Heute ist Halloween und da dachte ich mir, schieb doch mal ein Halloween-Special-Review ein. Vielleicht werde ich das sogar jedes Jahr machen, mal schauen. Vor ein paar Jahren hatte ich das ja schon einmal angefangen, aber irgendwie muss ich auch zeit und material dafür haben. Wobei alleine mit den Simpsons-Halloween-Ausgaben kann ich ein paar Jahre füllen, und auch sonst habe ich ein paar Horror und Gruselausgaben vorliegen, die sich eignen würden. Aber heute ist das diesjährige Bart Simpsons Horror Show an der Reihe …
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Review Kurzüberblick (10) (The Walking Dead Nr. 5 & Zauber Nr. 1)
Mit etwas Pause geht es heute auch mit dem Review-Kurzüberblick weiter. Hier findet ihr wie immer eine bunte Verlagsmischung aus allen Genres. Es wird brutal, dramatisch und zauberhaft …
Sinister [Juli 2013, Universal Pictures Germany GmbH]
Sinister ist ein Film von den Produzenten von „Paranormal Activity“ und „Insidious“
Haben mir die ersten beiden Teile von „Paranormal Activity“ im Kino damals eine wohlige Gänsehaut spüren lassen, konnte „Insidious“ diese Gefühle des gepflegten Gruseln und Erschrecken um ein vielfaches steigern.
Sinister hat mich nicht enttäuscht, liegt es unter anderem wohl auch daran, dass ich mir diesen Film alleine bei Regen, offenen Türen und im Dunklen zu Hause angeschaut habe. Ich will ja keine „Bange Buchs“ sein, aber der Film hat genügend schreckhafte Momente. Man kommt eigentlich nicht drum herum, sich zu erschrecken! Völlig typisch für diese Art von Filmen ist, dass es keinen Lichtschalter im Haus bei Nacht gibt …
Crossed Nr. 4: Badlands [Panini, November 2013]
Ich hätte es eigentlich nicht für möglich gehalten, dass mich diese Reihe so sehr zu fesseln vermag. Im Angesicht der Tatsache, dass es hier sehr gewaltsam und blutig zur Sache geht und ich aufgrund dessen immer wieder befürchtet habe, die Story wird zur Nebensache, – aber dem ist meines Erachtens nicht so. Im vierten Sammelband ist Autor Garth Ennis wieder mit von der Partie. Im Grunde versammelt dieser Band die Geschichte Badlands und Homo Superior. Jacen Burrows zeichnet sich für Badlands verantwortlich und Leandro Rizzo für Homo Superior. Garth Ennis ist der Autor von Badlands und Jamie Delano von Homo Superior.
Crossed Nr. 4: Badlands
Klappentext:
Outdoor – Overkill
Die Zivilisation wurde überrollt und ist einem postapokalyptischen Albtraum gewichen. Wer nicht in einen blutrünstigen Irren verwandelt wurde, kämpft jeden Tag in der irdischen Hölle ums nackte Überleben. Doch nicht nur in den Städten ist die Lage übel – in den entlegeneren Gegenden der Welt geht es keineswegs friedlicher zu! Überall in dieser hässlichen neuen Welt lauern Grauen, Terror und Tod auf jene, die nicht von der Infektion betroffen sind …
Garth Ennis kehrt zu seinem Endzeit – Schocker „Crossed“ zurück! Dieser gewohnt brutale Sammelband enthält die US – Hefte Crossed: Badlands 1 – 9, geschrieben von Garth Ennis und Jamie Delano, mit Artwork von Jacen Burrows ( Die Chroniken von Wormwood) und Leandro Rizzo (DV8).
Die Reihe Crossed wird in verschiedenen Formaten von Panini auf dem Markt zum Verkauf angeboten. Es gibt die Möglichkeit sich die reguläre Softcover Ausgabe (19,95€), die auf 222 limitierte Hardcover Variante (39,95€) oder die streng limitierte (66 Ausgaben) Hardcover Variante zum Preis von 66,00 Euro zu kaufen.
Ich muss ganz ehrlich gestehen, mir sind knapp 20,00 Euro für diese Ausgabe mehr als genug. Wer sich welche Ausgabe leisten mag, das ist jedem Leser selbst überlassen und sicherlich auch eine Frage des Geldbeutels.
