Mueli77s persönlicher Jahresrückblick 2019

In den letzten Jahren hatte ich eigentlich einen sehr umfangreichen und oftmals zweiteiligen Jahresrückblick auf dem Blog etabliert, der sich neben meinem Privatleben und dem Blog auch der Weltgeschichte und verstorbenen Persönlichkeiten widmete. Dieses Jahr wird es diesen sehr umfangreichen Jahresrückblick nicht geben, was mehrere Gründe hat. Zum einen ist es, wie einige sicher ahnen können, meine immer knapper werdende Freizeit und somit auch die Zeit die ich für den Blog aufbringen kann und werde. Weniger Zeit bedeutet schlichtweg weniger, oder weniger umfangreichen Content für den Blog. Da ich selbst aber einen gewissen Anspruch an die Inhalte habe, stehe ich mir oft damit selbst im Weg, weshalb schnelle und kurze Texte einfach nicht so mein Ding sind und ich gerne Zusatz- oder Hintergrundinfos zu meinen Artikeln und Besprechungen mitliefere. Dies führte gerade beim Jahresrückblick dazu, dass ich in den letzten beiden Jahren fast einen Monat Arbeit in die beiden Teile stecken musste, was ich dieses Jahr weder habe, noch dazu bereit war zu tun. Und hiermit kämen wir zum nächsten Punkt.
Die immer weiter rückläufigen Zugriffe auf die Blogartikel sorgen ebenfalls dafür, dass ich bereit bin mehr Energie in die Artikel zu stecken. Reviews, wie das Asterix Special, oder Beiträge zu denen ich Rezensionsexemplare erhalte, werden auch weiterhin umfangreicher und informativer gestaltet, als die restlichen Reviews. Hier werde ich mich entgegen meiner Natur dazu zwingen die Texte knapp zu halten, um dennoch eine gewisse Vielfalt anzubieten. Mit jeweils 35 Aufrufen für die beiden 2018er Rückblick-Teile gegenüber 37 und 66 Zugriffen für den 2017er Rückblick und je 50 Zugriffe für den 2016er Rückblick war nur noch der 2015er Rückblick enttäuschender. Daher wird es dieses Jahr nur eine abgespeckte Version meines dennoch sehr persönlichen Jahresrückblicks geben, der nicht ganz so strukturiert und umfangreich ausfallen wird, aber mit Sicherheit wieder sehr persönlich.

Insgesamt war das Jahr 2019, rückblickend betrachtet ein wenig besser als 2018. Natürlich wurde ich auch dieses Jahr wieder von einigen Krankheiten gebeutelt, wenngleich es nicht so viele und lang anhaltende wie 2018 waren. Aber sie waren insgesamt in ihren Auswirkungen deutlicher, was für bedeutende Einschränkungen in meinem täglichen Leben führt. Immer wieder auftretende Schlafattacken führen dazu, dass ich mich kaum länger als 20 bis 30 Minuten auf etwas konzentrieren kann. Medizinisch gab es einige Untersuchungen, die aber noch kein eindeutiges Ergebnis liefern konnten, was aber auch daran liegt, dass noch ein paar wichtige Untersuchungen ausstehen, die ich wiederum erst organisieren muss. Was ich weiß, ist dass ich keinen Hirntumor ud keine Schlafapnoe oder ähnliches habe, möglich wäre aber eine Form der Epilepsie. Allerdings bin ich nach wie vor alleinerziehend mit zwei Kindern, was kurz gesagt bedeutet, dass meine Kids 24/7 bei mir sind, bis auf wenige Stunden, oder zumeist halbe Tage. Daher konnte ich noch nicht alle Untersuchungen, wie beispielsweise die Übernachtung in einem Schlaflabor an zwei aufeinanderfolgenden Nächten. Wenn ich dies nämlich auf eines der wenigen Wochenenden lege, an denen ich nicht arbeite, habe ich keine Möglichkeit mich von der Arbeit zu erholen, was wiederum zusätzlichen Stress bedeutet, der vermutlich auch das Ergebnis des Labors verfälschen könnte. Wenn ich nämlich Wochenenddienst habe, bedeutet dies zumeist mindestens 7 Tage Arbeit am Stück, manchmal sogar mehr und die Arbeit als Sozialer Betreuer in einem Altenpflegewohnheim kostet zwar nicht viel körperliche, aber extrem viel seelische und psychische Kraft. Das Ergebnis ist, das ich bisweilen beim Schreiben diverser Artikel einfach so einschlafe und meine Kinder mich dann meist auch nicht wach bekommen, bis ich selbst wieder wach werde, was je nach Situation auch einmal 2-3 Stunden dauern kann.

