Ein Besuch im Sahara Hamam – Türkisches Dampfbad in Dortmund

Dominik_AVADieses mal möchte ich über meinen ersten Besuch mit einem guten Freund von mir im Sahara Hamam, einem türkischem Dampfbad in Dortmund berichten.

Zuerst einmal möchte ich mitteilen, dass ich eher unerfahren bin, was Saunagänge und derlei „schwitzige“ Angelegenheiten angeht. Umso mehr war ich gespannt, inwiefern mir dieser Gang, in ein türkisches Dampfbad gefallen würde.

Vorweg möchte ich mitteilen, dass der geneigte Leser sich gerne über Sahara Hamam auf folgender Seite informieren kann: Sahara Hamam

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Mueli77s Feine Welt, 2013 in Zahlen, Daten und Fakten

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht diesen Blogs für das Jahr 2013 an. Wem dieser von WordPress.Com verfasste Rückblick zu langweilig ist, der kann sich auch gerne meinen persönlichen Jahresrückblick im Podcast anhören.

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieser Blog wurde in 2013 etwa 28.000 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 10 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieser Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Video

Where the Hell is Matt?

Dominik_AVADer ein oder andere mag vielleicht „Matt“ kennen.

Aufmerksam auf diese Videos bin ich bei Youtube geworden.

Immer wenn ich mir diese Videos anschaue bekomme ich Reiselust.
Die Idee, an besonderen Orten der Welt sich besonders zu bewegen ist zwar nicht einzigartig, gefällt mir aber sehr gut.
Auch wenn es schon ein paar Jahre her ist, in Verbindung mit dem grandiosen Song schaue ich mir dieses Video aus dem Jahre 2006 immer wieder sehr gerne an.
Dieses Video ist für alle unter uns, die Weihnachten und Silvester auf Reisen sind, die Sonne genießen und die Welt erkunden.

In diesem Sinne, viel Freude mit „Where the Hell is Matt“ im Jahre 2006.

Und für alle die auch gerne Wissen möchten wo „Matt“ 2013 war, empfehle ich dieses Video.

Copyright by Matt Harding

Bei Interesse verweise ich auf die Homepage von Matt Harding

Dominiks Reisetagebuch (1): Reiseimpressionen aus Israel und Jordanien, Oktober 2013.

Dominik_AVAHallo zusammen, vielleicht erscheint es dem ein oder anderen für diesen Blog etwas ungewöhnlich, dennoch möchte ich meine Reiseerfahrungen auf diesem Blog mit euch teilen.

Vom 21.10.2013 bis zum 30.10.2013 habe ich an einer Gruppenreise durch Israel und Jordanien teilgenommen.

Meine Reiseroute

Meine Reiseroute

Im Folgenden möchte ich in Form eines Gedichtes, diese Reiseerfahrungen dem geneigten Leser näher bringen:

2013, 21.-30.10. Jordanien & Israel

Im Oktober des Jahres zwanzig und dreizehn,
da wollten wir von Jordanien was seh´n,
auch Israel hat uns interessiert,
das hat uns in beide Länder geführt.
Zunächst wir flogen zum Airport Amman
kamen dort am Abend an;
im Hotel gab`s noch ein Essen –
Bier oder Wein? – das durft´ man vergessen!
Nach Madaba ging`s Dienstag Morgen,
das Wetter machte keine Sorgen,
die Landkarte dort in Mosaik
blickt auf tausendvierhundert Jahre zurück,
sie zeigt Palästina und was nebendran;
zum Mount Nebo fuhren wir dann:
wie einst Moses wir spähten ins Heilige Land,
erfuhren, was hier früher rumstand.

In Jerash

In Jerash

In Jerash man zeigt´ uns binnen drei Stunden,
was aus der Antike hier wurde gefunden:
Tore für Hadrian, zum Süden, nach Nord,
ein Hippodrom für`n Pferdesport,
Theater, Tempel, Säulen in Massen,
und man muss es den Römern lassen:
ihr Stilgefühl war exzellent,
ja, wir staunten ohne End`!
Zurück nach Amman fuhr`n wir zum Essen,
Koffer früh packen, hieß es indessen,
denn schon halb acht ging`s Mittwoch los;
von Amman selbst sah`n wir dann bloß:
das antike Theater, die Zitadelle,
fuhr´n danach ganz blitzeschnelle
ins Jordantal zum Grenzübergang,
rangierten den Bus knapp vier Stunden lang,
bis Israel uns ließ ins Land,
wo auch schon ewig ein Bus für uns stand,
mit dem ging weiter uns´re Fahrt,
gen Nazareth wir wurden gekarrt.

