Batman Gotham Knight: Der Mann in Schwarz (Hörspiel) [Highscore Music, September 2013]

Hörspiele haben einen nicht ganz so guten Ruf, wie sie es eigentlich verdient haben. Oftmals werden sie als Kinderkram abgetan. Dabei gibt es viele Beispiele für gute Hörspiele, die bei Weitem nichts für Kinder sind. Eines dieser Beispiele sind die vielen Hörspiele der Romantruhe, und eben auch das heute vorgestellte Batman Gotham Knight von Highscore Music …

Batman

Gotham wird von einem unbekannten Serienkiller heimgesucht. Menschen verschwinden und tauchen kurze Zeit später als schwer verstümmelte Leichen wieder auf. Als Täter gibt sich ein „Mann in Schwarz“ zu erkennen. Doch wer steckt hinter dieser Fassade und wird es Batman, alias der Millionärsplayboy Bruce Wayne, schaffen dieses Rätsel zu lösen, bevor es noch mehr Opfer geben wird …?

Wer sich jetzt wundert, dass ich mich bei dem Inhalt, entgegen meiner sonst üblichen Art, sehr kurz gefasst habe, dem sei gesagt, dass es ein Frevel wäre, nur noch ein Wort mehr über dieses wirklich geniale Hörspiel zu verlieren, welches sich dem Inhalt widmet. Stattdessen möchte ich vielmehr die gelungene Inszenierung des Labels Highscore Music in den Fokus dieses Artikels rücken.
Die Geschichte an sich ist keine Offenbarung sondern eher Durchschnitt. Eben wie ein typischer Superheldencomic. Dennoch wurde die Handlung sehr gut inszeniert. Highscore Music hat schon einiges an Erfahrung mit Hörspielen. Seien es die Hörspielserie „Offenbarung 23“ oder „The Return of Captain Future“ welches sogar mit den originalen Synchronsprechern und Titelmusik der TV-Serie aufwarten kann. Auch Batman kann mit einigen ganz besonderen Features, abseits der guten Sprecherriege aufwarten. So können Kenner des dunklen Ritters einige kleine Hinweise entdecken. Stellvertretend sei hier nur der Aparo-Tower erwähnt, welcher in dieser Episode eine nicht unerhebliche Rolle spielt, und an den bekannten Zeichner Jim Aparo angelehnt ist, der Batman maßgeblich mitgeprägt hat.

Batman GK 1

Als Erzähler wurde, wie schon bei den aktuellen „Der ultimative Spider-Man“-Hörspielen von Kiddinx Gordon Piedesack gewählt. Er dürfte vor allem Videospielern als Off-Sprecher aus der „Little Big Planet“-Reihe auf Playstation bekannt sein. Piedesack macht seine Arbeit sehr gut, und passt meines Erachtens hier sogar ein wenig besser, als bei Spider-Man. Batman hingegen wird von Sascha Rotermund verkörpert. Er wirkt als dunkler Ritter jedoch ein wenig deplatziert. Seine Stimme will nicht so ganz zu meinem persönlichen Bild von Batman passen. Seinen Job macht er dennoch sehr gut. Rotermund ist unter anderem als Synchronsprecher in Pushing Daisys (Lee Pace, als Ned) und Dr. House (Jesse Spencer als Dr. Robert Chase) zu hören, sowie als fester Cast in der RTL-Comedy „Singles“ zu sehen gewesen. Die für mich jedoch beste und markanteste Rolle und somit auch Stimme hat Alfred Pennyworth bekommen. Hier wurde der 1928 in Rostock geborene Jürgen Thormann als Sprecher gewonnen. Er ist vor allem als Synchronstimme von Ian McKellen (Magneto in X-Men) und Michael Caine (unter anderem Alfred in Batman Begins, The Dark Knight und Dark Knight Rises) bekannt, kann aber auch schon eine ganze Menge an Filmauftritten vorweisen. Er passt somit, wie bereits in den Filmen, einfach nur perfekt zu Alfred Pennyworth und verleiht dem Hörspiel so zusätzliche Klasse.
Wie es sich für ein ordentliches Hörspiel gehört, gibt es neben sehr guten Sprechern aber auch die passenden Geräusche. Auch hier zeigt sich die Erfahrung von Highscore Music. Die Musik, die Geräusche, die gesamten Effekte und die Inszenierung haben schon fast Kinofeeling. Und dazu gehört schon Einiges. Wenn es ein Studio schafft, dass ein Hörspiel Bilder vor dem geistigen Auge erzeugt, und somit den Zuhörer in diese Welt hineinzuziehen vermag, dann haben sie alles richtig gemacht.

FAZIT:

Man merkt an diesem kleinen Artikel, dass mich „Batman Gotham Knight 1 – Der schwarze Mann“ sichtlich begeistert hat. Ich muss aber auch zugeben, dass Batman neben Spider-Man einer der Helden ist, mit dem ich sehr viel Kindheitserinnerungen verbinde, wenngleich ich mich bei Bruce Wayne und seinem Umfeld nicht so gut auskenne, wie es bei Spider-Man der Fall ist. Dafür bin ich aber auch ein Freund von Hörspielen und Hörbüchern. Ich habe bereits einiges gehört. So manch Gutes, aber auch einiges Schlechtes. Vor allem dann, wenn nur TV-Serien mithilfe eines Offsprechers zwischen Tonfragmenten verwurstet wurden. Karussell und OHHA haben davon in den 90er Jahren einige auf die Schnelle produziert. Hiervon ist aber Batman Gotham Knight meilenweit entfernt. Wer sich also gerne in die dunkle Welt von Batman stürzen möchte und Hörspielen nicht abgeneigt ist, der sollte ein Ohr riskieren. Diese erste Episode ist jetzt seit dem 13. September erhältlich und die nächsten beiden Folgen „Krieg“ (02) und „Monster“ (03) sind bereits angekündigt und werden im 14-tägigen Rhythmus veröffentlicht werden. Sie können alle drei als CD oder MP3-Download über Amazon sowie digital bei iTunes erworben werden.

