Universe #1 [Infinity, Juni 2002]

Heute möchte ich euch eine Miniserie vorstellen die für viele vielleicht ein Geheimtipp ist, für andere einfach nur eine Comicserie und wieder anderen wird sie vielleicht überhaupt nicht gefallen. Ich persönlich hatte die Reihe bis zu einem zufälligen Entdecken, überhaupt nicht auf meinem Schirm und bin eher skeptisch ran gegangen…

Universe #1

Tom Judge ist ein gefallener Priester. Inzwischen sucht er sein Heil in Nutten, Alkohol und Drogen. Bis zu dem Moment wo er in einem kleinen Versteck neben seinem Kamin einen seltsamen Schlüsselanhänger findet. Dieser kleine und unscheinbare Anhänger birgt jedoch ein schreckliches Geheimnis, das sich auch sofort offenbart als Tom von einer seiner beiden Bettgespielinnen angegriffen wird, die es auf den Anhänger abgesehen hat. Es manifestiert sich ein mächtiger Dämon der alles um sich herum niederwalzt und in Schutt und Asche legt.
Nach dieser ersten Begegnung mit seinem neuen dunklen Ich taucht plötzlich Tilly auf, welche in die Zukunft sehen kann und schnappt sich den doch leicht überforderten jungen Mann. Sie versucht ihm zu erklären, das er dank des Anhängers nun zu einer sehr wichtigen Person im Ränkespiel der Hölle wird, und stellt ihm wenig später schon eine sehr wichtige Person vor, welche sich ihm als Nick vorstellt. Es ist Tom zwar nicht sofort klar, aber er plaudert in diesem Moment mit dem Teufel…
FAZIT:
Eigentlich ist mir Universe Band Nummer 1 eher durch einen Zufall in die Hände gefallen. Als ich dann aber gesehen habe wer da den Autorenstift geschwungen hat, wurde ich neugierig. Nun gibt es zwar von Paul Jenkins gutes und schlechtes Material („Die Offenbarung“ zusammen mit Ramos fand ich sehr gut) und deshalb dachte ich mir „Schau doch mal ob du die 5 Bände komplett bekommst.“
Gesagt, getan und nach dem lesen des ersten Bandes nicht wirklich bereut. Jenkins baut eine durchaus interessante Story auf, die einem mit den dramatischen und teilweise sehr blutrünstigen Bildern von Clayton Crain dargebracht wird. Seine Dämonen und die Details sind schon atemberaubend, seine Menschen jedoch sind fast Augenkrebs. Schrecklich unproportioniert und perspektivisch immer irgendwie verschoben. Davon aber mal ab entwickelt sich eine schöne Fantasy-Horror-Mystery-Geschichte mit Biblischen und Mythologischen Anleihen.

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DC Comic Klassiker (4): Batman & Superman: Generations – Band #2: 1959-1969 [Carlsen, Oktober 1999]

Da die letzten beiden Tage etwas Marvel-lastig waren, ist heute wieder einmal DC dran. Weiter geht es mit der zweiten Ausgabe der ersten Generations-Miniserie von John Byrne …

Batman & Superman: Generations #2

1959. Superman ist inzwischen Vater von Sohn Joel (leider ohne Kräfte, und Tochter Kara (zumindest mit halben Superkräften)). Auch Batman hat Nachwuchs erhalten, Bruce Wayne Jr., der inzwischen gerne in die Fussstapfen seines großen Vorbildes Robin (Dick Grayson) treten möchte. Dieser hat das Kostüm an den Nagel gehängt, um erfolgreich Jura zu studieren. Doch die Tatsache, dass MXYZPTLK und Bat-Laus den jeweils anderen Helden auf die Prüfung stellen sollen, um den mächtigsten zu ermitteln, welcher dann einer Rasse von Außerirdischen gegen eine Invasion zur Seite stehen soll, wirbelt das Leben von Superman und Batman erneut durcheinander.
1969. Joel ist erwachsen und in den Vietnamkrieg gezogen und Kara nutzt ihre Kräfte, um als Supergirl gutes zu tun. Währenddessen hat sich Bruce Wayne Jr. den Dress des Robins übergezogen, um Seite an Seite mit Batman (Dick Grayson) gegen das Verbrechen zu kämpfen. Bruce Wayne selber hat sich zur Ruhe gesetzt und besucht regelmäßig Alfreds Grab, vor allem wenn er Hilfe und Trost sucht. Doch werden beide Familien im Verlaufe der Jagd auf einen neuen jüngeren Joker, mehr verlieren als ihnen lieb ist …
FAZIT:
In diesem Band überwiegt vor allem die Tragik. Wenige, dennoch schöne Momente werden durch zwei Schicksalsschläge getrübt. Doch muss man anerkennen, dass gerade solche Erlebnisse das „wahre Leben“ prägen. John Byrne ist es gelungen, hier eine Saga zu konstruieren, die schon fast einer Drama-Serie wie Dallas gleichkommt. Sogar an familieninterne Zwistigkeiten hat er dabei gedacht.

