Die Schlümpfe Kino Special 1 & 2 [Toonfish/Splitter, Juli 2013]

Schlumpf 1

Das interessiert sogar die kleinen Schlümpfe – Die beiden Kinospecials.

Am 1. August starten die Schlümpfe in ihr zweites 3D-Kino-Abenteuer und diesmal verschlägt es die kleinen blauen „Wichtel“ nicht nach New York, sondern in eine ebenfalls bekannte Großstadt: Paris. Damit man sich auch ordentlich auf das neue Abenteuer einstimmen kann, veröffentlicht Toonfish, ein Imprint vom Splitter Verlag, zwei Kino Specials. Bereits zum ersten Film brachte Toonfish ein Kino Special heraus, und weil das damals so gut geklappt hat, gibt es diesmal gleich zwei Ausgaben.

Der einzige wirkliche Kinobezug. Poster zum neuen Film.

Der einzige wirkliche Kinobezug. Poster zum neuen Film.

Ausgabe Nummer eins reprintet das komplette dritte Schlumpf-Abum, in dem erzählt wird, wie Schlumpfine zu den Schlümpfen kam. Vom ersten Plan Gargamels, in dem die Schlumpfine Unfrieden stiften soll, über die Entwicklung der Figur und der Reaktionen auf sie innerhalb des Dorfes, bis hin zum großen Finale und einem eher offenen Ende.

Schlumpf 3

Noch ist alles friedlich im Dorf.

Zusätzlich gibt es noch vier One-Pager mit kurzen und witzigen Schlumpf-Abenteuern, die sich themengerecht trotzdem um die blonde Schlumpfdame drehen. Die Hauptgeschichte ist dabei das vierzigseitige Originalalbum von Peyo, alias Pierre Culliford aus dem Jahre 1967. Dennoch merkt man dem Band sein Alter nicht an. Die Zeichnungen sind sicher und haben bereits alle Details und Eigenheiten, die man von den Schlümpfen, wenn man sie aus TV und aktuellen Comics kennt, gewohnt ist.

Schlumpf 4

Gargamels Zauberspruch.

Nicht ganz unschuldig an diesem „modernen“ Auftritt sind aber auch die neue Koloration sowie das Lettering und die ebenfalls neue Übersetzung. Toonfish hat es sich nicht nehmen lassen, die Namen an die bekannte TV-Serie von Hannah Barbara anzugleichen. Dadurch wurde aus dem Brillenschlumpf nun endlich auch in den Comics Schlaubi, aus dem Großen Schlumpf Papa Schlumpf und aus dem Muskelschlumpf der bekannte Hefty, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Schlumpfine wird herzlich empfangen.

Schlumpfine wird herzlich empfangen.

Etwas verwirrend ist das offene Ende der Hauptgeschichte. Vor allem im Hinblick auf die anschließenden vier Kurzgeschichten. Inhaltlich möchte ich, auch wenn es bestimmt einige gibt, welche die Alben bereits kennen, nichts vorwegnehmen, aber da wäre ein Album mit einem „runderen“ Abschluss vielleicht sogar besser gewesen. Vor allem deshalb, weil das Album sonst keinen direkten Bezug zum Film aufweist. Aus Verlagssicht hätte man durchaus auch jedes andere in sich abgeschlossene Abenteuer wählen können.

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Mit der Druckerpresse beginnt alles.

Mit der Druckerpresse beginnt alles.

Im zweiten Heft (wobei dies ein wenig falsch formuliert ist, da die Ausgabe mit sehr robustem Papier und festen Pappumschlag daherkommt) wird der Reporterschlumpf auf den Leser losgelassen. Das hier abgedruckte, ebenfalls komplette Album, ist das 22. Originalalbum von 2003 und entstand ohne den Schlumpfvater Peyo, der bereits 1992 verstarb. Stattdessen führt sein Sohn Thierry Culliford zusammen mit weiteren Autoren und Zeichnern das Werk seines Vaters fort.

Die neue Dorfzeitung

Die neue Dorfzeitung

Dennoch ist in diesem „neuen“ Album nach Peyo kein Bruch zu spüren, oder zu sehen. Die Geschichte ist ebenfalls locker und freundlich. Und auch wenn die Story an sich einfach und unterhaltsam sein soll, merkt man doch deutlich, dass hier die Presse ganz gehörig auf die Schippe genommen wird. Sowohl die übliche Panikmache als auch Gerüchte und Klatsch und Tratsch. Dass die Tageszeitung des Reporterschlumpfes auch noch auf den Namen „Schlumpfspiegel“ hört, ist sicher kein Zufall. Auch wenn diese Zeitung mehr Gemeinsamkeiten mit einer gewissen Tageszeitung mit vier Buchstaben hat, als mit einem seriös wirkenden Monatsheft wie dem Spiegel.

Ist das belauschen oder recherchieren?

Ist das belauschen oder recherchieren?

Das Artwork wirkt vertraut und einheitlich. Einzig die Koloration macht deutlich, dass dieses Album frischer auf dem Markt ist, als das von Schlumpfine. Die Figuren und Hintergründe sind dank dem Einsatz von vorsichtigen Computereffekten wesentlich plastischer. Gerade dann, wenn Licht in Form von Sonne, oder Feuer im Spiel ist, merkt man dies deutlich. Dennoch bleibt das Gesamtbild harmonisch.