In Crossed #2 und #3 habe ich den Eindruck bekommen, dass sich der Fokus stark auf die Gewaltdarstellung konzentriert. Zwischendurch hatte ich immer wieder das Gefühl, man hätte mehr aus der Handlung herausholen können, aber die Gewalt, das Blut, das Morden, das Eklige steht einfach im Vordergrund. Stellenweise hat mich das dann doch ein wenig abgeschreckt und ich dachte mir, hoffentlich wird Crossed #4 etwas anders.
Nun, es befinden sich 2 Geschichten in diesem Band und die erste Geschichte Badlands hat mir richtig gut gefallen.
Die zweite Geschichte Homo Superior war verhältnismäßig etwas länger aber keineswegs schlecht. Sie wirkt nur nicht so auf den Punkt gebracht wie die erste. Bei Badlands hat mir das Ende besonders gut gefallen, wohingegen bei Homo Superior mir das Ende etwas lasch vorkam.
Badlands:
Die Geschichte Badlands unterteilt sich in drei Kapitel.
- 1. Von der Welt in ihrer Entstehung
- 2. Im kargen Land der Christenheit
- 3. Und formte die dunkle Schale der Welt
In dieser Geschichte ist eine kleine Gruppe durchweg auf der Flucht vor den Gefirmten. Die Gefirmten werden diejenigen genannt, die mordlustig, brutal und ohne ihresgleichen durch die Welt ziehen und morden. Dabei gehen diese dermaßen brutal zur Sache, dass Köpfe, Gedärme, abgehackte Gliedmaßen, Gehirne, oder auch perverse Sexualpraktiken durchaus keine Seltenheit sind. Nicht selten grunzen die Gefirmten Wörter wie zum Beispiel „Fotzenpimmel“ oder „kleiner Penis“ Die Gefirmten sind leicht zu erkennen anhand eines Kreuzes im Gesicht. Dieses mag durchaus als ihr Erkennungsmerkmal verstanden werden.
In Rückblenden erfährt der Leser einiges über die Geschichte von Ian, dem Anführer der Gruppe.
Aufgrund dessen, dass die Gruppe einige Mitglieder verliert und die Gefirmten ihr weiterhin dicht auf den Fersen sind, entsteht eine unglaubliche Spannung. Bis hin zum Ende fragt der Leser sich, wer mag wohl als nächstes Sterben oder die Gruppe verlassen müssen? Zu guter Letzt kann das Ende mit einem sehr interessanten Schluss aufwarten, mit dem man so nicht gerechnet haben mag. An sich hat es die Gruppe schon schwer genug zu überleben, aber das es dann zum Schluss soweit kommt, das ist schon gut gemacht und weiß ungemein zu unterhalten.
Die Zeichnungen von Jacen Burrows gefallen mir in Kombination mit der Farbgebung sehr gut. Ein klarer Strich definiert die Story. Die Zeichnungen sind allesamt hervorragend zu erkennen, Charaktere und Hintergründe sind konsequent gleichmäßig ausgearbeitet. Dabei muss man jedoch sagen, Detailverliebtheit sieht anders aus, wäre aber auch nicht unbedingt passend für diese Story. Hintergründe und Charaktere sind auf das Nötigste für diese Story passend gezeichnet. Egal ob am helllichten Tag oder in der Nacht, die Zeichnungen Wissen zu gefallen und der rote Blutfarbton sticht immer hervor.
In Homo Superior sieht das Ganze dann schon wieder etwas anders aus:
Die Geschichte ist nicht in kleinere Kapitel unterteilt, der Leser sollte diese dementsprechend auch am Stück lesen.
Gregory John Costello ist allein unterwegs auf der Flucht vor den Gefirmten. Sein Leben ändert sich rasch, als er auf die hübsche Steve trifft. Nach und nach erfährt man deren Hintergründe bzw. einige Ausschnitte aus deren Lebensgeschichte. Zwei weitere Handlungsbogen werden parallel zu Steve und John aufgebaut. Leon hat sich mit seiner „Familie“ auf einem Sicherheitsgelände verbarrikadiert. Dort leben sie alle gemeinsam und es ergeben sich allerhand seltsame Vorfälle.
