Spider-Man Magazin #32 bis #34 [Panini, März bis Mai 2010]

Heute geht es mit den Spider-Man Magazinen weiter. Auch diesmal gibt es wieder lockere und unterhaltsame Geschichten aus dem guten vereinigten Königreich …

Spider-Man Magazin #32

Das Rhino sich ausgerechnet im New York der 30er Jahre niederlässt und sich auch dort wohlfühlt wirkt zwar im ersten Moment befremdlich, passt dann aber sehr gut zur Geschichte. Anfangs verdingt sich der erbsenhirnige Muskelprotz noch als Wrestler, doch sein nächster Auftrag ist dann schon etwas heikler. Gerade im Bezug auf die zukünftige Entwicklung muss Spidey hier schnell eingreifen. Rhino soll einen Wissenschaftler einschüchtern der sich von einem Gangster Geld geliehen hat. Doch bei dem Wissenschaftler handelt es sich um Phineas Horton. Den langjährigen Marvellesern als „Vater“ der ersten Fackel bekannt. Dieser steht kurz vor der Vollendung seiner Schöpfung, doch wenn Rhino ihn in die Finger bekommen sollte, könnte die Forschung und Entwicklung von Androiden sehr weit zurückgeschleudert werden…

FAZIT:

Rhino ist zwar dumm wie eh und je, doch tut er einem hier ein bisschen leid, was vor allem daran liegt, das er mal wieder die Marionette eines drittklassigen Möchtegernes ist. Ansonsten finde ich gerade das Setting der 30 Jahre für Rhino irgendwie passend. Genau erklären kann ich das zwar nicht, ist mehr eine gefühlsmäßige Sache, aber es wirkt in sich alles sehr stimmig. Vielleicht auch weil die Farbgebung der 30er Jahre in diesen rot/braunen Sepiafarbtönen zu Rhinos „Kostüm“ passt.

Spider-Man Magazin #33

Dieses Mal steht die Gefangennahme von Sandman auf dem Tagesplan. Kaum in der nahen „möglichen“ Zukunft 2038 angekommen trifft Spidey auch schon auf das „Krümmelmonster“ welches gerade eine Bank ausraubt. Doch er kämpft nicht alleine. Schon bald bekommt er Unterstützung von Spider-Girl May Parker. Diese denkt sofort das dieser Spider-Man ein betrüger sein muss, da ihr Vater sein Kostüm auf Grund einer Beinverletzung an den Nagel hängen musste. Spidey hingegen ist sich bei dem toughen Girl nicht ganz sicher. Einerseits weckt sie seinen Beschützerinstinkt, andererseits ist er überrascht von dem Kampfstil, der Erfahrung und den Kräften der offensichtlich noch sehr jungen Dame. Zusammen schaffen sie es jedoch den verschütteten Sand zurück in die Sandkiste zu bringen.

FAZIT:

Besonders gelungen finde ich den Epilog, da er eine Art kleinen Abschluss des ganzen bildet. Auch finde ich es immer wieder schön etwas von May Parker, Spider-Girl zu lesen, da ich denke das dieser Charakter sehr viel Potential birgt, vor allem im Hinblick auf ihr Heranwachsen in die Rolle des Superhelden. Das kann noch viele Konfrontationen mit Papa Spider-Man bringen. Besonders die ironische Komponente in dieser Geschichte lässt das ganze weniger wie ein typische Superheldengeschichte, als mehr wie eine Comedyserienfolge erscheinen.

Spider-Man Magazin #34

Der letzte einzusammelnde Bösewicht ist Doc Ock und der wartet im Jahr 2099 auf seine Chance. Doch kaum ist Spidey dort angekommen wird er von Miguel O’Hara dem Spider-Man 2099 angegriffen, der hinter der Maske einen Retro-Schurken vermutet. So hat wenige Tage zuvor ein „auf nostalgisch getrimmter“ Doctor Octopus eine Biotechnik-Firma ausgeraubt. Ock ist schnell gefunden aber der Kampf mit ihm ist alles andere als einfach. Auch ein EMP den Spidey von H.E.R.B.I.E. hat macht es zunächst nicht einfacher. Doch irgendwann ist auch Ock besiegt und seine Tentakel geben herrliche Fesseln ab, aber als Spidey mit Kandidat Nummer 6 heimkommt erwartet ihn eine böse Überraschung.

FAZIT:

Anfangs wirkt das ganze noch wie ein typisches Crossover. Die zwei Protagonisten treffen sich und bekämpfen sich, erkennen dann aber ihren Fehler und verbünden sich gegen den wirklich bösen. Leider ändert sich das auch gegen Ende nicht wirklich, aber wenigstens wird es locker erzählt und dynamisch gezeichnet (zum Autor und zum Zeichner gibt es demnächst noch ein paar Meinungen). Das rettet, neben dem interessanten und ihn Deutschland eher unbekannten Charakter von Miguel O’Hara die Geschichte.

Marvel Comic Klassiker (5): Licht und Schatten 1 bis 3 [Bastei, 1988]

Mit der heutigen neuen Reihe „Marvel Comic Klassiker“ möchte ich euch erneut Serien und Einzelausgaben näherbringen die nicht nur aufgrund ihres Alters bereits Klassiker sind. Manchmal sind es auch ganz besondere Geschichten, Ereignisse oder auch Serien, die sich diesen Status erworben haben.

Licht & Schatten #1

Licht und Schatten sind zwei Ausreißer die bei Drogenexperimenten ihre Kräfte erhielten. Nun versuchen sie mit ihren Fähigkeiten andere verlorene und unschuldige Seelen vor dem Schicksal das sie selbst erlebten zu beschützen. Dabei sind ihre Mittel und Wege zwar nicht immer vorbehaltlos richtig, aber der Gedanke dahinter ist auch nicht falsch. Dennoch geraten sie mit dem Gesetz aneinander, nur um dann auch sogleich wieder eine Chance zu erhalten helfend zu unterstützen. Doch wieder einmal unterliegt Schatten seinem Hunger…

FAZIT:

Fast schon klassisch sind die Geschichten von Licht und Schatten. Und irgendwie haben es mir die beiden tragischen Geschichten von Cloak und Dagger schon immer angetan. Gerade passend war es da, das Bastei mit der ersten Miniserie der beiden auch in Deutschland einen Versuch wagte diesen, meiner Meinung nach unterschätzten Helden, eine Chance zu geben. Zwar wird hier keine Origin geboten die das Entstehen der beiden erklärt, trotzdem werden die beiden hervorragend eingeführt, unterstützt von atemberaubenden Bildern und einer herrlichen Koloration.

