Jennifer Blood 1: Selbst ist die Frau (Panini, April 2012)

Die Hauptfigur (Jennifer Blood) führt augenscheinlich das Leben einer normalen, amerikanischen Hausfrau: Sie kümmert sich um ihre Kinder und um ihren Mann, wehrt aufdringliche Nachbarn ab und deckt ihre Sprösslinge vor dem Schlafengehen brav zu. Nachts jedoch ist sie eine eiskalte Killerin, die sich an einer Mafiafamilie rächen will, weil diese ihr früheres Leben versaut hat. Dabei bekommt sie es mit Kleinganoven, Mafiabossen, Ninjamädchen und noch aufdringlicheren Nachbarn zu tun …

Seit ich mich mit Comics beschäftige, habe ich schon einige Sachen von Ennis gelesen … dieser Comic ist, für mich, seine schlechteste Arbeit. Sex und Gewalt waren immer ein großes Thema bei Garth, ich kenne seine Arbeiten wie gesagt, und bin es gewohnt. Wo Sex und Gewalt jedoch bei Preacher oder selbst noch Wormwood in eine grandiose bzw. lustige Geschichte eingebettet wäre, dient die Story hier nur noch als Rechtfertigung für die Gewalt. Dabei wird die, für mich, unterirdische Story von annehmbaren bis miesen Zeichnungen unterstützt, die Zeichner wechseln hier manchmal sogar mitten im Heft(!). Soweit ich informiert bin, läuft die Serie in den USA mit einem anderen Autor weiter und es soll auch ein Spin-Of mit den Ninjettes geben, was mich jedoch nicht mehr juckt, da ich die Serie nicht weiter verfolgen werde. Ich rate euch, es mir gleich zu tun denn … das war nix Garth!

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Hellblazer: Garth Ennis Collection 1 – Gefährliche Laster (Panini, Februar 2012)

Vorweg: Ich hatte mit der Figur des John Constantine vor der Hellblazer Garth Ennis Collection (GEC) nicht viel zu tun, auch wenn ich den Kinofilm kannte.

Lob/Kritik an Panini: Ich finde toll, dass sie die Reihe im HC-Format rausbringen, wie es bei Preacher der Fall war, dadurch wird die GEC wohl zum Schmuckstück des geneigten Sammlers. Wie erwähnt, habe ich mich aber vorher noch nicht mit Hellblazer beschäftigt, dadurch waren mir viele Namen und Anspielungen etwas fremd. Hier wäre eine kurze Einleitung in Textform vielleicht hilfreich gewesen.

Nun aber zum Inhalt:

Der Sammelband enthält 3 Geschichten:

„schlechte Angewohnheiten“

Hier geht es darum, dass der kette-rauchende Dämonenjäger John Constantine im Begriff ist, an Lungenkrebs zu sterben. Das kommt den Dämonen, die John über die Jahre bekämpft hat, natürlich recht: Dank seiner Verfehlungen wird Constantine zur Hölle fahren, wo sie sich bei ihm revanchieren können. Kein Wunder, dass Constantine darauf keine Lust hat und mit allen Mitteln versucht seinem Schicksal zu entgehen.

„Der Pub, in dem ich geboren wurde/Liebe tötet“

Ein Kredithai versucht an eine Baufläche zu kommen, auf der ein Pub steht, in dem Constantine und seine „Freunde“ Seit Jahren verkehren. Als der Pub von Schlägern niedergebrannt wird, rächen sich die Geister der, im Feuer umgekommenen, Besitzerin und ihres zuvor verstorbenen Mannes auf brutale Weise an den Männern. Nur Constantine kann sie noch zur Vernunft bringen.

„Lord of the Dance“

Am Weihnachtstag begegnet John einem Wintergeist aus alter Zeit, der enttäuscht darüber ist, was aus dem „Fest des Winters“ gemacht wurde. Daraufhin führt Constantine ihn in einen Pub, in dem der „alte Geist“ weiterlebt.
Vieles, was Ennis später in Preacher, meiner Meinung nach, zu seiner persönlichen Perfektion bringt, (Kneipen)Gespräche, Tod und Teufel/Gott etc., ist natürlich auch hier schon zu finden, es wirkt auf mich jedoch noch nicht so auf den Punkt gebracht, wie es in Ennis Meisterwerk (Preacher) der Fall ist, es wirkt als hätte Ennis seine „Stimme“ noch nicht richtig gefunden. Die Zeichnungen waren für mich zwar gewöhnungsbedürftig aber nicht störend, auch wenn man Dillon auch anmerkt, dass er sich bis zu Preacher noch weiter entwickelt hat. Somit wäre Hellblazer für sich genommen kein Stoff, den ich von Ennis/Dillon gewohnt bin, als Fan von Ennis (und auch Dillon) finde ich es aber interessant, eben diese Entwicklung von Hellblazer zu Preacher zu beobachten.

