Der Engel Nr. 5.2 (von 5) [TheNextArt, September 2017]

10 Jahre „Der Engel“. 10 Jahre in denen ein Comic und ein Künstler einen beachtlichen Weg zurückgelegt haben. 10 Jahre, in denen unglaublich viel passiert ist. Doch Moment einmal. Ist „Der Engel“ Nr. 1 nicht erst im Juni 2009 erschienen? Ja, ist es. Aber das war auch nicht die erste Geschichte. Bereits einige Zeit vorher entstand als Abschluss eines einjährigen Comic-Design-Kurses eine „Der Engel“-Shortstory (die ihr übrigens auf MyComics nachlesen könnt) und dann brauchte es von der Idee, bis zur ersten Umsetzung auch noch eine gewisse Zeit. Also ja, man kann das Geburtsjahr von „Der Engel“ durchaus guten Gewissens mit 2007 angeben. Nun ist im vorigen Monat die finale Ausgabe 5.2 erschienen und das habe ich natürlich zum Anlass genommen, mir jetzt noch einmal alle Ausgaben am Stück, inklusive des großen Finales, durchzulesen …

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Der Engel Nr. 5.1 (von 5) [TheNextArt, Oktober 2016]

Fast eineinhalb Jahre ist es her, dass die vierte Ausgabe von Tomppas „Der Engel“ erschien und fast täglich habe ich auf Tomppas-Facebookseite nachgesehen, wie der aktuelle Stand zur fünften Ausgabe ist. Und nun halte ich sie seit vergangenem Dienstag in den Händen und bin erneut begeistert und ein wenig erstaunt. Natürlich habe ich es mir deshalb auch nicht nehmen lassen, und mir das Heft diese Woche gleich zum Review vorgenommen, um euch nun meine Meinung kund zu tun …

Der Engel Nr. 5.1

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Der Engel Nr. 4 (von 5) von Tomppa [TheNextArt, April 2015]

Lange hat es gedauert. Für meinen Geschmack viel zu lange, aber manche Dinge brauchen eben ihre Zeit. So ist es auch mit Tomppas „Der Engel“, einer wunderbaren Geschichte in einem zukünftigen Berlin, welches von Fremdenhass, Angst und Machtgier zerstört wird. Damit ich mich auch wieder richtig schön in die Geschehnisse einfinden konnte, habe ich die Chance genutzt und alle bisher erschienen drei Ausgaben natürlich vorher noch einmal gelesen. Das ist auch bitter nötig, denn immerhin liegen zwischen Heft 3 und 4 ganze 3 Jahre und so gut ist selbst mein Gedächtnis nicht mehr. Abgesehen davon wirkt dadurch die Geschichte umso intensiver. Die Reviews zu den Heften 1 und 2, sowie Heft 3 findet ihr unter den Links, die ich euch extra noch einmal gesetzt habe.

Der Engel Nr. 4 (von 5)

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Kinderland [Reprodukt, 2. Auflage September 2014]

Kinderland ist einer der Titel, die bereits zum letzten Gratis Comic Tag einiges an Aufsehen erregt hat. Inzwischen ist die 3. Auflage in Arbeit, und die Kritiken überschlagen sich des Lobs. Auch ich war in meinem damaligen Review zum Gratis Comic Tag-Heft sehr begeistert und habe auf ein Rezensionsexemplar gehofft. Da nun, wie bereits angesprochen, bereits die dritte Auflage ansteht, habe ich es dann einfach mal versucht und nachgefragt. Und siehe da, ich habe eine Zusage bekommen. Das Ergebnis und meine Meinung zum kompletten, fast 300 Seiten starken Band gibt es jetzt hier:

Kinderland

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Der Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz in Berlin

Wer mir auch auf Facebook, Twitter und Instagram folgt, und ich meine jetzt nicht den Blog, sondern mich als private Person, der wird mitbekommen haben, dass ich am vergangenen Wochenende, genauer gesagt am Samstag, den 6. Dezember, Nikolaus, mit meiner Familie in Berlin war. Neben den üblichen Besuchen und Treffen mit Verwandten war vor allem der Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz ein Grund für diesen Tagesausflug. Nun will ich euch aber nicht ewig zusülzen, sondern euch mit ein paar Bildern und Anmerkungen an dem wirklich schönen Weihnachtsmarkt teilhaben lassen, auf dem auch Joko und Klaas, gemeinsam mit Matthias Schweighöfer, am vergangenen Montag in Circus Halli Galli ihr Unwesen getrieben haben. Weiterlesen

