Neuigkeiten zu „Der Punch“ #1 und „Bok-Man & das Asi-Tier“ #2 bei Plem Plem (inkl. Leseproben)

Gute Neuigkeiten hört man gerne. Da freut es die Fans des kleinen Labels Plem Plem Productions, dass die neue Comicreihe „Der Punch“ drei Monate vorgezogen wird. Bereits ab dem 3. März kann man die erste Ausgabe des „Höralbums“, das zusammen mit dem gleichnamigen Album der Band ApRon ein Gesamtwerk ergibt. Wer es überhaupt nicht erwarten kann, und das Heft schon jetzt über den Verlagsshop vorbestellt erhält als einer der ersten 60 Vorbesteller einen von Zeichner Andi Papelitzky gestalteten Sticker gratis dazu.

Und wer noch ein wenig unentschlossen ist, der kann sich eine dreiseitige Leseproeb ansehen, wenn ihr unten auf das Cover klickt.

DER_PUNCH_1_full

Eine weitere Überraschung ist die Fortsetzung von Bok-Man und das Asi-Tier. Die beiden aus der Feder von Dennis „Bouncie D.“ Lehmann (Autor & Zeichner) stammenden liebenswerten Figuren, erleben erneut spannende Abenteuer. Diesmal sogar teilweise in Farbe.

Auch hierzu gibt es eine Leseprobe, wenn ihr auf das Cover klickt.

Bok-Man-2-cover

Die erste Plem Plem Halbjahresvorschau 2014

Die Plem Plem-Webseite erstrahlt in neuem Glanz, The Changer #1 Erstauflage ist ausverkauft. Für die kleine Indiecomicschmiede um Christopher Kloiber könnte das neue Jahr nicht besser anfangen. Doch das Beste sind noch immer die neuen Comics von Plem Plem, und da sieht das erste Halbjahr wirklich glänzend aus. Hier eine Auflistung mit den geplanten Erscheinungsterminen:

März:

  • Der Punch #1
  • The Changer #1 Limited English Version
  • The Changer #1 Second Print

Plem Plem Vorschau 1

April:

Plem Plem Vorschau 2

Juni:

Plem Plem Vorschau 3

Wenn das kein Grund zum Feiern ist?!

PlemPlem Productions erstrahlt in neuem Glanz

Nach dem Überraschungserfolg „The Changer“ (Das Review gibt es hier) musste natürlich auch ein neuer Webauftritt her, der passend zum Comic-Hit, etwas hermacht. Seit wenigen Tagen ist die neue Seite nun online und kann neben www.whoacomics.de, auch über www.plemplemproductions.de erreicht werden. Und wem das an Infos noch nicht reicht, der kann Plem Plem nicht nur über Facebook folgen, sondern ab sofort auch über Twitter.

Plem Plem Web

Die Startseite von Plem Plem in voller Pracht.

The Changer Nr. 1 ist ausverkauft!

Es ist wohl der mit Abstand erfolgreichste Titel des kleinen Independent-Verlags PlemPlem Productions. Nach nur knapp 2 Monaten ist die komplette 1. Auflage des actionreichen Abenteuers rund um Jackie Dillon und seine große Liebe Kathie (das vollständige Review gibt es hier) bereits ausverkauft. Christopher Kloiber, CEO von PlemPlem, ist hoch erfreut und bedankt sich bei allen Fans und Lesern, und versprach bereits, dass Anfang 2014 bereits eine zweite Auflage mit neuem Cover erscheinen wird. Wenn alles klappt, sogar rechtzeitig zur Veröffentlichung von Ausgabe 2.

Changer Sold Out

The Changer Nr. 1 [PlemPlem Productions, September 2013]

In meinem heutigen Review stelle ich etwas ganz Besonderes vor. The Changer Nr. 1 vom kleinen Indielabel Plem Plem Productions von Christopher Kloiber. Mit dieser Veröffentlichung bewegt sich Chris ein ganzes Stück weit weg, von dem was er bisher publiziert hat. War Plem Plem bisher für Comedy und Parodien bekannt, wird mit The Changer ein neuer Weg bestritten. Ernsthaftere Superheldencomics. Ob sich dieses schwere Unterfangen, in einem Markt der vor Superhelden nur so wimmelt, auch in Deutschland, gelohnt hat, könnt ihr in diesem Review nachlesen …

The Changer Nr. 1

Weiterlesen

XXX Comics – Extra Sammler Spezial #1 [Weissblech Verlag, April 2013]

 NUR FÜR ERWACHSENE LESER!