Licht & Schatten #2

Nachdem Schatten in der letzten Ausgabe einen Mörder durch das Einsaugen in seinen Mantel bestraft hat, zweifelt Licht an der Richtigkeit ihres Handelns. Das wiederum führt dazu, dass Schatten die Einsamkeit sucht, auch weil der Hunger ihn immer mehr übermannt, und er so die Hoffnung hat ihm Einhalt zu gebieten. Auch die Polizisten ist sich nicht mehr so sicher ob Licht und Schatten nun ins Gefängnis, oder lieber unterstützt gehören. Doch schon bald müssen sowohl Tandy als auch Tyrone erkennen das sie einander brauchen um zu überleben. Dabei erhalten sie unerwartete Unterstützung von Detective O´Rielly und Pater Delgado.

FAZIT:

In dieser 2. Ausgabe endet auch schon die erste Mini von Tandy und Tyrone. Dabei beweist Bill Mantlo einmal mehr sein Geschick für tragische Geschichten. So wird in diesen 2. US-Ausgaben nicht nur die Entstehung von Licht und Schatten erklärt, sondern auch die enorm enge Beziehung der beiden zueinander. Jeder benötigt den anderen, damit dieser nicht von seiner unfreiwillig erhaltenen Macht verzehrt wird. Auch Rick Leonardis Zeichnungen wissen immer mehr zu gefallen. Die Enge der Häsuerschluchten von New York, die Kälte und die Angst, scheinen fast greifbar. Gestört hat mich lediglich an einigen Stellen die Kolo. Vor allem wen auf Häuserdächern Wassetürme aus Holz plötzlich pinkt sind.

Licht & Schatten #3

Jack the Ripper wird wegen des zunehmenden Drucks in London nach New York gezwungen. Auch dort fröhnt er weiter seiner Mordlust, als er eines Abends beim Beseitigen eines Opfers einem Unfall zum Opfer fällt. Viele Jahre später steht an diesem Ort die Heilig-Geist-Kirche in der Licht und Schatten Zuflucht gesucht haben. Noch immer zweifelt Schatten an sich, und es wird nicht besser als er mit Licht zusammen versehentlich eine Zivilstreife der Polizei angreift. Er flüchtet sich erneut in die Einsamkeit. Dies ist der Punkt an dem der Dämon, welcher in der dunklen Dimension lebt, die Schatten beherbergt, sich Bahn bricht und den Ripper zurück auf die Erde schickt, damit dieser Schatten in den Wahnsinn treibt. Der Ripper mordet und hinterlässt dabei Spuren die auf Schatten deuten. Selbst Licht fällt auf diese Finte herein, und macht sich auf die Jagd nach ihrem Freund und Weggefährten…

FAZIT:

Marvel Graphic Novels sollten schon immer ganz besondere Stories sein. Das gelingt zwar leider nicht immer, doch im vorliegenden Fall geht diese Rechnung voll und ganz auf. Jack the Ripper ist einer der klassischen Mörder der Menschheitsgeschichte. Das er jedoch den Weg nach Amerika/New York gefunden haben könnte, finde ich etwas gewagt. Trotzdem wird hier eine spannende und faszinierende Geschichte erzählt. Aus der Feder vom Erfinder Bill Mantlo und mit grandiosem Bildern von Larry Stroman verziert, bildet diese Ausgabe den bisherigen Höhepunkt der Bastei-Veröffentlichung.

Die Ausgaben sind mit ein wenig Glück auch für kleineres Geld bei den üblichen Comicmarktplätzen sowie Ebay oder Flohmärkten zu finden.

Spider-Man: Osborn [Panini, März 2012]

Nach den drei The Siege Specials der letzten tage widme ich mich heute wieder dem Umfeld von meinem Lieblingsheld Spider-Man. Und zwar die Miniserie Osborn, welche Panini anstatt der Anti-Venom-Miniserie zu einer deutschen Veröffentlichung auserkoren hat. Doch mit Recht … ?

Spider-Man: Osborn

Das alles verändernde Event nach dem dunklen Zeitalter Dark Reign, The Siege, ist vorbei und Norman Osborn ist nicht mehr der mächtigste Mann der Welt und Anführer der Dark Avengers. Stattdessen fristet er ein in seinen Augen unwürdiges Dasein in einer Zelle des Hochsicherheitsgefängnisses Raft. Doch Normans Inhaftierung ohne Anklage bleibt nicht unbemerkt. Denn Norah Winters, Ihres Zeichens ehrgeizige Journalistin beim neuen Daily Bugle will mit dieser neuen Story ihr angeschlagenes Ego nach dem American Son-Debakel, in dem sie sich ganz gehörig in die Nesseln gesetzt hat, wieder ins rechte Licht rücken. Nur leider ist Norman Osborn auch in den Augen anderer Personen eine Gefahr und die daraus resultierenden Probleme lassen sich leider nicht mit einem fairen Prozess aus dem Weg schaffen. Und so wird die Entscheidung getroffen, Osborn verschwinden zu lassen. Nur Norah Winters hat erneut den richtigen Riecher und gerät in ein Abenteuer, wie sie es nicht erwartet hätte …

Norah in den Fängen von Al Apaec und Norman

Wieso veröffentlicht man solch einen Band?
Ganz ehrlich?
Ich weiß es nicht.

Ja, es passiert einiges auf diesen über 130 Seiten, aber nichts davon ist von Dauer oder überhaupt von Belangen. Alles, was auf diesen Seiten passiert scheint, auf kurzweilige Action ausgelegt zu sein. Norah Winters wird nicht tiefer ausgelotet, Norman Osborns Psyche wird auch nicht wirklich herausgekitzelt. Irgendwie ist alles schon mal so oder ähnlich da gewesen.
Storytechnisch sagt mir die Ausgabe nicht wirklich zu. Nicht, dass ich etwas gegen kurzweilige Action habe. Wenn Panini den Band schon mit der Begründung bringt, die Miniserie sei für Spidey relevanter als die, auf deutsch unveröffentlichte, Anti-Venom-Miniserie, dann erwartet man doch etwas mehr. Nach der Lektüre des Bandes erschließt sich diese Relevanz nicht. Mir persönlich wäre da Eddie Brocks Auftreten als Anti-Venom lieber gewesen.

Ms. Winters auf heißer Spur

Zeichnerisch gibt es dagegen kaum etwas zu meckern. Emma Rios hat einen markanten und fast kantigen Stil, der ziemlich gut passt und ein wenig an John Romita Jr. erinnert. Die Bilder sind detailliert und auch dynamisch. Einzig mit der Darstellung von realen Menschen scheint die gute Emma ein paar Probleme zu haben, denn neben der Gummianatomie fehlen in der Mimik und Gestik ganz klar die Emotionen. Bei dem Versuch solche in die Gesichter zu zaubern wirkt es stellenweise eher lächerlich als glaubhaft. Dafür ist die Koloration wieder sehr gelungen. Diese ist sehr atmosphärisch und wirkt auch nicht ablenkend. Das bedeutet, dass die Farben die Zeichnungen sehr gut ergänzen und weder aufgesetzt noch gezwungen wirken.

