Ghostbusters #1: The Man from the Mirror [IDW Publishing, März 2012]

Heute begebe ich mich in die faszinierende und humorvolle Welt der Ghostbusters und auch irgendwie auf Zeitreise in die 80er und 90er Jahre…

Ghostbusters #1: The Man from the Mirror

Alles beginnt eigentlich ganz harmlos damit, dass sich die vier Ghostbusters, Ray, Egon, Peter und Winston, in einer von Janine moderierten Talkshow wiederfinden. Doch dies stellt sich sehr schnell als ein Alptraum von Ray heraus. Dieser ahnt das etwas sehr schlimmes bevorsteht.

Das er damit auch nicht so falsch liegt, zeigt sich schon am nächsten Tag als die Ghostbusters Besuch bekommen von einem Vertreter der Marshmallow-Firma (der nicht ganz er selber ist), zu denen das Maskottchen gehört welches Ray als Reinkarnation von Gozer erwählt hatte. Diese Firma will nun Ray verklagen weil eben jene Wahl das Image des Unternehmens geschädgt hat.

Aber dies ist nicht das einzige Problem, denn ein alter Bekannter hat sich nicht unweit vom Hauptquartier der Ghostbusters in einem Mietshaus eingenistet und stiftet dort allerlei Unfrieden. Also machen sich Winston und Peter auf den Weg um das Problem zu lösen.

Kaum ist dieser Geist gefangen macht auch schon ein großer Bär die Stadt unsicher und bedroht nicht nur die Menschen sondern das gesamte Tourismusgeschäft von New York. Also müssen sich die Ghostbusters erneut auf den Weg machen (diesmal im Auftrag der Stadt) um die wilde Bestie einzufangen.

Kaum ist der Bär erledigt verschindet auch schon Ray kurzerhand in einer Art Dimensionsportal welches sich in der Heckscheibe von Ecto-1 öffnet und drei erstaunte Ghostbusters bleiben zurück. Zu Hause versucht Egon dann sofort die Lage zu untersuchen und einen Weg zu finden wo Ray sich befindet und wie man ihn befreien kann.

In der Zwischenzeit befindet sich Ray in der Gewalt des, unter dem Einfluss von Idulna stehenden, Firmenvertreters der sich als Reinkarnation eines von Gozers Wegbereitern entpuppt. Er soll sicherstellen das Ray diesmal eine andere Form wählt, damit die Rückkehr diesmal erfolgreicher von statten geht.

Aber die Ghostbusters haben etwas dagegen und nachdem die technische Ausrüstung erweitert und angepasst wurde, machen sie sich auf den Weg um ihren entführten Kollegen zu befreien. Dafür haben sie einen alten freund von Egon angeheuert, der sie mit Hilfe eines Hubschraubers auf einem bekannten Dach absetzt…

Doch kaum ist das Team wieder zusammen müssen sie feststellen das es leider ein wenig zu spät ist, und Gozer erneut zurückgekehrt ist. Aber Ray hat sich nicht beeinflussen lassen und für Gozer erneut die altbekannte Inkarnation gewählt, so das erneut ein Riesenmarshmallow Man durch New York stapft. Jetzt gilt es nur noch das Monster zu besiegen…

FAZIT:

Eines gleich vorweg. Die neue Ghostbusters-Serie von IDW ist kein Meilenstein. Sie ist nichts aussergewöhnliches und kann auch nicht mit besonderen Namen auftrumpfen. Aber was die Serie kann ist Fans der Filme und Animationsserie hervorragend unterhalten.
Denn das Beste an der Serie sind die sehr vielen Anspielungen und Verknüpfungen mit den Filmen sowie Serien der 80er Jahre. Denn überall wird auf Ereignisse in den Filmen angespielt, werden Orte wieder präsentiert die man als Kenner der Filme sofort wiedererkennt. Auch die Figuren sind trotz des animationsartigen und cartoonigen Stils sofort zu erkennen.

Als alter Fan der vielen 80er Jahre Filme und Serien sind mir besonders diese kleinen Anspielungen ins Auge gefallen. Sei es der Auftritt von John Belushi als Blues Brother der Ray in seinem Traum vor den bevorstehenden Gefahren warnt und dies nicht nur einmal in dem Band. Denn Dan Aykroyd bekommt noch ein zweites Mal Besuch von seinem leider viel zu früh verstorbenen Filmpartner.

