Der Gratis Comic Tag 2012 – Ein Resumé (inkl. Umfrage)

Am 12. Mai war auch dieses Jahr wieder der Gratis Comic Tag. Der Dritte um genau zu sein. Diesmal hatte ich sogar die Zeit und habe ich mich persönlich aufgemacht meinen Stammshop, Comic Attack in Erfurt, zu besuchen. Gegen halb elf war ich vor Ort und es war schon ganz schön was los.
Viele Menschen bevölkerten den gemütlichen Laden mit seinen kompetenten Mitarbeitern. Doch leider waren nur wenige Käufer dabei. Die meisten nahmen sich ihre Gratis Comics und gingen wieder. Als guter Kunde und Abonnent habe ich natürlich mein monatliches Paket geholt und von den Jungs auch noch einen Komplettsatz der Gratis Comics welche ich in den letzten zwei Wochen hier auf meinem Blog vorgestellt habe.

Hier nun nochmal die gesammelten Links zu den einzelnen Besprechungen:

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 1) –
Die Comics von Panini

mit dabei: „Spider-Man“, „Justice League“, „Sweet Tooth“, „Star Wars“, „Bongo Comics für Umme“ und „Game of Thrones“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 2)  –
Die Comics von Plem Plem Productions und Zwerchfell

mit dabei: „Whoa (Gratis) Comics“ und
„Zuckerfisch on the Rocks“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 3) –
Die Comics von Egmont Balloon und Ehapa Comic Collection

mit dabei: „Garfield“, „Der Vampir von Benarez“ und „Donald Duck“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 4) –
Die Comics von Weissblech und Kazé

mit dabei: „Horror Schocker“, „Blue Exorzist“ und
„Akuma To Love Song“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 5) –
Die Comics von TheNextArt und Cross Cult

mit dabei: „The Walking Dead“ und
„Blue Evolution (Volume 3)“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 6) –
Die Comics von Comic Culture und Carlsen

mit dabei: „Wave And Smile“, „Don Quijote“ und
„Nocturnal Nemesis/Grimoire“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 7) –
Die Comics von Avant Verlag und Underground Comix

mit dabei: „Die Katze des Rabbiners“ und
„Piratengold“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 8) –
Die Comics von Reprodukt und Tokyopop

mit dabei: „Comic Girls“ und
„Fräulein-Rühr-Mich-Nicht-An“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 9) –
Die Comics von Epsilon und Salleck Publications

mit dabei: „Aldebaran“ und „Die Pauker/
Die Zauberschule Abrakadabra“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 10) –
Die Comics von HolzHof und Schreiber&Leser

mit dabei: „HolzHof Comix #2“ und
„Cosa Nostra – Die schwarze Hand“

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 11) –
Die Comics von Toonfish und Splitter

mit dabei: „Die Welt der Schlümpfe“,
„Zombies“ und „Thorgal“

Zusammenfassend kann ich sagen das mir der diesjährige Gratis Comic Tag sehr gut gefallen hat. Die „Ausfallquote“ war sehr gering und vor allem waren viel mehr Independent-Verlage vertreten als noch die Jahre zuvor. Zwar waren nicht alle Hefte glücklich gewählt was den Inhalt betrifft, aber dies sind Sachen aus denen man für den nächsten Gratis Comic Tag 2013 nur lernen kann.
Auch das sich die Verlage diesmal mit „Exklusivmaterial“ zurückgehalten haben, und stattdessen mehr Vorschaumöglichkeiten auf kommende Highlights genutzt haben finde ich sehr gelungen. In meinen Augen ist der Gratis Comic Tag immerhin dazu gedacht neue Kunden zu gewinnen und in Serien und Genres hineinzuschnuppern die einem sonst eventuell entgehen würden.
Schade hingegen ist das einige Verlage dieses Jahr komplett fehlen bzw. nicht teilgenommen haben. Seien es der Mosaik – Steinchen für Steinchen Verlag, Piredda, Finix oder auch der Eidalon Verlag. Ich hoffe dahingehend aber das wenigstens einige der genannten im nächsten Jahr wieder ein wenig aus ihrem Verlagsportfolio präsentieren und uns den Fans und Lesern so neue Leckerbissen schmackhaft machen können.

Und zum Schluss noch zwei kleine Umfragen:

Hack/Slash 1-3: Der 1. Schnitt/Tödliche Fortsetzung/Freitag, der 31. (Cross Cult, Oktober 2007/Juli 2008/August 2009)

So, da ich die ersten 3 Bände dieser Serie in einem Rutsch gelesen hab, werd ich das Ganze etwas zusammenfassen.