Wie auch Band 1 der Reihe ist auch dieser wieder bereits ein Klassiker. Also die üblichen Märkte abklappern oder meinen Tipps folgen. 😉

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Ähnliche Artikel:
Review: [DC Klassiker] Batman & Superman: Generations – Band #1: 1939-1949 [Carlsen, September 1999]

DC Comic Klassiker (3): Batman & Superman: Generations – Band #1: 1939-1949 [Carlsen, September 1999]

Dieses Mal befasse ich mich mit einem sehr ehrgeizigen Projekt, eines sehr begabten Künstlers, der u.a. auch schon für Marvels First Family einen hervorragenden Run hingelegt hat. Die Rede ist von John Byrne und seinem Generations-Projekt. Zwei jeweils vierteilige Miniserien sind in den USA erschienen und eine zwölfteilige. Zwei davon haben es nach Deutschland geschafft. Leider waren beide nicht sonderlich erfolgreich, sodass vermutlich nicht mehr damit zu rechnen ist, dass es die dritte Miniserie (oder bei 12 Ausgaben eher Maxiserie) zu einer deutschen Lokalisierung bringen wird.
Dennoch möchte ich euch diese wunderschönen Bände nicht vorenthalten …

Batman & Superman: Generations #1

1939. Bruce Wayne fliegt seiner liebsten Julie nach Metropolis zur Weltausstellung. Dort greift jedoch gerade ein Roboter des Ultra-Humanite das Ausstellungsgebäude an. Schon mit wenigen Handgriffen kann Superman aber das Monstrum aus Stahl besiegen. So beginnt das erste Aufeinandertreffen von Batman und Superman. Doch dies war noch nicht alles vom Ultra-Humanite. Er entführt Lois und will Metropolis mit einer Bombe dem Erdboden gleich machen …
1949. Zehn Jahre sind vergangen und wieder führt ein großes Ereignis zu einem Team Up von Superman und Batman. Der Joker hat die schwangere Lois entführt und versucht so Superman in eine Falle zu locken, nur um ihn mit Kryptonit zu schwächen und dann zu töten. Doch dank der Hilfe von Batman (Bruce Wayne) und Robin (Dick Grayson) kann dieser Plan vereitelt werden. Jedoch wird dabei Supermans ungeborenes Kind goldenem Kryptonit ausgesetzt, was dazu führt, dass sein Sohn keine Superkräfte bekommen wird …
FAZIT:
Generation ist ein ehrgeiziges Projekt von John Byrne. Er versucht hier, ohne große Beachtung der Kontinuität, den Verlauf der Leben zweier Helden über einen großen Zeitraum zu erzählen. Dass dabei, neben den üblichen Freudenmomenten, auch tragische Ereignisse auftauchen, ist zwangsläufig ganz normal.