Batman GK 2 u 3

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Batman vs. Justice League (13)

So lange ist es diesmal noch nicht her, dass ich die beiden Heftserien gegeneinander habe antreten lassen, und ehrlich gesagt, werde ich versuchen, dies in Zukunft auch regelmäßiger zu gestalten. Die Einzigen, die mich davon abhalten können, seid ihr, wenn es euch nicht gefällt und mangelnde Gesundheit …

BMVSJL

Batman Nr. 14 [Panini, August 2013]

Batman hat bei seinem letzten Treffen mit Mr. Toxic eine geheimnisvolle Substanz erbeuten können. Doch als er diese in der Bat-Höhle genauer untersucht kommt es zu einem Zwischenfall. Aber Batman kann das Schlimmste verhindern, und er erhält wichtige Informationen zu dieser Substanz. Auch der Datenstick, den Batman von dem vermeintlich toten Professor Smart erhalten hat löst viele Fragen. Nun muss Batman nur noch Hugh Marder an seinen Plänen hindern, die auch die Einwohner von Gotham gefährden könnten …
Kaum das der Fall Marder gelöst ist, tauchen für Batman und auch für Bruce Wayne neue Probleme auf. Der Pinguin will Bruce Wayne den Rang ablaufen und sich als Philanthrop der Stadt etablieren. Um dies zu erreichen, hat er die Ghost Dragons, eine mystische Gruppe von Söldnern, beauftragt Bruce Wayne zu töten, während wiederum andere damit zu tun haben, Batman zu beschäftigen …

Das große Finale von Tony Daniels Run an Detective Comics ist …

… eher ein Reinfall. Das Ende ist nichtssagend, und eher unbefriedigend, weil man das Gefühl hat, dass etwas fehlt. Auch wenn die Story bisher schon nicht wirklich glänzen konnte, ist das richtig herb. Nur leider nicht positiv herb. Einzig mit den Zeichnungen kann Daniel hier noch punkten, aber auch diese befinden sich „nur“ auf typischem DC-Niveau, und hätten so auch von jedem x-beliebigen Zeichner stammen können.
Anders sieht es da schon mit der zweiten Story von John Layman aus. Der hier enthaltene Start macht auf jeden Fall schon einmal Lust auf mehr. Wieso will der Pinguin Wayne aus dem Weg haben und wie kann Bruce Wayne sich gegen die Ghost Dragons und den Pinguin zur Wehr setzen. Die Zutaten stimmen schon einmal und für das Artwork konnte Jason Fabook gewonnen werden. Sein Stil ist sehr schön düster, dynamisch und detailliert. Man spürt in fast jedem Panel eine immense Energie und dennoch eine innere Ruhe. Der Seitenaufbau und die Panelanordnung sind durchdacht und die Bilder bleiben jederzeit übersichtlich.

FAZIT:

Es mag fast schon bösartig klingen, aber ich bin ehrlich gesagt ein wenig froh, dass Daniel seine Arbeit an Detective Comics beendet hat. Nicht etwa weil er im Schatten von Scott Snyder die schlechteren Geschichten abgeliefert hätte, sondern eher, weil sie inhaltlich und visuell zu austauschbar sind und waren. Doch mit Layman und Fabook scheint eine bessere Zeit bevorzustehen. Doch wie gut, oder schlecht, das neue Team wirklich ist, werden erst die nächsten Ausgaben zeigen. Aber erstmal steht mit „Der Tod der Familie“ ein neues Batman-Event an, welches unter der Schirmherrschaft von Scott Snyder entstanden ist und in der nächsten Ausgabe startet.

Justice League Nr. 14 [Panini, August 2013]

Die Liga sieht sich noch immer der Gefahr und Willkür von Cheetah ausgesetzt. Nicht nur, dass sie Superman infiziert hat, der inzwischen ebenfalls seine tierische Seite beginnt auszuleben, auch die restlichen Mitglieder der Liga haben kaum eine Chance gegen Dianas ehemalige Freundin …
Währenddessen zeichnen sich auch in Atlantis weitere Gefahren ab. Black Manta hat kürzlich ein mächtiges Artefakt entwendet und Aquaman glaubt, dass sein Bruder, der König von Atlantis hierfür verantwortlich ist. Deshalb bittet er ihn zu einem Gespräch. Doch dieser beschwichtigt seinen Bruder und erklärt ihm stattdessen, wie gut er für Atlantis sorgt und was Aquaman für ihn als Bruder bedeutet. Dennoch scheint dies nicht alles zu sein …
Auch die Teen Titans habe ihre Probleme. Red Robin und Superboy sind mit Wonder Girl auf dem Weg nach Kambodscha, um dort den Ursprüngen von Cassandras stiller Rüstung auf die Spur zu kommen. Hier hatte damals die Karriere des jungen Mädchens aus Verzweiflung und Liebe begonnen …

Diesmal trumpft das Ligaheft gleich mit drei US-Heften auf, was vor allem an dem bevorstehenden Crossover Der Thron von Atlantis mit der Serie Aquaman liegt. Denn statt die Titans auszulagern und das Heft im gewohnten Umfang von 52 Seiten in den Handel zu bringen, hat man sich bei Panini entschlossen, einfach Aquaman dazuzupacken und den Preis dennoch beizubehalten. Auch eine solche Politik sollte einmal lobend erwähnt werden.
Inhaltlich gibt es in diesem Heft so gut wie alles. Romantik, Drama, Action, Thrill und Humor. Die Geschichten sind gut, wenngleich auch hier noch einiges an Luft nach oben ist. Was wie eine abgedroschene Floskel klingt, habe ich aber beim Lesen genauso empfunden. Immer wieder tauchten Momente auf, wo eine kleine Stimme im Hinterkopf meinte: „Da geht noch was.“
Zeichnerisch hingegen gibt es kaum etwas auszusetzen. Während Tony Daniel an der Justice League noch gute, solide Arbeit abliefert, gefallen mir die aufgrund ihrer Einfachheit klar strukturierten Zeichnungen von Pete Woods und Pere Perez an Aquaman schon ein Stück mehr. Auch die Teen Titans haben mit Ale Garza einen sehr guten Penciler abbekommen, der einen ähnlichen Strich wie Brett Booth hat, aber dennoch einen eigenen Stil mit einbringt.

FAZIT:

Das Liga-Problem scheint gelöst, das Crossover mit Aquaman steht vor der Tür und auch das Finale um die Stille Rüstung von Wonder Girl wird in der nächsten Ausgabe präsentiert. Unter diesen Gesichtspunkten könnte man denken, dass diese Ausgabe inhaltlich eher dünn ausfällt, aber weit gefehlt. Nicht nur der Seitenumfang kann sich sehen lassen, sondern auch die Stories. Selten habe ich 76 Comicseiten so verschlungen und das bei drei unterschiedlichen US-Serien. Für gewöhnlich hat man es nämlich fast immer, dass mindestens eine der Serien schwächelt. Sei es bei der Story oder dem Artwork. Hier stimmt aber diesmal das Gesamtpaket. Und von mir aus kann es in der nächsten Ausgabe gerne so weitergehen. Einzig, dass mangelhafte Lettering, insbesondere bei den schwarzen Textkästen der Teen Titans-Ausgabe mit dem gelben Text ist zu bemängeln. Hier wird das Lesen stark erschwert, da die schwarze Farbe die filigranen gelben Buchstaben fast vom Antlitz des Papiers tilgt.