Den Comic gibt’s bei Panini oder eben Amazon.

Fables 2: Farm der Tiere (Panini, März 2007)

Nach den Geschehnissen von Band 1 „Legenden im Exil“ muss Rose Red zur Strafe ihre Schwester Snow White bei ihrer halbjährlichen Stippvisite auf  „der Farm“, dem Außenposten von Fabletown, wo nicht-menschliche Fables leben, begleiten. Bei ihrer Ankunft merken die Schwestern jedoch sofort, dass etwas nicht stimmt: Der „Farmvorstand“ Weyland Smith wurde durch die 3 (kleinen) Schweine ersetzt, die den Kontakt zu Fabletown abgebrochen haben und nun mit ihren animalischen Anhängern in die Heimat einmarschieren wollen, um das Land vom Feind zurück zu erobern. Nach einem grausamen Mord wird jedoch klar, dass die Tiere erst Fabletown übernehmen wollen und während Snow zu fliehen versucht, wählt ihre Schwester einen anderen Weg …

„Farm der Tiere“, inspiriert durch den gleichnamigen Roman von George Orwell, dient für mich, wie der Vorgänger, „Legenden im Exil“, als Comic, der die Fables vorstellt, dieses Mal werden die tierischen Fables auf der Farm vorgestellt, diese haben ihre ganz eigenen Probleme: Während sich die menschlichen Fables relativ frei in der Welt bewegen können, ist ihre persönliche Freiheit, durch den Umstand, dass sie ihr langes Leben auf der Farm fristen müssen, stark eingeschränkt. Dies führt zu noch stärkerer Sehnsucht nach der alten Heimat, als dies bei den menschlichen Fables der Fall ist, und letztendlich zu einem aufbegehren gegen die „Machthaber“ in Fabletown.

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Der Gratis Comic Tag 2012 – Ein Resumé (inkl. Umfrage)

Am 12. Mai war auch dieses Jahr wieder der Gratis Comic Tag. Der Dritte um genau zu sein. Diesmal hatte ich sogar die Zeit und habe ich mich persönlich aufgemacht meinen Stammshop, Comic Attack in Erfurt, zu besuchen. Gegen halb elf war ich vor Ort und es war schon ganz schön was los.
Viele Menschen bevölkerten den gemütlichen Laden mit seinen kompetenten Mitarbeitern. Doch leider waren nur wenige Käufer dabei. Die meisten nahmen sich ihre Gratis Comics und gingen wieder. Als guter Kunde und Abonnent habe ich natürlich mein monatliches Paket geholt und von den Jungs auch noch einen Komplettsatz der Gratis Comics welche ich in den letzten zwei Wochen hier auf meinem Blog vorgestellt habe.

Hier nun nochmal die gesammelten Links zu den einzelnen Besprechungen:

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 1) –
Die Comics von Panini

mit dabei: „Spider-Man“, „Justice League“, „Sweet Tooth“, „Star Wars“, „Bongo Comics für Umme“ und „Game of Thrones“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 2)  –
Die Comics von Plem Plem Productions und Zwerchfell

mit dabei: „Whoa (Gratis) Comics“ und
„Zuckerfisch on the Rocks“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 3) –
Die Comics von Egmont Balloon und Ehapa Comic Collection

mit dabei: „Garfield“, „Der Vampir von Benarez“ und „Donald Duck“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 4) –
Die Comics von Weissblech und Kazé

mit dabei: „Horror Schocker“, „Blue Exorzist“ und
„Akuma To Love Song“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 5) –
Die Comics von TheNextArt und Cross Cult

mit dabei: „The Walking Dead“ und
„Blue Evolution (Volume 3)“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 6) –
Die Comics von Comic Culture und Carlsen

mit dabei: „Wave And Smile“, „Don Quijote“ und
„Nocturnal Nemesis/Grimoire“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 7) –
Die Comics von Avant Verlag und Underground Comix

