The Walking Dead #2: Ein langer Weg [Cross Cult, Juni 2006]

Heute gibt es den zweiten Band von Images/Cross Cults Zombie-Überlebensdrama. Und auch dieses mal passiert wieder einiges…

The Walking Dead #2: Ein langer Weg

Shane ist tot und die Stimmung in der Gruppe ist zwiegespalten. Doch die Stimmung ist nicht das einzige Problem. Die Nahrung geht aus und das Camp ist nun auch nicht mehr sicher, nachdem sich die ersten Zombies dorthin „verlaufen“ haben. Also bleibt Rick und den anderen nichts anderes übrig als das Wohnmobil fertig zu machen und sich gemeinsam auf die Suche nach einem neuen Platz zu machen. Doch unterwegs gibt es auch andere Gefahren als nur die Zombies. Viele Strassen sind von Autowracks versperrt, und als die Männer der Gruppe gerade einmal wieder den Weg freiräumen müssen erhalten sie Besuch…
Aber ausser einem riesengroßen Schreck passiert der Gruppe nicht viel. Den die Besucher entpuppen sich als eine kleine Gruppe Überlebender die ebenfalls eine neue Zuflucht sucht. Rick freundet sich sehr schnell mit Tyreese an. Nur Lori findet es nicht so gut noch ein paar Menschen mehr mit sich herumschleppen zu müssen. Aber den wahren Grund für ihren Missmut äussert sie Rick gegenüber erst später, als sie ihm gesteht schwanger zu sein. Es dauert auch nicht lange bis eine neue offenbar verlassene Wohnsiedlung der neue Unterschlupf der Flüchtlinge wird. Was jedoch keiner ahnt ist das diese Siedlung deshalb verlassen ist, weil sie von Zombies bevölkert wird. Als die Gruppe dies entdeckt ist es fast schon zu spät und Allens Frau Donna wird ein Opfer dieses Angriffs. Schneller als gedacht ist der Rest der Gruppe aus dieser Todeshölle entkommen, jedoch haben sie keinerlei Verpflegung mehr mitnehmen können, so das sie kurze Zeit später wieder beginnen müssen zu jagen, damit sie überleben können.
Ein Waldgrundstück soll die Chance bieten mit gejagtem Wild das Überleben zu sichern. Rick und sein Sohn Carl, sowie Tyreese machen sich auf die Suche und schneller als erwartet kommt es zum Schusswaffengebrauch. Doch ist kein Tier das Opfer dieses Angriffs, sondern Ricks Sohn Carl, der versehentlich von einem anderen Überlebenden auf der Jagd angeschossen wird. Während Tyreese zu den anderen zurückeilt, ist Rick mit dem Schützen und seinem verletzten Sohn auf dem Weg zu einer Farm, wo jemand leben soll, der seinen Sohn vielleicht noch retten kann…
FAZIT:
Auch der zweite Band dieses Dramas weiß wieder vollends zu überzeugen. Nicht nur das Geheimnisse ans Licht kommen, die noch einiges an Problemen mit sich bringt und das sogar auf lange Sicht. Auch die Verluste die einige der Flüchtlinge hinnehmen müssen werden immer dramatischer. Anfangs sind es noch Freunde die sterben, später dann schon die Ehefrauen und Mütter und sogar die Kinder könnten bald das Ziel der Autoren werden. Diese Ungewissheit die die Gruppe erlebt überträgt sich auch direkt auf den Leser, und dies auch durch die gelungenen Zeichnungen von Charles Adlard, der ab sofort den Zeichenstift von Tony Moore überreicht bekommt. Anfangs noch ein wenig ungewohnt stellt sich sehr schnell die passende Stimmung ein. Doch neben all dem Drama welches Robert Kirkman, Charles Adlard und Cliff Rathburn hier präsentieren gibt es auch erfreuliches. Neue Liebe zum Beispiel. Auch durch solche Ereignisse kann man die Gruppe dezimieren. Es muss nicht immer der Tod sein.
Und in genau solchen Momenten schwingt auch immer etwas Hoffnung mit die für die Zukunft der Flüchtlingsgruppe ein Ziel darstellt. Immerhin gilt es noch immer einen Ort zu finden an dem sich die Gruppe niederlassen kann und sicher ist vor den Angriffen der Zombies.