Wegen der eher schwachen ersten Hälfte und dem in allen Bereichen massiven Umfang der Justice League geht der Punkt diesmal an die Liga. Nicht etwa weil die Ausgabe mit mehr Umfang glänzt, sondern vor allem, weil es mich einfach besser unterhalten hat, als die Batman-Ausgabe. Daher der neue Punktestand von:

Batman 10 : 5 Justice League

Batman vs. Justice League (12)

Weiter geht es mit dem Schlagabtausch von Batman mit der Justice League. Der letzte Stand war 9 zu 3 für den dunklen Ritter. Diesmal hat Batman einen kleinen Vorteil, da er mit zwei Heften antreten darf. Neben der regulären Nummer 13 gibt es nämlich auch noch das Nullnummer-Special. Daher werden beide Ausgaben diesmal zu jeweils 50% gewichtet, um der Liga eine faire Chance zu geben.

BMVSJL

Batman Special Nr. 0 [Panini, Juni 2013]

Nach dem Tod seiner Eltern reift in Bruce Wayne der unstillbare Hunger nach Vergeltung. An dem Tod seiner Eltern und dem Verlust seiner Kindheit. Er will sich stärken und so eine solche Tragödie in Zukunft verhindern. Hierfür reist er auf den Himalaya, um dort bei einem alten Meister verschiedene Kampf- und Meditationskünste zu erlernen. Aber auch Miss- und Vertrauen lernt Bruce am Gipfel dieses Berges …
Wieder zurück in Gotham trainiert Bruce mithilfe seines treuen Freundes und Butlers Alfred weiter. Er nutzt sein Vermögen, um sich auch technisch gut auszurüsten. Schnell trifft er auf einige von Gothams gefährlichste Schurken, und ebenso schnell hat er einen von Ihnen, Red Hood, gegen sich aufgebracht …

Mit diesen beiden Nullnummern festigten die Autoren die neue Herkunftsgeschichte von Batman nach dem Neustart des DC-Universums. Und sie dienten als kleiner Bonus, um die Figur und den Charakter von Bruce Wayne ein wenig zu festigen. Während Gregg Hurwitz nur eine Variation der alten Origin abliefert, zeigt Scott Snyder erneut sein Talent als Autor. Er legt eine Story vor, die so fesselnd ist, dass man unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Doch da liegt auch gleich das Problem. Denn bisher gibt es keine Fortsetzung zu dieser Geschichte. Mit der Konfrontation mit der Red Hood Gang, legte Snyder erneut einen Grundstein für ein weiteres Batman-Großevent. Doch wie das ausgeht, oder überhaupt erst startet, ist noch sein Geheimnis.
Visuell fällt auch hier wieder Greg Capullo besonders positiv auf. Seine Zeichnungen passen aktuell einfach perfekt zum dunklen Ritter. Aber auch Tony Daniel macht seine Arbeit sehr gut und präsentiert einen finsteren, kalten und lebensverachtenden Himalaya.

FAZIT:

Ein sehr gutes Heft, dass seinen Status als Special auf jeden Fall wert ist. Auch wenn inhaltlich die zweite Story, mit Bruce Waynes Himalaya-Abenteuer, eher enttäuscht und zu vorhersehbar ist. Grafisch hingegen können beide Geschichten überzeugen. Greg Capullo durch seinen dynamischen Stil und Tony Daniel mehr durch die gelungene Landschaftsdarstellung.

Batman Nr. 13 [Panini, Juli 2013]

Kaum, dass Batman den Rat der Eulen ausgeschaltet hat und der letzte Talon, Bruces vermeintlicher Bruder Lincoln March, auf der Flucht ist, droht bereits neuer Ärger. Mehrer Batman überfallen einen Transporter. Das kann Batman natürlich nicht auf sich sitzen lassen, und geht der Sache auf den Grund. Doch was er dabei herausfindet, überrascht selbst ihn. Wie kann es einen Menschen mehrfach geben und wie kann es sein, dass ein toter Wissenschaftler doch noch lebt? Aber das größte Rätsel ist, an was hat Hugh Marder geforscht, das es sogar Batman gefährlich werden könnte …?

Die letzte Storyline von Tony Daniel, der den Neustart von Batmans Ursprungsserie Detective Comics nach dem Neustart maßgeblich mitgeprägt hat, hat begonnen. Und wie bisher auch ist seine Geschichte nicht schlecht, aber es fehlt irgendwie das gewisse Etwas. Die Spannung ist leider nur mäßig und auch inhaltlich gab es vieles schon an anderen Stellen zu sehen.
Auch das Artwork, diesmal von Ed Benes, ist zwar solide, aber nichts Besonderes. Dieser macht zwar nichts falsch, aber sein Stil ist hier einfach zu auswechselbar. Wenigstens an der nötigen Dynamik lässt es Benes nicht missen.

FAZIT:

Tony Daniel hat es nicht einfach. Gerade gegen Scott Snyders Batman konnte er, zumindest mich, nicht wirklich überzeugen. Seine Geschichten und sein Artwork sind zwar solide, aber bei Weitem nicht so reizvoll, wie dass, was Snyder und Capullo an der Schwesterserie ablieferten. Dennoch wird mir sein Joker-Auftakt wohl lange im Gedächtnis bleiben, und je nachdem wie sich dieser Arc entwickelt, vielleicht auch der. Denn wirklich schlecht hat Daniel seine Arbeit nicht gemacht.