XXX Comics Sammler Spezial Nr. 1

Yeah, in dieser Ausgabe findet der geneigte Leser auf 52 verdorbenen Seiten kühnsten Pornoquatsch aus den XXX – Comics #1 und #2. Die beiden ersten Ausgaben sind bereits schon seit langer Zeit vergriffen und nicht mehr regulär zu beziehen. Vielleicht wird der ein oder andere sich fragen, wieso denn nicht alle Geschichten aus den Bänden #1 und #2 hier nachgedruckt wurden. Dies erklärt uns der Verleger im Vorwort: Die Kala Abenteuer wurden bereits in dem Band „Die Hardcore – Abenteuer von Kala“ neu aufgelegt und die Geschichten, die es nicht in diese Ausgabe geschafft haben (eine Geschichte und ein paar Pin-Ups), sind für den Verlag nicht mehr ohne Weiteres verfügbar. Dennoch habe ich mich sehr darüber gefreut, endlich die längst vergriffenen Geschichten der ersten beiden Ausgaben genießen zu dürfen.

Der Leser wird wahrhaftig im Vorwort an die Hand genommen. Wie nicht anders zu erwarten liest sich das Vorwort äußerst sympathisch. Der Verleger berichtet kurz und bündig von den Anfängen der ersten XXX – Comics bis zur aktuellen Ausgabe #14.
Alle Geschichten dieses Heftes sind in Schwarz/Weiß gezeichnet.

Im Folgenden möchte ich kurz auf jede Geschichte eingehen.

Ajax im Bann der Medusa:

Ajax im Bann der Medusa

Diese Geschichte handelt von einem Helden, der niemals wirklich ein wahrer Held sein wird so wie wir es kennen. Sein Talent steckt in der Hose …
Im damaligen Griechenland spielt diese Geschichte: der Held wird gebeten, den Dorfbewohnern zu helfen und sie aus den Fängen der bösen Medusa zu befreien. Diese hat sich in einer der nahegelegenen Höhlen versteckt. Kurz entschlossen nimmt unser Held diesen Auftrag bereitwillig an.

Diese erste Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Die Pointe am Ende ist mehr als gelungen.
Der Pornoanteil steht nicht im Mittelpunkt, er kommt zwar vor aber es dreht sich hier nicht durchgehend um das eine. Diese Mischung mit dem genialen Ende ist genau richtig. Zeichnerisch ist alles im grünen Bereich. Der Leser erkennt alles auf den ersten Blick, die Zeichnungen sind dementsprechend klar und deutlich. Die Charaktere sind schön ausgearbeitet, die Hintergründe nicht so sehr im Detail. Diese Geschichte enthält sehr viel Text, was ich persönlich absolut nicht störend finde, ganz im Gegenteil, Text und Zeichnungen ergänzen sich hervorragend.

Der Nerd und die Nymphe:

Anspielungen auf Comic Fans finde ich immer amüsant. So ist es auch hier ein Comic Fan, dessen Schicksal sich abrupt ändert. In einem Comic Laden hat sich unser Freund seine Comics gekauft und nebenbei noch den Original Ring von „Herr der Ringe“ (ist es wirklich der Original Ring?). Ein wenig später im abgelegenen Stadtpark macht der Comic Nerd eine interessante Bekanntschaft mit einer Nymphe.

Ähnlich wie in der ersten Geschichte ist auch hier die Pointe absolut gelungen.
Wieder zeichnerisch alles im grünen Bereich. Ebenso klare Zeichnungen und detailliert ausgearbeitete Charaktere. Die Nymphe ist sehr schön anzusehen. Der Pornoanteil ist auch hier nicht ausschlaggebend, sondern passend in die Geschichte integriert. Text und Zeichnungen ergänzen sich auch hier gekonnt. Von meiner Seite gibt es hier nichts auszusetzen.

Die Braut des Schneebiestes:

Die Braut des Schneebiests

Man ahnt es schon, hier geht es auf die Piste. Drei Jungs und vier Mädels sind auf der Piste unterwegs. Immer dem Kick einen Schritt voraus jagen sie die Berge hinunter. Doch es kommt, wie es kommen muss, eines der Mädels verunglückt und landet in einer Gletscherspalte tief unter der Erde. Die Zeit vergeht und das Mädchen wird bereits für tot gehalten. Was niemand weiß, in der Gletscherspalte wohnt ein Schneebiest.

