Hammerharte Horrorschocker # 31: Phantome im Paradies und andere Horrorgeschichten. [Weissblech, Februar 2013]

Immer wieder gerne lese ich die Horrorschocker Hefte aus dem Weissblech Verlag.
Wie gewohnt findet Fährmann Charon seine Zeit, um uns geneigten Lesern mit drei neuen Geschichten des Horrors zu unterhalten.

Hammerharte Horrorschocker #31

Das Heft enthält auf 36 Seiten in Farbe folgende drei Geschichten:

  • Oh, Prinzessin!
  • Phantome im Paradies
  • Der Thron der Erdmutter

Oh, Prinzessin!:

Die Geschichte spielt in einer vergangenen Zeit. Isabella wächst zu einer gnadenlosen Herrscherin heran. Viele von ihrem Volk werden unter ihrer Herrschaft leiden müssen. Der Hofmagier Magus versucht sie vor einem Aufbegehren des Volkes zu warnen, doch als Dank dafür lässt Isabella ihn in einen Käfig sperren und als Futter für die Vögel bis zum Tode verrotten. Die Geschichte ist damit jedoch noch lange nicht zu Ende.

Das Storytelling dieser Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Quasi als eine Art Rückschau wird die komplette Geschichte mit einem sehr interessantem Ende dem Leser näher gebracht. Die Pointe am Schluss dieser ersten Geschichte, ist mehr als gelungen. Zeichnerisch ist wie immer bei Levin Kurio (Text, Zeichnungen, Farbe) alles in bester Ordnung. Zeichnungen und Farben harmonieren gekonnt mit der interessanten Darstellungsweise der Geschichte. Sehr gut haben mir die Anordnungen der  Texte gefallen. Sprechblasen in Weiß, Begleittext in Cremefarben.

Gefangen im Käfig.

Gefangen im Käfig.

Phantome im Paradies:

Man hat den Eindruck, diese Geschichte spiele in einem idyllischen Vorort irgendwo entfernt von Amsterdam. „Die große Stadt mit ihren belebten Grachten und den breiten Kanälen ist weit weg…“
Die Landschaft ist ruhig und idyllisch, doch der Schein trügt. Eine fremde Gruppe dunkel gekleideter Männer mit Masken auf macht die Gegend unsicher und sorgt bei den Bewohnern für Unwohlsein. Henk, pensionierter Polizist, nimmt sich dieser Sache an.

Diese Geschichte wirkt wie aus einem Guss, nur das Ende hat mit, auch wenn es irgendwie passt, irritiert. Das ist auch der einzige Kritikpunkt (falls es überhaupt ein Kritikpunkt ist) an dieser Geschichte, wusste ich doch beim ersten Lesen das Ende nicht so Recht einzuordnen. Es dauerte irgendwie ein wenig, biss sich mir das Ende in Bezug auf die gesamte Story  vollkommen erschlossen hat. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass dieser Storytwist am Ende überhaupt nicht vorherzusehen ist.

Zeichnerisch absolut Klasse umgesetzt. Die schwarz gekleideten Männer mit den Masken entfachen durchgehend eine bedrohliche Stimmung. Die geniale Erzählweise trägt der unheimlichen Stimmung gekonnt bei.  Diese Geschichte hätte meinem Empfinden nach durchaus 1 bis 2 Seiten länger ausfallen können.

In der Nähe von Amsterdam?

In der Nähe von Amsterdam?

Der Thron der Erdmutter:

Wolfgangs Psychotherapeutin gibt ihm den Tipp sich auf der Insel Moja Moja eine großzügige Auszeit zu gönnen und sein Leben zu verändern. Auf dieser Insel gibt es eine exklusive Kommune, dieser tritt Wolfgang bei.  Anfangs noch schockiert über die einfache Lebensweise der Kommune, rückt das Fest der Erdmutter immer näher. Was hat es mit diesem  Fest bloß auf sich?

