The Ring Series #1: Ring (1) [Egmont Manga & Anime, Mai 2004]

Mit der heutigen Review wird es mysteriös. Vielleicht kennen ja einige von Euch die wirklich tolle Horror-Mystery-Filmreihe „The Ring“ aus Japan, in der ein verfluchtes Videoband jedem der es ansieht nach genau sieben Tagen den Tod bringt. Neben den zahlreichen Filmen die sich dem Roman von Koji Suzuki angenommen haben (inklusive der amerikanischen Remakes) gibt es auch eine sechs Bände umfassende Manga-Adaption. Heute möchte ich mit dem ersten Band dieser Reihe, welche hier in Deutschland von EMA (Egmont Manga & Anime) veröffentlicht wurde, beginnen.
Gleitet nun mit mir zusammen hinab in die schaurigen Welten des Fluches und Mysteriums von „Th Ring“…

The Ring Series #1: Ring (1)

Alles beginnt mit dem seltsamen Tod eines Mädchens und einer Videokassette. Jeder der diese Videokassette ansieht, stirbt genau eine Woche später. Das letzte Opfer ist eine Verwandte der Reporterin Reiko Asakawa die sich sofort auf die Suche nach dem Video und der Lösung des Rätsels macht. Schnell findet sie den Ort und das Video mit dem alles begann. Reiko sieht sich das Video an und hat ab sofort nur noch eine Woche zu leben. Nun muss sie schnell das Rätsel lösen um nicht zu sterben. Dabei greift sie auch auf die Unterstützung ihres Ex-Mannes zurück. Leider bleiben die Erfolge aus und als auch noch Reikos Sohn versehentlich das Video ansieht rennt die Zeit davon…
FAZIT:
Die Manga-Umsetzung des Erfolgsromanes von Kôji Suzuki kommt ebenfalls sehr dicht und atmosphärisch herüber. Leider erreicht er dabei nicht annähernd die beklemmende Atmosphäre des Romanes und schrammt ähnlich wie der Film an den wirklichen Angstgefühlen nur vorbei. Das liegt zum einen auch an der sehr spärlichen visuellen Umsetzung. Die Figuren wirken allesamt als wären sie noch Teenager und selbst alte Menschen jenseits der 50 haben Baby-Popo glatte Haut. Das macht sehr viel kaputt. Die Spannungssequenzen werden zwar durch gelungen Schwarz/Weiß-Abstufungen und Schraffuren herrlich in Szene gesetzt, aber wenn die Figuren dabei nicht stimmen wirkt das eher komisch als beängstigend.

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Shadow Lady #3 [Carlsen, Juli 2009]

Mit der heutigen Review beschließe ich auch schon wieder die leider nur sehr kurze Mangareihe, aber es wird nochmal lustig…


Shadow Lady #3

Nachdem der erste Zauberer ein schweres Kaliber darstellte, waren die 2 folgenden eher einfach einzufangen. Auch der vierte ist keine wirkliche Herausforderung, zieht aber dennoch ein ganz schönes Chaos nach sich. Nicht nur das Shadow Lady inzwischen nicht nur als Diebin sondern auch als Mörderin gilt, macht die Sache nicht einfacher. Erschwerend kommt hinzu, das Honda von den Anschuldigungen gegenüber Shadow Lady sehr enttäuscht ist, und ebenfalls schwerere Geschütze auffährt. Als Bonus gibt es noch die Entstehung von Shadow Lady. Aimi ist ein unsportliches, schüchternes Mädchen und erhält von ihrer Oma die Magic Eye Shadow-Dose. Ihre Oma ist auch jene welche die Demota, den kleinen Dämon an Aimis Seite von einem kleinen Plüschtier zu einem Freund verzaubert.
Fazit:
Das Finale um Shadow Lady ist leider nicht das was ich erwartet habe. Es bleibt weit hinter den Erwartungen zurück, hat viele Handlungslöcher und wirkt insgesamt zu sehr gehetzt und gestaucht. Hier hätten der gesamten Geschichte zwei bis drei Kapitel mehr viel besser getan. Zum Glück wissen wenigstens die Zeichnungen noch zu überzeugen. Alles in allem bietet der dritte Band durchschnittliche Kost mit überdurchschnittlichen Zeichnungen.

