Geschichten von keinerlei Interesse (4)

Geschichten von keinerlei Interesse

Heute gibt es bereits die vierte Folge meiner kleinen „Geschichten von keinerlei Interesse“. Zwar halten sich die Reaktionen noch immer zurück, aber mir macht es weiterhin Spaß die kleinen kurzen Storys zu verfassen. Und solange dies anhält, werde ich wohl weitermachen. Trotzdem könnt ihr mir weiterhin in den Kommentaren mitteilen, was ihr davon haltet. Weiterlesen

Geschichten von keinerlei Interesse (3)

Geschichten von keinerlei Interesse

Noch immer sind die Reaktionen auf meine kleinen „Geschichten von keinerlei Interesse“ eher gering. Aber solange sich keiner darüber beschwert, kann ich ja auch weitermachen und meiner manchmal doch etwas kranken Fantasie freien Lauf lassen, oder nicht?. Weiterlesen

Geschichten von keinerlei Interesse (2)

Geschichten von keinerlei Interesse

Bisher gab es kaum Reaktionen über die erste Folge der „Geschichten von keinerlei Interesse“. Daher weiß ich nicht wirklich, ob sie euch gefallen, oder nicht. Aber manchmal braucht es auch einfach nur ein bisschen Zeit. Und wenn es euch nicht gefallen würde, dann hätte ich es sicher schon erfahren. Schlechtes verbreitet sich eben schneller als Gutes. Das war schon immer so, und das wird auch immer so bleiben. Weiterlesen

Gedanken… (2)

Manchmal gibt es Zeiten und Situationen, in denen man nachdenklich wird. Dann kreisen bei mir Gedanken und Gedichte durch den Kopf, und gelegentlich bringe ich diese sogar zu Papier und es formen sich richtige Ideen daraus. Das heutige Gedicht hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, ist mir aber in den letzten Tagen wieder vermehrt durch den Kopf gegangen und bewusst geworden. Der Grund liegt in meinem Beruf und ein paar sehr emotionalen Ereignissen, aber das soll jetzt hier nicht wirklich etwas zu Sache tun. Stattdessen wollte ich es endlich einmal würdig präsentieren.

Ewigkeit Weiterlesen

Geschichten von keinerlei Interesse (1)

Geschichten von keinerlei Interesse

Öfters mal was Neues und trotzdem nie etwas Gescheites. Tja, das könnte das Motto dieser neuen Serie sein. Denn genaugenommen sind es nur kurze Geschichten, ohne Sinn und Verstand. Mal makaber, mal witzig, mal traurig, mal nachdenklich, mal erschreckend, mal niedlich, mal fröhlich …
Eigentlich könnte ich das jetzt ewig weiterführen, aber ändern würde es Nichts. Diese kleinen Geschichten von keinerlei Interesse werden ab jetzt unregelmäßig hier erscheinen. Wann genau kann ich noch nicht sagen, da ich die Geschichten nicht einfach so erfinde, sondern sie mir in den komischsten und unmöglichsten Situationen einfach einfallen. Und das kann dann auch mal ein wenig dauern. Wenn es euch gefällt, dann schreibt es ruhig in die Kommentare. Wenn nicht, dann natürlich auch. Hier ist auf jeden Fall erst einmal die erste Folge: Weiterlesen

Manga (8) (Judge Nr. 1-6) [Carlsen, November 2011 – September 2013]

Mit Judge legt der Carlsen Verlag unter seinem Imprint Carlsen Manga die indirekte Fortsetzung zu Yoshiki Tonogais Thriller „„Doubt““ in 6 Bänden gesammelt vor. Auch „Doubt“ hatte ich bereits hier auf dem Blog, damals aber einzeln, vorgestellt. Bei „Judge“ hatte ich mir geschworen, die Serie komplett zu lesen, weil das Warten bei „Doubt“ damals echt fies war. Das habe ich nun getan und an zwei Abenden die mehr als 1200 Seiten durchgelesen …