Dominiks Private Session (2): Aktivitäten und Pläne ab Herbst 2014

Dominik_AVAIn dieser Rubrik möchte ich gerne ein wenig von mir berichten, was ich mir so in den Kopf gesetzt habe und gedenke in die Tat umzusetzen. Das können zum einen Wünsche, Pläne, Ausflüge, Besuche von öffentlichen Veranstaltungen oder anderweitige Unternehmungen und Ideen sein.
Schaut einfach mal rein und lasst euch überraschen.

Pläne für die Zukunft

Pläne für die Zukunft Copyright by Joscha Sauer (www.nichtlustig.de)

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17. Juni – Die Geschichte von Armin und Eva [Metrolit, Mai 2013]

Heute gibt es eine ganz besondere Review. Besonders, in mehrfacher Sicht. Denn zum einen behandelt sie ein Thema, welches gerade in Ostdeutschland viele Menschen bewegt hat, oder sogar noch bewegt. Zum anderen stammt die hier besprochene Ausgabe von einem kleinen Verlag, der bisher noch nicht wirklich für Graphic Novels, oder auch Comics genannt, bekannt war. Doch nachdem ich diesen Band auf Nachfrage als Rezensionsexemplar erhalten habe, kann ich ihn auch euch nur wärmstens ans Herz legen, wenn ihr etwas außergewöhnliches sucht …

17. Juni – Die Geschichte von Armin und Eva

Westberlin 1990. Der Fall der Mauer liegt gerade ein paar Monate zurück, als es an der Tür von Eva Katz läutet. Verwundert darüber, dass sie eigentlich keinen Besuch erwartet, öffnet sie die Tür. Vor ihr steht ein ihr Unbekannter, der sich als Artjom Semjonow zu erkennen gibt. Er überreicht Eva ein Foto, welches in ihr sofort Bilder aus der Vergangenheit hervorruft. Auf dem Bild sind sie und ihr damaliger Verlobter Armin Mahlke zu sehen. Und eigentlich wollten die beiden heiraten. Doch dazu kam es nie, denn Armin verschwand kurz nach dem 17. Juni 1953. An diesem Tag fanden in der gesamten DDR die Arbeiteraufstände statt, und Armin wurde als einer der Rädelsführer verhaftet. Erst jetzt erfährt Eva aber die gesamte Wahrheit, die damals ihr Cousin, der Reporter Eddi Kahlow nicht vollständig aufdecken konnte …

Alles beginnt und endet hier: Westberlin

Alles beginnt und endet hier: Westberlin

2013 jährte sich der Jahrestag der blutig niedergeschlagenen Aufstände bereits zum 60. Mal. Und noch immer gibt es Menschen, die von den damaligen Unruhen nichts wussten, oder es aber einfach nicht wahrhaben wollen und lieber verschweigen. Deshalb und um diesen Teil der ostdeutschen Geschichte nicht irgendwann zu verlieren haben sich Alexander Lahl, Tim Köhler und Max Mönch zusammengetan und diese zwar fiktive, aber auf historisch wahren Begebenheiten beruhende Geschichte zu Papier gebracht. Mit dramatischen Worten und einer eindringlichen Erzählweise werden die Ereignisse aus dem Sommer 1953 aufgearbeitet. Dabei gleitet die Story niemals in den Kitsch ab und arbeitet auch historische Fakten ein, ohne zu langweilen.

Der Beginn des Aufstandes.

Der Beginn des Aufstandes.

Für das Artwork, welches durchaus gewöhnungsbedürftig ist, zeichnet sich die 1960 geborene, Berliner Künstlerin Kitty Kahane verantwortlich. Kahane hat bereits einige Ausstellungen und Veröffentlichungen vorzuweisen und war unter anderem auch als Produktdesignerin für Volkswagen tätig. Für „17. Juni“ wählte sie einen skizzenhaften Stil aus Bleistift und Kohlezeichnungen. Die Figuren sind minimalistisch und besitzen gerade genug Details um sie wiederzuerkennen und auseinanderhalten zu können. Gleiches gilt für die Szenarien und Landschaften. Auch diese kommen mit gerade einmal so wenigen Details daher, dass sie dennoch aus dem Berliner Stadtbild wieder erkannbar sind. Und trotzdem fügt sich das Artwork nahtlos in das Gesamtbild ein.

