Dominiks Private Session (25): Von Khartum (Sudan) bis nach Kairo (Ägypten) [Februar 2019]

Am nächsten Tag sind wir zuerst in das Luxor Museum gefahren. In diesem Museum kann man sich Fundstücke altägyptischer Kunst aus der königlichen Metropole Theben und der näheren Umgebung von Luxor ansehen. Hier habe ich zum ersten mal zwei echte Mumien mir ansehen können. Wenn man noch nie eine echte Mumie gesehen hat, ist dies schon etwas sehr faszinierendes.
Nach dem Mittag sind wir erneut zum Karnak Tempel gefahren und haben diesen uns bei Tag angeschaut. In dieser Tempelanlage kann man durchaus mehrere Tage (Wochen) verbringen. So haben wir in Anbetracht der geringen Zeit nur einen groben Eindruck der damaligen Pracht des Tempels erhalten können. Der Karnak Tempel ist für mich einer der beeindruckendsten Tempel dieser Reise gewesen.
Amun-Re hat sich vom Lokalgott zum Reichsgott erhoben. Die Herrscher des frühen Mittleren Reiches haben mit dem Bau dieses Tempels begonnen, der über Jahrtausende hinweg zum heutigen Tempelkomplex erweitert wurde. Hier konnte die Amun-Priesterschaft den täglichen Tempeldienst ausüben. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Tempel für die Götter gewesen. Der Mensch kommt sich in Anbetracht der Größe sehr klein vor. Die Tempelanlage war in mehrere Bezirke aufgeteilt. So gab es neben den vielen Tempeln auch einige Kapellen und auch einen heiligen See. Der große Säulensaal des Hyposyls ist der größte auf der Welt. Nirgendwo auf der Welt gibt es etwas vergleichbares wie in Karnak zu sehen. Mir gefallen besonders gut auch die Obelisken. Karnak hat mich sehr fasziniert, ich kam aus dem Staunen nur schwer heraus.
Danach haben wir uns auch die Ruinen einer Arbeitersiedlung des antiken Theben in Ägypten angeschaut (Deir el-Medina). Die hier lebenden Arbeiter nannte man auch „Diener im Ort der Wahrheit“. Hier lebten Arbeiter und Künstler, welche die Gräber im Tal der Könige schufen mit ihren Familien. In zwei Tempel konnte man als Besucher hineingehen. Fotos durfte man in diesen Tempeln nicht machen. Ich muss ehrlich sagen, der Weg hinunter war sehr aufregend. Etwas dunkel, schmal und eng ging es in die Tiefe hinab. Unten angekommen habe ich die am Besten erhaltenen Zeichnungen und Hieroglyphen gesehen. Die kräftigen Farben haben mich sehr beeindruckt. Erstaunlich ist auch, dass sich an diesen Ort nur sehr wenige Touristen verirrt haben. Manchmal sind die etwas unbekannteren Sehenswürdigkeiten doch etwas ganz besonderes. Zu guter Letzt haben wir an diesem Tag den Luxor Tempel mitten in der Stadt besichtigt. Er war dem Gott Amun, seiner Gemahlin Mut und ihrem gemeinsamen Sohn, dem Mondgott Chons, geweiht. Der Tempel steht seit 1979 zusammen mit dem Karnak-Tempel und der thebanischen Nekropole auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO.