Interessant zu lesen ist diese Geschichte allemal. Bei Schnee und Wintergeschichten brauche ich immer ein wenig, um damit warm zu werden, ganz anders jedoch bei dieser hier. Ebenso wie bei den anderen beiden Geschichten auch ist hier das Ende wieder einmal gelungen. Der sexuelle Part ist wieder einmal angenehm in die Geschichte integriert. Zeichnerisch immer noch alles bestens. Von meiner Seite gibt es auch hier nichts zu kritisieren. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Auch hier sind die Charaktere wieder gut ausgearbeitet. Allem voran das Schneebiest und die junge Dame in der Gletscherspalte. Beinahe wirkt einem das Schneebiest schon sympathisch.

Sexuelle Devolution:

Wer bereits einige Ausgaben XXX Comics gelesen hat, kennt Frau Professorin Hilde Hirschfinger.
In späteren Ausgaben trifft man immer wieder mal auf sie und ihre fleißigen Studentinnen.

Bereits zu Beginn wird der Leser darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Magazin keinesfalls hirnloser Pornoquatsch ist. Eben wie vom Weissblech Verlag nicht anders zu erwarten. Allein diese Anspielung ist genial. Hier merkt man direkt, dass man diese ganze Reihe einfach nicht zu ernst nehmen sollte, sondern einfach lesen schmunzeln und genießen.

Es gibt eine Theorie, die besagt, dass die früheren Männer der Vergangenheit eine bessere Manneskraft haben als wir heutzutage. Um diese Theorie zu bestätigen, schickt Frau Professorin Hilde Hirschfinger zwei ihrer fleißigen Studentinnen mithilfe eines Zeitreisegerätes zu den damaligen Wikingern. Und dort werden die beiden Damen fleißig ran genommen. Letztendlich gelingt es ihnen sogar, ein staatliches Exemplar in unsere heutige Zeit mitzubringen.

Wie man vielleicht schon erahnt, steigert sich der Porno-Anteil ein wenig.
Dieses wird jedoch so amüsant in Szene gesetzt, dass man es einfach nicht ernst nehmen kann. Allein der Name Harald Hoden ist schon rekordverdächtig. Ja es geht heftig zur Sache, klar es ist ja in gewisser Weise auch wirklich nur für Erwachsene, aber wer hat den noch nie einen Porno gesehen. Zeichnerisch ist diese Geschichte detaillierter als die anderen. Die Charaktere ebenso, wie die Hintergründe sind schön ausgearbeitet. Hier ist die Pointe am Ende anders als bisher aber der Handlung entsprechend gut umgesetzt. Allein dass versucht wird das Thema Sex auf fast wissenschaftliche Art und Weise anzugehen, macht diese Geschichte schon zum Hit. In weiteren Ausgaben dieser Reihe haben mir die Geschichten von Prof. Hilde Hirschfinger immer mit am besten gefallen, bitte mehr davon.

Pinky und das Handwerk:

Die gute alte Pinky

Ja auch die gute alte Pinky kommt immer mal wieder in einigen Ausgaben von XXX Comics vor.
Ihr Papa muss zur Arbeit und Pinky bekommt Besuch von zwei Handwerken.

Sehr amüsant erzählt hat der Leser durchgehend ein kleines schmunzeln im Gesicht. Der Porno-Anteil ist vorhanden, teilweise auch explizit aber stets beinahe lustig in Bezug auf die Rahmenhandlung in Szene gesetzt. Der Strich ist klar und deutlich, Detailverliebtheit findet man hier aber weniger. Eine richtige Pointe gibt es nicht zum Schluss, dafür aber eher eine Erkenntnis für Pinky und die beiden Handwerker.

Die letzte Geschichte ist einfach Porno:

Außer Start und Stop gibt es keinen Text in dieser kleinen Geschichte. Die Bilder sind nicht direkt auf den ersten Blick gut zu erkennen, hier muss man teilweise schon etwas genauer hinschauen. Ja auch in dieser Geschichte gibt es eine Pointe, dennoch hat mir diese Geschichte am wenigsten von allen gefallen. Hier gibt es wahrhaftig Porno und das war es.

