Spider-Man & The Avengers (16) (Spider-Man Nr. 3 & Avengers Nr. 3)

Weiter geht es mit den monatlichen Abenteuern der Rächer und von Spider-Man. Die Ereignisse spitzen sich in beiden Fällen zu …

Spider-Man Avengers

Spider-Man Nr. 3 [Panini, Oktober 2013]

Noch immer ist Otto dabei sein Ego aufzupolieren, indem er erneut die Schulbank drückt, um einen Doktortitel zu erhalten. Dabei lernt er auch die kleinwüchsige Anna Maria Marconi kennen, mit deren Hilfe er sein Ziel erreichen will. Doch es tauchen immer wieder Probleme auf, die seine Beziehung zu Anna auf die Probe stellen. Zuerst setzt Massacre mehrere Menschenleben aufs Spiel und dann erlauben sich Screwball und Jester einen kleinen aber peinlichen Scherz mit Bürgermeister Jameson. In beiden Fällen zeigt Otto einen Spider-Man, der auch vor drastischen Mitteln nicht zurückschreckt, und zieht so die Aufmerksamkeit seiner Rächerkollegen auf sich.

Dan Slott schickt seinen Spider-Man auf eine gnadenlose und brutale Ganovenjagd. Otto, alias Spider-Man, rächt und bestraft auf eine eigene und nicht gerade zimperliche Art. Dabei ist es egal, welches Verbrechen erfolgt ist. Screwball und Jester beispielsweise haben nur Eierkopf Jameson ein wenig bloßgestellt. Doch Otto prügelt beide krankenhausreif. Das Otto so überzogen reagiert liegt nicht alleine an seinem ehemaligen Schurkenstatus, sondern in seiner Persönlichkeit und diese legt Slott Schicht für Schicht offen.
Für die Umsetzung von Slotts Skript sind Giuseppe Camuncoli und Humberto Ramos verantwortlich. Beide sind fast schon alte Hasen, was den Netzschwinger betrifft. Trotzdem ist es gerade bei Ramos ein wenig befremdlich, wie detailliert er Ottos Brutalität in Szene setzt. Bisher war Humberto eher der Typ für funny Actionszenen, als für exzessive Gewaltdarstellungen.

FAZIT:

Der neue, bessere Spider-Man, wie Panini die Hefte übertitelt, ist schon sehr gewöhnungsbedürftig und als alter Fan von Peter tut es schon weh, wie Otto das Ansehen von Spider-Man mit Füßen tritt. Viel schlimmer aber ist die Tatsache, dass er mit dieser Schiene derzeit erfolgreicher ist, als es Peter jemals als Spider-Man war. Aber Peter ist noch da und kämpft sich durch Ottos Geist. Das schürt noch ein wenig die Hoffnung, dass Peter irgendwann wiederkommen könnte. Aber auch so macht Spider-Man nach wie vor Spaß, wenn man sich denn auf etwas Neues einlassen kann.

Avengers Nr. 3 [Panini, Oktober 2013]

Die Avengers haben Adam, die jüngste Schöpfung von Ex Nihilo mit auf die Erde gebracht und versuchen verzweifelt seine Sprache zu erkunden und zu entschlüsseln. Dabei ist Tony mächtig auf dem Holzweg, während auf einer Farm in Iowa ein neuer Wächter der imperialen Garde der Kree „geboren“ wird. Dass es sich bei dieser Dame sogar noch um die Enkelin von einem früheren Teamkameraden Captain Americas handelt, ist dabei zweitrangig.
Derweil bekommt der „neue“ Spider-Man mächtig Ärger im Rächerturm und Shang Chi versucht die derzeitige Captain Universe, Tamara Devoux, auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Immerhin liegt ihr früheres Leben und dass ihrer Tochter bereits 10 Jahre zurück. Auch wenn dies ihr selber nicht weiterhilft, kann sie Tony bei dem Problem mit Adam ein bisschen auf die Sprünge helfen …

Jonathan Hickman kreiert ein sehr komplexes neues Marvel-Universum und scheut sich dennoch nicht davor, auch alte Figuren einzubeziehen, während er fast schon nebenbei, Neue aus dem Ärmel schüttelt. Auch wenn es aktuell noch nicht den Anschein hat, könnte sich Ex Nihilo zu einem zähen Gegner für die Avengers entpuppen. Man spürt ebenfalls, dass es sich bei Avengers um die zentrale Serie des Marvel-Universums handelt. Nicht etwa deshalb, weil fast das gesamte Arsenal irgendwie ein Rächer oder Ersatzrächer ist, sondern weil hier Stränge zusammenlaufen und neu starten. Es ist ähnlich, wie bei DCs Justice League, nur das die Avengers auf einem anderen Niveau angesiedelt sind, als es bei DCs Pendant der Fall ist.
Auch das Artwork gefällt mir inzwischen um einiges besser. Ist doch nach Jerome Opeña ein alter Hase mit familiärer Vergangenheit vertreten. Bereits seit dem zweiten Teil des letzten Heftes illustriert Adam Kubert die Serie und dieser liefert auch genau das ab, was ich persönlich von einer solchen Serie erwarte. Er schafft es auch, ruhige Momente glaubwürdig darzustellen. Dies zeigt sich besonders deutlich in der zweiten Hefthälfte, in der es, abgesehen von ein paar Rückblenden und Spider-Mans kleinen Streitereien, keine Action gibt, und die trotzdem spannend umgesetzt ist.

FAZIT:

Die Avengers gewinnen langsam an Fahrt. Aber wirklich nur langsam. Inhaltlich passiert diesmal nicht viel. Vermutlich will Hickman den Leser nach dem Auftakt ein wenig verschnaufen lassen. Aber in der nächsten Ausgabe sollte es dann schon ein wenig vorankommen. Dafür wird das Auge erfreut, was aber genaugenommen so ganz alleine nicht wirklich reicht. Trotzdem glaube ich an das, was Hickman plant und freue mich schon auf das nächste Heft.