mit dabei: „Die Katze des Rabbiners“ und
„Piratengold“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 8) –
Die Comics von Reprodukt und Tokyopop

mit dabei: „Comic Girls“ und
„Fräulein-Rühr-Mich-Nicht-An“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 9) –
Die Comics von Epsilon und Salleck Publications

mit dabei: „Aldebaran“ und „Die Pauker/
Die Zauberschule Abrakadabra“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 10) –
Die Comics von HolzHof und Schreiber&Leser

mit dabei: „HolzHof Comix #2“ und
„Cosa Nostra – Die schwarze Hand“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 11) –
Die Comics von Toonfish und Splitter

mit dabei: „Die Welt der Schlümpfe“,
„Zombies“ und „Thorgal“

Zusammenfassend kann ich sagen das mir der diesjährige Gratis Comic Tag sehr gut gefallen hat. Die „Ausfallquote“ war sehr gering und vor allem waren viel mehr Independent-Verlage vertreten als noch die Jahre zuvor. Zwar waren nicht alle Hefte glücklich gewählt was den Inhalt betrifft, aber dies sind Sachen aus denen man für den nächsten Gratis Comic Tag 2013 nur lernen kann.
Auch das sich die Verlage diesmal mit „Exklusivmaterial“ zurückgehalten haben, und stattdessen mehr Vorschaumöglichkeiten auf kommende Highlights genutzt haben finde ich sehr gelungen. In meinen Augen ist der Gratis Comic Tag immerhin dazu gedacht neue Kunden zu gewinnen und in Serien und Genres hineinzuschnuppern die einem sonst eventuell entgehen würden.
Schade hingegen ist das einige Verlage dieses Jahr komplett fehlen bzw. nicht teilgenommen haben. Seien es der Mosaik – Steinchen für Steinchen Verlag, Piredda, Finix oder auch der Eidalon Verlag. Ich hoffe dahingehend aber das wenigstens einige der genannten im nächsten Jahr wieder ein wenig aus ihrem Verlagsportfolio präsentieren und uns den Fans und Lesern so neue Leckerbissen schmackhaft machen können.

Und zum Schluss noch zwei kleine Umfragen:

Fables 1: Legenden im Exil (Panini, November 2006)

Stellt euch folgendes Szenario vor: Das Märchenland, mit allen Helden und Schurken aus eurer Kindheit, wie dem großen, bösen Wolf, Schneewittchen, Rosenrot, der bösen Hexe und Jack (der von der Bohnenstange ;)) würde, parallel zu unserer Welt, existieren. Stellt euch nun vor, diese Märchenfiguren wären, aufgrund eines übermächtigen und bösen Feindes, der das Märchenland versklaven will, gezwungen in unsere moderne Welt bzw. Zeit zu fliehen und in einer geheimen Gemeinschaft mitten unter uns zu leben. Wie würden sie sich bei alltäglichen Problemen wie Geldmangel, Eheproblemen oder sogar Morden verhalten?

Genau dieser Frage geht Bill Willingham in seiner Serie „Fables“ nach. Die Kriminalgeschichte um den Mord an Rose Red ist für mich in der Form zwar nichts besonderes, dient sie meiner Meinung nach nur dazu, die Fables in Fabletown und ihre Geschichte vorzustellen, dennoch lässt sich hier schon das großé Potenzial erahnen, welches die Serie nachher noch entfalten wird …

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Locke & Key 1: Willkommen in Lovecraft (Panini, September 2009)

Joe Hill erzählt hier, mit zeichnerischer Unterstützung von Gabriel Rodriguez, folgende Geschichte:

Nach dem Mord an ihrem Mann, Rendell, zieht Nina Locke mit ihren 3 Kindern, Tylor, Kinsey und Bode in das „Keyhouse“ in Lovecraft, Massachusetts, das sich im Besitz der Familie befindet, um die schrecklichen Ereignisse zu verarbeiten. Jeder der 4 entwickelt dabei sein eigenes Verhalten, um mit dem Erlebten fertig zu werden: Ty, der älteste Sohn, den seine eigenen Schuldgefühle aufzufressen scheinen, sondert sich komplett von der Familie ab und bleibt meist alleine. Kinsey verändert ihr Aussehen so oft, dass sie sich selbst nicht mehr wiedererkennt. Nina selbst versucht ihre Trauer in Alkohol zu ertränken, während der kleine Bode anfängt, das große und durchaus mysteriöse Haus zu erforschen. Dabei findet er nicht nur eine Tür, die ihn in einen Geist und wieder zurück verwandeln kann, sondern auch ein geheimnisvolles Mädchen, das ihn ein wenig über die Geheimnisse des Hauses (und vor allem seiner Türen) erzählt. Dieses Mädchen scheint jedoch auch mit Rendells Mörder in Verbindung zu stehen und hilft diesem bei der Flucht aus der Nervenheilanstalt. Wieder auf freiem Fuß macht sich Sam Lesser ebenfalls auf den Weg zum Keyhouse, um sich endlich das zu nehmen, was er schon von Rendell wollte: Den Überall-Schlüssel, der alle Türen im Haus öffnet …