Dominik_AVAFAZIT:

Ja also was soll ich sagen, wer sich solche Hefte kauft, der weiß eigentlich bereits, worauf er sich einlässt. Klar wird hier gerammelt, was das Zeug hält, aber nicht umsonst sind diese Hefte auch erst ab 18 Jahren erhältlich! Es ist sicherlich Geschmacksache, dem einen gefällt es, dem anderem ist es bereits zu viel Porno. Aber genau hier finde ich wird gekonnt eine Brücke geschlagen. Die Story kommt bis auf die letzte Geschichte überhaupt nicht zu kurz, Witz Humor und Porno immer mit einem genialen Ende versehen machen dieses Heft zu einem sehr gelungenem Extra Sammler Spezial. Ich war selbst sehr überrascht, dass bereits die Frühwerke von dieser Reihe eine solch enorme Qualität aufweisen können, die den Leser so dermaßen zu unterhalten Wissen. Absolut kein Nullachtfünfzehn Porno Quatsch. Und wenn man sich mal mit den Künstlern und Verleger unterhalten hat, weiß man, dass man diese Reihe sowieso nicht zu ernst nehmen sollte, sondern einfach nur mit Freude und einem leichten Schmunzeln im Gesicht genießen sollte.

Dieses Heft lässt sich in jedem gut sortierten Comic laden oder direkt beim Verlag bestellen.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2013  Weissblech Comics

Gratis Comic Tag 2013 Review (28): U-Comix #182 [Underground Comix, Mai 2013]

GCT 2013Totgesagte leben länger. Und so hat der Underground Comix Verlag dieses Jahr zum Gratis Comic Tag die Serie U-Comix reaktiviert und will damit an vergangene Zeiten und Erfolge anknüpfen. Doch wie gut ist der „Neustart“?

U-Comix #182
(Gratis Comic Tag 2013)

Ob nun Indianer die mit Rauchzeichen Telefonsex machen, Underground-Zeichner den Begriff Underground zu definieren versuchen, Punks aus ihrem Leben erzählen, Untersee-Monster ihr Leben präsentieren, Bürokraten und Kakerlaken aufeinandertreffen, atomverseuchte Japaner ihre Meinung zu AKWs kundtun oder die fabulous Furry Freak Brothers wieder aus der Versenkung auftauchen.

U-Comix hat eine ganze Menge zu bieten. Doch leider ist vieles davon nur seicht. Hauptsächlich werden die Themen: Sex, Gewalt und Suchtproblematiken aller Art verwurstet. Und das trifft es auch so ziemlich genau. Denn kein einziger Beitrag versprüht den Witz, den Biss und das Feeling der alten U-Comix. Wenn ich ganz ehrlich bin, war sogar das Satiremagazin der damaligen DDR „Eulenspiegel“ bissiger als dieser halb gare Aufguss.
Oder anders erklärt. Kennt ihr dass, wenn ihr in diesen neuen Kaffeepadmaschinen vergesst, ein neues Pad einzulegen, und das gleiche ein zweites Mal aufgießt? Genauso schmeckt dieses Heft. Fad, lasch und irgendwie weichgespült.

Das können auch so manche gelungenen Zeichnungen nicht wieder gut machen. Insgesamt bewegt sich das Artwork auf durchschnittlichem Indie-Niveau, aber es gibt ein paar Sachen, die wirklich sehr gut aussehen. So bunt wie die Geschichte sind dementsprechend auch die Zeichnungen, und auch wenn die Stories und Gags mich nicht überzeugen können, so passen wenigstens die Zeichnungen fast jedesmal zur Geschichte.
Dennoch ist dieser Neustart eher ein Fehlstart, oder besser noch ein Rohrkrepierer. Da muss der Verlag noch mal kräftig nachbessern. So wie es aktuell ist, greifen nicht einmal Nostalgiker und Fans der alten U-Comix lange zu den Ausgaben.

Weitere Reviews gibt’s bei Crayton und ElTofu.

Gratis Comic Tag 2013 Review (24): Welten des Schreckens [Weissblech, Mai 2013]

GCT 2013Weissblech Comics ist einer der Verlage, die seit dem Start des Gratis Comic Tages 2010 jedes Jahr dabei sind. Und auch dieses Jahr lies es sich Verleger Levin Kurio nicht nehmen, sein Verlagsprogramm in Form von einigen außergewöhnlichen Geschichten zu präsentieren …

Welten des Schreckens
(Gratis Comic Tag 2013)

