Danger Girl: Revolver [Dani Books, Februar 2013]

Heute möchte ich mich einem neuen Verlag und seiner ersten deutschsprachigen Publikation widmen. Der Verlag von Jano Rohleder hört auf den schönen Namen DaniBooks und hat sich doch glatt die Lizenz der Danger Girls von IDW Publishing geschnappt …

Danger Girl: Revolver

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Hulk: Season One [Panini, November 2012]

Heute folgt wieder einmal ein Marvel Titel. Und wie schon bei Spider-Man: Season One handelt es sich bei Hulk: Season One um die Neuinterpretation der klassischen Origin des grünen Goliaths …

Hulk: Season One

Das Schicksal nimmt seinen Lauf als Bruce Banner den jungen Rick Jones vor der von ihm selbst entwickelten „Banner“-Gamma-Bombe rettet. Doch eben jenes Schicksal scheint es gut mit dem Wissenschaftler zu meinen und Banner darf überleben. Was jedoch dann folgt, ist kein Glück mehr. Denn nicht nur das Dr. Banner sich wegen einer offenbar nicht funktionierenden Bombe verantworten muss, weil er einen Haufen Steuergelder für ein Spielzeug verpulvert hat, nein er ist auch noch mit einem anderen Problem „gesegnet“. Immer wenn es Nacht wird, verwandelt sich der schmächtige Wissenschaftler in ein grünes Monster und läuft Amok. Doch Banner ist nicht dämlich und verschanzt sich und seinen neuen „Partner“ in einem stillgelegten Bunker der Army.
Aber es gibt noch mehr Probleme. Eine Organisation hat ebenfalls Interesse an dem grünen Monster, welches inzwischen als Hulk bekannt ist, oder besser gesagt an seiner Kraft. Dieser soll einen Kontrahenten ausschalten. Mit der Vergangenheit von Bruce Banner ist es ein leichtes, den Hulk unter Kontrolle zu bekommen.

Mit der Gammaexplosion nimmt alles seinen Lauf.

Mit der Gammaexplosion nimmt alles seinen Lauf.

Wie schon bei Spider-Man: Season One, soll auch hier die Origin eines bekannten Marvelhelden runderneuert werden. Im Gegensatz zu eben genanntem Flaggschiff geschieht dies bei Hulk sogar ein wenig drastischer als beim beliebten Netzschwinger. Während dort die Origin geringfügig modernisiert wurde, so wird hier bei Hulk schon mit wesentlich härteren Bandagen gekämpft. Doch ich muss auch als alter Fan des Hulks anerkennen, dass mir diese Änderungen durchaus gefallen. Fred van Lente schafft es die leider doch schon etwas angegraute Entstehungsgeschichte gehörig aufzufrischen und das gleich in doppelter Sicht. Denn anders als in der von Stan Lee und Jack Kirby verfassten Geschichte ist der Hulk hier von Beginn an Grün und nicht Grau. Auch das Elizabeth „Betty“ Ross von Beginn an eine Begleiterin von Bruce Banner ist, überzeugt auf voller Linie. Dadurch ergeben sich sofort immense Handlungsspielräume, die Betty aus der früheren „Rette-die-hilflose-Schönheit“-Position in die „Emanzipierte-junge-Frau“-Rolle hinübergleiten lässt.

Kontrolliert und unter Aufsicht. Der Hulk bei Nacht ...

Kontrolliert und unter Aufsicht. Der Hulk bei Nacht …

Für die visuelle Umsetzung ist Tom Fowler verantwortlich, welcher bereits für Venom sein Talent unter Beweis stellen durfte. Fowlers Interpretation des grünen Gammamonsters ist zwar nicht neu, aber dennoch sehr überzeugend. Er schafft es ohne Probleme, dem Hulk nachvollziehbare, und vor allem überzeugende Emotionen in das Gesicht zu zaubern. Auch seine menschlichen Protagonisten sehen weitaus besser aus, als noch bei Venom. Einziges Manko sind meiner Meinung nach, die gelegentlich verschobenen Proportionen, doch dies ist wohl des öfteren der Dynamik des Bildes geschuldet, wie es auch bei Humberto Ramos des öfteren der Fall ist. Von diesem Punkt einmal abgesehen trifft Fowlers Stil den Charakter der Geschichte, wie der sprichwörtliche Hammer den Nagel auf den Kopf.

Betty ist mehr, als nur Bruce seine große Liebe ...

Betty ist mehr, als nur Bruce seine große Liebe …

FAZIT:

Mit Hulk: Season One legen Fred van Lente und Tom Fowler eine gelungene Neuinterpretation der Origin des grünen Goliaths vor, ohne die klassische Geschichte zu missachten. Stattdessen werden mit neuen Ideen und Erweiterungen eine Basis geschaffen, auf welche der Hulk aufbauen kann. Zwar werden mit dieser Origin sehr viele Entwicklungsschritte, für welche der klassische Hulk Jahre oder Jahrzehnte benötigte innerhalb von wenigen Seiten abgehandelt, aber so ergibt sich im Gesamtbild ein wesentlich glaubwürdiges Bild über die Entwicklung des Gammamonsters und seines Alter Egos Bruce Banner. Letztendlich kann aber nur der Leser entscheiden, welche Origin die bessere ist.

Hulk kämpft

Hulk kämpft

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Copyright aller verwendeten Bilder © 2011/2012 Marvel & Subs. / Panini

Welten des Schreckens #6 [Weissblech, Dezember 2012]

Dominik_AVAEndlich mal wieder habe ich mir die Zeit für ein frisches Weissblech Heft genommen. Diesmal ist es die aktuelle Welten des Schreckens Ausgabe Nummer sechs.

Viel Spaß beim lesen.

Welten des Schreckens #6

Geschichten:
Welten des Schreckens 6

Wenn Toltemeki träumt
Autor: Levin Kurio
Zeichner: Kolja Schäfer

Tag X
Autor, Zeichner, Colorist: Levin Kurio
Reinzeichnung: Roman Turowski

Sie kommen in Frieden!
Autor, Zeichner, Colorist: Levin Kurio
Reinzeichnung: Roman Turowski

Von Menschen und Göttern
Autor, Zeichner, Colorist: Levin Kurio

Widerstand ist zwecklos!
Autor, Zeichner: Levin Kurio
Colorist: Marte Kurio-Deiterding, Levin Kurio

…Ungeziefer!
Zeichner: Lep
Autor, Colorist: Levin Kurio

Diese Ausgabe ist im Dezember 2012 erschienen, kurz vor dem 21.12.2012.
Aus aktuellem Weltuntergansanlass befasst sich diese Ausgabe explizit mit Aliens. Was, wenn SIE kommen? Erfahrt das und mehr in diesem apokalyptischen Alien – Invasions – Extra!

