Stan Lees Amazing Marvel Universe [Sterling Publishing, 2006]

Nachdem ich euch in den letzten 3 Wochen jeweils ein pop Up-Buch vorgestellt habe, gibt es heute dann etwas ganz anderes. Diesmal präsentiere ich euch Stan Lees Amazing Marvel Universe. Weil das Buch mit etwas ganz Besonderem aufwartet gibt es außer Bildern diesmal sogar ein paar Soundfiles, die ich über Soundcloud zur Verfügung stelle …

Marvel Universe (1)Stan Lees Amazing Marvel Universe

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Stan „The Man“ Lee wird 90 Jahre alt.

Kaum ein Comicschaffender hat die Welt der US-Superhelden so nachhaltig geprägt, wie es Stanley Martin Lieber getan hat. Da ist es fast schon die Pflicht von Comicfans dies auch gebührend zu feiern. Und weil ich das alleine garnicht kann. Hat sich das Team vom Comic Hive mächtig ins Zeug gelegt um „The Man“ würdig zu seinem Geburtstag zu gratulieren.

Deshalb gibt es auf dem Hive ein ganz besonderes Videospecial und auch die Redakteure haben sich ein paar Gedanken zu Stan Lee gemacht.

Link zum Videospecial

Link zum Redaktionsspecial

Ultimo #1 [EMA, Oktober 2012]

Heute gibt es eine neue Mangaserie. Doch diese hat etwas Besonderes an sich. Als Autor darf der Marvel Mastermind schlechthin auftreten. Stan Lee. Deshalb war ich so frei und habe bei Egmont nach einem Rezensionsexemplar angefragt und dieses auch erhalten. Hierfür möchte ich mich herzlich bedanken. Ob aber Stan Lee seine Arbeit in fremden Gefilden jetzt auch gut erledigt hat, könnt ihr nun hier lesen …

Ultimo #1

Ultimo ist ein Karakuri-Doji. Eine Waffe in den falschen Händen. Und auch in den richtigen Händen sehr gefährlich. Außerdem hat Ultimo einen Bruder. Vice, das ultimative Böse, während Ultimo das ultimative Gute verkörpern soll. Beide wurden von einem mysteriösen Mann namens Dunstan im feudalen Japan des 12. Jahrhunderts erschaffen, der herausfinden wollte, welche der beiden Mächte, das Gute oder das Böse, stärker wäre.
Doch jetzt in der Neuzeit erinnert sich niemand mehr an diese beiden „Kampfmaschinen“ bis ein junger Mann Ultimo in einem Antiquitätengeschäft entdeckt. Ab diesem Moment gerät sein Leben aus den Fugen und es eröffnet sich ihm eine lange vergessene Welt …

Der geheimnsvolle Dunstan.

Der geheimnsvolle Dunstan.

Mit Karakuri-Doji Ultimo versucht Marvel-Legende und Altmeister Stan Lee, nun auch Fuß im Mangabereich zu fassen. Zusammen mit Manga-Ka Hiroyuki Takei erschafft er dabei eine faszinierende Welt, die sowohl im feudalen Japan, als auch in der Gegenwart glaubwürdig herüberkommt. Trotz all dieser Anerkennung, auch für das, was Stan Lee für den amerikanischen Comicmarkt geschaffen hat, wirkt diese Story nicht wirklich wie aus seiner Feder. Die Grundidee ist vielleicht von ihm, aber die komplett ausgearbeitete Storyline trägt einfach nicht seine Handschrift. Dadurch entsteht eher der Verdacht, dass sein Name hier nur aus Werbezwecken so groß auf den Titel gepackt wurde.

Vice (links) und Ultimo (rechts).

Vice (links) und Ultimo (rechts).

Grafisch kann der Band dafür auf voller Linie überzeugen. Auch wenn es „nur“ typische Mangakost ist, sind die Bilder für meinen Geschmack ideal um die Story zu tragen. Dynamische Panelaufteilung, actionreiche Perspektiven, emotionale Mimik und Gestik und dramatischer Seitenaufbau. Hier war ein wahrer Kenner der Materie am Werk. Möglicherweise trägt aber auch genau dies dazu bei, dass Stan Lees Handschrift beim Storytelling ein wenig verwischt. Dadurch, dass sich die Geschichte auch über mehrere Jahrhunderte zieht und es zu Wiedergeburten kommt, ist es besonders wichtig, dass die wiedergeborenen Figuren klar erkennbar bleiben. Auch das schafft Takei sehr gut.