Massen werden mobilisert.

Massen werden mobilisert.

FAZIT:

Ein außergewöhnliches Buch über ein geschichtliches Ereignis, welches wohl leider nur sehr wenig Anklang finden wird. Die Geschichte an sich betrifft in der Gesamtheit zu wenig Menschen, auch wenn sie spannend inszeniert ist und mit historischen Fakten aufwarten kann. Anders als so manche Hollywoodverfilmung, wie zum Beispiel Pearl Harbour oder Titanic, die sich einem geschichtlichen Thema annimmt und dann im eigenen Pathos ertrinkt, versucht dieser Band authentischer und geradliniger zu sein. Das Ziel ist damit auch durchaus erreicht, nur leider ist er dadurch auch weniger ansprechend für eine größere Zielgruppe.
Dennoch sollte jeder, der sich auch nur annähernd mit der Geschichte des geteilten Deutschlands auseinandersetzt, dem Buch eine Chance geben. Denn dieses hat weitaus mehr zu bieten, als ein robustes Hardcover und eine solide Verarbeitung. Nämlich eine Geschichte, die Schicksale widerspiegelt, aus einer Zeit, die bald schon vergessen sein wird. Und die nicht die mediale Präsenz eines zweiten Weltkrieges hat, und auch niemals haben wird, aber dennoch genug Menschen, zumindest im Ostteil Deutschlands, betroffen hat, und so manche noch immer betrifft.

Gealt ist keine Lösung. Doch damals schien das keiner zu wissen.

Gewalt ist keine Lösung. Doch damals schien das keinen zu stören.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2013 Walde + Graf bei Metrolit

Berlin [Egmont, September 2012]

Mit der heutigen Rezension widme ich mich erneut einem Band, den ich als Rezensionsexemplar von Egmont (Ehapa Comics Collection) erhalten habe. Darin gesammelt, befindet sich die vollständige Berlin-Trilogie von Marvano …

Berlin

1943 – „Ich weiß, warum die Vögel am Morgen singen. Weil sie die Nacht überlebt haben“ – David Auberson.
Die S-Snowwhite ist ein britischer Bomber, der dabei helfen soll, Hitler und seinem Nazi-Regime, den Garaus zu machen. David Auberson ist Skipper auf der S-Snowwhite und neben seinen Einsätzen legt er sich auch bei einer jungen Dame ziemlich ins Zeug. Wie so viele seiner Mitstreiter ist David gerade einmal alt genug, um als Kanonenfutter für die Nazis herhalten zu können. Doch Alkohol hätte er mit seinen wenigen Lebensjahren offiziell noch nicht kaufen dürfen.
1948 – „Ein Krieg ist nicht zu Ende, wenn die Kanonen schweigen.“ – Roy Stuart.
Berlin ist zerstört, der Zweite Weltkrieg beendet. Roy Stuart, der ebenfalls auf der S-Snowwhite gedient hat, fliegt nun seine Maschine aus einem ganz anderen Grund nach Berlin. Er ist einer der Transportflieger der Luftbrücke, welche die drei abgeschnittenen Alliierten-Sektoren versorgen sollen. Dabei lernt er Helena kennen, die Tochter einer Jüdin und verliebt sich in sie.
1961 – „Glück ist nichts weiter als eine Waffenruhe im Leben.“ – Edward R. Murphy.
Noch immer ist Roy Stuart auf der Suche nach Helena. Sie lebt im Ostteil Berlins und er würde sie gerne in den Westteil bringen. Aber die ostdeutsche Politik und deren Pläne machen ihm einen Strich durch die Rechnung. Denn schon wenig später beginnt der Bau der Berliner Mauer. Aber auch Helenas Bruder, Reinhardt, der bereits 1948 Berlin verlassen konnte, hat für seine Zukunft vorgesorgt. Seinen Spuren kommt Ronald Murphy, der Sohn des Colonals Edward Ronald Murphy erst 2006 langsam auf die Schliche. Und mit ihm lüftet er auch noch ein weiteres Geheimnis …

Junge Piloten werden wie Kanonenfutter verheizt zum Ende des 2. Weltkrieges.

Junge Piloten werden wie Kanonenfutter verheizt, zum Ende des 2. Weltkrieges.