Wenn Totemeki träumt, in dieser Geschichte geht es um ein primitives Volk, welches eine seltsame Entdeckung macht. Kukulcan, ein außerirdischer (oder Gott?!) ist mit seinem Raumschiff abgestürzt. Er macht sich das primitive Volk zu seinen Untertanen, so dass diese ihn verehren und vergöttern. Durch Opfergaben ergeben sich für Kukulcan Möglichkeiten den Menschen zu studieren.  Das Volk wächst, bis Kukulcan seine Arbeit auf der Erde erledigt hat und wieder ins All verschwindet.

Als ich diese erste Geschichte (alleinstehend für sich?!) gelesen habe,  wirkte ich zuerst etwas enttäuscht. Ich hatte mehr erwartet, irgendeine Pointe oder etwas was mich fasziniert. Nun ich habe weitergelesen und wurde eines besseren belehrt.

Tag X hat mich anfangs ein wenig an Tomb Raider oder Indiana Jones erinnert. Zumindest  strömte zu Beginn dieser Geschichte dieses typische Indiana Jones/ Tomb Raider Feeling auf mich aus. Das empfand ich als ziemlich cool. Und schon ein paar Seiten weiter wurde mir klar, dass die erste Geschichte mit dieser hier zusammenhängt. Das wiederum machte es umso interessanter und auch spannender.

In Tag X und Sie kommen in Frieden!, strömen die Aliens auf die Erde. Und schon bald wird einem klar, dass Kukulcan wieder aufgetaucht ist. Kukulcan gehört zu dem Volk der Hunab. Aber schon lange bevor das Volk Hunab die Erde betreten hat, wussten die Faal bereits Bescheid.

In von Menschen und Göttern geht es um genau diesen Konflikt der zu beginnen droht.
Die Aliens (Götter?!) und die Menschen fangen an sich zu bekriegen. Was genau hat es mit den Faal auf sich? Aliens und Menschen verbünden sich, doch kämpfen die Menschen auf der richtigen Seite?

In Widerstand ist zwecklos! wird alles zunichte gemacht. Diese Story ist absolute Kriegsstory. Schlachten, Explosionen und Aliens. Zu guter Letzt sollen die Menschen die Erde auch noch aufgeben!

Als mir klaIMG_0001r wurde, dass alle Geschichten  miteinander verknüpft sind, empfand ich große Freude beim lesen.

Am besten hat mir der Schluss der letzten Geschichte … Ungeziefer! gefallen.
Hier wird einmal mehr deutlich, wie sehr die Sichtweise der Dinge die Situation verändern kann. Absolut klasse. Genau das habe ich mir anfangs bei der ersten Geschichte gewünscht. Genau dieses Erlebnis von „Aha, so ist das, oder Wow, krass, hätt ich nicht gedacht…“
Mit diesem genialem Abschluss, der alle Geschichten miteinander verbindet, schafft es das Heft einen nachhaltigen Eindruck auf den Leser zu bewirken.  Und somit bin ich vollends mit der aktuellen Weissblech Ausgabe Welten des Schreckens #6 zufrieden.

Zeichnerisch ist alles wie gehabt. Wer Horror Schocker Ausgaben kennt, oder auch andere Welten des Schreckens Ausgaben, der weiß was einen hier in zeichnerischer Hinsicht und Qualität erwartet. Dennoch wirken die Zeichnungen stellenweise etwas plump, verbreiten jedoch diesen typischen coolen und vor allem zur Geschichte passenden Trash Charme. In dieser Ausgabe gibt es genügend Action, Dramatik und Sozialkritik, ja gar Satire ist vorhanden.

Alle Weltuntergansfreunde dürften an diesem Comic Heft  freudig erregt mit den Aliens kommunizieren und weitere Welten des Schreckens Ausgaben bei der nächsten Comic Bestellung ordern.

Copyright aller verwendeten Bilder © 2012 Weissblech Comics.

Aldebaran Gesamtausgabe, 2. Auflage [Epsilon Verlag, Mai 2012]

Ich habe mir vor einiger Zeit die erste Gesamtausgabe von Aldebaran aus dem Epsilon Verlag gekauft. Nun, ich möchte euch meine Meinung zu dieser Ausgabe nicht vorenthalten, viel Spaß damit.

Aldebaran Gesamtausgabe

Aldebaran (Originaltitel: Aldébaran – L‘Intégrale)

Text: Leo, Zeichnungen: Leo, Farben: Leo

  • Vorwort: von Jean Giraud/Moebius
  • Story: Die Katastrophe („La catastrophe“)
  • Story: Die Blonde („La blonde“)
  • Story: Das Foto („La photo“)
  • Story: Die Gruppe („La groupe“)
  • Story: Das Wesen („La créature“)
  • Bonus-Material: Skizzen, Covermotive, etc.

Die Aufmachung dieser Ausgabe ist im Hardcoverformat (29,7 x 22,6 cm).
Empfohlen wird diese Ausgabe laut Epsilon Verlag ab 12 Jahren.

Bereits die erste Seite enthält einen interessanten Vergleich zwischen dem Planeten Aldebaran und der Erde. Es werden einem das Klima, die Flora und die Fauna, sowie vulkanische und seismische Aktivitäten im Vergleich, zwischen Erde und Aldebaran nähergebracht. Dadurch erhält der Leser bereits am Anfang ein sehr konkretes Bild des Planeten Aldebaran.

Das Vorwort von Jean Giraud/Moebius (* 8. Mai 1938 in Nogent – sur Marne; † 10. März 2012 in Paris) bringt dem Leser auf nur einer Seite die Großartigkeit der vorliegenden Gesamtausgabe, dessen Story und Zeichnungen, sowie den allgemeinen Unterhaltungswert, näher.