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Shadow Lady #2 [Carlsen, April 2009]

Heute folgt auch schon der zweite Band aus der Mangareihe Shadow Lady von Masakazu Katsura…

Shadow Lady #2

Aimi hat es wirklich nicht leicht. Nicht nur das sie sich in den Polizisten Bright Honda verliebt hat, der wiederum ihr alter Ego Shadow Lady liebt, nein jetzt ist auch noch Lime aufgetaucht, die ebenfalls in Honda verliebt ist und Shadow Lady als Spark Girl herausfordert. Zu allem Überfluss kommen auch noch die 3 seltsamen Polizisten der Dämonenwelt „Bin“, „Ist“ und „Das“ um Aimis kleinen Gehilfen und Freund Demo wieder mit in die Dämonenwelt zu nehmen und dort zu exekutieren, weil er das Geheimnis des Magic Eye Shadow auf die Erde gebracht hat. So bleibt Aimi nur noch die Chance Demos Schicksal abzuwenden indem sie 5 geheimnisvolle Steine stielt in denen mächtige Zauberer eingeschlossen sind und den Polizisten der Dämonwelt aushändigt. Doch schon der Erste stellt ein größere Gefahr dar als es zuerst scheint…
Fazit:
Der zweite Band von Katsuras erotischer Love-Comedy entwickelt sich etwas mehr von der typischen Dreiecksgeschichte der Liebe, hin zu einem etwas mehr Mystery-Crime-ähnlichen Storyaufbau. Dabei entwickeln sich auch leichte Ähnlichkeiten zu früheren Magical-Girl-Serien ala Sailor Moon und Wedding Peach, ohne dabei so „süßlich“ zu werden. Nach wie vor stehen aber die besonders detaillierten Zeichnungen leicht, wenig oder gar nicht bekleideter Damen visuell im Vordergrund, immer wieder aufgelockert durch kleine SD-Elemente.

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Shadow Lady #1 [Carlsen, Januar 2009]

In den nächsten drei Tagen widme ich mich der dreiteiligen Mangaserie „Shadow Lady“ von Masakazu Katsura…

Shadow Lady #1

Eigentlich steckt hinter Shadow Lady die eher schüchterne und zurückhaltende Aimi, doch immer wenn sie ihr „Magic Eye Shadow“ aufträgt, verwandelt sie sich in die selbstbewusste, erotische und gewitzte Diebin „Shadow Lady“. Dabei narrt sie die Polizei in allen Situationen und mit allen Mitteln. Doch dann taucht Polizist Bright Honda auf und Aimi verliebt sich sofort in ihn. Honda jedoch hat nur Augen für Shadow Lady. Er will sie fangen um sie dann vom falschen Weg abzubringen.
Fazit:
Masakazu Katsura hat einen sehr slapstickartigen und leicht erotischen Humor. Das und die ebenfalls von ihm bekannten unglücklichen Liebesbeziehungen zeichnen diesen ersten Band der dreiteiligen Shadow Lady-Reihe aus, und das mit dem typischen Humor für den Meister Katsura schon bei DNA² und I“s bekannt war. Die Geschichte ist nicht sonderlich tiefgründig, aber witzig, wunderschön gezeichnet und mit einer Prise Romantic-Soap-Drama verziert.

