Matrix Comics #1 [Panini, März 2008]

Mit der heutigen Review begebe ich mich in die Tiefen der Matrix, mit dem ersten Comicband zu den drei Kinoblockbustern, auch wenn diese (zumindest die Teile 2 und 3) unter den Fans leider einen nicht ganz so guten Ruf genießen. Mir persönlich gefällt die komplette Trilogie als Gesamtwerk und auch die dazugehörige Animatrix. Aber wie ist es mit den Comics…?

Matrix Comics #1

12 Kurzgeschichten aus und rund um die Matrix präsentiert dieser erste Band.
Einzeln werde ich diese jetzt nicht aufführen, da dies den Rahmen sprengen würde.
Es werden in diesen 12 Kurzgeschichten sowohl Elemente aus den 3 Filmen, wie der Angriff auf die Pequod und die Entstehung des Brotfestes von Zion erzählt, als auch neue Geschichten die das Matrix-Universum erweitern. Wie ein Roboter innerhalb der Matrix jemanden ermordet um seine eigene Verschrottung zu verhindern, wie Menschen innerhalb der Matrix plötzlich deren Existenz entdecken und wahrnehmen und wie verschiedenen Menschen die „Befreiungsangebote“ unterbreitet wurden und manche auch aus der Matrix befreit wurden. Auch wie manche Geschichten und Mythen ausserhalb der Matrix entstanden und sich etabliert haben wird erläutert und natürlich auch wie das ganz normale Leben innerhalb der Matrix immer wieder repariert und korrigiert wurde…
FAZIT:
Für mich als Fan und Freund der gesamten Matrix-Trilogie (ja mir gefallen tatsächlich alle 3 Teile) waren die beiden Bände natürlich ein Pflichtkauf. Auch wenn ich zugeben muss, das ich den Coverpreis von doch stolzen 19,95€ für gerade einmal 164 Seiten 2008 nicht hatte zahlen können. Um so glücklicher war ich das ich die Bände auf Ebay für gerade mal 10 € je stück erwerben konnte. Doch ich muss zugeben das sie auch den vollen Preis wert gewesen wären.
Für diese 12 Kurzgeschichten sind 11 hochrangige Comickünstler gebeten worden einige sher beeindruckende Arbeiten abzuliefern. Neben Top-Zeichnern wie Bill Sienkiewicz, Dave Gibbons, Ted McKeever, David Lapham, Paul Chadwick und Gregory Ruth sind auch herausragende Autoren mit an Bord. Darunter die Matrix-Schöpfer Larry und Andy Wachowski und Neil Gaiman der aber keinen Comic abliefert sondern mehr einen Kurzroman mit ein paar eindrucksvollen Illustrationen von Bill Sienkiwicz und Gregory Ruth.
Zusammenfassend ist Band 1 der Matrix Comics eine gelungen Ergänzung zu den Filmen mit aussergewöhnlichen Geschichten, auch wenn so mancher Story ein bisschen der Biss fehlt und wieder andere ein wenig zusammenhanglos wirken. Bei einigen Geschichten wirkt es sogar so als müssten diese an bestimmten Stellen im Film „platziert“ werden um am besten zur Geltung zu kommen.
Auch erwähnenswert und schön finde ich das Comic-Urgestein Michael Nagula hier mal wieder seine Übersetzerkünste anbringen durfte. Für mich als alter Condor-Hase waren das sehr schöne Erinnerungen und auch ein wenig ein altbekannter Schreib/Lesestil.

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Danger Girl: Kamikaze [Dino/Panini, Februar 2003]

Heute gibt es heisse Agentenaction mit den Danger Girls…

Danger Girl: Kamikaze

Die Danger Girls waren schon immer etwas fürs Männerauge. Das ändert sich auch in diesem Band nicht. Zum Glück. Es erwartet den geneigten Leser wieder eine herrliche Agentenparodie, mit den Bösen Nazi-Nachkommen (und ein paar vergessenen Swastikas, die die Retuschierungen überstanden haben), die eine alte Wunderwaffe suchen. Mit Hilfe dieser Waffe, dem Positronium, will die neue Macht der Kama (was auf Deutsch „Sichel“ bedeutet) die Weltherrschaft an sich reissen. Das zu verhindern liegt wieder einmal in den wunderschönen Brüs… äh Händen der Danger Girls. Mit viel Körpereinsatz und herrlichem einfachen Humor sind die Girls einfach nur Unterhaltung pur.
Fazit:
Die Danger Girl Reihe war noch nie bekannt für Tiefgang oder ernst zu nehmende Themen. Schon immer wussten die Autoren und Zeichner, die „Talente“ der Akteurinnen gekonnt in Szene zu setzen. Gemischt mit einer Prise Humor, Slapstick, Fanservice, Spannung und den gekonnten Seitenhieben auf Agentengeschichten und Superheldenstorys können die Danger Girls überzeugen. Wenn man nicht zuviel Story oder komplexe Handlungsbögen erwartet, ist man bestens unterhalten.