Justice League Nr. 13 [Panini, Juli 2013]

Diana fühlt sich verantwortlich, für das, was mit ihrer Freundin Barbara Minerva passierte. Durch ihre Verbindung zu Diana kam sie mit einem mystischen Dolch in Berührung, durch den sie von der Göttin der Jagd besessen wurde und seitdem als menschliche Katzenfrau Cheetah unterwegs ist. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn sich Cheetah nicht zu einer ernsten Gefahr entwickeln würde. Deshalb will Diana sich um dieses Problem kümmern, aber ihre Freunde von der Justice League wollen sie nicht alleine lassen …
Und auch bei den Teen Titans gibt es große Probleme, als Cassie die Macht ihrer stummen Rüstung nicht mehr kontrollieren kann. Völlig außer Kontrolle greift sie sogar ihre Teamkameraden an und gefährdet auch ihr eigenes Leben. Doch Red Robin und Superboy können sie befreien. Aber da taucht schon das nächste Problem auf. Diesel ist, wie Wonder Girl, auch mit einer stummen Rüstung ausgestattet und will die Macht der Rüstung von Cassie haben …

Die Story der Justice League ist irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes. Weder Fisch, noch Fleisch. Sowohl um die Liebesbeziehung zwischen Diana und Kal, Diana und Steve Trevor als auch die Jagd auf Cheetah wird nur herumgeeiert. Es wird versucht, zu viel in zu wenig Seiten zu packen. Dazu kommen noch die internen Ligaprobleme, das Green Lantern die Liga verlassen hat und das Cyborg außer der Liga kein Privatleben besitzt. Alles ist zu oberflächlich und zu viel auf einmal. Anders ist es da bei den Teen Titans. Autor Scott Lobdell konzentriert sich auf einen Hauptstrang und bringt nebenbei nur wenig zusätzliche Handlungen die aber gekonnt nacheinander abgearbeitet werden.
Zeichnerisch können sowohl Tony Daniel an der Liga als auch Brett Booth bei den Titans überzeugen. Beide liefern solide Arbeit ab, können darüber hinaus aber nicht mit Highlights glänzen.

FAZIT:

Ein solides Heft, das vor allem durch die Titans überzeugt. Diese sind in meinen Augen aktuell besser als die Hauptserie Justice League. Dies liegt vor allem an der unausgegorenen Story der Liga die mit zu viel Informationen und Handlungssträngen auf einmal aufwartet. Einen ebenfalls nicht so positiven Eindruck hinterlässt die Kurzgeschichte aus der Justice League Nullnummer, der sich mit Pandora und dem bevorstehenden Abenteuer mit Shazam befasst. Genau das Gegenteil ist dafür die Shortstory zu Teen Titans in der Autor Fabian Nicieza zusammen mit Zeichner Jorge Jiménez Kid Flash sich noch immer in Chinatown mit den Dinokids von Mystery Island herumschlagen muss.

Diesmal fällt es denkbar knapp aus. Denn eigentlich konnten mich persönlich nur drei Geschichten wirklich überzeugen. Die eine ist Scott Snyders Rückblick in die Anfänge von Batman und die anderen beiden sind die mit den Teen Titans und Kid Flash. Der Rest ist okay, aber nichts Besonderes. Daher gibt es auch für Batman und die Liga jeweils einen Punkt. Neuer Stand ist somit:

Batman 10 : 4 Justice League

Review Kurzüberblick (1) (Batman/Danger Girl, Spawn Nr. 101)

In dieser neuen Rubrik möchte ich euch Kurzreviews zu Comics von allen möglichen Verlagen vorstellen, die in die übrigen Rubriken nicht mehr passen. Ich hoffe auch diese Rubrik findet Anklang …

Comic Review Kurzüberblick Weiterlesen

Batman: Erde Eins [Panini, November 2012]

Superman: Erde Eins ist schon lange als Review auf dem Blog online. Wieso also hat es mit Batman so lange gedauert? Ganz ehrlich. Ich habe es immer wieder vergessen. Dann kamen andere Dinge dazwischen und noch einiges mehr. Aber jetzt ist es soweit.

Batman: Erde Eins

Bruce Wayne ist ein glücklicher Junge. Sein Vater Thomas Wayne gehört zur Elite von Gotham und hat als Bürgermeisterkandidat die besten Chancen auf einen Sieg. Seine Mutter Martha Arkham Wayne ist ebenfalls ein Grundpfeiler der Stadt und die rechte Hand ihres Mannes und Bürgermeisterkandidaten. Selbst am Abend vor der Wahl und bei der Feier im Hause Wayne können es sich seine Eltern nicht nehmen lassen, um mit dem jungen Bruce ins Kino zu gehen. Doch das Schicksal hat nicht gut gewürfelt. Denn nach einem Stromausfall im Kino werden Thomas und Martha Wayne vor den Augen des Jungen ermordet.
Von nun an liegt das Schicksal von Bruce in den Händen eines alten Freundes seines Vaters, Alfred Pennyworth. Dieser wurde an eben jenem Abend noch von Thomas eingeladen, und ist nun als neuer Vormund des Jungen, seine einzige Bezugsperson. Alfred ist ein alter Kriegsveteran und hat dort auch einige Verluste einstecken müssen. Auch körperlich. Dennoch ist er ein starker und selbstbewusster Mensch und versucht, dies an Bruce weiterzugeben. Der jedoch denkt nur noch daran, die Tragödie um seine Eltern aufzuklären. Durch einen Zwischenfall in der alten Familiengruft entschließt sich Bruce, als das Tier zu verkleiden, welches ihm damals so große Angst eingeflößt hatte. Eine Fledermaus. Und fortan streift er durch Gothams Nächte, um den Mörder und die Geheimnisse über den Tod seiner Eltern zu finden und zu lüften.
Aber Bruce schafft dies nicht alleine, auch deshalb, weil es verzweigter und gefährlicher ist, als es zu Anfang den Anschein macht. Er benötigt Hilfe und findet diese in seinem alten Freund Alfred und einem Techniker von Wayne Industries, welcher ihn mit einigen Gadgets ausrüstet.

Batman auf seinen Streifzügen durch die Nacht.

Batman auf seinen Streifzügen durch die Nacht.

Mit Batman: Erde Eins legen Geoff Jones und Gary Frank eine Neuinterpretation des alten Fledermausmannes-Mythos vor, der mit einigen, wenn nicht sogar ganz gravierenden Veränderungen daherkommt. Nicht nur, dass Alfred kein einfacher Butler im Hause Wayne ist, der aus Familientradition die Sorge um den Erben antritt, nein er ist ein Freund und Weggefährte von Thomas Wayne. Auch der neue Polizist in der Stadt, Harvey Bullock, ist diesmal kein fetter und versoffener, mürrischer Einzelgänger, sondern ein schlanker, aktiver und dennoch nicht ganz sympathischer Schönling. Diese Änderungen sind besonders für langjährige Leser erst einmal ungewohnt, fügen sich aber sehr gut in das neue Gesamtbild ein. Dennoch werden bereits gegen Ende einige Weichen gestellt, die einem aus der früheren Origin bekannt vorkommen wird, oder aber die eine Charakterentwicklung einleiten könnte, die zu den bereits bekannten Charakteren führen kann.

So richtig erfolgreich ist er anfangs noch nicht.

So richtig erfolgreich ist er anfangs noch nicht.

