Gratis Comic Tag 2013 Review (22): Benni Bärenstark #10 – Benni macht das Rennen [Splitter/Toonfish, Mai 2013]

GCT 2013Wie schon letztes Jahr mit den Schlümpfen, trumpft das Imprint Toonfish, des Splitter Verlages auch dieses Jahr mit einem Werk von Pierre Culliford, alias Peyo auf. Doch diesmal sind es keine kleinen blauen Fabelwesen, sondern ein bärenstarker kleiner Junge …

Benni Bärenstark #10 – Benni macht das Rennen
(Gratis Comic Tag 2013)

Benni ist klein, und stark. Bärenstark sogar. Und als sein Freund, der Taxifahrer, Herr Piepke mit seinem Mechaniker Viktor an dem prestigeträchtigen Rennen, dem „Großen Preis des Südens“ teilnehmen will, muss Benny dabei sein. Viele Rennfahrer werden sich durch die Serpentinen schlängeln und durch malerische Landschaften streifen. Doch es gibt auch eine ganze Menge Nervenkitzel. Denn zwei der Teilnehmer verhalten sich sehr merkwürdig und auch der nach einem Autounfall zurückgekehrte Vince Ferraro scheint ein Geheimnis zu haben …

Mit Benni Bärenstark verfasste Peyo seinen Gedanken, was wäre, wenn Menschen im ganz normalen Leben Superkräfte hätten. Dies ist ihm mit dem kleinen sympathischen und immer hilfsbereiten Jungen auch sehr gut gelungen. Und wie es sich gehört, findet sich in jedem Benni-Abenteuer auch ein Schlumpf.
Auch diesmal ist Benni mit seiner Kraft und Geschwindigkeit eine große Hilfe. Das Abenteuer ist nicht nur aufgrund der vielen schnellen Autos rasant, sondern auch dank der im Hintergrund ablaufenden Geschichte sehr spannend. Zwar ist das alles nicht neu, aber dafür sehr gut erzählt und verpackt.

Einen nicht unwesentlichen Teil, tragen auch die typischen Zeichnungen bei. Und auch wenn Peyo schon lange nicht mehr selbst zeichnet (er verstarb 1992), ist sein Stil unverkennbar. Doch muss man hier auch anmerken, dass er selber Benni nie wirklich gezeichnet hatte, sondern immer nur als Autor fungierte. Nach Pierre Cullifords Tod übernahm sein SohnThierry das Zepter und führte die Arbeiten seines Vaters weiter. Und das nicht nur bei den Schlümpfen, sondern auch bei Benny. Ebenfalls ganz in der Tradition, in jedem Peyo-Abenteuer einen Schlumpf zu verstecken und mit charmanten Zeichnungen eine spannende und dennoch leicht verständliche Geschichte zu erzählen.

Weitere Reviews findet ihr bei Crayton und ElTofu.

Gratis Comic Tag 2013 Review (13): Rubine – 96 Stunden [Epsilon, Mai 2013]

GCT 2013Epsilon gehört zu den Verlagen, die beim Gratis Comic Tag immer wieder mit Überraschungen aufwartet. Sei es letztes Jahr mit „Aldebaran“ oder dieses Jahr mit „Rubine“. Und noch etwas zeichnet Epsilon aus. Denn auch wenn die Auswahl nicht so umfangreich, wie beispielsweise bei Panini ist, so bringt der kleine Verlag dennoch immer ein volles Abenteuer, um neue Leser für sich zu gewinnen. Keine Leseproben von ein paar Seiten Umfang. Sondern der volle Albenumfang, wie er auch im Handel käuflich zu erwerben ist. Dadurch hat man natürlich noch bessere Möglichkeiten, sich ein Bild zu machen und sich schlussendlich zu entscheiden.