Wenn man wirklich gute Artikel will begibt man sich manchmal auch in Gefahr.

Wenn man wirklich gute Artikel will begibt man sich manchmal auch in Gefahr.

FAZIT:

Beide Ausgaben sind unterhaltsam und stimmen auf den kommenden Kinofilm ein. Die Geschichten sind kurzweilig und witzig und das Artwork einheitlich und bekannt. Als Zugabe gibt es jeweils ein Kinoposter sowie ein Gewinnspiel. Die Aufmachung und Qualität der Publikation geht für den Preis von jeweils 3,95€ in Ordnung. Aber, und das ist ein wichtiges „aber“, für ein Kinospecial wird zu wenig über den bevorstehenden Kinofilm berichtet. Außer den Postern und der Werbung für das Videospiel zum Film auf der Rückseite gibt es keinen weiteren Bezug zum startenden Film. Eine kurze Reportage zur Entstehung, ein paar Bilder oder Ähnliches wären da schon wünschenswert gewesen. So wirkt es leider nur, als würde man mit dem Kinofilm im Rücken noch schnell ein paar Euro abgreifen wollen, indem man Comicleser anfixt, die auf der Innenseite des Rückumschlages beworbenen Alben zu kaufen.
Dennoch bekommt man für wenig Geld viel guten Comic, den man auch getrost mit den Kleinen lesen und anschauen kann. Von daher hat Toonfish, nicht so viel verkehrt gemacht. Aber vielleicht lernt man ja etwas für einen möglichen dritten Kinofilm und dessen Begleitveröffentlichungen daraus.

Na wer wird denn gleich ...?

Na wer wird denn gleich …?

Copyright aller verwendeten Bilder © 1967-2013 Peyo / I.M.P.S. (Brussels), Toonfish / Splitter

 

Daffodil – Die Vampiragentin [dani books, Mai 2013]

Heute präsentiere ich euch eine Review zur dritten Veröffentlichung von Jano Rohleders neuem Verlag dani books. Die Heldin hört diesmal auf den Namen Daffodil …

Daffodil – Die Vampiragentin

Daffodil und ihre Freundinnen Globuline und Achilles sind Agentinnen des Parlaments. Doch sie sind keine normalen Agenten. Sie sind Vampire und sollen im Auftrag des Parlaments abtrünnige Artgenossen und Verräter eliminieren. Ihr erster Auftrag führt sie in das kleine Dörfchen Addio Colonnello, wo Nosferatu sein Unwesen treibt, und zusammen mit Hunderten von Vampiren Angst und Schrecken verbreitet. Sofort machen sich die drei Agentinnen auf den Weg und finden nicht nur Tod und Verwüstung vor, sondern auch zwei Kinder sowie ein mysteriöses Geheimnis.

Daffodil mit ihren Kolleginen und den "Geiseln".

Daffodil mit ihren Kolleginen und den „Geiseln“. (Bild aus Teil 1)

Auch das zweite Abenteuer fordert erneut die Bereitschaft des Trios. Diesmal ist es Graf Berlusk, der offensichtlich rund um seinen Wohnsitz die Bewohner um ihren roten Lebenssaft erleichtert. Doch kaum sind Daffodil, Achilles und Globuline angekommen, müssen sie erkennen, dass nicht der Graf das Problem ist, sondern ein wesentlich gefährlicherer Gegner, der auch nicht davor zurückschreckt, die Drei zu töten …

Persönliche Rückschläge machen die Jagd nicht einfacher.

Persönliche Rückschläge machen die Jagd nicht einfacher. (Bild aus Teil 2)

Mit diesem Band legt dani books, alle bisher erschienenen Abenteuer von Daffodil auf Deutsch vor. In den Abenteuern, die hauptsächlich den drei Vampiragentinnen gewidmet sind, geht es trotz der äußerlich niedlichen Optik alles andere als zimperlich zu. Obwohl die drei Damen dank diverser Hilfsmittel auch im Tageslicht agieren können und dem Blutdurst zu widerstehen versuchen, gibt es immer wieder Situationen, in denen reichlich Blut fließt und Körperteile durch das Bild fliegen. Dementsprechend einfach sind auch die Handlungen gestrickt. Meist ist es ein verräterischer Vampir, der gestellt werden soll, und ebenso oft gibt es noch ein weiteres Problem, welches gelöst werden will. Handlungstechnisch gibt es aber kaum wirkliche Überraschungen. Die Handlung ist meist vorhersehbar, was duch Witz und Action auszugleichen versucht wird. Insgesamt funktioniert dies zum Glück auch sehr gut, sodass schlussendlich ein kurzweiliger und unterhaltsamer Band herauskommt. Die Mischung aus Mittelalterflair und Cyperpunkaction tut hierbei ihr Übriges, um dem Leser zu gefallen.