Auch geistliche sind vor Normans Einfluss nicht sicher

FAZIT:

Ein Band wie ihn nur Spider-Man-Komplettisten benötigen. Das trifft es genau. Nicht wirklich von Belang, kurzweilig und schön anzusehen. Nicht das der Band von der Machart schlecht ist, aber er ist eben nicht das, was ich erwartet hatte. Ich wollte nach den Ankündigungen eine Geschichte, die fies und intrigant ist. Eine Story, in der Norman sein volles Potential an geisteskranker Energie ausleben und praktizieren würde. Einen Comic, der nachhaltige Veränderungen auf den Status Quo von Spider-Mans Erzfeind Nummer Eins hat, aber geblieben ist ein durchschnittlicher Band mit schönen Bildern und actionreicher aber insgesamt flacher Geschichte.

Für eine Hand voll …
… Leichen.

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Copyright aller verwendeten Bilder © 2010 – 2012 Marvel & Subs. / Panini

Shadowland Special (Daredevil #9 & #10, Shadowland Special) [Panini, Juli bis August 2011]

Heute will ich mich dem Shadowland-Event aus der Daredevil-Reihe widmen. Ist sein schlechter Ruf gerechtfertigt, oder ist es vielleicht sogar besser als sein Ruf?

Daredevil #9: Shadowland #1

Bullseye war schon immer ein rotes Tuch für Matt Murdock. Nicht nur, dass er Elektra getötet hat, auch Matts große Liebe Karen Page hat er auf dem Gewissen. Als er dann aber auch noch einen Wohnblock dem Erdboden gleichmacht und dabei über 100 Menschen ihr Leben verlieren, sieht Daredevil nur noch eine Möglichkeit. Er wird das neue Oberhaupt der Hand, errichtet einen Tempel auf den Ruinen des Wohnblocks und versucht so mit eiserner Hand sein Viertel, Hells Kitchen, sicherer zu machen.

Kaum das Matt es geschafft hat die Cops aus Hells Kitchen fernzuhalten, dann das Kriegsrecht ausgerufen hat und somit der Hand die Möglichkeit gegeben hat das Viertel zu kontrollieren, kommt Bullseye wieder zurück um sich dem neuen Herrscher gegenüberzustellen und ihn herauszufordern. Lord Daredevil, wie sich Matt inzwischen nennt, ist alles andere als erfreut und es kommt zum Kampf infolge dessen Matt eine verhängnisvolle Entscheidung trifft. Auch seine alten Freunde Foggy, Spider-Man, Luke Cage und Danny Rand kommen von nun an nicht mehr an Matt heran. Etwas hat sich seines Geistes bemächtigt und droht Unheil über die ganze Welt zu bringen …

Shadowland beginnt mit einem Paukenschlag. Und wenn ich ganz ehrlich bin, war diese Aktion von Matt schon längst überfällig. Das soll jetzt nicht falsch gewertet werden. Grundsätzlich bin ich kein Freund von Gewalt zur Lösung eines Konfliktes, doch manchmal muss man leider den Weg wählen, der für das gesellschaftliche Leben das geringere Übel darstellt. Aber die Frage hierbei bleibt noch offen, ob denn die Entscheidung von Matt denn wirklich das Problem gelöst hat, oder dieses einfach nur verlagert wurde.

Andy Diggle schafft es, mich sofort in den Bann zu ziehen, wenngleich ich auch sagen muss, dass mir die reinen Shadowland-Ausgaben einen Tick weit besser gefallen als die Daredevil-Ausgaben, die sich mit Shadowland befassen. Dies liegt zum einen an den Zeichnungen, die bei Shadowland 1 bis 3 einfach einen Tick dynamischer sind, was im Übrigen auch für den Storyaufbau zutrifft, während Daredevil 508 und 509 zwar zeichnerisch wirklich schön anzusehen sind, dafür aber auch wesentlich statischer wirken. Bei Daredevil 510, für das Marco Checchetto den Zeichenstift geschwungen hat, sieht es schon wieder ein wenig anders aus. Diese Ausgabe ist eine gelungene Mischung aus beidem.

Shadowland Special

Mit diesem Special werden ein paar interessante Lücken geschlossen und Hintergrundinfos zum Event geliefert. Der Leser erlebt wie Bullseye bei einer fadenscheinigen und gestellten Beerdigung als ehrenvoller Mann bestattet werden soll, und auch wie Ben Urich da mit drin hängt. Außerdem erfahren wir wie Elektra in die Geschichte passt und was ihre Beweggründe sind sich an Matts Seite zu stellen. Auch der vom Kingpin angeworbene Ghost Rider erhält ein Special in dem Er sich versucht von dem Einfluss der Hand, der ihm durch den Kingpin aufgedrückt wurde. Und auch Spider-Man, der sich in Daredevil 9 von der Versammlung der Helden entfernt hat, will sein ganz eigenes Problem mit Mr. Negative und seinen Männern beseitigen.

Um das eigentliche Event verfolgen zu können, ist dieser Band, genau wie die Monster-Edition nicht notwendig. Das muss man ganz klar sagen, aber ich muss auch zugeben das einige der Hintergründe und auch die Zeichnungen sehr wohl zu gefallen wissen. Wieso einige? Nunja. Leider ist die Qualität eher durchwachsen. Während das Bullseye-Special noch guter Durchschnitt ist und sowohl grafisch als auch storytechnisch noch zu überzeugen weiß, fällt das darauf folgende Elektra-Special schon ein wenig ab. Die Geschichte kann mich überhaupt nicht überzeugen und wirkt ziemlich konfus, dafür sind die Zeichnungen durchaus gelungen. Emma Rios die hier den Zeichenstift schwingt, schafft es eine Atmosphäre zu erschaffen wie seinerzeit Miller bei der Elektra-Saga.

Für das anschließende Ghost Rider-Special sind als Autor Rob Williams und als Zeichner der durch die beiden Carnage-Miniserien und die Universe-Miniserie zusammen mit Paul Jenkins bekannte Clayton Crain verantwortlich. Dieses Special kann mich leider überhaupt nicht überzeugen. Wo mir Crain bei Universe oder der ersten Carnage Mini noch sehr gut gefallen hat, finde ich ihn hier einfach nur hässlich. Abgesehen von 3 bis 4 Panels, die wirklich atemberaubend aussehen, ist der Rest nur noch unterster Durchschnitt. Da fehlen die Dynamik und die Energie. Alles wirkt statisch und einfach lieblos hingeklatscht. Das finale Spider-Man-Special hat vor allem eines. Viel Action und noch mehr Humor. Aber ansonsten ist es wieder nur Durchschnitt. Dan Slott liefert zwar eine unterhaltsame Story ab, aber an wirklich essenziellen Elementen fehlt es, denn anders als das Bullseye-Special liefert es nur eine Zwischengeschichte ab und liefert absolut keine neuen Hintergrundinfos oder neue Blickwinkel.