Maßgeblich mitverantwortlich hierfür ist neben Autor Geoff Jones, der Zeichner Gary Frank, der einen neuen und auch etwas tollpatschigen Batman sehr glaubhaft illustrieren kann. Seine Bilder sind detailliert, dynamisch und dennoch klar strukturiert, sodass man als Leser niemals den Überblick verliert. Zusammen mit der dunklen und farblich tristen, aber dennoch emotional stimmungsvollen Farbgebung ergibt sich ein visueller Hochgenuss, der über die gesamte Länge des Bandes gleichbleibend gut ist. Besonders stimmungsvoll ist Frank hierbei die Architektur Gothams gelungen, wobei hier das Arkham-Gebäude, also das Geburtshaus von Martha Arkham-Wayne, hervorgehoben werden sollte. Schon alleine die Fassade, die mit tristem Grau und Braun, verfallenen Gebäudestrukturen und roten, fast schon leuchtenden, Rostspuren ein Gefühl von Gänsehaut erzeugt, ist genial umgesetzt.

Autsch!!!

Autsch!!!

FAZIT:

Wer schon lange Batman liest und sich mit der alten Origin wohlfühlt, der sollte vorsichtig an den Band herangehen, da einige Änderungen doch schon sehr auffällig und im ersten Moment ungewohnt sind. Traut man sich dennoch an dieses Comic heran, erhält man eine frische und dennoch vom Gefühl her bekannte Geschichte, die auch grafisch von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt. Als kompletter Neuleser des dunklen Ritters erhält man eine Story, die in sich stimmig, ohne Vorwissen verständlich und mit nachvollziehbaren Charakteren ausgestattet ist. Sie bietet ohne Probleme den, aktuell, perfekten Einstieg in die düstere Welt von Gotham und die Abenteuer des Mitternachtsdetektivs und ist daher eine direkte Empfehlung für alle die eine gute und unterhaltsame Geschichte suchen.

Ein alter Freund kommt zu Besuch.

Ein alter Freund kommt zu Besuch.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2011-2013 DC Comics / Panini

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Batman vs. Justice League (11)

Die vorerst letzte Kampfrunde beginnt mit diesen Reviews und bisher kann Batman seinen Spitzenplatz sehr gut verteidigen. Mal sehen, ob ihm das auch im vorläufigen Finale gelingt.

BMVSJL

Batman Nr. 12 [Panini, Juni 2013]

Die Nacht der Eulen ist vorbei und so kommt es, dass bruce und Alfred ein wenig nachdenken. Nicht nur Bruce hat Infos erhalten, die ihn beschäftigen, auch Alfred wurde mit etwas konfrontiert, was in anfangs Zweifeln lässt. Doch inwieweit, steckt Alfreds Vater Jarvis Pennyworth mit dem Rat der Eulen zusammen und welches dunkle Geheimnis hat er mit in sein Grab genommen?
Derweil schreitet Bruces Vorhaben Gotham zu verschönern weiter voran. Dabei trifft er in seiner Rolle als Batman, auch auf die beiden Geschwister Harper und Cullen Row. Diesen beiden rettet er einmal das Leben und die clevere Harper, welche bei den Gotham City Stadtwerken als Elektrikerin arbeitet, entdeckt Batmans Überwachungsgeheimnis. Aus Dank will sie ihm nun helfen und verbessert sein Netzwerk heimlich. Dabei bringt sie sich aber unnötig in Gefahr …

In dieser Ausgabe sammelt sich der Dreiteiler der Back Up-Stories aus US-Batman 9 bis 11. Hier erzählt Scott Snyder einiges aus Alfreds Vergangenheit und diese ist dank Alfreds Vater Jarvis, schon sehr eng mit den Waynes verknüpft. Und es greift auch wieder die Geschehnisse aus der vorangegangenen Ausgabe auf und stellt sie erneut infrage. Dies machen James Tynion IV und Scott Snyder fast schon routiniert und auf sehr hohem Niveau.
Leider ist diesmal kein Greg Capullo an Bord um die Abenteuer umzusetzen. Aber dessen Platz wird würdig von Raphael Albuquerque und Becky Cloonan mit Andy Clarke vertreten. Beide schaffen es, mit ihren atmosphärischen Zeichnungen die Geschichten visuell passend umzusetzen.

FAZIT:

Mit diesem überlangen Heft präsentiert Panini einen würdigen Epilog zum Nacht der Eulen-Event. Die Geschichte aus der Vergangenheit der Waynes und Pennyworths bringt die Ereignisse der letzten Ausgaben zu einem runden Abschluss und lässt dennoch genug Spielraum zum spekulieren und fortsetzen. Und mit dem Abenteuer rund um die Row-Geschwister bekommt man noch eine in sich geschlossene Geschichte, die dennoch weitere Möglichkeiten offen lässt. Visuell gut umgesetzt ist diese Ausgabe ein wirklicher Leckerbissen.

Justice League Nr. 12 [Panini, Juni 2013]

Auf dem Berg Sumeru steht der Liga, der große, finale Kampf gegen David Graves bevor. Doch nicht nur der erwartet sie dort, sondern auch Schatten ihrer eigenen Vergangenheit. Doch sind diese Geister auch wirklich echt, oder nur Trugbilder? Und wie hängen sie mit der neuen Macht zusammen, die Graves umhüllt …?
Zwischenzeitlich bekommt es Kid Flash in Chinatown mit drei Saurier-Humanoiden zu tun, welche den Teen Titans von mystery Ilsand gefolgt sind. Und deren Anwesenheit sorgt für einiges Chaos, was durch die Pläne von einem der Drei auch noch verstärkt wird. Denn Steg, wie der bewusste Dinomensch sich nennt, will die Erde den Sauriern unterwerfen. Und hierfür hat er auch das notwendige Mittelchen mitgebracht …

Das Finale um den Pfad des Schurken David Graves ist nur mäßig überzeugend. Einzig die Entwicklungen zwischen den Teammitgliedern, allen voran natürlich Wonder Woman und Superman wissen zu gefallen, auch wenn dies alles schon einmal da gewesen ist. Daher ist das Liga-Abenteuer diesmal wieder sehr enttäuschend und auch Jim Lee entwickelt sich nicht wirklich weiter.
Aber auch die Titans kommen nicht richtig von der Stelle. Dinosaurier in Chinatown. Man merkt, dass Turok-Autor Fabian Nicieza hier die Vorlage geliefert hat. Immer wieder bringt er in seinen Geschichten die Urzeitechsen unter. Oftmals sind diese ja auch sehr unterhaltsam, aber diesmal wirkt es eher lächerlich. Dafür sind die Zeichnungen von Jorge Jiminez sehr dynamisch und sehen insgesamt nicht schlecht aus. Allerdings sind auch sie nur Durchschnitt und ohne besondere nennenswerte Details.