Eine rauhe Wirklichkeit. Eine Welt in der Menschen, menschenähnliche Wesen und Dinosaurier existieren. Dies ist die Welt von Kala. Ihr Kampf gegen die kräftigen aber wesentlich dümmeren Menschenaffen des Stammes der „Glu“ sind nur eines ihrer täglichen Probleme. Denn da gibt es auch noch hungrige Dinos. Es wird nicht einfach, aber sie hat nicht nur die Waffen einer Frau, sondern auch andere Argumente, die für ihre Spezies sprechen …
Es sollte ein friedlicher Rückzugsort sein. Doch die Bewohner dieser kleinen Stadt, welche von Tulpenfeldern umsäumt wird, werden von mysteriösen Männern heimgesucht. Lautlos tauchen sie überall auf und verbreiten Angst und Schrecken. Was wollen sie hier und wieso sind sie überhaupt gekommen? Der ehemalige Polizist Henk geht der Sache auf den Grund …
Die Menschheit hat sich selbst dem Untergang geweiht und findest sich am Ende dort wieder, wo vor Urzeiten alles begonnen hat. Keine Technologie, nur noch vereinzelte Stämme und kaum Waffen, um den Kampf gegen die monströsen Geschöpfe aufzunehmen. Das Wissen wird von Ältesten weitergegeben und die Errungenschaften der Menschheit sind nur noch Geschichte. Doch es gibt auch noch Menschen wie Krogan, der versucht die Vergangenheit zu entschlüsseln und zu verstehen. Er ist auf der Suche nach Büchern, die das frühere Leben offenbaren könnten …

Wie immer sind die Weissblech Gratis Comics ein buntes Sammelsurium an Geschichten. Und wie auch schon die letzten Jahre kann mich auch dieses Jahr nur der Horrorbeitrag wirklich überzeugen. Für Urzeit-Action und Erotik bin ich einfach nicht zu haben. Dafür aber für mysteriöse und geheimnisvolle Horrorgeschichten. Dennoch sind alle drei Beiträge nicht schlecht. Kala ist dabei nur leidlich spannend, kann aber mit tollen Zeichnungen der Dinosaurier und Landschaften aufwarten. Dem gegenüber ist bei Krogans Buch die Geschichte wirklich interessant, wenngleich es alles nichts Neues ist. Dafür gefallen mir hier die Zeichnungen nicht ganz so gut, und das, obwohl sie in beiden Fällen von Levin Kurio sind. Bei Krogan wirkt es einfach noch ein wenig kantiger und ungeschliffener. Und passt dadurch nicht so ganz zur Geschichte. Die zweite und in meinen Augen gelungenste Geschichte stammt aus der Feder und dem Bleistift von Kolja Schäfer und ist eine klassische Horrorstory. Das Artwork ist dazu sehr passend und auch die Farbgebung überzeugt mich. Alles ist sehr kontrastreich und in gedeckten Farben gehalten. Hinzu kommt ein Filtereffekt, der das Gesamtbild noch einmal aufwertet.

So langsam sollte ich wirklich beginnen und mir ein paar der Horrorschocker-Ausgaben des Verlages zulegen. So sehr, wie mich die Geschichten bei den letzten Gratis Comic Tagen überzeugt haben, muss ich da einfach mal tiefer reinschnuppern.

Weiter Reviews zu diesem Heft gibt es auch bei Crayton und ElTofu.

Gratis Comic Tag 2013 Review (18): Hades Syndrom: Crossfire #1 [TheNextArt, Mai 2013]

GCT 2013TheNextArt ist einer der Verlage, die gerade deutschen Jungkünstlern eine Chance geben und es ermöglichen deren Werke einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Neben Michael Feldmanns Hades Syndrom erscheinen auch Blue Evolution, sowie Tomppas Der Engel mit inzwischen 3 Ausgaben bei TheNextArt.

Hades Syndrom: Crossfire #1
(Gratis Comic Tag 2013)

Dodo und ihre Band, die Iwo Jima Girls, haben ein kleines Problem. Sie haben ein Liveprogramm von 25 Minuten Länge und sollen aber einen Gig mit 60 Minuten Livemusik füllen. Das wäre alles nicht so tragisch, wenn sie nicht in der Quarantänezone einer postapokalyptischen Zukunft Deutschlands leben würden, in denen Strom und Benzin zu den wertvollsten Gütern gehören.
Darum fällt es auch sehr schwer, das Programm zu proben und somit auf 60 Minuten auszudehnen, wenn kein Strom zur Verfügung steht, und das letzte Benzin für den Generator vor Kurzem über den Fußboden geflossen ist. Als dann die Band auch noch überfallen wird, und das gesamte Equipment gestohlen wird, droht die Konventionalstrafe des Gigs, den Mädchen das Leben zu kosten …