Die Story fängt sehr interessant an.  Eine Insel in den tiefblauen weiten des Ozeans, das ist Moja Moja.  Die Zeichnungen von The Lep wirken etwas statisch, was aber nicht weiter störend wirkt.  Etwas schade ist, dass mich die Erdmutter nicht richtig überzeugen konnte, irgendwie habe ich von ihr  mehr erwartet. Alles in allem gefällt mir diese Geschichte dennoch sehr gut, ist die Story an sich sehr interessant, flüssig erzählt und in sich stimmig.

Diese Ausgabe  ist wie gewohnt auf dem bekannten und beliebtem matten Papier gedruckt. Aufmerksame Leser haben eventuell mitverfolgt, dass einige Weissblechausgaben (#28,#29 und auch WWC 21) auf leicht matterem Papier gedruckt wurden und die Ausgabe #30 dann letztendlich versuchsweise auf glänzendem Papier.

Auf nach Moja Moja

Auf nach Moja Moja

Dominik_AVAWie dem auch sei, Papier ist Papier.  Alle drei Geschichten  wissen den  Leser zu Unterhalten, und das  in gekonnt guter Weissblech Qulität. Das Heft enthält  meines Erachtens nach keinen Lückenfüller und ist somit uneingeschränkt für den genialen Preis von 3,90 Euro zu empfehlen.

Dieses Heft könnt ihr bei jedem gut sortierten Comicshop oder direkt beim Verlag erwerben.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2013 Weissblech Comics.

Dopey & Horst Nr. 0 [Plem Plem Productions, Dezember 2012]

Dopey & Horst #0

Es ist soweit, das Kifferduo Dopey und Horst bekommen ihre eigene Serie.

Wer die beiden noch nicht kennt, kann sich gerne mal auf www.whoacomics.de umschauen. Dort finden sich auch weitere Ausgaben und interessante Heftserien des noch kleinen sehr engagierten Verlages.

Die #0 Nummer erzählt auf nur 12 Seiten in Farbe eine Story der Flucht. Dopey und Horst sind in der Entzugsklinik gelandet und beide halten es dort nicht mehr länger aus. Schaffen die beiden es zu entkommen? Hilfe kriegen die beiden von Dopeys Cousin Weedus.

Dominik_AVAFAZIT:

Auch als bekennender Nichtraucher findet man durchaus viel Freude an diesem kleinem Comicheft. Allein das nette kleine Extra (eine Dopey Maske und wer mag kann sich die Horst Maske bei Facebook downloaden) lohnt sich. Aber mal ehrlich, wer schneidet sich den diese Maske zurecht und setzt sie sich dann auf? Die Zeichnungen, sowie die Story an sich sind fetzig, teilweise übertrieben dargestellt. Dazu passend ist, dass die Charaktere allesamt tierischer Abstammung sind. Aber genau durch diese Darstellungsweise kommt das „Kiffen“ und deren Auswirkungen richtig gut zur Geltung.

Ich bin gespannt wie es mit dieser beginnenden Serie weitergehen wird. Für den Preis von nur 1.90 Euro kann man hier eigentlich nichts falsch machen. Es sei denn, der Leser kann sich überhaupt nicht auf dieses Thema, auch nur ansatzweise, einlassen. Dann würde es schwierig sein, an diesem Comicheft Freude zu finden.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2012/2013 Plem Plem Productions

Partnerlink:

(Verlagsvergriffen) Im Shop von Plem Plem Productions stöbern.

Halloween Special Review (1): Whoa! Horror #1 [Plem Plem Productions, Mai 2012]

Heute ist Halloween und was liegt da näher, als sich mit ein wenig Horror und Grusellektüre zu befassen. Deshalb bekommt ihr heute die volle Dosis, in Form von drei Halloween Reviews …

Whoa! Horror #1

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PlemPlem Special #1: Sanchez

PlemPlem gehört zu der aufstrebenden Ideenschmiede unter den Independent-Publishern in Deutschland. Während in den Anfängen CEO, Autor, Zeichner, Tuscher, Kolorist und Letterer lediglich aus Verlagsgründer Christopher Kloiber bestand, hat sich das Team mit der Zeit massiv vergrößert und einige sehr hoffnungsvolle Talente entdeckt. Viele neue Projekte stehen im nächsten Jahr an und ich werfe mit den heute vorgestellten Ausgaben einen kleinen Blick zurück…