In Petra (Jordanien)

In Petra (Jordanien)

„Dani“ nannt´ sich der neue Führer,
„Frankenstein“ – so hieß er früher –
obwohl ja alle Lachreiz bekamen,
erlaubt´ er kein Lachen bei diesem Namen;
um seine Glatze zu verstecken,
tat er seinen Kopf bedecken
mit ´nem Südwester im Schlapphut-Stil;
angeredet hat er uns viel –
auch wenn seinen Hut verblüfft wir angafften –
mit „Leute!“ oder „Herrschaften!“,
Unterwegs er lehrt uns hebräisch zu singen,
„Shalom alechem“ tat es erklingen.
Gerade noch vor Sonn`untergang
zu besicht´gen es gelang
die Verkündigungskirche in Nazareth,
die dort seit den sechziger Jahren steht.
Der Kibbuz „Ashdod Yaacov Yichud“,
der erwies sich als richtig gut:
das Abendbuffet war nichts für Feinschmecker,
doch deftig war´s und wirklich lecker,
die Zimmer auch sehr angenehm –
rundum war alles sehr bequem.
Donnerstags wurd´ uns der Kibbuz erklärt,
der Führer dort sein Geld war wert:
mit viel Elan und feinem Witz
und auch manchem Geistesblitz
erläutert´ er des Entstehens Geschichte,
gab über einst und jetzt Berichte.

Baden im Toten Meer

Baden im Toten Meer

Zum See Genezareth bracht´ uns der Bus,
wir wandelten auf ihm nicht zu Fuß, *)
mit ´m Kahn wir drehten eine Runde,
für „nur“ zehn Euro für eine Stunde;
den Fisch, den die Besatzung fing ein,
warf eine Tierfreundin wieder hinein:
der Fisch wird ihr das ewig danken,
doch manche fluchten in Gedanken:
sie hätten gern den Fisch geknipst,
dies Vergnügen wurd´ ihnen stibitzt!
Zu ´nem Berg ging´s weiter, und zwar zu diesem,
wo Jesus hat manch einen selig gepriesen;
die Kirche dort liegt in ´nem Hain,
wo vieles blüht im Sonnenschein;
Tabgha findet sich gleich nebendran,
von diesem Orte nimmt man an,
dass Jesus dort Fische und Brote vermehrt,
denn ein altes Mosaik wird dort verehrt,
auf dem dies Wunder wird symbolisiert.
Die Tour darauf nach Kapernaum führt;
pittoreske Reste ´ner Synagoge da steh´n,
Ruinen von Petrus` Haus sind zu seh´n.
Da die Zeit noch reichte ganz bequem
auf der „Reise nach Jerusalem“,
gab´s unterwegs noch einen Halt,
dort, wo einst Trompeten erschallt,
zerstörten durch Schallwellen Jerichos Mauern;
der Bus-Stop sollt` doch nicht zu lange dauern –
am Berg der Versuchung wir fotografierten
die Gondeln, die zum Kloster rauf führten;
Dominik, unser Benjamin, ritt kurz Kamel,
dann kam zur Weiterfahrt der Befehl.
Spät Dani durch Jerusalems Altstadt führte,
was uns dabei am stärksten berührte,
war die Klagemauer mit Betern in Massen,
deren Aufzug, Gehabe – für uns kaum zu fassen.

The Town of Jesus

The Town of Jesus

In diesem seltsamen Gedränge
gab´s Ultra-Orthodoxe die Menge,
mit sonderbar Hüten und schwarzen Talaren
marschierten stets eiligst sie durch die Scharen.
Die „Menora“ wir freitags bewunderten,
die gab´s schon vor vielen Jahrhunderten,
die Römer ha´m sie einstmals verschleppt
und sie vermutlich in Stücke zerdepp´t –
vor der Knesseth steht nun die von heuer,
die war gewiss besonders teuer,
doch hier soll der Politik Erleuchtung sie schenken,
da darf man an die Kosten nicht denken!
Das Stadtmodell bestaunten wir dann,
den „Schrein des Buches“ gleich nebenan,
fuhr´n zum Museum des Holocaust,
wo es wohl jedem Menschen graust.
Zu Mittag war Bethlehem das  Ziel,
natürlich gab´s Touristen zu viel,
die alle die Grotte wollten betrachte´,
wo Maria Klein-Jesus zur Welt einst brachte;
wie bei der Grenze am Jordanfluss
fand hier das Warten auch keinen Schluss,
so ´n Ziel doch gibt´s kein zweites Mal,
darum Geduld sich hier empfahl.

