100% Marvel #6: Captain America – Eis [Panini, Mai 2004]

Heute greife ich mal in die Wühlkiste und zaubere euch einen der 100% Marvel-Bände hervor, der sich mit dem Idol der amerikanischen Comics des zweiten Weltkrieges befasst…

100% Marvel #6: Captain America – Eis

Was wäre wenn Captain Americas Unfall, der ihn ins ewige Eis einschloss, kein Unfall gewesen wäre sonder ein von der US-Regierung inszenierter Vorfall. Diese Gedanken überkommen Steve zumindest als er ein Paket mit ominösen Bilder, Schriftstücken und Filmen erhält. Als er dann auch noch von ein paar Attentäterinnen aus Lemuria angegriffen wird beginnt er mit den „Ermittlungen“ und stellt dabei einige sehr interessante Tatsachen fest.
Dies und sein bisheriges Leben beruht somit möglicherweise auf einer Lüge und könnte ihn zum ersten Mal in seiner Laufbahn als Captain America zum Mörder machen. Der Drahtzieher scheint nämlich ein alter Bekannter zu sein, den Captain America zum ersten Mal nach seinem ersten Auftauen, zusammen mit Namor begegnet ist.
Was jedoch noch schlimmer als alle diese Entwicklungen sind, ist die Tatsache, das Steve irgendwann nicht mehr weiß wem er trauen kann und was überhaupt noch die Wahrheit ist, und somit fängt er auch an, an sich selber und seinem Status zu zweifeln. Dabei hilft ihm auch seine ehemalige Gefährtin und Partnerin Sharon Carter nicht.
Am Ende bleibt neben den Zweifeln nur noch eine Frage…
Wie weit würde Captain America gehen?
FAZIT:
Eis ist eine faszinierende und zugleich auch dramatische Storyline, in der Captain America, Steve Rogers, an seine eigenen Grenzen geführt wird. Dabei zieht Chuck Austen alle möglichen Register. Sowohl Caps Vergangenheit, als auch seine Gegenwart, werden hierbei gegeneinander ausgespielt. Selbstzweifel und Ängste werden geschürt, und früher vertraute Personen könnten nun zu den ärgsten Feinden mutieren. Dabei wird nicht einmal vor seinen Rächerfreunden halt gemacht, die ja alle Mitwisser im Verrat an Steve sein könnten.
Zusammen mit den fantastischen Bildern von Jae Lee ist Austen hier ein Psychothriller der Extraklasse gelungen, der zwar den Übeltäter von Anfang an präsentiert, aber dennoch eine beängstigende Spannung aufbaut.

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Marvel Comic Klassiker (1): Marvel Comic Exklusiv Nr. 8: Die Neuen Mutanten – Als die Macht kam [Condor, April 1990]

Condor hat mit seiner Marvel Comic Exklusiv-Reihe (neben der Epic Comic Collection) ein Format im Sortiment gehabt, welches sich ein wenig von dem üblichen „Comic-Kram“ abheben wollte. Noch nicht ganz „Comics für Erwachsene“ aber dennoch etwas reifer und anspruchsvoller als die bekannten „Kinder-Comics“. Dies sollte sich nicht nur durch die Auswahl der Comics zeigen sondern auch durch die Gestaltung, die Aufmachung und den Preis. Schon damals waren 7,80 DM für Kinder nicht so leicht zu entrichten. Die sonst üblichen „Kinder-Comics“ lagen doch preislich eher um die 2,00 DM. Das Condor mit dieser Entscheidung nicht so falsch lag zeigte sich auch im Erfolg der Reihe. Bekannte Charaktere wie Spider-Man, Die Rächer, Thor, die X-Men waren hierbei nicht nur als Zugmaschine gedacht, sondern boten dadurch auch einigen unbekannteren oder besser gesagt für Deutchland schwächeren Charakteren die Möglichkeit einer Plattform. So brachte es der Silver Surfer auf drei Auftritte innerhalb der Serie und auch Conan der Barbar konnte vier Alben für sich verzeichnen.
Weil auch neue Teams eine würdige Plattform benötigen um sich zu präsentieren, hat sich Condor entschieden die Graphic Novel mit der Origin der New Mutants in Deutschland in diesem Format unterzubringen…

Marvel Comic Exklusiv #8: Die Neuen Mutanten – Als die Macht kam
[US-Marvel Graphic Novel #4: The New Mutants (Oktober 1982)]