Daredevil #10: Shadowland #2

Mit dem Tod von Bullseye begann Daredevils tragischer Abstieg in die Dunkelheit. Selbst seine Freunde, die ihm zu Hilfe eilen wollten, wurden vom neuen dämonischen Daredevil und seiner Armee der Hand niedergestreckt. Und als ob das noch nicht reichen sollte, fällt auch Hells Kitchen dem Wahnsinn anheim, als sich die Bürger gegenseitig an die Kehle gehen. Aber einen Trumpf haben die Helden noch im Ärmel. Nur wie geht es weiter, wenn sie es wirklich schaffen Daredevil zu besiegen? Wird Matt diese Prozedur überleben und was wird aus Hells Kitchen ohne seinen Beschützer? Fragen über Fragen …

Das Finale von Shadowland hinterlässt bei mir einen faden Beigeschmack. Zum einen ist es keine wirkliche Überraschung und einen wirklich neuen Status Quo bekommt man auch noch nicht geboten. Zwar gibt es eine gewisse Neuorientierung aber man merkt schon jetzt, dass dies nicht von Dauer sein wird. Foggy bekommt seine Anwaltslizenz wieder und der Kingpin macht sich erneut auf Hells Kitchen zu erobern und zu unterjochen. Alles irgendwie so, wie es schon immer war.

Wo bleiben die Ideen etwas Neu zu gestalten und neue Charaktere einzuführen, die massive Auswirkungen auf das Umfeld der Hauptfiguren haben? Marvel schafft es leider nicht wirklich diese Spannung und diese Wissbegierigkeit in dieser Ausgabe so zu bündeln, als dass man sich unbedingt die nächste Ausgabe kaufen müsste.

Zeichnerich bleibt der Band auf dem Niveau von Ausgabe Nummer Neun mit dem Start von Shadowland. Billy Tan der die Shadowland-Ausgaben zeichnet ist routiniert und bringt die notwendige Dynamik sehr zu Papier. Auch Marco Checchetto darf wieder einmal ran und schafft es auch diesmal mich zu überzeugen. Seine dunkle und fast schmutzige Art passt ideal zum vorletzten Kapitel des Bandes. Fast gleichauf ist auch Roberto De La Torre dessen ebenfalls düsterer Stil die Verzweiflung die in dem Band mitschwingt fast greifbar visualisiert.

FAZIT:

Zusammenfassend ist Shadowland leider nur ein Solohelden-Event von vielen. Kurzweilig, mit ordentlichen Zeichnungen und der Einbindung einiger bekannten und weniger bekannten Helden. Aber was bleibt, nach Shadowland? Bei mir persönlich nicht viel. Ja, es hat Spaß gemacht, und ebenfalls Ja für die Zeichnungen, zumindest zu größten Teil. Aber ein klares Nein zum Gesamtstorybild und das, was es bewirkt hat. Denn da bleibt nicht viel. Vielmehr wirkt es so als wolle man ein paar Fehler der Vergangenheit ausbügeln, ähnlich „One Moment in Time“ (auf deutsch bei Panini als „Ein besonderer Augenblick“ erschienen), in dem auch einiges korrigiert wurde, oder wenigstens versucht.

Daher kann ich persönlich Shadowland auch nur bedingt empfehlen. Als reine Unterhaltung erfüllt es seinen Zweck, wenngleich ich der Meinung bin, dass es weitaus bessere Comics gibt, mit der man die gleiche Zeit gehaltsamer verbringen kann. Aber für einen seichten und entspannenden Ausgleich und als Ausklang eines stressigen Tages ist es sehr gut geeignet.

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Copyright aller verwendeten Bilder © 2010/2011 Marvel & Subs. / Panini Comics

Ghost Rider: Spirit of Vengeance (Steelbook/DVD)

Marvel hat seit einigen Jahren ein ziemlich gutes Händchen, was die eigenen Comicverfilmungen betrifft. Doch leider gibt es auch immer wieder mal Ausreißer nach unten, die nicht so gelungen oder erfolgreich sind. Einer dieser Filme war Ghost Rider mir Nicholas Cage. Auch der zweite Teil war an den Kinokassen nicht der erwartete Erfolg. Nun ist Ghost Rider: Spirit of Vengeance auf DVD und BluRay erschienen und ich habe mir das Werk angeschaut …

Photo by Courtesy of Columbia Pictures – © 2011 Columbia Pictures Industries, Inc. All rights reserved.

Um seinen Vater vor dem sicheren Tod zu retten, hat der Stuntman Johnny Blaze vor Jahren einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Fortan sollte er als Ghost Rider die sündigen Seelen einsammeln. Aber Johnny hat sich zurückgezogen. In der Hoffnung durch diese Abgeschiedenheit seinen unhaltbaren Dämonen doch noch zu besänftigen, will er nie wieder als Ghost Rider auftreten.
Doch Johnny hat keine Wahl mehr als er Besuch von Moreau bekommt, der ihn auf einen kleinen Jungen mit Namen Danny aufmerksam macht, der das neue Ziel der Dämonen geworden ist. Danny ist der Schlüssel zur Vernichtung der Welt und nur Johnny kann ihn als Ghost Rider beschützen?

Ich gebe ganz ehrlich zu das mir der erste Ghost Rider ganz gut gefallen hat. Die breite öffentliche Meinung und die Verkäufe an den Kinokassen und der DVD und BluRays sagen da etwas ganz anderes. Doch ich muss auch sagen, dass ich mir von dem Film nicht allzu viel versprochen hatte. Lediglich einen kurzweiligen und unterhaltsamen Comic-Popcorn-Movie hatte ich erwartet und auch präsentiert bekommen.

© 2011 – Sony Pictures

Bei Ghost Rider Spirit of Vengeance bin ich mit genau der gleichen Einstellung an den Film gegangen. Aber ich wurde enttäuscht. Wo der erste Film auch durch seine Besetzung mit Peter Fonda als Mephistopheles überzeugen konnte und die gut aussehende Eva Mendes ein Blickfang war enttäuscht die Fortsetzung. Nicht nur das Nicholas Cage weniger Haar zu bieten hat, auch mit seinem Bauch wirkt er nicht mehr so heldenhaft. Ein brennendes Skelett mit Bierbauch ist alles andere als schön anzusehen. Das kann auch die enge Lederkluft nicht kaschieren.
Auch die Nebendarsteller wissen nicht wirklich zu überzeugen. Christopher Lambert war früher ein sehr charismatischer Schauspieler, der mit seinem „Silberblick“ Frauen bezirzen konnte. Als ganzkörpertätowierter Mönch mit Glatze funktioniert dies bei Weitem nicht mehr. Auch Violante Placido als weiblicher Blickfang ist nicht wirklich eine Offenbarung. Über Geschmäcker lässt sich bekanntlich sehr gut streiten, gerade wenn es um Frauen geht, aber für mich ist Violante hier ganz klar fehlbesetzt. Der einzige schauspielerische Lichtblick in diesem tristen Ensemble ist Idris Elba als Moreau. Er spielt alle anderen mit seiner Ausstrahlung und Leistung an die Wand.