Dies alles führt zu so vielen Veränderungen, inklusive das mir hin und wieder Stunden fehlen, in denen ich produktiv sein könnte. Zudem habe ich auch in diesem Jahr, vorrangig bedingt durch mehrere Krankheiten, weiter zugenommen, was meine Lebensqualität nicht gerade positiv beeinflusst hat und derzeit 140 Kilo Gewicht bedeutet. Hier möchte ich 2020 nutzen um wieder abzunehmen und insgesamt fitter zu werden, auch weil ich mich dann hoffentlich wieder wohler fühlen werde. So habe ich für das neue Jahr auch bereits einige Dinge in Planung, die meiner seelischen Verfassung wieder Energie spenden werden, wenngleich ich eines auch dieses Jahr vermutlich nicht schaffen werde. Auch wenn es mir weitgehend gut geht, ist das Singleleben mit zwei Kindern bei Weitem kein Zuckerschlecken und manchmal wünsche ich mir schon eine neue Partnerin an meiner Seite, um den alltäglichen Querelen entgegenzustehen. Immerhin bedeutet 2020 nicht nur ein weiteres Jahr, sondern zwei Teenager, im schlimmsten Lebensabschnitt und das alles alleine. Aber 2019 sorgte auch bei mir für eine gewisse Entwicklung, die sich gegen Mitte des Jahres in einer Entscheidung wiederspiegelte, die ich euch ebenfalls nicht vorenthalten möchte. Nach über 4 Jahren als Single und einer gewissen Zeit der Verarbeitung der Ereignisse war es für mich an der Zeit dem Rechnung zu tragen. Doch auch wenn mir in dieser Zeit oft danach war alles zu beenden und dieses Buch mit einem Punkt abzuschließen, entschloss ich mich, es lediglich ein Kapitel werden zu lassen, und stattdessen ein Semikolon zu setzen. Ein Tattoo, welches nun meine rechte Hand ziert und mich immer wieder daran erinnert, dass auch schwere Zeiten vorbeigehen und man niemals den Mut verlieren sollte und stattdessen kämpfen.

Natürlich war 2019 nicht nur schlecht, auch wenn es bisher so klang. Sicher, der Blog ist derzeit eher ein Nebenprojekt, welches keinerlei Erfolge generiert, von Einnahmen einmal ganz schweigen. Hatte ich bis 2018 noch die Chance wenigstens ein klein wenig durch eine jährliche Auszahlung an Amazon-Werbeerstattung die Kosten für den Blog zu puffern, gab es 2019 keine einzige Auszahlung, in manchen Monaten wurden nicht einmal Umsätze im Cent-Bereich generiert. Stattdessen zahle ich über 50 Euro jährlich, um den Blog und seine Domain zu erhalten. Nicht falsch verstehen, das ist hier jetzt kein Jammern, obwohl es mir lieber wäre, wenn die Zugriffe etwas zahlreicher wären. Das würde bedeuten, dass ich diesen Blog für mehr als nur eine handvoll Leute, von denen ich nicht einmal weiß, ob sie die Texte überhaupt lesen, am leben erhalte. Kurz gesagt wird der Blog auch dieses Jahr immer nur dann mit Inhalt gefüllt, wenn ich dies möchte, etwas zum Rezensieren habe (was eigentlich immer der Fall wäre) und mir meine Gesundheit keinen Strich durch die Rechnung macht. Aber immer dann wird es die von mir gewohnte Qualität geben, außer bei den Kurzreviews, die ab jetzt noch ein wenig knapper ausfallen werden. Dennoch werde ich auch zukünftig auf Zahlen- oder Sternbewertungen verzichten.

