe zur Wissenschaft in dieses Abenteuer gestürzt.

Neben der deutschen Ausgabe, die am 21. Oktober 2021 wie gewohnt als Soft- und Hardcover (mit einer gemeinsamen Auflage von 1,7 Millionen Exemplaren), als auf 1.111 Exempare limitierten Luxusausgabe mit in Leinen gebundenen Rücken und Kapitalband, sowie als hochwertiges Artbook, welches zwei Alben im Überformat (260x365mm) in einer Plexiglasbox mit dem kompletten Storyboard von Ferri und den Bleistift und Tuschezeichnungen von Conrad und 2 Sonderdrucken (1x von Ferri und 1x von Conrad signiert) in einer streng limitierten Auflage von 399 Exemplaren und als E-Book, erscheint das neueste Abenteuer auch wieder zeitgleich in 16 anderen Sprachversionen, mit einer Gesamtauflage von 5 Millionen Exemplare.

Copryight aller verwendeter Bilder & Fotos, soweit nicht anders angegeben: Asterix®-Obelix®-Idefix® / © 2021 Les Éditions Albert René / Goscinny – Uderzo / Egmont Ehapa Media / http://www.egmont.de / http://www.asterix.com

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