„The Walking Dead #2: Ein langer Weg“ bei Cross Cult kaufen
„The Walking Dead #2: Ein langer Weg“ bei Amazon kaufen

The Walking Dead #1: Gute alte Zeit [CrossCult, Januar 2006]

Es gibt Comicserien die ziehen einen sofort in den Bann und dann gibt es Serien die jahrelang an einem vorbeiziehen. Bei mir ist dies mit The Walking Dead so passiert. Zwar habe ich die Serie schon ab Band 1 wahrgenommen, aber immer irgendwie verschoben. „Kann man ja später mal antesten.“ oder „Vielleicht beim nächsten Mal.“ waren dabei solche Gedanken. Wenn man dann aber auch noch wie in meinem Fall keinen Comicshop mehr im Wohnort hat und der nächste erst in der nächsten Großstadt anzufinden ist, dann hat man auch nur selten die Möglichkeit in so etwas hineinzuschnuppern und durchzublättern.
Lange Rede kurzer Sinn. Nachdem ich nun im Paniniforum durch die Rezensionen von anderen Lesern angestachelt war, habe ich mir durch einen User dort gleich die ersten 5 Bände zu einem guten Preis erstanden.

Und was ist das Ergebnis?

Ich bin begeistert. Darum hier nun meine Erfahrungen und mein Ergebnis zum ersten Band dieser wirklich aussergewöhnlichen Reihe:


The Walking Dead #1: Gute alte Zeit

Officer Rick Grimes wird bei einem Einsatz angeschossen und schwer verletzt. Wochen später erwacht er im Krankenhaus und findet sich zuerst ganz alleine in den verlassenen Fluren wieder. Kein Arzt, keine Krankenschwester, keine anderen Patienten. Niemand. Erst als er sich ein wenig durch das Krankenhaus manövriert findet er Leichen. Doch etwas stimmt mit diesen Leichen nicht. Sie sind seltsam ausgemergelt und einige davon bewegen sich noch. Sie sind nicht tot, sondern leben. Oder es sind einfach lebende Tote. ZOMBIES!
Schnelle flüchtet Rick aus dem Krankenhaus um nach Hause zu kommen und nach seiner Familie zu sehen. Dort angekommen findet er aber nur ein leeres Haus vor. Verzweifelt setzt er sich auf den Bordstein vor seinem Haus, als ihn ein kleiner Junge mit einer Schaufel bewusstlos schlägt. Der Junge gehört zu Morgan Jones, der sich im Nachbarhaus einquartiert hat. Zusammen begeben sie die beiden nach ein paar Tagen ins Polizeiquartier um sich dort mit Waffen und Fahrzeugen einzudecken, bevor sich deren Wege wieder trennen und Rick sich auf den Weg nach Atlanta macht, weil im Morgan sagte, das in Atlanta eine Sicherheitszone eingerichtet worden wäre.
Doch in Atlanta angekommen muss Rick feststellen, das die Stadt von Zombies übervölkert ist und offenbar niemand mehr dort lebt. In einem unbeachteten Moment wird Rick von den Zombies angegriffen und nur mit Hilfe eines jungen Mannes gerettet, der Rick ausserhalb von Atlanta in ein Camp bringt, in dem er Personen wiederfindet, die er fast schon abgeschrieben hatte…
FAZIT:
The Walking Dead beginnt wie eine typische Zombieserie, entwickelt sich dann aber mehr in ein Drama als in eine Horrorgeschichte. Diese Gratwanderung gelingt bisher ganz gut, und dies liegt unter anderem auch an den gelungen und stimmungsvollen Zeichnungen und der Wahl als Schwarz/Weiß-Comic anstatt Farbe. Die „fehlende“ Farbe erweist sich sogar als sehr hilfreich um selber in die Geschichte einzutauchen und sich von der Stimmung gefangen nehmen zu lassen.
Auch sehr gelungen finde ich persönlich die Tatsache das die Zombies weniger als Schockmomente dienen, als vielmehr als gesamte und immerwährende Bedrohung die jederzeit präsent ist und zuschlagen könnte. Dadurch baut sich eine besonders dramatische, fast thrillerartige Spannung auf, in die die Zwischenmenschlichen Geschicke erfolgreich verknüpft werden.
Neue Freundschaften werden geknüpft, alte Liebe wiederentdeckt und frühere Freunde können plötzlich die ärgsten Feinde werden.
The Walking Dead bietet einfach alles was eine erfolgreiche und spannende Comicserie haben muss, und ist daher eine unbedingte Kauf- und Leseempfehlung für alle die gerne mal abseits des typischen Superheldenmainstreams etwas konstant Gutes finden möchten.