Sieben weitere Seiten stellen skizzenhaft die Hauptpersonen von Aldebaran vor. Danach werden einem die Aldebaran Cover der einzelnen Ausgaben gezeigt.
Bevor es dann losgeht mit der Geschichte, wird der Leser anhand der chronologischen Reihenfolge der Ereignisse, mit der Welt von Aldebaran und der aktuellen Situation vertraut gemacht.
Es folgt ein kurzer Einblick in die sehr interessante Tierwelt von Aldebaran. Dies ist sehr hilfreich um nützliche Informationen über diese teils noch unbekannten Wesen zu bekommen.
Vor und nach jeder Geschichte erfährt der Leser etwas über diese fremdartigen Wesen.

Männer Gespräche auf See

Männer Gespräche auf See

In der ersten Story (Die Katastrophe „La catastrophe“) geht es kurz zusammengefasst um folgendes:

Aldebaran ist der erste erdähnliche Planet, der mit 1500 Menschen besiedelt wird. Es bildet sich eine erste Kolonie außerhalb unseres Sonnensystems. Nach mehreren Unglücken bricht der Kontakt mit der Erde ab. Auch nach über 100 Jahren scheint es keinen neuen Kontakt zwischen Aldebaran und der Erde zu geben. Dies ist die Ausgangssituation, bevor es auf Aldebaran zur Katastrophe kommt.

Merkwürdige Geschehnisse ereignen sich in dem kleinem Fischerdorf nahe der Arena Blanca.
Etwas grausames scheint in Gang gesetzt zu sein, was letztendlich das Fischerdorf zerstört.
Nur wenige Menschen haben diese Katastrophe überlebt. Unter ihnen Marc Sorenson, die Schwestern Nellie und Kim Keller, sowie der mysteriöse Biologe Driss Shediac, der ohne Erfolg versucht hatte, dass Fischerdorf vor der großen Katastrophe zu warnen.
Driss Shediac scheint jedoch weitaus mehr über diese unheimlichen Geschehnisse zu wissen als er preisgibt. Nach der Zerstörung des Fischerdorfes beschließt Marc nach Port Simon zu gehen, um dort als Matrose anzuheuern. Was er nicht weiß, Kim hat sich ihm heimlich angeschlossen.

Interessant ist, dass Marc Sorenson (17 Jahre) in Nellie Keller (16 Jahre) verliebt ist.  Nellies Schwester ist erst 13 Jahre alt und demnach mitten in der Pubertät. Jedoch wirkt es oft so, als ob Kim ihrem Alter geistlich und gedanklich bereits weit voraus ist.
Marc hat größtenteils nur Nellie im Kopf, und auch sonst in seinem Alter nicht viel anderes als Frauen, ein wenig Brüste und Liebe. Leider scheint es so, als habe Marc nicht so die besten Chancen bei Nellie. Kim provoziert viel und ist eher ein nerviges junges kleines, aber dennoch schlaues 13 – jähriges Mädchen. Diese erste Geschichte dreht sich neben der interessanten Handlung dementsprechend viel auch um das Gefühlschaos des erwachsenen werden.

Zeichnerisch habe ich nichts auszusetzen. Mir gefällt es sehr gut. Ich finde die Zeichnungen passen zu der Geschichte und vor allem zum Planeten Aldebaran. Es ist erstaunlich, was für eine Tierwelt Leo (Autor) erschaffen hat. Allein diese interessanten Wesen machen den Band bereits sehr interessant. Ein Kritikpunkt bei den Zeichnungen könnte sein, dass die Darstellungen eventuell für den ein oder anderen zu flach bzw. zu einfach daherkommen. Dies würde man am ehesten bei der sparsam vorhandenen Mimik der Protagonisten bemerken.

Sind sie von der Regierung?

Sind sie von der Regierung?

In der zweiten Story (Die Blonde („La blonde“) machen Kim und Marc Sorenson Bekanntschaft mit der geheimnisvollen Alexa, die Freundin von Driss Shediac.

Kim und Marc Sorenson haben auf einem Schiff angeheuert, welches sie in die Hauptstadt von Aldebaran bringen soll. Die Hauptstadt Anatolia weckt in Kim und Marc ungeahnte Sehnsüchte. Jedoch merken beide sehr schnell, dass es bis nach Anatolia noch ein harter und steiniger Weg sein wird. Unerwartete Geschehnisse auf dem Schiff nehmen ihren Lauf, und beide müssen das Schiff  direkt verlassen, mitten auf dem Meer. Am Strand angespült, erwarten Kim und Marc ewig lange Strände  Letztendlich können sie den Gefahren widerstehen und lernen auf ihrer Reise
Jose kennen, der im weiteren Verlauf der Handlung wieder auftaucht. Endlich in einer kleineren Stadt angekommen, scheint sich die Lage zu beruhigen. Doch der Schein trügt, treffen doch genau in dieser Stadt Marc und Kim auf die geheimnisvolle Alexa. Es kommt wie es kommen muss, Marc und Kim werden getrennt. Alexa ist nun in Anwesenheit von Marc auf der Flucht vor ihren neuen gemeinsamen Verfolgern. Kommen Marc und Alexa sich auf der Flucht näher? Können sie gemeinsam ihren neuen Verfolgern entkommen? Und all das scheint noch nicht genug, wird Alexa auch noch schwer verletzt. Letzten Endes trennen sich ihre Wege wieder, Marc wird geschnappt und verhaftet. Interessanterweise trifft er in dem unheimlichen Luftschiff, welches ihn ins Gefängnis bringen soll wieder auf Kim, die ebenfalls wie er, gefangengenommen wurde.

Spannend und interessant geht die Handlung weiter. Waren im ersten Teil eher die Interaktionen und die Landschaftsbeschreibungen wichtig, so nimmt dieser Band immer mehr Fahrtwind auf. Das will heißen, dass immer mehr Actionelemente Einzug nehmen. Leo schafft es in diesem Band gekonnt, die actionlastigen Passagen mit den inneren Entwicklungen der Hauptprotagonisten zu kombinieren. Man bekommt überhaupt nicht das Gefühl von Langeweile zu spüren, oder gar von Altbekanntem wieder neu aufgelegt. Die Meereswelt ist weiterhin genial beschrieben und dargestellt. Die Zeichnungen bleiben auf demselben hohem Niveau wie im ersten Band.