Auch diverse Serien werden durch den 80er Jahre Kakao gezogen. So wird als der Bär in New York sein Unwesen treibt nicht nur ein x-beliebiges Auto durch die Gegend geworfen sondern Michael Knights, Knight Industries Two Thousand oder kurz K.I.T.T., muss als Wurfgeschoss herhalten.

Aber auch das allseits bekannte A-Team kann es nicht lassen einen kleinen Seitenhieb auf die Ghostbusters loszulassen als diese mit einem defekten Rad unterwegs liegenbleiben. Solche und viele andere kleine Gags und Anspielungen finden sich zu Hauf in dem Band.

Zusammenfassend kann ich sagen das der Band, wie einleitend schon erwähnt schon erwähnt, kein Highlight ist, aber gerade für Fans der Filme, der Serie und des Spiels einen Riesenspaß und sehr viel Kurzweil bietet. Auch die Zeichnungen sind sehr gelungen und wissen durch den hohen Wiedererkennungswert und die wunderschöne Farbgebung, welche auf dem für den Paperback verwendeten Glanzpapier hervorragend zur Geltung kommt.
Für alle Fans der Filme und Serie ist dieser Band meines Erachtens nach kein Fehlgriff, wenn man denn seine Erwartungen nicht allzu hoch ansetzt. Dann erhält man gelungene und kurzweilige Unterhaltung mit vielen Anspielungen auf die 80er Jahre und deren Film und Serienlandschaft.

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Copyright aller verwendeten Bilder © 2012 IDW Publishing

Avengers: Earth Mightiest Heroes Season 2 Episode 14 (Clips)

Morgen flimmert neben Ultimate Spider-Man auch die neueste Episode der Avengers: Earth Mightiest Heroes Season 2 über die amerikanischen Disney XD Bildschirme. Hier nun zwei kleine Previewclips mit einem für Comicleser alten, neuen Bekannten aus dieser morgigen Episode…


Hino Horror #4: The Collection #1 [Schreiber&Leser, November 2007]

Der vierte Band, den ich heute vorstellen möchte, stellt leider auch schon das Ende der Hino Horror-Reihe hier in Deutschland dar. Während USA und Japan mit 10 Bänden beglückt wurden, war der Serie hier in Deutschland leider nicht solch ein Erfolg vergönnt…

Hino Horror #4: The Collection #1

Der vierte und leider letzte Band der deutschen Ausgabe der Hino Horror-Reihe stellt eine Art Kollektion diverser Horror-Kurzgeschichten dar, die vom Meister Hideshi Hino selber präsentiert werden…
Zuerst erzählt Hino wie er in den Besitz eines menschlichen Augapfels kam, danach wie er einen mysteriösen Zauberspiegel in seinen Besitz brachte und seine Frau kennenlernte. Als nächstes präsentiert er ein Stück Menschenhaut mit einem tätowierten Spinnenmotiv, welches früher auf dem Rücken seines Vaters prangte, bevor er erklärt wieso sein kleiner Bruder in einem Marmeladenglas lebt. Als nächstes wird dem Leser eine Geschwulst präsentiert, welches zu seinem Großvater gehörte, der immer wieder von solchen Auswüchsen geplagt wurde, aus denen auch seltsame Dinge und Gestalten hervorbrachen, und danach wird die Geschichte um einen Hühnerkopf erzählt, der früher einmal seine Großmutter gewesen war, bevor er zuletzt von seinem besten Freund erzählt, der aus einem Ei geschlüpft ist, welches seine Großmutter vor ihrem Ableben gelegt hat…
FAZIT:
Insgesamt bin ich von diesem Band doch sehr enttäuscht. Das ganze wirkt wie eine krude unausgegorene Mischung aus halbgaren Ideen, Wiederholungen und Korrekturen vergangener Erzählungen, wobei einem manchmal der Gedanke kommt das Hino hier die Ideen ausgegangen sind. Ausserdem wird nach meinem Geschmack hier viel zu viel versucht das ganze autobiografisch anzulegen und dies stört nach meinem Empfinden das Gesamtbild merklich. Ausserdem nimmt diese Ansammlung an einfachen und reißerischen aneinandergereihten Geschichten das mystische was den Autor in den ersten Bänden ein wenig umgab.
Auch der Aspekt diese Geschichten als eine Art Erweiterung zu betrachten funktioniert leider nicht wirklich, da eben durch diesen autobiografischen Aspekt das ganze nicht wirklich funktioniert.
Zeichnungen, Bildkomposition, Schockmomente und das Spiel mit Licht und Schatten sind nach wie vor sehr gut und heben den Gesamteindruck merklich an, aber die Geschichten selber sind nach meinem Erachten im direkten Vergleich zu den vorangegangenen Bänden ein Reinfall.
Für Fans von einfachem Horror, die die ersten Bände nicht kennen, ist dieser Band bestimmt etwas sehr schönes und tolles, aber ansonsten wäre er für mich keine Kauf- und Leseempfehlung wenn man die anderen Bände schon kennt.