FAZIT:

Der Abwärtstrend bei den Liga-Ausgaben setzt sich weiter fort, das wird inzwischen sogar so schlimm, dass die Justice League zum Abo-Wackelkandidaten wird. Da lohnt es sich eher, auf eine der Tradeserien wie Nightwing oder Supergirl umzusteigen. Aber paar Ausgaben gebe ich den beiden Serien noch. Vielleicht entwickelt sich ja noch etwas. Immerhin haben beide erst einmal das erste Jahr über die Bühne gebracht.

Ein ganz klarer Sieg für Batman. Auch diesmal schaffen es die beiden Teamserien innerhalb der Justice League-Heftreihe nicht, gegen Batman zu bestehen. Darum gibt es auch dieses vorläufige Endergebnis:

Batman 9 : 3 Justice League

Batman vs. Justice League (10)

Der nächste Kampf steht bevor und Batman hat schon einen heftigen Vorsprung. Wenn man es genau nimmt, sogar über die doppelten Punkte. Das wird nicht leicht für die Liga werden.

BMVSJL

Batman Nr. 11 [Panini, Mai 2013]

Der Rat der Eulen beschäftigt Bruce Wayne noch immer. Doch inzwischen holt er zum Gegenschlag aus. Er dringt in das Heiligtum der Eulen ein und schafft es, diese so weit aufzuscheuchen, dass er sogar die Basis ausfindig machen kann. Doch was Batman dort vorfindet, überrascht sogar den dunklen Ritter. Der Rat ist tot und die Jagd scheint beendet zu sein. Doch dann offenbart sich ihm ein weiteres Geheimnis. Eines, welches sogar seine Vergangenheit und seine verstorbenen Eltern betrifft. Kann Bruce diesen Informationen trauen …?

Was Scott Snyder zum großen Finale seines Eulen-Arcs hervorzaubert, ist fast schon klassisch. Ein Geheimnis, das Bruce Wayne noch lange und auch immer wieder beschäftigen kann. Eine Figur, die immer wieder auftauchen und Unfrieden stiften kann. Eine Geschichte, die so offen ist, dass sie entweder eine Fortsetzung nach sich ziehen kann, oder dem Leser eine eigene Meinung um Ende abfordert.
Hinzu kommt, das Greg Capullo noch immer eine Glanzleistung abliefert, die seinesgleichen sucht. Und es zeigt sich, dass gewisse Zeichenstile und gewisse Charakterdesigns ganz bewusst gewählt wurden, und frühere Kritik an Greg Capullo ungerechtfertigt waren. So sollten diese immerhin gewisse Handlungensfäden anteasern, ohne dabei zuviel zu verraten.

FAZIT:

Ein geniales Finale, von einem großartigen Geschichtenzyklus. Scott Snyder hat etwas geschaffen, das Batman-Geschichte schreiben kann. Und zusammen mit Greg Capullo hat er einen modernen Meilenstein entworfen. In meinen Augen ist diese Geschichte eine der besten Batman-Storys der letzten Jahre und ich hoffe und wünsche mir, dass Snyder damit möglichst viele Leser erreicht.

Justice League Nr. 11 [Panini, Mai 2013]

David Graves hat den Meteoriten der Justice League gestürmt und die Liga direkt angegriffen. Doch diese schafft es sich aus den Klauen des Gegners zu befreien, aber Graves flüchtet. Er besucht stattdessen Steve Trevors Schwester und droht ihr und ihren Kindern. Aber auch hier kann ihn die Justice league ausfindig machen und folgt ihm …
Inzwischen gibt es einen Riesenärger bei den Teen Titans. Denn Bunker hat aus einer dummen Idee heraus, eine Annonce aufgegeben, in der die Titans neue Teammitglieder suchen. Doch der Plan geht nach hinten los und bringt einen Haufen Ärger ein. Und dann ist da noch das Problem mit Wonder Girl, die offenbar auszuticken scheint …

So richtig spannend ist das Abenteuer der Liga inzwischen nicht mehr. Alles scheint wie auf dem Silbertablett serviert zu werden, und mir persönlich schmeckt das nicht wirklich. Zwar gibt es irgendwo diesen kleinen Punkt, an dem man wissen möchte, wie es weitergeht, aber nicht aus den Gründen, die man vielleicht denken mag. Vielmehr ist es so, dass man sich fragt, wie man etwas so Klares doch noch spannend gestalten könnte. Bei den Titans ist es eher so, dass die Story ziemlich konfus wirkt. Zwar ziehen sich zwei rote Fäden durch die letzten beiden Ausgaben, aber irgendwie scheinen die sich zu verwirren und zu verschwinden nur, um dann wieder irgendwo aufzutauchen. Alles ziemlich wirr und daher nur leidlich spannend.
Das Artwork bleibt hingegen gewohnt. Sowohl Jim Lee bei der Justice League, als auch Brett Booth bei den Teen Titans liefern solide Arbeit ab. Nichts Besonderes, aber auch kein Totalausfall.

FAZIT:

Nichts gegen Popcorn-Action im Comicformat, aber hier wird es langsam schon ein wenig ermüdend. Vor allem wenn die eigentliche Action visuell nur Einheitsbrei ist. Das mag dann auch nicht mehr so wirklich munden.

Diesmal geht der Punkt ganz klar an Batman. Im Moment ist das einfach die bessere Heftserie. Wobei es gegen die Liga derzeit wirklich auch nicht so schwer ist. Daher gibt es ganz klar einen Punkt für Batman und somit den neuen Stand:

Batman 8 : 3 Justice League

Batman vs. Justice League (9)

Die Liga konnte sich beim letzten Aufeinandertreffen, sehr gut gegen Batman wehren. Aber ob es diesmal auch klappt, zeigt sich heute …

 

BMVSJL

Batman Nr. 10 [Panini, April 2013]

Wie konnte der Rat der Eulen, solche gefährlichen Kämpfer wie die Talons überhaupt rekrutieren? Irgendwie scheint Mr. Freeze hier mit drin zu hängen und außerdem will er seine geliebte Nora wieder zurück, die sich in den Händen von Bruce Wayne befindet. Nora ist die große Liebe von Victor Fries, alias Mr. Freeze. Doch Nora litt an einer schweren Herzerkrankung und wurde eingefroren, bis man ihr Leiden heilen kann. Weil Bruce Wayne, aber die Forschungen von Victor Fries nicht weiter finanzieren wollte, führte dies zu einem tragischen Unfall, an dessen Ende Mr. Freeze entstand. Nun sinnt Freeze auf Rache …

Das erste Batman-Annual des neuen DC Universum ist ein astreines Tie-In zum Eulen-Event von Scott Snyder. Und dies kann sich durchaus sehen und lesen lassen. Denn anders, als es bei manchen Tie-Ins üblich ist, wird hier nicht nur einfach eine Verbindung zum Arc gestrickt um ein weiteres Heft besser verkaufen zu können, sondern es wird richtig eingebunden und gleichzeitig noch eine Origin leicht überarbeitet. Scott Snyder und James Tynion IV schaffen ein spannendes Abenteuer, welches dank des Artworks von Jason Fabok auch noch sehr gut aussieht. Zusammen mit den kühlen und gedeckten Farben von Peter Steigerwald ergibt sich ein insgesamt stimmiges Erscheinungsbild, das wortwörtlich von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert.