Zur Story:

Cassie Hack ist die letzte Überlebende einer Slasher-Attacke (Slasher sind so etwas wie Serienmörder, nur erstehen Slasher wieder von den Toten auf. Die Außenseiterin reist mit ihrem entstellten Kumpel Vlad durch die Lande (sprich: Die USA), um Slasher zur Strecke zu bringen, dabei erledigen die beiden in den ersten 3 Bänden folgende Fälle bzw. Slasher:

  • Die Geschichte der Lunch-Lady oder auch Cassies „Origin“ (typische Außenseitergeschichte, mit einer Folge der Simpsons kombiniert  :omg: ).
  • Ein paar Cheerleader werden von einem maskierten Kerl in einem Camp (am Crystal Lake?) gemeuchelt, dieser entpuppt sich jedoch als einfacher Serienkiller.
  • Ein ehemaliger Veterinär terrorisiert ein kleines Kuhkaff mit seinem Friedhof der Kuscheltiere
  • Ein religiöses Slasher/Serieniller-„Paar“ vergnügt sich auf Americas größtem, öffentlichem Fuckfest … ähm ich meine Amerikas größter Spaßveranstaltung, dem Spring Break (hat man auch schon 100 mal gesehen).
  • 2 Zwillingsbrüder, auch eher Serienkiller, wenn ihr mich fragt, slashen sich durch eine Comiccon (hier hätte der religiöse Slasher vom Spring Break, was das Aussehen angeht, wohl besser hingepasst).
  • Ein Junge namens Freddy Krueger … Sorry ich meine natürlich Ashley Kramer tötet Kinder im Schlaf … Nuff said!
  • Cassie & Vlad werden zu einer Forschungseinrichtung geführt, wo Slasher (u.a. „Pinhead“ und „Pennywise“) auf ihre Regenarationsfähigkeiten untersucht werden, um eine neue Faltencreme herzustellen. :tick:  Unnötig zu erwähnen, dass die Slasher ausgerechnet an diesem Tag ausbrechen …
  • Cassie muss Vlads Körper retten, da die Serienkillerin vom Spring Break ihren Körper mit dem des Riesen getauscht hat … Hilfe bekommt das Gothic Chick hierbei vom Voddoo-Master himself: Der Mörderpuppe Chucky … oder Chuckie (ja Seeley gingen hier wohl die Ideen aus, um Ideen abzukupfern war er scheinbar auch zu faul, deswegen transportiert er jetzt eben bekannte Filmslasher 1 zu 1 in seine Comics und kann sich nicht mal entscheiden wie sie richtig heißen, epic Writers ftw).
  • Ein paar Jungfrauen verschwinden, eine kiss-ähnliche Glamrock-Band samt satanistischer Texte soll damit in Verbindung stehen (klingt neu? Nein? Ist es auch nicht!).
  • Verschiedene, kleinere Fälle wie: An Weihnachten kommt Vlad, Slasher im Weltall und Cass & Vlad vs. die Slasher-Version des weißen Hais.

Fazit:



Die positiven Dinge sind für mich: Die Aufmachung des Comics, die Zeichnungen passen auch und das Team Cass/Vlad geben der Serie etwas Tiefe … Ach so die Vlad-Sex-Sache war auch noch ganz lustig. Bevor ich die negativen Sachen erwähne, muss ich zugeben, dass ich kein eingefleischter Slasher-Fan bin, dennoch habe ich einige der Filme, die hier Paten standen, gesehen. Ich fand also, dass eine Serie, die diese Trash-Streifen auf die Schippe nehmen will, durchaus Potenzial hat. Umso ernüchternder war es festzustellen, dass dieses Potenzial hier nicht wirklich genutzt wird. Die Serie ist (bis zu Band 3 mal auf jeden Fall, was meine Meinung angeht) flach, unlustig und einfach nur sinnlos (es gibt keinen wirklichen, roten Faden) … die Ideen, die man hier hatte wurden kopiert, was ok wäre, wenn die Kopie wenigstens einen Sinn hätte, hat sie hier aber nicht: Die Stories sind fade und vom Design her haben mir nur der Prediger aus der Spring Break-Story und die Comiczwillinge „gefallen“ (die Zwillingsidee war zumindest mal was anderes für mich). Übrigens fängt band 2 mit der bescheuertsten Einleitung an, die ich je gelesen hab.