Sanchez #1/2

Sanchez erste Abenteuer. „Neu poliert“ und schön gesammelt. Jugendliche Ängste, Experimente, Elterngespräche, Erste Erfahrungen und nächtliche Exzesse. Sanchez und sein Vater der Prof. machen so ziemlich alles durch…

FAZIT:

Ein schöne Sammlung an Abenteuern bekommt man hier für 1,99€ geboten. Lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Gaststars aus Whoa! Comics sind genauso vertreten wie US-Schauspieler. Einziges Manko. Die neue erste Seite passt durch ihre „Kolorierung“ mit den vielen Graustufen und plastischen Elementen leider nicht mehr so gut zum Gesamtbild. Da wäre eine einfache Schwarz/Weiß-Kolo mit schönen Schraffuren besser gewesen.

Sanchez Adventures #1

Sanchez ist ein Roboter der bei seinem Ziehvater aufwächst. Nun ist Sommer und Sanchez darf zusammen mit seinem Freund Petey in das Ferienlager nach Camp Oillake fahren. Dort hoffen die beiden auf Abenteuer, weg von Zuhause und das alles ohne Eltern. Doch neben Petey und Sanchez neuer großer Liebe Emma ist auch Rüpel Rainer mit dabei und schon bald gibt es die ersten Probleme, weil Emma auch Rainers Ex-Freundin ist…

FAZIT:

Zwar ist die Geschichte an sich schnell erzählt, aber dennoch benötigt man zum Lesen weitaus mehr Zeit. Schuld daran sin jedoch nicht etwa schlechte Zeichnungen oder eine zähe Story, sondern vielmehr die vielen detailreichen Zeichnungen bei denen es in jedem Panel etwas zu entdecken gibt. Dabei sind auch Insider-Gags wie Campleiter Steve mit seiner stylischen Krone, Kollege Heiss‘ Bild im Hintegrund oder das Hot-Date am Lagerfeuer von Horst J. Gonzales, um nur einige zu nennen.
Auch Sanchez Freund Petey ist immer für einen Lacher gut, vor allem wenn sich beide freudvoll für das bevorstehende Abenteuer abklopfen und Petey daraufhin umfällt. Alles in allem ist Sanchez Adventures ein gelungener Start für eine hoffentlich weiterhin sehr lustige und unterhaltsame Serie, auch wenn es noch ein wenig an Tiefgang fehlt und durchaus noch ein paar Ecken und Kanten geschliffen werden könnten.
Von daher warte ich geduldig auf Sanchez‘ nächstes Abenteuer und werde mir Heft 1 bestimmt noch ein paar mal zur Aufmunterung zwischendurch zu Gemüte führen.

Beide Ausgaben sowie viele weitere Comics aus dem Verlagsprogramm findet Ihr auf www.whoacomics.de

Teenage Superfreaks Nr. 1 [Plem Plem Productions, Juni 2011]

Auf Grund der vor kurzem erfolgten Veröffentlichung von Whoa Horror #1 (welches ich hoffentlich auch bald hier auf meinem Blog vorstellen darf), dachte ich mir das es doch gar nicht so verkehrt währe die letztjährige Nummer 1 der neuen Superheldencomicserie von Plem Plem Productions nochmals unter die Lupe zu nehmen. Mit dieser Serie wagen sich der Initiator und Herausgeber/Zeichner Christopher Kloiber mit seinem Autoren Henning Mehrtens erstmals in das Genre der Superheldencomics. Ebenfalls erstmals ist diese Reihe komplett farbig, was natürlich einen enormen Mehraufwand mit sich brachte. Ob es sich gelohnt hat, könnt ihr nun hier nachlesen…

Teenage Superfreaks #1

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Der Engel #3 (von 5) von Tomppa [TheNextArt, April 2012]

Bereits Ende Januar habe ich hier auf meinem Blog die ersten beiden Ausgaben von Tomppas Miniserie „Der Engel“ vorgestellt. Seitdem ist dieser Artikel nicht zu Unrecht einer der erfolgreichsten Comic-Artikel auf meinem Blog. Tomppa fasziniert mit seiner Comicserie und der darin verarbeiteten Thematik. Nun ist Ende April die dritte Ausgabe erschienen und ich möchte es mir natürlich nicht nehmen lassen, auch diese hier vorzustellen.
Ganz besonders Bedanken möchte ich mich hierfür bei Tomppa selbst, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar hat zukommen lassen.