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Hino Horror #4: The Collection #1 [Schreiber&Leser, November 2007]

Der vierte Band, den ich heute vorstellen möchte, stellt leider auch schon das Ende der Hino Horror-Reihe hier in Deutschland dar. Während USA und Japan mit 10 Bänden beglückt wurden, war der Serie hier in Deutschland leider nicht solch ein Erfolg vergönnt…

Hino Horror #4: The Collection #1

Der vierte und leider letzte Band der deutschen Ausgabe der Hino Horror-Reihe stellt eine Art Kollektion diverser Horror-Kurzgeschichten dar, die vom Meister Hideshi Hino selber präsentiert werden…
Zuerst erzählt Hino wie er in den Besitz eines menschlichen Augapfels kam, danach wie er einen mysteriösen Zauberspiegel in seinen Besitz brachte und seine Frau kennenlernte. Als nächstes präsentiert er ein Stück Menschenhaut mit einem tätowierten Spinnenmotiv, welches früher auf dem Rücken seines Vaters prangte, bevor er erklärt wieso sein kleiner Bruder in einem Marmeladenglas lebt. Als nächstes wird dem Leser eine Geschwulst präsentiert, welches zu seinem Großvater gehörte, der immer wieder von solchen Auswüchsen geplagt wurde, aus denen auch seltsame Dinge und Gestalten hervorbrachen, und danach wird die Geschichte um einen Hühnerkopf erzählt, der früher einmal seine Großmutter gewesen war, bevor er zuletzt von seinem besten Freund erzählt, der aus einem Ei geschlüpft ist, welches seine Großmutter vor ihrem Ableben gelegt hat…
FAZIT:
Insgesamt bin ich von diesem Band doch sehr enttäuscht. Das ganze wirkt wie eine krude unausgegorene Mischung aus halbgaren Ideen, Wiederholungen und Korrekturen vergangener Erzählungen, wobei einem manchmal der Gedanke kommt das Hino hier die Ideen ausgegangen sind. Ausserdem wird nach meinem Geschmack hier viel zu viel versucht das ganze autobiografisch anzulegen und dies stört nach meinem Empfinden das Gesamtbild merklich. Ausserdem nimmt diese Ansammlung an einfachen und reißerischen aneinandergereihten Geschichten das mystische was den Autor in den ersten Bänden ein wenig umgab.
Auch der Aspekt diese Geschichten als eine Art Erweiterung zu betrachten funktioniert leider nicht wirklich, da eben durch diesen autobiografischen Aspekt das ganze nicht wirklich funktioniert.
Zeichnungen, Bildkomposition, Schockmomente und das Spiel mit Licht und Schatten sind nach wie vor sehr gut und heben den Gesamteindruck merklich an, aber die Geschichten selber sind nach meinem Erachten im direkten Vergleich zu den vorangegangenen Bänden ein Reinfall.
Für Fans von einfachem Horror, die die ersten Bände nicht kennen, ist dieser Band bestimmt etwas sehr schönes und tolles, aber ansonsten wäre er für mich keine Kauf- und Leseempfehlung wenn man die anderen Bände schon kennt.

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Hino Horror #3: Black Cat [Schreiber&Leser, September 2007]

Und weiter geht es heute mit dem dritten Band der Hino Horror-Reihe vom Shodoku-Label des Verlages Schreiber&Leser…