Hänsel und Gretel beim Nacktbaden. (Bild aus Original-Album #3)

Hänsel und Gretel beim Nacktbaden. (Bild aus Teil 3)

Was das visuelle angeht hinterlässt Daffodil einen zwiespältigen Eindruck. Die Tatsache, dass die enthaltenen drei originalen französischen Alben im Abstand von insgesamt drei Jahren erschienen (beginnend 2004 bis einschließlich 2007) macht auch die Entwicklung in den Zeichnungen deutlich. Während die ersten beiden Alben, welche auch eine zusammenhängende Story erzählen, noch mit einigermaßen gleichem Artwork daherkommen, wirkt das dritte Album wesentlich strenger und deutlicher an dem typischen frankobelgischen Stil angelehnt. Mir persönlich sagt, trotz der sehr guten Zeichnungen des dritten Originalalbums, das Artwork der ersten beiden Abenteuer mehr zu. Vor allem des ersten Albums. Dessen Stil erinnert ein wenig an eine Mischung aus Disney und Manga und passt gerade wegen des sehr entgegengesetzten Inhalts zu den Zeichnungen sehr gut. Die Unterschiede zwischen den ersten beiden Teilen beschränken sich jedoch, schon wegen des übergreifenden Story-Arcs auf ausführlicher definierte Charakterdesigns und detailliertere Hintergründe. Im dritten Teil ist dann die gesamte Niedlichkeit verschwunden und Daffodil und ihre Kolleginnen wirken erwachsener, wesentlich gefährlicher und vor allem düsterer. Dennoch passt jeder Stil gut zur jeweiligen Geschichte. Mit den Zeichnungen wächst auch die Koloration. Während diese in den ersten beiden Abenteuer noch relativ hell ist und ein wenig an die typischen Zeichentrickanimationsserien erinnert, werden im dritten Teil wirklich scharfe Geschütze aufgefahren. Atmosphärische Licht- und Schattenspiele, inklusive perspektivisch korrektem Schattenwurf, erzeugen eine unglaubliche Stimmung, die sich direkt auf den Leser überträgt.

Krasser Gegensatz. Niedliche Optik und deftiger Inhalt.

Krasser Gegensatz. Niedliche Optik und deftiger Inhalt.

FAZIT:

dani books dritte Veröffentlichung, nach Danger Girl und Monster Allergy, ist eine interessante Mischung von leichter Unterhaltung und geschmacksabhängigem Artwork. Wer sich jedoch mit Vampiren anfreunden kann, die nicht die große Liebe versprechen, sondern Blut trinken, morden und dabei sogar noch den einen oder anderen lockeren Spruch auf den Lippen haben, der ist mit Daffodil bestens bedient. Des weiteren gibt es eine ganze Menge an Bonusmaterial, welches Herausgeber Jano Rohleder hier erstmals so umfangreich mit einbinden konnte. Dazu gehören ein Interview mit dem Zeichner Giovanni Rigano und ein sehr umfangreicher Artbookteil, der weit über normale Skizzen, Covermotive und Storyboards hinausgeht. Hierdurch bekommt man als Leser einen wirklichen Mehrwert präsentiert, und einige der Bilder würden sich auch als Poster wirklich sehr gut machen.

Im Artbookteil gibt sich Daffodil freizügig.

Im Artbookteil gibt sich Daffodil freizügig und lasziv.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2004-2013 Soleil / dani books

Asterix Review Special (4): Asterix als Gladiator

In diesem Asterix Review-Special verschlägt es die beiden Gallier nach Rom. Und wenn ihr dann das Review lest, werdet ihr die Handlung vielleicht wiedererkennen. Sofern ihr denn den Film Asterix: Sieg über Cäsar kennt, für den große Teile der Handlung verwendet wurden. Aber es gibt noch weitaus mehr über dieses Abenteuer zu sagen, als das es Teil einer Filmvorlage ist.

Alavacomgetepus mit seinem Gefangenen.

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Der Seewolf [Splitter, Mai 2013]

Heute möchte ich euch erneut ein Buch aus dem reichhaltigen Sortiment des Splitter Verlages vorstellen. Dieses habe ich als Rezensionsexemplar erhalten, wofür ich mich auch noch einmal bedanken möchte. Bei Romanadaptionen ist das manchmal so eine Sache. Mal gelingen sie und mal eben nicht. Zu welcher der beiden Gruppen „Der Seewolf“ gehört, könnt ihr nun hier nachlesen …

Der Seewolf

Der Literaturkritiker Humphrey van Weyden landet nach einem Schiffsunglück auf dem Robbenfang-Kutter von Wolf Larsen. Und dort herrscht ein raues Regiment. Nicht nur, dass Larsen grundsätzlich ein ziemlich rauer Bursche ist und auch Schiffbrüchige nicht so behandelt, wie es allgemeine Praxis ist, auch seine Mannschaft leidet massiv unter dem Verhalten des Kapitäns. Hump, wie van Weyden nach kurzer Zeit getauft wurde, wird als Küchenjunge „angestellt“ und merkt bald, das Wolf Larsen wesentlich vielschichtiger und intelligenter ist, als es oberflächlich den Anschein hat. Doch was im Laufe der Reise noch so alles passiert, das hätte van Weyden beim besten Willen nicht erwartet …

Das Abenteuer von Humphrey beginnt.