Rubine – 96 Stunden
(Gratis Comic Tag 2013)

96 Stunden. Mehr Zeit hat Gale Jarvis nicht, um Rubine von ihrer Unschuld zu überzeugen. Doch das ist nicht so einfach. Immerhin ist Gale eine zum Tode verurteilte Mörderin. Die Sache hat nur einen Haken. Den Mord, den Gale vor zwölf Jahren begangen haben soll, hat keine nachweisbare Leiche hinterlassen. Der ganze Prozess beruhte nur auf die Aussage ihrer besten Freundin, die ihr dabei geholfen hat, das Opfer verschwinden zu lassen, und einer blutigen Decke im Kofferraum ihres Wagens. Gale wurde verurteilt und sollte mit dem Flugzeug in die Haftanstalt überwiesen werden. Dort kam sie jedoch nie an. Denn das Flugzeug stürzte in den Bergen ab …

Mord, Verrat, und ein Flugzeugabsturz. Mythic, Walthéry und De Lazare präsentieren eine spannende Geschichte die mit gelungenen Storytwists. Zwar gibt es Stellen in der Handlung, die sehr vorhersehbar sind, dennoch folgen diesen Passagen meist Wendungen, die man wiederum nicht so schnell erkennt.

Die Zeichnungen sind sehr detailliert und zeugen von sehr viel Hingabe. Die Landschaften wirken malerisch und dennoch vertraut und die Figuren sind dank charakteristischen Merkmalen immer klar voneinander zu unterscheiden. Das Einzige, was mich ein wenig stört, sind die Körperhaltungen, die einige Figuren aufweisen. Da schmerzt es manchmal schon beim hinsehen.

Insgesamt ist Rubine aber spannende Unterhaltung vom Anfang bis zum Ende. Zusammen mit den Zeichnungen ergib sich eine aufregende Mischung, die in diesem Fall nur ein Problem hat. Ähnlich wie schon bei Malcolm Max sind der viele Text und die sehr detaillierten Bilder, nicht für dieses kleine Gratis Comic Tag-Format geeignet. Und bei Rubine gibt es eine ganze Menge Text.

Asterix Review Special (2): Die goldene Sichel

In diesem Review-Special stelle ich euch das zweite Abenteuer der beiden Gallier vor. So manch einer wird sich vielleicht wundern, denn nach offizieller Albenreihenfolge werden einige vermutlich den Band „Asterix und Kleopatra“ erwarten. Doch dies ist ein Fehler. Denn bei dem angesprochenen Band handelt es sich im Original um das sechste Abenteuer. Dies wurde damals in Deutschland nur wegen des zeitnah im Kino laufenden Animationsfilmes vorgezogen. Grundsätzlich hatte es Ehapa bei den ersten sieben Bänden mit der Reihenfolge nicht so genau genommen. Doch dies soll nicht der eigentliche Schwerpunkt dieser kleinen Einleitung sein.

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Long John Silver #3: Das Smaragdlabyrinth [Carlsen Comics, Oktober 2010]

Dominik_AVAViel Spass mit dem dritten Band der Reihe Long John Silver.  Seid gewarnt, kein wahrer Pirat würde sich diese Reihe entgehen lassen. Also wer Schätze, Gold, Frauen, etwas Rum und Bier oder auch anderweitig „Böse“ unterwegs ist, der sollte sich schleunigst zum nächsten Comicdealer begeben und sich diese Reihe zulegen. Falls ihr diesem Ratschlag nicht folgen werdet, so seid gewarnt, Long John Silver könnte euer Nachbar sein…

Long John Silver #3 Das Smaragdlabyrinth

Mit der schönen Lady Hastings an Bord begibt sich Long John Silver auf die Suche nach ihrem Mann und den sagenhaften Reichtümern der verschollenen Stadt Guyanacapac. Kaum ist eine Meuterei erfolgreich überstanden, gerät sein Schiff in einen Malstrom und es droht, an den Klippen dahinter zu zerschellen. Was zu Beginn noch nach einer klaren Route aussieht, wird immer mehr zu einem geheimnisvollen Labyrinth. Die Besatzungsmitglieder werden unruhig, hat Long John Silver die Kraft, sich gegen diese unbekannte Macht zu stemmen? Immer tiefer dringen sie auf der Strasse nach Guyanacapac mit ihrem Schiff in den Dschungel vor. Die unbekannte Gegend wird zusehends bedrohlicher. Und zu allem Überfluss frisst sich das Ungeziefer durch die restlichen Lebensmittel an Bord. der eingeborene Indio ist und bleibt ein rätselhafter Charakter. Was hat es genau mit ihm auf sich? Erfahrt dies und mehr in diesem Band.