Die jungen Zwillinge Ashley und Ashynne kommen ebenfalls durch diese Gegend. Es kommt alles, wie es kommen muss und alle Gruppierungen treffen irgendwie aufeinander. Dass alles geschieht in Anbetracht der drohenden Gefahr der Gefirmten. Die Gewaltdarstellungen sind meines Erachtens in diesem Teil noch eine Nummer größer als in Badlands. Man sollte bedenken, dass die beiden Teenager Ashley und Ashynne nicht erwachsen sind. Es gibt eine Stelle, da kommen die Gruppierungen an einer Art „Super Diät Camp“ für Kinder vorbei. Es ist meinem Empfinden nach noch mal eine andere Hausnummer, wenn Kinder, auch in Comics, in Mitleidenschaft gezogen werden. Dabei spielt es für mich keine Rolle, dass sie bereits zu den Gefirmten zählen. Generell habe ich den Eindruck bekommen, dass diese Geschichte mit den Geschlechtern freizügiger umgeht als noch die Erste. Nackte Haut wird hier öfters gezeigt, die Gefirmten üben ihre sexuellen Praktiken etwas expliziter aus, als man es vielleicht sehen möchte. Ich möchte dies nicht zu weit ausführen, hier sollte sich der Erwachsene Leser selbst eine Meinung bilden, aber es ist stellenweise für meinen Geschmack doch schon sehr nah an der Schmerzgrenze des erträglichen. Am meisten irritiert haben mich wirklich die Geschehnisse im „Super Diät Camp“. Die schonungslose Darstellungsweise von dicken Kindern, allesamt nackt.
Die Story an sich ist aufgrund dessen, dass hier mehrere Geschehnisse parallel verlaufen etwas vertrackter. Immer wieder wird von einzelnen Charakteren die Vergangenheit etwas näher beleuchtet. Das führt stellenweise zu leichten Verwirrungen. So wusste ich zu Beginn manchmal nicht, welche Vergangenheit hier näher beleuchtet wird. Alles in allem ist die Handlung spannend, aber mit der ersten Geschichte kann diese meinem Empfinden nach nicht mithalten. Diese Geschichte ist auch wesentlich länger als Badlands. Sie kommt meines Erachtens nicht auf den Punkt gebracht einher. Wie ich bereits oben erwähnt habe, hat mich das Ende nicht wirklich befriedigen können, es hat mir der gewisse Überraschungseffekt gefehlt.
Zeichnerisch macht Leandro Rizzo jedoch gute Arbeit. Seine Zeichnungen wirken stets dynamisch und nicht steif. Der Strich in Kombination mit der Farbgebung ist nicht ganz so klar wie bei Badlands. Die Zeichnungen von Jacen Burrows haben mir diesbezüglich besser gefallen.
Alles in allem kann ich Badlands #4 empfehlen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Leser erwachsen sind, härtere Sachen bereits gewöhnt sind, Blut, Gedärme, Gehirn, abgetrennte Körperteile und insbesondere seltsame sexuelle Praktiken sich anschauen können, ohne das sich den Lesern der Magen umdreht.
Wer auf abgeschlossene kurzweilige, harte und blutige Unterhaltung mit einer sehr spannenden und einer etwas weniger spannenderen Geschichte sich anfreunden kann, dem sei die Reihe Crossed, insbesondere Crossed #4, ans Herz gelegt.
Copyright aller verwendeten Bilder © 2011-2013 Avatar Press / Panini.
Diesen Comic könnt ihr hier bei Amazon bestellen.
Guillermo del Toros Intro zum 24. Simpsons Halloween-Special
Am Sonntag läuft das 24. Halloween Special der 25. Simpsons-Staffel und Guillermo del Toro hat ein Intro kreiert, das mit vielen Anspielungen auf die Filmgeschichte aufwartet. Die Kollegen von Moviepilot haben sich mal daran versucht alle Anspielungen zu finden und sie in dem folgenden Video kenntlich gemacht. Gleich nach dem einen Werbespot geht das Video los.