Mein Rat: FINGER WEG!

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Fables 1: Legenden im Exil (Panini, November 2006)

Stellt euch folgendes Szenario vor: Das Märchenland, mit allen Helden und Schurken aus eurer Kindheit, wie dem großen, bösen Wolf, Schneewittchen, Rosenrot, der bösen Hexe und Jack (der von der Bohnenstange ;)) würde, parallel zu unserer Welt, existieren. Stellt euch nun vor, diese Märchenfiguren wären, aufgrund eines übermächtigen und bösen Feindes, der das Märchenland versklaven will, gezwungen in unsere moderne Welt bzw. Zeit zu fliehen und in einer geheimen Gemeinschaft mitten unter uns zu leben. Wie würden sie sich bei alltäglichen Problemen wie Geldmangel, Eheproblemen oder sogar Morden verhalten?

Genau dieser Frage geht Bill Willingham in seiner Serie „Fables“ nach. Die Kriminalgeschichte um den Mord an Rose Red ist für mich in der Form zwar nichts besonderes, dient sie meiner Meinung nach nur dazu, die Fables in Fabletown und ihre Geschichte vorzustellen, dennoch lässt sich hier schon das großé Potenzial erahnen, welches die Serie nachher noch entfalten wird …

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Locke & Key 1: Willkommen in Lovecraft (Panini, September 2009)

Joe Hill erzählt hier, mit zeichnerischer Unterstützung von Gabriel Rodriguez, folgende Geschichte:

Nach dem Mord an ihrem Mann, Rendell, zieht Nina Locke mit ihren 3 Kindern, Tylor, Kinsey und Bode in das „Keyhouse“ in Lovecraft, Massachusetts, das sich im Besitz der Familie befindet, um die schrecklichen Ereignisse zu verarbeiten. Jeder der 4 entwickelt dabei sein eigenes Verhalten, um mit dem Erlebten fertig zu werden: Ty, der älteste Sohn, den seine eigenen Schuldgefühle aufzufressen scheinen, sondert sich komplett von der Familie ab und bleibt meist alleine. Kinsey verändert ihr Aussehen so oft, dass sie sich selbst nicht mehr wiedererkennt. Nina selbst versucht ihre Trauer in Alkohol zu ertränken, während der kleine Bode anfängt, das große und durchaus mysteriöse Haus zu erforschen. Dabei findet er nicht nur eine Tür, die ihn in einen Geist und wieder zurück verwandeln kann, sondern auch ein geheimnisvolles Mädchen, das ihn ein wenig über die Geheimnisse des Hauses (und vor allem seiner Türen) erzählt. Dieses Mädchen scheint jedoch auch mit Rendells Mörder in Verbindung zu stehen und hilft diesem bei der Flucht aus der Nervenheilanstalt. Wieder auf freiem Fuß macht sich Sam Lesser ebenfalls auf den Weg zum Keyhouse, um sich endlich das zu nehmen, was er schon von Rendell wollte: Den Überall-Schlüssel, der alle Türen im Haus öffnet …

Joe Hill sollte als Sohn von Tabitha und Stephen King das Erzählen quasi in die Wiege gelegt bekommen haben und tatsächlich schafft er es, mit passender, grafischer, Unterstüzung durch Gabriel Rodriguez, die Geschichte eines mysteriösen Hauses, was praktisch in jedem Unterhaltungsmedium schon einmal erzählt wurde, durch neue und spannende Aspekte zu erweitern. Wie bei vielen Geschichten, bleibt man hier nach dem ersten Band mit mehr Fragen als Antworten zurück, was natürlich zu Band 2 Ködern soll. Ich werde die Serie weiter im Auge behalten, sie genießt bei mir jedoch keine erhöhte Priorität.

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Lenore 1: Kopfnüsse (Panini, April 2012)

Diese Review soll gleichzeitig eine Comic-Empfehlung sein, dabei handelt es sich um einen Comic, der mir sehr am Herzen liegt, nämlich:


Dieser Comicband enthält eine Sammlung von Comicstrips, die sich um das untote, zehnjährige Mädchen Lenore, das aufgrund einer Krankheit starb und wiederkehrte (Dirge wurde durch Edgar Allan Poes „Lenore“ zu dieser Figur inspiriert) und dessen makaberen Abenteuer drehen. Diese Abenteuer (Lenore als Babysitter, Lenore als Ballerina(!) auf einer Beerdigung, Lenore bei einer Zaubershow …) enden für die Personen/Tiere in Lenores Umgebung nicht selten tödlich, ohne dass Lenore diese „Unfälle“, die sie verursacht jedoch bewusst herbei führt. Zwischendurch nutzt Dirge die Zeit um sich selbst und seine Gedanken (in Comicform) etwas vorzustellen/zu erläutern, oder um andere, nicht minder skurrile Figuren aus der Welt von Lenore vorzustellen, da hätten wir z.B. einen zur Stoffpuppe verwandelten Vampir, einen arm- & beinlosen Kannibalen oder einen Harlequin mit … sagen wir mal „Aussetzern“.

