Kingdom Hearts #1 [EMA, November 2004]

In den nächsten Tagen möchte ich Euch gerne in die Welten von Kingdom Hearts entführen. Zuerst als Game für PS2 erschienen, folgten sehr schnell ein zweiter Teil und dann Umsetzungen und Erweiterungen für viele andere (vorrangig Nintendo) Konsolen. Doch auch der Mangamarkt wurde um einige Serien bereichert. Die erste Serie möchte ich Euch in den nächsten 4 Tagen vorstellen …

Kingdom Hearts #1

Sora wacht an einem verträumten Strand auf. Zusammen mit seinen Freunden Kairi und Riku wollen sie diese Insel hinter sich lassen. An dem Abend bevor es losgehen soll werden die Drei jedoch von seltsamen Schattenwesen angegriffen und Sora landet in der Stadt Traverse. Währenddessen verschwindet König Micky und Donald und Goofy müssen sich auf die Suche nach dem Auserwählten machen und treffen ebenfalls in Traverse ein. Dort wiederum treffen alle drei aufeinander und werden ebenfalls von Schattenwesen angegriffen, den sogenannten Herzlosen …
FAZIT:
Der Beginn dieser Mangaadaption des gleichnamigen PS2-Spiels ist kurzweilig und durchaus gelungen. Als Fan und Spieler des Games bringt es aber leider nichts wirklich Neues. Da hatte ich mir ein paar Nebenstorys und Zusatzinfos gewünscht, die die Geschichte aus dem Game erweitern. So bleibt es trotz der durchweg gelungenen Zeichnungen leider nur Durchschnittsware ohne jegliche Besonderheiten.

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Precious Lies – Lying Mii-Kun and Broken Maa-Chan [Egmont Manga & Anime, Juni 2012]

Für die heutige Review habe ich erneut ein Rezensionsexemplar erhalten. Die Egmont Verlagsgesellschaften waren so freundlich mich mit diesem Manga aus der Egmont Manga & Anime-Abteilung auszustatten. Vielen Dank hierfür von meiner Seite aus.

Precious Lies – Lying Mii-Kun and Broken Maa-Chan

10 Jahre ist es her, dass die beiden Kinder Maa-Chan und Mii-Kun Opfer einer Entführung wurden, bei der sie auch den Tod ihrer Eltern mit ansehen mussten. Nun ist es Maa-Chan die ebenfalls zwei Kinder seit Tagen bei sich versteckt. Doch als plötzlich auch ihr alter Leidensgenosse Mii-Kun bei ihr vor der Tür steht, entwickelt sich die Entführung in eine ungeahnte Richtung. Zeitgleich macht ein Serienmörder, der es vorrangig auf junge Frauen abgesehen hat, von sich Reden. Doch wie hängen die Ereignisse von vor 10 Jahren mit den aktuellen zusammen? Denn eines ist sicher. Es gibt einen Entführer und einen Mörder, und einer der beiden ist Maa-Chan. Aber welcher, und wer ist dann der andere?

Precious Lies ist in erster Linie ein Roman und eine darauf folgende Filmadaption. Dies merkt man dem Manga auch an, was durchaus positiv gemeint ist. Die Charaktere sind klar strukturiert und das Setting ist sehr gut ausgearbeitet. Zumindest am Anfang, denn je weiter die Geschichte voranschreitet, desto abstruser wird sie. Was im weiteren Verlauf passiert, hat man so schon hunderte Male, teilweise auch spannender, gesehen. Einige Wendungen ergeben keinen Sinn und wirken dadurch stark gekünstelt. Ebenfalls verwirrend ist die Tatsache, dass immer wieder zwischen der Sicht des Lesers und Zuschauers und der Perspektive von Mii-Kun gewechselt wird, und dies ohne erkennbare Trennung und Grund. Was dadurch ebenfalls seltsam anmutet, ist, dass durch diesen Wechsel auch nie der volle Name von Mii-Kun fällt, der von Maa-Chan aber schon. Dennoch gibt es auch Positives im Verlauf der Geschichte. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist nicht immer ganz klar abgegrenzt, wodurch auch vom Leser eine nicht unerhebliche Aufmerksamkeit eingefordert wird, wenn er denn dem Abenteuer folgen möchte.