Manga Weiterlesen

Die Opalwälder #5 & #6 [Kult Editionen, 2008/2010]

Dominik_AVAYeah, die Opalwälder sind einfach genial! Kurz und knapp: Die Opalwälder ist eine sehr schön detailliert gezeichnete, in warmen kräftigen Farben gehaltene, mit vielen uns unbekannten Kreaturen und Geschöpfen, durchaus immer spannender werdende Fantasy Story. In diesen beiden Bänden nimmt die Handlung an Fahrt auf. Es gibt in beiden Bänden jeweils Ereignisse, die der Leser so nicht unbedingt hat kommen sehen. Das macht diese beiden Bände umso spannender. Was mir persönlich sehr gut dabei gefällt ist, dass die Handlung wirklich niemals zu kompliziert, zu unübersichtlich, zu verwirrend oder gar komplex wird. Nein, die Story nimmt zwar einen gewissen Fahrtwind auf, bleibt aber immer in sich logisch und vor allem leicht nachvollziehbar. Die Opalwälder zählt definitiv nicht zu den anspruchsvolleren Comics, das ist aber auch überhaupt nicht weiter tragisch, denn der Leser bekommt mit dieser Reihe eine absolut fantasyreiche Story erzählt, die absolut überzeugend zu unterhalten weiß! Was will der Leser mehr, als am Ende ein Comic beiseitezulegen, mit der Gewissheit, dass er gut unterhalten worden ist und sich auf den nächsten Band freuen kann?

Zeichnerisch hat sich in diesen Bänden in Bezug auf die vorherigen Ausgaben nichts verändert.

Tara war ungeachtet ihrer Jugend General der Paladine, bis sie erkannte, dass das wahre Licht anderswo leuchtet. Die schöne junge Frau ist eine der gefährlichsten Töterinnen, die jemals ausgebildet wurden. Sie hat Darko ihren Beistand bis zum Ziel seiner Suche zugesagt.

Xarchias ist der Pontifex, der von Lichthafen aus seine Priesterschaft und deren Waffen lenkt. Seine Macht erstreckt sich über alle fünf Reiche. Xarchias lebt seit Jahrhunderten durch die Kraft der Steine und saugt seinen jungen Opfern deren Lebenskraft aus.

Das geheimnisvolle Dorf Elf Wurzeln

Das geheimnisvolle Dorf Elf Wurzeln

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Schönheit – Limitierte Vorzugsausgabe [Reprodukt, Oktober 2013]

Dominik_AVASchönheit ist die Überraschung für mich schlechthin. Dieser Band hat mich von der ersten bis zur letzten Seite zutiefst gefesselt. Ich konnte durchgehend in eine fabelhafte Welt hinein tauchen. Ich bin schlicht und ergreifend beeindruckt von diesem Band. Bereits im Vorwort kann ich diesen Band jedem Comic Fan uneingeschränkt empfehlen.

Schönheit - Limitierte Vorzugsausgabe mit nummerierten DruckSchönheit – Limitierte Vorzugsausgabe mit nummerierten Druck

Beginnen möchte ich mit der sehr schönen Aufmachung dieses Bandes. Hier hat der Verlag Reprodukt absolut nichts falsch gemacht. Auf 152 Seiten im schicken Hardcover Format (Maße:  20,5 x 28 cm.) kommt dieser Band daher. Die Vorzugsausgabe beinhaltet ein Lesebändchen sowie eine kleine auf 999 limitierte Zeichnung. Der Preis liegt bei stolzen 39.00 Euro. Die reguläre Ausgabe kostet mit 36.00 Euro nur 3.00 Euro weniger. Wobei mir persönlich das Cover der regulären Ausgabe besser gefällt als das der Vorzugsausgabe, aber das ist reine Geschmackssache.