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Hino Horror #3: Black Cat [Schreiber&Leser, September 2007]

Und weiter geht es heute mit dem dritten Band der Hino Horror-Reihe vom Shodoku-Label des Verlages Schreiber&Leser…

Hino Horror #3: Black Cat

Eine schwarze Katze wird oft als Unheilsbringer gedeutet. Das muss auch die schwarze Katze im dritten Band der Hino Horror-Reihe erkennen, als sie nach und nach von ihren Katzenbrüdern/schwestern getrennt wird. Als letzte, alleine gelassen macht sie sich nun also auf den Weg und erlebt dabei allerhand Geschichten, von denen sie drei zum besten gibt…
Zuerst findet er Unterschlupf bei einem Zirkusclown, der eigentlich gar kein Clown ist, sondern nur ein Kartenabreisser, und selbst dieser Job steht auf der Kippe, da er mehr Zeit in den Alkohol als in seinen Job steckt. Und so macht er sich an das Werk seinen Job zu sichern. Er bastelt eine Puppe und wird plötzlich die Attraktion des Zirkus als Bauchredner. Doch schon bald scheint die Puppe mehr macht über ihn zu besitzen als er über die Puppe…
Danach erlebt die Katze wie ein kleiner Junge, der immer wieder von den anderen Kindern geärgert und von seiner Nachts arbeitenden Mutter verlassen wird, einen neuen Freund in einem schwarzen Hund findet. Anfangs nur Freunde entwickelt sich der Hund jedoch schnell zu seiner tödlichsten Rachewaffe, auch dann als seine Mutter mit einem neuen Freund als Vater für ihn auftaucht…
Zuletzt quartiert sich die schwarze Katze wegen des sehr kalten Winters bei einem streitsüchtigen alten Ehepaar ein. Jeden Tag bekriegen sich die beiden regelrecht, verletzen sich dabei sogar und unterstellen sich gegenseitig die wildesten Sachen. Irgendwann hat sich die Katze an die ganzen Streitereien und den Lärm gewöhnt als plötzlich Ruhe im Haus herrscht, weil die Dame des Hauses verstorben ist.
Viel schockierter ist sie aber dann als der verbitterte Mann seine tote Frau beschimpft und verprügelt. So schockiert ist sie das sie das Haus verlässt. Als sie aber nach ein paar Wochen nochmals das Haus besucht, traut sie ihren Augen nicht als sie beide wieder vergnüglich streiten sieht…
FAZIT:
Dieser Band ist eine sehr faszinierende Reise in die dunkle und teils verstörende Psyche der Menschen. Sei es Erwachsener, Kind oder Greis. Was sich in diesem Band offenbart ist seltsam, aussergewöhnlich und weit ab von der Art Horror der ersten beiden Bände. Wo Band 1 und 2 noch wesentlich mehr auf den visuellen Horror gesetzt haben, bzw. das Augenmerk richteten, da ist in diesem Band eher das subtile, psychische Horrorspielchen im Vordergrund.
Das wie und warum sich Menschen durch extreme Situationen verändern, das weshalb und wodurch verschiedenste Reaktionen des menschlichen Geistes ausgelöst werden und vor allem das worin sie sich flüchten. Für viele ist es eine Fantasiewelt, für manche einfach nur die nackte Erkenntnis der Wahrheit, doch immer ist es wie ein Schlag in die Magengrube, und dies schafft Hino hier wieder aussergewöhnlich zu porträtieren.
Für mich bisher der beste Band der Reihe und eine uneingeschränkte Empfehlung für Liebhaber des weniger offensichtlichen Horrors und der gemeinen Psychospiele.