Die X-Men gelten als tot (obwohl sie nur im Weltall verschollen sind) und Charles Xavier ist am Boden zerstört, weil sein Traum das Leben derer gekostet hat, welcher er eigentlich beschützen wollte. Doch jede Tragödie birgt auch die Chance für einen Neuanfang.
Alles beginnt damit, das Moira MacTaggert in ihrer Heimat, dem schottischen Hochland eine Gestaltwandlerin über den Weg läuft die von ein paar Einheimischen gejagt und angeschossen wurde. Bei dem Mädchen handelt es sich um Rahne Sinclair, welche Moira schon vor ein paar Jahren als Ärztin entbunden hat. Nun da sich Rahne in der Pubertät befindet scheinen sich ihre Mutantenkräfte zu offenbaren. Ähnlich geht es Roberto DaCosta, der gerade bei einem Fussballturnier in Brasilien sein Bestes gibt, als er gefoult wird. Doch niemand scheint das Foul zu bemerken und Roberto stellt den Übeltäter zur Rede, der daraufhin auf Roberto einschlägt. Doch plötzlich beginnt sich Roberto zu verändern. Er wird stärker und verwandelt sich in eine Art schwarzes Energiewesen. Die Zuschauer sind entsetzt ob des Monsters auf dem Spielfeld und flüchten Panikartig aus dem Stadion. In Kentucky hingegen tritt Sam Guthrie seinen neuen Arbeitsplatz in den appalachischen Kohleminen an nachdem sein Vater an einer Staublunge verstarb und er nun für die Familie sorgen muss. Schon am ersten Tag passiert was nicht passieren darf. Ein Stollen stürzt ein und droht Sam mitsamt dem Vorarbeiter zu begraben. Aber auf einmal verspürt Sam eine seltsame Energie in seinen Beinen die plötzlich wie ein Düsentriebwerk anfangen zu brennen. Schell kann er so sich und den Vorarbeiter in Sicherheit bringen. In der Zwischenzeit macht in den Medicin Bow Mountains in Colorado, Danille Moonstar die Erkenntnis das sie für sich und ihre Kräfte einen Mentor benötigt. Als dann auch noch ihr Großvater getötet wird hat sie keine andere Chance mehr.
Auch im Institut bei Charles Xavier wo inzwischen Moira mit Rahne eingetroffen ist und dort die Bekanntschaft von Xi’An Coy Manh macht sind die neuen Mutanten nicht verborgen geblieben. Sofort machen sich Xavier, Moira, Rahne und Xi’an in zwei Gruppen auf den Weg nach Colorado und nach Brasilien um Danielle und Roberto in Sicherheit zu bringen. Doch ganz so einfach wird das nicht werden, vor allem weil sich Donald Pierce vom Hellfire-Club einmischt und alle Mutanten vernichten will.
Ob die neuen Mutanten es wollen oder nicht. Dies wird ihre erste große Bewährungsprobe werden, als Xavier von Pierce entführt wird…
FAZIT:
Diese Graphic Novel leutete eine neue Mutanten-Ära im Marvel-Universum ein. Ein neues Team, auch noch unerfahren und unsicher wie die X-Men zu ihren Anfängen, und dennoch vollkommen anders. Der damalige Meister des X-Universum Chris Claremont schafft es zusammen mit dem Zeichner Bob McLeod Charaktere zu präsentieren die man sofort ins Herz schließt. Auch das Xavier und Moira hier als eine Art Ersatzeltern fungieren trägt zu diesem Gefühl bei. Im Großen und Ganzen ist diese Origin zwar nichts besonderes, gerade aus heutiger Sicht, aber dennoch hat sie einen ganz besonderen Reiz. Wie bei vielen Marvel-Charakteren stehen nicht nur die Figuren un deren Heldentaten im Vordergrund, sondern auch das Zwischenmenschliche und die nur allzu menschliche Fehlbarkeit eines jeden Menschen.
Auch die zweite Kurzgeschichte aus Classic X-Men #36 die sich mit Moiras Vergangenheit und ihrer Art der Vergangenheitsbewältigung auseinandersetzt als es um den Verlust ihres Sohnes Kevin geht.
Beide Geschichten sind spannend und dramatisch und geizen nicht mit guten bis sehr guten Zeichnungen. Auch bei der Präsentation hat sich Condor nicht lumpen lassen. Gemäß ihrer Vorzeigereihe Marvel Comic Exklusiv sind die Alben Überformat und auf Kunstdruckpapier schon ein Glanzstück an sich. Bei der Übersetzung hat Condor, in diesem Fall Michael Nagula, auch ganze Arbeit geleistet. Es werden fast ausschließlich Originalnamen verwendet und nicht wie es sonst, bzw. gerade in der Anfangszeit, üblich war irgendwelche wirklich bescheuerten Eindeutschungen verwendet.
Insgesamt ist dieser Band durchaus etwas ganz besonderes, wenn man sich denn auf ein neues Team im X-Universum un dessen Entstehung einlassen möchte.