FAZIT:

Annuals waren eine Zeit lang ein Versuch mit Nachdrucken und kurzen Bonusgeschichten Geld zu scheffeln. Irgendwann erkannten die US-Verlage, dass sich diese Hefte besser verkaufen, wenn sie abgeschlossene Abenteuer enthielten, die aber auch in die normale Kontinuität der Helden passte. Mit diesem Annual setzt auch DC die neue Tradition fort und bindet das Annual sogar in die Eulen-Arc von Scott Snyder ein. Eine gelungene Taktik, welche sogar ein sehr gutes Heft hervorgebracht hat.

Justice League Nr. 10 [Panini, April 2013]

Die Justice League berät sich gerade in ihrer Basis, darüber wie gefährlich Graves und sein frisch erworbenes Wissen über die Mitglieder der Liga ist, als es einen stillen Alarm gibt. Graves hat es geschafft sich in den Meteor der Liga einzuschleichen und greift die Helden nun direkt an. Nicht jedoch, ohne sein Tun ausführlich zu kommentieren …
Währenddessen finden sich Superboy und Wonder Girl auf der Tagseite der mysteriösen Insel wieder. Diese haben sie durch eine seltsame Falltür betreten, und prompt finden sie auf dieser Seite die restlichen Mitglieder der Teen Titans wieder. Aber auch diese haben ziemlich viel mitgemacht. Nun müssen sie nur noch einen Weg nach Hause finden …

Beide Geschichten, sowohl von den großen Helden als auch vom jungen Team, kommen so langsam in Fahrt. Geoff Jones versteht es hier sehr gut, die privaten Probleme und auch Geheimnisse der einzelnen Mitglieder nach außen zu kehren und auch gewisse Beziehungen untereinander zu vertiefen. Zwar ist ja bereits länger bekannt, dass sowohl Flash und Green Lantern, als auch Batman und Superman außerhalb der Liga Freundschaften hegen und Team Ups pflegen. Genauso wie die Tatsache, dass Cyborg seine technischen Komponenten nicht abschalten kann und somit in einer Dauerbereitschaft ist. Bei den Titans „passiert“ dem gegenüber storytechnisch eher weniger. Dennoch ist die Geschichte sehr unterhaltsam, weil auch hier die persönlichen Verhältnisse näher beleuchtet werden.
Beim Artwork gibt es, wie in der vorangegangenen Ausgabe nicht viel auszusetzen. Die Zeichnungen sind Standard und fallen kaum negativ, aber leider auch nicht wirklich positiv auf.

FAZIT:

Die Handlungen dieser Ausgabe wissen sehr wohl zu überzeugen, wohingegen die Zeichnungen nur Standard sind. Dadurch bleibt das Heft selbst auch nur knapp über dem Mittelmaß, das zwar unterhält, aber darüber hinaus, bis auf die Beziehungen der jeweiligen Mitglieder, nicht weiter im Gedächtnis bleibt. Vor allem von den Zeichnungen her nicht.

Nachdem das letzte Match noch unentschieden ausgegangen ist, wird es hier wesentlich klarer. Das Batman Annual ist der sichere Sieger, da die Gesamtmischung bei den beiden Ligateams nicht vollends überzeugen kann. Daher ergibt sich der neue Punktestand:

Batman 7 : 3 Justice League

Batman vs. Justice League (8)

Nach einer kleineren Pause geht es in den nächsten Tagen mit dem Aufeinandertreffen der beiden monatlichen DC-Heftserien aus meinem Abo weiter. Der letzte Stand war 5 zu 2 für Batman. Mal sehen, wie es weitergeht und ob die Liga wieder aufholen kann.

BMVSJL

Batman Nr. 9 [Panini, März 2013]

Der Rat der Eulen setzt Batman nach wie vor zu. Doch Batman weiß sich zu wehren. Mithilfe seiner neuen Rüstung und Alfred schafft er es eine Gruppe von Talons, die in die Bathöhle eingedrungen sind aufzuhalten. Doch er hat keine Zeit auszuruhen. Auch wenn viele seiner Freunde ihm gegen die Talons helfen und die Ziele auf der Liste der Talons beschützen, muss er eingreifen. Also macht sich Batman auf den Weg nach Arkham, und dort wartet nicht nur ein weiterer Talonkrieger des Rats der Eulen …

Snyder schafft es nach wie vor seinen Eulen-Arc spannend zu inszenieren und Capullo sorgt für das passende Artwork. Da kommt echtes Batmanfeeling auf. Nicht ganz so gut, und „nur noch“ unterhaltsam ist dagegen US-Detective Comics von Tony Daniel in dieser Ausgabe. Es ist nicht schlecht, bleibt aber trotzdem meilenweit hinter Snyder und Capullo zurück. Und das nicht nur von der Geschichte, sondern auch von den Zeichnungen. Capullos Batman ist einfach charismatischer als der von Daniel.

FAZIT:

Wieder eine tolle Ausgabe, die aber vorrangig durch Snyder und Capullo punkten kann. Tony Daniel schafft es einfach nicht an das Dreamteam ranzukommen und liefert im direkten Vergleich nur noch Popcorn-Action ab.

Justice League Nr. 9 [Panini, März 2013]

Die Liga wird verehrt, gehasst und argwöhnisch beobachtet. Doch es gibt auch Menschen, die gnadenlos enttäuscht sind. Einer von ihnen ist David Graves. Er hat mit seinem Buch über die Justice League Millionen verdient. Doch nun, kaum 4 Jahre später ist er ein Wrack, das dem Tod geweiht ist. Und auch Steve Trevor, der Verbindungsmann der Regierung zur Liga, ist nach dem Ende seiner Beziehung zu Wonder Woman, alles andere als erfreut vom Leben …

Ähnliche Probleme habe derweil Superboy und Wonder Girl, die sich nach der Flucht aus dem Nowhere-Komplex auf einer einsamen Insel wiederfinden. Doch so einsam scheint sie nicht zu sein, als sie kurz darauf von einem Dinosaurier angegriffen werden.