Kerascoët ist für die Zeichnungen verantwortlich, wohingegen Hubert das Szenario entworfen hat und die Farbgebung bestimmt.
Unter dem Pseudonym Kerascoët haben sich Marie Pommepuy und Sébastien Cosset bereits einen Namen gemacht. Kerascoët ist ein Künstlername, benannt nach einem kleinen Ort in der Bretagne.
Hubert studierte Kunst und arbeitet für verschiedene französische Verlage als Kolorist und Szenarist.

Morue alias Schönheit

Morue alias Schönheit

Klappentext:

Schönheit! Oh, wie sehr Morue sich danach sehnt! Und siehe da, eines Tages soll ihr Wunsch tatsächlich in Erfüllung gehen: Eine Fee lässt das unscheinbare Mädchen in den Augen eines jeden Betrachters als strahlende Schönheit erscheinen. Von nun an muss Morue sich der Avancen sämtlicher Männer aus nah und fern erwehren. Auch der junge Ritter Eudes erliegt ihrem Liebreiz. Doch warum sollte man sich mit der Rolle der einfachen Burgherrin bescheiden, wenn man ebenso gut das Herz eines Königs erobern kann?

Wird Morues anbetungswürdige Anmut ihr das so sehnlich erhoffte Leben gewähren? Und um welchen Preis?
Mitreißend und voll rabenschwarzen Humors hinterfragen Hubert und Kerascoët in ihrem opulenten Feenmärchen das allseitige Streben nach Schönheit.

Wie lässt sich der Inhalt dieses Bandes am ehesten umschreiben? Ich denke, das Wort „Zauberhaft“ trifft, es ganz gut. Hubert und Kerascoët schaffen es bereits innerhalb von wenigen Augenblicken, den Leser zu verzaubern. Das mag zum einen an den absolut passenden Zeichnungen liegen. Für eine Fabel oder ein Märchen sind diese Zeichnungen genau richtig. Eine anderweitige Darstellungsart wäre einfach nicht passend. Es sind unfassbar schöne, vor allem harmonische Zeichnungen, die den Leser zum Verweilen einladen. Die Farbgebung ist in sich stimmig und gibt gekonnt die jeweilige Situation der handelnden Charaktere wieder. Besonders hervorzuheben ist, dass dabei alles wie aus einem Guss wirkt. Die Autoren haben sich mit den verschiedenen Märchen der Welt befasst, immer wieder kann der Leser kleine Anspielungen auf uns bekannte Märchen entdecken. So sind kleine Anspielungen durchaus mal im Text oder auch in den Zeichnungen zu finden. Es gibt eine Szene, wo Morue einen Frosch küsst. Natürlich erinnert diese Szene an „Der Froschkönig“. Auch „Aschenputtel“ oder Dornröschen“ fallen mir spontan ein.

Meinem Empfinden nach ist dieser Band für keine bestimmte Altersgruppe oder ein bestimmtes Geschlecht gedacht. Ich würde diesen Band jedem wärmstens empfehlen. Das Thema Schönheit betrifft sowohl Frau und Mann, Kind, Jugendliche und Erwachsene. Jeder Leser, der dem Thema Schönheit nicht abgeneigt ist, macht mit diesem Band nichts falsch.

Die Farbgebung ist durchgehend kräftig gehalten. Selbst bei Dunkelheit bekommt der Leser einen strahlenden Eindruck der ausdruckstarken Farben. Das verursacht eine innere Wärme beim Lesen.
Die Zeichnungen sind eher einfach gehalten. So sind die Charaktere zumeist einfach bekleidet und tragen keine aufwendigen Details an ihren Körpern. Diesbezüglich ist die Farbgebung der Kleidung meist auf einen Farbton (weiß, rot, blau …) „reduziert“. Hintergründe sind stets vorhanden und werden ebenso wie die Kleidung teilweise schlicht und „einfach“ dargestellt. Immer mal wieder jedoch bekommt der Leser sehr fein ausgearbeitete Hintergründe zu bestaunen. Diese laden den Leser, in Kombination mit der warmen Farbgebung, zum Verweilen ein. Was mir persönlich sehr gut gefallen hat, ist die ausgefeilte Mimik der Gesichter. Die Stimmungen der jeweiligen Personen sind sehr gut zu erkennen und werden hervorragend eingefangen.
Zeichnungen und Farben ergeben einen Mix aus dem, wie ich mir ein Märchenabenteuer einfach vorstelle. Es passt von Anfang an Perfekt wie die Faust aufs Auge.