Saga Nr. 1 [Cross Cult, August 2013]
Immer wieder gibt es Comicserien, deren guter Ruf sehr schnell über den großen Teich nach Deutschland kommt. Und dann gibt es Serien die dauern ein klein wenig, bis sie hier überhaupt jemand kennenlernt, wenn er oder sie nicht gerade eingefleischter US-Leser ist. Eine dieser Serien, die eben sehr schnell für ihre Qualität bekannt wurde, und auch dementsprechend bereits ausgezeichnet wurde, ist Saga von Brian K. Vaughan und Fiona Staples. Sehr schnell hatte sich daher Cross Cult die Rechte gesichert und seit Kurzem ist der erste Band in deutscher Sprache erhältlich. Ob sich die Vorschusslorbeeren lohnen oder nicht, könnt ihr jetzt hier nachlesen …
Saga Nr. 1
Eine Geburt ist fast immer ein freudiges Ereignis. Doch manchmal kann es auch Probleme mit sich bringen. Zum Beispiel dann, wenn die zwei Liebenden verschiedenen Stämmen angehören. Als sich die junge Soldatin Alana vom Planeten Landfall in den Krieger Marko vom Mond Ranke verliebt, beginnt eine aufregende Liebesgeschichte an dessen Beginn die Geburt der gemeinsamen Tochter Hazel steht. Dass sich diese beiden gefunden haben, wird von den beiden gegnerischen Parteien nicht gerne gesehen und so wird eine gnadenlose Jagd auf die junge Familie gestartet. Aber Alana und Marko haben nicht nur Feinde, sondern finden auch sehr schnell Freunde und Unterstützung. Dennoch wird das Leben auf der Flucht vor dem Militär, der Regierung und Söldnern, alles andere als leicht …
Brian K. Vaughan ist nicht nur ein mit dem Eisner-Award ausgezeichneter Autor, sondern auch ein Ausnahmetalent. Dies konnte er bereits durch seine Arbeit an „Y: The Last Man“ unter Beweis stellen. Bei Saga zeigt er erneut, dass ausgefeilte Charaktere, sympathische Figuren, filigrane Welten und mitreißende sowie actiongeladene Spannung bei ihm kein Zufall sind. Er nimmt den Leser von der ersten Seite an gefangen und führt ihn sorgsam in eine Welt ein, die faszinierender kaum sein könnte. Wer hinter Saga einfach nur eine von vielen und typischen Science-Fiction-Serien vermutet, wird enttäuscht werden. Vielmehr ist Saga eine bunte und gelungene Mischung aus Science-Fiction, Fantasy, Comedy und Romantik mit einer ganzen Portion Action. Vaughan führt den Leser nicht einfach nur an der Hand durch ein buntes Abenteuer. Nein, er wirft ihn in eine chaotische und liebenswerte Welt und lässt ihn sich darin selbst zurechtfinden. Und dies funktioniert von Anfang, bis Ende sehr gut.
Nicht ganz unbeteiligt an diesem Erfolg, der Serie, sind natürlich auch die grandiosen Zeichnungen der Kanadierin Fiona Staples. Sie mischt klassische Science-Fiction-Elemente mit Fantasy und erschafft so neue Figuren, die einem dennoch irgendwie bekannt vorkommen. Ihr Artwork ist detailliert, ohne sich dabei in Kleinigkeiten zu verlieren. Sie scheut sich auch nicht, sowohl Gewalt, als auch Sexualität explizit darzustellen, wenn sie notwendig ist. Dennoch sind diese Elemente niemals nur Mittel zu Zweck. Vielmehr sollen sie die Geschichte unterstützen und farblich ausschmücken.
Apropos Farben. Staples bevorzugte Farbpalette sind die Erdfarben, und das merkt man auch an Saga. So dominieren die ruhigen und sanften Erdtöne. Dennoch lässt es sich die junge Frau nicht nehmen auch mit poppigen und knalligen Farben zu experimentieren, um den Fantasy-Science-Fiction-Charakter der Serie zu unterstreichen. Aber dabei achtet sie stets darauf, keinen bunten Farb-Brei zu fabrizieren und den Leser damit zu verwirren.
