Halloween Special Review (3): Crossed #1 [Panini, September 2012]

Die letzte Halloween Special Review für heute ist Garth Ennis Version von The Walking Dead. Doch kann man diese beiden Werke überhaupt miteinander vergleichen?

Crossed #1

Die Gesellschaft ist am Arsch. Ganz gehörig sogar. Und alles beginnt in einem kleinen Diner mitten in Amerika. Ist dies der Ausgangspunkt? Keine Ahnung. Wo hat es denn dann begonnen? Woher soll ich das wissen!

Ein „Infizierter“…

So oder so ähnlich müssen sich die Protagonisten in Garth Ennis neuestem „Meisterwerk“ wohlfühlen, als ihnen das Schicksal direkt vor die Füße kotzt. Von jetzt an heißt es nur noch überleben. Die Menschheit, oder das, was von ihr übrig ist, hat sich verändert. Alle, die „infiziert“ wurden, tragen nun ein Kreuz im Gesicht und verhalten sich, als würden sämtliche Dämme der Vernunft brechen. Doch was ist die Ursache für diese „Mutation“, wie verbreitet sie sich und was kann man gegen diese „Monster“ tun? Diese Frage stellt sich auch eine kleine Gruppe Überlebender aus eben jenem Diner, rund um die alleinerziehende Mutter Cindy, ihren Sohn und die Dinergäste Thomas, Kelly und Stan. Schnell wächst du Gruppe, aber so schnell wie sie wächst, dezimiert sie sich auch wieder. Doch wo sollen sie hin, und was wird sie auf dem Weg dahin erwarten?

Ist wirklich der Weg das Ziel?

Was will Garth Ennis‘ Crossed sein? Eine härtere Version von The Walking Dead? Ein eigenständiges Hardcore-Splatter-Gore-Drama? Oder ist es eine Therapie für Ennis und seine zweifelhaften Fantasien? Das ist schwer zu sagen, denn was dem Leser hier präsentiert wird, ist schon „ziemlich kranke Scheiße“, um es mal klar auszudrücken. Ennis legt eine Geschichte vor, die vor kranken Ideen nur so überquillt. Da ist es kein Wunder, das Panini bisher gezögert hat, den Band in Deutschland zu veröffentlichen. Dass dies aber nun nicht nur auf Deutsch erscheint, sondern auch noch uncut kommt, überrascht mich persönlich schon. Ja, der Band wird nur eingeschweißt verkauft und auch auf das empfohlene Alter von mindestens 18 Jahren wird hingewiesen, aber eine gewisse Indizierungsgefahr besteht dennoch.

Alles Gute kommt von oben…
… oder auch nicht.

Schuld daran sind neben den Ideen aus Ennis Kopf natürlich auch die fabelhaften und sehr expliziten Bilder von Jacen Burrows. Beide hatten bereits an den Chroniken von Wormwood zusammengearbeitet, und auch diesmal schaffen sie eine eigenständige und faszinierende Welt. Burrows minimalistischer Strich wird hierbei durch die kongeniale Koloration von Greg Waller und Juanmar unterstützt. Zwar sind diese an manchen Stellen zu steril und computertechnisch perfekt, um „echt“ zu sein, aber im Großen und Ganzen ergänzen sich die Bleistift- und Tuschezeichnungen und die Koloration hier perfekt. Manchmal sind zwar auch mir hartgesottenen Horror und Splatter-Fan die dargestellten Szenen zu heftig, aber wenn man diese auf die 260 Seiten hochrechnet, halten sie sich in Maßen, und wer jetzt denkt, hier seine Geilheit befriedigen zu können, den muss ich enttäuschen. Denn viele Bilder sind zwar schon sehr explizit, aber dennoch werden die meisten Szenen gekonnt verdeckt und das „Schlimmste“ spielt sich im Kopf des Lesers ab, wenn er es denn zulässt.

FAZIT:

Crossed ist storytechnisch kein Meisterwerk. Meiner Meinung nach hat Ennis seinen Zenit bereits überschritten, und wenn er auffallen möchte, dann tut er es auf eben jene Art, wie sie hier bei Crossed angewandt wird. Dennoch muss ich gestehen, dass ich extrem fasziniert bin, gerade weil es immer wieder kleine psychische Kniffe in der Handlung gibt, die von den Gewaltfantasien ablenken und die Psyche der Protagonisten offen legen. Und genau diese Art der Unterhaltung ist es, die mich wieder neugierig stimmt. Es ist fast schon so, als wolle man unterbewusst ein Psychodrama präsentieren, aber mit dem Wissen, dass sich dies ohne die Gewalt und die Sexpraktiken nicht verkaufen würde.
Wenn man sich den Band unter diesen Gesichtspunkten betrachtet, dann steckt doch wesentlich mehr hinter Crossed, als es augenscheinlich auf den ersten Eindruck wirkt. Ennis spielt hier wohl ganz bewusst mit den Erwartungen der Leser und erfüllt diese auch größtenteils, ohne dabei sein eigentliches Ziel aus den Augen zu verlieren. Den Menschen und seine Überlebensinstinkte offenzulegen.