Ein Esel auf dem Berg in Petra

Ein Esel auf dem Berg in Petra

Der Samstag brachte großes Gedränge,
bereits am Ölberg drangvolle Enge,
doch nicht nur von Bussen und von Touristen,
auch von Toten in steinernen Kisten,
alles gibt´s da oben reichlich,
der Ausblick, der ist unvergleichlich!
Auf ´ner Straße, die sehr steil und schmal,
marschierten wir nach unten ins Tal
bis zum berühmten Gethsemane-Garten,
trotz des Gedränges war hier nicht zu warten.
Durch´s Ledertor kamen wir in die Stadt,
dorthin, wo einst der Kreuzweg fand statt;
auch hier es herrschte ein Riesengedränge,
Andenkenkitsch gab es in Menge;
am ärgsten die Dornenkronen sind,
die in vielen Shops man find´,
in Größen von „S“ bis „XL“ angeboten,
kaufen die hier echte Idioten!
Des Getümmels Maximum,
in dem kann niemand fallen um,
wird in der Grabeskirche erreicht –
jedes Gedenken fällt da nicht leicht.
Am Heil´gen Grab warteten Hunderte,
deren Geduld man bewunderte;
man muss diese Kirche wirklich seh´n,
großartig ist sie, in Vielfalt schön!
Zur Klagemauer ging´s noch´n mal,
dabei war sehr günstig in jedem Fall,
dass Fotos zu knipsen war heuer verboten,
denn anderenfalls hätten wir Idioten
alles nochmals fotografiert.
Schließlich noch der Weg uns führt
zu dem weltberühmten Saal,
wo Jesus gefeiert das „Letzt´ Abendmahl“.
Sonntags fuhr´n wir ans Tote Meer
und zwar zuerst zum Kosmetiker –
aus dem, was sie schöpfen aus Salzwasserlachen,
sie wahre Wundermittel machen,
angeblich verjüngen die jedermann!
Als Nächstes war dann Qumran dran
und zwar nur für´n Fotohalt.
Zur Festung Massada kamen wir bald,
mit der Seilbahn gondelten wir nach oben,
und man muss Herodes loben:
die Aussicht ist ja wirklich prächtig,
der Festung Reste sind noch mächtig!
Der versalz´ne See und sein Gestade
luden dann ein zum seltsamen Bade, (Reim v. Schiller)
Schwimmen kann man das nicht nennen,
man lernt das Treiben in Salzbrühe kennen,
danach fühlt man sich ölig an,
doch wegduschen man sehr leicht es kann.

Petra - Die Schatzkammer

Petra – Die Schatzkammer

Bei Akaba war die Grenze erreicht,
diesmal lief es schnell und leicht;
Mohamed schon auf uns wartete,
bald der neue Bus mit uns startete.
In Wadi Musa stand unser Hotel,
das erreichten wir nicht so schnell,
hurtig dagegen ging´s indessen
im Hotel mit ´m Abendessen.
Montags war Petra-Wandertag,
wandern konnte, wer es mag,
manche ha´m ´ne Kutsche genommen,
zum Pharao-Schatzhaus sind alle gekommen.
Der Weg durch die Schlucht ist ohnegleichen,
und wenn am Ende die Felswände weichen:
das Schatzhaus zeigt sich in ganzer Pracht,
und wenn dann vom Himmel die Sonne lacht,
ist der Höhepunkt der Reise erreicht,
das Weitere erscheint dann leicht seicht,
doch auch´s Wadi Rum ist interessant,
und dafür ist es ja bekannt,
an zerfetzten Bergen ist es reich,
doch mit Petra kein Vergleich!
Die Jeeps, die dort uns rumkutschierten,
gehörten zu den ausrangierten,
dennoch rasten sie noch wie bescheuert,
und man wurd´ fast rausgeschleudert.
Als Mittagessen gab es „Zarb“,
für das zuvor ein Hammel starb,
das Mahl wird unter der Erde gegart,
nach Amman ging weiter uns´re Fahrt,
Dort blieben wir noch über Nacht,
frühmorgens sind wir aufgewacht,
haben zügig unsern Flieger erreicht,
und der Abschied fiel uns nicht leicht.