CrossCult veröffentlicht die Serie hier in Deutschland nicht im üblichen Heft oder Tradeformat, sondern greift dafür lieber auf das verlagstypische Hardcover-Kleinformat von 21,4 x 14,4 x 1,8 cm zurück. Darin werden die US-Sammeltrades veröffentlicht und auch wenn man dies anfangs denken mag, so wirkt sich die Verkleinerung der Seiten nicht negativ aus und die Seiten, deren „Kolorierung“ (wenn man denn überhaupt davon sprechen kann bei diversen Grautönen) als auch der Seitenaufbau und die Panelaufteilung funktionieren immer noch perfekt.
Des weiteren gewinnt die Serie dadurch auch an einer „äusseren“ Aufwertung durch die edle Aufmachung mit reichlich Bonusmaterial und Hintergrundinformationen. Als kleiner Gag ergibt sich beim aneinanderreihen der Cover der Bände ein fortlaufendes Motiv, aber dies nur als kleines unnützes Wissen am Rande.

„The Walking Dead #1 – Gute alte Zeit“ bei Amazon kaufen
„The Walking Dead #1 – Gute alte Zeit“ bei CrossCult kaufen

Wanted (oder: Warum Mark Millar es immer wieder schafft neue Maßstäbe zu setzen?)


Wanted

Wesley Gibson ist ein Looser. Ein verweichlichter, verfluchter Schwächling. Seine Freundin vögelt seinen besten Freund und seine Chefin fickt ihn jeden Tag verbal in den Arsch. Das das nicht so bleiben kann ist auch Wesley klar. Als plötzlich eine Junge Frau namens Fox an ihn herantritt und ihm klarmacht, das sein Vater, der ihn und seine Mutter mit 18 Monaten verlassen hatte, plötzlich ermordet wurde und ihm nicht nur sein Vermögen, sondern auch seine Position als der weltbeste Killer hinterlässt, muss sich Wesley entscheiden. Weiter wie ein Schwächling vom Leben in den Arsch getreten zu werden, oder der Welt ein „Fick dich!“ entgegenschreien und die Zügel selbst in die Hand zu nehmen. Wie nicht anders zu erwarten, entscheidet sich Wesley für das letztere und bekommt von „Der Bruderschaft“ nicht nur die besten Waffen, sondern auch die beste Ausbildung. Schnell entwickelt sich Wesley zu einem skrupellosen Killer und einem der Top-Gangster der Bruderschaft.
Aber ebenso schnell ziehen dunkle Wolken auf. Sein Mentor, Professor Solomon Seltzer, wird von Mister Rictus und seinen Männern ermordet, und auch seine ehemaligen Freunde innerhalb der Bruderschaft wenden sich gegen ihn und Fox. Als sich auch noch der Mord an seinem Vater nicht als ganz klar herausstellt muss Wesley erneut wichtige Entscheidungen treffen…
FAZIT:
Wanted ist hart, brutal und aussergewöhnlich. Zum einen zeigt es eine Gesellschaft die jeglichen Glauben an das Gute verloren hat, zum anderen wird trotzdem noch ein Schimmer der Hoffnung offenbart. In einer Welt in der sämtliche Superhelden ausgelöscht wurden (oder von ihrer eigenen Existenz nichts mehr wissen) und nur noch die Bösewichte regieren, versucht Wesley seinen Platz zu finden. Dabei hilft ihm vor allem die neue Freundschaft zu Fox und der Bruderschaft. Das aber Freundschaft nicht ewig währt und manchmal auch schmerzhaft enden kann ist dabei genauso ein Teil der Erfahrung, wie die Tatsache das jegliche Handlungen auch irgendwann ihre Konsequenzen fordern. Das diese nicht immer einfach sind ist keine Überraschung und fordert nicht nur von Wesley sein ganzes Geschick zur Klärung.
Für Freunde von etwas unkonventionellen Superheldencomics, die sich vor extremer Gewalt und verbalen Entgleisungen nicht fürchten, ist Wanted eine klare Leseempfehlung. Wer von Superhelden eher Abstand nimmt kann gerne mal einen Blick riskieren, sollte dabei aber seine genretypischen Erwartungen nicht allzu eng setzen.