Long John Silver

Der dritte Band ist und bleibt eine klassische Piratengeschichte. Es ist eine spannende und auch gruselige Schatzsuche nach dem Gold der Inka. Wie auch im zweiten Band spielt dieser größtenteils an Bord der Neptune.  Seite um Seite spürt der Leser quasi, wie der Wahnsinn von den Charakteren Besitz  zu ergreifen versucht. Dies geht sogar so weit, dass man fast selbst in die düstere Atmosphäre des südamerikanischen Dschungels eindringt.

Die Zeichnungen sind weiterhin zur Reihe passend düster dargestellt. Beim Lesen des ersten Bandes dieser Reihe habe ich mich zu Anfang etwas schwer mit den groben dunklen nicht sehr detailgenauen Zeichnungen getan. Nun  finde ich, passen genau diese so gut zur Handlung dass es mich überhaupt nicht mehr stört. Ganz im Gegenteil, es bewirkt wirklich eine einzigartige Atmosphäre, die den Charme und Flair der guten alten Piratenstories rüberbringt. Dennoch sind die Zeichnungen detaillierter als noch im ersten Band meiner Empfindung nach. Zumindest genauso detailliert wie im zweiten Band, wenn nicht sogar noch etwas mehr. Der Zeichenstil scheint nicht bis ins Letzte ausgearbeitet zu sein, teilweise wirkt er sogar nur umrissen, aber so sind die Ergebnisse dennoch ungemein stimmungsvoll. Ob nun die dichten grünen Dschungepassagen oder die im Mondschein liegende Landschaft am Flussdelta, sie Wissen die Schauplätze ungemein gut zur Story passend darzustellen. Die Farben wirken auf den Leser kräftig, jedoch niemals knallig bunt. Die vorherrschende Atmosphäre wird dadurch gekonnt gezielt betont.

Lose angelehnt an Robert Louis Stevenson’s „Die Schatzinsel“  findet der geneigte Leser wahrhaftig einige Staubkörner des vom ihm geborenen Traumes wieder. Dies funktioniert auch sehr gut ohne den damaligen Helden Jim Hawkins.  Ich hätte mich umso mehr gefreut diesen Helden meiner Kindheit erneut wiederzusehen. Aber mit dem Charakter  Long John Silver bin ich bereits bestens bedient.

Der vierte Band erscheint demnächst, ich bin sehr gespannt wie es weitergehen wird.  Vor allem hält das Ende einige spannende nicht erwartete Wendungen der Story bereit, die es nicht unbedingt vorherzusehen gab.

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Copyright aller verwendeten Bilder © 2010 Carlsen Comics

Asterix Review Special (1): Asterix der Gallier

Willkommen zu einer neuen monatlichen Special-Reviewserie, die sich nicht den Superhelden, sondern der frankobelgischen Comicliteratur widmet. Genauer gesagt sogar einem zum Klassiker avancierten Helden: Asterix. Ab sofort werde ich monatlich einen Band der Serie, inklusive wissensreichen Hintergrundinformationen, vorstellen. Dazu zählen Infos zu den Helden, deren Gegnern, den Machern und vielem mehr. Außerdem werde ich die Bände in der originalen französischen Chronologie präsentieren. Wieso, weshalb und warum, das erfährt ihr in einer der zukünftigen Ausgaben. Heute geht es erst einmal mit dem ersten Band, Asterix der Gallier und seiner Entstehung los …
Am 29. Oktober 1959 war es endlich soweit. Asterix erblickte auf den Seiten der französischen, wöchentlich erscheinenden Jugendzeitschrift „Pilote“ das Licht der Welt. Von hier aus sollte sein Siegeszug beginnen. Doch bis dahin war es noch ein weiter Weg.

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El Mercenario #1: Der Söldner [Splitter Verlag GmbH & Co. KG, Juni 2012]

Dominik_AVAEndlich habe ich Gelegenheit gefunden, mich dieser Ausnahmeserie zu widmen.  Im Vorfeld kann ich einfach nur sagen, schön dass ich mir diese Reihe komplett zulegen werde, ich würde es sonst sehr bereuen.  Es gibt immer wieder zwischendurch ein paar Comics, die etwas mit einem machen. Sie verzaubern einen, sie berühren dich und lassen einen nicht mehr los. Dieser erste Band von El Mercenario gibt mir genau dieses Gefühl von „ich will gelesen werden“.