Mahlzeit …

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Halloween Special Review (2): Simpsons Comics Sonderheft #16: Bart Simpsons Horrorshow [Panini, Oktober 2012]

Weiter gehen die Halloween Review Specials mit dem gelben Wahnsinn aus Springfield…

Simpsons Comics Sonderheft #16: Bart Simpsons Horrorshow

Wie jedes Jahr so beschenkt auch 2012 Panini mit einer neuen Bart Simpson Horrorshow die deutschen Simpson-Fans.
Das Spektakel beginnt mit einer gelben Version von Nosferatu in der Bart sein Baumhaus an Homers Chef abtreten soll, damit die Simpsons nicht in Geldnot geraten und Barts Comics veräußern müssten. Doch Mr. Burns, hier als Graf Burlok unterwegs, hat ein gefährliches Geheimnis …
Die zweite Geschichte widmet sich den aktuell sehr beliebten Zombies. Nachdem Bart bei einem Brettspiel gewinnt, fordert er seine Familie auf, ein Rollenspiel in voller Kostümierung auf dem Mount Springfield abzuhalten. Dabei wird Marge schwer verletzt und bekommt eine Kadaversehne implantiert, die kurz darauf seltsame Gelüste in ihr weckt …
Den Abschluss bildet eine Geschichte, in der Bart seine Neugier einfach nicht zügeln kann. Denn nachdem Er ein mysteriöses drittklassiges Comicheft auf einem Flohmarkt erwirbt, kann er es einfach nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichten darin sind so seltsam, abstossend und dennoch faszinierend, dass er, als er feststellt, dass die letzte Seite fehlt, sich auf die Suche nach dem Zeichner macht, um dieses letzte Rätsel zu lösen. Doch er weiß nicht, worauf er sich einlässt …

Nosferatu im Simpsons-Stil.

Drei Geschichten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, versammeln sich in diesem Heft. Die erste Geschichte ist fast schon klassischer Horror, der auch entsprechend bebildert ist, denn die Parodie auf Nosferatu wird in einem stummfilm-artigen Bildstil geschildert, der einfach nur grandios ist. Dazu gehört auch das die Texte auf Bildtafeln zwischen den einzelnen Panels dargestellt werden und die Panels selber nur mit ganz sanften Farben aufwarten. Meist sind es hauchfeine Grün-, Grau-, Braun-, Gelb- und Blautöne, welche den Stil noch untermauern. Die Geschichte an sich ist fast typisch für das 19. Jahrhundert. Keine großen visuellen Schockmomente, denn das meiste soll sich im Kopf des Lesers abspielen.

Gehirne…, Gehiiiiirne… !

Die zombifizierte „Marge of the Dead“ hat noch einen relativ gemäßigten Stil, sprich, er orientiert sich visuell noch sehr nah an den bekannten Simpsons. Dennoch gibt es auch hier kleine Stiländerungen, die aber sofort ins Auge fallen. So sind zum Beispiel alle Figuren von sehr dominanten und kräftigen Outlines umgeben, wodurch ein gewisse Perspektive erzeugt wird. Denn je näher dieser Protagonist am Betrachter bzw. Leser „steht“, umso kräftiger sind seine Outlines.
Von der Geschichte her wird leider nur durchschnittliche Zombiekost geboten. Schon ab dem Moment, wo von der Kadaversehne gesprochen wird, weiß man als Leser, worauf dies hinauslaufen wird. Da wird von Autorin Jane Wiedlin nur sehr wenig Kreativität geboten. Zum Glück muss man aber auch sagen, dass es wenigstens nicht langweilig präsentiert wird.

Manche Comichefte haben es echt in sich.

Visuell mit am außergewöhnlichsten ist die letzte Geschichte. Denn während Barts Erlebnisse im fast typischen Simpson-Stil dargestellt werden, kommen die Geschichten, welche Bart in dem Comic liest, in den bekannten 50er und 60er Jahre Horrorcomicstil daher. Das gefällt mir persönlich sehr gut. Vor allem weil dieser Stil inklusive verrutschtem Druckmuster, leicht vergilbten Seiten und dem auffälligen Punktdruck sehr authentisch herüberkommt.
Storytechnisch ist es natürlich, wie zu erwarten, auch ganz typische Horrorkost aus der Mitte des letzten Jahrhunderts. Eine Geschichte, die sich langsam aufbaut und dann mit einem großen Knall endet. Nicht schlecht, aber auch nicht überraschend.

So etwas war in den 1960ern echt gruselig.

FAZIT:

Diese 16. Ausgabe der Bart Simpsons Horrorshow kann, wenn man es genau nimmt, nur visuell wirklich überzeugen. Zwar sind die Geschichten nicht schlecht, aber leider auch nicht besonders innovativ oder überraschend. Dennoch bin ich sehr angetan, gerade weil mir eben diese klassischen und irgendwie tausendfach bekannten Storymuster immer wieder gefallen können. Wenn dies dann auch noch grafisch so gut unterstützt wird wie hier, dann ist das in meinen Augen schon so gut wie ein Hauptgewinn. Aber dies ist mein persönlicher Geschmack.
Wer sich ebenfalls von solchen Geschichten auch heute noch fesseln lassen kann, der sollte allein wegen der wirklich sehr guten Bilder auf jeden Fall einen Blick riskieren.

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Halloween Special Review (1): Whoa! Horror #1 [Plem Plem Productions, Mai 2012]

Heute ist Halloween und was liegt da näher, als sich mit ein wenig Horror und Grusellektüre zu befassen. Deshalb bekommt ihr heute die volle Dosis, in Form von drei Halloween Reviews …

Whoa! Horror #1

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Fear Itself Sonderband #4: Epilog [Panini, Juni 2012]

Der letzte Band zum großen Event der Angst. Zwar wird es übermorgen nochmal ein kleines Abschlußspecial geben, aber dennoch bildet diese Ausgabe das eigentliche Ende von Fear Itself.