Marvano legt mit seiner Berlin-Trilogie, welche hier erstmals auf deutsch und in gesammelter Form, in einem wunderschönen großformatigen Hardcoverband erscheint, ein bewegendes Abenteuer vor, das sich über viele Jahrzehnte zieht. Doch ich muss auch gestehen, dass gerade im dritten Teil einiges an Längen auf den Leser zukommen. Während die ersten beiden Kapitel noch mit Emotionen und Abenteuer überzeugen können, zieht es sich im letzten Teil des Bandes. Dies liegt vor allem in dem doch sehr trockenen Erzählstil. Mithilfe des durch Frankreich reisenden Ronald Murphy, der die ganze Zeit einem Tonband seines Vaters lauscht, wird versucht, die Geschehnisse um den Bau der Berliner Mauer und der damaligen Schicksale von Helena, Reinhardt und Roy Stuart, zu schildern. Ganz nebenbei forscht Ronald nach einem Mann, der in dem kleinen Dorf Beaumont eine alte Villa mit Gold erworben hatte und dort während er Feierlichkeiten zum 14. Juli auf mysteriöse Weise ums Leben kam.
Während die ersten beiden Kapitel sehr direkt an den Geschehnissen waren, fehlen im letzten Kaiptel die Emotionen und werden durch lexikonartige Zusammenfassungen der damaligen Ereignisse ersetzt. Viel zu sehr stehen die historischen, faktisch zwar richtigen, aber zu emotionslosen Ereignisse im Vordergrund.

Ronald Murphy auf den Spuren der Vergangenheit.

Ronald Murphy auf den Spuren der Vergangenheit.

Visuell gibt es dagegen nichts zu bemängeln. Marvano hat einen klaren, deutlichen und dennoch detaillierten Strich, der zusammen mit den Kolorationen von Claude Legris und Bertrand Denoulet Bilder auf das Papier zaubern, die realistisch und fantastisch zugleich sind. Auch ergibt sich immer wieder die Situation, dass sich der Leser geradezu hineingezogen fühlt, in die Ereignisse und Tragödien der insgesamt 5 Protagonisten und deren Angehörigen. Wunderschöne Landschaften wechseln sich mit grausamen, bis ins Detail ausgearbeiteten, Kriegsschauplätzen ab und vermitteln ein fast schon verstörendes Gefühl des Zwiespaltes. Wären man die Landschaften bewundert, möchte man sich von den sichtbaren Folgen des Krieges angewidert abwenden. Gerade durch die Veröffentlichung in dem Großformat von 24cm x 32cm kommen die Zeichnungen besonders zur Geltung. Auch fällt es sehr schwer zu erkennen, ob die Kolorationen noch klassisch von Hand mit Aquarellfarben umgesetzt wurden, oder ob der Computer hier helfend eingegriffen hat. Aber für das Gesamtbild macht dies am Ende sowieso keinen wirklichen Unterschied.

Wunderschöne Landschaften im Gegensatz zu den schlimmen Ereignissen 1943.

Wunderschöne Landschaften im Gegensatz zu den schlimmen Ereignissen 1943.

FAZIT:

Wenn man die ersten beiden Kapitel für sich alleine betrachtet, ergibt sich eine mitreißende Erzählung von persönlichen Schicksalen vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges. Nimmt man jedoch das leider nur mäßige dritte Kapitel dazu, wird das Gesamtbild schon ein wenig geschmälert. Zwar bleibt noch immer eine überdurchschnittliche Geschichte mit tragischen Lebensabschnitten verschiedener Menschen, die in einer schwierigen Zeit zu überleben versuchen, aber es hat einen schalen Beigeschmack. Den nämlich, dass diese Trilogie so wirkt, als ob sie unter Zeitdruck vollendet wurde. Oder Marvano fehlte die Energie, welche noch in den ersten beiden Kapiteln spürbar ist.
Dennoch kann ich diesen Band bedenkenlos an alle weiterempfehlen, die eine spannende und emotionsgeladene Geschichte suchen, die vor historischem Hintergrund Schicksale offenlegt. Diese sind zwar in diesem Fall frei erfunden, hätten aber so durchaus auch wirklich stattfinden können.

Berlin 1948. Die drei Mächte kämpfen um jeden Quadratzentimeter Land.

Berlin 1948. Die vier großen Mächte kämpfen um jeden Quadratzentimeter Land.

