Daffodil – Die Vampiragentin [dani books, Mai 2013]

Heute präsentiere ich euch eine Review zur dritten Veröffentlichung von Jano Rohleders neuem Verlag dani books. Die Heldin hört diesmal auf den Namen Daffodil …

Daffodil – Die Vampiragentin

Daffodil und ihre Freundinnen Globuline und Achilles sind Agentinnen des Parlaments. Doch sie sind keine normalen Agenten. Sie sind Vampire und sollen im Auftrag des Parlaments abtrünnige Artgenossen und Verräter eliminieren. Ihr erster Auftrag führt sie in das kleine Dörfchen Addio Colonnello, wo Nosferatu sein Unwesen treibt, und zusammen mit Hunderten von Vampiren Angst und Schrecken verbreitet. Sofort machen sich die drei Agentinnen auf den Weg und finden nicht nur Tod und Verwüstung vor, sondern auch zwei Kinder sowie ein mysteriöses Geheimnis.

Daffodil mit ihren Kolleginen und den "Geiseln".

Daffodil mit ihren Kolleginen und den „Geiseln“. (Bild aus Teil 1)

Auch das zweite Abenteuer fordert erneut die Bereitschaft des Trios. Diesmal ist es Graf Berlusk, der offensichtlich rund um seinen Wohnsitz die Bewohner um ihren roten Lebenssaft erleichtert. Doch kaum sind Daffodil, Achilles und Globuline angekommen, müssen sie erkennen, dass nicht der Graf das Problem ist, sondern ein wesentlich gefährlicherer Gegner, der auch nicht davor zurückschreckt, die Drei zu töten …

Persönliche Rückschläge machen die Jagd nicht einfacher.

Persönliche Rückschläge machen die Jagd nicht einfacher. (Bild aus Teil 2)

Mit diesem Band legt dani books, alle bisher erschienenen Abenteuer von Daffodil auf Deutsch vor. In den Abenteuern, die hauptsächlich den drei Vampiragentinnen gewidmet sind, geht es trotz der äußerlich niedlichen Optik alles andere als zimperlich zu. Obwohl die drei Damen dank diverser Hilfsmittel auch im Tageslicht agieren können und dem Blutdurst zu widerstehen versuchen, gibt es immer wieder Situationen, in denen reichlich Blut fließt und Körperteile durch das Bild fliegen. Dementsprechend einfach sind auch die Handlungen gestrickt. Meist ist es ein verräterischer Vampir, der gestellt werden soll, und ebenso oft gibt es noch ein weiteres Problem, welches gelöst werden will. Handlungstechnisch gibt es aber kaum wirkliche Überraschungen. Die Handlung ist meist vorhersehbar, was duch Witz und Action auszugleichen versucht wird. Insgesamt funktioniert dies zum Glück auch sehr gut, sodass schlussendlich ein kurzweiliger und unterhaltsamer Band herauskommt. Die Mischung aus Mittelalterflair und Cyperpunkaction tut hierbei ihr Übriges, um dem Leser zu gefallen.

Hänsel und Gretel beim Nacktbaden. (Bild aus Original-Album #3)

Hänsel und Gretel beim Nacktbaden. (Bild aus Teil 3)

Was das visuelle angeht hinterlässt Daffodil einen zwiespältigen Eindruck. Die Tatsache, dass die enthaltenen drei originalen französischen Alben im Abstand von insgesamt drei Jahren erschienen (beginnend 2004 bis einschließlich 2007) macht auch die Entwicklung in den Zeichnungen deutlich. Während die ersten beiden Alben, welche auch eine zusammenhängende Story erzählen, noch mit einigermaßen gleichem Artwork daherkommen, wirkt das dritte Album wesentlich strenger und deutlicher an dem typischen frankobelgischen Stil angelehnt. Mir persönlich sagt, trotz der sehr guten Zeichnungen des dritten Originalalbums, das Artwork der ersten beiden Abenteuer mehr zu. Vor allem des ersten Albums. Dessen Stil erinnert ein wenig an eine Mischung aus Disney und Manga und passt gerade wegen des sehr entgegengesetzten Inhalts zu den Zeichnungen sehr gut. Die Unterschiede zwischen den ersten beiden Teilen beschränken sich jedoch, schon wegen des übergreifenden Story-Arcs auf ausführlicher definierte Charakterdesigns und detailliertere Hintergründe. Im dritten Teil ist dann die gesamte Niedlichkeit verschwunden und Daffodil und ihre Kolleginnen wirken erwachsener, wesentlich gefährlicher und vor allem düsterer. Dennoch passt jeder Stil gut zur jeweiligen Geschichte. Mit den Zeichnungen wächst auch die Koloration. Während diese in den ersten beiden Abenteuer noch relativ hell ist und ein wenig an die typischen Zeichentrickanimationsserien erinnert, werden im dritten Teil wirklich scharfe Geschütze aufgefahren. Atmosphärische Licht- und Schattenspiele, inklusive perspektivisch korrektem Schattenwurf, erzeugen eine unglaubliche Stimmung, die sich direkt auf den Leser überträgt.

Krasser Gegensatz. Niedliche Optik und deftiger Inhalt.

Krasser Gegensatz. Niedliche Optik und deftiger Inhalt.

FAZIT:

dani books dritte Veröffentlichung, nach Danger Girl und Monster Allergy, ist eine interessante Mischung von leichter Unterhaltung und geschmacksabhängigem Artwork. Wer sich jedoch mit Vampiren anfreunden kann, die nicht die große Liebe versprechen, sondern Blut trinken, morden und dabei sogar noch den einen oder anderen lockeren Spruch auf den Lippen haben, der ist mit Daffodil bestens bedient. Des weiteren gibt es eine ganze Menge an Bonusmaterial, welches Herausgeber Jano Rohleder hier erstmals so umfangreich mit einbinden konnte. Dazu gehören ein Interview mit dem Zeichner Giovanni Rigano und ein sehr umfangreicher Artbookteil, der weit über normale Skizzen, Covermotive und Storyboards hinausgeht. Hierdurch bekommt man als Leser einen wirklichen Mehrwert präsentiert, und einige der Bilder würden sich auch als Poster wirklich sehr gut machen.

Im Artbookteil gibt sich Daffodil freizügig.

Im Artbookteil gibt sich Daffodil freizügig und lasziv.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2004-2013 Soleil / dani books

Der tägliche Simpsons-Gag #503

Weiter geht es mit dem nächsten Abspannbild. Nur diesmal gehört er nicht zu der Episode mit dem gestrigen Couchgag.

Viel Spaß damit!

© Copyright Matt Groening & 20th Century Fox

© Copyright Matt Groening & 20th Century Fox

Während der Song „Viva Las Vegas“ zu hören ist, werden alle Beteiligten auf eine Las Vegas-Showtafel dargestellt.