Fear Itself Sonderband #4: Epilog

Die Angst ist vorübergezogen und der Wiederaufbau beginnt. Doch nicht für alle ist es möglich, ein normales Leben weiterzuführen. Steve Rogers trauert noch immer um seinen verstorbenen Partner und Freund, Bucky Barnes. Doch als kurz vor der Beisetzung seines ehemaligen Sidekicks Besuch von Nick Fury erhält, und dieser neben Natasha Romanov, der Black Widow, jemanden im Schlepptau hat, rastet Steve aus …
Nicht ausrasten, dafür aber aus seiner gewohnten Haut muss dagegen Thor schlüpfen, oder besser gesagt Tanardus, der neue Gott des Donners, der aus der rituellen Verbrennung von Thors sterblicher Hülle hervorgeht. Aber auch Thor ist nicht so tot, wie es den Anschein zu haben scheint …
Mit viel tragischeren Entwicklungen hat derweil Tony Stark zu kämpfen. Dieser besucht den Grey Gargoyle der in einer Stasisblase gefangen ist. Tony versucht die Ereignisse in Paris zu rekonstruieren, um die dort versteinerten Menschen wieder zu befreien. Dafür stellt sich Tony sogar erneut Odin entgegen …

Steve gegen seinen ehemaligen Freund Nick Fury.

Während Fear Itself 7.1: Captain America noch mit seinen düsteren und emotionalen Bildern und einer wirklich fesselnden Geschichte, sowie dramatischen Momenten punkten kann, wirkt die 7.2-Thor-Story irgendwie konfus. So wird viel zu oft zwischen den unterschiedlichen Handlungssträngen hin und hergesprungen. Dies kommt dem Lesefluss in meinen Augen überhaupt nicht zugute, obwohl die Handlung an sich durchaus mit einigen Infos und Momenten aufwarten kann. Aber das zu unorganisierte Hin und Herspringen bremst den Lesefluss dann doch zu massiv aus. Dafür können wenigstens die Zeichnungen von Adam Kubert auf voller Länge überzeugen.
Auch das 7.3 von Iron Man hat fast ausschließlich Stärken vorzuweisen. Grandiose Zeichnungen von Salvador Larroca und eine fesselnde und hochemotionale Geschichte, die Tony mal ein wenig anders und auch ziemlich hilflos zeigt, ohne das auf eine seiner Schwächen eingegangen wird.

Dramatische Ereignisse in Paris.

Weniger überzeugen, zumindest in seiner Gesamtheit, kann das abschließende Marvel Point One, welches in diesem Band enthalten ist. Die einzelnen Ausblicke hingegen haben schon ein paar Highlights zu bieten. Leider wird das Ganze in einer etwas ungewöhnlichen Rahmenhandlung mit dem Beobachter, Uatu, präsentiert, der Besuch von zwei Unbekannten erhält, welche sich auch sogleich auf einige der zukünftigen Ereignisse stürzen.
Dabei werden kurze Storyfetzen präsentiert, in denen der aktuelle Nova sich einer nicht so einfachen Situation gegenübersieht. Auch X-Terminated zeigen, was in ihrer Zukunft so alles nicht richtig rund läuft, wenngleich ihre Methoden alles andere als ein Vorbild sind. Aber da wären auch noch Coldmoon und Dragonfire. Zwei Kinder die isoliert und getrennt voneinander aufwuchsen, aber immer irgendwie gespürt haben, dass ihnen ein Gegenpart fehlt. Noch schwieriger haben es aber Doctor Strange, der in den Geist eines seltsamen Mannes eindringt und dabei Erfahrungen macht, die selbst seinen Horizont überschreiten, sowie die zukünftigen Hawkeye und Spider-Man in einem Szenario das der Hölle auf Erden gleichkommt.

Eindringlinge im Heiligtum des Beobachters.

Wie man sich nun vielleicht denken kann, sind diese „Abschnitte“ von unterschiedlicher erzählerischer und visueller Qualität. Positiv ist aber vor allem, das keiner der jeweiligen Ausblicke die Rahmenhandlung unterbietet. Die Geschichte um das Eindringen in das Heiligtum des Beobachters ist eben auch genau nur das. Sie soll die einzelnen Storybögen sinnvoll (mehr oder weniger) miteinander verknüpfen. Meines Erachtens nach ist es aber nur unnötiger Ballast, und die Geschichten würden auch ohne dieses „Feature“ problemlos funktionieren. Oder man präsentiert wenigstens eine gut durchdachte und umgesetzte Story, um diese Vorschaugeschichten darin einzubetten.

FAZIT:

So wenig wie der letzte Band der Hauptserie ein Abschluss war, so wenig ist dieser Band ein Ersatz dafür. Zwar wird hier für viele zukünftige Ereignisse der Grundstein gelegt, aber es fühlt sich noch immer nicht so wirklich rund an. Aber, und das muss ich neidlos anerkennen, dieses Runde und in sich abgeschlossene Ende vermisse ich nach diesem Band auch nicht mehr wirklich. Denn hier wirkt es nun so, als würde es nahtlos weitergehen. Das Event steht nicht für sich alleine, sondern wirkt unterbewusst weiter. Das gefällt mir persönlich sehr gut, auch wenn ich nicht alle Serien weiterverfolgen kann. Immerhin ist es diesmal gelungen, dass zumindest bei mir das Interesse an einigen Handlungssträngen wachgehalten wird.

Alles was beginnt muss auch irgendwan enden.

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Fear Itself – Nackte Angst #7 [Panini, Mai 2012]

Das große Finale von Fear Itself. Aber ist dieser Band und seine Geschichte einer finalen Ausgabe würdig?

Fear Itself – Nackte Angst #7

Es kommt zum alles entscheidenden Finalkampf zwischen der Schlange und Thor. Es wird Zeit die Prophezeiung zu erfüllen. Doch nicht nur Thor sieht seinem Schicksal entgegen. Jeder Rächer will dem Albtraum endlich ein Ende bereiten. Aber neben den Helden tun auch die Menschen ohne besondere Kräfte ihr Bestes, um die Erde zu retten. Auch alltägliche Helden, wie Du und ich geben der gebeutelten Menschheit wieder Hoffnung. Wie lange können die Helden standhalten, und wird es Thor schaffen, sich gegen den Bruder von Odin, die Schlange, zu behaupten? Die alles entscheidende Frage ist jedoch, welchen Preis Thor hierfür bereit ist zu zahlen!
Wie geht es nach der Angst weiter? Wie schaffen es die Bewohner von Broxton wieder ein normales Leben zu führen, ohne die seit The Siege ansässigen Götter aus Asgard. Was wird aus Sin, und wer ist der geheimnisvolle Mann im Rollstuhl mit den mysteriösen Plänen? Und wie hat es der Hulk geschafft, sich von seinem Alter Ego Bruce Banner zu lösen?