El Mercenario Bd. 1: Der Söldner

Man denke an das Himalayagebirge. Hoch darüber hinaus gibt es eine Welt, die die Menschheit bisher noch nicht kennt. Eine fremde Welt hoch über den höchsten Bergen in den Wolken. Hoch dort oben gibt es Drachen, Ritter und Könige. Mächtige Herrscher und weitläufige Wolkentäler. Die Zeit scheint hier scheinbar still zu stehen. In dieser Welt lebt der Krieger und Söldner El Mercenario.

El Mercenario hat den Auftrag bekommen, eine Frau aus den Klauen von Erpressern zu retten.
Das Abenteuer beginnt und die Ereignisse überschlagen sich, so dass El Mercenario durch die Wolkendecke ins normale Menschenreich stürzt.

El Mercenario schafft es einen neuen Auftrag anzunehmen. Mit der freundlichen Hilfe der Menschen gelingt es ihm erneut die Wolkendecke zu durchbrechen. Ein weiteres Abenteuer entwickelt sich.  Was hat es mit dem fliegenden Palast und den vielen Schönheiten, die dort leben auf sich. El Mercenario wird gefangen genommen und nimmt sich diesem Rätsel an.

Kann El Mercenario sie vor dem sicheren Tod retten?

Die Splitter Aufmachung ist grandios.  Auch wenn diese Comic Reihe schon über 30 Jahre alt sein mag, so muss sich Vincente Segrelles El Mercenario in keinster Weise hinter neueren aktuellen Werken der Comic – Literatur verstecken. Dieses Comicwerk scheint zeitlos zu sein. Es übt nach wie vor eine beachtliche Faszination auf den Leser aus. Dies liegt vermutlich vor allem in der einzigartigen Zeichentechnik des Künstlers, sie sucht einfach Ihresgleichen.  Jedes Panel ist wie ein Gemälde, komplett in Ölfarben gemalt. Die Bilder laden den Leser ein, länger hinzuschauen. Vor allem die Gesichtszüge einiger leichtbekleideter Damen Wissen zu faszinieren (nicht nur die Gesichtszüge).  Ebenso der Söldner El Mercenario in seiner Rüstung und die sehr schön in Szene gesetzten Drachen wissen uneingeschränkt zu gefallen. Dass die Geschichte über und unter den Wolken spielt, in Verbindung mit einem Luftschloss, lässt Bilder im Kopf des Lesers entstehen wie aus „Tausend und einer Nacht“. Die Farben sind sehr gut gewählt, nicht zu düster wirken sie. Sie transportieren dieses Gefühl von Freiheit über den Wolken. Allein die faszinierenden Zeichnungen in Ölfarben sind einen Kauf dieses Albums allemal wert.

Man sagt, die Nächte über den Wolken mögen sehr kalt sein.

13 Bände werden veröffentlicht. Der 14 Band der neu hinzukommt wird eine Welterstveröffentlichung sein.  Die Collectors Edition im Splitter Verlag enthält am Ende eine sehr schöne Entstehungsgeschichte dieses Comics. Diese Bonusstrecke „Hinter den Kulissen“ wurde vom Künstler selbst verfasst. Sie beleuchtet die Einzelheiten des Entstehungsprozesses von El Mercenario und ermöglicht dem interessierten Leser einen ganz persönlichen Eindruck vom Künstler und seinem außergewöhnlichem Werk zu bekommen.  Zusätzlich dazu gibt es im Backcover ein Kunstdruck von Vicente Segrelles.

Wie in der Entstehungsgeschichte dieses ersten Comics erwähnt wird, ist es durchaus zu erkennen, dass die Geschichte an sich aus drei Teilen besteht. Die Geschichte mag einfach gestrickt sein, vielleicht auch etwas banal, aber allein die grandiosen Zeichnungen lassen das Storytelling zumindest für den ersten Band  in den Hintergrund rücken. El Mercenario ist ein wahres Comichighlight.

