Asterix Review Special (75): Asterix & Obelix XXL 3: Der Kristallhinkelstein (Multi-Plattform) [Astragon, November 2019]

Das heutige Review Special stellt eine kleine Besonderheit dar. Es ist das erste Videospielspecial eines Asterix-Spiels, für welches ich ein Rezensionsexemplar erhalten habe. Alle bisherigen Asterix-Spiele habe ich käuflich erworben, auch die Klassiker. Doch diesmal war ich frech und habe den deutschen Publisher einfach angeschrieben. Das war allerdings auch schon im Dezember. Weshalb das Review erst jetzt kommt, liegt einfach gesagt nur am Spiel selbst. Aber bevor ich dem Review wieder vorweg greife zuerst noch ein paar Hintergrundinfos …

Asterix und Obelix XXL2 gilt unter Fans als letztes wirklich gelungenes Asterix-Spiel. Viele Jahre war es ruhig, abgesehen von Umsetzungen zu den Spielfilmen oder Minispielsammlungen vorrangig für die portablen Videospielsysteme, oder Remakes früherer Erfolgsspiele. Da man sich allerdings nicht immer nur auf früheren Erfolgen ausruhen kann, es sei dann man heißt Jürgen Drews. Das es aber wiederum durchaus Sinn macht an frühere Erfolge anzuknüpfen zeigt nun Microïds mit dem dritten Teil von Asterix & Obelix XXL. Nachdem bereits 2018 der zweite Teil eine Neuauflage erfahren hat, die mit ein paar wenigen aber durchaus sinnvollen Verbesserungen daherkam, dachte man sich wohl, dass es an der Zeit wäre die beiden Gallier in ein neues Abenteuer zu schicken.

Doch diesmal sollte es keine einfache Kopie, oder ein erweitertes Remake werden. Zwar sollte es eine Fortsetzung sein, aber dennoch auch eigenständig funktionieren. Deshalb hat man „Asterix & Obelix XXL3: Der Kristallhinkelstein“ von Grund auf neu entwickelt. Das bedeutete aber nicht nur eine neue Geschichte, sondern ein komplett neues Gameplay. Und die Besinnung darauf, was die Abenteuer der Gallier ausmacht. Vernatwortlich für die Umsetzung des Materials ist das kleine französische Independent Entwicklerstudio „Osome Studio“, die bereits mit ihrem ersten Spiel, dem Noir-inspirierten Schwarz/Weiß Survival-Horror-Puzzle-Game „White Night“, für Aufsehen sorgte. Somit ist durchaus genug Erfahrung vorhanden, um mindestens ein solides Spiel auf die Beine zu stellen.

Asterix & Obelix XXL 3: Der Kristallhinkelstein

Die Handlung:
Alles beginnt an einem friedlichen Tag im Dorf, als der Druide Miraculix einen Brief erhält. In diesem bittet ihn seine alte Freundin Edda um Hilfe. Was die Gallier zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen ist, dass Edda bereits von Cäsar entführt wurde. Die einzige Chance Edda zu finden ist der Snæfellhelgajökull, oder auch kurz, der Kristallhinkelstein. Dieser hat nämlich die Eigenschaft seine Konstrukteurin in jeder Lage ausfindig zu machen. Der Stein ist auch recht schnell gefunden und offenbart auch einige zusätzliche Eigenschaften, die den beiden Galliern beim Versuch Edda zu befreien helfen sollen …