Was Dirge hier im Alleingang bringt ist natürlich kein Comic, der sich mit dem Maßstab, den Leute wie Gaiman, Moore, Ennis oder Ellis mit ihren Werken setzen/gesetzt haben, messen lässt, dafür sind die Geschichten und die Zeichnungen zu simpel. „Lenore“ will sich aber meiner Meinung nach auch gar nicht mit solchen Comics messen. Mir persönlich hat Lenore ziemlich viel Spaß gemacht, die Serie lebt durch ihre Zwiespältigkeit: Auf der einen Seite haben wir natürlich Figuren wie Lenore oder Lumpenkarl, die einfach nur verdammt niedlich und süß sind, auf der anderen Seite haben wir den bitterbösen und makaberen Humor (wobei ich hier sagen muss, dass, neben den vielen Gags, die zünden, es auch ein paar gibt, die nicht zünden). Eben dieser Humor wird wohl nicht Jedermanns Geschmack sein, dennoch hoffe ich, dass die kleine Lenore guten Anklang finden wird, so dass man sich bei uns noch lange an dieser wundervollen Serie erfreuen kann.

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Sweet Tooth 1: Aus dem tiefen Wald (Panini, Mai 2012)

Der neunjährige Junge Gus lebt mit seinem strenggläubigen Vater in einer Holzhütte im Wald, abgeschieden von der Zivilisation. Soweit so normal, wäre Gus nicht ein Hybride, eine neue Art, eine Kreuzung aus Mensch und Tier, in Gus‘ Fall: Halb Mensch, halb Hirsch. Hinzu kommt, dass die Zivilisation, so wie wir sie kennen, vor 7 Jahren, aufgrund einer unbekannten Krankheit, größtenteils unterging. Gus‘ Mutter starb daran und auch sein Vater ist davon befallen. Gus‘ ist der Einzige, der gegen die Krankheit immun zu sein scheint, wie alle Hybrid-Kinder. Deshalb wollen ihm auch viele Menschen ans Leder und Gus Vater versucht ihn zu lehren, wie er dem entgehen kann.
Dann jedoch erliegt auch der Vater dieser Krankheit und auf seiner ersten Solo-Wanderung durch den Wald wird Gus fast von ein paar Jägern getötet, wäre da nicht der mysteriöse Jepperd, der ihn in letzter Sekunde rettet und ihm anbietet, ihn in ein Reservat für Hybrid-Kinder zu bringen. Entgegen der Warnungen seines Vaters und vorrangegangenerAlpträume bezüglich Jepperd, folgt der Junge dem Mann in eine fremde und ihm feindlich gesonnene Welt …

Sweet Tooth ist für mich ein eigenwilliger Comic, sowohl was Story als auch Zeichnungen angeht. Dennoch schafft es Lemire hier, dass die Geschichte einen völlig in ihren Bann zieht. Diese Abgeschiedenheit am Anfang in Verbindung mit den flehenden Gebeten von Gus Vater … die Anschauung, dass jeder Andere, der nicht um Erlösung fleht ein Sünder sei, der hilflose Gus, der die Welt um ihn herum nicht versteht … all diese Aspekte werden für meinen Geschmack gut vermittelt und so leidet man mit dem kleinen Hybriden … der Cliffhanger am Schluss ist natürlich auch fies, was die Wartezeit auf Band 2 umso bitterer erscheinen lässt.