Doch nun wollen wir uns erstmal die dritte Ausgabe näher ansehen…

Der Engel #3

Berlin in Flammen.

Zwei Monate sind vergangen seit dem tötlichen Anschlag auf den Berliner Bürgermeister Aydogan. Seit diesem Tag brennt die Stadt. Die Gewalt kocht hoch und die Angst greift um sich. Kaum einer ist noch sicher auf den Strassen. Vor allem Nachts ist es sehr gefährlich geworden. Nur einen Tag nach dem Anschlag bekannte sich ein „Feldmarschall“ zu dem Anschlag und der TV-Sender der Mediengruppe „Vision“ war der Erste, der dieses Bekennervideo ausstrahlte.

Die Gewalt eskaliert.

In diesem Video sprach der „Feldmarschall“ von einer Säuberung Berlins und dem nahenden Sieg der arischen Rasse. Dies führte dazu das Anfangs nur eine kleine Gruppe und später dann immer mehr Skins auf die Strassen gingen um ihre Politik zu verbreiten. Der Engel fühlt sich fast machtlos gegenüber dieser Allmacht an Hass und Unverständnis.

Demo am Alex.

Einen Tag später sitzt Bianca mit ihrer Freundin in einem kleinen Kaffee und plant ihre Teilnahme an der bevorstehen Demonstration bei der Ausländer und Deutsche friedlich für ein gemeinsames Miteinander aufmarschieren wollen. Ihre Freundin versucht sie zwar davon abzuhalten, weil sie befürchtet das es mit großer Sicherheit zu Ausschreitungen kommen wird, aber Bianca lässt sich nicht umstimmen.

Aufmarsch der Skins.

Aber auch der Feldmarschall ist nicht untätig und schwört sein Gefolge ein um die Demonstration so „aussagekräftig“ wie möglich zu gestalten. Seine Skins sollen mit allen Mitteln der Gewalt die Demonstration nutzen um klar zu machen das „ihr“ Berlin für alle Ausländer tabu ist. Und wenn Berlin endlich gereinigt ist, dann ist der Rest Deutschlands an der Reihe.

Das Aufeinandertreffen.

Der Tag der Demonstration und der Engel möchte darüber wachen. Doch schon als die beiden Gruppen aufeinandertreffen spürt er das dies nur im Unheil enden kann. Er versucht beherzt einzuspringen und das Schlimmste zu verhindern, aber ist als Einzelner auch ziemlich hilflos…

Ein großes Opfer!

Es kommt leider wie es kommen muss und die Situation eskaliert in einer Woge aus Gewalt die auch das Leben eines sehr wichtigen Menschen des Engels in Gefahr bringt. Selbst das Eingreifen eines weiteren Kämpfers gegen die Horden an Skins des Feldmarschalls scheinen nur ein Tropfen auf den heissen Stein zu sein…

FAZIT:

Gewalt ist niemals ein Lösung.