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Copyright aller verwendeten Bilder © 2012 Splitter Verlag

Asterix der Gallier – Der Vergleich zwischen Original und Neuauflage (inklusive Gewinnspiel)

Für meinen heutigen Artikel habe ich extra ein Vergleichsexemplar der neuen Version von Egmont erhalten und diesen im direkten Vergleich auf Herz und Nieren geprüft …

Am 14. März diesen Jahres erschienen eine Reihe von Asterix-Bänden erneut. Das ist an sich nichts Besonderes. Die Asterix-Bände werden immer wieder neu aufgelegt und haben stellenweise schon über 30 Auflagen erreicht. Und dennoch ist diese Neuauflage etwas besonderes. Denn diesmal handelt es sich nicht einfach nur um einen Neudruck des alten Materials, sondern es gab teilweise massive Veränderungen.

Die neue 2013er Version kommt mit neuem Lettering im Stil von Albert Uderzos Handschrift daher und hat ebenfalls eine komplette Neukoloration erfahren. Außerdem wurde bei einigen Bänden das Coverdesign überarbeitet und wieder andere Ausgaben haben ein von Uderzo vollständig neu gestaltetes Cover erhalten. Anhand des ersten Bandes wollen wir nun die möglichen Vor- und Nachteile sowie Änderungen aufzeigen. Das Vergleichsmaterial beruht auf der Gesamtausgabe des Egmont Ehapa Verlages. Weiterlesen

Marsch der Krabben Nr. 1: Unter erschwerten Bedingungen [Splitter, November 2012]

Mit der heutigen Review präsentiere ich erneut ein Rezensionsexemplar. Diesmal möchte ich mich beim Splitter Verlag bedanken, für die Zusendung dieses Bandes …

Marsch der Krabben Nr. 1:
Unter erschwerten Bedingungen

Das Leben kann so schön sein. Selbst für die Simplicimus vulgaris, oder auch Quadratkrabbe genannt, könnte das Leben einiges bieten. Wenn da nicht das Problem mit der eingeschränkten Beweglichkeit wäre. Denn diese Art der Krebse hat die Einschränkung, sich nur auf einer Linie gerade bewegen zu können. Grund dafür soll der Bau des Panzers sein. Und so ergibt es sich, dass ein paar Quadratkrabben an einem französischen Strand, mitten im schönsten Sommer, durch verschiedenste Umstände rein zufällig aufeinandertreffen. Dabei entdecken sie, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, um im Leben weiterzukommen. Und sie beginnen sich Namen zu geben, was für diese Tiere etwas Neues ist. Da sich die Quadratkrabben aufgrund ihrer Einschränkung im Leben selten mehr als einmal treffen, war das bisher nicht notwendig gewesen. Außerdem entdeckt eine der Krabben noch etwas, was das Leben der Quadratkrabben auf der ganzen Welt grundlegend verändern könnte …

Keine Chance aus ihrem geradlinigen Leben auszubrechen.

Keine Chance aus ihrem geradlinigen Leben auszubrechen.

Mit „Unter erschwerten Bedingungen“ legt Arthur de Pins den ersten Band seiner „Marsch der Krabben“-Trilogie vor. Für den gleichnamigen Kurzfilm erhielt er bereits einige Auszeichnungen, darunter die Filmpreise des Annecy International Animated Film Festival, des Brooklyn International Film Festival und des Ottawa International Animation Festival. Zu Beginn noch einfach gestrickt und eher banal wirkend, präsentiert de Pins eine mitreißende und interessante Geschichte, die er in ein sehr kurzweiliges Abenteuer von ein paar eigentlich nicht wirklich interessanten Lebewesen verpackt. Dabei schafft er es, die Krabben so gut zu personalisieren, dass einem trotz der äußerlichen Ähnlichkeit der Krabben jede Figur sofort ans Herz wächst. Aber am verwunderlichsten ist, dass er seinen Krebsen eine wesentlich tiefgründigere Psyche verleiht, als es bei den Menschen geschieht. Diese sind im Gegensatz zu den kleinen Quadratkrabben viel eindimensionaler geraten und bekommen dadurch eine unwichtigere Rolle zugewiesen. De Pins lässt es sich hierbei auch nicht nehmen, das Ganze mit einem gewissen Augenzwinkern und einer nicht gerade unterschwelligen Ironie zu präsentieren. Er zeigt ganz bewusst und dennoch nicht plakativ direkt, wie nicht die Umwelt die eigenen Fähigkeiten bremst, sondern vielmehr der eigene Verstand.