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Hino Horror #2: Bug Boy [Schreiber&Leser, Juli 2007]

Weiter geht es heute mit dem zweiten Band der hier in Deutschland leider nur vier Bände umfassenden Reihe „Hino Horror“…

Hino Horror #2: Bug Boy

Wenn man aussergewöhnliche Hobbys und Interessen hat, wird man gerne zur Zielscheibe anderer. So ergeht es auch Sanpei. Er interessiert sich für alle Arten von Tieren, ganz besonders aber für Würmer, Schlangen, Ratten Raupen und vieles mehr. Er wird von seinen Mitschülern gejagt und gequält, und auch seine Familie ist keine Unterstützung für ihn. Stattdessen werden ihm seine schlechten schulischen Leistungen vorgeworfen und er wird ausgegrenzt. Immer wieder flüchtet er in seine Höhle auf dem Schrottplatz, wo er seine Freunde, die Tiere, versteckt hält.
Doch eines Tages wird Sanpei von einem seltsamen Wurm mit einem roten Stachel gestochen, und ab da beginnt eine grauenhafte Verwandlung. Nach und nach fallen ihm die Haare und die Zähne aus. Noch schlimmer wird es als ihm auch noch Arme und Beine abfallen und sich seine Haut immer weiter verfestigt bis sie fast Puppenähnlich ist und Sanpei offenbar stirbt.
Doch als er am Morgen erwacht, stellt er fest das er eben nicht gestorben ist, sondern sich in einen riesengroßen Wurm verwandelt hat. Anfangs versteckt ihn seine Familie noch, doch irgendwann können sie nicht mehr mit diesem „Monster“ der einst ihr Sohn und Bruder war unter einem Dach leben. Sie ermorden ihn und begraben ihn im Garten.
Aber Sanpei ist nicht tot. Und als er zu sich kommt und feststellt das er so heimtückisch von seiner Familie verstossen wurde sieht er nur noch die Möglichkeit in die Welt hinaus zu ziehen. Er findet neue Abenteuer und entwickelt sich noch immer weiter. Auch sein Charakter ändert sich und so wird aus dem verstossenen Jungen ein rachsüchtiges Monster…
FAZIT:
Bug Boy, der zweite Band aus der Hino Horror-Reihe ist im großen und ganzen gar nicht schlecht, aber dennoch um einiges schwächer als der erste Band. Zwar sind die psychischen Spielchen mit denen sich Sanpei auseinandersetzen muss durchaus gelungen, dennoch zeigen sich ein paar Parallelen zu „Die Fliege“ auf, die nicht ganz so gelungen auf mich wirken.
Zwar kann man die Verwandlung des Jungen jetzt in vielen verschiedenen Arten interpretieren, was es aussagen könnte, welche Bedeutung es hat, aber auf mich wirkt die Geschichte etwas wirr und unausgegoren. Als würde dem ganzen etwas wichtiges fehlen. Auch das es durchaus Anlehnungen an Kafkas „Verwandlung“ gibt macht es hierbei nicht besser.
Wieder sehr gut gelungen sind dafür die Zeichnungen. Gerade die düsteren, psychotischen Szenen in denen sich Sanpei verwandelt sind atmosphärisch sehr gut gelungen. Weniger gut gefallen mir dagegen die Zeichnungen als der verwandelte Sanpei durch die Welt reisst und seine Freiheit geniesst.
Insgesamt ist mein Fazit das, dass die erste Hälfte fast rundweg gelungen ist und ab der zweiten Hälfte die Geschichte und auch die Zeichnungen rapide abfallen.

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Ultimate Spider-Man Episode 16 (Clip)

Auch diese Woche gewährt uns Marvel einen kleinen Blick in die bevorstehende Ultimate Spider-Man Episode, welche am Sonntag auf Disney XD ausgestrahlt wird und diesmal hat Spidey die Unterstützung von White Tiger, Luke Cage, Iron Fist und Nova um sich gegen den Beetle zu wehren…

Hino Horror #1: Red Snake [Schreiber&Leser, Mai 2007]

In den nächsten Tagen wird es düster und gruselig. Denn ich werde die nächsten vier Tage die Hino Horror-Bände aus dem Verlag Schreiber&Leser, der diese unter seinem Label shodoku veröffentlicht hat, vorstellen…

