Civil War II Sonderband Nr. 2: Krieg der Götter [Panini Comics, April 2017]

Wer hätte gedacht, dass die Civil War II Sonderband Reihe so genial sein kann. Krieg der Götter fasziniert mit fünf US-Heften auf guten 120 Seiten. Dabei entfalten sich dem Leser zwei spannende und leicht nachvollziehbare Geschichten im seichten Fahrwasser der Hauptserien rund um den zweiten Civil War. Während die erste Story sich mit den alten Göttern rund um Herkules befasst, nehmen im weiteren Verlauf des Bandes die Helden auf ganz eigene Art und Weise Abschied des unglaublichen Hulk …

Civil War II Sonderband Nr. 2: Krieg der Götter

Göttliche Helden

Marvels antiker Held und Halbgott Hercules steht einer gewaltigen Bedrohung gegenüber! Brandgefährliche Götter der Neuzeit wollen ihn vernichten. Der ehemalige Avenger hat schon bessere Tage gesehen und weiß, dass er diese mächtigen Gegner nicht alleine besiegen kann. Also versammelt er eine Schar mythologischer Helden, die ihm in der entscheidenden Schlacht beistehen sollen! Doch der göttliche Konflikt im Schatten des zweiten Heldenkriegs ruft auch Captain America, Spider-Man, Captain Marvel und Medusa auf den Plan, die sich Herc in den Weg stellen. An anderer Stelle müssen der neue Hulk Amadeus Cho und andere den Tod und letzten Willen des ersten unglaublichen Hulk verarbeiten …

Enthält als deutsche Erstveröffentlichung die komplette Miniserie Civil War II: Gods of War und den One-Shot The Fallen, inszeniert von Dan Abnett (Guardians of the Galaxy: Krieger des Alls), Greg Pak (Hulk), Mark Bagley (Spider-Man) und anderen.

Die Story um Hercules, die sich auf die ersten vier US-Hefte verteilt, ist richtig cool. Die Zeichnungen gefallen mir auf Anhieb sehr gut. Hier findet der Leser typisch amerikanischen Mainstream vor, jedoch glasklar und astrein gezeichnet.  Die Zeichnungen und die Farbgebung faszinieren, sie sind durchgehend kräftig in der Farbe und jedes Panel, selbst die actionreichsten, sind klar und deutlich strukturiert! Der Leser erkennt selbst im Getümmel des Kampfes, klar und deutlich, was vor sich geht auf den ersten Blick. Das hat man oftmals nicht im amerikanischen Mainstream, wenn es hektischer und wuseliger wird. Die genialen Zeichnungen sprechen für sich und sind definitiv neben der Story ein grandioser Pluspunkt.
Die Story ist einfach gestrickt, dennoch spannend, actiongeladen und vor allem rasant erzählt. Hercules sitzt frustriert in der Bar und unterhält sich mit Amadeus Cho, dem neuen Hulk. Es hat den Anschein, dass Hercules dem Alkohol verfallen ist, kann er dem Schnaps widerstehen? Der Leser erfährt ein wenig über Hercules seine depressive Verstimmung. Er wurde nie so wirklich von den Avengers und seinen Kollegen anerkannt. Plötzlich bricht das erste Chaos los, auf den Straßen erscheint Urprising Storm. Es sind die Götter der Neuzeit, die aus Hercules einen Chaos Gott machen wollen. Urprising Storm besteht aus Cryptomnesia dem Anführer und Datengott, aus Catastrophobia dem Kriegsgott und Horrorscope der toxischen Frau, die mit Selbstliebe und Narzismus umgehen kann.
Hercules scheint machtlos gegen diese Art von Bedrohung zu sein, so ruft er die alten Helden von damals wieder zusammen, die Gods of War.

Hercules und Amadeus Cho in der Bar.

Hercules und Amadeus Cho in der Bar.