Reporter auf den Spuren der Quadratkrabbe.

Reporter auf den Spuren der Quadratkrabbe.

Die Bilder in diesem Band sind auf den ersten Blick eher zweckdienlich. Doch sehr schnell entwickelt sich ein ganz eigener Charme, der die Stimmung ideal unterstützt. Die flachen und großflächig farbigen Zeichnungen versuchen auch überhaupt nicht einen realistischen Eindruck zu erwecken, sondern wollen ganz gezielt eine Überzeichnung darstellen. Während die Krebse, entgegen dem gesamten Zeichenstil, doch in einen ganz minimalen Grad an Realismus visualisiert werden, sind die Menschen stark stilisiert dargestellt. Mit großen Händen und Füßen, charakteristischen Köpfen und klar erkennbaren Körperformen, werden hierbei schon fast Karikaturen geschaffen. Und dennoch ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild, welches die Geschichte sehr gut transportiert und vermittelt.

Kleine Krabben gegen große Krebse.

Kleine Krabben gegen große Krebse.

FAZIT:

Der „Marsch der Krabben“ ist ein faszinierender Band, der Lust auf mehr macht. Das Finale weckt die Begierde, unbedingt weiterlesen zu wollen. Man ist als Leser einfach nur fasziniert, wie es De Pin schafft, seine kleinen Helden, die Quadratkrabben, so zu personalisieren, dass man binnen kürzester Zeit mitleidet. Auch die so oft erwähnte „Moral von der Geschicht’“ ist überzeugend, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger daher zu kommen. Zusammen mit dem gelungenen Humor ergibt sich nicht nur ein lehrreiches, sondern auch unterhaltsames Abenteuer mit außergewöhnlichen Bildern.

Sommer, Sonne, Strand und Meer. Was will man meer...... äh, mehr. :D

Sommer, Sonne, Strand und Meer. Was will man meer…
… äh, mehr. 😀

„Marsch der Krabben“ bei Splitter bestellen.
„Marsch der Krabben“ bei Amazon bestellen.

Hive-VerweisCopyright aller verwendeten Bilder © 2012/2013 MC Productions/Splitter Verlag GmbH & Co. KG

Long John Silver #2: Neptune [Carlsen Comics, Januar 2010]

Ich musste einfach den zweiten Band lesen. Ich konnte nicht anders und habe in einem Rutsch „Long John Silver #2 Neptune“ gelesen. Viel Spaß  mit meinem Bericht wünsche ich.

Long John Silver #2: Neptune

Nachdem  in“ Long John Silver #1 Lady Vivian Hastings“ alle Charaktere eingeführt wurden und sich auf der Neptune für die große Überfahrt nach Guyanacapac eingefunden haben, kann die Meuterei beginnen.

Die gesamte Story dieses Bandes ist im Grunde genommen sehr geradlinig. Sie reduziert sich auf die Überfahrt ins neue Land. Jedoch sind die Geschehnisse auf der Neptune so dermaßen spannend bebildert, dass es einem nicht möglich erscheint, diesen Band aus der Hand zu legen bevor man ihn nicht zu Ende gelesen hat. Der Band liest sich gut in einem Rutsch, er ist anspruchsvoll, fordert den Leser aber nicht so sehr wie noch im ersten Band.
Die Spannung ist unerträglich hoch, auch wenn man an sich weiß, wie dieser Band ausgehen wird. Das liegt zum einen eindeutig an der grandiosen Darstellungsweise der Story  und zum anderen an den passenden Zeichnungen. Die Zeichnungen  gefallen mir persönlich im Gegensatz zum ersten Band besser.  Im ersten Band waren die Zeichnungen noch eher grob  gehalten und die Farbgebung  dunkel. Da dieser Band durchgehend auf hoher See spielt, passen hier die nicht mehr ganz so dunklen Zeichnungen hervorragend zur stürmischen See.  Die Zeichnungen an sich sind meinem Empfinden nach detaillierter als noch im ersten Band. Einzig und allein den Captain und Dantzig kann ich nicht unterscheiden. Diese beiden Charaktere sind zum verwechseln ähnlich gezeichnet.