FAZIT:
Es gibt nur wenige Serien, bei denen man sagen kann, dass man etwas verpasst, wenn man sie nicht liest. Saga ist eine davon. Wer schon immer eine Serie gesucht hat, die anders und trotzdem faszinierend ist, der sollte bei Saga unbedingt zuschlagen. Diese Serie hat einfach alles zu bieten, was eine gute Geschichte benötigt. Sympathische Figuren, spannende Geschichten und atemberaubende Welten. Auch wenn man, wie ich, mit Science-Fiction nicht so sehr viel anfangen kann, wird an Saga seine Freude haben. Eben genau deshalb, weil es nicht typisch Science-Fiction ist, sonder sehr viel mehr bietet. Und dieses Mehr, darf man sich in diesem wunderbaren Hardcover, welches ein wenig größer ausfällt, als das Cross Cult-typische Format, wie man es unter anderem von The Walking Dead kennt, sehen lassen. Zwar fällt das Zusatzmaterial mit „nur“ einem Interview mit Fiona Staples eher dünn aus, aber dennoch ist der Band seine 22 Euro ohne Einschränkungen wert.
Copyright aller verwendeten Bilder © 2013 Image Comics / Cross Cult
Hammerharte Horrorschocker # 31: Phantome im Paradies und andere Horrorgeschichten. [Weissblech, Februar 2013]
Immer wieder gerne lese ich die Horrorschocker Hefte aus dem Weissblech Verlag.
Wie gewohnt findet Fährmann Charon seine Zeit, um uns geneigten Lesern mit drei neuen Geschichten des Horrors zu unterhalten.
Hammerharte Horrorschocker #31
Das Heft enthält auf 36 Seiten in Farbe folgende drei Geschichten:
- Oh, Prinzessin!
- Phantome im Paradies
- Der Thron der Erdmutter
Oh, Prinzessin!:
Die Geschichte spielt in einer vergangenen Zeit. Isabella wächst zu einer gnadenlosen Herrscherin heran. Viele von ihrem Volk werden unter ihrer Herrschaft leiden müssen. Der Hofmagier Magus versucht sie vor einem Aufbegehren des Volkes zu warnen, doch als Dank dafür lässt Isabella ihn in einen Käfig sperren und als Futter für die Vögel bis zum Tode verrotten. Die Geschichte ist damit jedoch noch lange nicht zu Ende.
Das Storytelling dieser Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Quasi als eine Art Rückschau wird die komplette Geschichte mit einem sehr interessantem Ende dem Leser näher gebracht. Die Pointe am Schluss dieser ersten Geschichte, ist mehr als gelungen. Zeichnerisch ist wie immer bei Levin Kurio (Text, Zeichnungen, Farbe) alles in bester Ordnung. Zeichnungen und Farben harmonieren gekonnt mit der interessanten Darstellungsweise der Geschichte. Sehr gut haben mir die Anordnungen der Texte gefallen. Sprechblasen in Weiß, Begleittext in Cremefarben.
Phantome im Paradies:
Man hat den Eindruck, diese Geschichte spiele in einem idyllischen Vorort irgendwo entfernt von Amsterdam. „Die große Stadt mit ihren belebten Grachten und den breiten Kanälen ist weit weg…“
Die Landschaft ist ruhig und idyllisch, doch der Schein trügt. Eine fremde Gruppe dunkel gekleideter Männer mit Masken auf macht die Gegend unsicher und sorgt bei den Bewohnern für Unwohlsein. Henk, pensionierter Polizist, nimmt sich dieser Sache an.
Diese Geschichte wirkt wie aus einem Guss, nur das Ende hat mit, auch wenn es irgendwie passt, irritiert. Das ist auch der einzige Kritikpunkt (falls es überhaupt ein Kritikpunkt ist) an dieser Geschichte, wusste ich doch beim ersten Lesen das Ende nicht so Recht einzuordnen. Es dauerte irgendwie ein wenig, biss sich mir das Ende in Bezug auf die gesamte Story vollkommen erschlossen hat. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass dieser Storytwist am Ende überhaupt nicht vorherzusehen ist.
Zeichnerisch absolut Klasse umgesetzt. Die schwarz gekleideten Männer mit den Masken entfachen durchgehend eine bedrohliche Stimmung. Die geniale Erzählweise trägt der unheimlichen Stimmung gekonnt bei. Diese Geschichte hätte meinem Empfinden nach durchaus 1 bis 2 Seiten länger ausfallen können.