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Der Band ist ansonsten auch für relativ schmales Geld bei Ebay oder den üblichen Comicmarktplätzen zu finden.

Lenore #1: Kopfnüsse [Panini, April 2012]

Bereits Ende Mai hat mein Blogkollege Zerodeadeye, sich diesem Band angenommen, weil es ihm auch eine Herzensangelegenheit war. Was mein geschätzter Kollege damals noch nicht wusste, war dass ich bereits bei Panini wegen eines Rezensionsexemplares dieses Bandes angefragt hatte.
Diese Woche kam dann besagter Band an und ich habe überlegt, ob es sich überhaupt noch lohnt einen Artikel über dieses Werk zu machen, wo es doch schon mein Kollege getan hat. Letzten Endes kam ich zu dem Entschluss, dass es doch sein muss. Immerhin kann eine zweite Meinung dazu noch unschlüssige Käufer überzeugen oder vom Kauf abhalten.

Daher könnt ihr hier nun meine Meinung zu dem Band lesen…

Lenore #1: Kopfnüsse

„Kopfnüsse“, der erste Band von Roman Dirges „Lenore“ sammelt die ersten vier (vollständig kolorierten) Originalausgaben der inzwischen über 14 Jahre alten Serie um das kleine tote Mädchen, welches an Edgar Ellen Poes Gedicht „Lenore“ angelehnt ist. Lenor erlebt nicht nur aussergewöhnliches und lässt den Leser daran teilhaben wie sie „wiedergeboren“ wurde, sondern zeigt auch wie sie sich den Widrigkeiten des alltäglichen Lebens entgegensetzt.
Sei es das Babysitten, welches trotz aller gutgemeinten Handlungen so überhaupt nicht gelingen will, oder aber wie sie sich den liebestollen Avancen eines aufdringlichen Charmeurs namens Mr. Gosh. Aber Lenore ist nicht alleine in ihrer skurrilen und schaurig schönen Welt. Sie hat Freunde, Feinde und Bekannte, wie Soylent Green, Lumpenkarl, Georgie Porgie oder Mr. Puffy.
FAZIT:
Lenore ist einfach nur liebenswert. Sie ist fast kindlich naiv und hat dennoch eine gewissen Berechenbarkeit in ihren Handlungen. So ist es für sie selbstverständlich, das wenn eine nette Frau sie mit dem typischen Kinderspiel „Ich habe deine Nase“, als Konter mit dem Messer deren Nase aneignet. Sie denkt dabei an nichts böses. Sie ist einfach so.  Ausserdem scheint sie das Unglück irgendwie magisch anzuziehen was sehr oft zu unfreiwillig komischen Einlagen führt.
Was Lenore auch nicht so wirklich kann, ist mit hilfsbedürftigen Lebewesen umgehen. Seien es Kinder oder Tiere. Irgendwie schafft es keiner ihren übermäßig liebevollen Anwandlungen lebend zu entkommen. Roman Dirge präsentiert diese und auch Einblicke in sein eigenes Leben mit einer Mischung aus Tim Burtons verrückten Wunderwelten wie „Sleepy Hollow“ und „Nightmare before Christmas“ mit den humorvollen und lehrreichen Büchern von Dr. Seuss.
Die Zeichnungen sind von minimalistisch bis extremst detailliert, aber immer passen zur jeweiligen Geschichte und werden nur ein wenig von dem gelegentlich unpassenden Einsatz von zu viel Computereffekten getrübt. Doch zum Glück kommt dies nicht allzu oft vor.
Jeder der auch nur ein wenig Gefallen an schwarzem Humor findet, und auch mit Edgar Ellen Poe keinerlei Probleme hat, sowie sich in den verrückten Filmwelten von Tim Burton wohl fühlt, ist mit Lenore bestens bedient. Wie mein Kollege schon schrieb wächst einem das kleine tote Mädchen sehr schnell ans Herz, wobei man aber auch auf sein eigenes Leben aufpassen sollte. Denn wer Lenore zu nahe kommt… 😉