Joe Hill sollte als Sohn von Tabitha und Stephen King das Erzählen quasi in die Wiege gelegt bekommen haben und tatsächlich schafft er es, mit passender, grafischer, Unterstüzung durch Gabriel Rodriguez, die Geschichte eines mysteriösen Hauses, was praktisch in jedem Unterhaltungsmedium schon einmal erzählt wurde, durch neue und spannende Aspekte zu erweitern. Wie bei vielen Geschichten, bleibt man hier nach dem ersten Band mit mehr Fragen als Antworten zurück, was natürlich zu Band 2 Ködern soll. Ich werde die Serie weiter im Auge behalten, sie genießt bei mir jedoch keine erhöhte Priorität.

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Lenore 1: Kopfnüsse (Panini, April 2012)

Diese Review soll gleichzeitig eine Comic-Empfehlung sein, dabei handelt es sich um einen Comic, der mir sehr am Herzen liegt, nämlich:


Dieser Comicband enthält eine Sammlung von Comicstrips, die sich um das untote, zehnjährige Mädchen Lenore, das aufgrund einer Krankheit starb und wiederkehrte (Dirge wurde durch Edgar Allan Poes „Lenore“ zu dieser Figur inspiriert) und dessen makaberen Abenteuer drehen. Diese Abenteuer (Lenore als Babysitter, Lenore als Ballerina(!) auf einer Beerdigung, Lenore bei einer Zaubershow …) enden für die Personen/Tiere in Lenores Umgebung nicht selten tödlich, ohne dass Lenore diese „Unfälle“, die sie verursacht jedoch bewusst herbei führt. Zwischendurch nutzt Dirge die Zeit um sich selbst und seine Gedanken (in Comicform) etwas vorzustellen/zu erläutern, oder um andere, nicht minder skurrile Figuren aus der Welt von Lenore vorzustellen, da hätten wir z.B. einen zur Stoffpuppe verwandelten Vampir, einen arm- & beinlosen Kannibalen oder einen Harlequin mit … sagen wir mal „Aussetzern“.

Was Dirge hier im Alleingang bringt ist natürlich kein Comic, der sich mit dem Maßstab, den Leute wie Gaiman, Moore, Ennis oder Ellis mit ihren Werken setzen/gesetzt haben, messen lässt, dafür sind die Geschichten und die Zeichnungen zu simpel. „Lenore“ will sich aber meiner Meinung nach auch gar nicht mit solchen Comics messen. Mir persönlich hat Lenore ziemlich viel Spaß gemacht, die Serie lebt durch ihre Zwiespältigkeit: Auf der einen Seite haben wir natürlich Figuren wie Lenore oder Lumpenkarl, die einfach nur verdammt niedlich und süß sind, auf der anderen Seite haben wir den bitterbösen und makaberen Humor (wobei ich hier sagen muss, dass, neben den vielen Gags, die zünden, es auch ein paar gibt, die nicht zünden). Eben dieser Humor wird wohl nicht Jedermanns Geschmack sein, dennoch hoffe ich, dass die kleine Lenore guten Anklang finden wird, so dass man sich bei uns noch lange an dieser wundervollen Serie erfreuen kann.