Der Thron der Erdmutter:
Wolfgangs Psychotherapeutin gibt ihm den Tipp sich auf der Insel Moja Moja eine großzügige Auszeit zu gönnen und sein Leben zu verändern. Auf dieser Insel gibt es eine exklusive Kommune, dieser tritt Wolfgang bei. Anfangs noch schockiert über die einfache Lebensweise der Kommune, rückt das Fest der Erdmutter immer näher. Was hat es mit diesem Fest bloß auf sich?
Die Story fängt sehr interessant an. Eine Insel in den tiefblauen weiten des Ozeans, das ist Moja Moja. Die Zeichnungen von The Lep wirken etwas statisch, was aber nicht weiter störend wirkt. Etwas schade ist, dass mich die Erdmutter nicht richtig überzeugen konnte, irgendwie habe ich von ihr mehr erwartet. Alles in allem gefällt mir diese Geschichte dennoch sehr gut, ist die Story an sich sehr interessant, flüssig erzählt und in sich stimmig.
Diese Ausgabe ist wie gewohnt auf dem bekannten und beliebtem matten Papier gedruckt. Aufmerksame Leser haben eventuell mitverfolgt, dass einige Weissblechausgaben (#28,#29 und auch WWC 21) auf leicht matterem Papier gedruckt wurden und die Ausgabe #30 dann letztendlich versuchsweise auf glänzendem Papier.
Wie dem auch sei, Papier ist Papier. Alle drei Geschichten wissen den Leser zu Unterhalten, und das in gekonnt guter Weissblech Qulität. Das Heft enthält meines Erachtens nach keinen Lückenfüller und ist somit uneingeschränkt für den genialen Preis von 3,90 Euro zu empfehlen.
Dieses Heft könnt ihr bei jedem gut sortierten Comicshop oder direkt beim Verlag erwerben.
Copyright aller verwendeten Bilder © 2013 Weissblech Comics.
Welten des Schreckens #6 [Weissblech, Dezember 2012]
Endlich mal wieder habe ich mir die Zeit für ein frisches Weissblech Heft genommen. Diesmal ist es die aktuelle Welten des Schreckens Ausgabe Nummer sechs.
Viel Spaß beim lesen.
Welten des Schreckens #6
Geschichten:
Welten des Schreckens 6
Wenn Toltemeki träumt
Autor: Levin Kurio
Zeichner: Kolja Schäfer
Tag X
Autor, Zeichner, Colorist: Levin Kurio
Reinzeichnung: Roman Turowski
Sie kommen in Frieden!
Autor, Zeichner, Colorist: Levin Kurio
Reinzeichnung: Roman Turowski
Von Menschen und Göttern
Autor, Zeichner, Colorist: Levin Kurio
Widerstand ist zwecklos!
Autor, Zeichner: Levin Kurio
Colorist: Marte Kurio-Deiterding, Levin Kurio
…Ungeziefer!
Zeichner: Lep
Autor, Colorist: Levin Kurio
Diese Ausgabe ist im Dezember 2012 erschienen, kurz vor dem 21.12.2012.
Aus aktuellem Weltuntergansanlass befasst sich diese Ausgabe explizit mit Aliens. Was, wenn SIE kommen? Erfahrt das und mehr in diesem apokalyptischen Alien – Invasions – Extra!
Wenn Totemeki träumt, in dieser Geschichte geht es um ein primitives Volk, welches eine seltsame Entdeckung macht. Kukulcan, ein außerirdischer (oder Gott?!) ist mit seinem Raumschiff abgestürzt. Er macht sich das primitive Volk zu seinen Untertanen, so dass diese ihn verehren und vergöttern. Durch Opfergaben ergeben sich für Kukulcan Möglichkeiten den Menschen zu studieren. Das Volk wächst, bis Kukulcan seine Arbeit auf der Erde erledigt hat und wieder ins All verschwindet.
Als ich diese erste Geschichte (alleinstehend für sich?!) gelesen habe, wirkte ich zuerst etwas enttäuscht. Ich hatte mehr erwartet, irgendeine Pointe oder etwas was mich fasziniert. Nun ich habe weitergelesen und wurde eines besseren belehrt.