Die Wadi Rum Wüste

Die Wadi Rum Wüste

*) Anhang: „Wie man über das Wasser wandelt“
Zwei evangelische Geistliche angeln an einem Wasserlauf, der eine am linken, der andere am rechten Ufer: Ein vorbeispazierender katholischer Pfarrer beobachtet, wie nach Angelbissen zunächst der eine, dann der andere evangelische Pfarrer über das Wasser wandeln, um jeweils dem anderen zu helfen. Nach einem erneuten Biss am anderen Ufer bietet er sich an, seinerseits zu helfen. Nach zwei Schritten in den Wasserlauf versinkt er; darauf bemerkt der eine der Evangelischen: „Den rechten Glauben hatte er wohl, aber wo die Steine im Wasser liegen, das hat er leider nicht gewusst!“

Jerusalem

Jerusalem

Dank an Führer und Fahrer
Dass die Reise perfekt verlief,
dass so gut wie nichts ging schief,
das haben Führer und Fahrer erreicht,
deshalb fällt uns auch leicht,
zu sagen: „Unser Dank ist herzlich,
und der Abschied wird uns schmerzlich!“
Mohamed besond´rer Dank gebührt,
er hat vorzüglich uns geführt,
und mit ihm als Leader
reiste jeder gerne wieder,
und mit ihm als Guide
reiste jeder gerne weit.
Was ´ne Kollekte erbracht hat im Bus,
das übergeben wir jetzt zum Schluss.

Die Aussicht vom Berg Masada

Die Aussicht vom Berg Masada

Verfasser: Ein Mitreisender,
auf der Fahrt von Wadi Rum nach Amman am 29.10.2013

2 Jahre Mueli77s Feine Welt mit Impressionen vom Zwiebelmarkt 2013 (2)

Heute gibt es den zweiten Teil meines Zwiebelmarktberichtes. Im ersten Teil, den ihr hier findet, habe ich ja bereits darauf hingewiesen, dass am 13. Oktober vor genau 2 Jahren mein Blog mit einem Bericht zum damaligen Zwiebelmarkt online ging. Außerdem findet ihr dort auch die ersten vier Videos vom Live-Auftritt, von Christina Stürmer. Heute gibt es neben einem weiteren Video von Christina Stürmer aber auch noch Videos mit der Zwiebelmarktkönigin und vom Antenne Thüringen Vorprogramm mit Jens Mey und Andreas Heidenreich. Zusätzlich habe ich ein paar Infos und Wissenswertes zum diesjährigen 360. Zwiebelmarkt zusammengetragen.

Der klassische Zwiebelmarkt um 1900. (Foto: Louis Held, © Stadtmuseum)

(Foto: Johannes Elze)

Der 360. Zwiebelmarkt schien am Freitag den 11. Oktober noch ein Reinfall zu werden. Schlechtes Wetter mit Regen und kühlen Temperaturen lockte nur wenige Besucher in die Innenstadt. Doch es wurde besser. Samstag und Sonntag lies sich auch das Wetter erweichen und sorgte wenigstens dafür, dass es nicht mehr regnete und auch die Temperaturen etwas milder wurden. So konnten sich die über 280.000 Besucher am Wochenende vom 11. bis 13. Oktober an 60 Imbiss- und 30 Getränkeständen den Köstlichkeiten des Marktes hingeben, während auf 7 Bühnen verteilt 800 Künstler und Künstlerinnen für die Unterhaltung sorgten. Den größten Andrang verursachte Christina Stürmer auf dem Schlossvorplatz. Wie in einem meiner Videos von letzter Woche zu hören ist, klagte sie darüber, dass es keinen Zwiebelkuchen mehr gab. Aber die Zwiebelmarktkönigin Anni rettete die Ehre der Stadt und brachte zum Ende des Konzertes noch ein ganzes Blech Zwiebelkuchen vorbei.