Tief unter dem Meer

Die Aufmachung dieses Comics ist, wie beim ersten Band auch, sehr gelungen. Softcover im A 4 großen Format. Schön ist, dass eine Zusammenfassung des ersten Bandes am Anfang steht. Dieser Band enthält 56 Seiten für den Preis von 12.00 Euro.
Jim Hawkins wird erwähnt, kommt aber wie ich befürchtet habe nicht vor.
Für mich immer noch ein wenig schade, aber was soll’s. Man kann ja nicht alles haben. Wieder einmal haben Kenner des Buches „Die Schatzinsel“ insofern Vorteile, dass sie die kleinen Anspielungen in Bezug auf dieses Buch verstehen und einzuordnen wissen. Diese kleinen Anspielungen kommen zwar nicht sehr häufig vor, aber sind dennoch passend gewählt.

Dominik_AVAFAZIT:

Fans einer guten Piratenstory sei diese Comic Reihe wärmstens ans Herz gelegt. Die Atmosphäre die hier aufkommt, lässt keinen Piraten kalt. Der Leser spürt von Seite zu Seite diese aufkommende Beklemmung. Je weiter der Leser voranschreitet, desto tiefer schnürt sich das Seil um die jeweilige Kehle, bis am Ende alles explodiert und das Fass überläuft.
Der erste Band hat die Intrigen und die Charaktere hervorragend eingeführt, und nun geht es auf dem Schiff weiter. Ich bin gespannt was im dritten Band noch alles passieren wird.

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Copyright aller verwendeten Bilder © 2009/2010 Carlsen Comics

Long John Silver #1: Lady Vivian Hastings [Carlsen Comics, März 2009]

Dominik_AVAIch bin ein begeisterter Fan seit meiner Kindheit von Robert Louis Stevenson’s „Die Schatzinsel“.
Es war damals in meiner Grundschulzeit das allererste Buch, welches ich durchgehend selbständig gelesen habe.  Seitdem sind Jim Hawkins und der berüchtigte Pirat Long John Silver immer mal wieder in meinem Gedächtnis.  Damals als Kind habe ich keine Folge der Anime Serie “ Die Schatzinsel“ auf Rtl2 verpasst. Viele verschiedene Buch und Film Interpretationen von „Die Schatzinsel“ gibt es mittlerweile.  Jedoch kommt meinem Empfinden nach,  keine Version an die Originalausgabe des Buches und an die Anime Serie „Die Schatzinsel – Die komplette Serie [5 DVDs] (teilweise schwierig zu erhalten) von den Produzenten Yutaka Fujioka  und  Autoren Haruya Yamazaki, Robert Louis Stevenson, Yoshimi Shinozaki aus dem Produktionsjahr 1978 heran.

Umso mehr habe ich mich auf ein Wiedersehen mit Long John Silver und anderen bekannten Gesichtern aus „Die Schatzinsel“ gefreut, als ich mir

Long John Silver #1: Lady Vivian Hastings

zugelegt habe.

Es ist ruhig geworden um den berüchtigten Piraten Long John Silver. Nach seiner Rückkehr von der Schatzinsel hat er in Bristol ein Wirtshaus eröffnet, doch für einen Mann wie Silver ist das kein Weg, um alt zu werden.
Als ihn die schöne Lady Hastings aufsucht, um ihn für die Suche nach den sagenhaften Reichtümern der verschollenen Stadt Guyanacapac anzuwerben, kann er nicht ablehnen. Silver bricht auf zu seiner letzten Reise, zu seinem größten Abenteuer.

Bereits die erste Seite enthält ein Zitat aus dem Buch „Die Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson.  Wer das Buch kennt, so wie ich, fühlt sich auf Anhieb zurückversetzt in die damalige Zeit und das Geschehen.  Einen besseren Einstieg für diesen Comic hätte ich mir gar nicht vorstellen können.

Wie bereits die zweite Seite im Comic erläutert, versteht sich dieses Werk nicht als Fortsetzung von „Die Schatzinsel“, sondern als bescheidene Hommage an dieses Meisterwerk, welches uns seit Kindheitstagen in Erstaunen versetzt.

