Dominiks Private Session (25): Von Khartum (Sudan) bis nach Kairo (Ägypten) [Februar 2019]

Die zweite Nacht habe ich dann etwas entspannter im gemeinsamen Schlafquartier verbracht. Die Auszeit auf der Feluke tat sehr gut, man hatte das Gefühl endlich im Urlaub anzukommen. Ich bin bisher auch noch nie klassisch gesegelt, das war für mich etwas besonderes. Wir haben mit der Feluke über den Nil rund 45 Kilometer gemacht. Während die Crew das Mittagessen vorbereitet hat, sind wir auf einer Insel durch einheimische Dörfer auf einheimischen Wegen spazieren gewesen. Wir kamen an einer Schule vorbei und konnten das Leben der Ägypter beobachten. Am Abend wurden wir sogar von einer einheimischen Familie in ihr Haus auf einen Tee und Obst eingeladen. Die Erfahrung auf der Feluke hat mir besonders gut gefallen.
In Kom Ombo haben wir sehr nahe an den nächsten Tempelanlagen angehalten. Hier haben wir uns den Doppeltempel von Kom Ombo angeschaut. Die heutigen sichtbaren Teile des Bauwerkes stammen aus der Zeit der Herrschaft der Ptolemäer. Geweiht war der Tempel den beiden getrennt voneinander verehrten Gottheiten Sobek (Krokodilgott der ägyptischen Mythologie) und Haroeris (Erscheinungsform des altägyptischen Gottes Horus). Seit 2012 kann man sich in Kom Ombo das Krokodil Museum ansehen. Hier erwarten den Besucher ungefähr 22 mumifizierte Krokodile. Fotos durften in diesem Museum keine gemacht werden. Ebenfalls interessant zu besichtigen war die Sammlung von Krokodil Sarkophagen, Eiern, Statuen und Stelen mit Abbildungen des Krokodil Gottes Sobek. Nach der Besichtigung sind wir mit dem Bus weitergefahren nach Luxor, wo wir zwei Nächte in einem einfachen Hotel verbracht haben. Luxor ist eine sehr interessante Stadt. Am Abend habe ich mir diese Stadt und das Nachtleben angeschaut. Wir haben auch einen Abend in einem Pub Billard gespielt. Als erstes auf unserem Programm haben wir uns das Tal der Könige angeschaut. Drei Gräber konnten wir besichtigen. Wenn man mehr Gräber besichtigen möchte, muss man dafür zusätzlich ein Ticket erwerben. Ich habe mir ein zusätzliches Ticket für König Ramses V. und Ramses VI. gekauft. Für viele Tempelanlagen musste man auch eine einmalige Fotogebühr bezahlen und in den Grabkammern selbst war das Fotografieren verboten.
Das Tal der Könige war eine Nekropole im Alten Ägypten, in der bis heute rund 64 Gräber und Gruben gefunden wurden. Hier wurde 1922 von Howard Carter das weitgehend unversehrte Grab des Tutanchamun entdeckt. Die kostbaren Schätze liegen übrigens im Museum in Kairo, welches ich mir später auch angeschaut habe. Viele Touristen schauen sich das Tal der Könige an. Aus konservatorischen Gründen kann nur ein kleiner Teil der Gräber besichtigt werden. Deswegen wechseln die geöffneten Gräber in unregelmäßigen Abständen für die Besucher. Eine Grabkammer zu besuchen ist etwas sehr besonderes. Der Weg bis zum Grab, die altägyptischen Hieroglyphen an allen Wänden ist einfach unvorstellbar. Jedes Grab ist anders verziert und beschreibt eine andere Geschichte der damaligen Zeit. Man kann sich als Besucher in den Abbildern der damaligen Zeit verlieren. Ich bin sehr erstaunt gewesen, wie gut teilweise die Hieroglyphen noch erhalten und zu erkennen sind. Die kräftigen Farben haben mich sehr beeindruckt. In einer Grabkammer herrscht einfach eine ganz besondere Atmosphäre.

Der Totentempel der Hatschepsut

Der Totentempel der Hatschepsut

Nach der Besichtigung sind wir zu dem Totentempel der Hatschepsut gefahren, welcher aus der 18. Dynastie stammt und der am besten erhaltene Tempel am Westufer des Nil in Theben ist. Der Totentempel der Hatschepsut besticht durch seine besonders eigenwillige Architektur. Der gesamte Tempel ist aus Kalkstein errichtet und die Pylone sind durch offene Pfeilerhallen am Anfang je einer Terrasse ersetzt.
Geweiht ist der Totentempel der Hatschepsut hauptsächlich den Göttern Hathor und Amun-Re (daneben aber auch Horus in Chemmis, Anubis, Amun und Iunmutef).
Bis in die ptolemäische Zeit wurde der Tempel genutzt, in koptischer Zeit entstand auf dem Tempel das Phoibammon Kloster. Dieses Kloster wurde bis in das 11. Jahrhundert hinein genutzt und besucht. Der Totentempel der Hatschepsut ist ein sogenanntes Millionenjahrhaus (Tempel für den Königskult). Weiterhin haben wir uns die Memnonkolosse angeschaut. Diese sind zwei nebeneinanderstehende altägyptische Kolossalstatuen aus dem 14. Jahrhundert vor Christus. In der Vergangenheit befanden sich diese Statuen vor den Pylonen des Eingangs zum Tempel des Amenophis III, eines Pharaos der 18. Dynastie. Die Statuen sind heute noch 18 Meter hoch. Mit den Kronen betrug damals die Gesamthöhe beider Statuen rund 21 Meter. Nach einer kurzen Pause im Hotel haben wir uns am Abend die sehr beeindruckende Ton- und Licht-Aufführung im Karnak Tempel angeschaut. Während dieser Show konnte man im Dunkeln durch die gewaltige Tempelanlage laufen und der Geschichte in deutscher Sprachausgabe der damaligen Zeit lauschen. Ich muss ganz ehrlich gestehen, der Tempel Karnak ist unglaublich. An diesem Abend hat es mir die Sprache verschlagen. Es ist unbeschreiblich, wenn man durch die 134 Papyrussäulen Halle läuft. Die Säulen waren jeweils über 22 Meter hoch. Die Aufführung nahm ihr Ende am heiligen See.

Die Memnonkolosse

Die Memnonkolosse

3 Kommentare zu “Dominiks Private Session (25): Von Khartum (Sudan) bis nach Kairo (Ägypten) [Februar 2019]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.