Tag X hat mich anfangs ein wenig an Tomb Raider oder Indiana Jones erinnert. Zumindest strömte zu Beginn dieser Geschichte dieses typische Indiana Jones/ Tomb Raider Feeling auf mich aus. Das empfand ich als ziemlich cool. Und schon ein paar Seiten weiter wurde mir klar, dass die erste Geschichte mit dieser hier zusammenhängt. Das wiederum machte es umso interessanter und auch spannender.
In Tag X und Sie kommen in Frieden!, strömen die Aliens auf die Erde. Und schon bald wird einem klar, dass Kukulcan wieder aufgetaucht ist. Kukulcan gehört zu dem Volk der Hunab. Aber schon lange bevor das Volk Hunab die Erde betreten hat, wussten die Faal bereits Bescheid.
In von Menschen und Göttern geht es um genau diesen Konflikt der zu beginnen droht.
Die Aliens (Götter?!) und die Menschen fangen an sich zu bekriegen. Was genau hat es mit den Faal auf sich? Aliens und Menschen verbünden sich, doch kämpfen die Menschen auf der richtigen Seite?
In Widerstand ist zwecklos! wird alles zunichte gemacht. Diese Story ist absolute Kriegsstory. Schlachten, Explosionen und Aliens. Zu guter Letzt sollen die Menschen die Erde auch noch aufgeben!
Als mir kla
r wurde, dass alle Geschichten miteinander verknüpft sind, empfand ich große Freude beim lesen.
Am besten hat mir der Schluss der letzten Geschichte … Ungeziefer! gefallen.
Hier wird einmal mehr deutlich, wie sehr die Sichtweise der Dinge die Situation verändern kann. Absolut klasse. Genau das habe ich mir anfangs bei der ersten Geschichte gewünscht. Genau dieses Erlebnis von „Aha, so ist das, oder Wow, krass, hätt ich nicht gedacht…“
Mit diesem genialem Abschluss, der alle Geschichten miteinander verbindet, schafft es das Heft einen nachhaltigen Eindruck auf den Leser zu bewirken. Und somit bin ich vollends mit der aktuellen Weissblech Ausgabe Welten des Schreckens #6 zufrieden.
Zeichnerisch ist alles wie gehabt. Wer Horror Schocker Ausgaben kennt, oder auch andere Welten des Schreckens Ausgaben, der weiß was einen hier in zeichnerischer Hinsicht und Qualität erwartet. Dennoch wirken die Zeichnungen stellenweise etwas plump, verbreiten jedoch diesen typischen coolen und vor allem zur Geschichte passenden Trash Charme. In dieser Ausgabe gibt es genügend Action, Dramatik und Sozialkritik, ja gar Satire ist vorhanden.
Alle Weltuntergansfreunde dürften an diesem Comic Heft freudig erregt mit den Aliens kommunizieren und weitere Welten des Schreckens Ausgaben bei der nächsten Comic Bestellung ordern.
Copyright aller verwendeten Bilder © 2012 Weissblech Comics.
Halloween Special Review (2): Simpsons Comics Sonderheft #16: Bart Simpsons Horrorshow [Panini, Oktober 2012]
Weiter gehen die Halloween Review Specials mit dem gelben Wahnsinn aus Springfield…
Simpsons Comics Sonderheft #16: Bart Simpsons Horrorshow
Wie jedes Jahr so beschenkt auch 2012 Panini mit einer neuen Bart Simpson Horrorshow die deutschen Simpson-Fans.