Die Geschichte beginnt in einen kleinem Dorf, in dem Morue aufwächst.
Morue ist sichtlich keine Schönheit, sie hat es in ihrem Dorf sehr schwer.
Morue wird nicht gerade geliebt von den Dorfbewohnern, sie muss harte Arbeit leisten, um den Tag zu überstehen. Die Welt in der Morue lebt unterteilt sich in den Norden und den Süden. Es gibt diesbezüglich das Königreich des Nordens und das Königreich des Südens. Der Glaube an gute Feen ist in der Bevölkerung beständig. Die Feen sind Wesen, denen die Bevölkerung Opfergaben darbringt. Einige Menschen behaupten, die Feen können Wünsche erfüllen.

Morue ist Schönheit

Morue ist Schönheit

König Maxence regiert das Königreich im Süden, König Eber das Königreich im Norden.
Eines Tages schafft es Morue zu fliehen und zufälligerweise erfüllt ihr ein Frosch einen Wunsch:
Morue wird zwar weiterhin hässlich bleiben und auch altern, jedoch in den Augen eines jeden anderen wird sie die perfekte Schönheit sein. Es kommt, wie es kommen muss, die Ereignisse überstürzen sich. Morue alias Schönheit findet Zuflucht bei dem Ritter Eudes in seiner Burg. Das Leben geht weiter, jedoch erfahren auch König Maxence und König Eber von der Schönheit bei Eudes. Es dauert nicht mehr lange und ein Krieg zwischen den beiden Königreichen beginnt. Das Chaos rund um Schönheit scheint ihren Lauf zu nehmen. Als wäre das noch nicht genug, haben auch die Feen ihre Finger mit im Spiel …

Was mir durchgehend gefallen hat, ist dass Morue mal als die Schönheit und mal als Morue dargestellt wird. Da es sich um ein und dieselbe Person handelt, mag dies durchaus etwas schwierig sein, aber Hubert und Kerascoët haben dies hervorragend gemeistert. Der Band enthält insgesamt drei Teile:

1 – Erfüllte Wünsche
2 – Die wankelmütige Königin
3 – Einfache Sterbliche

Meinem Empfinden nach haben die jeweiligen Teile einen unterschiedlichen Erzählrhythmus.
Ich habe dies jedoch als überhaupt nicht störend empfunden, ganz im Gegenteil.

Während der Leser den Eindruck bekommt, dass sich der Teil „Erfüllte Wünsche“ recht viel Zeit für die Entwicklung der Handlung und der Charaktere nimmt, so wirkt der zweite Teil „Die wankelmütige Königin“ vielleicht ein wenig überstürzt. Das mag aber auch durchaus daran liegen, dass sich die Ereignisse überstürzen. Erst zum Ende hin nimmt sich der Band wieder die Ruhe des ersten Teils an. Das hat aber keinerlei Auswirkungen auf die Spannung dieses Bandes. Spannend ist der Band vom Anfang bis zum Schluss. Gerade zum Schluss will man es noch mal Wissen und der Leser atmet erleichtert auf, wenn er den Band dann beiseitelegt.

Es geht schlicht und ergreifend um das Verlangen nach Schönheit.

Eine seltsame Begegnung im Wald bei Nacht.

Eine seltsame Begegnung im Wald bei Nacht.