Ebenfalls positiv ist letztes Jahr mein Berufsleben ausgefallen. Ich fühle mich nach wie vor wohl in meinem Beruf und bekomme inzwischen auch einiges an Anerkennung, was sich teilweise auch finanziell wiederspiegelt. Nachdem ich in den letzten Jahren immer nur unter Mindestlohn, oder wenige Cent darüber gearbeitet habe, gab es dieses Jahr eine Lohnerhöhung, die es mir möglich machen könnte dieses Jahr noch aus dem Hartz IV herauszukommen, was auch mein Ziel ist. Denn es ärgert mich massiv, dass von meiner Lohnerhöhung durch die Aufrechnung mit dem Hartz IV nicht einmal 5 Euro übrig bleiben und der Rest komplett angerechnet wird. So wird man als Aufstocker nicht gerade motiviert weiterzuarbeiten, sondern eher darin bekräftigt den Job aufzugeben und lieber zu Hause zu bleiben. Da ich aber derzeit noch in Teilzeit arbeite habe ich noch die Möglichkeit in den Stunden hochzugehen und somit noch ein wenig mehr zu verdienen. Doch bevor ich das durchziehe muss ich noch einiges organisieren, da ich sonst eventuell aus der Aufstockung herausfalle, mit allen dann entstehenden Kosten aber womöglich weniger Geld hätte, als vorher mit Hartz IV.

Familiär hat sich kaum etwas getan dieses Jahr. Ich bin nach wie vor mit meinen Kids alleine, ohne irgendwelche Unterstützung der Mutter meiner Kinder. Weder finanziell, noch in einer anderen Art von Hilfe. Auch das die Beiden nur dreimal im ganzen Jahr, zu jeweils 5 Stunden bei der Mutter waren, obwohl es mir lieber wäre, wenn sie öfter die Chance hätten. Aber letztendlich kann ich dies nicht beeinflussen, sonder muss von der Mutter ausgehen. Von meiner Seite aus hat sie jederzeit die Chance sie zu sich zu holen. Sie muss sich halt nur melden. Für 2020 wünsche ich mir einfach mehr Stabilität und vielleicht auch endlich die Chance eine neue Partnerin zu finden. Vor allem jemand der es ernst mit uns Dreien meint und nicht nur darauf aus ist sich in ein gemachtes Nest zu setzen. Wobei es noch schlimmer ist, wenn man sich näher kennelernt, beginnt sich zu mögen und dann die Kinder plötzlich ein Problem darstellen sollen, obwohl ich von vorneherein klar gemacht habe, dass mir meine Kids das Wichtigste sind. Von daher versuche ich es inzwischen recht entspannt anzugehen, auch wenn es immer wieder enttäuschend und schwierig ist.

Meine persönlichen Highlights des Jahres sind neben TikTok, der Videoplattform auf der ich zwischenzeitlich aktiver bin und die auch einen entspannenden Ausgleich zur Arbeit bietet, der inzwischen jährlich stattfindende Comicpark auf der Erfurter EGA, wo ich immer wieder nette Menschen treffe, mich angeregt unterhalten kann und mit verschiedenen Künstlern plaudern und austauschen darf. Daher hoffe ich, dass ich auch im neuen Jahr an diesem Erlebnis teilnehmen darf. Aus dem Bereich Comics haben mich dieses Jahr vor allem der zweite „Zinnober“-Band von Ralf Singh und Thorsten Brochhaus beeindruckt, sowie „Matt Eagle“ von Sascha Dörp, aber auch der neue Asterix-Band hat mir durchaus gefallen. Ansonsten waren es ja eher ältere Comics, die ich dieses Jahr gelesen habe, oder aber Comics die zwar gut waren, aber denen das gewisse Etwas zum Highlight fehlten. Bei den Filmen & Serien haben letztes Jahr neben den großen Blockbustern „Avengers: Endgame“ und „Pokémon: Meisterdetektiv Pickachu“ vor allem die Oscar-Gewinner und Anwärter „Bohemian Rhapsody“, „Roma“, „Stan & Olli“, sowie die Netflix-Serien „Hilda“ und die aktuellen Staffeln von „Stranger Things“ und „Dark“ ihre Spuren bei mir hinterlassen. Besonders erwähnen möchte ich aber auch noch die Chance die Verfilmung von Olivia Viewegs Graphic Novel „Endzeit/Ever After“ gesehen zu haben. Der Film hat mich ebenfalls nachhaltig beeindruckt und ich hoffe, dass es bald eine DVD oder Blu-ray-Veröffentlichung geben wird. Im Videospiel-Bereich waren es vor allem das Musik-Rhythmus-Sportspiel „Beat Saber“, aber auch der eigenwillige Agententhriller „I Expect You To Die“ und der extreme immersive interactive Movie „Blood & Truth“, alles Playstation VR, die mich länger als gewollt an die Konsole fesselten.