Das Gameplay:
Als erstes fällt in Sachen Gameplay auf, dass das Spiel selbst zwar recht dreidimensional wirkt, aber tatsächlich nur ein, sagen wir mal, maximal 2,5D-Spiel ist. In einer leichten Schräg-von-oben-Draufsicht steuert man seine beiden Figuren. Statt also wie bisher seine Figuren durch eine „einigermaßen“ 3D-Welt zu schicken verzichtet man jetzt darauf. Dies wirkt für Spieler der beiden Vorgänger im ersten Moment etwas befremdlich, zeigt aber schnell auch gewisse Vorteile, auf die ich beim nächsten Punkt näher eingehen werde. Als nächstes merkt man den Verlust einer bisher wichtigen Eigenschaft, was aber wiederum das taktische Denken fordert. Denn weder Asterix noch Obelix können springen. Stattdessen haben beide eine kurze „Sprint“-Funktion erhalten, mit denen sie kleinere Abgründe überwinden können. Die nächste wichtige Neuerung ist ein kompletter Coop-Modus. So kann man das vollständige Spiel mit einem zweiten Spieler gemeinsam durchspielen. Was ich auf jeden Fall schon einmal anmerken kann ist, dass der Zweispielermodus den Schwierigkeitsgrad enorm absenkt. Denn auch wenn ich mich selbst als erfahrenen Spieler bezeichnen möchte, immerhin spiele ich seit über 30 Jahren Videospiele, ist selbst der einfache Schwierigkeitsgrad teilweise extrem heftig. Dies liegt aber vor allem an den rar gesäten Zwischenspeicherpunkten. Gerade dann, wenn man in einem der vielen Römerläger ist, welche sich über mehrere Abschnitte erstrecken, und kurz vor Schluss stirbt, muss man wieder ganz von vorne anfangen und sich durch das gesamte Lager kämpfen. Hier wäre es angebracht gewesen, zwischen den einzelnen Abschnitten einen Zwischenspeicherpunkt zu setzen. So entsteht unnötiges Frustpotenzial, was einen dazu bringt den Controller zur Seite zu legen, obwohl man gerne weiterspielen würde, aber keinerlei Lust hat die immer gleichen Abschnitte durchzuackern, nur um in der Geschichte vorwärts zu kommen. Außerdem wäre es gut gewesen, wenn man die Lager ein zweites Mal passieren muss, dass man eventuell diesen Abschnitt überspringen kann, wenn man möchte, da man ihn ja bereits einmal abgeschlossen hat. Spielt man im Einzelspielermodus steigt der erwähnte Frustlevel noch einmal um einiges an, da die vom Computer gesteuerte Figur recht passiv ist. So hilft sie euch gerade in Kämpfen, bei denen mehrere Gegner auf euch einstürzen nur recht wenig. Alle zwei bis drei Minuten mal ein Hieb, während eure Figur im selben Zeitraum vier bis fünf Gegner erledigt hat, sofern ihr so lange durchhaltet. Denn bei bis zu sechs Gegnern, die gleichzeitig auf euch einstürmen, wird es manchmal ziemlich nervig.
Ein wirklich cooles und auch Spiel-entscheidentes Feature sind die Fähigkeiten des Kristallhinkelsteins. Dieser kann in seiner Ur-Form Dinge zerstören und zum Einsturz bringen. Sobald der Stein jedoch mit Kristallen „auflevelt“ wurde kommen Fähigkeiten wie Enflammen, Einfrieren oder durch Magnetstrahlung beeinflussen hinzu. Ohne diese Fähigkeiten kommt man an vielen Stellen im Spiel nicht weiter. Aus den Vorgängern übernommen wurden die Sammlungsobjekte in Form von Helmen, die auch gleichzeitig eine Art InGame-Währung darstellen und für die man sich neue Fähigkeiten und andere Extras kaufen kann.

Grafik & Sound:
Zur Optik. Trotz fehlender dritter Spiel-Dimension sehen die Figuren sehr schön und detailliert aus. Beim Design hat man sich grob an den aktuellen CGI-ANimationsfilmen orientiert, weshalb sich Freunde der aktuellen beiden Filme sehr schnell wohlfühlen werden. Auch die Animationen selbst sind auf Filmniveau und wirken sehr flüssig. Die schräge Draufsicht hat gewisse Vor- aber auch Nachteile. So geht an vielen Stellen die Übersichtlichkeit verloren, gerade dann, wenn man im Coop-Modus mit einem Freund kämpft. Hier verliert man sehr schnell den Überblick wo sich die eigene Figur befindet. Farblich untersetzte Schatten oder Umrisse hätten dies vermieden. Ob nun Zwischensequenz oder Spielegrafik, ein Unterschied ist kaum sichtbar, was zeigt, dass die Figuren selbst schon relativ genau „konstruiert“ wurden. Dieser sehr hohe Detailgrad, nicht nu an den Figuren sondern auch an der gesamten liebevoll gestalteten Umgebung, führt aber wiederum leider zu gelegentlichen Einbrüchen in der Framerate, wodurch es hin und wieder zu störenden Rucklern kommt, oder aber Objekte unvermittelt auf dem Bildschirm aufploppen.
Ähnlich gelungen wie die Grafik ist der Sound. Die Musik ist typisch und passend zu Asterix und kann sich auch so hören lassen. Im Gegensatz zu früheren Spielen, wo der Sound auch durchaus mal schnell nervig werden konnte, ist es hier ganz akzeptabel. Deutlich besser als bei den Vorgängern ist auch die deutsche Synchronisation. Die Stimmen von Asterix und Obelix mögen zu Beginn ein wenig unpassend klingen, aber man gewöhnt sich doch recht schnell an sie. Weitaus schneller zumindest, als an die der restlichen Figuren, Miraculix ausgenommen.