Die dritte Story hat mir sehr gut gefallen. Band Drei, das Foto („La photo“) ist sehr spannend geschrieben.

Kim und Marc sind bereits seit über drei Jahren im Gefängnis.
Anfangs scheint es noch aussichtslos dort zu entkommen, doch wie das Schicksal so will, hilft Marc ein altbekannter Kauz aus dem ersten Band bei der Flucht.

Endlich in Anatolia angekommen trifft Marc erneut auf Kim. Die Ereignisse überschlagen sich. In Anatolia treffen alle Protagonisten, die wichtig für die

Handlung sind, aufeinander. Alte und auch neue Charaktere werden glaubwürdig in die Geschichte eingeführt. Die Entwicklung vom Kind zum Teenager, die Entwicklung vom jugendlichen zum erwachsenen Mann, mit all dem wird der Leser konfrontiert. Sexuelle Erfahrungen werden gemacht, Liebe spielt eine Rolle, Eifersucht ist auch nicht weit entfernt. In Anatolia bemerkt der Leser sehr deutlich, wie bedeutend die Politik der Regierung ist. Frauen sollen möglichst viele Kinder bekommen, um den Fortbestand der Menschheit auf Aldebaran zu garantieren.

Langsam aber deutlich wird der Leser auf das Foto hingewiesen. Dieses gilt es in Band Drei zu entschlüsseln. Der Leser will bereits am Anfang erfahren, was es mit diesem Foto auf sich hat, doch Leo lässt einen bis zum Schluss warten. Die Spannung steigt zwischendurch wirklich bis ins unermessliche. Die Seiten fliegen nur so vor sich her, bis auf der letzten Seite das Geheimnis endlich gelüftet wird. Von vornherein ist dem Leser klar und deutlich, dass  dieses Foto etwas mit Alexa und Driss Shediac zu tun hat. Doch die Auflösung dieses Bildes gibt der gesamten Handlung einen neuen interessanten Rahmen, mit der wirklich niemand vorher gerechnet hat. Mir hat der dritte Teil sehr gut gefallen.

Das scheint total verrückt zu sein ...

Das scheint total verrückt zu sein …


Der vierte Band, die Gruppe („La groupe“)
gibt dem Leser Hintergrundwissen. Zumindest wird in dem vierten Band darauf hingearbeitet, ein Verständnis für die vorherigen Ereignisse und Geschehnisse geben zu können.

Driss und Alexa wollen eine neue Gruppe von Eingeweihten bilden, zu der auch Marc und Kim, sowie deren Freunde gehören. Das wohl behütete Geheimnis von Driss und Alexa wird der neuen Gruppe anvertraut. Es hat den Anschein, dass dieses Geheimnis etwas mit einem riesigem Meeresbewohner zu tun haben könnte (Mantrisse). Dieses Rätsel gilt es nun zu lösen. Jedoch ist auch die Regierung, sowie eine weitere geheime Gruppierung, an der geheimnisvollen Mantrisse interessiert. Driss und seine Gruppe scheinen einen strategischen Vorsprung zu haben, aber sie werden von den Regierungstruppen und der geheimnisvollen dritten Gruppierung verfolgt. Auf einem alten Luftschiff treffen die Gruppierungen aufeinander und es kommt zum actiongeladenem Showdown, zumindest in diesem Band.

Leo ködert den Leser, mit halbgaren Antworten für das große Finale, im fünften abschließenden Band. Das macht gewaltig Lust auf mehr, die Spannung ist enorm hoch. In diesem Band entwickelt sich eine hintergründige Story, welche alle Charaktere glaubwürdig mit einbezieht.
Zeichnerisch ist alles weiterhin auf gewohnt hohem Niveau. Leo scheint Hektik im Comic nicht so zu mögen, wirken seine Panels auf den Leser doch eher ruhig und geordnet. Dennoch schafft es Leo, eben in diesen ruhigeren Panels, gekonnt Actionelemente unterzubringen.
Interessant in diesem Band ist, dass Leo trotz mehrerer Handlungsstränge nicht den Überblick der Protagonisten verliert. Immer wieder wird zwischen den Handlungsorten, den Geschehnissen und den Protagonisten gewechselt. Dem Leser werden vorher unbekannte Ereignisse geschickt näher gebracht. Das schafft Leo aber immer so, dass es keineswegs abgebrochen wirkt. Vielmehr fügt sich am Schluss alles zu einem sensationellem, für diesen Band genialen, Showdown zusammen.

Einen für den Verlauf sicherlich relevanten Auftritt in dieser Geschichte, bekommen zum Schluss die Erdbewohner. Dies lässt die Spannung noch einmal um einiges ansteigen. Werden die Hoffnungen der Bewohner von Aldebaran, dass die Erdbewohner es endlich schaffen Kontakt mit ihnen herzustellen, erfüllt? Ob die Hoffnungen wahr werden, wird sich dann sicherlich im abschließenden fünften Band herausstellen.

Mit Das Wesen („La créature“) beendet Leo seine Serie rund um Aldebaran und setzt gleichzeitig damit den Grundstein für den nachfolgenden Teil Betelgeuze.

Bevor es zum Showdown mit der Mantrisse (dem sagenhaftem Meeresbewohner) kommt, müssen unsere Gefährten erst einmal die sehr gefährlichen Sümpfe überleben. Dies stellt sich als äußerst schwierig heraus, lauern doch hinter beinahe jeder Ecke seltsame Wesen auf sie. Einige der seltsamen Tiere sind unseren Freunden jedoch freundlich gesinnt, aber viele andere wiederum sind fleischfressende Raubtiere. Die Sümpfe von Aldebaran stellen alle Protagonisten auf eine harte Probe, es ist nicht sichergestellt, dass alle sie lebend verlassen werden.

Alle Regierungsmitglieder und letztendlich die „Feinde“ unserer Gefährten, treffen ein letztes Mal  auf dem Meer zusammen. Hier kommt es zum Showdown mit dem sagenumwobenem Meerestier, der Mantrisse.

Der Leser hat bereits erfahren, welche ungeahnten Möglichkeiten sich der Menschheit bietet, wenn sie sich die lebensverlängernden Perlen zu Nutze machen könnten. Mit diesen Perlen der Mantrisse scheint man zu guter Letzt unsterblich zu sein.