Photo by Jasin Boland – © 2011 Columbia Pictures Industries, Inc. All Rights Reserved. ALL IMAGES ARE PROPERTY OF SONY PICTURES ENTERTAINMENT INC.

Der einzige Fortschritt zum ersten Teil sind die Effekte. Der Schädel und die Flammen wirken einfach nur genial. Auch das neue Motorrad und die Fähigkeit sich jedes Vehikel zu eigen zu machen sind gelungene Ideen, die auch sehr gut umgesetzt wurden. Was mir ebenfalls von der Grundidee gefallen hat, war den Rider allgemeine düsterer zu machen, als er im ersten Teil war. Auch die Action kommt, zumindest bei mir, sehr gut an. Leider dauert es, bis es wirklich rundgeht. Denn die Geschichte ist wahrlich kein Highlight und lässt sich mit einem Satz umschreiben. Keine Twists, keine Überraschungen, nichts was sich nicht schon lange vorhersagen lässt. Man merkt dem Film leider an, dass Er nur noch die Hälfte des Budgets von Teil 1 zur Verfügung hatte.

Photo by Courtesy of Columbia Pictures – © 2011 Columbia Pictures Industries, Inc. All rights reserved.

FAZIT:

Leider bleibt auch mit gesetzteren Erwartungen nur ein mittelmäßiger Streifen zurück, der auch nach dem zweiten Anschauen nicht besser wird. Für mich als Marvel-Movie-Fan war der Film ein Muss, unter anderem wegen der limitierten Steelbox. Wer aber mit dem Ghost Rider nicht viel anfangen kann oder den ersten Film bereits nicht mochte, der sollte bestenfalls auf die TV-Ausstrahlung warten.

Filmlaufzeit: 91 Minuten
Laufzeit Extras: 108 Minuten
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch
Reginalcode: 2

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Ultimate Spider-Man Episode 20 (Clip) + Episode 19 (Clip)

Nach etwas längerer Zeit beglückt uns Marvel mal wieder mit einem kleinen Blick in die neue bevorstehende Ultimate Spider-Man Episode, die am Sonntag auf Disney XD (USA) ausgestrahlt wird. Diesmal wird es witzig mit Spider-Ham.

Und als kleinen Bonus reiche ich noch den Clip für die 19. Episode nach, in der Spidey ein kleines Team-Up mit dem Hulk hat.

Der ultimative Spider-Man im deutschen Pay-TV

Ab Montag ist es endlich soweit. Die neue Marvel/Disney-Serie „Ultimate Spider-Man“ startet im deutschen Pay-TV. Der deutsche Ableger von Disney XD, beginnt ab Montag den 10. September um 17:45 Uhr mit der Ausstrahlung der ersten Staffel. Während Montag zum Start noch eine Doppelfolge gesendet wird, ist dann immer Monatgs bis Donnerstags eine Folge an der Reihe. Die Wiederholung findet tags darauf um 9:30Uhr und 13:40 Uhr statt. Das und die Ankündigung das eine zweite Staffel bereits bestellt wurde, ist für Spidey-Fans eine echte Wohltat.

© 2012 Copyright Marvel & Subs.

Marvel Kurz-Reviews (2): Spider-Man und die neuen Rächer 30 – 33 [Panini, Juni 2010 – November 2010]

Die zweiten Kurz-Reviews mit den letzten Ausgaben von „Spider-Man und die neuen Rächer“ vor dem großen Event „The Siege“…

Spider-Man und die neuen Rächer #30

Eine Woche ist es her seit Hoods Gang von den neuen Rächern geschlagen wurde, doch sie konnten das Gerät, dass ihnen die Kräfte nahm, mitnehmen. Leider hat es im Kampf etwas abbekommen und ist defekt. Dr. Jonas Harrow soll es reparieren. Während Spider-Man Jessica Jones Cage gegenüber über die enorme Wichtigkeit seiner Geheimidentität philosophiert, versucht Dr. Harrows Hoods Gang davon zu überzeugen mit ihm zusammen einen eigenen Deal mit Norman Osborn einzugehen und sich Hood abzuwenden, schließlich hat er das Gerät wieder in Gang gesetzt und damit einen Trumpf in der Hand. Parallel dazu sind nun auch andere Rächer zu Spider-Man und Jessica Jones Cage gestoßen und es wird beraten, wie man gegen Norman Osborn vorgehen sollte. Clint Barton (a.k.a. Ronin) schlägt vor ihn zu töten. Bevor die Diskussion zu Ende ist, werden die Rächer zur Hilfe gerufen doch es ist eine Falle …

FAZIT:

Eine super Ausgabe der neuen Rächer. Brian Michael Bendis bringt wieder alles unter einen Hut: Action & Soap. Immonen liefert die passenden Zeichnungen. Besonders die von Bendis eingefügten Soap Elemente machen seine Serien meist lesenswert und Kleinigkeiten (wie hier der nervöse, an der Decke langlaufende Spider-Man) sorgen für Lacher und Schmunzler. Die Spannung wird auf konstant hohem Niveau gehalten und die Geschichte endet mit einem Cliffhanger, der neugierig auf die nächste Ausgabe macht.

Spider-Man und die neuen Rächer #31

In der letzten Ausgabe hatte Dr. Jonas Harrow und die ehemaligen Mitglieder von Hoods Syndikat es mit dem von den neuen Rächern zurückgelassenen Kräfteabsorbierer geschafft nicht nur die neuen Rächer ausser Gefecht zu setzen, sondern auch Norman Osborns Dark Avengers in die Schranken zu weisen. Nach einer schnellen Einigung von Osborn und Harrow, erhalten zumindest die Dark Avengers ihre Kräfte zurück, und gerade als diese die Lage klären wollen, taucht Mockingbird mit einem alten Rächer-Quinjet auf um ihre Freunde und Kollegen zu befreien.
So scheint auch dieses Abenteuer für die neuen Rächer gerade nicht gut ausgegangen zu sein, als sich herausstellt, dass Luke Cage ein ernstes gesundheitliches Problem bekommt und ihm auch die Nachtschwester wegen seiner undurchdringlichen Haut nicht helfen kann. So bleibt den neuen Rächern nur die Chance ihren Freund an Osborn auszuliefern, um das Leben von Luke zu retten.