Zeichnerisch gibt es nichts zu meckern. Fast schon typische Standard-Mangakost wird hier geboten. Das ist nicht schlecht, aber eben auch nichts Besonderes. Die Figuren sind immer klar zu erkennen und zu unterscheiden. Die Bilder vermitteln die notwendige Dynamik und auch die Emotionen sind den Figuren aus dem Gesicht, sowie von der Körperhaltung abzulesen.
 Wie bei Mangas sonst üblich wird hier aber der Einsatz von sogenannten Rasterfolien minimiert und fast ausschließlich für die Hintergründe eingesetzt. Auch sonst wird mit der Farbgebung in Form unterschiedlicher Grautöne eher sparsam umgegangen. Stattdessen werden verstärkt Schraffuren eingesetzt.



FAZIT:



Am Ende bleibt ein durchaus unterhaltsamer Thriller übrig, der sehr vielversprechend beginnt und sich in den ersten zwei Dritteln enorm entwickelt, danach aber leider ein wenig im Einheitsbrei seiner Genrevertreter versackt. Bis dahin wird man als Leser aber regelrecht in den Bann gezogen und fiebert mit den beiden Opfern und auch ihren Peinigern mit. Dies wird von den Zeichnungen, die von Anfang bis Ende gelungen sind, noch unterstützt. Somit ist dieser Einzelband nicht nur für Mangafans einen lohnenden Blick wert.

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Copyright aller verwendeten Bilder © 2011/2012 Kadokawa Shoten Co., Ltd. / Egmont Manga & Anime

Yotsuba&! #1 [Tokyopop, März 2007]

In meiner heutigen Manga-Review möchte ich euch ein kleines aber sehr nettes Mädchen vorstellen. Sie heißt Yotsuba und hat ihre ganz eigene Lebensauffassung…

Yotsuba&! #1

Yotsuba ist ein Findelkind. Und Yotsuba zieht mit ihrem Ziehvater in eine beschauliche Vorstadtidylle. Dort lernt sie ihre neuen Nachbarn Fuuka, Ena und Asagi kennen, und sofort einwickelt sich eine turbulente Freundschaft. Dabei erfährt Yotsuba einiges über den gefährlichen Treibhauseffekt, stellt ihren neuen Nachbarn den Freund der Familie, Jumbo, vor, geht mit ihrem Vater einkaufen, mit Jumbo und Ena auf Grillenjagd und erlebt einen Regenschauer…
FAZIT:
Also Yotsuba macht wirklich Spaß. Die Kleine ist niedlich, richtig süß naiv, hat vor nichts Angst (bis auf Fuuka am Anfang) und kann wirklich allem etwas Gutes abgewinnen. Man hat stellenweise das Gefühl, dass Yotsuba bisher so gut wie nichts erlebt hat, wenn ihr sogar eine Schaukel neu vorkommt und dann einen Riesenspaß macht. Also mir gefällt der erste Band der Serie schon sehr gut, auch wenn noch Luft nach oben ist.

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Shadow Lady #3 [Carlsen, Juli 2009]

Mit der heutigen Review beschließe ich auch schon wieder die leider nur sehr kurze Mangareihe, aber es wird nochmal lustig…


Shadow Lady #3

Nachdem der erste Zauberer ein schweres Kaliber darstellte, waren die 2 folgenden eher einfach einzufangen. Auch der vierte ist keine wirkliche Herausforderung, zieht aber dennoch ein ganz schönes Chaos nach sich. Nicht nur das Shadow Lady inzwischen nicht nur als Diebin sondern auch als Mörderin gilt, macht die Sache nicht einfacher. Erschwerend kommt hinzu, das Honda von den Anschuldigungen gegenüber Shadow Lady sehr enttäuscht ist, und ebenfalls schwerere Geschütze auffährt. Als Bonus gibt es noch die Entstehung von Shadow Lady. Aimi ist ein unsportliches, schüchternes Mädchen und erhält von ihrer Oma die Magic Eye Shadow-Dose. Ihre Oma ist auch jene welche die Demota, den kleinen Dämon an Aimis Seite von einem kleinen Plüschtier zu einem Freund verzaubert.
Fazit:
Das Finale um Shadow Lady ist leider nicht das was ich erwartet habe. Es bleibt weit hinter den Erwartungen zurück, hat viele Handlungslöcher und wirkt insgesamt zu sehr gehetzt und gestaucht. Hier hätten der gesamten Geschichte zwei bis drei Kapitel mehr viel besser getan. Zum Glück wissen wenigstens die Zeichnungen noch zu überzeugen. Alles in allem bietet der dritte Band durchschnittliche Kost mit überdurchschnittlichen Zeichnungen.