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Sweet Tooth 1: Aus dem tiefen Wald (Panini, Mai 2012)

Der neunjährige Junge Gus lebt mit seinem strenggläubigen Vater in einer Holzhütte im Wald, abgeschieden von der Zivilisation. Soweit so normal, wäre Gus nicht ein Hybride, eine neue Art, eine Kreuzung aus Mensch und Tier, in Gus‘ Fall: Halb Mensch, halb Hirsch. Hinzu kommt, dass die Zivilisation, so wie wir sie kennen, vor 7 Jahren, aufgrund einer unbekannten Krankheit, größtenteils unterging. Gus‘ Mutter starb daran und auch sein Vater ist davon befallen. Gus‘ ist der Einzige, der gegen die Krankheit immun zu sein scheint, wie alle Hybrid-Kinder. Deshalb wollen ihm auch viele Menschen ans Leder und Gus Vater versucht ihn zu lehren, wie er dem entgehen kann.
Dann jedoch erliegt auch der Vater dieser Krankheit und auf seiner ersten Solo-Wanderung durch den Wald wird Gus fast von ein paar Jägern getötet, wäre da nicht der mysteriöse Jepperd, der ihn in letzter Sekunde rettet und ihm anbietet, ihn in ein Reservat für Hybrid-Kinder zu bringen. Entgegen der Warnungen seines Vaters und vorrangegangenerAlpträume bezüglich Jepperd, folgt der Junge dem Mann in eine fremde und ihm feindlich gesonnene Welt …

Sweet Tooth ist für mich ein eigenwilliger Comic, sowohl was Story als auch Zeichnungen angeht. Dennoch schafft es Lemire hier, dass die Geschichte einen völlig in ihren Bann zieht. Diese Abgeschiedenheit am Anfang in Verbindung mit den flehenden Gebeten von Gus Vater … die Anschauung, dass jeder Andere, der nicht um Erlösung fleht ein Sünder sei, der hilflose Gus, der die Welt um ihn herum nicht versteht … all diese Aspekte werden für meinen Geschmack gut vermittelt und so leidet man mit dem kleinen Hybriden … der Cliffhanger am Schluss ist natürlich auch fies, was die Wartezeit auf Band 2 umso bitterer erscheinen lässt.

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A God Somewhere (Panini, Februar 2012)

Sam, Eric, dessen Bruder Hugh und Alma sind Freunde seit Eric und Hugh den afroamerikanischen Sam auf der Uni vor ein paar Rassisten gerettet haben. Jahre später ist Hugh mit Alma, auf die alle 3 scharf waren, verheiratet, während Eric und Sam zusammen bei einem Paketdienst arbeiten. Eines Nachts explodiert Erics Wohnhaus, dieser sieht die Explosion als Zeichen Gottes, da er sie nicht nur als einziger unverletzt überlebt, sondern seitdem auch noch über übermenschliche Kräfte verfügt. Diese setzt Eric am Anfang ein um Menschen, Cops und Regierung zu helfen. Währenddessen entfernt er sich jedoch immer mehr von den Menschen … er sieht sie als minderwertig und ausrottungswürdig an … was ihn zum Staatsfeind Nr. 1 macht…

Was sich auf den ersten Blick als Superheldencomic darstellt, ist in Wirklichkeit eine Geschichte über (menschliche) Probleme: Sam ist ein Looser, alles was er hat (Job, ein Dach über dem Kopf etc.) verdankt er Eric, außer Eric hat er, wenn man von den Tagträumen von einer glücklichen Beziehung zwischen ihm und Alma absieht, nichts, das führt sogar dazu, dass er Eric später folgt, um über ihn zu berichten.
Hugh befindet sich zwar in einer glücklichen Ehe mit Alma, ihn quält jedoch die Barriere zwischen ihm und seinem Bruder sowie ihm und Sam, seine Behinderung scheint ihn später dann entgültig zu brechen.
Alma liebt Hugh über alles, die Verletzung von Hugh durch Eric führt nachher jedoch zum Bruch der Gruppe, außerdem kommt es zwischen ihr und Hugh immer wieder zum Streit, da Hugh Alma nahe legt, seine Mutter um Hilfe zu bitten bzw. ihn zu verlassen.
Eric scheint mit seinen Superkräften zwar gut bedient zu sein, doch scheinen die Möglichkeiten bzw. die Verantwortungen, die diese mit sich bringen zuviel für einen einzelnen Menschen zu sein, was sein aggressives Potenzial steigert, zur Entfremdung führt und in einen Jesus/Gott-Komplex mündet, der Eric zu einem Massenmörder werden lässt.