FAZIT:

Diese Ausgabe ist ziemlich flach und durchwachsen. Die einzigen zwei Highlights für mich waren zum einen ein ausrastender Spider-Man, der sich richtig genussvoll an Osborn rächt und die Flucht und das anschließende Gespräch mit Ms. Marvel von Jessica Jones. Immonens Zeichnungen sind wie fast gewohnt von guter Qualität und ausreichender Dynamik, dafür schwächelt die Story etwas, auch wenn man dennoch gerne wissen möchte, wie es mit Luke nun weitergeht.

Spider-Man und die neuen Rächer #32

Luke liegt nach seinem Anfall noch immer geschwächt in Osborns neuer fliegender HAMMER-Festung. Um ihn dort zu finden und zu befreien benötigen die neuen Rächer die Unterstützung einiger alter Freunde. Doctor Voodoo und Doctor Strange finden Luke, während die neuen Rächer in Camp Hammer in New Mexico eine Ablenkung starten, damit Misty Knight, Das Ding, Iron Fist, Hellcat, Valkyrie, Daredevil und Lukes Freundin Jessica Jones ihn befreien können. Doch Osborn rechnet mit so etwas, auch wenn er die Rettungsaktion nicht verhindern kann. Er hat Luke etwas eingepflanzt, doch die neuen Rächer wissen diese Kleinigkeit gegen Osborn zu nutzen …

FAZIT:

Bendis und Immonen liefern eine actionreiche und dramatische Ausgabe ab. Sehr schön, wie Osborn hier vorgeführt wird und noch besser ist wie die neuen Rächer endlich als ein Team, eine Einheit agieren und das, ohne vorher unnötig herumzustreiten. Die kleinen Zwischenspiele mit Hood sind auch ganz interessant, aber leider auch etwas vorhersehbar, aber vielleicht ändert sich das noch bis Siege.

Spider-Man und die neuen Rächer #33

Hawkeye ist noch immer im H.A.M.M.E.R.-Helicarrier gefangen und wird dort von Norman und seinen Dark Avengers gefoltert, nur um das Hauptquartier der neuen Rächer zu erfahren. Doch auch diese sind nicht untätig und planen derzeit die Befreiung von Clint Barton. Allen voran seine Ex-Frau Bobbie, alias Mockingbird, gefolgt von Ms. Marvel und Spider-Woman machen sich die Damen, die auch noch von Jessica Jones unterstützt werden, auf den Weg. Unterdessen wird Clint von Mentallo gefoltert um seinen Willen zu brechen …
Als kleiner Bonus gibt es noch eine Kurzgeschichte mit Captain America, Steve Rogers. Darin erfährt der Leser einiges interessantes aus der Zeit nach Caps Rückkehr aus dem Eis. Welche Untersuchungen und Nachweise er erbringen musste, um anerkannt zu werden, und was sich alles seit seinem Verschwinden verändert hat.

FAZIT:

Die Bilder des dritten New Avengers Annuals sind größtenteils wirklich nur als überragend zu bezeichnen. So schlicht, natürlich und dennoch sexy, sah Bobbie meines Wissens nach noch nie aus, wie sie Mike Mayhew auf der 5. und 6. Seite dieses Abenteuers darstellte. Auch die Hintegründe sind wirklich malerisch, und wenn Teile der Stadt gezeigt werden, könnte man es glatt für Fotografien halten. Doch es gibt auch ein wenig Kritik. Männer und Monster scheinen nicht gerade Mayhews Stärke zu sein. Clint hat behaartere Beine als ein Gorilla, Dark Spider-Man sieht aus wie ein Klops auf Stelzen, Norman sieht aus wie … naja, einfach nicht wie Norman Osborn mit diesem Babyface und Spider-Mans Proportionen auf den Seiten 30/31 sind ein Hohn für jegliche Anatomie. Und das Schlimmste ist Steve Rogers Bild am Schluss. Irgendwie erinnert mich das Gesicht an Mr. Incredible aus Disneys „Die Unglaublichen“.
Die zweite Story aus den Avengers Classics ist zwar auch keine Schönheit, weiß aber Captain America wesentlich besser darzustellen, bzw. dessen Charakter besser im Bild festzuhalten. Zwar ist das Ganze wesentlich Cartoonlastiger und weit weniger realistisch angesiedelt, aber gerade diese minimalistische und die harten Kanten machen den Captain hier besonders sympathisch. Dafür ist leider die Story keine Offenbarung, wenngleich es sehr schön ist, weitere Details aus Caps Leben nach seiner Rückkehr zu erfahren.

Marvel Comic Klassiker (4): Wolverine #1: Tod in Japan [Feest, Juli 1992]

Heute widme ich mich mal wieder einem Klassiker. Und zwar einem wirklichen Klassiker. Wolverine: Tod in Japan vom Feest Verlag.

Wolverine #1: Tod in Japan

Logan ist ein Mutant mit außergewöhnlichen Selbstheilungskräften, einem Adamantiumskelett und rasiermesserscharfen Klauen, und als Wolverine ist er auch ein Mitglied der X-Men.
Eigentlich wollte Wolverine nur nach Japan, weil seine große Liebe Mariko den Kontakt zu ihm vollständig abgebrochen hat. Als er jedoch in Tokyo ankommt und dort von seinem Freund und ehemaligen Mitstreiter Andou erfährt, dass Mariko nun verheiratet ist, sieht er nur noch eine Möglichkeit. Logan muss Mariko aufsuchen und sie persönlich zur Rede stellen. Dass aber auch ihr tot geglaubter Vater wieder das Oberhaupt des Yashida Clans gibt, bleibt dabei nicht die einzige Überraschung.
Neben den Ninjas der Organisation „Hand“ muss sich Wolverine auch noch mit einer ziemlich zwielichtigen Kämpferin herumschlagen, die es nicht nur auf Logans Herz abgesehen hat.