Hino Horror #1: Red Snake

„So lange ich denken kann, wollte ich weg von dem Haus. Ich fand es schrecklich dort zu leben. Genauer, das Haus erfüllte mich mit Grauen. Zwischen den Wänden lauerte das Böse“
Mit diesen Sätzen beginnt die Geschichte um ein Haus, umgeben von so dichtem Wald, dass das Haus von keinem Punkt aus vollständig eingesehen werden konnte. Darin lebten ein kleiner Junge mit seiner Familie. Diese bestand neben eben jenem Jungen aus seinem Vater, der leidenschaftlich Hühner züchtete und dessen Eier einsammelte, seinem Großvater, der immer wieder mit irgendwelchen Geschwülsten zu kämpfen hatte und allerhand Gruselgeschichten über das Haus kannte, seine Mutter die sich liebevoll um die Geschwülste des Großvaters kümmerte, seine Großmutter, die sich für ein Huhn hielt und in ihrem Zimmer ein riesengroßes Nest gebaut hatte und seine Schwester die eine seltsame Vorliebe für Würmer hatte.
Doch in dem Haus befand sich auch ein seltsamer Spiegel. Riesengroß, schien er ein Stück des Hausflures zu versperren. Laut Aussage seines Großvaters, würde der Spiegel jeden und seine Familie verfluchen der es wagt einen Blick dort hinein zu werfen. Der Junge war fasziniert von dem Spiegel und eines Nachts machte sich seine Seele auf den Weg zum Spiegel. Sie warf aber keinen Blick hinein, sondern trat direkt durch ihn hindurch. Er war fasziniert von dem was er auf der anderen Seite sah und auch gleichzeitig abgeschreckt, so das er plötzlich wieder in seinem Bett erwachte.
Ab diesem Zwischenfall hatte der Spiegel einen Riss, und seine Familie wurde des Nachts von einer seltsamen großen roten Schlange heimgesucht. Von da ab gingen seltsame Zwischenfälle vor sich…
FAZIT:
Der erste Band der Hino Horror-Reihe führt mit düsteren, aber schlichten, Bildern eine grauenhafte Welt auf. Ein kleiner hilfloser, verstörter Junge, gefangen in einem riesengroßen Haus, zusammen mit seiner nicht ganz normalen Familie. Hino schickt den Leser auf eine beklemmende und verstörende Reise durch eine kranke fast perverse Psyche und untermalt dies mit schlichten und dennoch sehr stark akzentuierten Zeichnungen, einem intensiven Licht und Schattenspiel und immer wieder auftauchenden Schockmomenten.
Trotz, oder vielleicht gerade wegen, der einfachen Darstellung wirkt die Geschichte geradezu cineastisch in der Auswahl der Blickwinkel, der „Kamerafahrten“ und der Verwendung von Totalen und Close-Ups.
Von daher ist dieser erste Band, ein gelungener Einstieg in die Welt von Hinos Horror, und sollte von Horror-Fans auf jeden Fall einmal probegelesen werden.

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Human Target #1: Kopfgeld für den Paten [Panini, Februar 2011]

Die TV-Serie ist zwar leider schon eingestellt worden, auch wenn sich diese in der zweiten Staffel wirklich toll entwickelt hat, aber dennoch möchte ich euch heute den einen Band vorstellen der auf Grundlage der TV-Serie entstand und nicht wie der bereits vor einiger Zeit von mir vorgestellte Band, der wiederum die Vorlage für die TV-Serie war.