Dabei loten Hubert und Kerascoët die jeweiligen Blickwinkel in Bezug auf die Schönheit aus. Das Thema Liebe spielt dementsprechend eine sehr große Rolle. Immer mal wieder kann es vorkommen, dass sich der Leser mit den jeweiligen Handlungen einer Person identifizieren kann. In Schönheit verliebt sich beinahe jeder Mann! Ganz besonders hervorheben möchte ich den „rabenschwarzen“ Humor der Autoren. Dieser spielt mit den Erwartungen und den Vorurteilen der Leser. Zwischenzeitlich scheint es sogar, dass die Wahrnehmung des Lesers überlistet wird. Für den einen riecht man nach Fisch und stinkt. Für den anderen ist dies der Duft des Meeres.
Die Geschichte ist weitaus mehr als nur eine Fabel oder ein Märchen. Sie ist tiefgründig und lotet die guten sowie die schlechten Seiten von purer Schönheit aus. Die Tiefgründigkeit ist dabei jedoch niemals zu philosophisch. Der Band ließt sich durchweg sehr angenehm und ist stets nachvollziehbar und logisch aufgebaut. Dabei machen die Autoren keineswegs vor wahnsinnigen Taten halt. Menschen werden ermordet, vergewaltigt, Inzucht wird betrieben und noch weitaus mehr Gräueltaten erwarten den Leser. Diese sind jedoch keineswegs zu drastisch in Szene gesetzt.
Zu guter Letzt möchte ich einfach noch kurz loswerden: Schönheit liegt im Auge des Betrachters!

Morue hat es nicht leicht...

Morue hat es nicht leicht…

Kaufen, Kaufen Kaufen!

„Schönheit“ – Reguläre Ausgabe

Die reguläre Ausgabe von Schönheit und die limitierte Vorzugsausgabe könnt ihr hier bei Amazon erwerben.

Solanin #1 und #2 [Tokyopop, April/Juli 2013]

Heute möchte ich euch eine interessante Entdeckung meinerseits vorstellen:
Solanin wurde mir von Freunden empfohlen, die eigentlich keine Manga oder Comics lesen.
Allein aus diesem Grund war ich neugierig. Es kommt wie es kommen muss, ich habe mir beide Bände zugelegt und möchte nun darüber berichten.

Solanin Band 1 und Band 2

Solanin Band 1 und Band 2

Klappentext:

Meiko und Taneda sind ein junges Pärchen, das in seinen eintönigen Bürojobs versauert und eines Tages beschließt, alles anders zu machen. Kein Job? Neuer Job? Besserer Job? Keine Beziehung? Neue Beziehung? Bessere Beziehung? Meiko und Taneda müssen sich quälenden Fragen stellen, deren Antworten sie in eine ungewisse Zukunft führen.
Eine Geschichte über folgenschwere Entscheidungen und die Gewissheit, dass das Leben keinen Reset – Knopf hat.

Wenn man erst einmal im Beruf steht und sich die gewohnte Routine eingeschlichen hat, könnte man sich fragen: Was wäre wenn ich alles anders gemacht hätte? Würde ich dann ein anderer Mensch sein? Würde mein Leben völlig anders sein? Ist man im Leben glücklich mit einem Job? Möchte ich jetzt bis an mein Lebensende arbeiten? In diesem Manga geht es um die ernüchternde Realität. Fragen, die junge Leute im Arbeitsleben bewegen, was wäre wenn?
Dementsprechend dürfte ich persönlich, ebenso wie meine Freunde, die mir diese Manga Bände empfohlen haben, die Zielgruppe darstellen.

Taneda und Meiko leben in einer gemeinsamen Wohnung. Seit ein paar Jahren sind sie bereits ein Paar. Schule und Ausbildung sind soweit abgeschlossen, das Leben läuft. Taneda und Meiko funktionieren im japanischen System. Mitten In Tokio schlagen die beiden sich durch das Leben. Ihre Beziehung läuft auch wie gewohnt dahin. Alles geht den gewohnten Trott, bis Meiko aus heiterem Himmel ihren Job kündigt. Taneda hat ein paar Minijobs und spielt in einer Band. Meiko versucht derweil von ihrem gesparten Einkommen das Leben zu genießen. Was ist das Ziel des Lebens? Was kann man mit so viel Freizeit eigentlich alles anfangen? Und ganz nebenbei scheint ihre Beziehung auseinander zugehen…