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Shadow Lady #2 [Carlsen, April 2009]

Heute folgt auch schon der zweite Band aus der Mangareihe Shadow Lady von Masakazu Katsura…

Shadow Lady #2

Aimi hat es wirklich nicht leicht. Nicht nur das sie sich in den Polizisten Bright Honda verliebt hat, der wiederum ihr alter Ego Shadow Lady liebt, nein jetzt ist auch noch Lime aufgetaucht, die ebenfalls in Honda verliebt ist und Shadow Lady als Spark Girl herausfordert. Zu allem Überfluss kommen auch noch die 3 seltsamen Polizisten der Dämonenwelt „Bin“, „Ist“ und „Das“ um Aimis kleinen Gehilfen und Freund Demo wieder mit in die Dämonenwelt zu nehmen und dort zu exekutieren, weil er das Geheimnis des Magic Eye Shadow auf die Erde gebracht hat. So bleibt Aimi nur noch die Chance Demos Schicksal abzuwenden indem sie 5 geheimnisvolle Steine stielt in denen mächtige Zauberer eingeschlossen sind und den Polizisten der Dämonwelt aushändigt. Doch schon der Erste stellt ein größere Gefahr dar als es zuerst scheint…
Fazit:
Der zweite Band von Katsuras erotischer Love-Comedy entwickelt sich etwas mehr von der typischen Dreiecksgeschichte der Liebe, hin zu einem etwas mehr Mystery-Crime-ähnlichen Storyaufbau. Dabei entwickeln sich auch leichte Ähnlichkeiten zu früheren Magical-Girl-Serien ala Sailor Moon und Wedding Peach, ohne dabei so „süßlich“ zu werden. Nach wie vor stehen aber die besonders detaillierten Zeichnungen leicht, wenig oder gar nicht bekleideter Damen visuell im Vordergrund, immer wieder aufgelockert durch kleine SD-Elemente.

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Shadow Lady #1 [Carlsen, Januar 2009]

In den nächsten drei Tagen widme ich mich der dreiteiligen Mangaserie „Shadow Lady“ von Masakazu Katsura…

Shadow Lady #1

Eigentlich steckt hinter Shadow Lady die eher schüchterne und zurückhaltende Aimi, doch immer wenn sie ihr „Magic Eye Shadow“ aufträgt, verwandelt sie sich in die selbstbewusste, erotische und gewitzte Diebin „Shadow Lady“. Dabei narrt sie die Polizei in allen Situationen und mit allen Mitteln. Doch dann taucht Polizist Bright Honda auf und Aimi verliebt sich sofort in ihn. Honda jedoch hat nur Augen für Shadow Lady. Er will sie fangen um sie dann vom falschen Weg abzubringen.
Fazit:
Masakazu Katsura hat einen sehr slapstickartigen und leicht erotischen Humor. Das und die ebenfalls von ihm bekannten unglücklichen Liebesbeziehungen zeichnen diesen ersten Band der dreiteiligen Shadow Lady-Reihe aus, und das mit dem typischen Humor für den Meister Katsura schon bei DNA² und I“s bekannt war. Die Geschichte ist nicht sonderlich tiefgründig, aber witzig, wunderschön gezeichnet und mit einer Prise Romantic-Soap-Drama verziert.

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Hino Horror #4: The Collection #1 [Schreiber&Leser, November 2007]

Der vierte Band, den ich heute vorstellen möchte, stellt leider auch schon das Ende der Hino Horror-Reihe hier in Deutschland dar. Während USA und Japan mit 10 Bänden beglückt wurden, war der Serie hier in Deutschland leider nicht solch ein Erfolg vergönnt…