Und als seien diese Ereignisse noch nicht ausreichend genug, landen die Erdbewohner auf Aldebaran.

Wird sich die politische Macht neu verteilen? Wie wird es weitergehen. Was passiert mit dem Wissen rund um die Mantrisse?

Dominik_AVAFAZIT:

Alles in allem bietet die Aldebaran Gesamtausgabe einen rundum gelungenen Abschluss, der neugierig auf den folgenden Teil Betelgeuze macht. Ich habe alle Storys in dieser Gesamtausgabe  richtig genießen können. Es hat mir große Freude gemacht, am Stück an der Geschichte teilhaben zu können. Sie ist rasant, spannend, nicht zu komplex und vielseitig, lässt viel Raum für die Entwicklungen der Protagonisten über und wirkt in sich abgeschlossen und authentisch.  Wer sich mit den Zeichnungen anfreunden kann, und nicht davor zurückschreckt, Charakterentwicklung mitzuerleben (sehr stark in den ersten Bänden, zum Schluss wird es etwas weniger), ruhige Momente und actionlastige Momente in Kombination, sowie offen und neugierig für eine Geschichte die in der Zukunft spielt ist, der wird an der Aldebaran Gesamtausgabe und sicherlich auch an den folgenden Ausgaben von Leo hellauf begeistert sein.

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Copyright aller verwendeten Bilder © 2012/2013 EPSiLON Verlag

FSDC – Fox sucht den Couchgag

Simpsons und kein Ende auf Mueli77s Feine Welt Blog. Aber diesmal seid auch Ihr gefragt…

Am 19. Mai 2013 flimmert die letzte Folge der aktuellen 24. Staffel über die Bildschirme in den USA. Um das auch würdig zu feiern veranstaltete Fox ein Casting zum finalen Folgen-Couchgag. Nun sind die drei Finalisten ermittelt und jetzt sind die Fans an der Reihe. Auf http://www.fox.com/thesimpsons/couchgag/ kann man nun zwischen drei Bildern wählen, von denen der Sieger dann am 19. Mai ausgestrahlt wird.

Hier die drei Finalisten:

Cheryl Brown aus Oakland in Californien
Vier gelbe und eine blauer Löwenzahn befinden sich auf der Couch. Ein großes Paar Lippen tritt aus dem Fernseher heraus und mit einem lauten Schmatzen und Pusten verteilen sich viele kleine Simpsons im Wohnzimmer.

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Kyle Debona aus Fairfield in Connecticut
Statt des Wohnzimmers ist das Bad der Simspons zu sehen. Alles ist voller Schaum. Nacheinander tauchen Gummientenversionen von Marge, Bart, Lisa und Maggie auf. Zum Schluss taucht Homer als Abschleppkahn auf, der dann mit einem panischen Gesichtsausdruck zur Seite kippt.

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Ben Feldman aus Oakland in Californien
Die Simpsons betreten das Wohnzimmer, aber die Couch fehlt. Plötzlich stürzt sich ein Couch die wie Homer aussieht auf die Fünf und fesselt sie. Danach tauchen weitere Couchversionen von Marge, Bart, Lisa und Maggie auf und wollen sich auf die Simpsons setzen.

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Das Copyright der Bilder liegt bei den jeweiligen Rechtinhabern/Künstlern. Eine Verwendung findet ausschließlich im Rahmen dieses Artikels und zur Bekanntmachung der Votingaktion auf der Originalseite des Rechteinhabers statt.

500-mal die Simpsons. Gelber Wahnsinn in Serie.

500-mal die Simpsons. 26 Jahre gelber Spaß. Bei durchschnittlich 23 Minuten je Episode sind das unglaubliche 11.500 Minuten, oder anders gesagt: Fast 192 Stunden oder 8 Tage, sprich über eine Woche am Stück und ohne Pause.

Simpsons-500-Episode-Jubilaeum-Fox

Warum ich euch das mitteile? Ganz einfach. Zur 500. Episode gab es in Amerika einen Marathon, bei dem alle 500 Episoden von 100 ausgewählten Personen angesehen werden sollten. Bei diesem Projekt sollte der existierende Rekord aus dem Jahre 2010 von 86 Stunden, 6 Minuten und 41 Sekunden gebrochen werden. Diesen stellten 2010 drei Zuschauer eines „24“-Marathons auf, als sie alle Folgen der ersten sechs Staffeln am Stück ansahen. Am 12. Februar 2012 standen dann auch die Gewinner fest. Mit 86 Stunden und 37 Minuten ging das Preisgeld in Höhe von 10.500 US-$ an Jeremiah Franco aus Los Angeles und Carin Shreve aus Acampo. Damit wurde der bisherige Rekord um 31 Minuten gebrochen und bescherte den Simpsons somit einen weiteren Eintrag in das Guinnes Buch der Rekorde.
Und weshalb haue ich euch diese eigentlich nutzlosen Fakten um die Ohren? Weil 500 Folgen Simpsons doch schon ein Rekord sind und es dafür auch eine ganze Menge Ausdauer braucht. Eben wie bei dem besagten Marathon. Ist doch nur logisch, Oder? 😀

Auch in Outland schauen die Simpsons Fox.

Auch in Outland schauen die Simpsons Fox.

Am vergangenen Montag, den 28. Januar, war es dann auch in Deutschland so weit. Pro Sieben strahlte die 500. Folge um 20:15 Uhr aus, und ich möchte euch hiermit einen kurzen Einblick in diese monumentale Episode geben …

Freunde finden leicht gemacht.

Freunde finden leicht gemacht.