Während die Probleme von Alma, Hugh und Sam relativ plausibel sind, bzw. nachvollziehbar erklärt werden, gibt es für Erics Sinneswandel keine direkte bzw. eindeutige Erklärung. Man könnte meinen, dass seine Superkräfte ihm die Möglichkeit geben, seine Aggressivität, die schon vorhanden ist (siehe Sams Rettung), mehr auszuleben. Dagegen spricht, dass Eric die Menschen anfangs beschützen bzw. ihnen helfen möchte. Vieles spricht natürlich auch dafür, dass Eric den Verstand verliert, dafür hat er aber, meiner Meinung nach, bei den Treffen mit Sam zu klare Momente. Vielleicht ist es aber auch einfach so, dass wir (Menschen) aus Sicht eines höheren Wesens (Eric) wirklich nur Tiere sind, die es verdient haben zu sterben.

Nach der Lektüre des Comics fand ich mich in der Rolle Sams wieder, während der Comic selbst in diesem Vergleich Eric wäre. Ich fragte mich warum? Am Schluss gibt der Comic nämlich keine genaue Antwort, was man natürlich als Schwäche des Comics auslegen könnte. Ich sehe dies nicht so, da hier Spielraum für Interpretationen geschaffen wird, was zum nachdenken anregt. Auf einer weiteren Ebene könnte man natürlich auch sagen, dass der Comic seine eigene Aussage damit unterstützt: Sowie der Mensch Sam das Handeln des gottähnlichen Wesens Eric nicht nachvollziehen kann, bzw. Eric seine Fragen nicht direkt beantwortet, so bietet der Comic dem Leser auch keine direkte Antwort.

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Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 1) – Die Comics von Panini

In den nächsten Tagen werde ich immer wieder zusammenfassende Reviews von den Gratis Comics der verschiedenen Verlage präsentieren. Anders als jedoch der Artikel zum Gratis Comic Tag 2011 werden diese Artikel etwas kürzer ausfallen, da ich nicht alles zusammenfassen werde.

Heute beginne ich mit den beiträgen von Panini zum Gratis Comic Tag. „Spider-Man“, „Justice League“, „Bongo Comics für Umme“, „Sweet Tooth“, „Star Wars – The Clone Wars“ und „Game of Thrones“ machen somit den Anfang der Gratis Comic Tag Reviews 2012.

Spider-Man (Gratis Comic Tag 2012)

Große Ereignisse werfen auch große Schatten voraus. Dies muss auch Spider-Man erfahren und das ganz ohne das er es weiß, als er seine Partnerin Spider-Woman aus dem Bann von Mandrill befreien muss, der Jessica Drew zwingt einen Diebstahl auf der Fifth Avenue zu begehen. Auch Ex-Spider-Woman Julia Carpenter (die neue Madama Web) ist vor Ort, zusammen mit Shang-Chi. Doch dieser darf nicht eingreifen um seinem Freund Spider-Man zu helfen, da dieser unbewusst eine Entscheidung treffen soll, die für seinen nahe Zukunft sehr wichtig werden soll, denn Spider-Island steht kurz bevor…
FAZIT:
Das Panini ausgerechnet den vorliegenden Free Comic Book Day – Beitrag von 2011 ausgewählt hat, kommt nicht von ungefähr. Denn dieses Heft ist essentiell für das bevorstehende Event Spider-Island. Aber wer das Pech hatte diese Ausgabe nicht zu ergattern, braucht keine Angst zu haben, da Panini dieses Abenteuer in einem noch kommenden Band nachdruckt. Somit ist dieser GCT-Beitrag nicht exklusiv und Fans die es verpasst haben sollten brauchen sich nicht zu ärgern.
Zum Comic selber. Dieser ist spannend, lustig und vor allem dynamisch, was besonders an den Zeichnungen von Humberto Ramos liegt. Wer mich oder meinen Blog bereits länger kennt, der weiß das Ramos einer meiner Favoriten ist. Zwar ist korrekte Anatomie für Ramos mehr sowas wie eine grobe Richtlinie als eine feste Größe, dafür aber sind seine Zeichnungen sehr dynamisch und energiebetont.
Spider-Man ist ja sowieso mein Favorit, und so ist es auch nicht wirklich verwunderlich, das mir diese Ausgabe auch sehr gut gefällt.