Bereits 2012 veröffentlichte Michael Feldman den Band Hades Syndrom – Der letzte Gig. Crossfire bietet nun die direkte Vorgeschichte hierzu und erscheint in zwei Teilen. Erneut bestimmt die düstere Atmosphäre mit depressiven Figuren das Bild und die Bilder wiederum sind vorrangig in Grau und Braun gehalten. Die Zeichnungen sind gelungen, die Anatomie der Figuren stimmt größtenteils auch. Besonders schön sehen jedoch die Damen in Crossfire aus. Es scheint, als wären diese auch Feldmanns bevorzugtes Zeichenmotiv. Wie sonst sollte ich es mir erklären, dass diese immer wieder in leichter Bekleidung durch die Panels huschen. Leider fehlen gerade den Kampfszenen die notwendige Dynamik, sodass diese nur wie Momentaufnahmen aussehen, und kaum Dramatik und Action vermitteln. Da ist noch ein wenig Nachholbedarf. Anders sieht es dagegen mit den Settings aus. Diese wirken atmosphärisch dicht und vermitteln ein beängstigendes und beklemmendes Gefühl und wirken dennoch sehr realistisch und vertraut.

Hades Syndrom: Crossfire weckt Interesse und Mitgefühl. Interesse, um wissen zu wollen, wie es weitergeht. Und Mitgefühl mit Dodo und ihren Bandkolleginnen, die es nicht einfach haben und alles tun würden, um erfolgreich zu werden. Die nicht perfekten, aber dennoch sehr guten Zeichnungen tragen ihren positiven Anteil dazu bei. Ich werde mich wohl bei Gelegenheit um den zweiten Teil on Crossfire bemühen müssen und dann auch noch „Der letzte Gig“ in Augenschein nehmen.

Gratis Comic Tag Review (3): The Changer/Wahre Helden [Plem Plem Productions/MadTHings Productions, Mai 2013]

GCT 2013Für die nächste Gratis Comic Tag-Review habe ich mir das Heft mit Wendecover von Plem Plem Productions und MadTHings Productions zur Hand genommen. Zu beiden Verlagen habe ich ein gewisses freundschaftliches Verhältnis und auch Anerkennung für die Arbeit. Deshalb ist es immer ein wenig schwierig, deren Produkte zu reviewen. Zum Glück aber konnte mich bisher jede Arbeit überzeugen. Ob sich dies auch bei dem aktuellen Gratis Comic Tag-Heft bewahrheitet, könnt ihr hier lesen:

The Changer/Wahre Helden
(Gratis Comic Tag 2013)

The Changer:
Ein tragischer Verlust kann einen Menschen aus der Bahn werfen. Er kann alles verändern. Aber was ist, wenn dazu noch ein mysteriöses Ereignis kommt, welches so massive Auswirkungen hat, dass es einfach alles verändern könnte? Das muss Jacob Dillon am eigenen Leib erfahren…
Wahre Helden:
Zelly hat nicht nur lange Haare, die bei Emotionen wachsen, sondern auch ein langes Leben mit noch viel mehr Geheimnissen. Doch genau dies macht sie zur idealen Anführerin der neuen Heldengruppe im australischen Outback. Doch was genau ihr Leben prägte, war bisher ein Geheimnis. Bisher …

Der Beitrag von Plem Plem Productions ist eine gelungen Mischung aus Previews und Unterhaltung. Denn auch wenn es streng genommen nur zwei Leseproben, einmal zu The Changer und zum Andern zu Sanchez #2, sind, werden diese von einer witzigen Rahmenhandlung zusammengehalten. In dieser präsentiert der Chef des Verlages Christopher Kloiber, nicht nur die kommenden Produkte, sondern stellt auch noch auf unterhaltsame Weise seine Mitarbeiter vor. Nicht immer ganz ernst gemeint und mit einem Augenzwinkern, lernt man das Team hinter WHOA Horror, Teenage Superfreaks, Sanchez und The Changer kennen. Und als alter Freund und Fan des Verlages bin ich von The Changer ganz schön angefixt. Denn das ist bisher das Genialste, was Plem Plem auf die Beine gestellt hat.
Auch bei den Wahren Helden von MadTHings Productions muss ich eine gewisse Sympathie bekunden. Denn nicht nur, dass ich bereits den ersten Band besitze und auch gelesen habe (die Review dazu gibt’s hier), sondern die Zusammenstellung und Charakterisierung der Figuren trifft auch genau meinen Geschmack. Klar. Die Figuren sind nicht neu. Viele Parallelen sind zu bekannten Superhelden erkennbar. Aber dies in einer anderen Mischung, sowie das außergewöhnliche Setting, machen es dem Leser wirklich leicht, sich einzufinden.