Chaos in Tokyo.

Chaos in Tokyo.

FAZIT:

Die erste Ausgabe von Ultimo ist insgesamt ein gelungener und unterhaltsamer Einstieg, der Lust auf mehr macht. Die Story ist spannend und mit gut ausgearbeiteten Charakteren versehen, bei denen auch das Mitfühlen nicht schwerfällt. Durch den gemäßigten und dennoch nicht langweiligen Storyaufbau werden sowohl die Charaktere als auch die Grundstory erfreulich einfach präsentiert, sodass man sich als Leser nicht überfordert fühlt, aber dennoch ein vollständiges und lebendiges Universum entsteht.
Somit ist Ultimo auch ein Blick für Leser wert, welche bisher kaum Berührungen mit Mangas hatten und gerne einmal in diese Richtung der Comicliteratur hineinschnuppern möchten.

Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse.

Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse.

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Hive-VerweisCopyright aller verwendeten Bilder © 2009-2012 SHUEISHA / Egmont Manga & Anime

Der ultimative Spider-Man Episodenreview (Part 1)

Am 1. April diesen Jahres war es endlich soweit. Auf dem amerikanischen Sender Disney XD ging die neueste Zeichentrickversion von Spider-Man online. Und der Name sollte Programm sein. Ultimate Spider-Man hieß es, und anders als es zuerst wirkt, ist nicht der ultimative Spider-Man aus den Comics das Vorbild der Serie, sondern der klassische Peter Parker, der nun angesiedelt im neu geschaffenen Marvel Movie Universe ultimativ werden soll. Zusammen mit einem schwarzen Nick Fury, Agent Phil Coulson und vielen anderen bereits etablierten Charakteren, soll Spider-Man wenigstens animiert in dieses Universum integriert werden.

Die Wand der Schande…

Doch warum dann nicht auch als Realfilm?

Die Antwort ist einfach. Als es Marvel um die Jahrtausendwende finanziell nicht so gut ging, wurden einige der Hauseigenen Figuren, zumindest die Filmrechte daran, sozusagen außer Haus verkauft. Das Resultat konnte sich sehen lassen. Eine Spider-Man Trilogie, vier X-Men Filme, ein Hulk, die Blade Trilogie, Daredevil, Elektra, zwei Fantastic Four Filme und der Punisher waren das Ergebnis. Während nun einige dieser Figuren nun wieder zu Marvel zurückkehren, darf Spidey noch nicht wieder heim. Der Grund ist eine Regelung. Wenn mit einem Charakter über eine gewisse Zeit kein Film gemacht wird, fallen die Filmrechte daran an den ursprünglichen Rechteinhaber zurück. Dies betrifft aktuell Daredevil, aber nach dem doch nicht so unerfolgreichen Amazing Spider-Man wird wohl der Netzschwinger nicht im Marvel Movie Universe auftauchen. Zumindest nicht ohne Zustimmung von Sony.

Spidey schwingt durch die Stadt.

Und hier kommt die Animationsserie ins Spiel. Denn innerhalb dieser darf Spider-Man sehr wohl eingegliedert werden. Warum ich Euch das alles mitteile?
Ganz einfach.
Um Euch heiß auf die kommenden Reviews der ersten beiden Episoden zu machen. Also, nix wie los!

Episode 1: Das Angebot (Great Power)

Spider-Man muss sich wohl oder Übel seiner Verantwortung stellen. Er muss den Trapster dingfest machen. Und irgendwie schafft er das auch. Immerhin ist dies nicht sein erstes Aufeinandertreffen und nach einem Jahr mit Spinnenkräften geht es auch erfolgreich für ihn aus.
Doch Nick Fury ist alles andere als begeistert, denn Spidey hat einen ganzen Haufen Kollateralschäden verursacht. Also schlägt er dem ungestümen und jungen Helden vor, sich von S.H.I.E.LD. ausbilden zu lassen. Als kleine Entscheidungshilfe gibt es auch gleich ein Technikgadget in Form einer neuen Netzdüse mit Zielfunktion. Aber Spider-Man ist sich nicht sicher …

Trotz der ganzen technischen Spielereien ist Spider-Man nicht so recht überzeugt.