Die dritte Ausgabe des Engels schürt die allgemein bekannte Angst vor einer übermächtigen, aber dummen und uns allen bekannten, Macht weiter. Tomppa hält jedem Leser, egal welche Meinung er bei diesem Thema vertritt den Spiegel vor und man ertappt sich selbst bei der Frage wie man persönlich in eben jenen Situationen reagieren würde. Vielen wird es so gehen wie mir, das sie einfach nur dagegen vorgehen wollen, und dem Wahnsinn Einhalt zu gebieten.
Und auch wenn hier keine eindeutigen Zeichen geboten werden ist sofort klar wer hier an den zeichnerischen Pranger gestellt wird. Schon alleine durch die sehr passende Farbwahl von Schwarz und Weiß, sowie den dazugehörigen Grautönen und der einzigen, aber dafür um so markanteren, Farbe Rot. Zwar tauchen, wie auch schon in den Ausgaben 1 und 2, wieder ganz sanfte Blautöne mit auf, aber diese sind noch als leichte Unterstützung zu sehen und fallen wesentlich marginaler aus als noch in den vorangegangenen Ausgaben.
Was in dieser Ausgabe besonders auffällt und gefällt, ist der große grafische Sprung den Tomppa seit Beginn gemacht hat. Sind die Zeichnungen in den ersten beiden Heften noch sehr rau, Skizzenhaft und manchmal ein wenig statisch, mit auffälligen Outlines und der Verwendung von goßen dominanten Soundwords, so ist dieses dritte Heft filigraner, feiner und vor allem dynamischer geworden. Auch Soundwörter sind keine mehr vorhanden. Die Dramatik überträgt sich nun ohne Hilfsmittel direkt auf den Leser.

Bianca.

Auch Gesichter scheinen Tomppa nun leichter von der Hand zu gehen. Vor allem wenn es hübsche Damen sind. Diese wirkten bisher ein wenig unbeholfen, strahlen nun aber eine Freundlichkeit und Lebendigkeit aus, die einfach nur wunderschön ist.
Doch es gibt leider auch noch ein kleines Manko. Noch immer ist der Hauptprotagonist charakterlich ein wenig eindimensional. Zwar gibt es einige Erkärungen für sein Handeln als Engel, aber wer der eigentliche Mann hinter der Fassade ist, ist relativ unbekannt. Fast wirkt es so, als wolle Tomppa dessen Persönlichkeit bewusst aussen vor lassen, damit sich jeder Leser besser in den Helden hineinversetzen kann. Sich sozusagen als sein Alter Ego sieht der dort hilft wo es notwendig ist.

Mit diesem dritten Heft ist auch schon die Halbzeit der „Engel-Saga“ überschritten und es stellt sich die Frage wie es denn weitergeht. Nur noch zwei Ausgaben kann man mit dem Helden mitfiebern und was kommt dann? Wird es ein „Engel-Universum“ geben in dem Max weitere Abenteuer erlebt? Wird es andere Künstler geben, die sich des Engels annehmen dürfen um ihn neue Gefahren entgegenschicken zu können? Oder wird der Engel nach seinem Finale einfach in den Gedanken und Handeln der Leser weiterleben ohne selbst jemals wieder in Erscheinung treten zu müssen?
Fragen über Fragen, die im Moment vielleicht nichtmal der Künstler Tomppa selber beantworten kann. Aber ich freue mich jetzt schon auf das nächste Heft und hoffe aber auch das bal etwas mit dem Counselor erscheint. Freuen würde ich mich allerdings auch wenn es die Kurzgeschichte zu „Der Engel“ welche bisher nur auf www.mycomics.de online zu lesen ist, als gedruckte einzelne Version (nicht wie im bereits vor knapp 2 Jahren veröffentlichte „MyComics“ Band #1 von Panini) in meine Sammlung finden würde. Auf MyComics findet ihr übrigens auch Leseproben zu allen bisherigen Ausgaben von der Engel. Falls ich euch also nicht schon überzeugen konnte ob des fantastischen Artworks und der tollen Geschichte, schaut einfach mal dort vorbei und bildet euch eure eigene Meinung.

Alle bisherigen, sowie alle zukünftigen Ausgaben sind direkt bei Tomppa unter www.tomppa.de oder den Shop von TheNextArt zu beziehen.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2009-2012 Tomppa/TheNextArt-Verlag.