Human Target #1: Kopfgeld für den Paten

Sein Name ist Christopher Chance. Besser bekannt ist er aber als „Human Target“.
Sein Beruf ist Schutz. Und das lösen von eigentlich unlösbaren Aufgaben.
So auch diesmal als er einen durch Krebs gezeichneten Mafia-Paten sicher nach Washington bringen soll, wo er seine gesamte Organisation verraten will um sein Gewissen zu bereinigen, damit er nach seinem Tod in den Himmel auffahren kann.
Aber so einfach wie das ganze klingt ist es natürlich nicht als ihn das FBI um eben diesen Auftrag bittet. Nicht nur das der alte Mann sehr gut beschützt und bewacht wird und somit nur sehr schwer aus einer Organisation herauszubekommen ist, sondern auch deshalb weil er sämtliche Beweise gegen seine Organisation auf der ganzen Welt verteilt hat und diese vorher noch eingesammelt werden müssen.
Nun hat also Chance nicht nur den Auftrag den alten Herren sicher nach Washington zu bringen sondern muss vorher auch noch mit ihm zusammen alle Beweise einsammeln, und dummerweise ist auch noch seine Tochter mit von der Partie, was das ganze nicht wirklich einfacher macht, da die Organisation immer schon vorher zu wissen scheint wo die Verstecke sein werden, und das obwohl nur der Pate selber die Verstecke kennt…
Ausserdem gibt es neben der 6-teiligen Hauptstory um den Paten, eine ebenfalls 6-teilige Nebengeschichte in der es um Chance’s Narben geht die er sich durch diverse Aufträge zugezogen hat.
FAZIT:
Anders als die Fernsehserie welche etwas Anlaufzeit braucht, macht dieser Band von Anfang an Spaß. Kein großes Einfinden in die Geschehnisse keine großartigen Figurenvorstellungen. Alles passiert nebenbei. Das liegt meines Erachtens aber auch daran, dass mit Len Wein nicht nur ein sehr guter Autor an Bord ist, sondern als Vater der Figur Christopher Chance, auch jemand der sich mit diesem Charakter auskennt und weiß, was er ihm auf den Leib schreiben kann. Bruno Redondo schafft es ebenfalls mit seinen sehr dynamischen actionreichen Bildern keine Langeweile aufkommen zu lassen. Was meines Empfindens aber den Lesefluss ein wenig stört, ist das die Nebengeschichte wie im Original direkt an die Hauptkapitel gesetzt wurde, wodurch das Abenteuer auseinandergerissen wird. Zwar ist es schön das man sich hier an die Originalveröffentlichung gehalten hat, aber ich denke das ein zusammenhängendes Lesen der beiden Handlungsstränge dem ganzen wesentlich zuträglicher gewesen wäre.
Insgesamt ist dieser erste Ausflug von Chance als Human Target in die Comicwelt (bei Panini) weitaus besser gelungen als die gleichnamige Fernsehserie, welche ja genaugenommen auch nur auf dem Originalcomic aus den 70er Jahren basiert. Man merkt aber deutlich, das es eines fähigen Autors bedarf um Chance das „richtige“ Leben einzuhauchen.

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Marvel Comic Exklusiv #4: Silver Surfer – Im Angesicht der Ewigkeit [Condor, April 1989]

Heute geht es wieder einmal in die Weiten des Weltalls. Ein der wohl tragischsten Figuren des Weltalls steht wieder einmal im Mittelpunkt dieser Review, welche von zwei Meistern präsentiert wird…

Marvel Comic Exklusiv #4:
Silver Surfer – Im Angesicht der Ewigkeit

Traurig und ziellos streift der Surfer umher als er auf drei Sirenen trifft die ihm im Auftrag von Mephisto alles Glück versprechen, doch er lässt sich nicht darauf ein. Wenig später trifft er dann auf seine Nachfolgerin, Frankie Raye, die jetzt als Nova in Galactus‘ Diensten steht. Ihr fühlt er sich sehr nah und so genießen die beiden einen kurzen Moment der Gemeinsamkeit und des Redens in den sonst so einsamen Monaten des Daseins. Aber auch Nova gerät kurz danach in die Fänge von Mephistos Falle und ab da beginnt das Chaos. Die sonst so erfürchtige Nova, welche bisher nur unbewohnte Welten für Galactus erwählte ist durch Mephisto so liebestrunken, das sie auch unschuldige bewohnte Welten dem Weltenverschlinger ausliefert. Nur noch der Surfer ist in der Lage Frankie zu befreien und Galactus aufzuhalten…
FAZIT:
Man merkt der Geschichte an das hier zwei Großmeister der Comicbranche am Werk waren. Stan Lee, der hier noch einmal dem Surfer ein Abenteuer kredenzt und John Buscema der dies in atemberaubenden Bildern präsentiert. Anders jedoch als andere Graphic Novels, bzw. Comics wird hier die Geschichte nicht mit Panels erzählt, sondern in Ganz- oder Doppelseitigen „Gemälden“. Dies ist anfangs etwas ungewohnt, da sich so kein normaler Lesefluss einstellt, funktioniert aber schnell dann doch sehr gut.
Insgesamt bleibt eine sehr schöne klassische Surfer-Story die aber wohl nur Nostalgikern gefallen dürfte. Stan Lees Schreibstil ist aussergewöhnlich, aber auch etwas „trockener“ als aktuelle Werke, und Big Johns Zeichnungen sind Meisterwerke, aber wer nur mit aktuellen Comics Kontakt hatte wird es wohl schwer haben daran Gefallen zu finden.