Das Abenteuer von Humphrey beginnt.

Der Roman von Jack London gehört zur Weltliteratur und die Verfilmung mit Raimund Harmsdorf besitzt Kultstatus. Dennoch habe ich mich entschlossen, diese Adaption eigenständig zu betrachten und keine Vergleiche zu einem der beiden anderen Medien zu ziehen. Die Geschichte ist bekannt, und Riff Reb’s hat sehr gute Arbeit geleistet, die Vorlage entsprechend zu adaptieren. Als Kenner findet man sich sofort zurecht, und als Neuling wird einem eine spannende und dramatische Story präsentiert. Die häufigste Frage, die bei solchen Adaptionen aufkommt, ist die der Notwendigkeit. Braucht es eine Comicadaption, um Romanklassiker auch Menschen zugänglich zu machen, die sich weder an den Roman trauen, noch mit Verfilmungen viel anfangen können? Oder sind sie einfach nur Geldschneiderei? Vielleicht ist es aber auch einfach so, dass diejenigen, die wie Riff Reb’s eine solche Umsetzung in Angriff nehmen, die Frage stellen: Wie gut funktioniert die Geschichte in einem anderen Medium? Welche Stile wähle ich und auf welche Handlungselemente konzentriert man sich? Hier die Waage zu finden, ist oftmals nicht einfach, doch Reb’s hat es geschafft.

Diese Art von Abenteuer hatte Hump nicht erwartet.

Diese Art von Abenteuer hatte Hump nicht erwartet.

Auch visuell ist der Band sehr außergewöhnlich. Sowohl der Zeichenstil an sich, als auch die Farbgebung. Reb’s Stil wirkt rau und kantig, passend zur Geschichte. Stellenweise haben die Ausführungen der Figuren etwas von Karikaturen an sich. Dadurch erhalten sie so viele Merkmale in Aussehen und Mimik, die eine Wiedererkennung auch bei sehr kleinen Darstellungen gewährleisten. Des Weiteren wählte Riff Reb’s für jedes der insgesamt 17 Kapitel einen anderen Farbton und stuft diese in verschiedenen Konzentrationen ab. Insgesamt wirken die Bilder sehr oft wie ein Holzschnitt. Klar abgegrenzte, dunkle Linien dominieren das Gesamtbild und schaffen so mit der Farbwahl für jedes Kapitel, dennoch eine jeweils andere Stimmung: von aufmunternd bis verzweifelt. Von dramatisch bis beruhigend. Jede mögliche Gefühlsregung wird nicht nur durch die Handlung, sondern auch immer ideal durch die Farben und Zeichnungen auf den Leser übertragen.

Ein Mann trotzt alleine dem Sturm.

Ein Mann trotzt alleine dem Sturm.

FAZIT:

Wenn man es genau nimmt, sind Romanadaptionen immer eine zweischneidige Sache. Entweder sie treffen das Vorbild sehr gut, und es wird ihnen die Eigenständigkeit abgesprochen, oder sie versuchen das Vorbild frei wiederzugeben und sind dann letztendlich zu weit vom Original entfernt, sodass der Kenner der Vorlage enttäuscht ist. In diesem Fall aber hat Riff Reb’s, nach meinem persönlichen Geschmack, genau die richtige Wahl getroffen. Heraus gekommen ist ein dramatisches Werk mit atemberaubendem Artwork, das fasziniert. Sein fast schon „grobschlächtiges“ Design, das dennoch mit sehr vielen Details aufwartet, fängt die Stimmung perfekt ein und verkörpert so auch ein wenig den Charakter des Kapitäns Wolf Larsen.

Wolf Larsen in der Version von Riff Reb's

Wolf Larsen in der Version von Riff Reb’s

Copyright aller verwendeten Bilder © 2012/2013 MC Productions / Splitter

Asterix Fan-Edition [Egmont, Juni 2013]

Die Wartezeit bis zum neuen 35. Asterix Band, der am 24. Oktober 2013 erscheinen soll, ist noch ziemlich lang und die Fans dürsten nach neuem Material. Also warum soll man nicht die Chance nutzen und ein Magazin veröffentlichen, welches nicht nur alte Fans bedient, sondern auch Neue anlocken könnte?
So dachte sich das auch der Egmont Verlag und legt nun quartalsweise die Asterix Fan-Edition in einer anfänglichen Auflage von 55.000 Exemplaren auf. Für 3,50 Euro gibt es auf den 32 Inhaltsseiten Infos rund um Asterix und seine Reisen, das neue Asterix Browser-Spiel und natürlich auch über den bevorstehenden neuen 35. Band der Gallier.

