Review Kurzüberblick (40) [Batman – Dark Knight III & Invincible Nr. 1]

Mit dem dritten Kapitel von Frank Millers Dark Knight habe ich mich bereits vor einer ganzen Weile auseinandergesetzt, letztendlich fehlte es mir aber vor allem an der Zeit hierzu etwas zu schreiben. Ähnlich verhält es sich mit dem ersten Band von Robert Kirkmans Superheldensaga „Invincible“. Beides sind kontroverse Werke, die einen lieben es, die anderen hassen es, und dann gibt es mich, dem egal ist, was andere denken oder sagen und sich lieber seine eigene Meinung bildet. Naja, und die gibt es heute zu eben jenen beiden, genau hier und jetzt …

Comic Review Kurzüberblick

Batman – Dark Knight III [Juli 2016 – November 2017]

Autor: Brian Azzarello, Frank Miller
Zeichner: Andy Kubert, Eduardo Risso, Frank Miller, Klaus Janson, John Romita Jr.
Format: Heft / Softcover / Hardcover
Umfang: 36 + 16 Seiten (Heft) / 380 Seiten (SC & HC)
Inhalt: Dark Knight III: The Master Race 1-9
Verlag: Panini Comics
Preis: 4,99 Euro (Heft) / 34,00 Euro (SC) / 39,00 Euro (HC)

Batman ist erneut verschwunden, was für Gotham City eigentlich nichts Neues ist, da er dennoch immer wieder aufgetaucht ist. So auch diesmal, nur dass es nicht Bruce Wayne ist, der unter dieser Maske steckt. Doch Gotham und die ganze Welt haben ein ganz anderes Problem, als plötzlich Quar aus der Flaschenstadt Kandor auftaucht und versucht die Erde zu übernehmen. Die einzige Chance ihn aufzuhalten ist Superman, der jedoch in seiner Festung der Einsamkeit unter zentimeterdickem Eis eingeschlossen. Aber plötzlich gibt es eine Entwicklung, die doch noch alles retten könnte …

Schon der inzwischen erste Zyklus von Frank Millers Neudefinition des dunklen Ritters wurde sehr kontrovers aufgenommen. Während viele dieses Werk schnell als einen absoluten Klassiker definieren, gibt es wiederum andere, die damit einfach nichts anfangen können. Ähnlich verhält es sich in meinen Augen mit diesem dritten Akt, bei dem Frank Miller allerdings nicht mehr alleiniger Autor ist, sondern von Brian Azzarello (100 Bullets) unterstützt wird. Dennoch wirkt vieles von der Handlung zusammengeschustert und unausgegoren, sodass es hier eher den Anschein hat, als wolle man bei DC eine erfolgreiche Kuh immer weiter melken.
Was der Handlung fehlt, machen die Zeichnungen von Andy Kubert wenigstens ein bisschen wieder wett. Auch wenn es storytechnisch nicht wirklich viel Interessantes zu erzählen gibt, bzw. sich einige der Handlungsstränge einfach sinnfrei miteinander verknoten, zeigt das Artwork reichlich Action mit sehr vielen Protagonisten. Während die Hautserie von Andy Kubert gezeichnet und von Klaus Janson getuscht wird, enthalten die Einzelhefte noch jeweils ein Miniheft mit einer Kurzgeschichte zu bestimmten Helden, die von zumeist wechselnden Zeichnern, wie Eduardo Risso, oder John Romita Jr. Gezeichnet werden. Der Hautpteil jedoch wird von Frank Miller selbst umgesetzt und ehrlich gesagt hat mir sein Storytelling bei „Batman – Die Rückkehr des dunklen Ritters“ um einiges mehr gefallen, da er hier wesentlich experimentierfreudiger war, während die aktuellen Arbeiten sehr konservativ wirken.