Um nun auch in den Genuss dieser Lektüre zu kommen muss man schon den Comic-Marktplatz, die Marktplätze in diversen Comicforen oder Ebay zu Rate ziehen. Mit etwas Glück kann man dieses Schmuckstück für durchschnittlich 5 Euro erwerben.

Marvel 1602 (Gesamtausgabe) [Panini, März 2010]

Immer wieder gibt es Versuche die jeweiligen Comicuniversen der großen Verlage mit neuen Geschichten aufzulockern. Dies kann man entweder mit Events (wie z.B. Blackest Nigh, Civil War, Secret Invasion, Brightest Day oder House of M) machen oder indem man einfach neue Universen kreiert in denen die altbekannten Helden neuen Abenteuern und Gefahren gegenübergestellt werden.
Einer dieser Versuche war „Marvel 1602“, aus dem Jahre 2003, in dem viele bekannte Helden in das Mittelalter und die Kolonialzeit versetzt wurden. Manche haben auch damals schon Kräfte, Andere wiederum kommen ganz ohne aus, oder erwerben sie erst im Laufe der Zeit. Autor dieses Projektes ist niemand anderes als der britische Autor Neil Richard Gaiman, der schon mit aufsehenerregenden Werken wie Coraline und Sandman auf sich aufmerksam gemacht hat. Unterstützt wird Gaiman hierbei von Andy Kubert der für die Zeichnungen und Richard Isanove welcher für die Kolorierung zuständig waren.
Heraus kam dabei ein wagemutiges Werk welches durchaus seinesgleichen sucht. Fortgesetzt wurden die Abenteuer dann zum einen in Marvel 1602: New World aus dem Jahre 2005 sowie ein paar Miniserien um die Fantastick Four (ja die Schreibweise ist so korrekt) und Spider-Man, welche zwischen 2006 und 2009 erschienen. Seitdem ist es ruhig geworden um Marvels Mittelalterepos.

Doch nun erstmal zu den gesammelten Anfängen dieser Abenteuer…

Marvel 1602 (Gesamtausgabe)

Seltsame Wetterphänomene suchen die frühe Marvelwelt im 17. Jahrhundert heim. Die Ursache dafür kann der Arzt und Magier Dr. Stephen Strange jedoch auch für die Königin von England und ihren Untergebenen Nicholas Fury nicht ausfindig machen. Auch tauchen immer mehr seltsame Menschen mit aussergewöhnlichen Kräften auf, die durch den Großinquisitor Enrique im Namen der Kirche vernichtet werden müssen. Doch nicht nur das Wetter stellt alle vor ein Rätsel. Auch die Tatsache das Doom und James, König von Schottland es auf das Leben der Königin von England abgesehen machen die Situation nicht einfacher. Als dann auch noch das junge Mädchen Virginia Dare mit ihrem Begleiter Rojhaz die alte Heimat besucht um Hilfe für die neue Kolonie zu erbitten. Aber plötzlich überschlagen sich die Ereignisse als es Doom schafft die Königin ermorden zu lassen, James an die Macht kommt, der Großinquisitor entmachtet wird, Dr. Stephen Strange verhaftet, Nicholas Fury als Verräter gebrandmarkt wird und Carlos Javiers Hexenbrut flüchten muss. Doch es gibt ja noch immer die 4 Helden der Fantastick, welche vor vielen Jahren verschwanden und auch Furys kleiner Helfer Peter Parquarh und sein bester Agent Matthew Murdoch haben noch ein paar Trümpfe in der Hand. So offenbart sich schon bald, das ein enormes Ereignis aus der Zukunft die Welt im 17. Jahrhundert gefährdet, und es stellt sich die Frage ob dies etwas mit der jungen Virginia Dare zu tun haben könnte oder ihrem mysteriösen Beschützer Rojhaz…
FAZIT:
Neil Gaimans Version des frühen Marvel Universums, welches trotzdem in der normalen Kontinuität verankert ist, weiß sehr wohl zu überzeugen. Man findet viele bekannte Figuren, erkennt Parallelen zur Neuzeit, und entdeckt dennoch viel neues. Auch die angepasste Wortwahl, welche anfangs noch etwas ungewohnt ist, passt perfekt zum Gesamtbild und verfeinert die Geschichte. Dazu trägt auch Andy Kuberts Artwork bei, welches mit seinem feinen Strich, den etwas blasseren Konturen und dem gelungenen Panelaufbau den Lesefluss deutlich fließender gestalten. Alles in allem ist Neil Gaimans „Marvel 1602“ eine gelungen Reise in die Vergangenheit und die Frühzeit des Marvel Universums mit einer fantastischen Story, gelungenen Bildern und einem kleinen Manko. Abgesehen von den Namensangleichungen haben die Figuren stellenweise viel zu viel mit ihren späteren Ichs gemeinsam. Da hätte ich mir ein wenig mehr Experimentierfreude gewünscht. So kann man als Leser fast schon blindlings viele Handlungen der Protagonisten vorausahnen. Das ist schade, und es hätte dem ganzen durchaus sehr gut getan wenn Gaiman sich da etwas weiter aus dem Fenster gelehnt hätte.