Da auch dieser Band wieder bereits ein Klassiker ist, ist ein Herankommen nicht mehr ganz so einfach. Also die üblichen Märkte abklappern oder meinen Tipps folgen. 😉

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Die Offenbarung (Carlsen, April 2006)

Manchmal gibt es Comics auf die wird man von allen Seiten hingewiesen und sozusagen mit der Nase darauf gestossen, und dann gibt es solche die eher ein Geheimtipp sind und sich langsam einen ausgewählten Leserkreis offenbaren. Offenbaren ist in diesem Fall sogar die perfekte Wortwahl, denn es geht um die 6-teilige Minsiserie „Revelations“ von Paul Jenkins und Humberto Ramos welche in den USA vom August 2005 bis Januar 2006 bei Dark Horse Comics erschienen ist. Die Miniserie lief sogar erfolgreich genug um bereits im Juli 2006 als Paperback nachgedruckt zu werden. Doch bevor die USA das Werk in gesammelter Form präsentiert bekam, spendierte der Carlsen Verlag Deutschland ein sehr schön aufgemachtes Hardcover…

Die Offenbarung

Charlie Northern ist Detective bei Scotland Yard und ein Katholik der nicht mehr an das glaubt was einen Katholiken sonst ausmacht. Sein Glaube ist erschüttert und ausgerechnet er soll jetzt einen mysteriösen Mord im Vatikan aufklären. Kardinal William Richleau ist ermordet worden. Doch es ist kein einfacher Mord. Der Kardinal wurde mehrere Meter aus einem Fenster direkt auf einen Stahlzaun gestossen und aufgespießt. Nun muss Detective Northern nicht nur herausfinden wer der Mörder ist, sondern kommt dabei auch einer seltsamen Verschwörung auf die Spur, die weit über das menschliche Verständnis alles was existiert hinausgeht. Dabei bekommt Charlie auch Unterstützung von Lucille Pelliccia, auch Lucy genannt, die für den Vatikan als Buchhalterin das Desaster mit der Barclay Bank ins Reine bringen soll. Dadurch hat sie sehr tiefen Einblick in das Wesen und Handeln des Vatikans, und kann Charlie so mit Informationen unterstützen die ihm bei seinen Ermittlungen hilfreich sein könnten.
Doch was Charlie noch nicht ahnt, ist wie mächtig der Vatikan wirklich ist. Oder besser gesagt einige seiner Repräsentanten. Und so kommt Charlie schnell hinter ein paar Geheimnisse und auch näher an Lucy heran…
FAZIT:
„Die Offenbarung“ ist ein herrlicher Mysterythriller bei dem ein verbitterter und auch irgendwie innerlich gebrochener und enttäuschte Detective gegen eine Institution ermittelt der er früher blindlinks gefolgt ist. Paul Jenkins schafft es mit seiner Darstellung von Charlie einen Charakter zu präsentieren den man einerseits mag und andererseits auch wieder verabscheut. Nicht immer sind seine Handlungen nachvollziehbar, auch oder gerade weil sie emotional erfolgen. Genauso gelungen wie Jenkins Grundstory ist die visuelle Umsetzung, oder besser gesagt Präsentation, von Humberto Ramos. Anfangs wirken Ramos Zeichnungen, bzw. sein Stil noch ein wenig ungewohnt, aber schon sehr schnell stellt sich eine passende und wirkungsvolle Symbiose ein, die durch gekonnt platzierte Slapstickeinlagen auflockert.
Auch wenn das Ende für mich persönlich ein wenig enttäuschend war, so ist jedoch der Weg dorthin Spannung und Adrenalin pur. Schon alleine deshalb ist dieses kleine Highlight etwas ganz besonderes und eine fast uneingeschränkte Leseempfehlung für alle die mal etwas anderes als die typische Superheldenkost ausprobieren möchten.

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Der Engel #1 & #2 (von 5), Miniserie von Tomppa

Tomppa ist ein junger aufstrebender und ehrgeiziger Comic-Künstler aus Berlin, der sich neben seiner bereits begonnen Miniserie „Der Engel“ im letzten Jahr besonders durch den Sieg des Talenthouse-Contests für die Stan Lee Foundation ins Rampenlicht rücken konnte. Dort hat Tomppa den ersten Platz belegt, als es darum ging einen neuen Superhelden zu kreieren. Mit seiner Kreation, dem Councelor überzeugte er nicht nur die Jury, sondern auch das Publikum als es um das Endvoting ging.

Und als ob das noch nicht genug des Guten gewesen wäre, durfte Tomppa dann auch noch letztes Jahr zur San Diego ComicCon reisen, um dort Stan Lee höchstpersönlich zu treffen und mit Todd McFarlane einen Tag in seinen Studios zu verbringen. Ein sehr ausführliches Interview über seine Erlebnisse in San Diego und seine Zukunftspläne, welches ich mit ihm führen durfte, findet man auf www.ComicHunters.net im Forum.