Nach langer Zeit, und sehr vielen Abenteuern ist es der Stadt Springfield und seinen Bewohnern endlich klar geworden: Die Simpsons müssen raus aus Springfield. Homers Eskapaden, Barts ständige Streiche und Lisas unermüdlichen Umweltaktionen kosten die Stadt einfach zu viel Geld und Nerven. Also beschließt man, in einer geheimen Stadtversammlung, sich von den Simpsons zu trennen. Dummerweise bekommen die Fünf Wind davon, doch weder ihnen noch ihrem Nachbar Flanders gelingt es, ihre Mitmenschen umzustimmen.
Also werden die Simpsons kurzerhand mit Sack und Pack an der Stadtgrenze von Springfield ausgewiesen. Und müssen sich auf die Suche nach einer neuen Heimat machen, in der sie fortan leben können. Doch wer die Simpsons kennt, der weiß, dass sie auch immer wieder auf den Füßen landen. Schnell finden sie einen neuen Ort, mit dem Namen Outland und werden auch herzlich von den dortigen Bewohnern aufgenommen. Alles läuft prima. Homer und Bart fühlen sich pudelwohl, Lisa lebt sich hervorragend ein und auch Maggie findet schnell Anschluss. Einzig Marge will sich nicht so recht damit abfinden. Doch als sie mit Homer Springfield einen Kurzbesuch abstattet, merkt sie, dass dies nicht mehr ihre Heimat ist …
… und auch einiges Springfielder merken, dass etwas in der Stadt fehlt. Doch wie kann man dies jetzt noch regeln, ohne dabei sein Gesicht zu verlieren?

Julian Assagne (Wikileaks) darf sich in Folge 500 die Ehre geben.

Julian Assagne (Wikileaks) darf sich in Folge 500 die Ehre geben.

Die 500. Episode hat trotz aller Euphorie leider auch mit ein paar Längen zu kämpfen. Dass am Ende dann doch wieder alles bei Null landet, ist wenig überraschend, aber gut so. Dennoch fehlt dem Ganzen noch ein wenig der letzte Schliff. Der Kick sozusagen. Es werden wie immer sehr viele Anspielungen gemacht. So muss sich zum Beispiel Maggie in apokalyptischen Ringkämpfen beweisen, wie Mel Gibson in „Mad Max: Jenseits der Donnerkuppel“. Aber insgesamt haben die Gags, sowohl an Quantität als auch an Qualität, doch schon ein wenig abgenommen. Animationstechnisch profitieren inzwischen auch die Simpsons von den neuen Möglichkeiten, welche der Fortschritt so mit sich gebracht hat. Nicht nur, dass seit wenigen Staffeln das 16:9-Format in der Serie Einzug gehalten hat, auch die CGI-Animationen finden vermehrt ihren Einsatz, und das, ohne aufdringlich zu wirken. In jeder Situation bleibt der Grundtenor der Serie erhalten. Allen voran die Farbgebung profitiert von den digitalen Möglichkeiten. Die Farben sehen so frisch und kräftig aus wie noch nie. Aber trotz aller Nörgeleien macht auch diese Folge wieder sehr viel Spaß und ist um Längen besser, als die Folgen um die 20. Staffel herum. Man merkt also, dass es wieder aufwärts geht. Ich für meinen Teil freue mich deshalb auch weiterhin über jede neue Folge, so lange wie es die Simpsons noch geben wird. Im Idealfall also auf die nächsten 500 Folgen. Und falls nicht, dann …

„Fresst meine Shorts!“

Maggie macht einen auf Mel Gibson.

Maggie macht einen auf Mel Gibson.

Swamp Thing Nr. 1: Die Auferstehung der Toten [Panini, Oktober 2012]

Auch heute gibt es wieder aus der DC-Ecke. Diesmal ist es das Sumpfmonster Swamp Thing …

Swamp Thing Nr. 1: Die Auferstehung der Toten

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Superman: Erde Eins [Panini, November 2012]

Nachdem es auf diesem Blog, mit Ausnahme der neuen Beiträge meines ebenfalls neuen Kollegen MysteriouslyBuddha, ein wenig marvellastig war, möchte ich Euch heute mit einer DC-Review beglücken.


Superman: Erde Eins

Viele Jahre ist es inzwischen her, dass Kal-El als Baby auf die Erde kam. Er wurde liebevoll von seinen „Eltern“ Jonathan und Martha Kent aufgezogen, doch jetzt ist es an der Zeit Smallville zu verlassen und in Metropolis ein neues Leben zu beginnen. Dank seiner überragenden Fähigkeiten im Vergleich zu normalen Menschen schafft es Clark, wie er inzwischen heißt, sich den am besten bezahlten Job aus den vielen Angeboten auszusuchen. Er könnte genug Geld verdienen um das Leben seiner Mutter, die inzwischen Witwe ist, und sein eigenes für immer abzusichern.
Aber es kommt wie immer alles anders als geplant. Plötzlich tauchen auf der ganzen Welt Raumschiffe auf, und ein Unbekannter droht die ganze Erde zu vernichten, falls sich der letzte Überlebende des Planeten Krypton, Kal-El, nicht zu erkennen gibt. Clark ist sich noch nicht sicher, welche Entscheidung er treffen soll. Als jedoch der Unbekannte damit beginnt ganze Städte zu verwüsten und Menschenleben auf das Spiel zu setzen, ist seine Entscheidung klar. Und nicht nur Clark steht inmitten des Chaos, auch zwei Reporter des Daily Planet sind im Zentrum des Kampfes und weichen nicht zurück …

Clark kommt in Metropolis an.

Clark kommt in Metropolis an.

Mit J. Michael Straczynski hat sich einer der besten Autoren Amerikas dem Stählernen angenommen. Und er schafft es auch mich, der Superman eigentlich nicht wirklich mag, mit einer spannenden und gefühlvollen Geschichte zu überzeugen. Der „alte“ Superman war mir immer zu glatt und perfekt. Er hatte seine unerschütterlichen Ideale und war von einer kindlichen Naivität, was die Erwartung an das Denken und Handeln seiner Mitmenschen betraf. Gepaart mit seiner unmenschlichen Kraft, seinen übernatürlich und fast unbegrenzten Fähigkeiten, war er einfach zu unangreifbar und unverwundbar, sowohl körperlich, als auch geistig. Zwar haben viele Autoren in der Vergangenheit versucht eben jenes zu ändern, indem durch verschiedene Kryptonitfarben Schwächen erzeugt wurden. Er heiratet Lois Lane und vieles andere sollte das Leben des Mannes aus Stahl realistischer gestalten. Doch nichts konnte mich persönlich bisher genug von einer Änderung oder auch Weiterentwicklung überzeugen. Aber genau hier setzt Superman: Erde Eins an. Es wird klargestellt, dass sein Handeln nicht alleine von einer inneren Überzeugung entstammt, sondern eine Entwicklung durchläuft. Ein inneres Hadern mit dem eigenen Schicksal und der Angst vor der Zukunft. Straczynski schafft es ideal diesen inneren Zwiespalt zwischen dem, was ihm sein Vater lehrte und dessen was die Welt von ihm erwarten würde, darzustellen.