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Hive-VerweisCopyright aller verwendeten Bilder © 2012 Dargaud Benelux/Egmont Verlagsgesellschaften

Der Engel #3 (von 5) von Tomppa [TheNextArt, April 2012]

Bereits Ende Januar habe ich hier auf meinem Blog die ersten beiden Ausgaben von Tomppas Miniserie „Der Engel“ vorgestellt. Seitdem ist dieser Artikel nicht zu Unrecht einer der erfolgreichsten Comic-Artikel auf meinem Blog. Tomppa fasziniert mit seiner Comicserie und der darin verarbeiteten Thematik. Nun ist Ende April die dritte Ausgabe erschienen und ich möchte es mir natürlich nicht nehmen lassen, auch diese hier vorzustellen.
Ganz besonders Bedanken möchte ich mich hierfür bei Tomppa selbst, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar hat zukommen lassen.

Doch nun wollen wir uns erstmal die dritte Ausgabe näher ansehen…

Der Engel #3

Berlin in Flammen.

Zwei Monate sind vergangen seit dem tötlichen Anschlag auf den Berliner Bürgermeister Aydogan. Seit diesem Tag brennt die Stadt. Die Gewalt kocht hoch und die Angst greift um sich. Kaum einer ist noch sicher auf den Strassen. Vor allem Nachts ist es sehr gefährlich geworden. Nur einen Tag nach dem Anschlag bekannte sich ein „Feldmarschall“ zu dem Anschlag und der TV-Sender der Mediengruppe „Vision“ war der Erste, der dieses Bekennervideo ausstrahlte.

Die Gewalt eskaliert.

In diesem Video sprach der „Feldmarschall“ von einer Säuberung Berlins und dem nahenden Sieg der arischen Rasse. Dies führte dazu das Anfangs nur eine kleine Gruppe und später dann immer mehr Skins auf die Strassen gingen um ihre Politik zu verbreiten. Der Engel fühlt sich fast machtlos gegenüber dieser Allmacht an Hass und Unverständnis.

Demo am Alex.

Einen Tag später sitzt Bianca mit ihrer Freundin in einem kleinen Kaffee und plant ihre Teilnahme an der bevorstehen Demonstration bei der Ausländer und Deutsche friedlich für ein gemeinsames Miteinander aufmarschieren wollen. Ihre Freundin versucht sie zwar davon abzuhalten, weil sie befürchtet das es mit großer Sicherheit zu Ausschreitungen kommen wird, aber Bianca lässt sich nicht umstimmen.

Aufmarsch der Skins.

Aber auch der Feldmarschall ist nicht untätig und schwört sein Gefolge ein um die Demonstration so „aussagekräftig“ wie möglich zu gestalten. Seine Skins sollen mit allen Mitteln der Gewalt die Demonstration nutzen um klar zu machen das „ihr“ Berlin für alle Ausländer tabu ist. Und wenn Berlin endlich gereinigt ist, dann ist der Rest Deutschlands an der Reihe.

Das Aufeinandertreffen.

Der Tag der Demonstration und der Engel möchte darüber wachen. Doch schon als die beiden Gruppen aufeinandertreffen spürt er das dies nur im Unheil enden kann. Er versucht beherzt einzuspringen und das Schlimmste zu verhindern, aber ist als Einzelner auch ziemlich hilflos…

Ein großes Opfer!

Es kommt leider wie es kommen muss und die Situation eskaliert in einer Woge aus Gewalt die auch das Leben eines sehr wichtigen Menschen des Engels in Gefahr bringt. Selbst das Eingreifen eines weiteren Kämpfers gegen die Horden an Skins des Feldmarschalls scheinen nur ein Tropfen auf den heissen Stein zu sein…

FAZIT:

Gewalt ist niemals ein Lösung.