Der freundliche Netzschwinger von nebenan startet neu durch und Marvel ist von Anfang an mit dabei. Hier merkt man jetzt, das die „Fusion“ mit Disney auch seine Vorteile haben kann. Denn der ultimative Spider-Man profitiert mächtig von der Erfahrung und den Finanzen des Großkonzerns. Denn neben dem notwendigen Geld liefert Disney auch die hilfreichen Ideen bekannter Köpfe mit. Niemand Geringeres als Animationslegende Paul Dini, der schon für Warner an den Tiny Toons und den DC Animated Universe Serien beteiligt war, soll denn Netzschwinger für Marvel neu erschaffen. Als unterstützender Autor muss Marvels ultimative Waffe ran. Brian Michael Bendis, der mit der Comicserie Ultimate Spider-Man schon ein Meisterwerk der modernen Comicliteratur geschaffen hat.

Flash nimmt Platz an der Stelle, wo er sonst immer Peter einsperrt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der ultimative Spider-Man ist vor allem eines. Witzig! Aber dies ist auch gleich eines der größten Mankos. Zwar ist der Humor durchaus gelungen, aber dadurch fehlt der Serie auch ein wenig der notwendige Ernst, vor allem was das Thema Verantwortung betrifft. Denn auch wenn es sich um einen Cartoon für die jüngere Zielgruppe handelt, ist doch gerade das Thema Verantwortung ein zentrales Element rund um die Figur Spider-Man. Zwar hört man hier und da mahnende Worte, aber man hat immer das Gefühl, dass Peter Parker das Leben nicht so ernst nimmt. Doch wenn Dini und Bendis dies gut anstellen, worauf ja insgeheim noch hoffe, dann kann die Serie mit der richtigen Mischung so gut werden, wie Batman Animated in den Neunziger Jahren für DC. Produziert wird die Serie von der Gruppe „Man of Action“ die aus Duncan Rouleau, Joe Kelly, Joe Casey und Steven T. Seagle besteht und bereits für die Erfolgsserie „Ben 10“ verantwortlich sind.

Spidey zwischen zwei Heldenikonen.

Ein Punkt, der ebenfalls nicht unerwähnt bleiben sollte, ist der fest eingebaute Cameo, oder besser gesagt die Nebenrolle, von Stan dem Hausmeister, der von niemand anderem als Stan Lee verkörpert und auch gesprochen wird. Die Ikone von Marvel Comics, will es sich einfach nicht nehmen lassen, bei seinen „Kindern“ immer wieder dabei zu sein, wenn diese den Weg ins TV oder auf die große Leinwand schaffen.

Thwipp, Thwipp…

Episode 2: Große Verantwortung (Great Responsibility)

Durch die Ereignisse am Vortag, an denen drei der furchtbaren Vier, auf Peters Schule Unfrieden gestiftet haben, wurde Harry verletzt und musste dadurch ins Krankenhaus. Daraufhin entscheidet sich Spider-Man nun doch für ein Training bei S.H.I.E.L.D. Aber Peter weiß nicht, worauf er sich eingelassen hat. Schon die erste Übungseinheit, um Spider-Mans Kampferfahrung zu testen, läuft alles andere als siegreich ab, auch wenn Peter es schafft, seine Kontrahenten auf die Matte zu legen.
Was er jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, ist das Er von S.H.I.E.L.D. und insbesondere von Nick Fury, nicht als Einzelkämpfer angeworben wurde, sondern das der freundliche Netzschwinger von nebenan, Teil eines neuen Superheldenteams werden soll, das den Avengers nacheifert.

Die Furchtbaren Vier in der Midtown High.

Das Auftauchen oder die Einbindung von Spider-Man in ein Team ist nicht neu. Bereits in den achtziger Jahren war Spidey mit Firestar und Iceman als Superheldentrio unterwegs. Und das nicht gerade erfolglos. Auch in den Comics ist Spider-Man nun schon seit einigen Jahren ein Teamplayer. Zeitweise sogar in drei Teams gleichzeitig.
Daher war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Spidey im Marvel Movie Universe, ebenfalls Teamkameraden zur Seite gestellt bekommt. Dies geschieht auch auf sehr witzige Art und Weise und auch die Verantwortung kommt nun ein Stück mehr zum Tragen. Stellenweise hat man sogar das Gefühl, das Spidey eine Art Mentor für das Team ist.