ZUSATZINFO:
Im Februar 1998 erschien die erste Ausgabe von Lenore beim amerikanischen SLG Publishing-Verlag zu dem auch das Imprint Slave Labor Graphics gehört. Dort erschienen in unregelmäßigen Abständen bis zum Juli 2007, 13 Ausgaben von denen die ersten 12 in drei Trades gesammelt und neu aufgelegt wurden. Bereits 1 Jahr nach dem Start von Lenore wurde die Serie für den Will Eisner Comic Industry Award als „Best Humor Publication“ und „Best New Series“ nominiert. Leider musste sich die Serie dann Marvels „Inhumans“ von Paul Jenkins und Jae Lee (Best New Series) und Sergio Aragones „Groo“ (Best Humor Publication) geschlagen geben.
Seit August 2009 erscheint eine zweite Serie beim britischen Titan Books-Verlag die noch immer, wenn auch wieder unregelmäßig, läuft und dessen bisher letzte Ausgabe (Nummer 5) im Frühjahr diesen Jahres veröffentlicht wurde.
Ausserdem gibt es von Lenore auch eine inzwischen 26 Folgen umfassende Animationsserie die auf den Namen „Lenore: The Cute Little Dead Girl“ hört und von Adelaide Productions produziert und Sony Pictures Entertainment vertrieben wird. Da die Serie eigentlich eine Webserie ist, kann sie auch auf der Seite von Spookyland online angesehen werden. Dort stehen alle 26 Episoden ganz legal und kostenlos zur Verfügung.

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GEWINNSPIEL:
Wer jetzt „Blut“ geleckt hat und das kleine tote Mädchen unbedingt kennenlernen möchte hat hier die Gelegenheit das mir von Panini zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar zu gewinnen. Was ihr dafür tun müsst? Ganz einfach.

„Welches Gedicht stand Pate für Roman Dirges kleine Lenore?“

Schickt mir das vollständige Gedicht (in der deutschen Sprachfassung) per Mail an:
Blogmail

Unter allen richtigen Einsendungen die neben dem Gedicht auch ihre vollständige Anschrift angegeben haben, wird der Gewinner ermittelt.

Das Gewinnspiel ist ein freiwilliges und rechtlich nicht bindendes Angebot des Blogbetreibers. Eine Teilnahme ist freiwillig und unverbindlich. Jegliche Daten werden nach Ablauf des Gewinnspiels sofort gelöscht. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Teilnahmeschluss ist der 21. Juli 2012.

Weissblechs Weltbeste Comics #21: Bella Star – Schamlos im Weltall [Weissblech Comics, Mai 2012]

INHALT:
Als Bella durch ein ungünstiges Missgeschick in ihrem Kleiderschrank ihre Kleidung verliert – und es nicht verantworten kann ihre Crew durch ihre Nacktheit abzulenken – beschließt sie einen Planeten mit Einkaufszentrum anzusteuern. Grok stinkt das, Sönke freut’s, denn der muss seit dem letzten Abenteuer in ‘nem riesigen Amazonenhemd rumlaufen. Leider entpuppt sich der Planet als alles andere denn ein Einkaufsparadies für Weltraumreisende. Und dann kommt’s noch dicker, denn Bella und ihre tollkühne Crew werden in ein frivoles Abenteuer geworfen, in dem es um nicht weniger als die Zukunft der Galaxis geht. Ihr Gegner? Ein Monster, eine Bestie, schlimmer als die Geldeintreiber der GEZ…

KRITIK:
Es ist noch gar nicht allzu lange her, dass sich Bella Star durch den Abschluss der epochalen ABENTEUER AUF DEM PORNOPLANETEN Saga schlüpfte, da wartet bereits das nächste Abenteuer auf Bella, Grok und Sönke Penner – aka Der Grapsch… oder ist’s andersrum? Komplett aus der Schreibmaschine, der Feder und dem Farbkasten des Weissblech Obermotzes Levin Kurio, wird diese Episode allerdings ein wenig weniger pornös, schließlich erscheint SCHAMLOS IM WELTALL in der Reihe WWC – und das meint nicht etwa ein untergangenes Wrestling Franchise, sondern Weissblechs Weltbeste Comics – und diese Heftchen sind immerhin frei verkäuflich.