Anni übereicht Christina Stürmer ein Blech Zwiebelkuchen (© 2013 Thüringen Allgemeine)

Anni übereicht Christina Stürmer ein Blech Zwiebelkuchen
(© 2013 Thüringen Allgemeine)

Neben Christina Stürmer war auch Jule Neigel und band in Weimar. Sie heizte den Zuhörern am Theaterplatz kräftig ein und sorgte mit ihren Klassikern (z.B. Schatten an der Wand) für Gänsehaut. Und sie zeigte auch, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehörte, indem sie auf der Bühne herumturnte und tanzte. Mit über 600 Ständen, von denen 100 traditionelle Zwiebelbauern waren, kann auch der diesjährige Zwiebelmarkt wieder als ein Erfolg gewertet werden. Wie jedes Jahr, so gab es auch diesmal am Samstagvormittag den traditionellen Stadtlauf.

Jule Neigel Live auf der Bühne (© 2013 Thüringer Allgemeine)

Jule Neigel Live auf der Bühne
(© 2013 Maik Schuck)

Seinen Ursprung hat der Zwiebelmarkt als Vieh- und Zippelmarkt ud wurde erstmals am 27. Mai 1653 urkundlich erwähnt. In einer Urkunde wurde der Herzog Wilhelm IV um landesherrliche Unterstützung bei der Marktordnung gegenüber auswärtigen Tuchmachern gebeten. Gegenüber dem Herzog erinnerte der Weimarer Rat daran, „dass sowohl derwegen, alß auch des künftigen Viehe: und Zippelmarkts haltung halber schrieftlicher bevehl nachfolgen sollte“. Später entwickelte sich der Markt immer weiter zu einer überregionalen Attraktion, welche im 19. Jahrhundert bereits über drei Tage ging (Samstag bis Montag, aber ohne den Sonntag) und die inzwischen weit über die anfängliche Markttradition hinausging.

Der klassische Zwiebelmarkt um 1900. (Foto: Louis Held, © Stadtmuseum)

Der klassische Zwiebelmarkt um 1900.
(Foto: Louis Held, © Stadtmuseum)

In der DDR fand der Zwiebelmarkt nur noch am Samstagvormittag statt. Dennoch war die Nachfrage nach Zwiebelzöpfen der aus der ganzen Republik angereisten Besucher so groß, dass diese bereits am frühen Vormittag restlos vergriffen waren. Eine Premiere feierte in den 60er Jahren das Zwiebelinchen, welches ab sofort als Maskottchen für dieses Volksfest diente und auch den größten Zwiebelmarkt im Jahre 1975 zum 1000-jährigen Bestehen der Stadt Weimar schmückte. Nach der Wende gab es erneut Veränderungen, was den Zwiebelmarkt betraf. So wird er seit 1990 wieder an drei Tagen veranstaltet (Freitag bis Sonntag). Die Zwiebelmarktkönigin wird als Gesicht des Volksfestes jedes Jahr eine Woche vorher gewählt, und darf dann ein Jahr lang die Stadt Weimar und den Zwiebelmarkt in aller Welt repräsentieren.

Samstag Abend auf dem Theaterplatz (© Maik Schuck)

Samstag Abend auf dem Theaterplatz
(© 2013 Maik Schuck)

Zum ersten Mal in diesem Jahr gab es auch eine App zum Zwiebelmarkt. Sie listete nicht nur alle bands, alle Bühnen und das gesamte Programm auf, sondern half auch bei der Orientierung im Getümmel vor Ort und bei der Planung der eigenen Sightseeingtour. Die App gab es kostenfrei ab Ende September für iOS, Android und für Windows. Leider ist sie nur dieses Jahr gültig gewesen. Bei entsprechendem Erfolg steht aber einer neuen App im nächsten Jahr nichts entgegen.

Werbung für die App.

Werbung für die App.

Ausschreitungen gab es glücklicherweise kaum welche, sodass der Zwiebelmarkt erneut sehr ruhig verlief. Dennoch gab es wieder einmal wunderliche Regelungen. Das Verkaufsverbot für Alkohol in Glasflaschen, welches ich bereits 2011 (mit Bildern) erwähnte galt auch dieses Jahr. Aber es ging noch ein ganzes Stück weiter. In diesem Jahr durfte sogar der Glühwein nur von Bierverkäufern ausgeschenkt werden. Wein- und Cocktailhändlern wurde dies verboten. Dies führte zu internen Streitereinen unter den Händlern und der Marktleitung, was sogar dazu führte, dass angestammte Händler aus dem Innenstadtverein der Händler austraten. Mit jedem Jahr scheint es sich zu verdeutlichen, dass die Stadt Weimar, die ortsansässigen Händler nur noch abkassieren will, sie aber im Gegenzug zu den ortsfremden Händlern benachteiligt.