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100% Marvel #59: Spider-Man und die Fantastic Four (Panini, Dezember 2011)


100% Marvel #59: Spider-Man und die Fantastic Four

Abenteuer mit Spider-Man und den Fantastischen Vier sind eine Konstante in den Marvel Comics wie es sie selten gibt. Sei es das Treffen von Spider-Man mit den Fantastischen Vier auf dem Campus der ESU die dort den diktatorischen Herrscher von Latveria, Dr. Doom, beschützen müssen, damit die Verhandlungen mit einigen Ostblockstaaten sicher und reibungslos verlaufen als plötzlich Namor auftaucht um sich an Doom zu rächen, oder als Spidey gerade seinen Symbionten bei Reed parkt nachdem sich seine Gefährlichkeit herausstellt. Dieser flieht und macht kurzerhand Jagd auf den jungen Franklin der noch nichts von seinen immensen Kräften weiß. Auch das Treffen der Ersatz-FV bestehend aus Wolverine, Spider-Man, Ghost Rider und Hulk findet Erwähnung bei dem eine Skrullkriegerin es auf den unzerstörbaren Technodroiden abgesehen hat um ihr eigenes Reich zu erobern. Als letztes geht es in die Gegenwart wo ein eigentlich alter Freund auftaucht, dabei aber überhaupt nicht freundschaftlich auf die Fantastischen Vier und Spider-Man reagiert…
FAZIT:
Es gab schon sehr viele Aufeinandertreffen von Spider-Man mit den Fantastischen Vier. Sei es der Klassiker aus Amazing Spider-Man #1 in dem Spidey versucht bei den Fantastischen Vier einzusteigen um seine Geldprobleme zu lösen, oder aber die vielen Zeit- und Dimensionsreisen die die Fünf immer wieder erlebt haben, Abenteuer zwischen den Fantastischen Vier und Spider-Man sind fast schon ein ungeschriebenes Gesetz im Marvel Universum. Das es dabei immer wieder auch Geschichten gibt die „noch“ nicht erzählt werden können, oder erst im Nachhinein Sinn ergeben (oder ergeben lassen) ist eine andere Sache.
In diesem Band hat das Team von „100% Marvel #45: Spider-Man und die X-Men“ sich erneut versammelt und haben nicht einfach nur „alte“ Abenteuer zusammengefasst, sondern eine, zwar nicht sonderlich intelligente, dafür aber durchaus spannende Hintergrundgeschichte verfasst. Auch die wieder sehr schönen Zeichnungen von Mario Alberti wissen wieder zu überzeugen.
Insgesamt also ein gelungener und kurzweiliger Band der sehr viel Spaß macht.

Ultimate Trilogy [Panini, August 2010 – Oktober 2011]

Ultimate Enemy #1: Der ultimative Feind

Es beginnt mit einem Angriff auf sämtliche Roxxon-Gebäude. Danach wird Reed Richards mitsamt seiner Familie ausgelöscht und als nächstes das Baxter-Builing zusammen mit Sue und Ben angegriffen. Doch es geht weiter. Auch Nick Fury wird von diesem neuen mysteriösen Feind angegriffen. Auch Peters neue Superhelden-WG steht auf der Abschussliste des ultimativen Feindes. Doch wer steckt dahinter? Zwar können S.H.I.E.L.D., Spider-Man, Iceman, Sue, Ben und Johnny ein seltsames außerirdisches Wesen dingfest machen, aber er scheint nicht der Drahtzieher des ganzen zu sein…

FAZIT:

Es gibt viel schlechtes über diesen ersten Teil der großen Miniserien-Trilogie von Bendis zu lesen. Warum bloss? Ich kann nichts wirklich schlechtes daran ausmachen. Die Zeichnungen sind sehr gut und typisch für das Ultimative Universum, die Story ist spannend und rasant erzählt und es ist alles vertreten. Action, Spannung, Humor und die für das Ultimative Universum inzwischen fast typischen Soapelemente. Rundum gelungene und frische Superheldenunterhaltung also.