Hino Horror #3: Black Cat

Eine schwarze Katze wird oft als Unheilsbringer gedeutet. Das muss auch die schwarze Katze im dritten Band der Hino Horror-Reihe erkennen, als sie nach und nach von ihren Katzenbrüdern/schwestern getrennt wird. Als letzte, alleine gelassen macht sie sich nun also auf den Weg und erlebt dabei allerhand Geschichten, von denen sie drei zum besten gibt…
Zuerst findet er Unterschlupf bei einem Zirkusclown, der eigentlich gar kein Clown ist, sondern nur ein Kartenabreisser, und selbst dieser Job steht auf der Kippe, da er mehr Zeit in den Alkohol als in seinen Job steckt. Und so macht er sich an das Werk seinen Job zu sichern. Er bastelt eine Puppe und wird plötzlich die Attraktion des Zirkus als Bauchredner. Doch schon bald scheint die Puppe mehr macht über ihn zu besitzen als er über die Puppe…
Danach erlebt die Katze wie ein kleiner Junge, der immer wieder von den anderen Kindern geärgert und von seiner Nachts arbeitenden Mutter verlassen wird, einen neuen Freund in einem schwarzen Hund findet. Anfangs nur Freunde entwickelt sich der Hund jedoch schnell zu seiner tödlichsten Rachewaffe, auch dann als seine Mutter mit einem neuen Freund als Vater für ihn auftaucht…
Zuletzt quartiert sich die schwarze Katze wegen des sehr kalten Winters bei einem streitsüchtigen alten Ehepaar ein. Jeden Tag bekriegen sich die beiden regelrecht, verletzen sich dabei sogar und unterstellen sich gegenseitig die wildesten Sachen. Irgendwann hat sich die Katze an die ganzen Streitereien und den Lärm gewöhnt als plötzlich Ruhe im Haus herrscht, weil die Dame des Hauses verstorben ist.
Viel schockierter ist sie aber dann als der verbitterte Mann seine tote Frau beschimpft und verprügelt. So schockiert ist sie das sie das Haus verlässt. Als sie aber nach ein paar Wochen nochmals das Haus besucht, traut sie ihren Augen nicht als sie beide wieder vergnüglich streiten sieht…
FAZIT:
Dieser Band ist eine sehr faszinierende Reise in die dunkle und teils verstörende Psyche der Menschen. Sei es Erwachsener, Kind oder Greis. Was sich in diesem Band offenbart ist seltsam, aussergewöhnlich und weit ab von der Art Horror der ersten beiden Bände. Wo Band 1 und 2 noch wesentlich mehr auf den visuellen Horror gesetzt haben, bzw. das Augenmerk richteten, da ist in diesem Band eher das subtile, psychische Horrorspielchen im Vordergrund.
Das wie und warum sich Menschen durch extreme Situationen verändern, das weshalb und wodurch verschiedenste Reaktionen des menschlichen Geistes ausgelöst werden und vor allem das worin sie sich flüchten. Für viele ist es eine Fantasiewelt, für manche einfach nur die nackte Erkenntnis der Wahrheit, doch immer ist es wie ein Schlag in die Magengrube, und dies schafft Hino hier wieder aussergewöhnlich zu porträtieren.
Für mich bisher der beste Band der Reihe und eine uneingeschränkte Empfehlung für Liebhaber des weniger offensichtlichen Horrors und der gemeinen Psychospiele.

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Hino Horror #2: Bug Boy [Schreiber&Leser, Juli 2007]

Weiter geht es heute mit dem zweiten Band der hier in Deutschland leider nur vier Bände umfassenden Reihe „Hino Horror“…