Wer ist der geheimnisvolle Fremde und was sind seine Pläne?

Das Finale von Fear Itself kommt in Überlänge daher. Doch wenn man einmal von den Nachwehen, die hier bereits angedeutet werden, absieht, passiert außer einem weiteren Heldentot nicht wirklich viel. Die Guten siegen über die Bösen, die Menschheit kehrt zur Normalität zurück, oder versucht es wenigstens. Das sind Dinge, wie sie nach jedem Event stattfinden und da hätte ich mir persönlich einen tieferen Einblick in den Wiederaufbau und das Leben der ganz normalen Menschen gewünscht. Nur zu oft wird eben dieser Punkt ausgeklammert und irgendwie hatte ich nach dem Start und der Einbindung von Broxton gehofft, dass es diesmal anders sein würde.

Hulk ab sofort ohne Bruce Banner?

Ansonsten finde ich gerade die Ausblicke auf die zukünftigen Ereignisse sehr interessant, aber ich denke das sind genau die Fragen, welche mich persönlich am meisten reizen würden. Wie eben die Frage, wie sich der Hulk des Bruce Banners entledigen könnte, und wenn es denn so einfach ist, weshalb er es nicht schon früher getan hat.
Der Hauptteil des Heftes, das Finale sozusagen, ist leider nur üblicher Durchschnitt. Da hat sich Marvel-Architekt Fraction nicht wirklich mit Ruhm bekleckert. Da wäre durchaus mehr Finesse möglich gewesen, um dem Event ein würdiges und vor allem nicht alltägliches Ende zu gewähren.

Sin in den Fängen von mysteriösen Wissenschaftlern …

Zeichnerisch wird in diesem Band eigentlich nur feinste Kost aufgefahren. Stuart Immonen leistet wie immer tadellose Arbeit und auch die weiteren Künstler, wie Mark Bagley, Terry Dodson oder Pablo Raimondi, um nur Einige zu nennen, können mit sehr guten Leistungen glänzen. Einzig Howard Chaykin ist in dieser Ausgabe wieder ein visueller Totalausfall. So wie er hier Jameson und Parker zeichnet, muss man fast an übernatürliche Mutation glauben.

FAZIT:

Fear Itself ist vorbei und es war nicht ganz so schlimm, wie man es stellenweise hätte erwarten können. Ja es gab Reinfälle, aber auch echte Highlights. Diese Finalausgabe liegt irgendwo in der Mitte. Wie ein wirkliches Finale fühlt sich der Band jedenfalls nicht an. Vielleicht auch deshalb, weil es danach noch den Sonderband Nummer 4 gab, der sich den drei 7.1-Ausgaben widmet und so vielleicht noch ein etwas runderes Ende bietet als dieser hauptstorytechnische halbgare Finalband.

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Avengers #14 – Fear Itself [Panini, April 2012]

Langsam aber sicher nähern wir uns dem Ende des Events …

Avengers #14 – Fear Itself

Was macht einen Rächer aus? Was muss ein Held haben, um ein Rächer zu werden? Ehrgeiz, Mut, Kraft, Ehrlichkeit, Geld? Was ist es, das aus einem Helden einen Rächer macht? Diese Frage stellen sich auch die Rächer im Angesicht der Ereignisse und Handlungen von Daredevil. Es ist noch nicht lange her, dass Matt Murdock gegen seine eigenen inneren Dämonen kämpfen musste. Doch als der Rächerturm fällt und auch das Anwesen angegriffen wird, steht er bereit …
Und auch der direkte Kampf gegen Sin schweißt die Helden nur noch mehr zusammen, auch wenn einige erstmal ein paar dumme Kurzschlusshandlungen begehen, bevor sich alle zusammenfinden, um dem Verursacher dieses Chaos entgegenzutreten.

Daredevil inmitten des Chaos.

Ich muss wirklich sagen, dass mich diese Ausgabe sehr positiv überrascht hat. Nach dem wirklich grausamen Monsterband, war meine Erwartungshaltung nicht mehr sonderlich groß, und dies trägt natürlich auch dazu bei, nicht so schnell enttäuscht zu werden. Doch Bendis wieder an Daredevil ranzulassen, sprich ihm in einer Avengers-Ausgabe einen wirklich großen Platz frei zu räumen, gefällt mir doch sehr. Auch Deodato kann mich in diesem Band überzeugen. Viele seiner Bilder gefallen mir, gepaart mit der spannenden und emotionalen Geschichte sehr gut. Auch wenn die eigentliche Action hier eher schmückendes Beiwerk ist, sind es wohl genau diese Momente die mir persönlich am besten gefallen. Dass dies aber wieder als Rückblick, verbunden mit einem Interview präsentiert wird, ist nach den letzten Ausgaben leider nicht mehr wirklich kreativ, aber zeigt wenigstens, dass ein einmal begonnenes Konzept für die Avengers-Tie Ins auch bis zur letzten Ausgabe durchgezogen wird.

Kurzschlussreaktionen.