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Dabei wird alles fein säuberlich sortiert, damit auch der ungeübte Gallier sich sofort zurechtfindet. Beginnend mit den verschiedenen Reisemöglichkeiten und Orten, machen sich Asterix und Obelix zuerst zu Fuß, dann auf dem Wasser und zuletzt durch die Luft auf den Weg um Städte und Länder zu bereisen. Neben ausführlichen und informativen Texten wird die Fan-Edition vor allem durch Bilder aus den verschiedenen Alben bereichert. Damit man auch sofort weiß, wo welches Bild hingehört, wurden diese penibel genau beschriftet. Neben dem Titel des Albums befinden sich auch die Seite und das Panel beziffert. Störend hierbei ist jedoch, dass man sich wohl hierfür einfach der originalen französischen Angaben bedient. Denn aus deutscher Sicht ergeben „PL 15, C1“ für den Tour de France-Band keinen Sinn. Klar könnte man „PL“ mit Panel gleichsetzen, aber tatsächlich ist damit die Seite gemeint. Während mit dem „C“ das Panel bezeichnet wird. Wenn man das einmal durchschaut hat, weil man wie ich zum Beispiel die Bände besitzt, dann ist es kein Problem. Als Neuling jedoch wäre das schon ein kleines Rätsel.

Das Kartenspiel. Oder wenigstens die ersten Karten dazu.

Das Kartenspiel. Oder wenigstens die ersten Karten dazu.

Neben den Reisemöglichkeiten wird auch noch ein genauer Blick auf einige der Völker wie den Goten (siehe hierzu auch das Review Special „Asterix und die Goten“), die Belgier und die Normannen näher beleuchtet. Und sogar eine Dame darf in den Fokus rücken. Kleopatra bekommt, wie auch die bereits erwähnten Völker, ein doppelseitiges Porträt verpasst. Danach sind dann auch noch besondere Reiseziele an der Reihe. So wird zum Beispiel das heutige Paris (damals Lutetia) unter die Lupe genommen und Korsika, sowie Athen und Piräus vorgestellt. Auch die Sitten, allen voran den olympischen Spielen, des Rugby und der Pferderennen werden dargstellt und mit allerlei Infos dargbracht. Alles angereichert mit „Profi-Wissen“ sowie Bildern aus den passenden Asterix-Abenteuern.

Die visuelle Entwicklung des kleinen Galliers.

Die visuelle Entwicklung des kleinen Galliers.

Aber das Heft hat noch mehr zu bieten. Eine Doppelseite mit Rätseln zum Beispiel. Ein Bilder-Puzzle-Rätsel, sowie ein Fehlersuchbild sollen die grauen Zellen der Leser ein wenig fordern. Wer damit vollends überfordert sein sollte, und keinen Zaubertrank zur Hand hat, braucht aber nicht verzweifeln. Denn die Lösungen dazu finden sich direkt unter den Rätseln. Natürlich horizontal gespiegelt, damit man sie nicht sofort lesen kann.

Hier geht das neuen Abenteuer hin.

Hier geht das neuen Abenteuer hin.

Doch wenn man schon so ein Sonderheft veröffentlicht, dann darf man sich nicht nur an altem Material bedienen, sondern muss auch Neues bringen. Dass schafft Egmont unter anderem durch die Vorstellung des bevorstehenden neuen Asterix-Bandes. Hier werden nicht nur das neue Reiseziel und das Volk vorgestellt, sondern auch das neuen Künstlerteam, welches für die Umsetzung verantwortlich sein wird. Jedoch nicht ohne die beiden Väter der Gallier vorher noch einmal vorzustellen.

Die alten und neuen Väter der beiden Gallier.

Die alten und neuen Väter der beiden Gallier.

Und auch das neue Browser-Spiel, in welchem man als Rumklix das gallische Dorf aufbauen, Römer verkloppen und Quest abarbeiten kann wird vorgestellt. Inklusive eines Bonuscodes für ein exklusives Item innerhalb des Spieles. Doch das muss leider warten, denn derzeit sind Wartungsarbeiten. Die Closed Beta wurde nämlich am 10. Juni 2013 um 10 Uhr beendet und nun warten alle auf den Start der Open Beta. Doch es gibt noch etwas Negatives, was ich hierzu gleich anmerken muss. Alle, die bisher die Closed Beta gespielt hatten, werden, sobald das Spiel wieder online geht, bei Null anfangen. Sprich alle Accounts werden zurückgesetzt. Auch wenn vorher dies nicht wirklich von den Entwicklern kommuniziert wurde. Aber dafür gibt es auch eine Belohnung. Wer mehr dazu wissen will, sollte einfach im Forum auf www.asterix-and-friends.de vorbeischauen.

Ausführliche Infos zu den "Pikten".

Ausführliche Infos zu den „Pikten“.

FAZIT:

Das neue Asterix Fan-Edition Magazin ist eine ordentliche Sache. Asterix-Fans, die sich schon länger mit dem kleinen Gallier befassen, werden aber kaum Neues entdecken und neue Leser sich vielleicht aufgrund der Menge an Infos etwas überfordert fühlen. Dennoch ist die Idee an sich nicht schlecht, hat aber einen leichten, faden Beigeschmack. Denn stellenweise wirkt das Heft schon sehr liebevoll aufgemacht und dann wieder so, als würde man nur Geld „abzocken“ wollen. Da helfen auch das schöne Doppelposter mit einem Motiv zu Asterix bei den Pikten“ sowie einer Karte der bisherigen Reiseziele der Gallier und den ersten Karten zum Sammelkartenspiel nicht wirklich weiter.

Das neue Team mit einer neuen Figur?

Das neue Team mit einer neuen Figur?