Hino Horror #2: Bug Boy

Wenn man aussergewöhnliche Hobbys und Interessen hat, wird man gerne zur Zielscheibe anderer. So ergeht es auch Sanpei. Er interessiert sich für alle Arten von Tieren, ganz besonders aber für Würmer, Schlangen, Ratten Raupen und vieles mehr. Er wird von seinen Mitschülern gejagt und gequält, und auch seine Familie ist keine Unterstützung für ihn. Stattdessen werden ihm seine schlechten schulischen Leistungen vorgeworfen und er wird ausgegrenzt. Immer wieder flüchtet er in seine Höhle auf dem Schrottplatz, wo er seine Freunde, die Tiere, versteckt hält.
Doch eines Tages wird Sanpei von einem seltsamen Wurm mit einem roten Stachel gestochen, und ab da beginnt eine grauenhafte Verwandlung. Nach und nach fallen ihm die Haare und die Zähne aus. Noch schlimmer wird es als ihm auch noch Arme und Beine abfallen und sich seine Haut immer weiter verfestigt bis sie fast Puppenähnlich ist und Sanpei offenbar stirbt.
Doch als er am Morgen erwacht, stellt er fest das er eben nicht gestorben ist, sondern sich in einen riesengroßen Wurm verwandelt hat. Anfangs versteckt ihn seine Familie noch, doch irgendwann können sie nicht mehr mit diesem „Monster“ der einst ihr Sohn und Bruder war unter einem Dach leben. Sie ermorden ihn und begraben ihn im Garten.
Aber Sanpei ist nicht tot. Und als er zu sich kommt und feststellt das er so heimtückisch von seiner Familie verstossen wurde sieht er nur noch die Möglichkeit in die Welt hinaus zu ziehen. Er findet neue Abenteuer und entwickelt sich noch immer weiter. Auch sein Charakter ändert sich und so wird aus dem verstossenen Jungen ein rachsüchtiges Monster…
FAZIT:
Bug Boy, der zweite Band aus der Hino Horror-Reihe ist im großen und ganzen gar nicht schlecht, aber dennoch um einiges schwächer als der erste Band. Zwar sind die psychischen Spielchen mit denen sich Sanpei auseinandersetzen muss durchaus gelungen, dennoch zeigen sich ein paar Parallelen zu „Die Fliege“ auf, die nicht ganz so gelungen auf mich wirken.
Zwar kann man die Verwandlung des Jungen jetzt in vielen verschiedenen Arten interpretieren, was es aussagen könnte, welche Bedeutung es hat, aber auf mich wirkt die Geschichte etwas wirr und unausgegoren. Als würde dem ganzen etwas wichtiges fehlen. Auch das es durchaus Anlehnungen an Kafkas „Verwandlung“ gibt macht es hierbei nicht besser.
Wieder sehr gut gelungen sind dafür die Zeichnungen. Gerade die düsteren, psychotischen Szenen in denen sich Sanpei verwandelt sind atmosphärisch sehr gut gelungen. Weniger gut gefallen mir dagegen die Zeichnungen als der verwandelte Sanpei durch die Welt reisst und seine Freiheit geniesst.
Insgesamt ist mein Fazit das, dass die erste Hälfte fast rundweg gelungen ist und ab der zweiten Hälfte die Geschichte und auch die Zeichnungen rapide abfallen.

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Hino Horror #1: Red Snake [Schreiber&Leser, Mai 2007]

In den nächsten Tagen wird es düster und gruselig. Denn ich werde die nächsten vier Tage die Hino Horror-Bände aus dem Verlag Schreiber&Leser, der diese unter seinem Label shodoku veröffentlicht hat, vorstellen…

Hino Horror #1: Red Snake

„So lange ich denken kann, wollte ich weg von dem Haus. Ich fand es schrecklich dort zu leben. Genauer, das Haus erfüllte mich mit Grauen. Zwischen den Wänden lauerte das Böse“
Mit diesen Sätzen beginnt die Geschichte um ein Haus, umgeben von so dichtem Wald, dass das Haus von keinem Punkt aus vollständig eingesehen werden konnte. Darin lebten ein kleiner Junge mit seiner Familie. Diese bestand neben eben jenem Jungen aus seinem Vater, der leidenschaftlich Hühner züchtete und dessen Eier einsammelte, seinem Großvater, der immer wieder mit irgendwelchen Geschwülsten zu kämpfen hatte und allerhand Gruselgeschichten über das Haus kannte, seine Mutter die sich liebevoll um die Geschwülste des Großvaters kümmerte, seine Großmutter, die sich für ein Huhn hielt und in ihrem Zimmer ein riesengroßes Nest gebaut hatte und seine Schwester die eine seltsame Vorliebe für Würmer hatte.
Doch in dem Haus befand sich auch ein seltsamer Spiegel. Riesengroß, schien er ein Stück des Hausflures zu versperren. Laut Aussage seines Großvaters, würde der Spiegel jeden und seine Familie verfluchen der es wagt einen Blick dort hinein zu werfen. Der Junge war fasziniert von dem Spiegel und eines Nachts machte sich seine Seele auf den Weg zum Spiegel. Sie warf aber keinen Blick hinein, sondern trat direkt durch ihn hindurch. Er war fasziniert von dem was er auf der anderen Seite sah und auch gleichzeitig abgeschreckt, so das er plötzlich wieder in seinem Bett erwachte.
Ab diesem Zwischenfall hatte der Spiegel einen Riss, und seine Familie wurde des Nachts von einer seltsamen großen roten Schlange heimgesucht. Von da ab gingen seltsame Zwischenfälle vor sich…
FAZIT:
Der erste Band der Hino Horror-Reihe führt mit düsteren, aber schlichten, Bildern eine grauenhafte Welt auf. Ein kleiner hilfloser, verstörter Junge, gefangen in einem riesengroßen Haus, zusammen mit seiner nicht ganz normalen Familie. Hino schickt den Leser auf eine beklemmende und verstörende Reise durch eine kranke fast perverse Psyche und untermalt dies mit schlichten und dennoch sehr stark akzentuierten Zeichnungen, einem intensiven Licht und Schattenspiel und immer wieder auftauchenden Schockmomenten.
Trotz, oder vielleicht gerade wegen, der einfachen Darstellung wirkt die Geschichte geradezu cineastisch in der Auswahl der Blickwinkel, der „Kamerafahrten“ und der Verwendung von Totalen und Close-Ups.
Von daher ist dieser erste Band, ein gelungener Einstieg in die Welt von Hinos Horror, und sollte von Horror-Fans auf jeden Fall einmal probegelesen werden.