Free Fall #1 bis #3 [Narwain Publishing, März bis Juni 2006]

Heute stelle ich ein ehrgeiziges aber leider auch kurzlebiges, weil fehlgeschlagenes Experiment vor. Unter dem Label Narwain Publishing wollte 2006 ein kleiner Verlag zeitgleich auf der ganzen Welt mit einer Reihe von neuen Serien durchstarten mit einer Hand voll an sehr bekannten Künstlern.
So ehrgeizig wie dieses Projekt auch war, so anfällig war es leider auch. Eine fast zeitgleiche weltweite Veröffentlichung des gesamten Verlagsprogrammes (auch wenn dieses nur aus wenigen Serien besteht) ist doch ein immenser organisatorischer und finanzieller Aufwand, der sich letztendlich leider nicht rentiert hat.
Dadurch sind leider einige Serien mit hohem Potential, wie eben „Free Fall“ nie zu Ende geführt worden. Dennoch möchte ich euch diese unvollendete Serie heute und hier vorstellen…

Free Fall #1

Free Fall ist anders. Free Fall ist selbstzerstörerisch. Free Fall ist kriminell. Free Fall ist kein Superheldencomic, kein Krimi und auch sonst schwer einzuordnen. Free Fall liefert Protagonisten am Rande der Gesellschaft, ohne Zukunft. Verzweifelte Menschen mit zerstörten Träumen und ohne Geld. In Free Fall beginnt es böse und endet noch viel schlimmer. Kein Märchen das einem weismachen will das es irgendwann besser wird, sondern ein Spiegel der Zeit, der klar zeigt, dass wenn es einem echt scheiße geht und dein Leben bergab rennt, es noch schlimmer kommt.
So soll z.B. ein Bankraub einer Gruppe von Personen, deren Geldprobleme lösen. Dummerweise sind Banküberfälle nur mit einer Quote von weniger als 20% erfolgreich. Deshalb muss eine Ablenkung her, damit in Ruhe ausgeräumt werden kann. Dabei soll ein verzweifelter Selbstmörder helfen…

Free Fall #2

Nachdem in der letzten Ausgabe die Ablenkung für den Bankraub gefunden wurde, muss das „Opfer“ nur noch mitmachen. Dafür erhält er einen Tag Bedenkzeit. Sean, so der Name des Selbstmörders, hat keinen Job, keine Zukunft aber eine schwangere Frau. Ausserdem hält er sich selber für einen Verlierer. Dieser „Job“ mit dem Selbstmord als Ablenkung für den Bankraub ist seine letzte Chance seiner Frau und seinem ungeborenen Kind eine sichere Zukunft zu geben, zumindest in seinen Augen.

Free Fall #3

Sean steht auf dem Dach und hat nur noch wenige Momente zu leben. Dank seinem Opfer wird der Bankraub erfolgreich verlaufen und seine Familie eine glückliche Zukunft haben. Alles was er noch tun muss ist springen. Die Bankräuber sind pünktlich am Ziel, und Sean erhält die notwendige Aufmerksamkeit, auch der Bankdirektor hat alle Hände voll zu tun und kann sich nicht um die neuen Geldfahrer kümmern. Der Bankraub gelingt, damit der Abzug auch noch gesichert ist muss Sean nun springen…

Leider ist dieses Heft das letzte der Reihe da Publisher Narwain alle Serien einstellte, zwar sind auf der immer noch aktiven Webseite www.narwain.com schon Infos und Cover für die letzten zwei Ausgaben der 5-teiligen Mini angkündigt, aber leider haben es diese weltweit nicht mehr in den Handel geschafft. Auch wenn Autor Gianlucca Pireddi schon Andeutungen zu einer Weiterführung bei einem anderen Verlag machte. Zum Glück gibt es aber eine Preview-pdf vom vierten Heft und die Anheizer zur vierten

„Tim Bradley´s Plan was not as perfect as it seemed, and now Sean had become an awkward witness to get rid of. Will the gangster´s scheme run smoothly this time as planned, or will there be aneother hitch? Find out in issue four of Free Fall, the next-to-least chapter in the series.“

und fünften

„Once again Tim Bradley come face to face with Sean. But this time Tim will have to answer a lot of questions…Free Fall, the Gianlucca Piredda´s serial thriller for whom half world is mad about, goes to the end…..“

Ausgabe. So kann man wenigstens noch ein Ende erahnen. Schade drum. Eine Serie mit einigem an Potential.