Dennoch sollte Fans und Interessierte einmal einen Blick riskieren und einmalig 3,50 Euro tun nicht wirklich weh. Es sei denn, man hat bereits die Begleithefte zur Sammelserie des Asterix-Dorfes. Denn hier wurden die gleichen Texte nur in einem neuen Layout wiederverwertet. Einzig die Seiten zum neuen Band und dem Browserspiel sind neues Material.

Asterix und Obelix im Pikten-Outfit.

Asterix und Obelix im Pikten-Outfit.

Copyright aller verwendeten Bilder © Les Éditions Albert René/Goscinny – Uderzo / Hachette Collections / Egmont Ehapa Verlag Berlin

Asterix Review Special (3): Asterix und die Goten

Asterix und die Goten nimmt in den deutschen Veröffentlichungen eine Sonderstellung ein. Dies liegt aber nicht etwa an einer überragenden Geschichte, sondern hat andere Gründe.
Der Erste ist, dass mit diesem Abenteuer die Einführungstrilogie von René Goscinny und Albert Uderzo abgeschlossen ist. Mit dieser Geschichte ist die grobe Charakterisierung und die Vorstellung der Hauptfiguren abgeschlossen. Die wesentlichen Szenarien sind etabliert und ein Handlungsgerüst wurde nebenbei auch geschaffen. So ist, bis auf wenige Ausnahmen, die grobe Handlung jedes Abenteuers gleich. Alles beginnt innerhalb der Friedlichkeit des Dorfes und führt die beiden Hauptfiguren Asterix und Obelix in Abenteuer um die ganze Welt. Somit bilden die ersten drei Abenteuer eine eng zusammenhängende Geschichte, auch wenn sie trotzdem für sich stehend lesbar und verständlich sind.

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Der Buddha des Himmels (Cosey) [Salleck Publications, Februar 2011]


Mit dieser Gesamtausgabe des Zweiteilers möchte ich euch erneut einen ganz besonderen Comic vorstellen. Cosey ist mit „Der Buddha des Himmels“ ganz einfach ein Meisterwerk der Neunten Kunst gelungen, das in jede gut sortierte Comic Sammlung gehört. Mit „Auf der Suche nach Peter Pan“ (deutsch: Cross Cult, 2009) und „Jonathan“(deutsch: Carlsen Verlag, 1985 – 1989; Salleck Publications ab 2000) hat Cosey moderne Klassiker des Comics erschaffen. Esoterische Einflüsse sind durchaus vorhanden, manchmal sind sie auch etwas sperrig zu lesen, jedoch ist der „Buddha des Himmels“ weder sperrig zu lesen noch enthält der Band viel esoterische Einflüsse. Somit scheint dieses Werk wohl eher etwas leichter zugänglich zu sein.

Der Buddha des Himmels

Anfang der Fünfziger Jahre. Eigentlich sollte der junge Engländer Gifford alias Porridge seinem Studium nachgehen. Doch durch verschiedene Zu- und Unfälle verschlägt es ihn in ein abgelegenes tibetanisches Kloster. Im nahen Gebirge trifft Gifford auf die scheinbar fünfte Reinkarnation einer Mystikerin, mit dem Namen Lhahl. Zwei darauf folgende Begegnungen mit Lhahl verändern dabei unaufhaltsam sein Leben. Die chinesische Invasion rückt immer näher, und Gifford muss fliehen, denn deren Politik überrollt das Land. Dabei wird Tibets Annektierung als „Befreiung“ propagiert. Viele Jahre verstreichen, in denen Lhahl und Gifford voneinander getrennt leben. Keiner der beiden weiß, wie es dem jeweils Anderen ergeht. Gifford kann seine Freunde und Lhahl einfach nicht vergessen. Er entscheidet sich deshalb, trotz der chinesischen Besatzung erneut nach Tibet aufzubrechen. Wird er seine dort gefundenen früheren Freunde und Lhahl jemals wiedersehen?

Autor und Zeichner Bernard Cosadey versteht es sehr gut, seine Schauplätze authentisch einzufangen. Sein Zeichenstil lässt die einzelnen Panels niemals überladen wirken. Die eindrucksvollen Bilder schaffen es hervorragend, dem Leser das Setting und die Umgebung von Tibet näher zu bringen. Der ein oder andere Leser wird sich bei diesem Comic an den Film „Sieben Jahre in Tibet“ erinnert fühlen. Das mag durchaus an der spannenden Erzählweise und der opulent dargestellten Umgebung liegen.

Die Neugier und der Respekt einer fremden Kultur gegenüber stehen dabei immer im Vordergrund. Dadurch, dass es in erster Linie nicht um die Suche nach einem tieferen Sinn oder auch Charakterentwicklung geht, vermeidet Cosey es, in kitschige oder esoterische Gefilde abzudriften.

Die Figuren sind allesamt respektvoll dargestellt. Während des Lesens entwickelt sich eine Liebesgeschichte zwischen Lhahl und Gifford, die sehr sensibel, bewegend, und vor allem auch sehr spannend erzählt wird. Der Leser leidet mit den Liebenden. Dennoch wird jedwede „Gefühlsduselei“ konsequent vermieden.