(v.l.n.r.) Marvel / Condor / Feest / Panini

Mit diesem Album legte Feest die erste, nur vier Ausgaben umfassende, eigene Serie mit dem titelgebenden kleinen und sympathischen Kanadier mit dem großen Herzen und noch größeren Kampfgeist auf Deutsch vor. Neben diesem großformatigen Album gab es die Miniserie auch noch im Gruppe X Taschenbuch Nummer 14 vom Condor Verlag. Leider gehen in der Taschenbuchveröffentlichung viele Details der Zeichnungen verloren und auch der Text musste stark gekürzt werden, um in diesem kleinen Format noch lesbar zu bleiben. Auch Panini hat sich dieser Miniserie nochmals angenommen und sie zum einen innerhalb der Reihe „Marvel Exklusiv Sonderband #5“ und als eigenständigen Band mit dem Titel „Wolverine“ veröffentlicht. Das Feest Album hat den Charme der Farbraster und das Handlettering, was es für mich zur besten Version macht. Dafür ist aber leider die Bindung eher bescheiden, wodurch man selbst bei sorgfältiger Behandlung in kürzester Zeit eine lose Blatt-Sammlung hat. Paninis Veröffentlichungen haben dafür von allen Versionen (auch zum US-Original) die kräftigsten Farben, was wohl auch am verwendeten Papier liegt. Die Übersetzungen sind sowohl bei Feest als auch Panini sehr nah am Original. Während somit das Feest Album und die Paniniveröffentlichungen dem US-Original noch am ähnlichsten ist, muss man bei der Condor-Taschenbuch-Version sehr starke Abstriche machen. Die Bilder sind stark verkleinert, wodurch viele Details verloren gehen und ähnlich ist es auch mit dem Text. So wurde aus „Er ist gross und bösartig, ein Einzelgängergrizzly. Es gibt keine tödlichere und schrecklichere Kreatur… …ausser mir. Seine Klauen leuchten im Halbdunkel. Meine auch.“ das verstümmelte Fragment „Da ist er! Ein großer, bösartiger Grizzly! Die… …Klauen blitzen! Ha!“. Dies ist ein sehr gutes Beispiel, wie stark für die Taschenbuchausgaben gekürzt werden musste. Doch neben diesem Problem gibt es noch ein weiteres. Die Farben sind in der Taschenbuchversion zwar ähnlich, aber wesentlich dunkler und vermitteln auch durch fehlende und anders gesetzte Schattierungen sehr viel von der eigentlichen Stimmung. Ungeachtet dessen, für welche Veröffentlichung man sich entscheidet, erwartet einen dennoch ein wahrer Klassiker.

(v.l.n.r.) Marvel / Condor / Feest / Panini

Niemand anderes als der X-Autor schlechthin, Chris Claremont hat sich mit dem Zeichner zusammengetan, der wenige Jahre später auch noch Daredevil und Batman neu definieren sollte. Die Rede ist hierbei von Frank Miller. Claremont war der Autor, der Mitte der siebziger Jahre Marvels Mutanten mit dem Giant Size X-Men #1 aus dem Dornröschenschlaf weckte. Es folgte ein beispielloser Run bei den Uncanny X-Men der auch heute noch unter vielen Fans als einer der einflussreichsten und langanhaltensten Läufe in der Comicgeschichte gehört. Er führte neue Figuren und Verknüpfungen ein, die auch heute noch Bestand haben. Ähnlich ist es mit Frank Miller. Seine späteren Werke, wie eben Sin City und 300, und seine Arbeiten an Daredevil oder Batman, werden nicht ohne Grund von vielen Comicfans so bewundert. Immer wieder schaffte er es sich selbst und die Figuren, mit denen er arbeitete, neu zu definieren oder auf die nächste Stufe ihrer Entwicklung zu heben.

Beide schaffen es, den ursprünglich als Hulk-Gegner kreierten (in US-Incredible Hulk #181) Charakter hier neu zu erschaffen und mit einer glaubhaften und tragischen Vergangenheit auszustatten. Wolverine wird hier nicht mehr nur als wilder Berserker und Opfer des Waffe-X-Projektes präsentiert, sondern als ein intelligenter und kampferfahrener Profi, der sein Herz an eine wunderschöne Frau verloren hat. Eingerahmt wird diese Liebesgeschichte mit einer Mischung aus klassischem Eastern und knallharter Agentenaction. Heraus kommt dabei eine glaubwürdige Geschichte mit wirklich tollen Bildern von einem noch jungen und frischen Frank Miller. Während Chris Claremont von vielen gefeiert wird, gibt es aber auch Kritiker seiner Werke. Oftmals wird er als „Schwafler“ bezeichnet, denn seine Geschichten sind oft extrem textlastig und von Wiederholungen geprägt. Sehr viele Rückblicke, aus nicht allzu weit zurückliegender Vergangenheit, verlangsamen oftmals den Lesefluss oder unterbrechen ihn sogar. In diesem Fall ist es aber glücklicherweise noch nicht so ausgeprägt.

Sehr gut dazu passen dann auch Frank Millers Bilder. Sein Spiel mit Licht und Schatten, sowie die hier schon beginnende, aber leider noch viel zu unausgeprägte, Arbeit mit Silhouetten und fehlenden Hintergründen als Stilmitteln sind wunderschön anzusehen. Insgesamt ist es aber auch durch die Panelaufteilung und die Kolorierung bedauerlicherweise grafisch gesehen nur ein Comic unter vielen aus den frühen achtziger Jahren. Wo wir gerade bei der Kolorierung sind. Diese ist, wie es eben zu dieser Zeit üblich war, noch nicht mit Computern gemacht worden, sondern in Handarbeit. Und dies merkt man eben auch. Kleinere „Fehler“ machen hierbei einen ganz bestimmten Charme aus und die doch sehr groben Farbraster erinnern an die typischen Roy Lichtenstein-Gemälde.

Einen Nachteil hat Miller aber zu dieser Zeit trotzdem gehabt. Er besaß noch keinen wirklichen eigenen Stil und wirkt daher stellenweise nur wie ein Zeichner von vielen, die Marvel zu dieser Zeit hatte. Dies ist nicht unbedingt schlecht, denn seine Kollegen haben damals wirklich tolle Arbeiten abgeliefert, aber wenn man nur im direkten Vergleich und bei sehr genauem Hinschauen den Unterschied zwischen einen Frank Miller, Dave Cockrum, Ross Andru, Al Milgrom oder Bob McLeod sieht, dann wirkt es fast schon zu abwechslungsarm.

Ebenfalls leicht negativ fällt hier in dieser Version das Lettering des Bandes auf. Dieses ist zwar wunderschön anzusehen, da es sich um echtes Handlettering handelt, was bedeutet, dass die Texte hier von Hand geschrieben wurden und nicht mit einer handschriftähnlichen Schriftart generiert werden. Der Nachteil ist jedoch, dass es in bestimmten Situationen schwerer lesbar ist, weil der Text eben gequetscht oder unnatürlich angeordnet werden musste.

FAZIT:

Alles in allem bleibt dennoch ein wirklich toller Klassiker übrig, der auch heute noch überzeugen kann. Selbst ohne eine mögliche Fanboy-Nostalgie-Brille ist dieser Band etwas Besonderes. Er überzeugt mit einer eindrucksvollen Geschichte, die von ebenso stimmungsvollen Bildern getragen wird. Für mich ist dieser Band auf jeden Fall eine Pflichtlektüre im Bereich der US-Superhelden. Denn Claremont und Miller haben hier wirklich etwas Zeitloses geschaffen, das auch heute noch begeistern kann.

Zu finden ist dieser Klassiker in der ein oder anderen Version auf Ebay, den üblichen Comicmarktplätzen oder Trödel- und Flohmärkten.

Marvel Kurz-Reviews (1): Spider-Man und die neuen Rächer 26 – 29 [Panini, November 2009 – Mai 2010]

Dies wird der Versuch ältere Ausgaben (keine Klassiker) mal in kurzen Reviews zusammenzufassen. Ich hoffe es gefällt euch.