Die erste Kampfprüfung!

Nachdem ich bei der ersten Episode auf die Macher der Serie eingegangen bin, wollte ich mich diesmal den Sprechern widmen. Hauptsächlich möchte ich natürlich die beiden wichtigsten Charaktere der ersten beiden Episoden ins Rampenlicht rücken.
Im Original leiht Drake Bell dem freundliche Netzschwinger seine Stimme. Drake ist unter anderem als Schauspieler aus Serien, wie „Hör mal wer da hämmert“ oder ganz besonders „Drake & Josh“ bekannt. Auch in Filmen durfte er bereits auftreten. Zu den bekanntesten gehören hierbei „Jerry Maguire“ und „Superhero Movie“. Außerdem ist Drake erfolgreicher Musiker und hat bereits 10 Singles und 2 Alben veröffentlicht. Für die deutsche Stimme zeichnet Nico Sablik verantwortlich, der vielen vor allen als deutsch Stimme von Harry Potter bekannt sein dürfte. Doch auch als Spider-Man hat er als Synchronstimme für Andrew Garfield bereits Erfahrungen sammeln dürfen.

Uncle Sam, äh… Nick Wants Spider-Man.

Die zweite Person, deren Stimme ich vorstellen möchte, ist niemand anderes als Mister Superspion, Nick Fury. Dieser wird nämlich im US-Original nicht von seinem Filmvorbild Samuel L. Jackson gesprochen, sondern von Chi McBride. „Chi McWER?“ werden nun einige von Euch sich fragen. Chi ist ein erfolgreicher Schauspieler und ist bereits in vielen Filmen aufgetreten. Als bekannteste seien hier nur „I, Robot“ und „Nur noch 60 Sekunden“ genannt. Doch den meisten wird er wohl in seinen Rollen als Emerson Cod aus „Pushing Daisies“ oder als Detective Laverne Winston aus „Human Target“ bekannt sein. In Deutschland haben wir es da ein wenig besser. Denn die deutsche Stimme von Nick Fury gehört niemand anderem als Engelbert von Nordhausen, der sich bereits als Synchronstimme von Samuel L. Jackson etabliert hat. Doch auch Bill Cosby und Gene Hackman, hat der sympathische Wahlbrandenburger bereits seine Stimme geliehen. Neben dem Synchronsprechen ist der leidenschaftliche Theaterschauspieler auch in diversen Gastrollen wie zum Beispiel bei „Praxis Bülowbogen“ oder „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ zu sehen gewesen.

Das neue Team rund um Spider-Man.

FAZIT:

Der ultimative Spider-Man ist leider noch nicht der Hit, der er sein könnte. Doch mit sehr viel Humor und unterhaltsamen Storys kann die Serie bereits überzeugen. Die kleinen Slapstickeinlagen lockern das gesamte Geschehen wunderbar auf und auch die Verbindung klassischer zweidimensionaler Bilder mit computergenerierten 3D-Bildern erfreuen das Auge. Die Sprecher liefern sehr gute und vor allem kompetente Arbeit ab, die auch mit den entsprechenden Emotionen in der Stimmlage punkten.

Stan der Hausmeister im Kampf mit seinem Besen.

Aber man muss, auch als ganz großer Spider-Man-Fan, anerkennen, dass hier noch sehr viel Potenzial nach oben ist, das in der zweiten Staffel unbedingt ausgeschöpft werden sollte, wenn man die Serie nicht wieder nach wenigen Folgen in die Tonne treten möchte. Doch mit Disney als erfahrenem Konzern im Bereich Animation, denke und hoffe ich doch, dass die Chancen hierfür nicht so schlecht stehen.