Christina Stürmer rockt die Bühne.

Christina Stürmer rockt die Bühne.
(© 2013 Thüringer Allgemeine)

Trotz aller Probleme überwiegt dennoch die Freude. Und somit steigt auch die Vorfreude auf den 361. Zwiebelmarkt im nächsten Jahr vom 10. bis 12. Oktober 2014. Als kleinen Ausklang habe ich nun noch ein paar Videos vom Samstagabend auf der Antenne Thüringen-Bühne.

Copyright der verwendeten Bilder, siehe Bildunterschriften.

Quellen:

2 Jahre Mueli77s Feine Welt mit Impressionen vom Zwiebelmarkt 2013 (1)

Heute am 13. Oktober, vor genau 2 Jahren habe ich diesen Blog mit einem Artikel über den Zwiebelmarkt 2011 eröffnet. Inzwischen hat sich sehr viel getan, vor allem im Comicbereich, und dennoch feiere ich persönlich den heutigen Geburtstag mit einem kleinen Special zum Zwiebelmarkt 2013. In dieser ersten Ausgabe gibt es erst einmal nur Videos zum Auftritt von Christina Stürmer auf der Antenne Thüringen-Bühne am Schlossvorplatz am gestrigen Abend des 12. Oktober. Im Laufe der Woche folgt dann ein weiterer Artikel zum 360. Zwiebelmarkt, mit noch mehr Videos und ein paar zusätzlichen Infos.

Was die Tonqualität betrifft bitte ich um Entschuldigung. Die Tontechniker haben es mit dem Bass sehr gt gemeint, sodass man dies nicht nur im Video unangenehm hört, sondern wir auch Live vor Ort im Magen gespürt haben.

In diesem Sinne, auf das nächste Jahr, dass ihr mir und dem Blog weiterhin die Treue haltet und auch mit Kritik und Lob nicht sparsam seid. Bedanken möchte ich mich auch bei meinen Blogkollegen, allen voran Mysteriously Buddha, der felißig auf diesem Blog veröffentlicht und Bendrix, der mir immer wieder zuverlässig für die JL8 zur Seite steht und meine Übersetzungsfehler mit einer Engelsgeduld korrigiert.

Danke, an euch alle, an die Kollegen und an euch Fans und Leser.

359. Zwiebelmarkt in Weimar, die Vorbereitungen

Copyright © 2012 Stadt Weimar

Vor nunmehr fast einem Jahr habe ich diesen Blog gestartet, und zwar mit einem Bericht über den letzten Zwiebelmarkt. Auch dieses Jahr möchte ich ein klein wenig davon berichten. Beginnen werde ich heute mit einem kleinen Ausblick auf die Vorbereitungen der Standvergabe, den Bühneaufbau und dem Programm des 3-tägigen Volksfestes.

Copyright © 2012 Thomas Mülbradt

Am Freitag, den 12. Oktober um 12:00 Uhr, ist es wieder so weit. Der diesjährige Zwiebelmarkt, der 359. um genau zu sein, wird eröffnet. Traditionell geschieht dies mit dem Anschnitt des Zwiebelkuchens durch die diesjährige Zwiebelmarktkönigin Eva I. und dem Oberbürgermeister Stefan Wolff.
Doch bis dahin ist noch einiges zu tun. Denn neben den sieben großen Bühnen auf denen das gesamt Wochenende Showacts aus aller Welt auftreten, müssen auch noch 570 Verkaufs- und Präsentationsstände aufgebaut werden. Damit auch jeder der 570 Stände seinen gerechten Platz erhält, gibt es einen strengen Belegungsplan, der bereits auf dem Pflaster der Stadt vermerkt wurde.