Interessanterweise können nur sie Urprising Storm sehen, wahrnehmen und bekämpfen. Die Avengers können Urprising Storm leider nicht erkennen. Sie sind auch zu stark mit ihrem eigentlichen Heldenkrieg rund um die Visionen des Sehers Ulysses beschäftigt. Deswegen machen die Avengers sich auch eher nur Sorgen um das Auftauchen von Hercules und seinen Freunden. Sie können die Gefahr, die wirklich dahinter steht, nicht auf den ersten Blick erfassen. So geht es in dieser Story darum, welche auf die ersten vier US-Hefte verteilt ist, Urprising Storm zu vernichten. Ob das Hercules und seine Freunde wirklich alleine schaffen können? Vielleicht erhalten sie ja doch ein wenig Unterstützung der Avengers und deren Kollegen?!
Diese Story rockt den Band gewaltig. Leicht nachvollziehbare Story, nicht zu verzwickt und durcheinander erzählt. Der Leser kann von Anfang an auch ohne viele Vorkenntnisse des Civil War II Events sehr gut nachvollziehen, worum es geht und was es zu bewältigen gilt. Die genialen Zeichnungen sind wie beschrieben ein absolut weiterer Pluspunkt!

Urprising Storm ist im Anmarsch ...

Urprising Storm ist im Anmarsch …

Die zweite Story in diesem Band dreht sich um die Beerdigung des unglaublichen Hulk und der damit verbundenen Trauer von Freunden, Familie und Angehörigen. Hier fällt umgehend auf, dass die Zeichnungen und Farben nicht mehr so glasklar und lupenrein daherkommen. Eher etwas schroffer und mit weniger kräftigen Farben wird eine kurze emotionale Geschichte erzählt, welche die Trauer der einzelnen Protagonisten auf authentische Art und Weise einfängt. In dieser Story stehen die Charaktere im Vordergrund und der Umgang mit der Trauer um den unglaublichen Hulk. Action und Kämpfe finden sich in dieser Story nicht. Bei der Beerdigung gibt es aber dennoch einige Probleme, da viele Menschen aufgewühlt sind und den unglaublichen Hulk nicht als den beliebtesten Helden wahrgenommen haben.
Ich persönlich kannte bisher nicht die familiären Zusammenhänge rund um den unglaublichen Hulk. Der Leser erfährt auf einfache Art und Weise, wer Freunde und Familie des unglaublichen Hulk sind.

Auf in die Schlacht ...

Auf in die Schlacht …

Bruce Banners große und oft schwierige Liebe Betty Ross, ihr Vater Thunderbolt Ross, der den großen Grünen jahrelang jagte und selbst zum Roten Hulk wurde, Hulks Alien-Gefährten, die mit ihm damals auf die Erde kamen und der Silver Surfer sowie Dr. Strange sind auch mit dabei. Mit Silver Surfer und Dr. Strange kämpfte der unglaubliche Hulk damals bei den Defenders. Interessant ist, wie der neue Hulk Amadeus Cho mit der Trauer umgeht, denn nicht alle Wissen die Küchenuhr mit der Bruce Banner einst seine Wut zu kontrollieren versuchte, in Ehren zu halten …

Wie immer finden sich am Anfang des Bandes einleitende Worte zu den Geschichten und am Ende des Bandes die dazugehörigen Hintergrundinformationen, welche den Leser an die Hand nehmen für ein besseres Verständnis im gesamten Marvel Universum.
Von mir ein klarer Pflichtkauf, auch wenn man nicht unbedingt die aktuellen Civil War II Hefte ließt.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2016-2017 Panini Comics

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XXX Comics – Extra Sammler Spezial #1 [Weissblech Verlag, April 2013]

 NUR FÜR ERWACHSENE LESER!

XXX Comics Sammler Spezial Nr. 1

Yeah, in dieser Ausgabe findet der geneigte Leser auf 52 verdorbenen Seiten kühnsten Pornoquatsch aus den XXX – Comics #1 und #2. Die beiden ersten Ausgaben sind bereits schon seit langer Zeit vergriffen und nicht mehr regulär zu beziehen. Vielleicht wird der ein oder andere sich fragen, wieso denn nicht alle Geschichten aus den Bänden #1 und #2 hier nachgedruckt wurden. Dies erklärt uns der Verleger im Vorwort: Die Kala Abenteuer wurden bereits in dem Band „Die Hardcore – Abenteuer von Kala“ neu aufgelegt und die Geschichten, die es nicht in diese Ausgabe geschafft haben (eine Geschichte und ein paar Pin-Ups), sind für den Verlag nicht mehr ohne Weiteres verfügbar. Dennoch habe ich mich sehr darüber gefreut, endlich die längst vergriffenen Geschichten der ersten beiden Ausgaben genießen zu dürfen.