Sehr schön anzusehen sind dabei die Lichtverhältnisse, die Cosey auf sehr realistische Art und Weise einfängt. Das sanfte und flackernde Kerzenlicht am Abend, das beruhigende Dämmerlicht oder auch das grelle Tageslicht weisen bei Cosey jeweils völlig verschiedene Lichteigenschaften, Schattenwürfe und Reflexionen auf. Dies lässt die Bilder um vieles authentischer und plastischer wirken. Obwohl man durchaus meinen könnte, das Coseys doch sehr kantiger Strich auf den ersten Blick grob und eigentlich ein wenig ungeeignet für die Darstellung der gigantischen Bergwelt von Tibet erscheint, so trügt der Schein. Denn genau das Gegenteil ist der Fall. Die erstaunliche Detailverliebtheit erzeugt eine wunderbare Stimmung. Fremdartige tibetische Ornamente schmücken die Seiten und auch die Texte des Comics. Hier zeigt sich, dass Cosey ein Kenner von Kultur, Land und Leuten ist. Man könnte meinen, er habe dort gelebt, um die Verhaltensweisen der Menschen realistisch und glaubhaft darstellen zu können.

Dominik_AVAFAZIT:

Der Comic ist sachlich wie Fachliteratur, und dennoch so unterhaltsam wie ein guter Kinofilm. Die atemberaubende Mischung aus den Themengebieten Politik, Historie, Mystik und Romantik gibt dem Band eine besondere Stellung in der Masse an Comicveröffentlichungen. Die Story, welche sich entwickelt, ist dabei wunderbar warmherzig. Eine Suche nach dem Glück, die große Gefühle vermittelt. Cosey erzählt seine Geschichte auf zurückhaltende Art und Weise. Actionlastige Passagen gibt es trotzdem durchaus. Jedoch werden diese, ebenso wie die gesamte Geschichte, sanft aber dennoch bestimmt erzählt. Das Ende beinhaltet für den Leser einen versöhnlichen wie auch überraschenden Schluss.
Es ist wirklich ganz große Comickunst. Ich kann euch wahrhaftig nur sagen, dass mich dieser Band von der ersten bis zur letzten Seite durchwegs fasziniert hat.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2011 Salleck Publications

Diesen Comic könnt ihr in jedem gut sortierten Comicladen oder bei Amazon erwerben.

Gratis Comic Tag 2013 Review (27): Suske und Wiske – Meister Klecks [Salleck Publications, Mai 2013]

GCT 2013Wie so ziemlich jedes Jahr, ist auch dieses Jahr wieder der Eckart Schott Verlag vertreten. Unter seinem Label Salleck Publications hat man sich diesmal für einen Klassiker entschieden. Die Serie vom flämischen Walt Disney Willy Vandersteen …

Suske und Wiske – Meister Klecks
(Gratis Comic Tag 2013)

Die Liebe, die Liebe. Nicht immer so einfach und darum hat es Lambik, ein Freund der Tante von Suske und Wiske, auch auf eine ganz besondere Dame abgesehen. Es handelt sich dabei um Agostina Segatori, die einmal für Vincent van Gogh Modell stand. Zum Glück gibt es ja Professor Barabas, und dieser hat eine Zeitmaschine erfunden. Und so reist Lambik in die Zeit zurück, um der Liebe seines Lebens nahe zu sein. Doch damit schafft er erst recht Probleme, als ein Antiquitätenhändler von der Reise zu Van Gogh erfährt …

Die Handlung ist klassisch und fast schon banal. Und so richtig will bei mir persönlich auch keine Freude und Spannung aufkommen. Kein Teil kann wirklich überzeugen und selbst für Kinder dürfte dieses trotzdem extrem textlastige Abenteuer keine Freude werden. Die Figuren sind flach, die Zeichnungen nur zweckdienlich. Das Suske und Wiske dennoch eine große Fangemeinde hat, muss sich wohl in einer gewissen Nostalgie begründen lassen. Auch Gastauftritte wie die von Struppi aus Tim und Struppi können nicht viel retten.
Das die Zeichnungen teilweise an diesen Klassiker angelehnt sind und eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen, hilft da auch nicht viel. Denn obwohl Zeichner Paul Geerts handwerklich gute Arbeit leistet, will der Funke bei mir nicht so richtig überspringen.

Am Ende bleibt nur ein mittelmäßiger und über große Strecken zäher frankobelgischer Fun-Comic für Kids übrig, der für die Kleinen zu textlastig ist und für die Großen, ohne Nostalgiefaktor, wohl eher zu langweilig ist.

Weitere Reviews gibt’s bei Crayton und ElTofu.