Der Comic selbst beginnt im Jahre 1785 in den Gestaden des Amazonas.
Lord Hastings ist auf Entdeckungsfahrt in eben diesen Gebieten rund um den Amazonas unterwegs und hat seine Frau Lady Vivian Hastings in England zurückgelassen. Lange Zeit hört sie nichts von ihrem Mann und beginnt sich mit anderen Männern zu vergnügen. Lady Vivian Hastings erwartet sogar von einem anderem Mann ein Kind.  Eines Tages  taucht jedoch der Bruder von Lord Hastings auf und übermittelt die freudige Nachricht, dass Lord Hastings lebt und die sagenumwobene Stadt Guyanacapac entdeckt habe. Um eine Expedition von England aus nach Guyanacapac zu starten, soll Lady Vivian Hastings auf Anweisung des Lord höchstpersönlich, den ehelichen Besitz, der fast komplett  aus der Mitgift von Vivian Hastings stammt, zur Finanzierung der Expedition verkaufen.

Doch Lady Vivian Hastings lässt sich nicht so leicht abfertigen und versucht an der Expedition teilzunehmen. Dabei wendet sie sich hilfesuchend an den berüchtigten Piraten Long John Silver – und löst damit Ereignisse aus, die in ihrem Lauf nicht mehr aufzuhalten sind.

Wenn man die Bücher und auch die Verfilmungen kennt,  werden dem geneigtem Leser immer wieder kleine Anspielungen auf die Buchvorlage preisgegeben. Das hat mir persönlich sehr gut gefallen. Ebenso bekannte Gesichter wie z.B. Doktor Livesey trifft man wieder. Wer jedoch ein Wiedersehen mit Jim Hawkins sich erhofft, muss bisher enttäuscht werden. So ging es mir zumindest, aber dafür werden viele neue interessante Charaktere sehr glaubhaft eingeführt.

Zeichnerisch habe ich mich am Anfang etwas schwer mit diesem Comic getan. Es ist vieles in grauen, schwarzen Tönen gehalten. Stellenweise wirkt es eher skizziert als vollständig ausgearbeitet.  Die Zeichnungen erstrecken sich über ein breites Spektrum, jedoch oftmals wirken diese sehr grob. In heftigen Regenschauern fallen die Charaktere ja fast nur marginal aus. Jedoch nimmt mit dem Szenenwechsel nach England auch die Darstellungsweise der Figuren zu und gipfelt stellenweise in detailreichen schön anzusehenden Bildern. Diese dunkle Darstellungsweise einerseits, und die detaillierte Darstellungsweise andererseits bilden zusammen einen ganz eigenen Charakter, der sich der Atmosphäre der Szenerie anpasst.  Anfangs habe ich mir wirklich deutlichere Zeichnungen gewünscht, aber wenn der Leser sich darauf einlassen kann, fällt dies in keinster Weise negativ zur Geltung. Ganz im Gegenteil,  das einzig und alleinige Ziel dieses Comics ist es, ein wenig von dem Zauber aufzunehmen, der in Robert Louis Stevensons Geschichte wirkt…

Und genau durch diese Darstellungsweise  hat der Leser die Möglichkeit, eben diesen Zauber zu spüren und auch  wahrzunehmen.

Dieser Comic liest sich nicht einfach so mal nebenbei, der Leser wird immer wieder gefordert, aufzupassen, mitzudenken und die verschiedenen Charaktere und ihre Verwicklungen im Blick zu behalten.  Der Comic ist von vorne bis hinten durchgehend spannend gehalten. Das Ende ist durchaus abzusehen, jedoch will der Leser darauf unbedingt Wissen wie es weitergeht im zweiten Band.

Die Aufmachung ist im A 4 großen Format (Softcover),der geneigte Leser erhält 64 Seiten zum Preis von 48 (12.00 Euro). Das muss auch mal gesagt werden!

Zusammengefasst hat mich dieser Comic verzaubert. Anfangs hab ich mich etwas schwer mit den gewöhnungsbedürftigen Zeichnungen getan, die oft grob und düster gehalten sind, zwischendurch jedoch auch detailgenau sein können. Story technisch gibt es meinerseits  überhaupt nichts zu kritisieren. Ich bin auf die weiteren Bände gespannt.

Eine gute Online Leseprobe von Carlsen Comics gibt es hier.

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Copyright aller verwendeten Bilder © 2009 Carlsen Comics (Die Bilder werden verwendet mit freundlicher Genehmigung der ComicRadioShow München.)