Über den zweiten Teil des Heftes, bei dem Romita Jr. erneut den Zeichenstift schwingt, gibt es leider nicht wirklich viel zu sagen. Vor allem deshalb, weil er storytechnisch nicht wirklich überzeugen kann. Hawkeye macht zuerst einen auf kompetenten Anführer nur, um dann in einer Kurzschlusshandlung Sin einen Pfeil durch den Hals zu jagen. Anschließend endet das Ganze in einer wilden Klopperei, zu der auch noch die New Avengers hinzustoßen. Genaugenommen also nur eine Prügelorgie mit dementsprechenden Bildern und wenig Inhalt. Das können sowohl Bendis, als auch Romita Jr. wesentlich besser, aber vielleicht ist ja aus den ehemaligen Topkünstlern einfach die Luft raus. Oder aber sie sind einfach zu sehr in andere Projekte eingespannt, um hier noch gute Arbeit abzuliefern. Dies zeigt sich vor allem in dem massiven Einsatz der ganzseitigen Actionszenen, die sich teilweise nur auf Sekundenbruchteile der Handlung beziehen. Dadurch zieht sich eine Handlung, welche zeittechnisch nur knappe 30 Minuten ausmachen würde, über ein ganzes Heft. Hätte Fraction diese Erzählweise auch auf das Hauptevent angewendet, würde Fear Itself vermutlich heute noch laufen und weit über 500 Ausgaben umfassen. Das ist für mich keine gekonnte Erzählung, sondern nur ein sinnfreies Strecken um noch mehr Geld zu verdienen.

Wieder nur Prügelei.

FAZIT:

Das Finale naht. Was bleibt dann in einem Tie In noch zu erzählen? Die Handlungen von Daredevil sind da ein gutes Beispiel, um einen solchen bevorstehenden Ausklang zu würzen. Auch die, auf dem Original-Cover von US-Avengers #17 dargestellte Liebesgeschichte, welche sich zwischen Hawkeye und Spider-Woman anbahnt, wäre eine solche Möglichkeit gewesen. Daher ist es für mich um so enttäuschender, wenn dies eben nicht enthalten ist. Als US-Leser wäre ich mir vermutlich verarscht vorgekommen.
Doch unterm Strich bleibt eine sehr gute erste Hälfte und eine durchschnittliche, aber wegen der vielen Action und der massiven Splashpages der zweiten Hälfte wenigstens, kurzweilige Ausgabe.

Matt erhält den Rächerausweis.

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Fear Itself – Nackte Angst #6 [Panini, April 2012]

Fear Itself – Nackte Angst #6

Thor wurde bei seinem letzen Kampf schwer verwundet, und so bleibt seinen Freunden nichts anderes übrig, als ihn nach Asgard zurückzubringen, damit er sich dort mit der Hilfe des Allvaters Odin erholen kann. Diese Chance nutzt Steve Rogers auch gleich, um dem Gott seine Meinung über sein Vorhaben die Erde auszulöschen, kundzutun. Andere Probleme hat derzeit Spider-Man, der sich aus dem aktiven Kampf zurückgezogen hat, um seine Tante zu suchen. Doch als er sie findet, erkennt er, was wirklich wichtig ist. Und auch Tony Stark schafft es dank der Zwerge und Gnome aus Svartalfheim einen Schritt weiter in Richtung Sieg zu gehen …

Ein weiteres Opfer des Wahnsinns …

Man merkt, dass es auf das Finale zusteuert. Ganz massiv formieren sich hier die Helden, es werden Möglichkeiten ins Auge gefasst und auch Notfallpläne geschmiedet. Tony Stark sprüht vor Ideenreichtum und Einsatzfreude, Thor und Odin finden wieder zusammen, auch wenn beide noch immer nicht die gleiche Meinung haben. Inzwischen helfen alle, die nicht aktiv eingreifen können, um den Kampf voranzutreiben, den Menschen in ihren jeweiligen Situationen oder evakuieren ganze Gebiete. Das verbreitet natürlich Hoffnung und diese spürt man auch. Allerdings muss ich auch anmerken, dass einige der Ereignisse und Wendungen stark gezwungen und gekünstelt wirken. Denn so wie sich Odin und Thor noch am Anfang bekriegt haben und nun wieder fast selig vereint sind, ohne das jeder, der beiden von seinem Standpunkt abgerückt ist, wirkt doch schon sehr unglaubwürdig. Dagegen ganz typisch ist wieder May Parkers Reaktion, als Spider-Man sie endlich findet. Das ist zwar fast schon wieder einen Tick zu pathetisch, aber genau diese Prise macht eben Spider-Man aus.

Blue Marvel im Kampf …

Ebenfalls wieder in diesem Band enthalten sind ein paar Kurzgeschichten aus der Begleitserie Fear Itself: Homefront. Zum einen sind dies, wie auch schon in den vergangenen Ausgaben, kurze Einseiter von Howard Chaykin, der mich bei „Ein Moment mit … Mr. Fear“ sogar richtig überzeugen kann, und zwei Storys, die sich mit Randereignissen zu Fear Itself befassen. Doch immer schön langsam und dann mit einem Ruck. Warum kann mich Chaykin diesmal überzeugen, oder wenigstens teilweise? Nun, der Einseiter mit Mr. Fear, der eigentlich ein Profi in Sachen Angst verbreiten ist, muss sich nun der Erkenntnis stellen, dass jemand seinen Job besser macht, und er nicht einmal mehr erkannt wird. Das ist sehr deprimierend und wurde nicht nur storytechnisch, sondern auch visuell sehr gut umgesetzt. Hier passt Chaykins Stil wirklich sehr gut. Aber ich muss auch Christian Endres, seines Zeichnes Redakteur bei Panini, recht geben, welcher sich hier auf die Reaktionen zu Chaykin aus dem Paniniforum bezieht, dass Chaykins Zeichnungen von den aktuellen Kolorierungen nicht gerade profitieren. Dagegen ist der andere Einseiter wieder einfach nur nutzlos und hässlich, oder er erschließt sich mir einfach nur nicht.