Direktlink zum Interview mit Tomppa

Der Engel #1

Berlin in 40 Jahren. Vieles hat sich verändert, manches leider zum schlechten. Die Stadt ist gewachsen. Leider ist auch der Hass gewachsen. Berlin wird fast vollständig von einem Medienunternehmen, der Vision Gruppe, kontrolliert und während einige Stadtteile vorzeigbare Prunkstücke geworden sind, sind manch andere Stadtteil wie Hellersdorf das nun Neu-Germania heißt zum idealen Nährboden für die rechte Gesinnung geworden.
Daran kann leider auch der neue regierende Bürgermeister Berlins, Aydogan, nichts ändern.
Doch schon seit geraumer Zeit macht ein neuer „Held“ von sich Reden. Der Engel. Seine Mittel sind nicht immer die besten und auch seine Handlungen sind nicht frei von aufkommenden Fragen und Kritik, dennoch ist er ein Hoffnungsträger für die verängstigten Bürger Berlins…
FAZIT:
Die erste Ausgabe von Tomppas Miniserie „Der Engel“ kommt einerseits mit einem Knall und andererseits eher gemächlich daher. Diese Mischung aus direkten harten Kampfszenen und nachdenklichen und ruhigen Gefühlsmomenten ist eine gelungene Komposition. Gerade für ein Erstlingswerk kann „Der Engel“ sehr wohl überzeugen, wenngleich noch viele Möglichkeiten offen sind, das zu Papier gebrachte zu verbessern.
Manche Zeichnungen sind noch ein wenig starr und auch ein bisschen „unvollständig“ gerade wie Bianca auf dem letzten Panel. Doch dafür ist es auch erst die erste Ausgabe. Trotzdem merkt man dem ganzen Projekt an das es fast eine Art „Baby“ für den Künstler ist.
Insgesamt also ein gelungener Auftakt der Spannung weckt und Lust auf die zweite Ausgabe macht.

Der Engel #2

Während in Neu-Germania die Skins eine Versammlung abhalten sieht sich der Engel mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Doch auch die Skins haben nicht nur Befürworter. Auch in ihren eigenen Reihen gibt es Mitglieder die die Regeln nicht mehr ohne diese zu hinterfragen befürworten können. So geht es auch einem „kleinen Licht“ der daraufhin verstossen wird und auch noch ausgerechnet auf den frustrierten Engel trifft. Nach einem kurzen Handgemenge offenbart dieser dem neuen Beschützer Berlins, dass ein Attentat auf den Bürgermeister Aydogan geplant ist. Nun hat der Engel nur noch wenige Minuten Zeit dies zu verhindern damit Berlin nicht ins Chaos stürzt…
FAZIT:
Heft 2 der insgesamt auf 5 Hefte angelegten Miniserie „Der Engel“ kommt schon wesentlich dramatischer daher. Auch die Zeichnungen sind noch detaillierter und flüssiger geworden, wenngleich auch da noch Potential verborgen ist. Wie auch schon im ersten Heft wissen besonders die „Farben“ zu gefallen die fast „Sin City“-artig nur minimalistisch zum Einsatz kommen. Wobei sich der Autor und Zeichner Tomppa dennoch nur auf Schwarz und Weiß, die diversen Grautöne dazwischen und ein paar Rot- und Blautöne konzentriert.
Ich bin gespannt wie es mit dem Engel weitergeht, vor allem nachdem Tomppa nun als Gewinner des Talenthouse Contests für die Stan Lee Foundation nicht mehr soviel Zeit für sein Baby hat und die dritte Ausgabe bestimmt leider nicht im Sommer diesen Jahres erscheinen wird.

Diese beiden, sowie alle zukünftigen Ausgaben sind direkt bei Tomppa unter www.tompa.de oder den Shop von TheNextArt zu beziehen.

Simpsons Comics präsentiert: Der Tod des Comic-Typs!

