Der Punch Nr. 1 [PlemPlem Productions, März 2014]

Die kleine Independent-Ideenschmiede, PlemPlem Productions, rund um Christopher Kloiber wächst und gedeiht, und das vor allem wegen seines inzwischen sehr abwechslungsreichen Portfolios. Ein weiterer Neustart stellt hierbei die Kombination von Musik und Comic der Band apRon dar. Noch bevor die Ausgabe am 3. März erscheint durfte ich bereits einen Blick riskieren und mir eine eigene Meinung bilden, die ich euch nun hiermit kundtun …

Der Punch

Erben kann so etwas Schönes sein. Doch warum muss Herr Kleinmann ausgerechnet ein altes Herrenhaus von seinem Großonkel erben? Während seine Frau die Umstände noch recht gelassen sieht und das Haus gerne schnellstmöglich zu Geld machen möchte, entdeckt Herr Kleinmann auf dem Dachboden eine Truhe. Eigentlich wäre er niemals dorthin gegangen, während seine Gattin mit dem Notar die Formalitäten klärt, aber eine geheimnisvolle Stimme schien ihn gerufen zu haben. In der Truhe entdeckt er eine Harlekin-Handpuppe, welche in den letzten Lebensjahren seines Großonkels ein treuer Begleiter war. Die Tatsache, dass dieser nur noch mit dieser Puppe gesehen wurde, sorgte dafür, dass er schnell als „GaGa“ abgestempelt wurde. Nun jedoch scheint Herr Kleinmann an die Stelle seines Großonkels zu treten und mysteriöse Veränderungen in seinem Verhalten werden sichtbar. Doch wer oder was ist die Puppe und wie kann sie Menschen derart manipulieren …?

Ein mysteriöses Haus auf einem einsamen Gipfel.

Die Geschichte an sich ist schon ziemlich merkwürdig. Erbschaften und verlassene Herrenhäuser die Geheimnisse in sich bergen sind nicht neu und wurden, um ehrlich zu sein, auch schon einige Male wesentlich beeindruckender in Szene gesetzt. Viel interessanter ist jedoch die Kombination von Musik und Comic. Denn jedes Kapitel des Comic hat einen Track des kommenden, gleichnamigen Albums zur Grundlage. ApRons Der Punch könnte man durchaus als symbiotisches Gesamtwerk sehen, welches durch die Verschmelzung der Musik mit der Handlung und den Zeichnungen des Comicheftes ein völlig neues Erlebnis erschafft. Schon früher gab es Comics, welche mit musikalischer Untermalung „besser“ funktionieren sollten, und dies sogar einige Male schafften, wie z.B. Splitters Die Toten, denen auch eine Playlist für ein intensiveres Leseerlebnis beilag.

Auch von innen ist das Anwesen alles andere als normal.

Nicht nur die Handlung, auch die Zeichnungen lassen eine gewisse Ähnlichkeit zu Neil Gaimans Coraline aufkommen. Egal ob nun gewollt oder ganz unbewusst, diese Assoziationen lassen sich nicht von der Hand weisen. Verantwortlich hierfür ist vor allem der Zeichenstil, der ähnlich „schräg“ daherkommt, wie der gleichnamige Animationsfilm zu Coraline. Während Gaimans Original, umgesetzt von Graig P. Russell einen wesentlich realistischeren Grafikstil verwendet, nutzt der Animationsfilm stark stilisierte Puppen. Ähnlich sind die Figuren bei Der Punch gestaltet und auch das Setting und Backgrounddesign scheint aus dem Storyboard des Coraline-Films zu stammen. Grundsätzlich ist dies nicht schlechtes und auch zur durchaus verqueren Geschichte passt dies sehr gut. Das Figurendesign ist dabei einerseits sehr außergewöhnlich, wenn man sich die Anatomie ansieht, und andererseits wieder ziemlich bieder, wenn es um den verwendeten Kleidungsstil geht. Unterstützt wird das Gesamtbild hierbei von der minimalistischen Farbgebung, welche größtenteils aus Schwarz, Weiß und diverse Graustufen besteht und nur gelegentlich durch einen sanften Rot-Ton aufgelockert wird.

Kleinmanns Großonkel zusammen mit der geheimnisvollean Handpuppe.

FAZIT:

ApRons Der Punch ist sicher kein Meilenstein, aber eine gelungene Idee zur Verschmelzung von Musik und Comic. Autor Andreas Kuhn und Zeichner Andi Papelitzky haben sich sichtlich vom Animationsfilm zu Neil Gaimans Coraline inspirieren lassen, und es dennoch geschafft eine gewisse Eigenständigkeit zu bewahren. Der Punch ist auf 6 Hefte ausgelegt und könnte der Band apRon durchaus einen gewissen Auftrieb verleihen, wenn die folgenden Ausgaben das Niveau halten, oder sogar noch steigern können.

Vom Entwurf bis zur fertigen Seite.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2014 apRon/Plem Plem Productions

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