Ultimate Mystery #1: Das ultimative Rätsel

Nach den Ereignissen in Ultimate Enemy wo neben dem Roxxon Firmengebäude auch das Baxter Building angegriffen und fast vollständig zerstört wurde spitzen sich die Ereignisse zu. Erst recht als Projekt Pegasus einen neuen Beschützer erhält. Dr. Philip Lawson, Mahr Vehl auch besser bekannt als Captain Marvel. Doch als Rick Jones auftaucht gerät alles ausser Kontrolle inklusive Marvel selber…
Auch Ben Grimm hat einiges durchgemacht im letzten Band und so steht er nun vor seinen Freunden Sue und Johnny ohne Steinpanzer mit neuen übermächtigen Kräften und einem ganz normalen Aussehen. Aber auch diese drei Freunde, Sue im speziellen, müssen tragische und überraschende Entdeckungen hinnehmen…
Währenddessen hat Spider-Woman Jessica Drew, der weibliche Klon von Peter Parker, Spider-Man, ihre eigenen Probleme, als sie sich in den Brain-Trust von Roxxon einschleicht um dem mysteriösen Alienangriff auf das Roxxon-Gebäude und das Baxter Building aufzuklären. Doch auch sie wird noch ihr blaues Wunder erleben…

FAZIT:

Auch Ultimate Mystery verspricht wieder Spannung pur und einen Haufen an Action und Nervenkitzel gepaart mit einer ordentlichen Portion Humor, und genau dies hält der Band auch. es werden einige Rätsel gelöst, auch im Bezug auf Ultimatum welches das Ultimative Universum nachhaltig veränderte. Besonders gelungen als auch alter Leser des klassischen Marvel Universum sind die vielen kleinen Anspielungen die Bendis und Sandoval eingebaut haben. Auch Sandovals Zeichnungen sind sehr gelungen wenngleich auch seine Qualität manchmal etwas schwankt.
Somit ist Ultimate Mystery eine würdige Fortsetzung von Ultimate Enemy und macht schon süchtig auf das Finale in Ultimate Doom.

Ultimate Doom #1

Inzwischen hat sich Reed als Verursacher für das ganze Chaos herausgestellt, und das nur weil er auf der Suche nach einer Dimension ist die noch vollkommen unverseucht von den ganzen wissenschaftlichen Errungenschaften und Missglücken. Das er dabei seine Heimatdimension dem Wahnsinn anheimbringt ist ihm vollkommen egal. Auch das seine frühere große Liebe Sue darunter leidet. Doch für Sue bringt dies auch Vorteile. Ben der ihr zuletzt seine Liebe gestand steht auch nun in dem Moment wo Sue mit ihrem Leben ringt an ihrer Seite. Nur kanpp kann sie dem Tod entkommen, aber sofort macht sie sich mit Peter, Nick Fury und auch Doctor Octopus auf die Suche nach der Lösung des Problems…

FAZIT:

Der letzte Teil der Ultimativen Trilogie ist ein Actionfeuerwerk mit gewohntem Soapanteil. Eine runde Mischung, auch wenn storytechnisch nicht so vieles überzeugen kann. Gerade das Hin und Her zwischen Reed und Sue, nach seinen Wünschen und Träumen, lässt doch sehr schnell Parallelen zu den Großereignissen im 616er Universum aufkommen. Dennoch machen diese 4 Abschlussteile wieder Spaß und wissen gekonnt zu unterhalten. Besonders erwähnenswert ist im ultimativen Universum noch immer der aus meiner Sicht sehr willkommene und wohldosierte Anteil an zwischenmenschlichen Beziehungen.

Zusammenfassend kann man sagen das die Ultimative Trilogie eine unterhaltsame Actionsoap ist, der es aber insgesamt leider an einigen Aspekten noch fehlt. Dennoch macht sie, ähnlich einem Hollywood-Popcorn-Kino-Blockbuster, viel Spaß.

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Frank Millers „Elektra“-Saga

Frank Miller gehört zu den ganz großen Namen im Comicbusiness.

Doch warum?

Ist es sein außergewöhnlicher Zeichenstil?
Oder die Tatsache das er neben dem Zeichnen auch des öfteren als Autor unterwegs ist?
Vielleicht hat er aber auch einfach nur Glück?

Ich denke es ist eine Mischung aus allem, und der Tatsache das er in genau dem richtigen Moment einen Helden neu strukturiert hat, ihm neue Gegenspieler und Gefährten mitgegeben hat, als diese es vielleicht noch gar nicht nötig hatten.