Angst kann auch andere Auswirkungen haben …

Und dann gibt es noch ein Abenteuer mit Blue Marvel der die Hälfte seiner Basis opfert, um einen Krieg zwischen Amerika und China zu verhindern. Eine Geschichte aus einem Navacho-Reservat mit dem American Eagle, der sich und sein Volk gegen ein paar verrückte Drogendealer schützen muss und so nur knapp einen Krieg zwischen den „Weißen“ und den Rothäuten verhindern kann. Sowie eine ziemlich seltsame Story mit den Great Lakes Avengers, die von ihrer Heimatstadt Milwaukee, oder besser dessen Einwohnern, gejagt werden und nur noch Asbestos Man dagegen helfen kann. Das klingt seltsam, denkt ihr? Genau das ist es auch. Während die Geschichte mit Blue Marvel und American Eagle wenigstens noch eine Moral zu vermitteln versuchen, und mit den Bildern nicht wirklich enttäuscht und Beispiel von American Eagle sogar sehr gut zu gefallen wissen, ist das Great Lakes Avengers/Defenders/X-Men/Champions/Power Pack-Debakel, genau das. Ganz witzig in seiner Belanglosigkeit, aber mehr auch nicht.

Witzig aber nicht wirklich relevant!

FAZIT:

Die Hauptstory macht wieder ein wenig mehr Spaß und kann auch mit den gewohnt guten Bildern überzeugen. Sie bringt das Event ein Stück voran und kommt ohne größere storytechnische Längen aus. Die reine Action wird minimiert und die Dramatik maximiert. Der restliche Teil des Heftes schwankt zwischen Klamauk, ernsthafter Unterhaltung und seltsamen Trash. Dass mich persönlich diesmal sogar Chaykin ein wenig überzeugen konnte, überrascht mich hierbei am meisten. Hatte ich doch schon gedacht, dass der Meister seinen Zenit überschritten hätte. Aber möglicherweise braucht Chaykin einfach nur einen anderen Koloristen, der seinen Stil unterstützt, anstatt die Zeichnungen einfach nur knallbunt auszumalen und mit Effekten zu überdecken.

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Marvel Monster Edition #39: Fear Itself [Panini, Februar 2012]

Heute wird es monströs, mit der Monster Edition zum Event Fear Itself. Aber wie schlägt sich diese Sammlung an Tie-Ins im Vergleich zu den bisherigen Ausgaben?

Marvel Monster Edition #39: Fear Itself

Seitdem Attuma auch in den Besitz eines der Hämmer kam und so zu den Würdigen erwählt wurde, sieht es für Namor und sein Volk noch schlechter aus, als es vorher schon der Fall war. Doch auch als Namor gegen Attuma unterliegt und flüchten muss, ist er nicht alleine. Denn ein guter alter Freund schart ein schlagkräftiges Team um ihn, um sein Volk wieder zu befreien …
Ein Team der ganz anderen Art findet sich um Howard the Duck zusammen. Als „Die fürcherlichen Vier“ wollen sie Man Thing stoppen, die Stadt ins Chaos zu stürzen. Doch so einfach wie das klingt ist die Aufgabe leider nicht, und dass müssen die fürchterlichen Vier schmerzhaft lernen …
Auch Dracula ergreift die Angst und er beginnt, aus der Vergangenheit zu erzählen. Er erzählt, wie sich schon damals im antiken Japan, Angst als sehr nützliches Element zu Erhaltung von Respekt und Hörigkeit geeignet hat. Doch als blutsaugender Vampir ist das nicht ganz so schwer …
Cardiac hingegen muss gegen eine ganz andere Art der Angst kämpfen, als er einen Jungen retten soll, dessen Vater für den Tod von Cardiacs Bruder verantwortlich ist. So zumindest sieht er es, als er eine Entscheidung treffen muss. Den Vater mit dem Tod seines Sohnes zu bestrafen, oder das Kind nicht für die Sünden seines Vaters büßen zu lassen …
Den letzten Teil des Bandes füllen die Helden für Geld, die sich zwar anfangs auch mit einem Würdigen herumschlagen müssen, mit Ben Grimm um genau zu sein, aber danach ein noch viel größeres Problem mit einem von Bens Opfern bekommen. Dieser war eigentlich Chemiker für die Unterwelt und landete, nachdem Ben die Yancy-Street in Schutt und Asche gelegt hat, in seiner eigenen Suppe, mit für ihn schwerwiegenden Veränderungen …

Die Angst kann schlimme Monster hervorrufen.

Wie heisst es immer so schön? Wenn man nichts gutes sagen kann, dann soll man besser garnichts sagen. Aber wenn ich jetzt nichts zu dieser Ausgabe mitteile, weshalb sollte ich sie dann reviewen? Eine schwere Aufgabe.
Insgesamt ist dieser Band ziemlich belanglos und unnütz. Keine wirklich überragenden Zeichnungen, nur mäßig spannende bis extrem verdrehte und langweilige Geschichten und keinerlei interessante Einblicke oder andere Sichtweisen, die zu Fear Itself beitragen würden. Einzig zwei Geschichten ragen ein wenig aus dem Gesamtbrei heraus.
Das wäre zum einen die Geschichte aus dem alten Japan in der Dracula ein wenig aus dem Nähkästchen plaudert, und zum anderen jene in der Cardiac mit seiner Entscheidung hadert und so mit seinem Gewissen kämpft. Während Cardiac sehr stark die emotionale Schiene bedient und einen direkt ins Herz trifft, aber auch ein gewisses Verständnis hervorruft, weiß ich persönlich bei der Dracula-Story überhaupt nicht, weshalb diese hier in dem Monsterband seine Verwendung findet. Von dem Einsatz der Angst als generelles Druckmittel einmal abgesehen, scheint sich keine direkte Verbindung zu Fear Itself zu finden. Um so erstaunlicher ist es daher, dass diese Geschichte, zumindest bei mir, so guten Anklang findet und auf voller Linie überzeugen kann.

Die zwei besseren Geschichten in diesem Band.