Copyright © 2012 Thomas Mülbradt

Neben den Ständen braucht es aber auch wieder Bühnen, auf denen Musiker, Schauspieler, Autoren und vieles mehr ihr Können preisgeben dürfen. Die Bühnen verteilen sich dabei diesmal wegen der Bauarbeiten auf dem Herderplatz geringfügig anders.
Bei der Bühne auf dem Theaterplatz sind die Bauarbeiten bereits in vollem Gange, denn schon am Freitag ab 10:00 Uhr wird von dort das Zwiebelmarktvorprogramm von Radio Lotte gesendet.

Copyright © 2012 Thomas Mülbradt

Weiterhin gibt es noch Bühnen auf dem Goetheplatz, am Frauenplan, dem Platz der Demokratie, auf dem Schlossvorplatz, am Teichplatz auf dem historischen Markt und auf dem Weimarer Marktplatz. Dort haben ebenfalls heute die Aufbauarbeiten für die Bühne begonnen.

Copyright © 2012 Thomas Mülbradt

Vielleicht ermuntert ja einige, die dies hier heute lesen, doch noch kurzfristig zu diesem besonderen Volksfest vorbeizukommen und ein wenig Livemusik und viel Spaß zu erleben. Getränke und Speisen aller Art gibt es wie immer in Massen und auch unterhaltungstechnisch dürfte für jeden etwas dabei sein. Ob nun diverse Coverbands, Independent-Artists oder bekannte Musiker und Bands. Es werden alle Bereiche der Musik abgedeckt. Beat, Jazz, Rock, Pop, Metal, Dance, Techno, House, Trance, Blues, Folk, Country, einfach alles ist vertreten.

Das vollständige Programm zum Download als PDF, findet Ihr hier.
Und eine Übersicht im Web für jeden einzelnen Tag hier: Freitag, Samstag, Sonntag.

Ich hoffe doch auch inständig, das sich dieses Jahr nicht, wie in den letzten beiden Jahren, wegen des dubiosen Glasflaschenverkaufsverbotes, die irrwitzigen Umbauten und Teilsperrungen in den angrenzenden Getränke- und Supermärkten wiederholen werden.

Gedenkstätte Mahnmal Buchenwald (Karfreitag 2012)

Am Karfreitag war ich mit meiner kleinen Familie, wieder einmal bei der Gedenkstätte Mahnmal Buchenwald. Wie so oft, zu dieser Zeit, ist das Weimarer Wetter sehr trüb und lässt nur wenig Aussicht auf die Stadt zu, aber dadurch wirkt die Gedenkstätte noch ein wenig melancholischer als es das emotionale Empfinden auf diesem Fleck Erde einem eh schon durch die Knochen zieht.

© 2012 Mueli77

Hier der Blick vom Parkplatz kommend an den großen Steinfresken vorbei auf die erste Erdsenke, in der mehr als 10.000 antifaschiste Widerstandskämpfer vergraben wurden.

© 2012 Mueli77

Die dritte Erdsenke und ein paar der Feuerschalen an dessen Sockel die verschiedenen Länder eingemeisselt sind.

© 2012 Mueli77

Am Fuße der Statue der befreiten Häftlinge befindet sich seit kurzem diese kleine Gedenktafel, dessen Herkunft ich leider nicht bestimmen kann. Dennoch ist es eine sehr schöne Handwerksarbeit.

© 2012 Mueli77

Der Buchenwaldturm in seiner ganzen „Pracht“. Auf Grund dessen für welches Schicksal dieses Bauwerk steht, kann man nur von architektonischer Schönheit sprechen.

© 2012 Mueli77

Auf dem Bild des Turmes sieht man an der Rückseite eine Tür, an dieser ist dieser Spruch angebracht der auch heute noch ein Leitmotiv sein sollte, damit sich diese Tragödie niemals wiederholt.

© 2012 Mueli77

Zum Schluss nochmal ein Bild mit Blick auf die Stadt. im Vordergrund die Statue der befreiten Häftline von der Rückseite.

Auch wenn es wieder sehr kalt war, so ist jeder Ausflug hier hinauf etwas besonderes. Erst recht mit den Kindern die unser aller Erbe und unsere Erfahrungen weiter in sich tragen sollten, damit keine von Menschen geschaffene Kraft mehr die Macht hat, eine solche Tragödie über die ganze Welt zu bringen. Das schlimmste was es geben kann ist diese Ereignisse zu verschweigen oder zu verleugnen.

Die Menschheit lernt aus ihren Fehler. So kann man es wenigsten nur hoffen.