Die dritte Ausgabe des Engels schürt die allgemein bekannte Angst vor einer übermächtigen, aber dummen und uns allen bekannten, Macht weiter. Tomppa hält jedem Leser, egal welche Meinung er bei diesem Thema vertritt den Spiegel vor und man ertappt sich selbst bei der Frage wie man persönlich in eben jenen Situationen reagieren würde. Vielen wird es so gehen wie mir, das sie einfach nur dagegen vorgehen wollen, und dem Wahnsinn Einhalt zu gebieten.
Und auch wenn hier keine eindeutigen Zeichen geboten werden ist sofort klar wer hier an den zeichnerischen Pranger gestellt wird. Schon alleine durch die sehr passende Farbwahl von Schwarz und Weiß, sowie den dazugehörigen Grautönen und der einzigen, aber dafür um so markanteren, Farbe Rot. Zwar tauchen, wie auch schon in den Ausgaben 1 und 2, wieder ganz sanfte Blautöne mit auf, aber diese sind noch als leichte Unterstützung zu sehen und fallen wesentlich marginaler aus als noch in den vorangegangenen Ausgaben.
Was in dieser Ausgabe besonders auffällt und gefällt, ist der große grafische Sprung den Tomppa seit Beginn gemacht hat. Sind die Zeichnungen in den ersten beiden Heften noch sehr rau, Skizzenhaft und manchmal ein wenig statisch, mit auffälligen Outlines und der Verwendung von goßen dominanten Soundwords, so ist dieses dritte Heft filigraner, feiner und vor allem dynamischer geworden. Auch Soundwörter sind keine mehr vorhanden. Die Dramatik überträgt sich nun ohne Hilfsmittel direkt auf den Leser.

Bianca.

Auch Gesichter scheinen Tomppa nun leichter von der Hand zu gehen. Vor allem wenn es hübsche Damen sind. Diese wirkten bisher ein wenig unbeholfen, strahlen nun aber eine Freundlichkeit und Lebendigkeit aus, die einfach nur wunderschön ist.
Doch es gibt leider auch noch ein kleines Manko. Noch immer ist der Hauptprotagonist charakterlich ein wenig eindimensional. Zwar gibt es einige Erkärungen für sein Handeln als Engel, aber wer der eigentliche Mann hinter der Fassade ist, ist relativ unbekannt. Fast wirkt es so, als wolle Tomppa dessen Persönlichkeit bewusst aussen vor lassen, damit sich jeder Leser besser in den Helden hineinversetzen kann. Sich sozusagen als sein Alter Ego sieht der dort hilft wo es notwendig ist.

Mit diesem dritten Heft ist auch schon die Halbzeit der „Engel-Saga“ überschritten und es stellt sich die Frage wie es denn weitergeht. Nur noch zwei Ausgaben kann man mit dem Helden mitfiebern und was kommt dann? Wird es ein „Engel-Universum“ geben in dem Max weitere Abenteuer erlebt? Wird es andere Künstler geben, die sich des Engels annehmen dürfen um ihn neue Gefahren entgegenschicken zu können? Oder wird der Engel nach seinem Finale einfach in den Gedanken und Handeln der Leser weiterleben ohne selbst jemals wieder in Erscheinung treten zu müssen?
Fragen über Fragen, die im Moment vielleicht nichtmal der Künstler Tomppa selber beantworten kann. Aber ich freue mich jetzt schon auf das nächste Heft und hoffe aber auch das bal etwas mit dem Counselor erscheint. Freuen würde ich mich allerdings auch wenn es die Kurzgeschichte zu „Der Engel“ welche bisher nur auf www.mycomics.de online zu lesen ist, als gedruckte einzelne Version (nicht wie im bereits vor knapp 2 Jahren veröffentlichte „MyComics“ Band #1 von Panini) in meine Sammlung finden würde. Auf MyComics findet ihr übrigens auch Leseproben zu allen bisherigen Ausgaben von der Engel. Falls ich euch also nicht schon überzeugen konnte ob des fantastischen Artworks und der tollen Geschichte, schaut einfach mal dort vorbei und bildet euch eure eigene Meinung.

Alle bisherigen, sowie alle zukünftigen Ausgaben sind direkt bei Tomppa unter www.tomppa.de oder den Shop von TheNextArt zu beziehen.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2009-2012 Tomppa/TheNextArt-Verlag.

Der Engel #1 & #2 (von 5), Miniserie von Tomppa

Tomppa ist ein junger aufstrebender und ehrgeiziger Comic-Künstler aus Berlin, der sich neben seiner bereits begonnen Miniserie „Der Engel“ im letzten Jahr besonders durch den Sieg des Talenthouse-Contests für die Stan Lee Foundation ins Rampenlicht rücken konnte. Dort hat Tomppa den ersten Platz belegt, als es darum ging einen neuen Superhelden zu kreieren. Mit seiner Kreation, dem Councelor überzeugte er nicht nur die Jury, sondern auch das Publikum als es um das Endvoting ging.