Hino Horror #4: The Collection #1

Der vierte und leider letzte Band der deutschen Ausgabe der Hino Horror-Reihe stellt eine Art Kollektion diverser Horror-Kurzgeschichten dar, die vom Meister Hideshi Hino selber präsentiert werden…
Zuerst erzählt Hino wie er in den Besitz eines menschlichen Augapfels kam, danach wie er einen mysteriösen Zauberspiegel in seinen Besitz brachte und seine Frau kennenlernte. Als nächstes präsentiert er ein Stück Menschenhaut mit einem tätowierten Spinnenmotiv, welches früher auf dem Rücken seines Vaters prangte, bevor er erklärt wieso sein kleiner Bruder in einem Marmeladenglas lebt. Als nächstes wird dem Leser eine Geschwulst präsentiert, welches zu seinem Großvater gehörte, der immer wieder von solchen Auswüchsen geplagt wurde, aus denen auch seltsame Dinge und Gestalten hervorbrachen, und danach wird die Geschichte um einen Hühnerkopf erzählt, der früher einmal seine Großmutter gewesen war, bevor er zuletzt von seinem besten Freund erzählt, der aus einem Ei geschlüpft ist, welches seine Großmutter vor ihrem Ableben gelegt hat…
FAZIT:
Insgesamt bin ich von diesem Band doch sehr enttäuscht. Das ganze wirkt wie eine krude unausgegorene Mischung aus halbgaren Ideen, Wiederholungen und Korrekturen vergangener Erzählungen, wobei einem manchmal der Gedanke kommt das Hino hier die Ideen ausgegangen sind. Ausserdem wird nach meinem Geschmack hier viel zu viel versucht das ganze autobiografisch anzulegen und dies stört nach meinem Empfinden das Gesamtbild merklich. Ausserdem nimmt diese Ansammlung an einfachen und reißerischen aneinandergereihten Geschichten das mystische was den Autor in den ersten Bänden ein wenig umgab.
Auch der Aspekt diese Geschichten als eine Art Erweiterung zu betrachten funktioniert leider nicht wirklich, da eben durch diesen autobiografischen Aspekt das ganze nicht wirklich funktioniert.
Zeichnungen, Bildkomposition, Schockmomente und das Spiel mit Licht und Schatten sind nach wie vor sehr gut und heben den Gesamteindruck merklich an, aber die Geschichten selber sind nach meinem Erachten im direkten Vergleich zu den vorangegangenen Bänden ein Reinfall.
Für Fans von einfachem Horror, die die ersten Bände nicht kennen, ist dieser Band bestimmt etwas sehr schönes und tolles, aber ansonsten wäre er für mich keine Kauf- und Leseempfehlung wenn man die anderen Bände schon kennt.

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Hino Horror #3: Black Cat [Schreiber&Leser, September 2007]

Und weiter geht es heute mit dem dritten Band der Hino Horror-Reihe vom Shodoku-Label des Verlages Schreiber&Leser…

Hino Horror #3: Black Cat

Eine schwarze Katze wird oft als Unheilsbringer gedeutet. Das muss auch die schwarze Katze im dritten Band der Hino Horror-Reihe erkennen, als sie nach und nach von ihren Katzenbrüdern/schwestern getrennt wird. Als letzte, alleine gelassen macht sie sich nun also auf den Weg und erlebt dabei allerhand Geschichten, von denen sie drei zum besten gibt…
Zuerst findet er Unterschlupf bei einem Zirkusclown, der eigentlich gar kein Clown ist, sondern nur ein Kartenabreisser, und selbst dieser Job steht auf der Kippe, da er mehr Zeit in den Alkohol als in seinen Job steckt. Und so macht er sich an das Werk seinen Job zu sichern. Er bastelt eine Puppe und wird plötzlich die Attraktion des Zirkus als Bauchredner. Doch schon bald scheint die Puppe mehr macht über ihn zu besitzen als er über die Puppe…
Danach erlebt die Katze wie ein kleiner Junge, der immer wieder von den anderen Kindern geärgert und von seiner Nachts arbeitenden Mutter verlassen wird, einen neuen Freund in einem schwarzen Hund findet. Anfangs nur Freunde entwickelt sich der Hund jedoch schnell zu seiner tödlichsten Rachewaffe, auch dann als seine Mutter mit einem neuen Freund als Vater für ihn auftaucht…
Zuletzt quartiert sich die schwarze Katze wegen des sehr kalten Winters bei einem streitsüchtigen alten Ehepaar ein. Jeden Tag bekriegen sich die beiden regelrecht, verletzen sich dabei sogar und unterstellen sich gegenseitig die wildesten Sachen. Irgendwann hat sich die Katze an die ganzen Streitereien und den Lärm gewöhnt als plötzlich Ruhe im Haus herrscht, weil die Dame des Hauses verstorben ist.
Viel schockierter ist sie aber dann als der verbitterte Mann seine tote Frau beschimpft und verprügelt. So schockiert ist sie das sie das Haus verlässt. Als sie aber nach ein paar Wochen nochmals das Haus besucht, traut sie ihren Augen nicht als sie beide wieder vergnüglich streiten sieht…
FAZIT:
Dieser Band ist eine sehr faszinierende Reise in die dunkle und teils verstörende Psyche der Menschen. Sei es Erwachsener, Kind oder Greis. Was sich in diesem Band offenbart ist seltsam, aussergewöhnlich und weit ab von der Art Horror der ersten beiden Bände. Wo Band 1 und 2 noch wesentlich mehr auf den visuellen Horror gesetzt haben, bzw. das Augenmerk richteten, da ist in diesem Band eher das subtile, psychische Horrorspielchen im Vordergrund.
Das wie und warum sich Menschen durch extreme Situationen verändern, das weshalb und wodurch verschiedenste Reaktionen des menschlichen Geistes ausgelöst werden und vor allem das worin sie sich flüchten. Für viele ist es eine Fantasiewelt, für manche einfach nur die nackte Erkenntnis der Wahrheit, doch immer ist es wie ein Schlag in die Magengrube, und dies schafft Hino hier wieder aussergewöhnlich zu porträtieren.
Für mich bisher der beste Band der Reihe und eine uneingeschränkte Empfehlung für Liebhaber des weniger offensichtlichen Horrors und der gemeinen Psychospiele.