Olé…

Spider-Man: Season One [Panini, Juli 2012]

In regelmäßigen Abständen ist es fast schon Tradition bei den beiden großen amerikanischen Comicverlagen, die Origins ihrer Helden aufzufrischen. Gerade dann wenn neue Verfilmungen anstehen, die neue Käufer für die Comics generieren könnten.
So legt auch Marvel dieses Jahr mit dem „Season One“-Projekt eine solche Frischzellenkur vor. Den Auftakt macht hierbei der beliebte Netzschwinger von nebenan, der zufälligerweise dieses Jahr auch sein fünfzigstes Comicjubiläum feiert.
Für diesen Band haben sich der Autor Cullen Bunn mit dem Zeichner Neil Edwards und der Unterstützung von Karl Kesel (Tusche) und David Curiel (Farben) zusammengetan um Spider-Mans Entstehung in einem neuen und modernen Gewand zu präsentieren ohne dabei die klassische Origin umzukrempeln.

Spider-Man: Sesaon One

Wie schon in Amazing Fantasy Nummer 15 vom August 1962 beginnt auch Spider-Man: Season One damit das Ben Parker seinen Neffen weckt, der daraufhin zur Schule muss. Dort wird der „Streber“ Peter Parker natürlich zum wiederholten Ziel von Hänseleien und Angriffen. Kurze Zeit später besucht Peter eine Vorstellung über Kernenergie bei der ihn eine radioaktive Spinne beißt ihm somit einige ihrer Fähigkeiten übereignet.
Von diesem Moment ab ändert sich Peters Leben massiv. Nach anfänglichen Zweifeln entscheidet er sich dann aber für eine Zukunft als Prominenter. Er bastelt Netzdüsen, entwickelt eine Netzflüssigkeit und schneidert sich ein Kostüm. Schnell,  vielleicht sogar ein wenig zu schnell, erlangt Spider-Man einen Bekanntheitsgrad, der Peter auf Wolke 7 schweben und träumen lässt.

Doch wer hoch hinaus will, kann tief falln und diese Erfahrung muss auch Peter machen, nachdem er einen Räuber im Fernsehstudio nicht aufhält, und wenige Tage später entsetzt feststellt, dass ausgerechnet diese Person bei Tante May und Onkel Ben eingebrochen ist, was auch den Tod vom jenem zur Folge hat. Sofort macht sich Spider-Man auf den Weg, den Täter dingfest zu machen, der bereits von der Polizei ausfindig gemacht wurde. Als er den Mörder seines Onkels endlich fassen kann und feststellen muss, dass Ben Parker nur durch den Egoismus und die Untätigkeit seines eigenen Neffen gestorben ist, fällt er eine Entscheidung, die sein restliches Leben verändern wird.

Ab diesem Tag will Peter von Spider-Man zuerst nichts mehr wissen. Keiner will mehr Spider-Man buchen, nachdem der Daily Bugle ihn zur Gefahr für die Gesellschaft erklärt hat. Und so will Peter seiner Tante mit dem Verkauf von ein paar Fotos, von dem neuen Schurken „Geier“ finanziell unter die Arme greifen. Doch der erste Einsatz mit Digitalkamera und Spider-Man Kostüm verläuft alles andere als erfolgreich.
Spidey landet nach einem kurzen aber heftigen Aufeinandertreffen mit dem Geier in einem Wasserturm. Von diesem kleinen Rückschlag lässt sich Peter jedoch nicht entmutigen. Und schon beim nächsten Treffen gelingen nicht nur bessere Bilder, sondern er rettet auch viele Menschenleben.

Von diesem Ereignis an verschreibt Spider-Man sein Leben und seine Fähigkeiten der Aufgabe als Superheld um allen anderen zu helfen und sie zu beschützen.
Denn aus großer Kraft, folgt große Verantwortung…

FAZIT:

Pencils von Neil Edwards

Mit der Graphic Novel Spider-Man: Season One haben Cullen Bunn und Neil Edwards zwar keinen solchen Meilenstein geschaffen wie seinerzeit Stan Lee und Steve Ditko, aber es ist eine würdige Modernisierung, die sich hinter dem Original in keinster Weise verstecken muss. Dabei wurden fast unmerkliche Änderungen vorgenommen um Spider-Man auch für die nächsten 50 Jahre fit zu machen.