Wenn ihr jetzt dennoch Interesse an diesen drei Heften erhalten haben solltet, dann sucht am besten Ebay und die üblichen Comicmarktplätze und Foren danach ab. Der Preis sollte je nach Zustand zwischen 0,50€ und 3€ je Heft liegen.

Wahre Helden (Vol. 1) [MadTHings Productions, Juni 2010]

Heute stelle ich ein besonderes und wunderbares Projekt von MadThings Productions vor. Es geht um den Band „Wahre Helden“ der nach „In Z*ppa We Trust“ schon die zweite Veröffentlichung darstellt. Mit „Wahre Helden“ wagen sich MadThings nun auch in die hart umkämpfte Welt der Superheldencomics und präsentierten im Juni 2010 ihr auf 150 Exemplare limitiertes Tradepaperback mit den ersten 3 Abenteuern sowie 3 nicht ganz so ernst gemeinten Hintergrundgeschichten aus der „Vergangenheit“ der Helden auf insgesamt 164 Seiten.

Hier gehts direkt zum Interview mit dem Zeichner Boris Mihajlovic.

Wahre Helden Vol. 1

Superhelden habens echt nicht leicht. Vor allem wenn es keine Jobs für Superhelden gibt. Zum Glück gibt es ja die Vermittlungsagentur für Superhelden. Dort treffen der neue und etwas verwirrte Atlas (ein alter griechischer Titan) mit Conscience (der in seinem Körper einen Engel und einen Teufel beherbergt) und Hound (der auch ohne Adamantiumklauen ein wenig an Wolverine erinnert) auf Rubba Bubba (der offenbar an Mr. Fantastic angelehnt ist) um einen Superheldenjob in Australien zu erhalten. Dort hat ein kleines Technikgenie eine Fernbedienung umfunktioniert und erzeugt damit Dimensionsrisse…
Doch dies ist nicht der einzige Job den das neue Team dort zu bewältigen hat. Viele weitere Vorfälle beginnen sich zu häufen, Große Berge die Australien angreifen, alle Koalas des Kontinents die Amok laufen und das kleine Technikgenie das Rache will. Als Bonus warten noch ein paar Origins, eine kleine Geschichte die einen Nebenhandlung aufgreift im Stile einer alten lang laufenden Comicserie (die ein wenig an Batman erinnert), und die Zweigleisigkeit der Superheldenagentur wird auch offenbart.
FAZIT:
Ein wunderbarer Band mit viel Herzblut entwickelt und verwirklicht. Mit Spannung und einer ordentlichen Prise Humor, und einem Augenzwinkern in Richtung der Superheldencomics, haben Sebastian Müllerwerth, Boris Mihajlovic,  und Sarah Barczyk einen hervorragenden Comic vorgelegt. Die Zeichnungen sind sehr gut, wenn auch manchmal etwas anatomisch unproportioniert (ich kenne das, habe das gleiche Problem wenn ich zeichne), und die Geschichte spannend, lustig und flüssig erzählt. Manchmal gibt es zwar noch einige Sprünge in der Geschichte, aber bei einem 2. Band bin ich definitiv wieder dabei.

Zu beziehen ist „Wahre Helden“ (Vol. 1) über die Homepage von MadThings Productions.

Der Engel #1 & #2 (von 5), Miniserie von Tomppa

Tomppa ist ein junger aufstrebender und ehrgeiziger Comic-Künstler aus Berlin, der sich neben seiner bereits begonnen Miniserie „Der Engel“ im letzten Jahr besonders durch den Sieg des Talenthouse-Contests für die Stan Lee Foundation ins Rampenlicht rücken konnte. Dort hat Tomppa den ersten Platz belegt, als es darum ging einen neuen Superhelden zu kreieren. Mit seiner Kreation, dem Councelor überzeugte er nicht nur die Jury, sondern auch das Publikum als es um das Endvoting ging.