Justice League (Gratis Comic Tag 2012)

Batman verfolgt gerade einen flüchtigen Böswicht und seine Chancen stehen leider überhaupt nicht gut. Das liegt aber nicht nur daran das sein Gegner mit sehr unfairen Mitteln kämpft, sondern auch das die beiden von Gothams Polizei verfolgt werden. Als dann auch noch Green Lantern eingreift, der wiederum von Superman angegriffen wird verbessert sich die Situation auch nicht wirklich…
Eine massive Flucht von Verbrechern aus Arkham Asylum ruft den dunklen Ritter auf den Plan. Er will in das gesicherte Irrenhaus eindringen und dort 65 Männer des Sicherheitsdienstes aus den Fängen der Verrückten zu befreien. Doch der Gegner auf den Batman dann trifft, hat er so nicht erwartet…
FAZIT:
Für Panini markiert der bevorstehende Juni etwas ganz besonderes. Der im November letzten Jahres in den USA stattgefundene DC NEW 52 Relaunch steht in den Startlöchern und was bietet sich da besseres an, als der Gratis Comic Tag, den Lesern die neuen Serien (oder eine kleine Auswahl) etwas näher zu bringen?
Und so präsentiert Panini in diesem Heft eine 10-seitige Preview der ersten Justice League Ausgabe, sowie eine 8-seitige Preview von Batman: The Dark Knight und eine ganze Menge Informationen rund um den DC Neustart bei Panini.
Die Comicanteile an sich können grafisch beide überzeugen. Immerhin stehen mit Jim Lee und David Finch bekannte Größen an den Zeichentischen. Storytechnisch sieht das leider schon etwas anders aus. Während Justice League noch besser wegkommt ist The Dark Knight einfach zu sehr zerstückelt. Zumindest wirkt es so. Es sind Sprünge spürbar die den Lesefluss doch stark hemmen.
Insgesamt aber ist es eine immer noch gute Ausgabe die Appetit auf den bevorstehenden Relaunch macht.

Bongo Comics für Umme (Gratis Comic Tag 2012)

Superhelden werden in Springfield nicht mehr gerne gesehen nachdem Stretch Dude, Clobber Girl und Bouncing Battle Baby etwas größeren Schaden angerichtet haben und so legen die drei Helden ihre Kostüme ab und wollen fortan nur noch als normale Kinder durch das Leben gehen. Doch so einfach ist das nicht, da die Superschurken sich nicht an das neue Gesetz halten und fröhlich weiter über Springfield herfallen…
Ausserdem tritt Bart noch in einen Waschstreik, damit er endlich seine Fernsehrechte zurück erhält. Aber er schikaniert damit nicht nur seine Familie, sondern auch seine Freunde und Mitschüler. Also heckt er einen Plan aus, bei dem er sich früh im Garten von Milhouse wäscht und nachmittags in dessen Müll suhlt um seiner Familie wieder zuzusetzen, aber Homer hat auch seine eigenen Mittel dem entgegenzuwirken…
Zu guter letzt machen die Simpsons noch einen Ausflug in die Gefilde der Mangas und präsentieren sich in schickem Schwarz/Weiß und extrem dynamischen und überdrehten Actionposen…
FAZIT:
Die Bongo Comics für Umme sind auch in diesem Jahr, wie die letzten Jahre auch schon, zwar nur eine Querschnitt aus bereits veröffentlichten Episoden, aber sie machen einfach immer wieder Spaß. Gerade die Storys von ian Boothby und Chuck Dixon sind fast schon ein Garant für Humor und Spannung. Zeichnerisch wird leider nur gewohnte Einheitskost präsentiert und das obwohl es auch aussergewöhnlichere Zeichner für die Simpsons gibt, die einen eigenen und sichtbaren Stil haben, aber hier wäre wohl das Problem das Leser die dies nicht gewohnt sind, abgeschreckt werden würden.
Dennoch ist auch diese Gratis Comic Tag-Ausgabe wieder gelungen und macht viel Spaß.

Sweet Tooth (Gratis Comic Tag 2012)