Viele Storyelemente wurden dabei erweitert, entscheidende Handlungselemente gerafft und alles in eindrucksvollen Bildern präsentiert. Gerade Fans und Kenner von Marvel und insbesondere Spider-Man werden die ein oder andere Anspielung entdecken die auf die Geschichte von Marvel und Spider-Man hinweist. Sei es der Timely Industrie Park in dem sich der Mörder versteckt (Timely nannte sich Marvel früher) oder der Priester, der die Grabrede bei Bens Beerdigung hält und auf den Namen Romita hört (John Romita Sr. hat Spider-Man mit seinen Zeichnungen maßgeblich mitgeprägt). Immer wieder sind über den ganzen Band solche kleinen Hommagen versteckt und entlocken Euch somit das ein oder andere Mal ein leichtes Schmunzeln.

Pencils von Neil Edwards
Inks von Karl Kesel

Spider-Man: Season One ist eine gelungene Neuinterpretation mit einem angemessenen Maß an Anerkennung für das, was Stan Lee, Steve Ditko und John Romita Sr. in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts für Marvel geschaffen haben, präsentiert in einem modernen und zeitgemäßen Gewand.

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Copyright aller verwendeten Bilder:
© 2012 Marvel & Subs. / Panini

Marvel Comic Exklusiv #4: Silver Surfer – Im Angesicht der Ewigkeit [Condor, April 1989]

Heute geht es wieder einmal in die Weiten des Weltalls. Ein der wohl tragischsten Figuren des Weltalls steht wieder einmal im Mittelpunkt dieser Review, welche von zwei Meistern präsentiert wird…

Marvel Comic Exklusiv #4:
Silver Surfer – Im Angesicht der Ewigkeit

Traurig und ziellos streift der Surfer umher als er auf drei Sirenen trifft die ihm im Auftrag von Mephisto alles Glück versprechen, doch er lässt sich nicht darauf ein. Wenig später trifft er dann auf seine Nachfolgerin, Frankie Raye, die jetzt als Nova in Galactus‘ Diensten steht. Ihr fühlt er sich sehr nah und so genießen die beiden einen kurzen Moment der Gemeinsamkeit und des Redens in den sonst so einsamen Monaten des Daseins. Aber auch Nova gerät kurz danach in die Fänge von Mephistos Falle und ab da beginnt das Chaos. Die sonst so erfürchtige Nova, welche bisher nur unbewohnte Welten für Galactus erwählte ist durch Mephisto so liebestrunken, das sie auch unschuldige bewohnte Welten dem Weltenverschlinger ausliefert. Nur noch der Surfer ist in der Lage Frankie zu befreien und Galactus aufzuhalten…
FAZIT:
Man merkt der Geschichte an das hier zwei Großmeister der Comicbranche am Werk waren. Stan Lee, der hier noch einmal dem Surfer ein Abenteuer kredenzt und John Buscema der dies in atemberaubenden Bildern präsentiert. Anders jedoch als andere Graphic Novels, bzw. Comics wird hier die Geschichte nicht mit Panels erzählt, sondern in Ganz- oder Doppelseitigen „Gemälden“. Dies ist anfangs etwas ungewohnt, da sich so kein normaler Lesefluss einstellt, funktioniert aber schnell dann doch sehr gut.
Insgesamt bleibt eine sehr schöne klassische Surfer-Story die aber wohl nur Nostalgikern gefallen dürfte. Stan Lees Schreibstil ist aussergewöhnlich, aber auch etwas „trockener“ als aktuelle Werke, und Big Johns Zeichnungen sind Meisterwerke, aber wer nur mit aktuellen Comics Kontakt hatte wird es wohl schwer haben daran Gefallen zu finden.

Finden kann man diesen aussergewöhnlichen Band in gut sortierten Comicshops mit Back-Up-Archiv und auf diversen Comicmarktplätzen, Flohmärkten und Ebay.