Ich selbst habe dieses „Werk“ in Form der 9 Einzelhefte gelesen, aber inzwischen gibt es auch ein Soft- und Hardcover, welches alle Einzelausgaben sammelt. Während die Hefte ohne Front und Backcover, aber mit Zusatzmaterial wie Bleistiftzeichnungen auf fast 400 Seiten kommen, fassen die Sammelbände nur 380 Seiten, was mich vermuten lässt, dass zumindest auf das Bonusmaterial verzichtet werden muss. Sollte ich mich dahingehend irren, könnt ihr mir dies gerne in den Kommentaren mitteilen.
Letztendlich ist es mit „Dark Knight III“ ähnlich wie mit allem. Am besten ist es, sich selbst eine Meinung zu bilden, da es sehr schwer ist hier wirklich eine Empfehlung auszusprechen, da es zwar viele Kritikpunkte, aber einiges durchaus sehenswertes gibt. Zu welcher Version ihr letztendlich greift, müsst ihr selbst entscheiden, oder aber euer Geldbeutel.

Invincible Nr. 1 [Oktober 2019]

Autor: Robert Kirkman
Zeichner: Cory Walker, Ryan Ottley
Format: Softcover
Umfang: 336 Seiten
Inhalt: Invincible 1-13
Verlag: Cross Cult
Preis: 30,00 Euro

Eigentlich ist Mark Grayson ein Teenager, wie viele andere auch. Er geht ganz normal zur Highschool, hat einen kleinen Nebenjob, um sich etwas Geld dazuzuverdienen und er mag Mädels. Naja, wenn er nicht so schüchtern wäre. Aber das ist nicht der Punkt, der ihn von anderen Jungs in seinem Alter unterscheidet. Dieser Punkt ist sein Vater, der der stärkste Superheld des Planeten. Und es wird komplizierter, als Mark herausfindet, dass er ebenfalls über Superkräfte verfügt und sein Vater noch weitaus mehr Geheimnisse hat, als für ihn und seine Familie gut sein könnte …

„Invincible“ gehört zu jenen wenigen Image Serien, die über Jahre hinweg ohne größere Unterbrechungen lief. Neben „Spawn“, „The Walking Dead“ und „Savage Dragon“ war es eben auch „Invincible“, die etwas geschafft haben, was sonst bisher nur den großen Comicverlagen gelang. 2002 gestartet ist die Serie 15 Jahre später und mit 144 Ausgaben abgeschlossen und findet nun auch endlich seinen Weg nach Deutschland. Wobei „endlich“ stimmt so nicht ganz. Denn bereits früher haben sich Verlage wie Nona Art an dem Stoff versucht, ist aber nie über den ersten Band hinausgekommen. Vielleicht lag es auch am geringen Umfang von 96 Seiten für 12 Euro, die mögliche Leser abgeschreckt hat. Denn wenn ich ehrlich bin passiert bis zur Mitte dieses über 330 Seiten starken Bandes nicht wirklich viel Spannendes. Doch dann kommt der eigentliche Wendepunkt und dies ist der Moment, in dem man als Leser der Handlung endlich verfallen ist.
Ähnlich wie mit der Handlung ist es auch mit den Zeichnungen. Es ist nicht so, dass Cory Walker schlechte Arbeit leistet, aber es gibt so etwas, dass seine Zeichnungen ein klein wenig merkwürdig macht. Und zwar sieht es aus, als hätten alle Darsteller eine Art kleiner Kringel auf der Nase, was zu Beginn noch nicht wirklich stört, aber mit jeder weiteren Seite doch befremdlich wirkt. Ab der Übernahme durch den derzeitigen Spider-Man-Zeichner Ryan Ottley ist aber dieses eine, in meinen Augen auch einzige Manko ausgeräumt.

Übrig bleibt eine grandiose Hommage an die vielen existierenden Superheldencomics, welches aber keine bloße Kopie oder Persiflage darstellt, sondern sich schon binnen des ersten Jahres, zu einem komplett eigenständigen Gesamtkunstwerk entwickelt. Inzwischen habe ich mir auch schon die Bände 2-4 zugelegt und freue mich riesig darauf zu sehen, wie es mit Mark weitergeht.

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