Wanted bei Amazon kaufen
Wanted bei Panini kaufen

Spawn #99 (Panini, Januar 2012)

Spawn #99

Nach der „Wunderheilung“ an einem Reporter sind Sara und Jim spurlos verschwunden. Auch Twitch der noch immer an Sams Krankenbett die Stellung hält und aus den Nachrichten von dem „Heiland“ erfährt, sieht darin die Chance Sam zu retten. Sofort macht er sich auf die Suche nach Al Simmons ohne von dessen Schicksal zu wissen. Auch Jim bzw. das Kostüm hat sich in die alte Alley zurückgezogen und trifft dort auf ein paar nicht zu unterschätzende Gegner…
FAZIT:
Ab dieser Ausgabe kommt zu den bisher einigermaßen ruhigen Passagen die extreme Action dazu in derer Spawn mal wieder ziemlich heftigen Gebrauch von seinem Symbionten macht. Doch auch wenn Al schon einiges mit dem Kostüm veranstaltet hat so scheint Jim schon jetzt eine gewisse Stärke (oder vielleicht auch eben nicht) zu besitzen. Was Jim gegenüber auf jeden Fall zu fehlen scheint (und das obwohl Al Soldat war) ist eine gewisse Hemmschwelle was die Anwendung von Gewalt betrifft. Denn obwohl Jim einerseits als Heiland auftritt ist er in seiner Rolle als Spawn das genaue Gegenteil, ein skrupelloser Todbringer.
Insgesamt eine Klasse Mischung aus Action und Dramatik, die mich schon neugierig auf die Jubiläumsausgabe #100 macht.

Spawn #98 (Panini, Oktober 2011)

Spawn #98

Das Interview hat Jim leider nicht sehr viel gebracht, ausser das er vor laufender Kamera einen behinderten Jungen geheilt hat. Das sorgt natürlich für eine Menge Aufsehen und auch dazu das alle Personen in Jims Umfeld plötzlich für die Presse interessant werden. Dieser Paparazzi-Auflauf sorgt leider dann auch dafür das Jim beinahe einen Fehler begeht, als es auf ihn ankommt. Auch was seine Vergangenheit angeht kommt Jim auf ungewohnte Art und Weise weiter…
FAZIT:
Das neue Dreamteam zaubert weiter. Ist zwar eine ziemlich Großspurige Aussage, aber es trifft so ziemlich das was Spawn derzeit bei mir hervorruft. Es wird düsterer, härter und realistischer. Spawn wird endlich das, was er zumindest seinem Aussehen und Auftreten nach wohl schon immer sein sollte. Ein ungezügelter Kämpfer der seinen eigenen Weg unbeirrbar und direkt geht ohne auf Verluste zu achten und dennoch irgendwie ein Mensch geblieben ist. Bisher zumindest…!

Spawn #97 (Panini, Juli 2011)

Spawn #97

Jim Downing ist noch immer ein Unbekannter. Weder er selbst weiß wer er ist, nochirgendjemand anderes scheint ihn zu kennen oder früher gekannt zu haben. Das will Jim ändern indem er in einer landesweiten Talkshow auftritt in der Hoffnung so Infos von irgendjemandem aus Amerika zu bekommen. Doch das Interview ist nicht das einzige das Jim belastet. Kurz vor dem Interview muss Jim die Bekanntschaft eines mysteriösen Mannes machen, der behauptet Informationen über Jim und sein früheres Leben zu besitzen…
FAZIT:
Das neue Team im Leben des Spawn bringt frischen Wind und sehr viel Finsternis mit. Sowohl grafisch als auch erzählerisch werden neue Wege eingeschlagen. Nach der großen Prügelorgie in der US-#200 wird es ruhiger und textlastiger. Doch ich muss sagen mir persönlich gefällt es sehr gut. Jims Vergangenheit ist zwar nach wie vor eine riesiges Rätsel, aber ein interessantes.
Auch die Zeichnungen gefallen mir sehr gut. Szymon Kudranskis Stil ist nicht wirklich neu und sehr düster, passt aber perfekt zur aktuellen Situation um die arme verlorene Seele.