Der Leser wird wahrhaftig im Vorwort an die Hand genommen. Wie nicht anders zu erwarten liest sich das Vorwort äußerst sympathisch. Der Verleger berichtet kurz und bündig von den Anfängen der ersten XXX – Comics bis zur aktuellen Ausgabe #14.
Alle Geschichten dieses Heftes sind in Schwarz/Weiß gezeichnet.

Im Folgenden möchte ich kurz auf jede Geschichte eingehen.

Ajax im Bann der Medusa:

Ajax im Bann der Medusa

Diese Geschichte handelt von einem Helden, der niemals wirklich ein wahrer Held sein wird so wie wir es kennen. Sein Talent steckt in der Hose …
Im damaligen Griechenland spielt diese Geschichte: der Held wird gebeten, den Dorfbewohnern zu helfen und sie aus den Fängen der bösen Medusa zu befreien. Diese hat sich in einer der nahegelegenen Höhlen versteckt. Kurz entschlossen nimmt unser Held diesen Auftrag bereitwillig an.

Diese erste Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Die Pointe am Ende ist mehr als gelungen.
Der Pornoanteil steht nicht im Mittelpunkt, er kommt zwar vor aber es dreht sich hier nicht durchgehend um das eine. Diese Mischung mit dem genialen Ende ist genau richtig. Zeichnerisch ist alles im grünen Bereich. Der Leser erkennt alles auf den ersten Blick, die Zeichnungen sind dementsprechend klar und deutlich. Die Charaktere sind schön ausgearbeitet, die Hintergründe nicht so sehr im Detail. Diese Geschichte enthält sehr viel Text, was ich persönlich absolut nicht störend finde, ganz im Gegenteil, Text und Zeichnungen ergänzen sich hervorragend.

Der Nerd und die Nymphe:

Anspielungen auf Comic Fans finde ich immer amüsant. So ist es auch hier ein Comic Fan, dessen Schicksal sich abrupt ändert. In einem Comic Laden hat sich unser Freund seine Comics gekauft und nebenbei noch den Original Ring von „Herr der Ringe“ (ist es wirklich der Original Ring?). Ein wenig später im abgelegenen Stadtpark macht der Comic Nerd eine interessante Bekanntschaft mit einer Nymphe.

Ähnlich wie in der ersten Geschichte ist auch hier die Pointe absolut gelungen.
Wieder zeichnerisch alles im grünen Bereich. Ebenso klare Zeichnungen und detailliert ausgearbeitete Charaktere. Die Nymphe ist sehr schön anzusehen. Der Pornoanteil ist auch hier nicht ausschlaggebend, sondern passend in die Geschichte integriert. Text und Zeichnungen ergänzen sich auch hier gekonnt. Von meiner Seite gibt es hier nichts auszusetzen.

Die Braut des Schneebiestes:

Die Braut des Schneebiests

Man ahnt es schon, hier geht es auf die Piste. Drei Jungs und vier Mädels sind auf der Piste unterwegs. Immer dem Kick einen Schritt voraus jagen sie die Berge hinunter. Doch es kommt, wie es kommen muss, eines der Mädels verunglückt und landet in einer Gletscherspalte tief unter der Erde. Die Zeit vergeht und das Mädchen wird bereits für tot gehalten. Was niemand weiß, in der Gletscherspalte wohnt ein Schneebiest.

Interessant zu lesen ist diese Geschichte allemal. Bei Schnee und Wintergeschichten brauche ich immer ein wenig, um damit warm zu werden, ganz anders jedoch bei dieser hier. Ebenso wie bei den anderen beiden Geschichten auch ist hier das Ende wieder einmal gelungen. Der sexuelle Part ist wieder einmal angenehm in die Geschichte integriert. Zeichnerisch immer noch alles bestens. Von meiner Seite gibt es auch hier nichts zu kritisieren. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Auch hier sind die Charaktere wieder gut ausgearbeitet. Allem voran das Schneebiest und die junge Dame in der Gletscherspalte. Beinahe wirkt einem das Schneebiest schon sympathisch.

Sexuelle Devolution:

Wer bereits einige Ausgaben XXX Comics gelesen hat, kennt Frau Professorin Hilde Hirschfinger.
In späteren Ausgaben trifft man immer wieder mal auf sie und ihre fleißigen Studentinnen.