Und als ob das noch nicht genug des Guten gewesen wäre, durfte Tomppa dann auch noch letztes Jahr zur San Diego ComicCon reisen, um dort Stan Lee höchstpersönlich zu treffen und mit Todd McFarlane einen Tag in seinen Studios zu verbringen. Ein sehr ausführliches Interview über seine Erlebnisse in San Diego und seine Zukunftspläne, welches ich mit ihm führen durfte, findet man auf www.ComicHunters.net im Forum.

Direktlink zum Interview mit Tomppa

Der Engel #1

Berlin in 40 Jahren. Vieles hat sich verändert, manches leider zum schlechten. Die Stadt ist gewachsen. Leider ist auch der Hass gewachsen. Berlin wird fast vollständig von einem Medienunternehmen, der Vision Gruppe, kontrolliert und während einige Stadtteile vorzeigbare Prunkstücke geworden sind, sind manch andere Stadtteil wie Hellersdorf das nun Neu-Germania heißt zum idealen Nährboden für die rechte Gesinnung geworden.
Daran kann leider auch der neue regierende Bürgermeister Berlins, Aydogan, nichts ändern.
Doch schon seit geraumer Zeit macht ein neuer „Held“ von sich Reden. Der Engel. Seine Mittel sind nicht immer die besten und auch seine Handlungen sind nicht frei von aufkommenden Fragen und Kritik, dennoch ist er ein Hoffnungsträger für die verängstigten Bürger Berlins…
FAZIT:
Die erste Ausgabe von Tomppas Miniserie „Der Engel“ kommt einerseits mit einem Knall und andererseits eher gemächlich daher. Diese Mischung aus direkten harten Kampfszenen und nachdenklichen und ruhigen Gefühlsmomenten ist eine gelungene Komposition. Gerade für ein Erstlingswerk kann „Der Engel“ sehr wohl überzeugen, wenngleich noch viele Möglichkeiten offen sind, das zu Papier gebrachte zu verbessern.
Manche Zeichnungen sind noch ein wenig starr und auch ein bisschen „unvollständig“ gerade wie Bianca auf dem letzten Panel. Doch dafür ist es auch erst die erste Ausgabe. Trotzdem merkt man dem ganzen Projekt an das es fast eine Art „Baby“ für den Künstler ist.
Insgesamt also ein gelungener Auftakt der Spannung weckt und Lust auf die zweite Ausgabe macht.

Der Engel #2

Während in Neu-Germania die Skins eine Versammlung abhalten sieht sich der Engel mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Doch auch die Skins haben nicht nur Befürworter. Auch in ihren eigenen Reihen gibt es Mitglieder die die Regeln nicht mehr ohne diese zu hinterfragen befürworten können. So geht es auch einem „kleinen Licht“ der daraufhin verstossen wird und auch noch ausgerechnet auf den frustrierten Engel trifft. Nach einem kurzen Handgemenge offenbart dieser dem neuen Beschützer Berlins, dass ein Attentat auf den Bürgermeister Aydogan geplant ist. Nun hat der Engel nur noch wenige Minuten Zeit dies zu verhindern damit Berlin nicht ins Chaos stürzt…
FAZIT:
Heft 2 der insgesamt auf 5 Hefte angelegten Miniserie „Der Engel“ kommt schon wesentlich dramatischer daher. Auch die Zeichnungen sind noch detaillierter und flüssiger geworden, wenngleich auch da noch Potential verborgen ist. Wie auch schon im ersten Heft wissen besonders die „Farben“ zu gefallen die fast „Sin City“-artig nur minimalistisch zum Einsatz kommen. Wobei sich der Autor und Zeichner Tomppa dennoch nur auf Schwarz und Weiß, die diversen Grautöne dazwischen und ein paar Rot- und Blautöne konzentriert.
Ich bin gespannt wie es mit dem Engel weitergeht, vor allem nachdem Tomppa nun als Gewinner des Talenthouse Contests für die Stan Lee Foundation nicht mehr soviel Zeit für sein Baby hat und die dritte Ausgabe bestimmt leider nicht im Sommer diesen Jahres erscheinen wird.

Diese beiden, sowie alle zukünftigen Ausgaben sind direkt bei Tomppa unter www.tompa.de oder den Shop von TheNextArt zu beziehen.