Das Spektakel beginnt mit einer gelben Version von Nosferatu in der Bart sein Baumhaus an Homers Chef abtreten soll, damit die Simpsons nicht in Geldnot geraten und Barts Comics veräußern müssten. Doch Mr. Burns, hier als Graf Burlok unterwegs, hat ein gefährliches Geheimnis …
Die zweite Geschichte widmet sich den aktuell sehr beliebten Zombies. Nachdem Bart bei einem Brettspiel gewinnt, fordert er seine Familie auf, ein Rollenspiel in voller Kostümierung auf dem Mount Springfield abzuhalten. Dabei wird Marge schwer verletzt und bekommt eine Kadaversehne implantiert, die kurz darauf seltsame Gelüste in ihr weckt …
Den Abschluss bildet eine Geschichte, in der Bart seine Neugier einfach nicht zügeln kann. Denn nachdem Er ein mysteriöses drittklassiges Comicheft auf einem Flohmarkt erwirbt, kann er es einfach nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichten darin sind so seltsam, abstossend und dennoch faszinierend, dass er, als er feststellt, dass die letzte Seite fehlt, sich auf die Suche nach dem Zeichner macht, um dieses letzte Rätsel zu lösen. Doch er weiß nicht, worauf er sich einlässt …
Drei Geschichten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, versammeln sich in diesem Heft. Die erste Geschichte ist fast schon klassischer Horror, der auch entsprechend bebildert ist, denn die Parodie auf Nosferatu wird in einem stummfilm-artigen Bildstil geschildert, der einfach nur grandios ist. Dazu gehört auch das die Texte auf Bildtafeln zwischen den einzelnen Panels dargestellt werden und die Panels selber nur mit ganz sanften Farben aufwarten. Meist sind es hauchfeine Grün-, Grau-, Braun-, Gelb- und Blautöne, welche den Stil noch untermauern. Die Geschichte an sich ist fast typisch für das 19. Jahrhundert. Keine großen visuellen Schockmomente, denn das meiste soll sich im Kopf des Lesers abspielen.
Die zombifizierte „Marge of the Dead“ hat noch einen relativ gemäßigten Stil, sprich, er orientiert sich visuell noch sehr nah an den bekannten Simpsons. Dennoch gibt es auch hier kleine Stiländerungen, die aber sofort ins Auge fallen. So sind zum Beispiel alle Figuren von sehr dominanten und kräftigen Outlines umgeben, wodurch ein gewisse Perspektive erzeugt wird. Denn je näher dieser Protagonist am Betrachter bzw. Leser „steht“, umso kräftiger sind seine Outlines.
Von der Geschichte her wird leider nur durchschnittliche Zombiekost geboten. Schon ab dem Moment, wo von der Kadaversehne gesprochen wird, weiß man als Leser, worauf dies hinauslaufen wird. Da wird von Autorin Jane Wiedlin nur sehr wenig Kreativität geboten. Zum Glück muss man aber auch sagen, dass es wenigstens nicht langweilig präsentiert wird.
Visuell mit am außergewöhnlichsten ist die letzte Geschichte. Denn während Barts Erlebnisse im fast typischen Simpson-Stil dargestellt werden, kommen die Geschichten, welche Bart in dem Comic liest, in den bekannten 50er und 60er Jahre Horrorcomicstil daher. Das gefällt mir persönlich sehr gut. Vor allem weil dieser Stil inklusive verrutschtem Druckmuster, leicht vergilbten Seiten und dem auffälligen Punktdruck sehr authentisch herüberkommt.
Storytechnisch ist es natürlich, wie zu erwarten, auch ganz typische Horrorkost aus der Mitte des letzten Jahrhunderts. Eine Geschichte, die sich langsam aufbaut und dann mit einem großen Knall endet. Nicht schlecht, aber auch nicht überraschend.
FAZIT:
Diese 16. Ausgabe der Bart Simpsons Horrorshow kann, wenn man es genau nimmt, nur visuell wirklich überzeugen. Zwar sind die Geschichten nicht schlecht, aber leider auch nicht besonders innovativ oder überraschend. Dennoch bin ich sehr angetan, gerade weil mir eben diese klassischen und irgendwie tausendfach bekannten Storymuster immer wieder gefallen können. Wenn dies dann auch noch grafisch so gut unterstützt wird wie hier, dann ist das in meinen Augen schon so gut wie ein Hauptgewinn. Aber dies ist mein persönlicher Geschmack.
Wer sich ebenfalls von solchen Geschichten auch heute noch fesseln lassen kann, der sollte allein wegen der wirklich sehr guten Bilder auf jeden Fall einen Blick riskieren.
Copyright aller verwendeten Bilder © 2011/2012 Bongo Comics / Panini
Halloween Special Review (1): Whoa! Horror #1 [Plem Plem Productions, Mai 2012]
Heute ist Halloween und was liegt da näher, als sich mit ein wenig Horror und Grusellektüre zu befassen. Deshalb bekommt ihr heute die volle Dosis, in Form von drei Halloween Reviews …





















Whoa! Horror #1