Doch keine Sorge, Freunde schmutziger Sauereien, es wird deswegen nicht weniger frivol, nur ein bisschen weniger explizit. Darum gibt’s bereits auf Seite 4 – nach Weissblechzählung, nech – die ersten freizügigen Freizügigkeiten unserer schamlosen Bella. Ganz nebenbei und gut versteckt gibt’s obendrauf eine schöne Portion Anstoß – hrhr – um die Geschichte in die richtige Richtung zu lenken. Kurio nimmt sich dabei für die Exposition schön viel Zeit und führt erst einmal alle wichtigen Nebencharaktere ein – hrhr –, und etabliert das Setting ehe wir den Antagonisten das erste Mal zu Gesicht bekommen. Manchmal funktioniert eine lange Einführung, manchmal nicht. In diesem Fall jedoch ist alles gut gegangen, denn bis zur Einführung –hrhr – des GEZ… äh des GGV wird die Spannungsschraube kontinuierlich angedreht. Für den Rest sorgen die spritzigen –hrhr – Dialoge. Zwar fallen die Akte 2 und 3 der Geschichte, dafür ein klitzekleines bisschen kürzer aus und die Klimax – hrhr – kommt fast ein wenig zu plötzlich, doch daran wollen wir uns nicht weiter stören. Dafür gibt’s schließlich Action pur. Und, dass das letzte Panel zu erahnen war, soll uns die Freude nicht nehmen, denn ein wahrlich unterhaltsamer Abschluss ist das alle mal.

Die Zeichnungen sind durchgehend Kurios, die Farben poppig – hrhr – und wissen durch ihren ganz eigenen Charme zu überzeugen – nicht jeden, das ist. Meine Freundin fragt mich jedes Mal auf’s neue, wie ich für den Schund Geld ausgeben kann. Wie? Ganz einfach, mit dem guten Gefühl mal wieder etwas für meine kulturelle Bildung getan zu haben… oder so.

In diesem Sinne: „Friss Strahlen, du perverses Scheissding!!“

FAZIT:
Levin Kurio präsentiert mit SCHAMLOS IM WELTALL, der 21sten Ausgabe Weissblechs Weltbeste Comics, ein zwar jugendfreies, aber noch genug freizügiges Bella Star Abenteuer, dass mit einer ausgiebigen Exposition daher kommt, vollgepackt mit Sex und Spaß. Die Spannung kommt auch nicht zu kurz, in dieser gewohnt gekonnt bebilderten Geschichte um geheimnisvolle Artefakte, rödelnde Raketen und sexuelle Gelüste. Also: Kauf, kauf, marsch, marsch.

Zu kaufen direkt im Verlagslädchen oder beim Bonner Comic Laden.

28 Days Later: Die Zeit danach [Cross Cult, Juni 2007]

Nachdem ich bereits die Graphic Novel zu „Das letzte Einhorn“ (Mein Comic des Jahres 2011) hier vorgestellt habe, präsentiere ich heute einen weitere Comicadaption zu einem Film…

28 Days Later: Die Zeit danach

Eine Gruppe von Wissenschaftlern arbeitet an einem Virus, um die sich aufkeimende Wut im Zaum zu halten. Doch dabei geht etwas schief. Bei den Tests an Schimpansen kommt es zu einem folgenschweren Fehler auf Grund dessen ein neuer Virus auf die Menschheit losgelassen wird, der nicht etwas die Wut eindämmt sondern ihr freien Lauf lässt.
Das Ergebnis sind Zombieähnliche Kreaturen die von nun an ganz England zu erobern versuchen. Und die ersten Opfer sind ahnungslose Menschen im Park. Ab da breitet sich das Chaos ungebremst aus und schon bald ist fast ganz England von den Monstern überrannt…
FAZIT:
Was als Film funktioniert muss als Comic noch lange nicht funktionieren, aber diesmal tut es das sogar sehr gut. 28 Days Later – Die Zeit danach ist zwar vom Titel her ein wenig verwirrend, da die Story nicht nur nach den Ereignissen im Film spielt, sondern sogar die Vorgeschichte dazu liefert. Maßgeblich dafür verantwortlich das die „Comicadaption“ funktioniert ist sicherlich „30 Days of Night“-Schöpfer Steve Niles. Er präsentiert eine dichte und furchterregende Atmosphäre die von den Zeichnern Dennis Calero, Diego Olmos und Nat Jones hervorragend in Szene gesetzt wird.
Für Fans der Filme ist dieser Band auf jeden Fall einen Blick wert.

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