60 Jahre „Die Schlümpfe“ – 6-Tage-Special (5): Die Schlümpfe Mini Nr. 5: Die Schlümpfe in Not [Toonfish/Splitter, November 2011]

Original-Mini-Récit

Nachdem die zunehmende Arbeit für Peyo dazu führte, dass zwischen dem dritten und vierten Mini-Recit ein Jahr und zwei Monate Pause lagen, entstand das fünfte Abenteuer in weniger als sechs Monaten. Den Grund hierfür erfahrt im heutigen Review, in dem die Schlümpfe eine schwerwiegende Entscheidung treffen müssen, um das eigene Überleben zu sichern. Doch wer die Schlümpfe kennt weiß, dass sie fast alle Gefahren meistern, wenn sie nur zusammenhalten und damit verrate ich nicht einmal wirklich viel und morgen folgt dann auch schon der Abschluss der Geburtstagswoche …

Die Schlümpfe Mini Nr. 5: Die Schlümpfe in Not

So, wie jedes Jahr, bereiten sich auch dieses Jahr die Schlümpfe wieder gemeinsam auf den bevorstehenden Winter vor, indem sie Nahrungsmittel sammeln und in ihrem Speicher einlagern. Doch leider geschieht das Unglück und der Speicher brennt ab. Nun sind die Schlümpfe ohne jegliche Vorräte und drohen allesamt zu verhungern. Sie haben nur noch eine Möglichkeit, um zu überleben, indem sie das Dorf verlassen …

Das Peyo, wie er selbst immer wieder bestätigte, nur ein mittelmäßiger und langsamer Zeichner war, ist kein Geheimnis. Selbst seine Frau Nine sagte in einem Interview: „Er sah sich selbst stets als ein „mühsamer Zeichner“!“ Meist schaffte er mit viel Mühe für „Johann und Pfiffikus“ nur eine Seite pro Woche. Und deshalb tat er sich bereits frühzeitig mit anderen Zeichnern zusammen, um regelmäßige Abenteuer seiner Serien zu gewährleisten. So hatte er neben „Johann und Pfiffikus“ auch für die Brüsseler Zeitung „Le Soir“ die Abenteuer des Katers „Pussy“ getextet und gezeichnet, und nun kam noch der immense Erfolg seiner neuesten Kreation „Die Schlümpfe“ hinzu. Peyo sah sich der steigenden Belastung nicht mehr gewachsen und suchte Hilfe. Dank Charles Dupuis, der ihm den jungen Zeichner Gerard Deuquet vermittelte, der wiederum gerade sein Praktikum im Verlag absolvierte, entstand Peyos erstes „Studio“, in dem er später auch weitere Zeichner beschäftigte. Bei diesem „Studio“, deshalb schreibe ich dies bewusst in Anführungszeichen, war ein knapp 7m² großer Nebenraum, der vom Treppenabsatz seines Wohnhauses abging. Hier trafen sich Peyo und Deuquet regelmäßig zum arbeiten. Deuquet sagte später zur Zusammenarbeit mit Peyo: „Der Raum war gerade mal 2,50 x 3 m groß. Peyo rauchte zudem wie ein Schlot – und ich auch! Die Wände waren gelb, die Luft blau vor Rauch, die Aschenbecher ähnelten Pyramiden: Es war verrückt! Darin stand ein langer Tisch, er arbeitete auf der einen Seite, ich auf der anderen. Ich habe mich sehr schnell seinem Zeichenstil angepasst, ich lernte, die Schlümpfe zu zeichnen, Hintergründe, und das Lettering zu machen.“

Skizzen von“Kater Pussy“ für die Brüsseler Zeitung.

Bereits in einem früheren Review hatte ich angemerkt, dass die Qualität der Zeichnungen teilweise stark schwankte. Wobei Qualität eher das falsche Wort wahr. Es ist eher so, dass es minimale Stilunterschiede in den Zeichnungen gab, die aber dennoch für geübte Augen sichtbar waren und noch sind. Erstmals startet übrigens ein Schlumpf-Abenteuer mit einem ganzseitigen Bild, statt einem halbseitigen und eines zusätzlichen Einleitungstextes. Auch neu ist die Darstellung des Speichers, als eines der markanten Gebäude des Schlumpfdorfes. Da alle Häuser der Schlümpfe sonst gleich aussehen, stellt diese Gebäude eine Besonderheit dar. Ebenfalls eine Besonderheit, die sich zumindest bis Peyos Tod im Jahre 1992 nicht so oft wiederholte ist, dass die Schlümpfe von sich aus Kontakt zu den Menschen aufnehmen. Außerdem erhalten bereits charakterisierte Schlümpfe erneut eigene Auftritte, wie der naive Schlumpf (später Clumsy), der mürrische Schlumpf (später Muffy) und der Witzbold-Schlumpf (später Jokey), die hier aber noch allesamt namenlos sind.

Das vorletzte Mini-Album bringt weitere Entwicklungen ins Leben der Schlümpfe und bietet ein überraschend abruptes Ende. Oder anders gesagt, das Finale wird innerhalb weniger Seiten abgehandelt, wodurch die vorher aufgebaute Dramatik ein wenig an Dynamik verliert. Es wirkt fast so, als hätte Peyo die Story unterschätzt und bevor sie zu lang wird, hat er das Ende lieber schneller abgehandelt, als es eigentlich geplant war. Wobei sich ja nicht genau sagen lässt, welche Arbeiten hier Peyo oder einer seiner angestellten Studio-Künstler umgesetzt haben.

Alternativer Coverentwurf

Copyright aller verwendeten Bilder (soweit nicht anders angegeben) © 1958-2018 Peyo / Dupuis / Splitter / Toonfish

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