Ein solcher Held ist Daredevil, und eine solche Gegenspielerin ist Elektra und ein solches Werk ist ganz ohne Frage die Elektra-Saga:

Daredevil: Die Elektra Saga #1

Collegezeit für Matt Murdock und seinen neuen Zimmerkumpanen „Foggy“ Nelson, als sich deren Wege mit der noch jungen und unerfahrenen Elektra Natchios kreuzen. Elektra ist als Tochter eines Diplomaten keinerei Freiheiten gewöhnt sondern nur ein sicheres Zuhause und ständigen Schutz. Doch vom ersten Moment an hat sich Matt in diese Schönheit verliebt. Mithilfe seines Freundes Foggy schafft er es Elektra von ihrem „Beschützer“ loszureisen. Beide lernen sich kennen und entdecken sehr schnell eine gewisse Zuneigung zueinander, die noch schneller zu Liebe wird.
Doch wie so oft im Leben ist nichts von Dauer. So auch die junge und glückliche Liebe der Beiden. Eines Tages wird Elektra und ihr Vater von ein paar Terroristen gefangen genommen. Matt der schon seit kurz nach seinem Unfall von Stab trainiert wurde sieht keine andere Möglichkeit als selbst einzugreifen und seiner großen Liebe zu helfen. Auch Elektra ist bereits in den Fähigkeiten des Ninjutsu ausgebildet und so bilden beide auf ein Stichwort eine schlagkräftige Einheit.
Leider jedoch passiert, was nicht passieren soll. Elektras Vater wird versehentlich erschossen und so zieht sich Elektra zurück, da sie nicht mehr in einem Land leben kann an welches sie nicht mehr glaubt.
Eine lange Zeit vergeht in der Elektra einiges dazulernt und ebenfalls Bekanntschaft mit Stab macht, der auch schon Matt ausbildete. Doch ihr Herz ist zerfressen von Wut und somit für Stab unrein. Dadurch gelangt sie in die Fänge der Hand (auch wenn sie diese nur unterwandern will) und schneller als ihr lieb ist trifft sie auf ihren Lehrer wieder. Aber auch Matt der inzwischen als Daredevil unterwegs ist kreuzt schon bald die Wege der neuen Söldnerin. Kann ihre Liebe dem wiederstehen wozu sich die beiden entwickelt haben?

FAZIT:

Die Elektra-Saga ist nicht umsonst ein Meisterwerk. Eine spannende Atmosphäre, gefühlvolle und dramatische Charakterentwicklungen und aussergewöhnliche Zeichnungen. Frank Miller schafft mit Klaus Janson ein Werk welches die Welt von Daredevil nachhaltig verändert hat. Es wurde eine Beziehung geschaffen die auch heute noch dramatische Auswirkungen auf das Handeln und Wirken von Matt Murdock und sein Alter Ego Daredevil hat. Was leider negativ auffällt ist die doch sehr schwankende Qualität der Zeichnungen. So sehen einige Seiten wirklich atemberaubend aus wohingegen andere Seiten wiederum hingeschludert, detailarm und chaotisch wirken.
Insgesamt bildet dieser erste Band von Feest einen gelungen Auftakt für die erste Hälfte der Elektra-Saga.

Daredevil: Die Elektra Saga #2

Einige Zeit ist inzwischen vergangen seit Elektra und Daredevil zuletzt aufeinandertrafen. Während Daredevil in Hells Kitchen für Ordnung sorgt und sich immer wieder gegen den Kingpin stellt, hat sich Elektra inzwischen einen Namen als Söldner und Auftragskiller in Europa gemacht. Trotzdem sie dabei sehr vorsichtig vorgeht zieht sie die Aufmerksamkeit des Kingpin auf sich, der einen neuen Killer sucht nachdem Bullseye im Gefängnis sitzt.
Er lockt Elektra zu sich um ihr den Auftrag zu erteilen Ben Urich vom Bugle zurückzupfeifen der auf der Spur zu einem Bürgermeisterkandidaten ist, welcher in direktem Kontakt und unter der Kontrolle des Kingpin steht. Elektra schafft es Urich von seinen Ambitionen zum Fall zu „entbinden“ ohne ihn dabei zu töten.
Daredevil schafft es dennoch Urich zu unterstützen indem er etwas findet was dem Kingpin von noch viel größerer Bedeutung ist als seine Macht über New York. Und so fällt kurz nach dem Wahlsieg der neue Bürgermeister seinen „Schuldgefühlen“ zum Opfer. Aber der Kingpin will dennoch ein Exempel statuieren. Urich kommt dafür nicht mehr in Frage, genauso wenig wie Jameson. Und auch Murdock der mit seiner Kanzlei den Bugle vertreten hat ist dem Kingpin zu heikel. Also soll Foggy daran glauben.
In der Zwischenzeit hat auch Bullseye im Gefängnis von seiner Konkurrentin erfahren. Durch einen Trick schafft er es zu fliehen und macht sich sofort auf die Suche nach Elektra, die gerade Foggy ausfindig gemacht hat. Doch durch ihre frühere gemeinsame Zeit mit Matt kann sie Foggy nicht töten. Dies ist nun die Chance für Bullseye. Er greift Elektra an und tötet sie. Mit letzter Kraft schafft sie es noch zu ihrem früheren Geliebten Matt Murdock und stirbt in dessen Armen.
Für Matt bricht eine Welt zusammen und ein beispielloser Feldzug beginnt…