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A God Somewhere (Panini, Februar 2012)

Sam, Eric, dessen Bruder Hugh und Alma sind Freunde seit Eric und Hugh den afroamerikanischen Sam auf der Uni vor ein paar Rassisten gerettet haben. Jahre später ist Hugh mit Alma, auf die alle 3 scharf waren, verheiratet, während Eric und Sam zusammen bei einem Paketdienst arbeiten. Eines Nachts explodiert Erics Wohnhaus, dieser sieht die Explosion als Zeichen Gottes, da er sie nicht nur als einziger unverletzt überlebt, sondern seitdem auch noch über übermenschliche Kräfte verfügt. Diese setzt Eric am Anfang ein um Menschen, Cops und Regierung zu helfen. Währenddessen entfernt er sich jedoch immer mehr von den Menschen … er sieht sie als minderwertig und ausrottungswürdig an … was ihn zum Staatsfeind Nr. 1 macht…

Was sich auf den ersten Blick als Superheldencomic darstellt, ist in Wirklichkeit eine Geschichte über (menschliche) Probleme: Sam ist ein Looser, alles was er hat (Job, ein Dach über dem Kopf etc.) verdankt er Eric, außer Eric hat er, wenn man von den Tagträumen von einer glücklichen Beziehung zwischen ihm und Alma absieht, nichts, das führt sogar dazu, dass er Eric später folgt, um über ihn zu berichten.
Hugh befindet sich zwar in einer glücklichen Ehe mit Alma, ihn quält jedoch die Barriere zwischen ihm und seinem Bruder sowie ihm und Sam, seine Behinderung scheint ihn später dann entgültig zu brechen.
Alma liebt Hugh über alles, die Verletzung von Hugh durch Eric führt nachher jedoch zum Bruch der Gruppe, außerdem kommt es zwischen ihr und Hugh immer wieder zum Streit, da Hugh Alma nahe legt, seine Mutter um Hilfe zu bitten bzw. ihn zu verlassen.
Eric scheint mit seinen Superkräften zwar gut bedient zu sein, doch scheinen die Möglichkeiten bzw. die Verantwortungen, die diese mit sich bringen zuviel für einen einzelnen Menschen zu sein, was sein aggressives Potenzial steigert, zur Entfremdung führt und in einen Jesus/Gott-Komplex mündet, der Eric zu einem Massenmörder werden lässt.

Während die Probleme von Alma, Hugh und Sam relativ plausibel sind, bzw. nachvollziehbar erklärt werden, gibt es für Erics Sinneswandel keine direkte bzw. eindeutige Erklärung. Man könnte meinen, dass seine Superkräfte ihm die Möglichkeit geben, seine Aggressivität, die schon vorhanden ist (siehe Sams Rettung), mehr auszuleben. Dagegen spricht, dass Eric die Menschen anfangs beschützen bzw. ihnen helfen möchte. Vieles spricht natürlich auch dafür, dass Eric den Verstand verliert, dafür hat er aber, meiner Meinung nach, bei den Treffen mit Sam zu klare Momente. Vielleicht ist es aber auch einfach so, dass wir (Menschen) aus Sicht eines höheren Wesens (Eric) wirklich nur Tiere sind, die es verdient haben zu sterben.

Nach der Lektüre des Comics fand ich mich in der Rolle Sams wieder, während der Comic selbst in diesem Vergleich Eric wäre. Ich fragte mich warum? Am Schluss gibt der Comic nämlich keine genaue Antwort, was man natürlich als Schwäche des Comics auslegen könnte. Ich sehe dies nicht so, da hier Spielraum für Interpretationen geschaffen wird, was zum nachdenken anregt. Auf einer weiteren Ebene könnte man natürlich auch sagen, dass der Comic seine eigene Aussage damit unterstützt: Sowie der Mensch Sam das Handeln des gottähnlichen Wesens Eric nicht nachvollziehen kann, bzw. Eric seine Fragen nicht direkt beantwortet, so bietet der Comic dem Leser auch keine direkte Antwort.

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Ein neuer Autor wird Mueli77’s Feine Welt unterstützen.

Ich freue mich euch mitteilen zu können, das ab sofort in unregelmäßigen Abständen zerodeadeye diesen Blog mit Comicreviews unterstützen wird. Ich hoffe er und seine Reviews finden ebenso Anklang, denn er wird auch die Themenbereiche abdecken die für mich eher unbekannt, oder noch Neuland sind.

zerodeadeye wird definitiv eine Bereicherung für diesen Blog werden und ich freue mich darauf mit ihm hier zusammenzuarbeiten.

Seine erste Review wird auch gleich online gehen, so das ihr euch selbst ein Bild von seinen Fähigkeiten machen könnt.