Noch hat Clark die Qual der Wahl.

Noch hat Clark die Qual der Wahl.

Einen großen Teil trägt der Zeichner Shane Davis bei. Sein Superman, egal ob im Kostüm oder als Clark Kent, ist kein muskulöser Übermensch. Seine Darstellung ist vielmehr einfach nur echt. Clark sieht aus wie ein durchschnittlicher Teenager, der gerade die Highschool verlassen hat. Keine monströsen Muskeln, kein außergewöhnlich athletischer Sportlerkörper und erst recht keine ungewohnt auffällige Körpergröße. Bei Davis ist alles normal und durchschnittlich.
Gepaart mit den detailverliebten Zeichnungen ergibt dies eine frische und visuell sehr ansprechende neue Origin von Superman, die mich persönlich überzeugen kann. Hinzu kommt eine, immer der Situation angepasste Koloration. Barbara Ciardo überzeugt mit wohldurchdachten und angepassten Farben, die nur in Ausnahmesituationen das Bild dominieren. Die meiste Zeit jedoch sind gedeckte und sanfte Farbkompositionen vorherrschend.

Auch wenn er nicht so wirkt. Clark kann sich wehren.

Auch wenn er nicht so wirkt. Clark kann sich wehren.

FAZIT:

Mit Superman: Erde Eins präsentieren Straczynski und Davis eine überzeugende und emotionale Origin des neuen Mannes aus Stahl, der diesmal nicht so glatt und perfekt wie seine alte Inkarnation ist. So ist zumindest mein persönliches Empfinden. Wer also einen idealen Einstieg in die Welt von Superman sucht, der kommt an diesem Band einfach nicht vorbei. Zusammen mit den wunderbaren Zeichnungen ergibt sich Comicunterhaltung vom Feinsten. Besser als die letzte Neuorientierung in Filmform und auch besser als die Originalursprungsgeschichte. Daher kann ich diesmal ohne ein schlechtes Gewissen, einen Superman Comic bedenkenlos weiterempfehlen.

Mit dem Zug in die weite Welt.

Mit dem Zug in die weite Welt.

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Copyright aller verwendeten Bilder  © 2012 DC Comics / Panini

Spider-Island Reviewserie (10): Spider-Man Nr. 103 [Panini, November 2012]

Mit der heutigen Review endet Spider-Island. Ein Event das für Spider-Man und auch einen seiner Mitstreiter massive Veränderungen mit sich bringt.

Spider-Man  Nr. 103

Endlich hat auch MJ die Spinnenfähigkeiten und kann Seite an Seite mit ihrem Ex-Mann durch die Stadt schwingen. Das einzige Problem an der Sache ist nur, das da noch eine ganze Menge an ekelhaften Spinnenmutanten ist, die von einer noch ekelhafteren und vor allem riesengroßen Spinnenqueen angeführt wird. Das bringt auch die gesamte Heldenriege von Marvel aus dem Gleichgewicht. Auch deshalb, weil einige der Epidemie zum Opfer gefallen sind. Doch dann findet ausgerechnet derjenige, der die geringsten Chancen hat, weil er eben nur einer von vielen ist, die Lösung für das gesamte Problem. Aber reicht es auch um die Spinnenkönigin endlich zu bezwingen, und wie soll es danach weitergehen …?

Peter Parker und Spider-Man? Wie geht das? ;)

Peter Parker und Spider-Man? Wie geht das? 😉

Zum Finale trumpft Dan Slott noch einmal so richtig auf. Volle Action, emotionsgeladene Dramatik. Nur die Spannung bleibt ein wenig auf der Strecke, da man als nicht vollkommen verblödeter Leser schon nach knapp 10 Seiten weiß, wohin die Reise geht. Aber das ist nicht schlimm, denn Slott macht den Weg zum Ziel und nicht das große Finale. Dafür zieht er einige Register, modifiziert Geschehnisse, die noch aus der Zeit des Brand New Day und One More Day übrig sind, und schafft nicht nur eine neue mögliche Zukunft für Peter Parker, sondern gleich eine ganze Hand voll. Und was besonders gefällt, ist, dass Slott keinerlei ausgelutschte Klischees bedient. Kein Held muss einen tragischen Tod sterben, aber Verluste gibt es dennoch, und diese sind durchaus lesenswert.

Pete und MJ wieder vereint?

Pete und MJ wieder vereint?

Um Spider-Island auch grafisch zu einem würdigen Ende zu bringen, hat sich Humberto Ramos ebenfalls noch einmal mächtig ins Zeug gelegt. Die erste Hälfte des Heftes mit all der Action und dem Chaos darf Ramos noch einmal bebildern, während der zweite Teil, das Aufräumen und Nachwehen, auf das Konto von Stefano Caselli geht. Und Casellis Zeichnungen sehen wieder wunderschön aus. Vor allem hat er die Möglichkeit so viele nackte Menschen auf einem Haufen zu zeichnen wie sonst nirgendwo außerhalb eines Erotikcomics. Ganz besonders gefällt mir hier auch wieder einmal die Darstellung von Spideys Kostüm in der Interpretation von Caselli. Denn während dieses bei anderen Zeichnern einfach nur so aussieht, als hätten man den Körper von Peter Parker bunt angemalt, wirft es bei Caselli Falten. Nicht etwa weil es zu groß wäre und schlabbert, sondern weil es anatomisch gewisse Körperstellen gibt, an denen auch ein hautenges Kostüm nicht perfekt anliegt, wie zum Beispiel am Hals und im Nacken.

Nach der Rückverwandlung sind manche mehr und manche weniger bekleidet...