Ein Feuerwerk

Ein Feuerwerk

Die Story ist wirklich gut beschrieben. Sie ist in sich schlüssig, so wie es das Leben schreibt.
Ähnlich wie das Leben von Meiko und Taneda dümpelt der Manga vor sich hin. Der Leser spürt förmlich durchgehend dieses eintönige, beinahe langweilige Leben von Meiko und Taneda. Es passiert zwar einiges, was auch durchaus spannend ist, aber dennoch hatte ich das Gefühl, wie im richtigen Leben auch, dass eine gewisse Routine aufkommt. Erst zum Schluss des ersten Bandes kommt ein absolut genialer Cliffhanger, der es wirklich in sich hat! Ganz im Ernst, danach muss man sofort den zweiten Band lesen, und ohne zu viel zu verraten, zu Beginn des zweiten Bandes wird der Leser in Sicherheit gewogen. Erst nach und nach wird dem Leser dann die bittere Realität klar und deutlich! Das ist richtig gut gemacht. Und wenn man dann diese bittere Realität akzeptiert hat geht es darum mit den Charakteren, allem voran Meiko, ein neues Leben zu beginnen. Musik ist ein zentrales Hobby von Taneda und auch Meiko. Wer schon mal in einer Band gespielt hat, kann sich sicherlich vorstellen, wie wichtig einem Musik sein kann. Das Thema rund um die Band wird durchgehend aufgegriffen und spielt eine zentrale Rolle bis zum Schluss von Solanin.

Die Story hat mir richtig gut gefallen, ja sie regt zum nachdenken über das eigene Leben an. Dennoch, das letzte I – Tüpfelchen für einen absoluten Hit fehlt mir irgendwie. Keine Frage, die beiden Bände sind Geschmackssache, ich bin sehr zufrieden damit, aber am Ende auch leicht durcheinander. Es ist keine Story, die danach einfach so aus dem Kopf verschwindet. Für mich hat einfach dieses absolute „Wow“ Gefühl gefehlt.

Realitätsnahe Zeichnungen

Realitätsnahe Zeichnungen

Was kann ich zu den Zeichnungen sagen?
Inio Asano seine Zeichnungen sind für einen Manga auf einem sehr hohem Niveau. Weitestgehend realistisch dargestellt sind seine Charaktere. Zwischendurch gibt es immer wieder mal ein paar Slapstick Einlagen die die jeweilige Situation gut darstellen. Zeichnerisch sind diese dann durchaus etwas albern dargestellt, was aber eher ernüchternd und durchaus lustig wirken mag auf den jeweiligen Leser. So kann es vorkommen, dass die Bandmitglieder Strohhalme in der Nase haben, oder ein Vogel jemanden auf den Kopf macht…

Ich hatte das Gefühl, dass einige Zeichnungen Bilder sind, die bearbeitet wurden. Damit meine ich Fotos, die mit einem Computerprogramm dementsprechend angepasst wurden. Das lässt das Wasser des Flusses so dermaßen realistisch wirken, auch einige Häuser wirken dementsprechend realistisch. Dieser Kniff wirkt anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, ist aber nicht weiter tragisch. Im späteren Verlauf fällt es beinahe gar nicht mehr auf, der Leser hat sich daran gewöhnt.
Die Proportionen der Charaktere sind der japanischen Realität entsprechend. Hier gibt es keine Frauen mit „riesigen“ Brüsten.

Beide Bänden haben zusammen 28 Kapitel, doch wurde diesen keine Überschrift gegeben. Es hat den Anschein, dass diese einfach den jeweiligen Abschnitten der Handlung dienen.