Gratis Comic Tag 2013 Review (26): Barracuda #1 – Sklaven [Egmont, Mai 2013]

GCT 2013Langsam aber sicher nähere ich mich dem Ende der Gratis Comic Tag-Reviews. Nach diesem hier habe ich jetzt aktuell noch 3 Ausgaben liegen und das letzte fehlende „Holzhof Comix #3“ bekomme ich erst mit meiner nächsten Abolieferung. Das wird dann also nachgereicht. Doch jetzt erstmal zu Barracuda:

Barracuda#1 – Sklaven
(Gratis Comic Tag 2013)

Blackdog ist der Kapitän der Barracuda. Einem Piratenschiff, das Männer beherbergt, die keinerlei Gnade kennen. Ohne Reue meucheln sie die Männer der überfallenen Schiffe nieder, entführen Frauen und Kinder, um diese dann auf dem Sklavenmarkt zu verkaufen und rauben Wertgegenstände. Und so kommt es, dass Blackdog und sein Sohn Raffy die ehrenwerte Dona Emilia Sanchez Del Scuebo, ihrer Tochter Maria und dem Beichtvater der Familie. Ebenfalls mit an Bord des Schiffes war auch ein junger Mann. Lady Emilia schaffte es aber gerade noch, diesen in ein Kleid zu hüllen, um ihm das Leben zu retten. Kaum jedoch, dass die Barracuda Festland erreicht, wird es für die Gefangenen erst richtig gefährlich. Und auch Blackdogs Sohn Raffy, lernt eine Lektion für das Leben …

Bekannte Elemente, eine spannende Geschichte und interessante Figuren ergeben eine faszinierende Mischung. Und das sage ich, obwohl ich Piratengeschichten nicht wirklich viel abgewinnen kann. Selbst die Blockbuster der „Fluch der Karibik“-Reihe können mich nicht überzeugen. Und dennoch könnten mich diese insgesamt drei Bände reizen. Woran das liegt? Ganz einfach. Die Mischung macht es. Denn in dieser Ausgabe liegt der Fokus nicht alleine auf den Piratenabenteuern, sondern auch auf den Schicksalen der einzelnen Figuren. Auch wenn das von Dona Emilia und ihrem Beichtvater bereits hier besiegelt ist, scheint das der drei Kinder, Maria, dem jungen Mann und Raffy, miteinander verwoben zu sein.

Einen ganz entscheidenden Teil dazu tragen auch die Bilder des Zeichners Jérémy bei. Seine detaillierten Zeichnungen und die ausdrucksstarken Gesichter der Figuren vermitteln eine unglaubliche Spannung und transportieren auch die kleinsten Emotionen spürbar. Jérémy verwendet zudem sanfte Farben und setzt hauptsächlich auf warme rot- und brauntöne, die trotz der Spannungen eine gewisse Ruhe vermitteln.

Somit ist neben Koma und Der Narwal auch Barracuda eine erfreuliche Neuentdeckung des diesjährigen Gratis Comic Tages. Ich bin einmal gespannt, ob sich dies in den weiteren Bänden fortsetzt.

Weitere Reviews gibt’s bei Crayton und ElTofu.

Gratis Comic Tag 2013 Review (25): Der Narwal [Carlsen, Mai 2013]

GCT 2013Wie jedes Jahr, versucht Carlsen auch dieses Mal mit seinen Beiträgen ein möglichst breites Spektrum abzudecken. Mit dem bereits vorgestellten Ferdinand – Der Reporterhund wurden die Kids bedient, und heute sind die erwachseneren Leser an der Reihe:

Der Narwal
(Gratis Comic Tag 2013)

Napoleon und Robert Narwal betreiben gemeinsam die Tauchagentur Bloodshift. Während Napoleon als Chef und Vater die Aufträge annimmt und das Geld verwaltet, darf sein Sohn Robert die Aufträge ausführen. Obwohl beide sehr gut voneinander profitieren, ist das Verhältnis zueinander alles andere als freundlich. Dies offenbart sich zum einen, bei einem Auftrag, in dem Robert eine umweltgefährdende Substanz namens N515 birgt und zum anderen, als er für einen früheren Nazi-Oberst mitten in der Wüste nach versteckten Kunstschätzen aus dem Zweiten Weltkrieg tauchen soll …

Autor Olivier Supiot präsentiert zwei faszinierende aber leider sehr kurze Geschichten. In der ersten werden Robert und sein Vater auf ungewöhnliche Weise vorgestellt, und auch ihr Tätigkeitsbereich geschildert. Die zweite Geschichte setzt sogar noch einen obendrauf. Er bringt, nicht ganz authentisch, aber mit viel Fantasie, einen geschichtlichen Background mit. Was aber beide Geschichten gemeinsam haben, ist eine immense Spannung mit einigen Überraschungsmomenten, Twists und faszinierenden Handlungssträngen.

Visuell erinnert das Artwork von Boris Beuzelin an eine Mischung frankobelgischer Comics mit der amerikanischen Indieszene, a’la Scott Pilgrim. Kräftige und dominante Linien, die großflächige Farbfelder einrahmen. Ohne aufwendige Färbverläufe oder filigrane Spielereien. Und dennoch ergibt sich eine unglaubliche Detailvielfalt in den Bildern. Sei es die Unterseelandschaften vor der französischen Küste oder die arabischen Wüstenebenen. Beide Landschaften sehen einfach imposant aus. Auch die Figuren haben einen klaren und leicht wiedererkennbaren Stil. Einzig die Mimiken geben nicht sehr viel Ausdruckskraft her. Das ist es manchmal schon ein Rätselraten, was denn gemeint sein könnte.

Weitere Reviews gibt’s bei Crayton und ElTofu.