Die neuen X-Men Nr. 1 (Marvel NOW!) [Panini, August 2013]

Das heute erscheinende Die neuen X-Men Nr. 1 bildet dann auch schon den Abschluss der neuen Marvel NOW!-Heftserien-Reviews. Mit Brian Michael Bendis und Stuart Immonen sind zwei langjährige Kollegen an der Serie vertreten und wie gut, oder schlecht, sie ihre Arbeit machen könnt ihr nun hier lesen …

Die neuen X-Men Nr. 1 (Marvel NOW!)

Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass Cyclops, alias Scott Summers, Professor Charles Xavier getötet hätte, macht er sich nun auch noch daran, neue Mutanten einzusammeln. Dabei geht er derart aggressiv vor, dass er mit seinem Handeln den Mutanten mehr schadet, als hilft. Um Cyclops nun daran zu hindern, weiteres Chaos anzurichten, müssen die verbliebenen X-Men einschreiten. Dazu reist Beast, Hank McCoy, in die Vergangenheit um dort sein früheres Ich und seine Teamkameraden davon zu überzeugen, mit ihm in die Gegenwart zu reisen, um den durchgeknallten Scott der Gegenwart aufzuhalten. Doch es gibt ein weiteres Problem. Denn offenbar droht Beast ein baldiger Tod. Die nächste Stufe seiner Mutation steht bevor und er weiß, dass er diese nicht überleben wird. Sein Herz oder sein Gehirn wird der Belastung nicht standhalten. Und so fällt Beast, kaum das er mit dem ursprünglichen Team der X-Men aus der Vergangenheit zurückgekehrt ist, ins Koma. Jetzt sind die „jungen“ X-Men in einer ihnen unbekannten Zeit gestrandet mit einer Aufgabe, die ihren Horizont übersteigt. Ganz zu schweigen, von den Informationen, die ab sofort auf sie hereinprasseln …

Cyclops hat ziemlich rabiate Methoden.

Cyclops hat ziemlich rabiate Methoden.

Brian Michael Bendis hat zuletzt viele Jahre lang die Geschicke der Avengers und der New Avengers gelenkt. Mal mehr, mal weniger gut, aber meistens jedenfalls wenigstens unterhaltsam, wenn man einmal von den letzten Ausgaben vor Avengers versus X-Men absieht. Bei den X-Men versucht er jedenfalls mit klassischen und bekannten Komponenten echtes X-Feeling aufkommen zu lassen. In den ersten beiden US-Ausgaben, welche in diesem Heft gesammelt sind, schafft er dies auch sehr gut. Er bringt Vergangenheit und Gegenwart zusammen, erzeugt dramatische und persönliche Schicksale, aber schafft es nicht wirklich, den Figuren Tiefe zu verleihen. Er bedient sich der vorformatierten Charaktere und nutzt diese einfach nur um seine oftmals ausladenden Geschichten zu präsentieren. Auch bei den X-Men gibt es erste Anzeichen für seine Rezeptur und dennoch schafft er es erneut mich zu fesseln. Diese Art von Geschichten habe ich bei den X-Men erwartet.

Beast in der Vergangenheit.

Beast in der Vergangenheit.

Doch vermutlich wäre das alles egal, da mit Stuart Immonen einer meiner Lieblinsgzeichner mit an Bord des X-Schiffes ist. Mit Bendis hatte Immonen bereits beim Ultimativen Spider-Man und den neuen Rächern zusammengearbeitet. Und auch diesmal erweist sich diese Symbiose als fruchtbar. Immonens Artwork ist faszinierend, klar und hat einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Auch seine Panelaufteilung fügt sich sehr gut in das Gesamtbild ein und erzeugt eine zusätzliche Dynamik. Unterstützend hierfür ist aber auch die Arbeit des Tuschers Wade von Grawbadger. Für die Farbgebung zeichnet sich Marte Gracia verantwortlich. Beide liefern sehr gute Arbeit ab, ohne Immonens Stil zu verwässern oder zu überdecken.

Und die klassischen X-Men in der Gegenwart.

Und die klassischen X-Men in der Gegenwart.

FAZIT:

Eigentlich wollte ich aus dem Marvel NOW!-Start nur die Avengers und Spider-Man weiterlesen. Aber mit diesem Heft haben mich Bendis und Immonen mal wieder eiskalt erwischt. Ich werde wohl oder übel, die nächsten Ausgaben auch holen, und dann noch einmal neu entscheiden. Nun liegt es also wieder einmal an Bendis, wie gut oder schlecht sich seine Geschichte entwickelt und ob diese in belanglose Prügelorgien und kitschige Dialoge abdriftet, oder ob er es lernt, den Figuren auch einmal neue Charaktereigenschaften angedeihen zu lassen. Eine Chance hat er nach dem vorliegenden Heft auf jeden Fall verdient. Und da ich ein Fan von Immonens Zeichnungen bin, fällt mir das schon ein ganzes Stück leichter.

Auch die junge Jean hat Logan schon voll im Griff.

Auch die junge Jean hat Logan schon voll im Griff.

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