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 11) – Die Comics von ToonFish und Splitter

Mit der heutigen Review endet mein kleiner Gratis Comic Tag 2012-Marathon. In den letzten 11 Tagen habe ich alle 30 Comics des diesjährgen Gratis Comic Tages reviewt und ich hoffe ihr hattet ein wenig Freude daran, oder habt eventuell ein paar Serien für euch entdecken können. Für mich persönlich war dieser Gratis Comic Tag wieder sehr interessant und spannend, weil es Hefte gab die ich so aus meinem Bauchgefühl wohl niemals mitgenommen hätte, mich dann aber doch Schlussendlich überraschen konnten. Doch bevor ich jetzt ein Fazit ziehe sind erstmal die Hefte von Splitter und dessen Imprint ToonFish dran. Das endgültige Fazit kommt dann am Wochenende mit einer Zusammenfassung…

Die Welt der Schlümpfe: Gargamel und die Schlümpfe (Gratis Comic Tag 2012)

Drei Geschichten aus der „Welt der Schlümpfe“ präsentiert Splitters Imrpint ToonFish in diesem Jahr.
Zuerst versucht Gargamel einen Oger davon zu überzeugen das Schlümpfe das leckerste auf der Welt sind und will ihm dann auch noch zeigen wo er welche findet. Doch der Oger hat da so seinen eigenen Weg und auch die Schlümpfe sehen nicht tatenlos zu wie der Oger fast zielgerichtet gen Dorf spaziert…
In der zweiten Geschichte lässt sich ein riesiger Vogel auf Gargamels Schornstein nieder und das will der bösartige Zauberer natürlich nicht zulassen. Doch der Vogel will sich nicht verjagen lassen. Als er dann auch noch ein Junges bekommt sieht Gargamel nur eine Möglichkeit, jedoch nicht ohne von Schlumpfine und Schlaubi beobachtet zu werden…
Als letztes erhält Gargamel Besuch von seinen drei kleinen Neffen und will diese natürlich auch sofort zu erfolgreichen Schlumpfjägern trainieren. Als die Vier sich also aufmachen Schlümpfe zu jagen kommt es zu einem kleinen Zwischenfall infolgedessen die drei kleinen Neffen sogar im Schlumpfdorf landen…
FAZIT:
Wie schon im letzten Jahr ist auch dieses Heft wieder eine fast nostalgische Reise in die eigene Jugend. Mit drei neuen (bisher unveröffentlichten) Geschichten macht ToonFish Appetit auf mehr. Mehr Gargamel, mehr Humor, mehr Azrael und vor allem mehr Schlümpfe. Und auch wenn inzwischen Peyos Neffe mitsamt einer Vielzahl von Künstlern an den Abenteuern sitzt ist der Charme noch immer der gleiche.
Nicht nur für Kinder gilt, dass man mit den Schlümpfen einfach nicht viel falsch machen kann. Es sei denn man kann den kleinen blauen Wichten so überhaupt nichts abgewinnen.

Zombies #0: Tod und Agonie (Gratis Comic Tag 2012)

Manchmal (vor allem nach vielen erfolgreichen Jahren) ist ein Schauspieler nichts mehr wert. So ähnlich geht es auch dem früher sehr erfolgreichen Horrordarsteller Serge Lapointe, der mit diversen Zombiefilmen erfolgreich war. Doch nun ist sein Stern verglüht und der alternde Star tingelt von einem Filmfestival zum anderen.
Aktuell befindet er sich in Russland und versucht wenigstens noch ein wenig im Erfolg seiner vergangenen Filme zu baden. Sogar eine wilde Nacht mit einer heißen Blondine ist noch drin. Doch diese entpuppt sich zu seinem Entsetzen als Nutte und will 800 Dollar für die letzte Nacht. Aber das ist nicht Serges einziges Problem. Denn als er aus dem Fenster seines Hotelzimmers schaut muss er feststellen das die Stadt von Zombies überrannt wurde.
Von nun an beginnt ein Kampf auf Leben und Tod, und dem Versuch diese Hölle lebendig hinter sich zu lassen. Doch dazu muss Serge erstmal zum Flughafen Pulkowo kommen und von dort einen Flug erwischen…
FAZIT:
Zombies, Epidemien, Pandemien und Viren überall. Nach „The Walkind Dead“ aus den USA und „Die Toten“ aus Deutschland gibt es nun auch „Zombies“ aus Frankreich. Und was haben alle drei Serien gemeinsam? Ganz einfach. Sie sind würdige Vertreter dieses Genres. Denn auch „Zombies“ macht da keine Ausnahme und weiß mit tollen Bildern und einer dichten atmosphärischen Geschichte zu überzeugen. Auch der Humor kommt bei dieser doch eher tragischen Geschichte nicht zu kurz. Seien es die kleinen Anspielungen auf das offensichtlich große Vorbild „The Walking Dead“ oder die vielen kleinen anderen Seitenhiebe auf die Zombiefilme, -romane und -comics.
Wer mit Zombies und/oder einer der oben genannten Serien klar gekommen ist und gefallen daran gefunden hat, der ist auch bei dieser Reihe bestens bedient.

