Dominiks Private Session (25): Von Khartum (Sudan) bis nach Kairo (Ägypten) [Februar 2019]

Die Pyramiden von Nuri

Die Pyramiden von Nuri

Passend zum Sonnenuntergang haben wir uns den heiligen Berg Jebel Barkal angeschaut. Um diesen Berg herum gibt es auch eine Pyramiden-Nekropole und ein ausgedehntes Ruinenfeld mit einigen Tempelanlagen zu besichtigen. Hier steht auch der Amuntempel, welcher wohl der bedeutendste und größte Tempelbau im ägyptischen Stil innerhalb der antiken Stadt Napata in Nubien gewesen sein muss.
Bevor wir auf den Berg hinauf geklettert sind, haben wir uns die Tempelanlagen drum herum angeschaut. Oben auf dem Berg blieben wir bis zum Sonnenuntergang. Von hier aus konnte man die angrenzende Stadt, den Nil, die Wüste und einige Tempelanlagen bewundern. Dieser Anblick hat mich sehr fasziniert.

Am nächsten Tag sind wir weiter gefahren. Wir hatten Glück, dass wir unsere Strecke etwas abkürzen konnten, denn wir konnten mit der Fähre über den Nil fahren (die Fähre fährt wohl nur sehr unregelmäßig).
Das war ein abenteuerliches Erlebnis. Es passten genau 4 Wagen und die Passagiere auf die Fähre. Die Überfahrt war sehr spannend und hat mir viel Freude bereitet.
Zwischendurch konnten wir uns mit Lebensmitteln in einem einheimischen Supermarkt eindecken. Zuvor hatten wir uns Old Dongola angeschaut. Bei unserer Ankunft fanden hier auch archäologische Ausgrabungen statt. Die Sicht war sehr getrübt, der Sand wirbelte durch die Gegend. Immer wieder gab es auf unserer Reise kleine Sandstürme. Je nach Windstärke wirbelte der Sand entsprechend herum. Old Dongola erinnerte mich sehr an ein Fort. Ich kam mir vor, wie in alten Zeiten bei den Indianern, welche versuchten, ein Fort zu erobern. Old Dongola, war die Hauptstadt des nubisch-christlichen Reiches von Makuria. Die Festung war ein Teil einer Reihe von Befestigungsanlagen, welche am Nil erbaut wurden. In dieser Stadt wurden damals auch erste Kirchen errichtet. In der Nähe gab es auch einen Friedhof zu besichtigen, in die runden „Gebäude“ konnte man hineinkriechen. Ich habe mich hineingewagt, am Rand des Eingangs begrüßte mich bereits eine Fledermaus. Im Innern wurde die Luft sehr merkwürdig und oberhalb der Decke schwirrten die Fledermäuse ihre Kreise. Das war ebenfalls ein interessantes Erlebnis.

Mit der Fähre über den Nil

Mit der Fähre über den Nil

In der Stadt Kerma haben wir uns die antiken Ruinen angeschaut. Zuerst konnte man an diesem Ort dazu ein kleines Museum besuchen.
Hier befinden sich noch heute die Überreste eines Ziegelgebäudes, welches wahrscheinlich ein Herrscherpalast oder eine ägyptische Handelsniederlassung gewesen war. Das gesamte Grabungsgelände ist von einer neuzeitlichen Lehmziegelmauer umgeben. Auf den noch stehenden Herrscherpalast (oder Handelsniederlassung) konnte man hinaufgehen und sich die Umgebung, so wie auch den Sonnenuntergang anschauen.

Der Tempel von Soleb

Der Tempel von Soleb

Übernachtet haben wir in einem einfachen nubischen Haus, welches direkt in der Wüste und an dem Tempel von Soleb stand.
Der Tempel von Soleb im Sudan ist der größte ägyptische Tempel südlich von Theben bzw. Luxor. Errichtet wurde er um 1350 vor Christus unter Amenophis III und war dem Gott Amun-Ra (altägyptischer König der Götter) gewidmet. Diesen Tempel haben wir uns in der Dunkelheit und am nächsten Tag auch bei Morgenlicht angeschaut. Dieser Tempel hat mich sehr fasziniert. Die Nacht in dem nubischen Gasthaus haben wir auf einfachen Betten in einem kahlen Raum (die Betten standen auf sandigem Boden) verbracht. Der Sternenhimmel war wieder sehr klar und deutlich zu erkennen. In der Wüste leuchten die Sterne viel intensiver, als man es gewohnt ist. Die Fahrt führte uns weiter nach Sedinga. Auf dem Weg dorthin haben wir erneut mit der Fähre den Nil überquert. Die Auszeit auf der Fähre über den Nil ist wieder sehr aufregend. Am Nil haben wir uns eine in Schutt und Asche verfallene Burgruine angeschaut. Hier lagen nur Steine herum. Auf der Anhöhe hatte man einen besonders guten Blick über den Nil und seine Strömungen. Wir waren an einem der sechs Katarakte des Nils. Der Aufenthalt an dem Katarakt und der Burgruine hat mir besonders gut gefallen. Auf der Weiterfahrt haben wir uns noch eine Tempelanlage angeschaut und ein sehr interessantes Gelände von Grabanlagen. Bei der Besichtigung dieser Anlagen konnte man sehen, dass fast jeder Hügel einen Eingang zum Grab hat. Vieles ist hier jedoch noch nicht von den Archäologen freigelegt worden. Wir sind durch viele kleine einheimische Dörfer entlang des Nils gefahren. Das war eine sehr abenteuerliche Fahrt. Ich denke mir immer, so muss es in etwa auch in Bagdad im Irak aussehen. Die Menschen hier sind sehr nett und freundlich, fast jeder Mensch winkt und lächelt uns ungezwungen zu. Diese Herzlichkeit der Menschen hier im Sudan habe ich so bisher nur im Iran kennengelernt. Im Sudan haben wir auf der ganzen Reise nur sehr wenige Touristen gesehen. Im Sudan gilt es, noch vieles zu entdecken. Übernachtet haben wir erneut in einem sehr einfachen nubischen Gästehaus.
Am nächsten Tag haben wir die Grenze nach Ägypten überquert. Wir sind über den recht neuen Grenzübergang in Argeen nach Ägypten eingereist. Insgesamt haben wir an diesem Grenzübergang rund gute acht Stunden Zeit verbracht. Auf beiden Seiten hatten wir mit reichlich Wartezeiten zu rechnen und konnten jeweils unsere Mahlzeiten einnehmen. So viel kann ich sagen, der Grenzübergang ist definitiv ein Abenteuer 😉
Die Fahrt nach dem Grenzübergang bis nach Assuan dauerte auch noch einmal 4 Stunden, sodass wir erst am späten Abend unsere Unterkunft erreicht haben.

3 Kommentare zu “Dominiks Private Session (25): Von Khartum (Sudan) bis nach Kairo (Ägypten) [Februar 2019]

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