Zwiebelmarkt 2011

Wie jedes Jahr fand auch in diesem Jahr der Zwiebelmarkt in Weimar statt.

Zum 358. Mal konnten sich Besucher an angebotenen Waren regionaler und überregionaler Händler erfreuen und sich auch durch allerlei Spezialitäten verköstigen.
Ob es nun verschiedene Biere, Weine (inklusive dem saisonalen und sehr beliebten Federweißer), diverse Fruchtbowlen oder Glühwein zum aufwärmen für die kühlen Nachtstunden handelte, es wurde für jeden etwas angeboten. Auch antialkoholisch wurde eine große Auswahl bereitgestellt.
Auch an sonstigen Leckereien mangelte es wieder nicht. Sei es die bekannte Thüringer Rostbratwurst, bekannte Spezialitäten wie Pizza, Döner, Crepes, oder besonderes wie handgebackenes Ofenbrot direkt aus dem Steinofen mit allerlei schmackhaften Extras belegt.

Bei den Händlern dominierten wie jährlich gewohnt die Dekorationen rund um die Zwiebel.
Zwiebelzöpfe, Zwiebelkränze, Zwiebellienchen, sowie eine bunte Vielzahl an Stroh- und Trockenblumengestecken.
Doch auch Obst und Gemüse aus der Region konnte direkt von den Erzeugern erworben werden.

Für das richtige Jahrmarkt und Volksfestgefühl stehen auch immer wieder mehr oder minder große und auffällige Fahrgeschäfte bereit.

Aber die wahren Highlights, auch für uns Ortsansässige, sind die Showbühnen der verschiedenen regionalen Radio- und Fernsehsender.

Schon am ersten Tag war auf dem Theaterplatz auf der Bühne von Radio Lotte einiges losgewesen.

Der zweite Tag (Samstag) ist auch der Tag an dem dann das meiste stattfindet. Hier in diesem Fall auf der Bühne von SalveTV.

Das insgeheime wirkliche Highlight und der Top-Act findet aber meist auf der Bühne des privaten Radiosenders Antenne Thüringen statt.

Neben dem fast schon obligatorischen jährlichen Auftritt der Antenne Thüringen All-Stars, war der diesjährige Top-Act die Reunion der 90er Jahre Boygroup East17.

Doch es gab auch Negatives.

Wie schon letztes Jahr wurde für die ortsansässigen Getränkehändler ein Glasflaschenverkaufsverbot verhängt.
Dies bedeutete auch in diesem Jahr sehr große Umsatzverluste für die Einzelhändler.
Eingeführt wurde dieses Verbot letztes Jahr unter dem Vorwand das Fest für die Besucher sicherer zu gestalten und Verletzungen durch Glasflaschen oder Scherben zu vermeiden.
Ein an sich sehr nobler und verständlicher Gedanke. Doch leider gilt dieses Verbot nur für ortsansässige Händler und die Händler auf dem Zwiebelmarkt selber welche dort Stände von der Stadt anmieteten dürfen in Bier- und Weingläsern sowie Glühweinkrügen ausschenken.

Wenn man sich also mit dieser Regelung etwas auseinandersetzt erkennt man sehr schnell das die ortsansässigen Händler genötigt werden um die Profite der „Jahrmarkt“-Händler zu erhöhen, damit die Stadt höhere Standmieten kassieren kann.

Denn auch die angedrohten Kontrollen von Seiten der Ordnungsbehörden wurden nicht oder nur unzureichen durchgeführt, und wenn Kontrollen kamen dann nur zu den ortsansässigen Händlern um das Verbot und deren Einhaltung zu kontrollieren.

Dies führte zu solch bizarren Absperrungsmethoden wie hier im Rewe-Getränkemarkt hinter dem Nationaltheater.

Auf dem Zwiebelmarktgelände selber sind mir und meiner Familie keinerlei Kontrollen begegnet und statistisch hätte es uns (da wir jeden Tag dort unterwegs waren) mindestens einmal treffen müssen.

Dennoch war auch der diesjährige Zwiebelmarkt wieder ein Erlebnis sondergleichen und ich kann wirklich nur jedem empfehlen sich diesen Spaß (vor allem in den Abendstunden) mindestens einmal im Leben anzutun.

Copyright aller eingebetteten Videos und Fotos © 2011 Thomas „Mueli77“ Mülbradt