Der Obelisk bewacht die Säulenhalle in Karnak

Der Obelisk bewacht die Säulenhalle in Karnak

In der Antike führte vom Luxor Tempel eine Allee, die zu beiden Seiten von Sphingen flankiert wurde, bis zum 2,5 Kilometer entfernten Karnak Tempel. Diese Tempelanlage ist ebenfalls sehr beeindruckend. Im Wesentlichen erfüllte der Luxor Tempel zwei Funktionen. Einmal im Jahr wurde das Opet-Fest begangen. Dazu wurden die Statuen der Götter Amun, Mut und Chons in tragbaren Barken vom Karnak Tempel zum Luxor Tempel gebracht. Die zweite Funktion war die Vereinigung des Königs mit seinem göttlichen Ka. Jährlich wurde die Vergöttlichung des Königs vollzogen und gefeiert.
In unserer heutigen Zeit steht innerhalb des Tempels die Moschee Abu el-Haggag.
Neben einigen großen Statuen gibt es ebenfalls viele große Säulen zu bestaunen. Der Eingang von Luxor wird von einem großen Obelisken gesäumt. Der erste und der zweite Hof werden jeweils von einem Säulengang getrennt. In der Abenddämmerung war die Besichtigung von Luxor noch faszinierender.
Den Abend haben wir im Schlafzug nach Kairo verbracht. Das war definitiv ein cooles Erlebnis. Ich habe in der sehr kleinen Schlafkabine oben geschlafen. Die Betten ließen sich zu einer Couch umklappen, so konnte man in dem kleinen Abteil auch einen Tisch aufklappen. In der Nacht konnte man anders wie in deutschen Nachtzügen die Tür von innen komplett verschließen. Wir sind gegen 20.00 Uhr am Abend losgefahren und kamen so gegen 7.00 Uhr am nächsten Tag in Kairo an. Die Fahrt war sehr interessant, es ruckelte häufig, der Zug hielt vermehrt an, beschleunigte, ratterte und knatterte, sodass die Nacht recht kurzweilig war. Viel Schlaf konnte man auf dieser Fahrt nicht finden. Der Zug ist über Nacht rund 650 Kilometer gefahren.
In Kairo wurden wir von unserem neuen Reiseleiter abgeholt. Als erstes sind wir im Sonnenaufgang zur Zitadelle von Saladin gefahren. Sie ist eine der wenigen erhaltenen befestigten Anlagen in Kairo und erst seit 20 Jahren für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Zitadelle gehört seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sehr interessant in diesem Komplex ist auch die Muhammad-Ali-Moschee, sie ist eine Alabastermoschee. Wir haben uns die imposante Zitadellenanlage von außen und von innen angeschaut. Bei gutem Wetter kann man die Pyramiden von Gizeh am Horizont erkennen. Der Blick über den Nil und die Stadt Kairo ist atemberaubend. Nach der Besichtigung sind wir in das Ägyptische Museum in Kairo gefahren. Während der Fahrt dorthin sind wir durch einige Gegenden von Kairo gefahren. Kairo anzuschauen und zu sehen ist sehr interessant. Diese Stadt hat ein ganz eigenes Flair. Schleppender Verkehr und viele Menschen säumen die Straßen und Gassen. Das Ägyptische Museum in Kairo ist das weltweit größte Museum für altägyptische Kunst. Es enthält Werke aus verschiedenen Epochen der altägyptischen Kulturgeschichte. In diesem Museum habe ich mir 26 Mumien angeschaut, das war ein sehr beklemmendes und verrücktes Gefühl. In einem Raum mit 13 Mumien stand ich ganz alleine 😉

Seht ihr die Pyramiden von Gizeh?

Seht ihr die Pyramiden von Gizeh?

Es ist schon verrückt, was man in den Grabkammern der Könige teilweise alles an Schmuck gefunden hat. Am bekanntesten sind bestimmt die Funde aus dem Grab von Tutanchamuns, die aus mehr als 5.300 Einzelstücken bestehen und von denen ungefähr 1.700 im Museum ausgestellt sind. Das berühmte Ausstellungsstück ist die goldene Totenmaske von Tutanchamuns.
Der Besuch dieses Museums ist absolut Pflichtprogramm, wenn man in Kairo ist. Es sind so viele kulturelle Gegenstände bei ägyptischen und ausländischen Grabungen (Gizeh, Sakkara, Helwan, Abu Billu, Athribis, Bubastis, Heliopolis, Assuan und Nubien, Sinai) gefunden worden, dass man in diesem Museum mehrere Stunden locker verbringen kann.
Am Nachmittag sind wir dann in die Stadt zum Basar gefahren. Von dort aus bin ich dann mit meinem Zimmerkollegen bis zum Abend hinein durch Kairo gelaufen. Wir haben uns das Treiben auf den Basaren angeschaut. Die Atmosphäre in Kairo auf den Basaren zu genießen tut gut. Einen sehr guten Cheeseburger habe ich übrigens bei GAD für umgerechnet einen Euro gegessen. Mit der U-Bahn in Kairo zu fahren ist auch spannend, die Frauen und die Männer haben jeweils getrennte Zugabteile. Es beginnt bereits damit, den richtigen Weg in Kairo zu finden und nicht in die falsche Richtung mit der U-Bahn zu fahren. Am Bahnhof in Kairo angekommen haben wir einen mini Bus zum Hotel genommen. In diesem Auto saßen wir insgesamt mit 19 Menschen. Wir wussten nicht so richtig, wo wir aussteigen sollten, geschweige denn, ob der Bus wirklich in die richtige Richtung zu unserem Hotel fährt. So kam es, dass wir viel zu weit gefahren sind. Wir haben quasi noch mal eine Stadtrundfahrt gemacht und sind auch an den Pyramiden vorbeigefahren. Dann sollten wir umsteigen in einen anderen Bus, der uns dann angeblich zur richtigen Adresse bringen sollte. Es macht Spaß mit offener Fahrertür durch Kairo zu fahren, alles natürlich ohne anschnallen.

Große Sphinx von der Seite aus betrachtet

Große Sphinx von der Seite aus betrachtet

3 Kommentare zu “Dominiks Private Session (25): Von Khartum (Sudan) bis nach Kairo (Ägypten) [Februar 2019]

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