BildSimpsons Comics präsentiert:
Der Tod des Comic-Typs! #1

Der Comic Typ wird erniedrigt. Schuld daran ist ein kleines Video in dem Jeff Albertson die genialsten fiktionalen Tode darstellt. Doch kaum ist das Video online trudeln die ersten Verachtungsmails ein in denen sein Werk niedergemacht wird. Schuld daran ist ein Video von Graphic Novel Kid, das ebenfalls die besten fiktionalen Tode zeigt und in der gleichen Zeit aber viel mehr Tode darstellt.
Noch schlimmer kommt es als der Comicbuchverkäufer als neues Maskottchen für Schmalz-Schmu-Donuts vorsprechen will und dort gnadenlos gegen Graphic Novel Kid verliert. Doch den größten Verlust erleidet wohl Graphic Novel Kid der direkt nach der Siegerehrung sein Leben verliert.
Von dem Verlust getroffen nutzt Jeff sein ganzes Geld um seine Sammlungen weiter zu vervollständigen. Er wirft mit Geld nur so um sich und als er sich auf einer Comicfilmrequisiten-Auktion auch Supertyps Rakete ersteigert passiert das Unglück. Jeff gerät in die Raketenkanone und wird pulverisiert…
Alle sind geschockt, doch es ist unumstößlich. Der Comic-Typ ist tot. Auf seiner Beerdigung tauchen neben den Simpsons auch Stan Lee auf und der darauf folgenden Testamentsverkündung fällt durch einen Zufall Marge der gesamte Besitz von Jeff Albertson zu…

FAZIT:

Der Tod des Comic-Typs ist wohl die Miniserie des Jahres für mich. Zumindest aus der Sicht der bisherigen Bongoveröffentlichungen gibt es nichts vergleichbares. Der Comicbuchverkäufer ist wohl eine der aussergewöhnlichsten Charaktere im Simpsonsuniversum. Er ist eigentlich eher unscheinbar und dennoch hat er so viel Tiefe das es schon eine Frage ist warum aus der Figur bisher nicht mehr gemacht wurde.
Bisher macht „Der Tod des Comic-Typs“ sehr viel Spaß. Alles sprüht nur so vor Ideen und Enthusiasmus und vor allem der Freiheit dessen das einfach alles möglich ist.

BildSimpsons Comics präsentiert:
Der Tod des Comic-Typs! #2

Marge erbt den Taschengeldfriedhof und sorgt somit dafür das Bart sein „zweites Zuhause“ verliert. Doch es gibt noch ein weiteres Problem. Nachdem nun der Comic-Typ tot ist, scheint offenbar auch Frieden in die Foren des Internets eingekehrt zu sein. Offenbar hat Jeff unter verschiedenen Pseudonymen das Internet mit seinem Sarkasmus „bereichert“.
Das führt wiederum dazu das sich Nerds und Freaks im realen Leben begegnen und es zu einem Krieg in Springfield zwischen den beiden Gruppen kommt. Währenddessen sucht Bart, beraubt vom Taschengeldfriedhof, nach einem neuen Hobby und wird schließlich bei Grampa fündig der ihm das stricken beibringt.
Unterdessen begegnen sowohl Marge als auch Lisa der Comic-Typ in ihren Träumen. Daraufhin wird das Grab vom Comic-Typ geöffnet…

FAZIT:

Es geht einfach nur grandios weiter. So ziemlich jedes Klischee wird in einer Anspielung verbraten. Dabei scheuen sich Autoren und Zeichner nicht auch die großen Verlage und Serien der Kriegszeit durch den Kakao zu ziehen. Die Zeichnungen sind zwar oberflächlich betrachtet nur typischer 08/15-Simpsonsdurchschnitt, wenn man jedoch genauer hinsieht kann man sogar schon sehr detailreiche Ansätze erkennen, welche die Figuren aus ihren sonst so typischen Zweidimensionalität herausheben zu versuchen.