FAZIT:

Dieser zweite Band von Feests „Daredevil“-Albumreihe präsentiert ein grandioses Finale mit den letzten beiden US-Heften der Elektra-Saga. Dabei spielt diese Ausgabe weitaus mehr mit der Psyche und Verletzbarkeit seiner Akteure als es noch der erste Band macht. Durch dieses Abenteuer wird das Bündnis zwischen Elektra und Daredevil noch weiter vertieft. Der zuerst gemeinsame Verlust des Vaters von Elektra der beide schon zusammengeschweißt hat wird durch Elektras gewaltsamen Tod gefestigt. Es ist geradezu spürbar wie die Tragödien der beiden Leben sich miteinander verweben und ein gemeinsames Schicksal zu schüren scheinen, welches dann durch Bullseyes Handeln zerschnitten wird.
Frank Millers und Klaus Jansons „Elektra“-Saga ist und bleibt auch heute noch ein zeitloses Meisterwerk mit dramatischem Storyverlauf, genialen Zeichnungen und Charakterentwicklungen wie sie Comicfiguren kaum menschlicher machen könnten.

Für Fans des roten Teufels und Freunde vielschichtiger, dramatischer und emotionaler Geschehnisse ist diese Miniserie einfach ein Muss und für Kenner sowieso ein Meisterwerk seinesgleichen.

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Amazing Spider-Man Nr. 400 – Der Tod von Tante May (Spider-Man Nr. 7 [Panini, August 1997])

Im Paniniforum haben sich vor einiger Zeit ein paar User zusammengeschlossen um die Klonsaga aus dem Spider-Man Universum in einer Art Marathon zu lesen, rezensieren und darüber zu diskutieren.

Darin verknüpft ist auch US-Amazing Spider-Man #400. In dieser bedeutungsschwangeren Ausgabe stirbt die wohl wichtigste Person neben dem Hauptcharakter Peter Parker, alias Spider-Man.
Diese Ausgabe zählt auch heute noch (fast 15 Jahre nach Erscheinen) zu den ganz großen Geschichten der Superheldencomicerzählungen. Autor Jean Marc DeMatteis und Zeichner Mark Bagley schufen ein Meisterwerk der Erzählkunst und Präsentation. Ausserdem ist dieses Heft geradezu sinnbildlich für die Abenteuer von Spider-Man bei dem neben der Action auch immer ein gezielte Dosis an Soap und Dramatik eine sehr große Rolle spielte.

Vorhang auf für eines der emotionalsten Hefte die eine Superheldencomicreihe jemals hervorgebracht hat:

„Das Geschenk“ – Spider-Man #7 (Panini) [August 1997]
„The Gift“ – Amazing Spider-Man #400 (Marvel) [April 1995]

15 Minuten.
Länger braucht Peter nicht nachdem in Dr. Caputo anrief um im Krankenhaus anzukommen.
Zuerst kann er seinen Augen nicht trauen…

…doch seine Tante, May Parker, ist endlich wieder aus dem Koma erwacht.

Auch Ben verfolgt Peters Zusammentreffen von Ausserhalb des Krankenzimmerfensters mit, wobei ihm Peter mit einem Blick deutlich macht das er hier nicht hingehört und nur stört.
Aber Ben ist es egal.
Er ist glücklich, dass es May wieder besser geht. Doch nun wo May wieder gesund zu sein scheint, sieht er keinen Grund mehr in dieser Stadt zu bleiben, die ihm nur Schmerzen und schlimme Erinnerungen bereitet.

Während Ben also mit seinen Gefühlen hadert, spielt der Schakal in Ravencroft sein eigenes Spiel. Einen kleinen Moment lang offenbart er einem der Wärter einen klitzkleinen Einblick in seine teuflischen Pläne, bevor er wieder den geisteskranken spielt und den Wärter so mit einem Wissen, welches er nicht nutzen kann hilflos zurückläßt…

© 1995-2012 Marvel & Subs, Panini

Nur einen Tag nachdem May erwacht ist entlässt sie sich selber zurück nach Hause. Trotz immenser Gegenwehr ihrer Ärztin Dr. Caputo, kehrt sie in das Haus zurück, welches ihr gesamtes gemeinsames Leben mit ihrem Mann Ben und ihrem Neffen Peter (oder doch Ben?) beinhaltet.