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Jiro Taniguchi: Träume vom Glück [Carlsen, April 2008]

In meiner heutigen Review widme ich mich einem ganz besonderen Künstler. Sein Name ist Jiro Taniguchi und er begeistert schon seit vielen Jahren Kritiker und Fans gleichermaßen mit seinen emotionalen Geschichten. Deshalb habe ich diesmal auch nicht mein sonst übliches Reviewschema mit der Kurzzusammenfassung und dem Fazit gewählt…

Jiro Taniguchi: Träume vom Glück

5 sehr abwechslungsreiche (besonders im emotionalen Sinne) Geschichten erwarten den geneigten Leser.

In der ersten Geschichte geht es um den Verlust einer geliebten Person (in diesem Fall eines Hundes), und wie man damit umgehen kann. Mit sehr starken Bildern und viel Gefühl erzählt Taniguchi hier leicht autobiografisch, wie der Leidensweg eines Hundes, auch sein Herrchen und Frauchen emotional stark fordert. Dies macht er so überzeugend, das man beim Lesen unweigerlich kurze Pausen machen muss, um das erzählte zu verarbeiten.
Im 2. Teil des Bandes wird es wieder etwas fröhlicher. Hier geht es um die Aufnahme eines neuen Haustieres (einer Katze) und die Geburt von 3 süßen kleinen Katzenbabys. Auch hier weiß Taniguchi alle Register zu ziehen um das Glück, die Freude und auch die harte Arbeit gekonnt in Szene zu setzen.
Der 3. Teil befasst sich mit der Tatsache, das 3 kleine Katzenbabys zwar süß sind, aber in einem kleinen Häuschen für 2 Personen keinen Platz finden. So müssen sich die beiden Besitzer schweren Herzens von 2 der Babys verabschieden. Damit auch die Katzenmutti das einigermaßen verkraftet, geschieht dies nacheinander. Der erste Versuch ist besonders hart, da beide nicht mit der Hartnäckigkeit der Katzenmama rechnen konnten. Als dann auch das zweite Baby an der Reihe ist gibt es einen Zwischenfall in der Nachbarschaft. Dieser zieht sich so lange, das die Chance das Baby zu entwöhnen vorbei ist.
Der Besuch eines 12jährigen Mädchens aus der Verwandschaft bildet den Kern der 4. Erzählung. Die junge Aki ist von zu Hause weggelaufen weil ihre Mutter nach dem Tod ihres Vaters einen neuen Partner gefunden hat. Aki nutzt die Sommerferien um sich und der Beziehung ihrer Mutter etwas klarer zu werden. Dabei helfen ihr nicht nur Onkel und Tante, sondern auch die Katze mit den 2. Babys. Am Schluss muss sie erkennen das sie sich ihrer Mutter nicht in den Weg stellen kann, und es eigentlich auch gar nicht will. Doch die glücklichen Sommerferien bei Onkel und Tante werden für immer unvergessen sein.
Die Abschließende 5. Geschichte findet völlig losgelöst von den vorhergehenden statt. Neue Charaktere und der Kampf mit dem eigenen Willen und der Vergangenheit, bestimmen das Bild. Nachdem ein zukünftiger Familienvater bei seiner letzten Bergexpedition zwei extreme Erlebnisse zu verkraften hatte (den Verlust eines Freundes, und das Treffen mit einem Schneeleoparden) und das Berg steigen zugunsten seiner Familie aufgibt, kann er trotzdem kein Glück finden. Auch die Geburt einer Tochter und eines Sohnes lassen ihn nach über 6 Jahren einen erneuten Aufstieg zum Himalaya wagen. Nicht nur das Bezwingen steht dabei im Vordergrund, auch der Wunsch den Schneeleoparden wiederzusehen, der ihm vor Jahren das Leben rettete, sind seine Beweggründe. Mit seinem alten Sherpa aus der ersten Himalaya-Besteigung wagt er den erneuten Aufstieg.