Gus ist ein aussergewöhnlicher Junge. Denn Gus trägt ein Geweih. Und weil das keiner einfach so akzeptiert lebt Gus zusammen mit seinem Vater versteckt im Wald. Aber die Menschen dringen immer weiter in die sichere Heimat der beiden vor. Als Gus eines Tages eine Tafel Schokolade entdeckt ist sein Vater verunsichert. Er weiß das es mit ihm selber nicht mehr lange bestellt ist, denn wie schon Gus‘ Mutter droht ihm der nahende Tod und er möchte sicher sein, dass sein Sohn dem Leben in der Einsamkeit gewachsen ist. Doch kurz nachdem Gus‘ Vater von ihm gegangen ist, gerät der Junge auch schon in große Gefahr…
FAZIT:
Jeff Lemire präsentiert mit Sweet Tooth ein wirklich aussergewöhnliches Werk. Nicht nur von der Geschichte, sondern auch von den Zeichnungen schlägt Sweet Tooth ganz andere Wege ein. Zwar sind die Zeichnungen sehr Fantasy-Like und verträumt, aber oftmals auch sehr brutal und explizit. Auch wenn die Serie Anfangs wie ein Märchen wirkt, so entwickelt es sich doch sehr schnell zu einem postapokalyptischen Drama.
Auch wenn mich persönlich Sweet Tooth mit diesen wenigen Seiten noch nicht so richtig packen konnte, muss ich der Serie dennoch einen gewissen Reiz zusprechen. Für mich persönlich wird ein Blick in den bereits veröffentlichten Band nicht ausbleiben um etwas tiefer in die Zukunft von Gus hineinzuschnuppern.

Game of Thrones (Gratis Comic Tag 2012)

Der „verfluchte Wald“ hat schon viele Leben gefordert und so ist auch Will nur ein weiterer Toter im Schnee unter den Bäumen. Auch Eddard Stark nimmt ein Leben, aber dies geschieht im Auftrag des Königs. Er enthauptet einen Verräter und zum ersten Mal darf neben seinen Söhne Jon und Robb auch Bran anwesend sein. Auf dem Rückweg finden sie eine tote Schattenwolfmutter die gerade Junge geworfen hat. Die Anzahl der Jungen stimmt genau mit der Anzahl an Söhnen überein die Eddard Stark hat und so nimmt er die Welpen mit nach Hause…
FAZIT:
George R. R. Martins Fantasy-Epos „Game of Thrones“ hat sich in den letzten mehr als 10 Jahren eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut. Nicht zu Unrecht muss man anerkennen, auch wenn es sich mir bisher nicht so ganz erschlossen hat. Dies ändert sich auch nicht durch die Comicadaption. Die Geschichte an sich ist nicht schlecht, kann mich aber leider nicht wirklich fesseln.
Grafisch ist die Adaption einen Augenweide. Sehr detaillierte und stimmungsvolle Zeichnungen wissen zu gefallen, auch wenn manche Bilder ein wenig statisch wirken. Auch die Koloration ist gelungen und unterstreichen die Zeichnungen gekonnt, wenngleich auch dunkle und erdbetonte Farben dominieren.
Insgesamt kann mich leider das Heft nicht wirklich begeistern, was aber wohl auch daran liegt das manche Arten von Fantasy mich einfach nicht schaffen anzusprechen.

Star Wars – The Clone Wars (Gratis Comic Tag 2012)

Savage Opress greift auf dem Planeten Affa den dortigen Herrscher Noggox an, der sich eigentlich Savage Opress als Beschützer für seine Flotte angeheuert hatte. Doch dieser hatte offenbar bereits einen anderen Auftraggeber und einen anderen Auftrag…
Als nächstes müssen Ahsoka und Anakyn in ein separatistisches Schiff eindringen, welches ein aussergewöhnlichen Schutzschild besitzt, der es den Schiffen ermöglicht nach aussen zu feuern, aber feindliche Schüsse abzuwehren…
Und als letztes beweißt Ahsoka ihrem Padawan Anakyn das sie auch sehr gut auch sich selbst aufpassen kann und keine Hilfe mehr benötigt, wenn sie in eine brenzlige Situation gerät…
FAZIT:
Star Wars konnte mich irgendwie noch nie so richtig begeistern (wenn man mal die klassische Trilogie aussen vor lässt) und deswegen schafft es auch die diesjährige Gratis Comic Tag-Ausgabe nicht mit von den Star Wars Comics zu überzeugen. Die Storys und Zeichnungen sind zwar in Ordnung, aber es zündet bei mir irgendwie nicht wirklich. Man merkt aber auch das das Heft für eine wesentlich jüngere Zielgruppe konzipiert ist und diese dürften bestimmt daran gefallen finden.

Das waren somit die ersten 6 Hefte des diesjährigen Gratis Comic Tag. In den nächsten Tagen folgen dann weitere Reviews bis alle 30 Hefte vorgestellt wurden.

Bedanken möchte ich mich auch noch mal bei meinem Comicshop „Comic Attack“ in Erfurt die mir freundlicherweise einen Komplettsatz zur Verfügung gestellt haben.