Finden kann man diesen aussergewöhnlichen Band in gut sortierten Comicshops mit Back-Up-Archiv und auf diversen Comicmarktplätzen, Flohmärkten und Ebay.

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Jiro Taniguchi: Träume vom Glück [Carlsen, April 2008]

In meiner heutigen Review widme ich mich einem ganz besonderen Künstler. Sein Name ist Jiro Taniguchi und er begeistert schon seit vielen Jahren Kritiker und Fans gleichermaßen mit seinen emotionalen Geschichten. Deshalb habe ich diesmal auch nicht mein sonst übliches Reviewschema mit der Kurzzusammenfassung und dem Fazit gewählt…

Jiro Taniguchi: Träume vom Glück

5 sehr abwechslungsreiche (besonders im emotionalen Sinne) Geschichten erwarten den geneigten Leser.

In der ersten Geschichte geht es um den Verlust einer geliebten Person (in diesem Fall eines Hundes), und wie man damit umgehen kann. Mit sehr starken Bildern und viel Gefühl erzählt Taniguchi hier leicht autobiografisch, wie der Leidensweg eines Hundes, auch sein Herrchen und Frauchen emotional stark fordert. Dies macht er so überzeugend, das man beim Lesen unweigerlich kurze Pausen machen muss, um das erzählte zu verarbeiten.
Im 2. Teil des Bandes wird es wieder etwas fröhlicher. Hier geht es um die Aufnahme eines neuen Haustieres (einer Katze) und die Geburt von 3 süßen kleinen Katzenbabys. Auch hier weiß Taniguchi alle Register zu ziehen um das Glück, die Freude und auch die harte Arbeit gekonnt in Szene zu setzen.
Der 3. Teil befasst sich mit der Tatsache, das 3 kleine Katzenbabys zwar süß sind, aber in einem kleinen Häuschen für 2 Personen keinen Platz finden. So müssen sich die beiden Besitzer schweren Herzens von 2 der Babys verabschieden. Damit auch die Katzenmutti das einigermaßen verkraftet, geschieht dies nacheinander. Der erste Versuch ist besonders hart, da beide nicht mit der Hartnäckigkeit der Katzenmama rechnen konnten. Als dann auch das zweite Baby an der Reihe ist gibt es einen Zwischenfall in der Nachbarschaft. Dieser zieht sich so lange, das die Chance das Baby zu entwöhnen vorbei ist.
Der Besuch eines 12jährigen Mädchens aus der Verwandschaft bildet den Kern der 4. Erzählung. Die junge Aki ist von zu Hause weggelaufen weil ihre Mutter nach dem Tod ihres Vaters einen neuen Partner gefunden hat. Aki nutzt die Sommerferien um sich und der Beziehung ihrer Mutter etwas klarer zu werden. Dabei helfen ihr nicht nur Onkel und Tante, sondern auch die Katze mit den 2. Babys. Am Schluss muss sie erkennen das sie sich ihrer Mutter nicht in den Weg stellen kann, und es eigentlich auch gar nicht will. Doch die glücklichen Sommerferien bei Onkel und Tante werden für immer unvergessen sein.
Die Abschließende 5. Geschichte findet völlig losgelöst von den vorhergehenden statt. Neue Charaktere und der Kampf mit dem eigenen Willen und der Vergangenheit, bestimmen das Bild. Nachdem ein zukünftiger Familienvater bei seiner letzten Bergexpedition zwei extreme Erlebnisse zu verkraften hatte (den Verlust eines Freundes, und das Treffen mit einem Schneeleoparden) und das Berg steigen zugunsten seiner Familie aufgibt, kann er trotzdem kein Glück finden. Auch die Geburt einer Tochter und eines Sohnes lassen ihn nach über 6 Jahren einen erneuten Aufstieg zum Himalaya wagen. Nicht nur das Bezwingen steht dabei im Vordergrund, auch der Wunsch den Schneeleoparden wiederzusehen, der ihm vor Jahren das Leben rettete, sind seine Beweggründe. Mit seinem alten Sherpa aus der ersten Himalaya-Besteigung wagt er den erneuten Aufstieg.

Nicht umsonst ist Jiro Taniguchi ein mehrfach preisgekrönter Autor und Mangaka. Seine Erzählungen sind emotional, sehr detailliert und zeugen von einer Hingabe zu seinen Werken die seinesgleichen sucht.

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