Bereits zu Beginn wird der Leser darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Magazin keinesfalls hirnloser Pornoquatsch ist. Eben wie vom Weissblech Verlag nicht anders zu erwarten. Allein diese Anspielung ist genial. Hier merkt man direkt, dass man diese ganze Reihe einfach nicht zu ernst nehmen sollte, sondern einfach lesen schmunzeln und genießen.

Es gibt eine Theorie, die besagt, dass die früheren Männer der Vergangenheit eine bessere Manneskraft haben als wir heutzutage. Um diese Theorie zu bestätigen, schickt Frau Professorin Hilde Hirschfinger zwei ihrer fleißigen Studentinnen mithilfe eines Zeitreisegerätes zu den damaligen Wikingern. Und dort werden die beiden Damen fleißig ran genommen. Letztendlich gelingt es ihnen sogar, ein staatliches Exemplar in unsere heutige Zeit mitzubringen.

Wie man vielleicht schon erahnt, steigert sich der Porno-Anteil ein wenig.
Dieses wird jedoch so amüsant in Szene gesetzt, dass man es einfach nicht ernst nehmen kann. Allein der Name Harald Hoden ist schon rekordverdächtig. Ja es geht heftig zur Sache, klar es ist ja in gewisser Weise auch wirklich nur für Erwachsene, aber wer hat den noch nie einen Porno gesehen. Zeichnerisch ist diese Geschichte detaillierter als die anderen. Die Charaktere ebenso, wie die Hintergründe sind schön ausgearbeitet. Hier ist die Pointe am Ende anders als bisher aber der Handlung entsprechend gut umgesetzt. Allein dass versucht wird das Thema Sex auf fast wissenschaftliche Art und Weise anzugehen, macht diese Geschichte schon zum Hit. In weiteren Ausgaben dieser Reihe haben mir die Geschichten von Prof. Hilde Hirschfinger immer mit am besten gefallen, bitte mehr davon.

Pinky und das Handwerk:

Die gute alte Pinky

Ja auch die gute alte Pinky kommt immer mal wieder in einigen Ausgaben von XXX Comics vor.
Ihr Papa muss zur Arbeit und Pinky bekommt Besuch von zwei Handwerken.

Sehr amüsant erzählt hat der Leser durchgehend ein kleines schmunzeln im Gesicht. Der Porno-Anteil ist vorhanden, teilweise auch explizit aber stets beinahe lustig in Bezug auf die Rahmenhandlung in Szene gesetzt. Der Strich ist klar und deutlich, Detailverliebtheit findet man hier aber weniger. Eine richtige Pointe gibt es nicht zum Schluss, dafür aber eher eine Erkenntnis für Pinky und die beiden Handwerker.

Die letzte Geschichte ist einfach Porno:

Außer Start und Stop gibt es keinen Text in dieser kleinen Geschichte. Die Bilder sind nicht direkt auf den ersten Blick gut zu erkennen, hier muss man teilweise schon etwas genauer hinschauen. Ja auch in dieser Geschichte gibt es eine Pointe, dennoch hat mir diese Geschichte am wenigsten von allen gefallen. Hier gibt es wahrhaftig Porno und das war es.

Dominik_AVAFAZIT:

Ja also was soll ich sagen, wer sich solche Hefte kauft, der weiß eigentlich bereits, worauf er sich einlässt. Klar wird hier gerammelt, was das Zeug hält, aber nicht umsonst sind diese Hefte auch erst ab 18 Jahren erhältlich! Es ist sicherlich Geschmacksache, dem einen gefällt es, dem anderem ist es bereits zu viel Porno. Aber genau hier finde ich wird gekonnt eine Brücke geschlagen. Die Story kommt bis auf die letzte Geschichte überhaupt nicht zu kurz, Witz Humor und Porno immer mit einem genialen Ende versehen machen dieses Heft zu einem sehr gelungenem Extra Sammler Spezial. Ich war selbst sehr überrascht, dass bereits die Frühwerke von dieser Reihe eine solch enorme Qualität aufweisen können, die den Leser so dermaßen zu unterhalten Wissen. Absolut kein Nullachtfünfzehn Porno Quatsch. Und wenn man sich mal mit den Künstlern und Verleger unterhalten hat, weiß man, dass man diese Reihe sowieso nicht zu ernst nehmen sollte, sondern einfach nur mit Freude und einem leichten Schmunzeln im Gesicht genießen sollte.

Dieses Heft lässt sich in jedem gut sortierten Comic laden oder direkt beim Verlag bestellen.

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