Spider-Man und die neuen Rächer #26

Die Secret Invasion ist überstanden und die neuen Rächer haben neue Freunde und Verbündete gefunden. Bucky als neuer Captain America bietet dem jungen Team ein neues Hauptquartier. Doch nicht nur das Osborn nun der neue mächtigste Mann der USA ist, auch das Baby von Luke und Jessica ist noch immer in den Händen von Jarvis dem Skrull. Um sein Kind wiederzubekommen, schlägt Luke mit den neuen Rächern neue Wege ein. Als jedoch auch das nicht zum Ergebnis führt, bleibt ihm nur noch ein Ausweg. Er bittet Norman Osborn um Hilfe…

Fazit:

Dark Reign beginnt düster und brutal. So scheint es zumindest. Neben der vielen Gewalt, der Angst und dem Misstrauen, schimmern trotzdem noch Hoffnung, Glück und Freundschaft hervor. Bendis schafft es hier, unterstützt von den hervorragenden Zeichnungen von Billy Tan, ein kleines Märchen des Glücks zu zaubern. Besonders gefällt mir hierbei auch die derzeitige Zusammensetzung des Teams, das schafft noch einiges an Spannungen.

Spider-Man und die neuen Rächer #27

Nachdem Luke und Jessica endlich ihr Baby zurück haben, tritt auch schon der nächste Schock ins Leben der neuen Rächer. Norman Osborn schart ein neues Team von angeblichen Rächern um sich. Nicht nur das einige seiner Thunderbolts, Venom, Moonstone und Bullseye als Black Spider-Man, Ms. Marvel und Hawkeye dabei sind, auch Wolverines Sohn und Ares, sowie der Sentry konnte er für seine Interessen gewinnen. Normal selber tritt als eine Mischung aus Ironman und Captain America, der Iron Patriot, auf. Nicht zu Unrecht sind die neuen Rächer und auch Bucky als neuer Captain America verärgert. So werden hier doch die Ideale von allen durch den Dreck gezogen. Der Versuch Norman und seine Rächer in eine Falle zu locken schlägt jedoch fehl. Statt Iron Patriot und der Rächer erwarten Spidey und die neuen Rächer, der Hood und sein Gefolge von Superschurken. Diese Erfahrung führt Clint zu einer Entscheidung und einer Tat die für seinen Charakter zwar nicht unüblich ist, aber dennoch in dieser Form seinesgleichen sucht… Die zweite Story zum füllen dieses Heftes, ist ein Prolog zur Serie Secret Warriors. Hier treffen wir auf Nick Fury, der erkennen muss, das seine Weltansichten und moralischen Vorstellungen, genau wie die von Steve, in dieser neuen dunklen Welt vielleicht keine Relevanz mehr haben.

Fazit:

50 Ausgaben der New Avengers gehören natürlich gefeiert. Das dies hierbei mehr eine grafische Pracht als eine storytechnische ist, enttäuscht mich doch schon ein wenig. Zwar sind die Zeichnungen von Gaststars wie Brian Hitch, Alex Maleev, Steve Epting, Greg Horn, Leinil Yu, Steve McNiven uvw., sehr schön anzusehen, doch ein über sage und schreibe über 14 Seiten gehender Kampf ist für mich wahrlich keine Offenbarung. Weit mehr überzeugen konnten mich da die letzten zwei Seiten in denen Clint nicht nur eine harte Entscheidung durchzieht, sondern auch eine mit großer Tragweite. „Deklaration“ aus „Dark Reign: New Nation“ bildet die Vorgeschichte zu den Secret Warriors und stellt so einiges an den Charakterzügen und Handlungen „alter“ klassischer Figuren des MU in Frage. Nicht jedoch ohne dabei das ganze als Frage zu formulieren.

Spider-Man und die neuen Rächer #28

Der Hood will der neue Meister der Magie werden. Dafür muss er Doktor Strange aus dem weg räumen und das Auge von Agamotto in seinen Besitz bringen. Doch Strange will es dem Hood nicht leicht machen und sucht Hilfe bei den neuen Rächern. Zusammen wollen sie nun den neuen Meister der Magie suchen der in die Fussstapfen von Doktor Strange schlüpfen soll um die Welt zukünftig vor Dämonen aus allen Welten zu beschützen. Währenddessen haben auch die neuen Rächer mit ein paar kleinen Problemen zu kämpfen. Clint wird zum neuen Führer der Rächer ernannt und stellt Spider-Man auch gleich vor eine Folgenschwere Entscheidung. Er soll ihnen seine Geheimidentität offenbaren oder das Team verlassen.

Fazit:

Diese Ausgabe der neuen Rächer ist fantastisch. Dies ist aber nicht als Wertung zu verstehen, sondern vielmehr eine Aussage über die Geschehnisse. Dämonen, Höllensöhne, Zauberer, und von Dämonen besessene Kriminelle bilden den Kern rund um die neuen Rächer. Osborn und seine Machenschaften, Dark Reign und die Angst der Bürger treten hier in den Hintergrund und machen dem übersinnlichen, mystischen und märchenhaften Platz. In diesem Zusammenhang für meinen Geschmack nicht ganz passend, aber immer noch in Ordnung.

Spider-Man und die neuen Rächer #29

Doctor Strange landet mit den neuen Rächern in New Orleans weil das Auge von Agamotto dort den neuen Meister der Magie aufgespürt hat. Doch auch Hood hat seinen Weg dorthin gefunden und ist seinerseits auf der Suche nach dem Auge, um sich dessen Macht erneut anzueignen. Der trifft jedoch „nur“ auf Daimon Hellstrom, der wiederum nichts besseres zu tun hat um den Dämon herauszulocken der Hood kontrolliert. Schon kurz darauf finden sich Daimon und die neuen Rächer deshalb in einem Chaos wieder das Dormammu verursacht hat. Auch das Auge von Agamotto hat seine Wahl inzwischen getroffen, und während Dr. Strange damit sehr zufrieden ist, scheint der neue Träger noch eher unsicher zu sein…

Fazit:

Bendis fährt echt üble Geschütze auf. Das Fantasy-Epos welches sich im letzten Heft noch andeutete weitet sich nun massiv aus, und zauberhafte Kämpfe finden statt. Billy Tans dunkle Zeichnungen und Justin Ponsors ebenfalls sehr düstere Farbgebung tauchen das ganze in eine fast tragische Umgebung. Sehr viele Rottöne dominieren geradezu das Abenteuer der neuen Rächer. Kleine Anmerkung am Rande. Die Variant-Cover der originalen New Avenegers-Hefte fangen das Fantastische dieser Geschichte wesentlich besser ein als die normalen Cover und auch die Auswahl der deutschen Cover, aber das nur nebenbei.