Dominiks Private Session (25): Von Khartum (Sudan) bis nach Kairo (Ägypten) [Februar 2019]

Nach der Besichtigung sind wir weiter nach Meroe gefahren. Als wir dort angekommen sind, war es bereits dunkel. So konnten wir die beeindruckenden Silhouetten der drei Pyramidengruppen von Meroe bereits aus der Ferne uns anschauen. Nicht weit entfernt haben wir unsere einfache Unterkunft zur Übernachtung aufgesucht. Die Nacht war sehr dunkel, weit und breit keine Stadt in der Nähe zu sehen. Ein sehr klarer Sternenhimmel offenbarte sich uns. Eine Übernachtung mitten in der kargen Wüstenlandschaft. Es wurde durchaus etwas kühl, sodass eine Jacke durchaus angemessen schien. Auf unserer Reise gab es oft einfaches Brot (ähnlich wie Fladenbrot) mit Käse und Oliven zu essen. An diesem Abend gab es neben dem Tee eine Linsensuppe, etwas Tomate und Gurke dazu.
Orangen und Bananen begleiteten uns an sich täglich. Einige Mahlzeiten wurden mit Tahin (Sesammus) serviert. Neben der Linsensuppe gab es auch manchmal eine Bohnensuppe.
Reis und Hühnchen konnte man auch oftmals essen.
An diesem Abend hatten wir im Zimmer sogar einige Spinnen. Eine Spinne hatte sich in einem Kokon an der Decke eingewoben und eine andere Spinne hat mich unter dem Toilettendeckel erschreckt.
Am nächsten Morgen kam wohl eine Spinne durch die ausgeschaltete Lüftung herein und erschreckte uns ebenfalls. In dieser Unterkunft hatten wir nur für einige Stunden Strom, dann wurde er über Nacht abgestellt.
Am nächsten Tag haben wir uns Meroe ausgiebig angeschaut.
Meroe war ca. von 400 vor Christus bis 300 Jahre nach Christus die Hauptstadt des historischen Reiches von Kusch. Man nennt es auch das Königreich von Meroe. Das Königreich erstreckte sich von der großen Nilkrümmung in Nubien bis an den Fuß der abessinischen Berge (Hochgebirge in Zentral- und Nord-Äthiopien). Seit 2011 sind die archäologischen Stätten auch in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen worden.
Die Stadt besteht aus drei Teilen. In der königlichen Stadt (welche von einer Mauer umgeben war) befanden sich wohl Paläste und andere wichtige Gebäude.
Der Tempelkomplex des Amun (Wind- und Fruchtbarkeitsgott der altägyptischen Religion) konzentriert sich auf die aufgehende Sonne. Um diesen Tempel befinden sich auch einige kleinere Tempel.
Die Wohnstadt der Bevölkerung lag um diese Tempelanlagen lose verteilt.
Am Eingang zu Meroe warteten auf uns einige einheimische Händler, die Souvenirs verkaufen wollten.
Um die Strecken etwas komfortabler als zu Fuß zurückzulegen, hatte man die Möglichkeit ein Kamel zu benutzen. Selbstverständlich nahm ich das Angebot an. Mein Kamel hatte es offenbar besonders eilig, sodass ich etwas schneller als die anderen unterwegs gewesen bin 😉
Meroe gilt als ein sehr eindrucksvolles Pyramidenfeld der Antike mit mehr als 100 Pyramiden. Archäologische Ausgrabungen finden weiterhin an diesem Ort statt.

Die Weiterfahrt ging über die Stadt Ad-Dammer. Nach einer Mittagspause haben wir dann die Brücke über den Nil in die Wüste genommen.  Diese Strecke war sehr beeindruckend.  Eine gerade Straße und rechts und links nur Wüste. Brühende Hitze und ein Auto, welches kurzzeitig repariert werden musste, da etwas mit der Bremse nicht stimmte. Die Fahrt durch die Bayuda-Wüste war atemberaubend. Wenn man Toilettenpausen einlegen musste, so war die Natur in der Wüste unser bester Freund. Es empfiehlt sich definitiv für solche Reisen, Händedesinfektionsmittel und Toilettenpapier mitzunehmen. Am Abend (die Sonne geht so zwischen 5 und 6 Uhr unter) kamen wir in Karima an. Hier haben wir zwei Nächte in einem einfachen nubischen Haus übernachtet. Da wir die einzigen Gäste waren, konnten wir unsere Zimmer und Betten frei wählen. Ich habe die beiden Nächte im Freien verbracht im Hof des Hauses. Die sanitären Anlagen waren auch hier sehr einfach gehalten. Man kann sich das so vorstellen, die Dusche befindet sich direkt über der Trockentoilette (Plumpsklo).

Die Fahrt durch die Wüste

Die Fahrt durch die Wüste

In den Nächten wurde es durchaus frisch und hier gab es auch nervige Mücken. Ohne vorbeugendes Mückenspray wären die Nächte etwas anstrengend geworden.
Am nächsten Tag haben wir Ausflüge gemacht, die von unserer Unterkunft nicht so weit entfernt gewesen sind.
Da die Hitze des Tages am frühen Morgen noch erträglich gewesen ist, bin ich auf der Ladefläche des Jeeps mitgefahren. Das ist natürlich ein sehr cooles Gefühl bei 120 km/h die Landschaft vorbeisausen zu sehen.
Unser erster Halt war ein versteinerter Wald im Sudan. Durch den Prozess der Verkieselung wurden die Bestandteile des damaligen Baumes umgebaut und blieben so bis heute noch erhalten. Es sieht aus, wie versteinertes Holz, bzw. wie ein versteinerter Baum. Versteinerte Wälder gibt es in einigen Ländern auf der Welt zu sehen, unter anderem auch in Deutschland bei Chemnitz.
Wir schauten uns die Pyramiden von Nuri an, welche Teil eines Friedhofes der nubischen Stadt Napata waren. Der erste König, der in Nuri eine Pyramide erbauen ließ, war Taharqa (um 690/664 v. Chr.). Mit 29 Meter Seitenlänge an der quadratischen Basis ist dies die größte Pyramide hier. An diesem Ort soll es damals rund 19 Pyramiden die für Könige und 53 die für Königinnen bestimmt waren, gegeben haben. Der gemauerte Kern ragt von 10 Pyramiden in die Höhe, die übrigen Pyramiden sind teilweise noch als flache Rundhügel unter dem Sand der Zeit zu erkennen. Im Osten vorgebaute Bestattungskapellen, welche mit Reliefs verziert gewesen waren, sind bisher gänzlich verschwunden. Nicht weit entfernt haben wir uns die Pyramiden und Grabanlagen des Dorfes al-Kurru angeschaut. Einige der ältesten Gräber werden auf das Jahr 860 v. Chr. datiert, also noch vor der Gründung des Reiches von Kusch in Nubien. Einige ausgegrabene Grabanlagen sehen aus wie einfache Grabhügel und nicht wie Pyramiden. Hier wurden wohl die ersten Fürsten bestattet. Es entwickelten sich sogenannte Mastaba (Grabanlagen): gemauerte Steinblöcke über der eigentlichen Grabkammer. Die Pyramiden von al-Kurru stehen gemeinsam mit anderen Bauten der historischen Stadt Napata seit 2003 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

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