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Hino Horror #1: Red Snake [Schreiber&Leser, Mai 2007]

In den nächsten Tagen wird es düster und gruselig. Denn ich werde die nächsten vier Tage die Hino Horror-Bände aus dem Verlag Schreiber&Leser, der diese unter seinem Label shodoku veröffentlicht hat, vorstellen…

Hino Horror #1: Red Snake

„So lange ich denken kann, wollte ich weg von dem Haus. Ich fand es schrecklich dort zu leben. Genauer, das Haus erfüllte mich mit Grauen. Zwischen den Wänden lauerte das Böse“
Mit diesen Sätzen beginnt die Geschichte um ein Haus, umgeben von so dichtem Wald, dass das Haus von keinem Punkt aus vollständig eingesehen werden konnte. Darin lebten ein kleiner Junge mit seiner Familie. Diese bestand neben eben jenem Jungen aus seinem Vater, der leidenschaftlich Hühner züchtete und dessen Eier einsammelte, seinem Großvater, der immer wieder mit irgendwelchen Geschwülsten zu kämpfen hatte und allerhand Gruselgeschichten über das Haus kannte, seine Mutter die sich liebevoll um die Geschwülste des Großvaters kümmerte, seine Großmutter, die sich für ein Huhn hielt und in ihrem Zimmer ein riesengroßes Nest gebaut hatte und seine Schwester die eine seltsame Vorliebe für Würmer hatte.
Doch in dem Haus befand sich auch ein seltsamer Spiegel. Riesengroß, schien er ein Stück des Hausflures zu versperren. Laut Aussage seines Großvaters, würde der Spiegel jeden und seine Familie verfluchen der es wagt einen Blick dort hinein zu werfen. Der Junge war fasziniert von dem Spiegel und eines Nachts machte sich seine Seele auf den Weg zum Spiegel. Sie warf aber keinen Blick hinein, sondern trat direkt durch ihn hindurch. Er war fasziniert von dem was er auf der anderen Seite sah und auch gleichzeitig abgeschreckt, so das er plötzlich wieder in seinem Bett erwachte.
Ab diesem Zwischenfall hatte der Spiegel einen Riss, und seine Familie wurde des Nachts von einer seltsamen großen roten Schlange heimgesucht. Von da ab gingen seltsame Zwischenfälle vor sich…
FAZIT:
Der erste Band der Hino Horror-Reihe führt mit düsteren, aber schlichten, Bildern eine grauenhafte Welt auf. Ein kleiner hilfloser, verstörter Junge, gefangen in einem riesengroßen Haus, zusammen mit seiner nicht ganz normalen Familie. Hino schickt den Leser auf eine beklemmende und verstörende Reise durch eine kranke fast perverse Psyche und untermalt dies mit schlichten und dennoch sehr stark akzentuierten Zeichnungen, einem intensiven Licht und Schattenspiel und immer wieder auftauchenden Schockmomenten.
Trotz, oder vielleicht gerade wegen, der einfachen Darstellung wirkt die Geschichte geradezu cineastisch in der Auswahl der Blickwinkel, der „Kamerafahrten“ und der Verwendung von Totalen und Close-Ups.
Von daher ist dieser erste Band, ein gelungener Einstieg in die Welt von Hinos Horror, und sollte von Horror-Fans auf jeden Fall einmal probegelesen werden.

