Luba Wolfschwanz #4 [Februar 2022]

Luba Wolfschwanz gefällt mir immer besser. Der Weissblech Verlag hat hier einen kleinen Tipp, den es sich definitiv lohnt, näher unter die Lupe zu nehmen. Eigenartige Zeichnungen, eine Rachefeld-Story und spannende episodenhafte Handlungsstränge können  mich überzeugen! Nett anzusehende Heldinnen und viel Gemetzel, wenn es um die Bösen geht …
Schaut definitiv mal rein!
Es lohnt sich!

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Luba Wolfschwanz #4

Autor: Eckart Breitschuh
Zeichner: Eckart Breitschuh
Format: Heft
Umfang: 36 Seiten
Inhalt: Luba Wolfschwanz: Angakkuks Versprechen Teil 1 + 2
Verlag: Weissblech Verlag
Preis: 4,90 Euro Weiterlesen

Kleine Welt (#1) [THENEXTART Verlag, Mai 2013]

Auf dem Comicfestival in München habe ich mich mit den Künstlern beim THENEXTART Verlag unterhalten. „Kleine Welt“ von Steven Grau habe ich mir signieren lassen und für 5.00 Euro gekauft.

Kleine Welt

Interessant ist, dass bereits auf dem Cover der Zusatz „Graphic Novel“ steht.
Bisher war mir gar nicht so geläufig, dass auch bereits 24 seitige Hefte im Prestige Format (Klebebindung) unter die Kategorie „Graphic Novel“ fallen können.  Doch bei Wikipedia kann man nachlesen, dass  durchaus auch Comics (Hefte) als „Graphic Novel“ bezeichnet werden können. Wie dem auch sei, ich finde den Zusatz „Graphic Novel“ bei  „Kleine Welt“  etwas irreführend bzw. irritierend.  Preislich finde ich fünf Euro für 24 Seiten etwas zu viel. Vergleicht man hier das Preis Leistungsverhältnis mit anderen Heften, so sieht man das der Leser teilweise mehr Umfang für weniger Geld geboten bekommt.

Rocko und Riko auf dem Weg zum Deponie

Rocko und Riko auf dem Weg zum Deponie

Was lässt sich über die Geschichte schreiben?
Rocko und Riko leben mit ihren Familien am Rande der Stadt in Plattenbauten. Hinter diesen Plattenbauten gibt es noch den Wald. Rocko und Riko lieben den Wald und verbringen viel ihrer freien Zeit dort, doch eines Tages scheint sich auf einmal alles zu ändern.
Gemeinsam versuchen sie ihren schönen Wald am Leben zu erhalten. Muss der Wald sterben aufgrund des Mülls und der Umweltverschmutzung? Rocko und Riko setzten ihren Gegnern alles entgegen was sie zu bieten haben, bis einer von den beiden erschossen wird.

Lange Nase

Lange Nase

Die Charaktere sind allesamt proportioniert dargestellt, einzig und allein ihre Nasen werden überzogen gezeichnet. Auf den ersten Blick  mag dies vielleicht etwas komisch wirken, ist aber für den Verlauf der Geschichte und der Handlung nicht weiter störend. Ich finde eine normale Charakterisierung der Personen wäre ebenso in Ordnung gewesen wie diese hier. Die Farbgebung gestaltet sich anders als erwartet bunt in kräftigen Farben. So sticht der graue Beton der Plattenbauten heraus, das Grün des Walds, oder das Blau des Himmels. Im Hintergrund findet sich nur das nötigste. Manchmal wird durch eine grelle Farbe (Orange, Rot) ein Panel gefüllt. Nette Anspielungen auf die Volksbank oder auf eine mögliche Biersorte lassen den Leser schmunzeln.

Dominik_AVAFAZIT:

Die Geschichte ist an sich vorhersehbar, jedoch ist das Ende nicht befriedigend genug für mich. Ohne zu viel vorweg zu nehmen sei gesagt, dass durch diesen Kniff in der Handlung letztendlich das Ende offen ist. Das alles ist schön und gut, aber auf nur  24 Seiten  ist es äußerst schwierig zu den Protagonisten auch nur ansatzweise eine „Beziehung“ aufzubauen. Der Leser erfährt eigentlich gar nichts persönliches über Riko und Rocko.  Einige Szenen für die Handlung werden meinem Empfinden zu schnell auf nur wenige Panels begrenzt abgehandelt. So zum Beispiel bei der Verfolgungsjagd von Riko und Rocko oder die Umweltverschmutzung des Waldes. Für eine „Graphic Novel“ fehlt hier eindeutig eine tiefgründigere Charakterisierung. Wichtige Handlungsszenen benötigen mehr Spielraum um dem Leser die Geschichte besser begreiflich darstellen zu können. Somit ist diese Geschichte meiner Meinung nach sehr kurzweilig, durchaus aber interessant zu lesen.

Mein Fazit ist dementsprechend durchwachsen. Eine klare Kaufempfehlung kann ich beim besten Willen aber nicht geben.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2013 by THENEXTART

Dieses Heft kann bei jedem gut sortierten Comic Händler, oder direkt bei THENEXTART bestellt werden.

Sweet Tooth 1: Aus dem tiefen Wald (Panini, Mai 2012)

Der neunjährige Junge Gus lebt mit seinem strenggläubigen Vater in einer Holzhütte im Wald, abgeschieden von der Zivilisation. Soweit so normal, wäre Gus nicht ein Hybride, eine neue Art, eine Kreuzung aus Mensch und Tier, in Gus‘ Fall: Halb Mensch, halb Hirsch. Hinzu kommt, dass die Zivilisation, so wie wir sie kennen, vor 7 Jahren, aufgrund einer unbekannten Krankheit, größtenteils unterging. Gus‘ Mutter starb daran und auch sein Vater ist davon befallen. Gus‘ ist der Einzige, der gegen die Krankheit immun zu sein scheint, wie alle Hybrid-Kinder. Deshalb wollen ihm auch viele Menschen ans Leder und Gus Vater versucht ihn zu lehren, wie er dem entgehen kann.
Dann jedoch erliegt auch der Vater dieser Krankheit und auf seiner ersten Solo-Wanderung durch den Wald wird Gus fast von ein paar Jägern getötet, wäre da nicht der mysteriöse Jepperd, der ihn in letzter Sekunde rettet und ihm anbietet, ihn in ein Reservat für Hybrid-Kinder zu bringen. Entgegen der Warnungen seines Vaters und vorrangegangenerAlpträume bezüglich Jepperd, folgt der Junge dem Mann in eine fremde und ihm feindlich gesonnene Welt …

Sweet Tooth ist für mich ein eigenwilliger Comic, sowohl was Story als auch Zeichnungen angeht. Dennoch schafft es Lemire hier, dass die Geschichte einen völlig in ihren Bann zieht. Diese Abgeschiedenheit am Anfang in Verbindung mit den flehenden Gebeten von Gus Vater … die Anschauung, dass jeder Andere, der nicht um Erlösung fleht ein Sünder sei, der hilflose Gus, der die Welt um ihn herum nicht versteht … all diese Aspekte werden für meinen Geschmack gut vermittelt und so leidet man mit dem kleinen Hybriden … der Cliffhanger am Schluss ist natürlich auch fies, was die Wartezeit auf Band 2 umso bitterer erscheinen lässt.

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