Dominik_AVAFAZIT:

Ich kann diese Manga eigentlich uneingeschränkt empfehlen. Wie gesagt, für mich fehlte das letzte i-Tüpfelchen für einen absolut perfekten Manga. Es ist und bleibt ja auch Geschmackssache, aber die definierte Zielgruppe sollte allenfalls ein Auge riskieren. Wer sich natürlich überhaupt nicht mit Geschichten über die Realität und den Alltag identifizieren kann, der wird es mit diesen Bänden schwer haben.

Ich werde weitere Werke von Inio Asano im Blick behalten. Neugierig bin ich jedenfalls.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2013 Tokyopop

Diese beiden Manga Bände können in jeder gut sortierten Buchhandlung oder auch bei Amazon bestellt werden.

„Solanin 01“ bei Amazon bestellen.
„Solanin 02“ bei Amazon bestellen.

Die Übertragung [avant–verlag, April 2013]

Heute möchte ich über eine sensationelle Entdeckung meinerseits berichten, nämlich über den hervorragenden Comic von Manuele Fior: „Die Übertragung“.

Aufmerksam geworden auf Manuele Fior bin ich durch den meiner Meinung nach sehr gelungenen Comic: Fünftausend Meter in der Sekunde“. Dieser hat mir so gut gefallen, dass ich bereits mit einer enormen Vorfreude auf sein neuestes Werk gewartet habe. Haben mich in “Fünftausend Meter in der Sekunde” die schönen Zeichnungen und allem voran die Farbgebung maßgeblich umgehauen in Kombination mit einer hervorragenden Story, so sieht es auf den ersten Blick bei „Die Übertragung“ ganz anders aus.

Die Übertragung

Zeichnerisch ist der gesamte Band in schwarz – weiß gehalten. Bereits das Cover enthält dementsprechend keine Farbgebung. Zeichnerisch hat mir dieser Band auch ohne Farbe äußerst gut gefallen. Ein wenig gewöhnungsbedürftig sind allerdings die Gesichter und deren Formen. Diese wirken durchaus etwas unpassend zum gesamten Körper der Figuren, was aber in Bezug auf die Story und deren Verlauf nicht weiter tragisch ist. Die Gesichter wirken teils etwas rund, teils etwas lang gezogen, wahrscheinlich verstärkt die enorme Ausdrucksweise der gezeichneten Augen diesen Eindruck. Die Zeichnungen sind nicht zu sehr detailverliebt im Hintergrund sowie an den Charakteren selber. Alles ist schön zu erkennen und für den Leser wahrzunehmen. Dennoch, etwas mehr Detailverliebtheit würde meiner Meinung nach nicht schaden. Richtig gut zur Geschichte passend gelingt es Manuele Fior die Zeichnungen so zu gestalten, dass durch diese die Spannung stellenweise bis ins Unermessliche steigt. So gibt es in einer Szene auf knapp 2 Seiten nahezu nur Dunkelheit zu sehen. Die Zeichnungen skizzieren ein Wechselspiel zwischen Licht und Schatten, zwischen Tag und Nacht. Immer wieder aufgelockert durch beeindruckende panoramaartige Ansichten, die den Leser in den Seiten schwelgen lassen. Eine lockere und durchaus erschwingliche Atmosphäre wird am Tag unter anderem durch gekonnt in Szene gesetzte Aquarelltupfer erzeugt. Dies geschieht vornehmlich in wichtigen Gesprächen der einzelnen Charaktere.

Die Aufmachung dieses Bandes kann sich ohne Kompromisse sehen lassen. Im Hardcover-Format (Maße: 22,8 x 30,7 cm ) auf 176 Seiten macht der Berliner Avant – Verlag absolut nichts falsch.