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Marvel Comic Sonderheft #7: Silver Surfer [Condor, Juli 1981]

Heute habe ich einen ganz besonderen Comicleckerbissen ausgegraben. Als der Condor-Verlag noch die Rechte an den deutschsprachigen Marvel Comics hatte, gab es viele Versuche mit Heftreihen in denen wechselnde Protagonisten und Helden ihre Chance auf einen Auftritt auf dem deutschen Markt hatten. Eine dieser Serien war „Marvel Comic Sonderheft“ in dem neben Annuals der regulären Heft-, Alben- und Taschenbuchserien eben auch kurze Abenteuer zum Abdruck kamen, von Helden die sonst keine eigene Serie hatten.
Einer dieser Helden ist der Silver Surfer. Eine der wohl tragischsten Figuren die Stan Lee jemals erschaffen hat. Für viele ist er einfach nur eine Memme, aber für andere eben ein besonders aufopferungsvoller Held, der alles hinter sich gelassen hat nur um der großen Liebe ein glückliches Leben zu ermöglichen…

Marvel Comic Sonderheft #7: Der Silver Surfer

Nachdem der Surfer nicht mehr Galaktus Herold ist, lebt er gefangen auf der Erde. Eingesperrt durch Galaktus Barriere ist es ihm nicht möglich weiter als eine vorgegebene Entfernung von der Erde zu reisen. So bleibt ihm sein Heimatort Zenn-La für immer unerreichbar. Als nun jedoch ein Planet abgelenkt durch ein kosmisches Schicksal seine Richtung ändert und Kurs auf die Erde nimmt, muss der Surfer alles geben um den Menschen zu helfen. Doch es will ihm keiner glauben, weder die Vereinten Nationen noch die Menschen auf der Strasse. Stattdessen beschuldigen sie den Surfer der Verursacher der Ausläufer des Planeten zu sein. Ohnmächtig und übermannt der Macht und Überzahl der Menschen unterliegt er schliesslich.
Dies ist die Chance für Mephisto den Geist und die Moral der Menschheit zu Zerstören und so deren Seelen nach der Katastrophe seiner Armee zuführen zu können. Doch der Surfer wird von einem hellen Licht gerettet und darf nun endlich sein Gefängnis, die Erde, verlassen und nach Zenn-La zurückkehren. Aber der Surfer kann die Menschheit trotz allem was sie ihm angetan hat nicht ihrem Schicksal überlassen. Er verlässt Zenn-La und seine geliebte Shalla Bal um der Erde zu Hilfe zu eilen…
FAZIT:
Eine sagenhafte und grandiose Geschichte um die wohl tragischste Figur des Marvel-Universums. Um so erstaunlicher ist daran jedoch das eben jene Geschichte nicht direkt aus dem Haus der Ideen selber, sondern aus Frankreich stammt. Autor J.K. Melwyn Nash bleibt dabei dem Stil von Schöpfer Stan Lee so treu und schafft es dennoch einem ganz eigenen Stil zu präsentieren das es einem fast die Sprache verschlägt. Auch die Zeichnungen von J.Y. Mitton stehen denen der großen Vorbilder Jack Kirby und John Buscema in absolut nichts nach.
Ebenfalls lobend zu erwähnen sei auch noch der eindringliche Sachartikel von Hajo F. Breuer, der die tragische Figur des Silver Surfer und seinen noch tragischeren Werdegang näher beleuchtet. Dieses Heft sollte meines Erachtens nach in keiner gut sortierten Marvel-Comic-Sammlung fehlen, erst recht dann nicht wenn man dem Silver Surfer auch nur einen kleinen Funken Sympathie abgewinnen kann.

Wer jetzt diese Abenteuer selber lesen möchte, der sollte die üblichen Comicmarktplätze abgrasen und bei Ebay ein offenes Auge haben. Aber mit Preisen zwischen 2,50€ und 10,00€ sollte man schon rechnen, wenn es denn im ordentlichen bis sehr guten Zustand sein soll. 😉

Der Engel #1 & #2 (von 5), Miniserie von Tomppa

Tomppa ist ein junger aufstrebender und ehrgeiziger Comic-Künstler aus Berlin, der sich neben seiner bereits begonnen Miniserie „Der Engel“ im letzten Jahr besonders durch den Sieg des Talenthouse-Contests für die Stan Lee Foundation ins Rampenlicht rücken konnte. Dort hat Tomppa den ersten Platz belegt, als es darum ging einen neuen Superhelden zu kreieren. Mit seiner Kreation, dem Councelor überzeugte er nicht nur die Jury, sondern auch das Publikum als es um das Endvoting ging.