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Von nun an könnte das Leben von Peter, Mary Jane und May wieder glücklich werden doch da taucht Ben auf um Peter etwas wichtiges mitzuteilen…

© 1995-2012 Marvel & Subs, Panini

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… und so trifft Ben, eine für ihn, endgültige Entscheidung!

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In den darauf folgenden Tagen genießt Peter die Zeit mit seiner Tante in vollen Zügen und muss dabei auch erkennen, das er sich an vieles aus seiner Vergangenheit nicht erinnern kann. Er sieht sich mit Mary Jane alte Filmaufnahmen aus seiner Kindheit an, wie er mit Onkel Ben spielt und mit seinen Eltern herumtobt, aber er kann sich an nichts davon erinnern.
Von außen wird dies von Judas Travellers Spion, Mr. Nacht, akribisch beobachtet und dokumentiert um dann an Traveller weitergeleitet zu werden.

Die Zeit vergeht und Ben ist noch immer in New York. Immer schwieriger fällt ihm der Abschied, vor allem da die Ungewissheit über seine Herkunft in schier zu zerreissen droht.
Diese Probleme hat der unbekannte mit dem Aussehen von Peter Parker nicht. Seine Probleme sind eher die, dass er keine Erinnerung, kein Geld und keine Unterkunft hat, und so sieht er sich in einer extremen Situation, als ihn ein Polizist anspricht um ihn mit aufs Revier zu nehmen. Doch der Unbekannte flieht geradewegs die Hauswand hoch und ist entsetzt von seinen Fähigkeiten und noch überraschter darüber was er noch alles nicht von sich weiß…

© 1995-2012 Marvel & Subs, Panini

Auch Peter holt sehr viel verlorene Zeit mit seiner Tante May nach. Und so kommt es das die beiden das Empire State Building aufsuchen, auf dem May und ihr späterer Mann Ben auch ihr erstes Rendezvous hatte.
Aber nicht nur dieses Geheimnis hatte May lange Zeit mit sich herumgetragen. Hier oben offenbart sie Peter, das sie längst wusste, dass er Spider-Man ist, und sie erklärt ihm warum sie es ihm gegenüber so lange verheimlicht hat und auch sich selber gegenüber leugnete…

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So schön wie dieser Tag aber auch für die beiden war, so anstrengend war er auch für die geschwächte May und sie bricht zusammen.

© 1995-2012 Marvel & Subs, Panini

Abends zu Hause geschieht dann das unvermeidliche. Tante May entschläft in ihrem Bett an der Seite ihres Neffen Peter, während er ihr aus Peter Pan zitiert. In genau diesem Moment betreten auch Mary Jane und Anna Watson den Raum und sofort liegt der Verlust eines geliebten Menschen spürbar innerhalb und ausserhalb dieses Hauses des Friedens und der Standfestigkeit im Leben der Parkers…

© 1995-2012 Marvel & Subs, Panini

Der Tag der Beisetzung kommt und May wird neben ihrem geliebten Mann beigesetzt.

© 1995-2012 Marvel & Subs, Panini

Sehr viele geliebte Gäste wohnen diesem Ereignis bei und auch ein paar noch eher Unbekannte, welche sich noch am Rande aufhalten.

© 1995-2012 Marvel & Subs, Panini

© 1995-2012 Marvel & Subs, Panini

Auch Ben besucht Mays Grab nachdem die geladenen Gäste gegangen sind, und sich zwischenzeitlich bei Mary Jane und Peter einfinden um der verblichenen May zu Gedenken.

© 1995-2012 Marvel & Subs, Panini

Als es an der Tür klopft und Peter sich zwei Polizisten gegenübersieht, welche ihn sofort wegen Mordes verhaften.

© 1995-2012 Marvel & Subs, Panini

Als Peter abgeführt wird sieht er auf dem Dach Ben und sofort reift in ihm der Gedanke das Ben dafür verantwortlich sein könnte. Ganz so falsch ist sein Verdacht vielleicht auch nicht, da Ben Mary Jane aufsucht um mit ihr zu reden…

© 1995-2012 Marvel & Subs, Panini

Und damit endet eine über 30jährige Ära welche den Ankerpunkt im Leben von Peter Parker und Spider-Man markierte…

Link zum Klonsaga-Marathon im Paniniforum