Ohne ein Vorwort geht es direkt mit der Geschichte auch schon los:

KLAPPENTEXT

In einer nahen Zukunft ist die gesellschaftliche Entwicklung erstarrt. Während sich die reiche Oberschicht in Enklaven auf dem Land absondert, übernehmen die jungen Menschen die aufgegebenen Stadtzentren und suchen dort nach einem anderen Leben. Raniero, ein Psychologe in den 50ern, kriegt mit der enigmatischen Dora, einem Mitglied der Bewegung „Die Neue Konvention“, eine neue Patientin, die ihn aus seinem schematischen Alltag reißt. Dora behauptet, telepathische Fähigkeiten zu haben und seltsame Formen am Himmel zu sehen – Zeichen einer außerirdischen Zivilisation. Visionen, die auch Raniero teilt …

Das Szenario mag vielleicht den ein oder anderen vom Klappentext her etwas irritieren, jedoch sollte man sich davon nicht täuschen lassen. Die Story weiß von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln.
Der anfängliche Autounfall und der erste Kontakt mit den schier unerklärlichen Phänomenen sind wahrhaftig gut in Szene gesetzt. Allein nach dieser Anfangssequenz möchte man schon unbedingt Wissen, wie es den hier weitergeht. Und all die entstehenden Fragen werden zumindest im Ansatz letztendlich auch beantwortet, wobei dem Leser zum Ende hin genügend Spielraum für seine eigenen Gedanken bleiben. In erster Linie geht es hier zum einen um die seltsamen unerklärlichen Phänomene am Himmel aber ebenso um die Beziehungen der Menschen untereinander. Generationenübergreifende Fragen und Verhaltensweisen werden angesprochen und thematisiert, so zum Beispiel die Ehe und das Thema Familie. Raniero hatte einen Autounfall, und seine Frau ist gerade dabei, ihn zu verlassen. Auf der Arbeit begegnet Raniero seiner neuen Patientin, die anscheinend dieselben mysteriösen Zeichen am Himmel sehen kann. Es entwickelt sich eine äußerst spannende Geschichte, die vorwiegend auch die Beziehungskonflikte der einzelnen Charaktere behandelt. So gehört Ranieros Patientin der neuen Konvention an, was bedeutet: Im Artikel 1 steht, die neue Konvention gründet sich auf dem Prinzip der Nichtexklusivität. Es scheint Raniero schon abstoßend genug, dass sich zwei Personen gleichzeitig von jemandem angezogen fühlen können.
Diese auftretenden Konflikte zwischen jungen andersdenkenden Menschen und der älteren Generation werden von Manuele Fior gekonnt thematisiert, ohne letztendlich den Bezug zu den seltsamen Phänomenen zu verlieren. Zum Ende der Geschichte rücken diese seltsamen Phänomene wieder in den Vordergrund und entwickeln ein überraschendes durchaus befremdliches Ende. Über das gesamte Album hinweg entsteht beim Leser eine Art Faszination und Befremdlichkeit dem übernatürlichen gegenüber. Einerseits meint der Leser durchaus alles schon Mal so oder ähnlich anderswo gelesen zu haben, um dann im selben Augenblick Raum und Boden unter den Füßen zu verlieren. Dieses Wechselspiel von Vertrautheit und Faszination gepaart mit Fremdheit entfalten eine enorme Spannung, die sich wahrhaftig bis zum Ende zieht. Einzig und allein eben dieses Ende könnte dem ein oder anderen missfallen, was aber meiner Meinung nach Geschmackssache ist.

Dominik_AVAAlles in allem habe ich mich sehr gefreut, dieses Werk lesen zu dürfen. Auch wenn mir „Fünftausend Meter in der Sekunde“ etwas besser gefallen hat, aber das mag wohl wirklich größtenteils an der tollen Farbgebung liegen, die hier einfach „fehlt“ (was nicht weiter schlimm ist, da die Zeichnungen wirklich gut zur Geschichte passen auch ohne „Farbe“). Die Story mag auf den ersten Blick unspektakulär oder auch belanglos klingen, aber ich kann wirklich nur noch mal sagen: Lasst euch davon nicht irritieren.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2013 Avant – Verlag & Manuele Fior

Dieser Comic ist in jedem gut sortierten Comicladen oder direkt bei Amazon zu bestellen.