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Jiro Taniguchi: Träume vom Glück [Carlsen, April 2008]

In meiner heutigen Review widme ich mich einem ganz besonderen Künstler. Sein Name ist Jiro Taniguchi und er begeistert schon seit vielen Jahren Kritiker und Fans gleichermaßen mit seinen emotionalen Geschichten. Deshalb habe ich diesmal auch nicht mein sonst übliches Reviewschema mit der Kurzzusammenfassung und dem Fazit gewählt…

Jiro Taniguchi: Träume vom Glück

5 sehr abwechslungsreiche (besonders im emotionalen Sinne) Geschichten erwarten den geneigten Leser.

In der ersten Geschichte geht es um den Verlust einer geliebten Person (in diesem Fall eines Hundes), und wie man damit umgehen kann. Mit sehr starken Bildern und viel Gefühl erzählt Taniguchi hier leicht autobiografisch, wie der Leidensweg eines Hundes, auch sein Herrchen und Frauchen emotional stark fordert. Dies macht er so überzeugend, das man beim Lesen unweigerlich kurze Pausen machen muss, um das erzählte zu verarbeiten.
Im 2. Teil des Bandes wird es wieder etwas fröhlicher. Hier geht es um die Aufnahme eines neuen Haustieres (einer Katze) und die Geburt von 3 süßen kleinen Katzenbabys. Auch hier weiß Taniguchi alle Register zu ziehen um das Glück, die Freude und auch die harte Arbeit gekonnt in Szene zu setzen.
Der 3. Teil befasst sich mit der Tatsache, das 3 kleine Katzenbabys zwar süß sind, aber in einem kleinen Häuschen für 2 Personen keinen Platz finden. So müssen sich die beiden Besitzer schweren Herzens von 2 der Babys verabschieden. Damit auch die Katzenmutti das einigermaßen verkraftet, geschieht dies nacheinander. Der erste Versuch ist besonders hart, da beide nicht mit der Hartnäckigkeit der Katzenmama rechnen konnten. Als dann auch das zweite Baby an der Reihe ist gibt es einen Zwischenfall in der Nachbarschaft. Dieser zieht sich so lange, das die Chance das Baby zu entwöhnen vorbei ist.
Der Besuch eines 12jährigen Mädchens aus der Verwandschaft bildet den Kern der 4. Erzählung. Die junge Aki ist von zu Hause weggelaufen weil ihre Mutter nach dem Tod ihres Vaters einen neuen Partner gefunden hat. Aki nutzt die Sommerferien um sich und der Beziehung ihrer Mutter etwas klarer zu werden. Dabei helfen ihr nicht nur Onkel und Tante, sondern auch die Katze mit den 2. Babys. Am Schluss muss sie erkennen das sie sich ihrer Mutter nicht in den Weg stellen kann, und es eigentlich auch gar nicht will. Doch die glücklichen Sommerferien bei Onkel und Tante werden für immer unvergessen sein.
Die Abschließende 5. Geschichte findet völlig losgelöst von den vorhergehenden statt. Neue Charaktere und der Kampf mit dem eigenen Willen und der Vergangenheit, bestimmen das Bild. Nachdem ein zukünftiger Familienvater bei seiner letzten Bergexpedition zwei extreme Erlebnisse zu verkraften hatte (den Verlust eines Freundes, und das Treffen mit einem Schneeleoparden) und das Berg steigen zugunsten seiner Familie aufgibt, kann er trotzdem kein Glück finden. Auch die Geburt einer Tochter und eines Sohnes lassen ihn nach über 6 Jahren einen erneuten Aufstieg zum Himalaya wagen. Nicht nur das Bezwingen steht dabei im Vordergrund, auch der Wunsch den Schneeleoparden wiederzusehen, der ihm vor Jahren das Leben rettete, sind seine Beweggründe. Mit seinem alten Sherpa aus der ersten Himalaya-Besteigung wagt er den erneuten Aufstieg.

Nicht umsonst ist Jiro Taniguchi ein mehrfach preisgekrönter Autor und Mangaka. Seine Erzählungen sind emotional, sehr detailliert und zeugen von einer Hingabe zu seinen Werken die seinesgleichen sucht.

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