Und als ob das noch nicht genug des Guten gewesen wäre, durfte Tomppa dann auch noch letztes Jahr zur San Diego ComicCon reisen, um dort Stan Lee höchstpersönlich zu treffen und mit Todd McFarlane einen Tag in seinen Studios zu verbringen. Ein sehr ausführliches Interview über seine Erlebnisse in San Diego und seine Zukunftspläne, welches ich mit ihm führen durfte, findet man auf www.ComicHunters.net im Forum.

Direktlink zum Interview mit Tomppa

Der Engel #1

Berlin in 40 Jahren. Vieles hat sich verändert, manches leider zum schlechten. Die Stadt ist gewachsen. Leider ist auch der Hass gewachsen. Berlin wird fast vollständig von einem Medienunternehmen, der Vision Gruppe, kontrolliert und während einige Stadtteile vorzeigbare Prunkstücke geworden sind, sind manch andere Stadtteil wie Hellersdorf das nun Neu-Germania heißt zum idealen Nährboden für die rechte Gesinnung geworden.
Daran kann leider auch der neue regierende Bürgermeister Berlins, Aydogan, nichts ändern.
Doch schon seit geraumer Zeit macht ein neuer „Held“ von sich Reden. Der Engel. Seine Mittel sind nicht immer die besten und auch seine Handlungen sind nicht frei von aufkommenden Fragen und Kritik, dennoch ist er ein Hoffnungsträger für die verängstigten Bürger Berlins…
FAZIT:
Die erste Ausgabe von Tomppas Miniserie „Der Engel“ kommt einerseits mit einem Knall und andererseits eher gemächlich daher. Diese Mischung aus direkten harten Kampfszenen und nachdenklichen und ruhigen Gefühlsmomenten ist eine gelungene Komposition. Gerade für ein Erstlingswerk kann „Der Engel“ sehr wohl überzeugen, wenngleich noch viele Möglichkeiten offen sind, das zu Papier gebrachte zu verbessern.
Manche Zeichnungen sind noch ein wenig starr und auch ein bisschen „unvollständig“ gerade wie Bianca auf dem letzten Panel. Doch dafür ist es auch erst die erste Ausgabe. Trotzdem merkt man dem ganzen Projekt an das es fast eine Art „Baby“ für den Künstler ist.
Insgesamt also ein gelungener Auftakt der Spannung weckt und Lust auf die zweite Ausgabe macht.

Der Engel #2

Während in Neu-Germania die Skins eine Versammlung abhalten sieht sich der Engel mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Doch auch die Skins haben nicht nur Befürworter. Auch in ihren eigenen Reihen gibt es Mitglieder die die Regeln nicht mehr ohne diese zu hinterfragen befürworten können. So geht es auch einem „kleinen Licht“ der daraufhin verstossen wird und auch noch ausgerechnet auf den frustrierten Engel trifft. Nach einem kurzen Handgemenge offenbart dieser dem neuen Beschützer Berlins, dass ein Attentat auf den Bürgermeister Aydogan geplant ist. Nun hat der Engel nur noch wenige Minuten Zeit dies zu verhindern damit Berlin nicht ins Chaos stürzt…
FAZIT:
Heft 2 der insgesamt auf 5 Hefte angelegten Miniserie „Der Engel“ kommt schon wesentlich dramatischer daher. Auch die Zeichnungen sind noch detaillierter und flüssiger geworden, wenngleich auch da noch Potential verborgen ist. Wie auch schon im ersten Heft wissen besonders die „Farben“ zu gefallen die fast „Sin City“-artig nur minimalistisch zum Einsatz kommen. Wobei sich der Autor und Zeichner Tomppa dennoch nur auf Schwarz und Weiß, die diversen Grautöne dazwischen und ein paar Rot- und Blautöne konzentriert.
Ich bin gespannt wie es mit dem Engel weitergeht, vor allem nachdem Tomppa nun als Gewinner des Talenthouse Contests für die Stan Lee Foundation nicht mehr soviel Zeit für sein Baby hat und die dritte Ausgabe bestimmt leider nicht im Sommer diesen Jahres erscheinen wird.

Diese beiden, sowie alle zukünftigen Ausgaben sind direkt bei Tomppa unter www.tompa.de oder den Shop von TheNextArt zu beziehen.