Thorgal: Das verschollene Langboot/Tjahzis Tränen (Gratis Comic Tag 2012)

Zwei abgeschlossene Geschichten rund um den nordischen Helden Thorgal präsentiert Splitter dieses Jahr in seinem zweiten Gratis Comic Tag-Beitrag.
Zuerst erleben die Mannen um Leif Haraldson und Gandalf eine furchtbare Schifffahrt durch einen gefährlichen Sturm. Als Gandalf auch noch Leif vorwirft seine Männer gezielt in den Tod zu schicken, kommt es zum Streit infolge dessen Leif an den Mast gefesselt wird und als Menschenopfer die Götter besänftigen soll…
In der zweiten Geschichte trifft Aaricia einen blinden Gott. Es handelt sich dabei um den eher unbekannten Gott Vigrid der um sich einen Namen zu machen auf Midgard gekommen ist um Heldentaten zu vollbringen. Doch gleich nach seiner Ankunft fällt er dem Riesen Hrun in die Hände, dem Hüter des Eises, und dieser stiehlt dem arglosen Gott sein Augenlicht. Nun versucht Aaricia dem blinden Vigrid zu helfen nach Asgard zurück zu kehren…
FAZIT:
Thorgal bietet sehr gute Unterhaltung in der Welt der nordischen Sagen- und Mythologiewelt. Sowohl storytechnisch als auch zeichnerisch bewegt sich das gesamte Heft auf sehr hohem Niveau. Die Geschichten sind atmosphärisch, dicht und wissen auch mit gezieltem Humor und Emotionen zu überzeugen. Grafisch sind beide Geschichten sehr gelungen und glänzen mit sehr detaillierten Zeichnungen und stimmungsvoller Farbgebung.
Auch mich, der sonst eher weniger mit nordischen Göttern und Wikingergeschichten anfangen kann, haben die beiden Geschichten überzeugt. Wenn man bedenkt das meine bisherigen Berührungspunkte mit nordischer Mythologie sich nur auf Marvels Thor bezogen hat, ist dies eine ganz klare Weiterentwicklung. Ich persönlich werde die Serie auf jeden Fall mal ins Auge fassen.

Die letzte Gratis Comic Tag-Review ist beendet und auch diesmal bedanke ich mich beim Comic Attack in Erfurt für den Komplettsatz an Gratis Comics. Wenn euch meine Reviews gefallen habe oder ihr Kritik und Verbesserungsvorschläge habt, dann haut sie ruhig in die Kommentare oder mailt mir an Blogmail. Am Wochenende wird es dann noch eine Zusammenfassung und ein Fazit zum Gratis Comic Tag geben.

Gratis Comic Tag 2012 (Reviews Teil 10) – Die Comics von Holzhof und Schreiber&Leser

Heute gibt es die vorletzte Review zu den Gratis Comic Tag Ausgaben dieses Jahres. Morgen folgt dann das große Finale und noch immer gilt, wenn ihr wollt das ich eine Zusammenfassung mache (oder eben auch nicht) dann postet es einfach unten in die Kommentare oder mailt mir (Mailadresse findet ihr im Impressum dieses Blogs). Aber nun geht es erstmal um die Ausgaben vom Holzhof Verlag und von Schreiber & Leser…

Holzhof Comix #2 (Gratis Comic Tag 2012)