Sowohl zu der Miniserie „The Deep“, die sich um Namor und seinen Widerstand dreht, als auch die „Fearsome Four“ um Howard the Duck, sind genau wie die „Heroes for Hire“ nur mittelmäßige Mitläufer, die den Comicfans das Geld aus der Tasche ziehen sollen. Anders kann ich mir diese offensichtliche Lieblosigkeit der Geschichten und Zeichnungen nicht erklären. Eigentlich bin ich ja ein großer Freund des verrückten Erpels Howard, seit er in den achtziger Jahren einen Gastauftritt in einem Spinne Taschenbuch im Rahmen einer Marvel Team Up Story hatte. Howard war und ist, wie Donald Duck nur das Er raucht, säuft und mit Frauen rummacht ohne jegliche Art von Skrupel und dabei trotzdem noch ein zuverlässiger Freund sein kann. Aber in dieser Miniserie, in der dann auch noch die Ersatz-FantastischenVier aus den 80/90er Jahren, bestehend aus Hulk, Ghost Rider, Wolverine und Spider-Man regelrecht als Witzfiguren verheizt werden, ohne dabei wirklich komisch zu sein, treibt einem die Tränen in die Augen. Und das sind keine Freudentränen.

Die fürchterlichen Vier gegen die „Ersatz“-Fantastischen Vier.

FAZIT:

Wenn man einmal von den beiden besseren Geschichten absieht, war der Band ein wirklicher Reinfall. Das Banner Fear Itself dient hierbei wirklich nur zum Geldverdienen. Da wäre es billiger gewesen, sich besagte 2 Ausgaben im Original zu holen und beim Rest die Inhalte im Internet, bei den bekannten Portalen, im groben nachzulesen. Das hätte nicht nur Geld, sondern auch eine Menge Zeit und Nerven gespart. Nach diesem Band kann ich persönlich eigentlich nur hoffen, dass dies der Tiefpunkt von Fear Itself war, und sich die Autoren und Zeichner nicht noch bemühen das Niveau weiter zu senken, um die goldene Himbeere der Comicbranche zu erhalten.

Namor und seine Defenders.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2011/2012 Marvel & Subs. / Panini

Avengers #13 [Panini, März 2012]

Fear Itself geht weiter, und die Avengers sehen sich weiteren Problemen gegenüber …

Avengers #13

Die Interviews gehen weiter. Wie hat Captain America den Verlust seines Partners verkraftet? Diese Frage stellen sich auch die Avengers, und als sich Steve die Möglichkeit bietet Sin endlich dingfest zu machen, scheinen seine Mitstreiter nur hilflos zusehen zu können, wie er in sein Schicksal rennt.
Ebenfalls mit ihrem eigenen Schicksal muss die Nanny der kleinen Danielle, die Tochter von Jessica Jones und Luke Cage, kämpfen. Denn als das Chaos über die Stadt hereinbricht, muss sie schnellstmöglich zum Rächeranwesen gelangen, damit die New Avengers endlich losziehen können. Doch was sie dabei über sich selbst erfährt überrascht Doreen, das Squirrel Girl …

Sin stellt Steve eine Falle.

Die letzte Avengers-Tie In-Ausgabe war die bisher Schlechteste und wer jetzt denkt, dass es nicht noch schlimmer kommen kann, den kann ich beruhigen. Denn tatsächlich gefällt mir dieses Tie In wieder besser. Aber wenn ich ehrlich sein muss, auch nur der zweite Teil des Heftes. Der Erste ist wieder platt und pathetisch und typisch amerikanisch. Captain America verzweifelt über den Tod seines früheren Partners Bucky Barnes, will die Mörderin zur Rechenschaft ziehen und tappt dabei in eine Falle. Alles schon Mal da gewesen und alles auch schon wesentlich besser. Auch die Zeichnungen von Romita Jr. gefallen mir hierbei immer weniger. Sein Stil wird auffallend unübersichtlicher und seine Gesichter sehen inzwischen fast alle gleich aus. Frauen haben grundsätzlich unnatürlich hohe Wangenknochen, Männer fast immer ein Gesicht, als würden sie es die Nacht über in einer Mikrowelle aufbewahren. Dies liegt aber auch ein wenig am Inker Klaus Janson, den ich eigentlich sehr schätze, wenn er denn mit den richtigen Künstlern zusammenarbeitet. Und es gab mal Zeiten da haben sich auch Romita und Janson gut ergänzt, aber seitdem Romitas Stil sich so verschlechtert hat, scheint da nichts mehr zu retten zu sein.

Ist das Steve Rogers oder einer von Romeros lebenden Toten?

Doch Teil Zwei des Heftes entschädigt dafür teilweise wieder. Zwar sind auch hier die Zeichnungen wahrlich kein Hingucker, zu Deodato habe ich mich in der letzten Ausgabe schon ausgelassen, und daher will ich mich lieber der sehr gelungenen Geschichte widmen. Diesmal steht nämlich kein großer Held, keine besondere Person, ja nicht einmal ein Avenger im Vordergrund, sondern nur das Kindermädchen. Und auch wenn Doreen, alias Squirrel Girl, einmal ein Avenger war, ein Great Lakes Avenger um genau zu sein, so ist sie im Augenblick für mich trotzdem einer der faszinierendsten Charaktere, welche die New Avengers zu bieten haben. Das Mädel hat Mumm und Energie. Sie hat das Herz am rechten Fleck und gelegentlich auch mal ein vorlautes Mundwerk. Was ebenfalls sehr interessant ist, ist die Verbindung die Doreen mit Logan zu haben scheint. Da ist noch einiges an Potenzial vorhanden, welches hoffentlich nicht einfach so unter den Tisch gekehrt wird.

Doreen, alias Squirrel Girl, nach ihrer Jagd über die Dächer.