Nach der Rückverwandlung sind Manche mehr und Manche weniger bekleidet…

FAZIT:

Das Finale von Spider-Island ist genau das was ich mir erhofft habe. Es ist dramatisch, erzählerisch und grafisch überwältigend und es zeigt neue Wege für die Zukunft von Peter und ein paar alten Bekannten auf. Slott schafft eine neue Richtung für Spider-Mans Zukunft, ohne einen neuen Status Quo zu setzen. Klar gibt es einige Änderungen, auch Dinge die mir persönlich sehr leid tun, aber dadurch ergeben sich wieder neue und hoffentlich spannende Möglichkeiten für Spider-Mans nächste Abenteuer.
Wer ein Event sucht, das nicht nur kurzweilig ist, sondern auch mit Anspielungen aus der Vergangenheit aufwarten kann, und von den ganzen Großevents der letzten Jahre nur noch genervt ist, der sollte hier auf jeden Fall zugreifen.

Endlich geschafft und die Stadt bedankt sich.

Endlich geschafft und die Stadt bedankt sich.

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Spider-Island Reviewserie (9): Spider-Man: Spider- Island Sonderband [Panini, Oktober 2012]

Weiter geht es mit Spider-Island mit dem Sonderband zum Event. Das Finale steht vor der Tür und deshalb haben ein paar besondere Miniserien und Oneshots die Chance sich hervorzuheben …

Spider-Man: Spider- Island Sonderband

Spider-Island ist die Insel der Spinnen. Also ist es nicht weiter verwunderlich, wenn ausgerechnet Spider-Woman von Reed losgeschickt wird, um Alicia Masters zu Horizon zu eskortieren. Denn Mister Fantastic vermutet, dass Alicia wegen eines Vorfalles in London, wo sie zu einer Art Spinnenmonster mutierte, einen Immunstoff gegen diese Epidemie entwickelt haben könnte.
Ein ganz anderes Problem hat dagegen Spider-Girl. Denn diese hat nur die Wahl zwischen Pest und Cholera, als sie sich gegen das Wespenvolk nur mit der Hilfe des Kingpin stellen kann und darf. Als ihr dann auch noch die neue Madame Web rät sich mit einem Feind zu verbünden, um Manhattan zu retten, ist die Sache für Anya klar. Aber ist die Lage wirklich so offensichtlich, wie es scheint?
Währenddessen bekommt ein kleines Gaunerpaar so richtig Ärger, als es bei einem Einbruch an einen ziemlich energischen Spider-Man gerät. Doch wie kann dieser so schnell am Ort des Geschehens sein?

Ben erkennt Spider-Woman nicht.

Ben erkennt Spider-Woman nicht.

Es ist wirklich schade, dass es sich bei diesem Sonderband um die einzige Publikation außerhalb der existierenden Comicserien handelt. Spider-Woman ist stark und dennoch innerlich zerrissen. Fred Van Lente präsentiert seine Heldin nicht triumphal und heldenhaft, sondern eher tragisch und ein wenig verbittert. Dennoch gibt Jessica niemals auf. Spider-Girl dagegen ist frech und frisch wie Peter in seinen Anfangsjahren, inklusive der dummen Sprüche. Für diese leider nur 3-teilige Miniserie rund um die junge Anya Sofia Corazon zeichnet sich Paul Tobin als Autor verantwortlich. Dieser bringt die junge Heldin auch gleich so richtig in Bedrängnis, indem sie nicht nur gegen die Feinde ihres Spinnenkultes kämpfen muss, sondern auch noch Entscheidungen treffen soll, für die sie eigentlich rein entwicklungstechnisch, noch nicht bereit scheint. Dennoch gelingt es Tobin, dies glaubwürdig zu inszenieren. Das letzte Abenteuer in diesem Band stammt aus der Feder von Joe Caramagna. Diese fällt leider weder positiv noch negativ großartig auf, und ist einfach nur witzig und kurzweilig. Mehr aber leider auch nicht.

Das Wespenvolk versucht Unschuldige einzuschüchtern.

Das Wespenvolk versucht Unschuldige einzuschüchtern.

Was die grafische Umsetzung betrifft, ist auch dieser Band, wie schon der Venom Sonderband zu diesem Event, wieder bunt gemischt. Während Spider-Woman von Giuseppe Camuncoli umgesetzt wird, der leider wieder in meinen Augen sehr unpassend von Klaus Janson geinkt wird, und somit viel Flair des dynamischen Italieners verloren geht, darf bei Spider-Girl Pepe Larraz an den Zeichenstift. Larraz durfte in seiner kurzen Laufbahn bei Marvel bereits Größen wie Captain America und auch Thor in Szene setzen und auch bei Spider-Girl macht er alles richtig. Egal ob die akrobatischen Kampfszenen, als auch die etwas ruhigeren Passagen in denen Anya mit ihrer Freundin unterwegs ist oder mit dem Kingpin Pläne schmiedet. Alles ergibt ein stimmiges Gesamtbild, das rundum gefällt, wenngleich sein Stil insgesamt aber auch zu auswechselbar ist.
Für die Abschlussgeschichte ist abermals Max Fiumara verantwortlich, der bereits die Spider-Island Story aus dem ersten Punisher Sonderband umgesetzt hat. Sein kantiger und etwas verschrobener Stil ist zwar unterhaltsam und passend zu Geschichte, aber insgesamt wirkt es hier doch etwas unrund, was vor allem an den Gesichtern der Protagonisten liegt. Denn obwohl nur die Gauner Masken in Form von Otto Octavius und der Black Cat tragen, wirken auch die restlichen Menschen, alles andere als menschlich.

Little Spider-Girl heizt den Gaunern ganz schön ein.

Little Spider-Girl heizt den Gaunern ganz schön ein.

FAZIT:

Dieser Band ist vor allem wegen der erzählerischen Tiefe und den gut ausgebauten Charakteren eine wirkliche Bereicherung. Beide Solistinnen, und das gefällt besonders, da sonst eher die Männer im Mittelpunkt stehen, überzeugen mit ihren glaubwürdigen Handlungen. Visuell bleibt die Ausgabe leider ein wenig auf der Strecke. Es sind zwar keine grafischen Totalausfälle, aber auch kein Highlight. Positiv fällt dafür wieder die redaktionelle Betreuung seitens Panini und insbesondere des betreffenden Mitarbeiters Christian Endres auf. Dieser gewährt mit kurzen Inhaltsangaben einen Einblick in die in Deutschland ausgefallen Spider-Island-Ausgaben. So erhält man auch als reiner Deutschleser wenigstens eine kleine Übersicht, über das, was einem sonst entgangen wäre.

Spider-Girl schwingt davon.

Spider-Girl schwingt davon.

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