Alwin arbeitet als Page in einem Hotel und verursacht durch seinen Arbeitseifer leider ein kleines Missgeschick, als er drei Koffer verliert und diese dummerweise auf einem Mülllaster landen. Nun muss Alwin die Koffer schnellstens wiederbesorgen…
Als nächstes erwacht durch eine Reihe von Zufällen der kleine Kobold Gabelfuss und findet sich in einer Welt wieder die er nicht mehr wiedererkennt. Eine Müllhalde, ein Stausee und was er aber noch gar nicht weiß, ist die Tatsache das er der letzte seiner Art ist…
Danach gibt es ein paar Abenteuer von Rolf und Robert die ihr Leben in der DDR schildern. Sei es das Altstoffsammeln um eine Angelrute kaufen zu können, oder die Vorbereitungen auf einen Fahrradausflug mit der gesamten Klasse…
Als letztes tauchen (wie schon im Gratis Comic von 2011) die Virtonauten von Remory auf. Diesmal im England Ende des 19 Jahrhunderts. Jack the Ripper ist gerade verschwunden und die drei entdecken durch Zufall das Labor von Professor Phillius Wombelrata, dem Erfinder des Virtomaten…
Die allerletzte Seite ist diesmal Schwarwels Schweinevogel gewidmet der glaubt einen neuen unbekannten Planeten entdeckt zu haben…
FAZIT:
Auch dieses Jahr ist das Heft vom Holzhof-Verlag eine bunte Mischung an klassischem Material aus DDR-Zeiten und aktuellem Material. Dabei gefällt vor allem das neben den Abenteuern von Rolf und Robert auch die beiden klassischen DDR-Figuren Otto und Alwin wieder neue Abenteuer erleben. Für mich als alter Ossi ist es immer wieder sehr schön zu sehen wie Sachen die früher in der „Zone“ erfolgreich waren, noch immer ihre Liebhaber finden.
Aber auch das neue Material ist sehr humorvoll und weiß mit gelungenen Zeichnungen zu überzeugen. Wobei mir davon der kleine Kobold Gabelfuss noch am besten gefiel. Mit den Virtonauten von Remory werde ich irgendwie nicht so richtig warm, auch wenn sowohl Story als auch Zeichnungen nicht schlecht sind.
Zusammenfassend wieder ein gelungenes Heft mit ein paar kleinen Längen und sehr viel Humor, den man stellenweise aber auch mögen muss.

Cosa Nostra: Die schwarze Hand (Gratis Comic Tag 2012)

Es ist Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. East Side von Manhattan, New York. Später würde dieses Viertel als Little Italy bekannt werden. Leonardo Teresi, den alle nur Bricks nennen wegen seiner roten Haare, ist ein aufgeweckter Junge der alles was auf der Strasse passiert mitbekommt. Und so entgeht es ihm auch nicht als ein verzweifelter Kupferschmied, Alfredo Morici, den Block regierenden Don Giuseppe aufsucht, weil er einen Brief erhalten hat in dem er 2000 Dollar zahlen soll, oder seine Familie würde ermordet werden.
Doch nicht nur Bricks hat Interesse an dem Geld. Diese Information macht sehr schnell die Runde und bald gibt es kaum jemanden der es nicht auf das Geld abgesehen hat…
Danach wird in einer sehr eindrucksvollen 6-seitigen Kurzgeschichte geschildert wie schnell die amerikanische Mafia Probleme lösen kann. Diesmal ist Louis „Pretty“ Amberg an der Reihe „gelöst“ zu werden…
FAZIT:
„Cosa Nostra“ schildert auf sehr eindrucksvolle Weise und mit sehr bewegenden Bildern wie es im Amerika (vorrangig New York) des beginnenden 20 Jahrhunderts voranging, als sich die verschiedensten Völker in diesem Land der Träume und Hoffnungen niederliessen. Das es nicht immer freundlich war und sehr oft nur rohe Gewalt regierte wird ebenso schonungslos geschildert wie die kleinen fröhlichen Momente des Erfolges oder Sieges. Manchmal bedarf es auch einfach nur eines bisschen Glücks.
David Chauvel und Erwan Le Saëc bilden die damalige Zeit sehr naturgetreu wieder. Die Zeichnungen sind gelungen und stimmungsvoll und die Farbgebung, welche sich vorrangig im roten und braunen Spektrum bewegt, untermalt die Emotionen sehr gut. Gewalt wird zwar ebenso nicht ausgeklammert, aber es wird wenigstens nicht explizit dargestellt. So wird einiges noch der Fantasie des Lesers überlassen.
Zusammenfassend ist „Cosa Nostra“ ein tolles Heft das ein eindrucksvolles Zeugnis der Zeit um die vorletzte Jahrtausendwende und den Beginn der italienisch/amerikanischen Mafiakultur darstellt.

Meine vorletzte Gratis Comic Tag-Review und auch heute danke ich nochmals dem Comic Attack in Erfurt für die freundliche Bereitstellung dieser 30 Gratis Comic Tag-Hefte.