FAZIT:

Diese Ausgabe ist zwar noch immer nicht wieder auf dem Startniveau des Events, aber dennoch etwas besser gelungen. Zumindest zum Ende hin. Das wohl Beste für ein solches Event ist neben einer actionreichen Haupthandlung, eben auch immer ein kleines bisschen Soap und Drama, das die nötige Würze und das Gleichgewicht bringt. Wenn das Marvel und auch die anderen Verlage endlich erkennen, dann würden uns Gurken wie Secret Invasion oder The Siege erspart bleiben. Und jetzt muss ich doch noch etwas zu Deodatos Zeichnungen in der zweiten Geschichte sagen. Denn er schafft es wirklich toll Doreens Flucht über die Hauserdächer so einzufangen, dass man ihre tierische „Herkunft“ erkennt. Wie sie flitzt, springt und klettert, das ist ein reinrassiges Eichhörnchen. Anders kann ich das nicht beschreiben.
So jetzt habt ihr mich erwischt. Ich habe doch noch etwas Gutes zu Deodato gesagt. Aber wenn man eine Münze in einer Dreckpfütze findet, kann man das doch auch ruhig erwähnen.

Wie ein Eichhörnchen. Sehr gute Arbeit von Deodato.

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Fear Itself – Nackte Angst #5 [Panini, März 2012]

Das neue Review zum nächsten Teil von Fear Itself steht bereit, und es bringt Veränderungen mit …

Fear Itself – Nackte Angst #5

Die Lage spitzt sich immer weiter zu als Thor seinem ehemaligen Freund, Ben Grimm, Mjolnir durch die Brust jagt, um ihn zu stoppen. Beim verwandelten Hulk hat er da weitaus weniger Bedenken, aber leider auch nicht die Kraft ihn aufzuhalten. Als dann während des Kampfes von Sin und Steve Rogers, der inzwischen wieder als Captain America unterwegs ist, der Verursacher des ganzen Chaos, die Schlange, auftaucht, droht die Lage endgültig zu eskalieren …

Noch mehr Boom und immer weniger Angst.

Im Moment passiert genau das, was den vorangegangen Events auch mehr oder weniger das Genick gebrochen haben. Es eskaliert zu einer sinnfreien Prügelorgie. Die Dramatik, welche die Angst verbreitet hat, die Hoffnungslosigkeit und die Verzweiflung sind verschunden und machen purer Gewalt platz. Doch nicht etwa weil sie aus der Verzweiflung geboren wurde, sondern einfach nur, weil es möglichst effektvoll rumsen und knallen soll.
Die wenigen Lichtblicke, in denen Tony mit Odin verhandelt, sowie Spider-Man der ein klärendes Gespräch mit Steve führt, können die Story nicht aus der Belanglosigkeit herausziehen. Selbst Spideys sonst so typisch locker, freches Mundwerk, ruft bei mir in dieser Ausgabe nicht einmal ein Zucken des Mundwinkels hervor.

Entscheidungen fallen, die nicht alle mögen.

Ähnlich belanglos sind leider auch die vier Kurzgeschichten, die sich den nächsten vier Würdigen widmen. Alles erneut nur Nacherzählungen der Origins ohne neue Blickwinkel, die auf das Event bezogen werden könnten.
Bis auf eine Ausnahme. Denn die Geschichte um Ben Grimm hat genau dies zu bieten. Sie offenbart eine innere Angst von Ben die wohl der Ausschlag war, weshalb er für den Hammer auserwählt wurde. So kann man es zumindest interpretieren.

Bens Sorgen.

Wie immer kann man den Zeichnungen von Stuart Immonen nichts Schlechtes nachsagen. Auch die Kurzgeschichten kommen diesmal etwas besser weg, als noch in der vorangegangenen Ausgabe. Wobei ich sagen muss, dass ich Lee Weeks, der die Story zum Hulk bebildert hat, bereits mit besseren Arbeiten gesehen habe. Richtig schön nostalgisch hingegen sind die Zeichnungen von Javier Pulido, der sich dem Ding angenommen hat, und mit seinem unverwechselbaren Stil, ein wenig Kirbyfeeling aufkommen lässt. Irgendwie seltsam aber dennoch faszinierend sind die Zeichnungen von Sergio Carello, der die Geschichte von Crusher Creel, dem Absorbing Man, übernommen hat. Seine Zeichnungen erinnern ein wenig an die typischen Disney-Geschichten der späten Neunziger Jahre, was vor allem an den Bewegungen der Figuren liegt. Als letzter Kurzgeschichtenzeichner fällt Mario Alberti mit seinen sehr düsteren Bildern ins Auge. Alberti der in Deutschland unter anderem bereits mit den zwei US-Miniserien X-Men & Spider-Man (auf deutsch in 100% Marvel #45) und Spider-Man and the Fantastic Four (auf deutsch in 100% Marvel #59) mit einem ganz anderen Zeichenstil überzeugen konnte, scheint hier einen bewusst differenzierten Stil gewählt zu haben, um der Geschichte gerecht zu werden.

Erinnerungen von Crusher Creel.

FAZIT:

Leider fällt mit dieser Ausgabe das Niveau des Events rapide ab. Man könnte ja noch meinen, dass es sowieso nicht mehr lange bis zum Ende braucht, aber dennoch kann man eine so gut gestartete Eventreihe besser zu einem Ende führen, als mit einer riesengroßen und eigentlich nicht zu erklärenden Prügelorgie. Mir persönlich wäre es lieber gewesen, wenn sich Matt Fraction mehr auf die Angst und deren Bewältigung mitsamt der zwischenmenschlichen Probleme bezogen hätte, als auf zwar imposante, aber wenig überzeugende Massenschlachten. Immerhin gab es auch früher schon Autoren und Filmemacher die Spannung und Dramatik ohne Gewalt und Ekel erzeugen konnten, und somit Meisterwerke schufen, die noch heute anerkannt werden.

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