BildSimpsons Comics präsentiert:
Der Tod des Comic-Typs! #3

Kaum das sich Bart das Stricken so richtig angeeignet hat nutzt er es auch schon wieder um Streiche zu spielen. Sein liebstes Opfer ist dabei natürlich Rektor Seymour Skinner. In der Zwischenzeit fühlt sich Nelson in Marges neu dekoriertem Comicshop so wohl, dass er sie fast als Mutter anerkennt und Lisa ist währenddessen auf der Suche nach dem Grund der Geisterhaften Erscheinungen des Comic-Typs in ihren Träumen. Dabei ist natürlich polizeiliche Unterstützung das A und O, und so stellt ihr Chief Wiggum Ralph an die Seite…

FAZIT:

Das Finale ist einfach nur Klasse. Zwar passiert nichts was man nicht schon nach dem Ende der ersten Ausgabe hätte erahnen können, aber das wollte die Miniserie ja auch nicht. „Der Tod des Comic-Typs“ ist eine gelungene Parodie auf so ziemlich jeden Superheldenserientod, der jemals erdacht wurde. Und so schließt sich wieder der Kreis zu dem Video das der Comic-Typ am Anfang von Heft 1 erstellte.
„Simpsons Comics präsentiert: Der Tod des Comic-Typs!“ ist auch nach dem Finale die Miniserie und Überraschung des Jahres für mich. Wer noch nicht die Chance hatte da hineinzuschnuppern, und selber Freund von Superheldencomics jeglicher Art ist, der sollte die Chance nutzen sich eine der besten Parodien nicht entgehen zu lassen.
Variantcover Ausgabe 1

Kill Point – Keine Kompromisse

Folge 1 „Der Überfall“

Eine wirklich interessante Serie mit einem zwar sehr stark gealterten Donnie Wahlberg, der aber eine wirklich tolle schauspielerische Leistung bringt.
Alles beginnt damit das ein ehemaliger Kriegsveteran mit seinen Freunden eine Bank überfällt. Doch das Ganze läuft leider nicht so glatt wie erhofft und so kommt es zu einer Geiselnahme.

Folge 2 „Wer hat Angst vor Mr. Wolf?“

Die Spannung steigt und es entwickeln sich Beziehungen zwischen den Geiseln und Geiselnehmern. Manche Personen werden wichtiger und andere unwichtiger, doch es ist nicht so wie es zunächst scheint, und Geld ist nicht das wichtigste Kriterium für „Mr. Wolf“.
Das Setting ist Klasse, die Action ist Klasse, sogar die Schauspieler sind Klasse. Egal ob Donnie Wahlberg als Verhandlungsführer, John Leguizamo als Mr. Wolf oder Tobin Bell als reicher und einflussreicher Vater einer der Geiseln.
Wie konnte diese Serie bisher an mir vorbeigehen?

Folge 3 „Falsches Spiel“

Die Lage spitzt sich immer weiter zu als Captain Horst Cali (Donnie Wahlberg), dem Verhandlungsführer, die Leitung vom FBI entzogen wird. Doch Mr. Wolf will sich nicht mit dem FBI abgeben. Er will Cali wieder. Auch Alan Beck (Tobin Bell) versucht alles um seine Tochter aus den Fängen der Geiselnehmer zu befreien. Dafür setzt er sogar das Leben seiner Tochter aufs Spiel…
Zu Anfang dachte ich das eine Serie, die sich über 8 Folgen lang mit ein und derselben Geiselnahme durch einen gescheiterten Banküberfall befasst, schnell langweilig wird. Aber inzwischen bin ich richtig begierig drauf zu erfahren wie es von Folge zu Folge weitergeht.

Folge 4 „Pro Patria“

Einer von Wolfs Leuten wurde in der ersten Folge beim Rückzug in die Bank angeschossen. Diese Verletzungen zeigen nun ihre Wirkung als der Verletzte kurz die Besinnung verliert und sich ein Schuss löst. Dadurch wird die beste Freundin von Ashley Beck (Christine Evangelista) schwer im Gesicht verletzt. Sofort sorgt Mr. Wolf dafür dass das junge Mädchen in ärztliche Behandlung kommt. Doch Ashley hat noch einen weiteren Tiefschlag zu verkraften, als ihr Vater bei dem Versuch sie raus zu holen verhaftet wird…
Halbzeit bei einer der wirklich besten Serien die ich in letzter Zeit gesehen habe.