Ja, ich weiß, dass auch politisch 2019 viel passiert ist, ich aber inzwischen zugeben muss, dass mich davon nur noch wenig wirklich interessiert, weil es größtenteils immer dasselbe ist. Der Brexit zieht sich wie ein alter Kaugummi, Gretha Thunberg und ihre Fridays For Future-Bewegung verliert immer mehr Kompetenz, weil sie die Gegner eher am Maskottchen der Bewegung, nämlich Gretha, aufhängen, als wirklich etwas für den Klimaschutz zu unternehmen. Trump ist und bleibt ein Vollidiot, dem man besser die Macht wegnehmen sollte, bevor er noch auf irgendwelche Knöpfe drückt und die eigentliche Gefahr für Deutschland kommt nicht von außen, sondern schlummert seit Jahrzehnten tief in uns, und bricht sich nun langsam aber sicher Bahn nach oben. Gemeint ist die zunehmende Akzeptanz des Rechtsradikalismus und damit verbunden eine gewisse Salonfähigkeit einer politischen Richtung, die in meinen Augen weder akzeptabel noch diskussionswürdig ist. Rechtsradikalismus, egal ob Braun oder Blau, hat in Deutschland in meinen Augen keine Chance verdient. Keine zweite, dritte oder überhaupt auch nur einen Hauch davon.
Neben dieser traurigen Tatsache wurde mir auch 2019 immer mehr bewusst, dass ich nicht jünger werde und jetzt zunehmend die Helden meiner Kindheit aus dem Leben scheiden. Neben der erst kürzlich verstorbenen Roxette-Frontfrau Marie Fredriksson, möchte ich noch Karel Gott, der für mich immer mit Biene Maja verbunden sein wird, der Knollennasencartoonist Guillermo Mordillo, Max Wright, der als Willi Tanner an der Seite von Alf so manchen hysterischen Anfall hatte, Formel 1-Urgestein Niki Lauda, die deutsche Weltenbummlerin und Rallyfahrerin Heidi Hetzer, Beverly Hills 90210-Star Luke Perry, Prodigy-Frontman Keith Flint, „Airwolf“-Star Jan-Michael Vincent, aber auch Franziska Pigulla, die Gillian Anderson ihre unvergleichliche Stimme lieh sind Menschen, die uns 2019 verlassen haben. Sicher gab es noch viele mehr, auch Menschen die für andere vielleicht wichtiger waren, aber diese genannten sind jene, die mich am meisten betroffen haben.

Und mit diesen Worten möchte ich meinen Jahresrückblick 2019 beenden, von dem ich hoffe, dass ihn doch einige lesen werden, wenngleich er nicht so umfangreich und strukturiert ist, wie es die letzten Jahre der Fall war. Auch müsst ihr mit weniger Bildern auskommen, dafür habe ich aber einige Artikel des vergangenen Jahres verlinkt. Ich bin gespannt was das neue Jahr mit sich bringt, inwiefern es mich betrifft und wen ich in diesem Jahr alles kennenlernen, oder wiedersehen werde.
Deshalb wünsche ich euch mit dem nachfolgenden TikTok-Video alles Gute für das neue Jahr, und wer möchte kann mir auch gerne zukünftig auf anderen Plattformen folgen, da ich überall mal ein bisschen aktiv bin: Facebook, Youtube, Instagram, TikTok, Twitter

Alles Liebe euer Thomas „Mueli77“ Mülbradt

Copyright aller verwendeten Bilder & Videos, soweit nicht anders angegeben © 2019 Thomas „Mueli77“ Mülbradt
Copyright Roxette-Musikvideo „I Wish I Could Fly“ © 1999 EMI Music Sweden AB

Ein Kommentar zu “Mueli77s persönlicher Jahresrückblick 2019

  1. Wie jedesmal ein sehr persönlicher und guter Bericht. Auch wenn er etwas kürzer ausfällt als sonst, das ist voll in Ordnung. Ich wünsche dir für das Jahr 2020 alles gute und viel Glück und Gesundheit. Auf ein weiteres spannendes Jahr hier auf dem Blog.

    Gefällt 1 Person

Schreibe eine Antwort zu mysteriouslybuddha Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.