Mit einem wahnsinnigen David Graves, der es auf die Liga abgesehen hat, startet eine neue Storyline aus der Feder von Geoff Jones und Jim Lee. Diese beginnt bisher ganz vielversprechend und spannend. Dennoch zeichnen sich bereits gegen Ende erste Ermüdungserscheinungen ab. Wieder nur ein monumentaler Gegner, der letztendlich schnell und kompromisslos besiegt wird. Ähnlich seicht ist die Superboy-Geschichte, die als Lückenfüller für die Titans herhalten muss, da deren Ausgaben kurzzeitig in den Superboy-Sonderband ausgelagert wurden, um das Crossover „Die Auslese“ gesammelt zu veröffentlichen.
Visuell fallen die Zeichnungen von Jim lee nicht wirklich negativ auf, aber es gab auch bereits bessere Arbeiten von ihm. Alles in allem Lee’scher Standard, könnte man sagen. Ganz anders sieht es da mit den Zeichnungen zu Superboy aus. Hier leistet Sebastian Fiumara sehr gute Arbeit. Sein skizzenhafter Zeichenstil sieht einfach gut aus, und bildet die Insel und auch die Hauptfiguren sehr gut ab. Ein wirklich tolles Artwork, von einem Zeichner, den ich im Auge behalten werde.

FAZIT:

Storytechnisch eine eher durchwachsene Ausgabe die aber teilweise mit grandiosem Artwork punkten kann. Dennoch bleibt unter dem Strich nur unterhaltsamer Durchschnitt, der nicht wirklich länger im Gedächtnis hängen bleibt. Aber vielleicht entwickeln sich die Geschichte ja noch in der nächsten Ausgabe.

Batman und die Justice League sind diesmal fast gleich auf. Storytechnisch punktet Batman ein wenig mehr und zumindest Capullos Artwork. Bei der Justice League verteilen sich die Punkte besser auf die Zeichnungen und weniger auf die Geschichten. Daher gibt es diesmal für beide Ausgaben einen Punkt. Das neue Ergebnis lautet also:

Batman 6 : 3 Justice League

Before Watchmen: Rorschach [Panini, Juni 2013]

… und weiter geht es mit Band 2. Dieser ist Rorschach gewidmet.

Before Watchmen: Rorschach

Walter Kovac ist der maskierte Vigilant Rorschach. Er ist eine verlorene Seele. Der Sohn einer Nutte und das kaputte Ebenbild der Stadt, die ihn schuf. Und dennoch hat er den Willen, diese Stadt, seine Stadt, zu verändern. Sie zu verbessern. Daher macht er als Rorschach Jagd auf die Zuhälter und Drogendealer der Stadt. Nicht wissend, dass er sich mit einem der großen Bosse, Rawhead, anlegt. Aber dieser ist nicht sein einziges Problem. Denn ein durchgeknallter Serienmörder versetzt die Stadt zusätzlich in Angst und Schrecken, indem er Frauen ermordet, ihnen Nachrichten in die Haut ritzt und sie dann nackt in den Seitengassen entsorgt. Nun muss sich Walter mit zwei Problemen herumschlagen und auch noch um sein eigenes Leben bangen …

Der Glanz der Stadt und Rorschachs Maske. Beides ändert sich ständig.

Der Glanz der Stadt und Rorschachs Maske. Beides ändert sich ständig.

Rorschach zählt zu den am besten ausgearbeitetsten Figuren von Alan Moores Meisterwerk Watchmen. Daher hat sich Brian Azzarello auch weniger auf die Figur und dessen Charakterisierung konzentriert, als mehr darauf, eines seiner vielen vergangenen Abenteuer etwas ausführlicher zu erzählen. Das Ergebnis ist zwar ganz interessant, aber auch ein wenig ernüchternd. Denn während sich die ganze Zeit über, die Suche nach dem Serienkiller, drohend über den Köpfen der Figuren abspielt, verkommt, dessen Auflösung fast zu einer Farce. Viel mehr Wert wird auf die Jagd nach Rawhead gelegt, dessen Ende auch alles andere als zufriedenstellend inszeniert wurde. Daher fällt das Ergebnis auch eher enttäuschend aus. Für sich alleine gesehen ist Before Watchmen: Rorschach durchaus kurzweilig und auch lesenswert. Im großen Fahrwasser des Originals hat es aber keine Kraft und wird gnadenlos untergehen.

Ein geisteskranker Mörder ruft nach Hilfe.

Ein geisteskranker Mörder ruft nach Hilfe.

Wenn da nicht die Zeichnungen von Lee Bermejo wären. Wie bereits in Batman: Noel zeigt Bermejo sein Talent, indem er realistische und stimmungsvolle Bilder auf das Papier zaubert. Doch leider fehlt es einigen seiner Bilder an Dynamik. Dass dies kein grundsätzliches Problem ist, zeigt der Band sehr gut. Denn es gibt auch sehr viele dynamische Panels. Insgesamt unterstützen die Bilder von Bermejo, die leider etwas flache Geschichte sehr gut, und sorgen für ein flüssiges Lesen. Zwischendurch gibt es auch immer wieder Splashpages die so gut aussehen, dass man als Leser einfach nur staunend verweilt.

Kriminelle in ihren coolen Schlitten.

Kriminelle in ihren coolen Schlitten.

FAZIT:

Before Watchmen: Rorschach ist nicht der große Wurf und schon gar nicht würdig genug, um in eine Riege mit Watchmen gestellt zu werden. Die Geschichte ist zu unbedeutend und verliert sich oftmals in sich selbst. Die Handlungsfäden, welche begonnen werden, sind zu schnell und überraschend aufgelöst, wenngleich ich sagen muss, dass der Serienkiller ein Ende ereilt, was durchaus dem Charakter des Rorschach und seiner inneren Zerissenheit würdig ist. Dennoch hat man als Leser nach dem Aufbau der Geschichte einfach mehr erwartet, als fünf Seiten in denen der Mörder der Gerechtigkeit zugeführt wird. Erst recht dann, wenn das meiste davon in Textboxen abgehandelt wird.

Rorschach gibt nicht auf.

Rorschach gibt nicht auf.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2012/2013 DC Comics / Panini

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