Nicht umsonst ist Jiro Taniguchi ein mehrfach preisgekrönter Autor und Mangaka. Seine Erzählungen sind emotional, sehr detailliert und zeugen von einer Hingabe zu seinen Werken die seinesgleichen sucht.

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Pluto: Urasawa X Tezuka #3 [Carlsen, Februar 2011]

Nach etwas längerer Zeit geht es mit Pluto von Naoki Urasawa weiter. Der dritte Band schlägt ein wenig aus der Art, aber dies ist nicht im negativen Sinne gemeint…

Pluto: Urasawa X Tezuka #3

Plutos kleine Schwester Uran bekommt Ärger mit der Polizei, da sie die Fähigkeit hat den Schmerz anderer Lebewesen zu spüren und so zuerst eine direkte Konfrontation mit einem Löwen erlebt und dann auch noch eine verlorene Seele findet, welche er durch besondere künstlerische Darstellung auslebt. Doch hinter diesem geheimnisvollen Unbekannten verbirgt sich noch weitaus mehr, und das zu erfassen ist die kleine Uran noch gar nicht erfahren genug. Nur Atom ahnt schon dass das Böse in greifbare Nähe gerückt ist…
Währenddessen kommt es in Deutschland zu folgenschweren Ereignissen, als Gesicht eines seiner speziellen und sehr seltenen Zeronium-Panzergeschosse einsetzt um einen flüchtigen zu stoppen. Ein ähnliches Geschoss wurde vor einigen Jahren verwendet um den Bruder von Adolf Haas geradezu zu pulverisieren. Adolf ist Mitglied einer Art Ku-Klux-Klans der es sich zur Aufgabe gemacht hat alle Roboter auszulöschen…
FAZIT:
Pluto von Naoki Urasawa bleibt auf einem sehr hohen Niveau. Die spannenden Ermittlungen von Gesicht pausieren in diesem Band, dafür erhält der Leser neue Einblicke in die Hintergründe und die Vergangenheit, sowohl von Gesicht als auch von Pluto selber.
Besonders gelungen hierbei ist die grafische Darstellung und die farbliche Einbindung in Kapitel 21. Für den kurzen Augenblick von 2 Panels wird hier mit ein wenig Farbe eine ganze Menge an Emotionen und Hoffnung vermittelt, während die Welt drumherum, und die Protagonisten selber farblos, grau und unbedeutend wirken.
Ganz großes Kino und ein wirklich überzeugendes Werk welches auch Nicht-Manga-Lesern uneingeschränkt empfohlen werden kann.

Ähnliche Artikel:
“Pluto: Urasawa X Tezuka” #1 [Carlsen, Oktober 2010]
“Pluto: Urasawa X Tezuka” #2 [Carlsen, Dezember 2010]

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