Gesamt:
Das Spiel stellt eine gelungene Adaption des Franchises dar und wird sicher schnell seine Freunde finden. Es könnten durchaus mehr sein, wenn da nicht die angesprochenen Probleme und Frustpunkte wären. Besonders nervig ist der schwankende und teils extrem hohe Schwierigkeitsgrad auch in den unteren Stufen und die Speerwerfer und Bogenschützen, der Römer. Diese kosten extrem viele Nerven, was unter anderem daran liegt, dass die eigene Figur bei einem Treffer ein Stück zurückgeschleudert wird, weshalb man alleine nur schwer an diese Gegner herankommt, ohne dabei zu viel Lebensenergie zu opfern. Die Möglichkeit mehrerer Sammelobjekte, sowie freischaltbarer Extras und eine ordentlichen Menge an Sidequests laden zum wiederholten Spielen ein. Wenn da nicht dieses Frustpotenzial wäre. Im Großen und Ganzen bleibt ein liebevoll gestaltetes Spiel mit vielen Anspielungen auf das gesamte Asterix-Universum, sowie pokulturelle Ereignisse, dass sicher nicht nur Asterix-Fans begeistern kann, welches aber dennoch an einigen Stellen verbesserungswürdig ist. Das Spiel ist sowohl als Download für PC, Playstation 4, X-Box One und Nintendo Switch, als Standard Edition für Playstation 4, Switch und X-Box One, als auch als Limited Edition für Playstation 4, Switch und X-Box One, sowie als Collectors Edition für PC, Playstation 4 und Switch erhältlich. Außerdem gibt es noch eine Mega Collectors Edition mit einem zusätzlichen Arcade Aufsteller und Asterix & Obelix XXL2, die allerdings nur für Nintendos Switch erhältlich ist.

Copyright aller verwendeten Bilder, soweit nicht anders angegeben © 2019-2020 Astragon / Microïds / Osome Studio / © 2019 Les Éditions Albert René

Die bisherigen Review-Specials:

  1. Asterix der Gallier
  2. Die goldene Sichel
  3. Asterix und die Goten
  4. Asterix als Gladiator
  5. Tour de France
  6. Asterix und Kleopatra
  7. Der Kampf der Häuptlinge
  8. Asterix bei den Briten
  9. Asterix und die Normannen
  10. Asterix als Legionär
  11. Asterix und der Avernerschild
  12. Asterix bei den Olympischen Spielen
  13. Asterix und der Kupferkessel
  14. Asterix in Spanien
  15. Streit um Asterix
  16. Asterix bei den Schweizern
  17. Die Trabantenstadt
  18. Die Lorbeeren des Cäsar
  19. Der Seher
  20. Asterix auf Korsika
  21. Das Geschenk Cäsars
  22. Die grosse Überfahrt
  23. Obelix GmbH & Co. KG
  24. Asterix bei den Belgiern
  25. Der grosse Graben
  26. Die Odyssee
  27. Der Sohn des Asterix
  28. Asterix im Morgenland
  29. Asterix und Maestria
  30. Obelix auf Kreuzfahrt
  31. Asterix und Latraviata
  32. Asterix plaudert aus der Schule
  33. Gallien in Gefahr
  34. Asterix & Obelix feiern Geburtstag
  35. Asterix & Friends (Browsergame)
  36. Asterix der Gallier (Film)
  37. Asterix (Gameboy/NES)
  38. Asterix in Novaesium
  39. Asterix und Kleopatra (Film)
  40. Asterix (SNES)
  41. Gallische Geschichten mit Asterix und Obelix
  42. Asterix & Obelix (Gameboy)
  43. Asterix erobert Rom (Film)
  44. Asterix erobert Rom – Das Buch zum Film (Album, Neuauflage)
  45. 12 Prüfungen für Asterix
  46. Asterix and The Great Rescue (Sega Mega Drive)
  47. Asterix – Sieg über Cäsar (Film)
  48. Uderzo von seinen Freunden gezeichnet
  49. Asterix – The Great Rescue (Game Gear/Master System)
  50. Uderzo – Der weite Weg zu Asterix
  51. Asterix & Obelix (SNES)
  52. Asterix bei den Briten (Film)
  53. Asterix – Streit um Gallien (Playstation)
  54. Asterix bei den Pikten
  55. Asterix – Die Trabantenstadt (3DS)
  56. Asterix in Italien
  57. Die Trabantenstadt (Limitierte Sonderausgabe)
  58. Asterix – Operation Hinkelstein (Film)
  59. Asterix bei den Belgiern (Limitierte Sonderausgabe)
  60. Asterix Review Special (60): Asterix and the Secret Mission (Game Gear)
  61. Der Papyrus des Cäsar
  62. Asterix in Amerika (Film)
  63. Die hysterischen Abenteuer von Isterix
  64. Asterix & Obelix XXL (PS2)
  65. Asterix und die Wikinger (Film)
  66. Asterix der Gallier (50 Jahre Asterix Jubiläumsausgabe)
  67. Das inoffizielle Asterix & Obelix Lexikon
  68. Asterix bei den Olympischen Spielen (Limitierte Sonderausgabe)
  69. Asterix – Das Geheimnis des Zaubertranks
  70. Das Asterix Magazin (1/19)
  71. Asterix im Land der Götter (Film)
  72. Asterix & Obelix XXL2 (PS2, PC, PSP, NDS, PS4, XboxOne, Nintendo Switch)
  73. Die Tochter des Vercingetorix
  74. Asterix – Die Hommage

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