Und als ob das noch nicht genug des Guten gewesen wäre, durfte Tomppa dann auch noch letztes Jahr zur San Diego ComicCon reisen, um dort Stan Lee höchstpersönlich zu treffen und mit Todd McFarlane einen Tag in seinen Studios zu verbringen. Ein sehr ausführliches Interview über seine Erlebnisse in San Diego und seine Zukunftspläne, welches ich mit ihm führen durfte, findet man auf www.ComicHunters.net im Forum.

Direktlink zum Interview mit Tomppa

Der Engel #1

Berlin in 40 Jahren. Vieles hat sich verändert, manches leider zum schlechten. Die Stadt ist gewachsen. Leider ist auch der Hass gewachsen. Berlin wird fast vollständig von einem Medienunternehmen, der Vision Gruppe, kontrolliert und während einige Stadtteile vorzeigbare Prunkstücke geworden sind, sind manch andere Stadtteil wie Hellersdorf das nun Neu-Germania heißt zum idealen Nährboden für die rechte Gesinnung geworden.
Daran kann leider auch der neue regierende Bürgermeister Berlins, Aydogan, nichts ändern.
Doch schon seit geraumer Zeit macht ein neuer „Held“ von sich Reden. Der Engel. Seine Mittel sind nicht immer die besten und auch seine Handlungen sind nicht frei von aufkommenden Fragen und Kritik, dennoch ist er ein Hoffnungsträger für die verängstigten Bürger Berlins…
FAZIT:
Die erste Ausgabe von Tomppas Miniserie „Der Engel“ kommt einerseits mit einem Knall und andererseits eher gemächlich daher. Diese Mischung aus direkten harten Kampfszenen und nachdenklichen und ruhigen Gefühlsmomenten ist eine gelungene Komposition. Gerade für ein Erstlingswerk kann „Der Engel“ sehr wohl überzeugen, wenngleich noch viele Möglichkeiten offen sind, das zu Papier gebrachte zu verbessern.
Manche Zeichnungen sind noch ein wenig starr und auch ein bisschen „unvollständig“ gerade wie Bianca auf dem letzten Panel. Doch dafür ist es auch erst die erste Ausgabe. Trotzdem merkt man dem ganzen Projekt an das es fast eine Art „Baby“ für den Künstler ist.
Insgesamt also ein gelungener Auftakt der Spannung weckt und Lust auf die zweite Ausgabe macht.

Der Engel #2

Während in Neu-Germania die Skins eine Versammlung abhalten sieht sich der Engel mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Doch auch die Skins haben nicht nur Befürworter. Auch in ihren eigenen Reihen gibt es Mitglieder die die Regeln nicht mehr ohne diese zu hinterfragen befürworten können. So geht es auch einem „kleinen Licht“ der daraufhin verstossen wird und auch noch ausgerechnet auf den frustrierten Engel trifft. Nach einem kurzen Handgemenge offenbart dieser dem neuen Beschützer Berlins, dass ein Attentat auf den Bürgermeister Aydogan geplant ist. Nun hat der Engel nur noch wenige Minuten Zeit dies zu verhindern damit Berlin nicht ins Chaos stürzt…
FAZIT:
Heft 2 der insgesamt auf 5 Hefte angelegten Miniserie „Der Engel“ kommt schon wesentlich dramatischer daher. Auch die Zeichnungen sind noch detaillierter und flüssiger geworden, wenngleich auch da noch Potential verborgen ist. Wie auch schon im ersten Heft wissen besonders die „Farben“ zu gefallen die fast „Sin City“-artig nur minimalistisch zum Einsatz kommen. Wobei sich der Autor und Zeichner Tomppa dennoch nur auf Schwarz und Weiß, die diversen Grautöne dazwischen und ein paar Rot- und Blautöne konzentriert.
Ich bin gespannt wie es mit dem Engel weitergeht, vor allem nachdem Tomppa nun als Gewinner des Talenthouse Contests für die Stan Lee Foundation nicht mehr soviel Zeit für sein Baby hat und die dritte Ausgabe bestimmt leider nicht im Sommer diesen Jahres erscheinen wird.

Diese beiden, sowie alle zukünftigen Ausgaben sind direkt bei Tomppa unter www.tompa.de oder den Shop von TheNextArt zu beziehen.