Folge 5 „Besuchszeit“

Verhandlungsführer Horst Cali erhält Besuch von seiner Frau die ihm die neuesten Bilder seines noch ungeborenen Sohnes zeigt und bittet zukünftig mehr für sie und ihr Kind dazu sein.
Auch Mr. Wolf trifft seinen Sohn und erhält von ihm das letzte Bild aus glücklichen Tagen.
Zwischenzeitlich versuchen die Geiseln selbst ihre Flucht zu planen…
Es bleibt weiter spannend. Immer mehr tritt auch die psychologische Komponente in den Vordergrund die eine solche tagelange Geiselnahme mit den Geiselnehmern als auch den Opfern auferlegt. Besonders Wolfs Leute verlieren langsam aber sicher die Nerven und sie sehen teilweise gezeichneter aus als die Opfer.

Folge 6 „Mit dem Kopf durch die Wand“

Immer mehr ehemalige Mitglieder aus Wolfs Platoon tauchen am Ort des Geschehens auf. Noch weiß Cali nicht was das zu bedeuten hat und wieso auf einmal einer der Leute freiwillig die Verhandlungsbasis aufsucht.
Doch dies ist alles nur der Teil eines Planes um das Platoon „10-13“ aus der Bank zu holen…
Die Nerven liegen blank. Und dies weit mehr bei den Geiselnehmern als den Geiseln. Wolf will nur noch seine Mannschaft raus bringen. Die Mittel die er dazu anwendet sind aber stellenweise schon etwas haarsträubend vor allem wenn man bedenkt das von Polizeiseiten eine Kommunikationssperre über die Bank verhängt wurde welche den Geiselnehmern jeglichen Handlungsspielraum raubt.
Dennoch bleibt es spannend…

Folge 7 „Rückzug“

Nachdem sich Mr. Mouse (Leo Fitzpatrick) freiwillig stellt und vor der Bank erschossen wird, fällt Mr. Wolf in ein tiefes Loch das sich Mr. Rabbit zu nutzen macht und die Kontrolle über die Gruppe übernimmt. Er fordert von Cali einen Bus und einen Hubschrauber binnen 30 Minuten da er sonst alle 5 Minuten eine Geisel töten würde.
Kurz vor Ablauf des Ultimatums kommt es aber zu einem folgenschweren Kampf zwischen Wolf und Rabbit…
Es war nur eine Frage der Zeit bis einer der Geiselnehmer den Kopf verliert. Nun sind es binnen kürzester Zeit gleich zwei. Auf die letzten Minuten hin wird die psychologische Komponente immer wichtiger und die Serie entwickelt sich von einem Actionthriller mehr in einen Mischung aus Thriller und Drama.
Der Zuschauer wird dabei voll in Beschlag genommen und hat keine Möglichkeit dem zu entfliehen. Man muss einfach wissen wie es weitergeht…

Folge 8 „Bis zum letzten Mann“

Es kommt zum großen Showdown als Horst Cali von Mr. Wolf in die Bank zum persönlichen Gespräch beordert wird. Kurz darauf verlässt Cali die Bank mit der Info, dass Wolf ernst machen würde und ab sofort nacheinander alle Geiseln töten würde. So entschließt man sich die Bank zu stürmen, doch kaum ist die Lage geklärt und alle Geiseln befreit, fehlen von Cali und den Bankräubern jede Spur…
Das Finale setzt die „Tradition“ der Serie fort und bietet sehr gute (teilweise aber auch zu) geradlinige Action. Besonders zum Schluss bleibt die Serie leider zu vorhersehbar. Da hätte ich mir doch schon ein wenig mehr Ideenreichtum gewünscht.
Unterm Strich bleibt eine sehr gute Action-Thriller-Drama-Serie die vor allem durch die sehr guten schauspielerischen Leistungen und dem Cast überzeugen kann. Für reine Actionfans könnte das Ganze zwar etwas zu langatmig sein, aber wer sich nicht vor einer ordentlichen Mischung fürchtet ist hier definitiv richtig bedient.

Für alle die die Serie noch nicht gesehen haben, schlagt zu. Die Box ist derzeit bei Amazon für gerade einmal 16,20€ (Stand 01. Dezember 2011, 18:30 Uhr) zu haben, die definitiv keine Fehlinvestition sind.

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