DC Comic Klassiker (2): Batman: Schatten über Gothams Vergangenheit [Carlsen, August 1990]

Auch heute wage ich wieder einen Blick in die Vergangenheit des DC-Universums, oder besser gesagt, von Batman. Und Vergangenheit kann man hierbei sogar wortwörtlich nehmen. Was passiert wenn der Mitternachtsdetektiv auf das Monster aus London trifft…?

Batman: Schatten über Gothams Vergangenheit

Ende des 19. Jahrhunderts. In London geht Jack the Ripepr um und verbreitet Angst und Schrecken. Doch nicht nur der Ripper ist gerade in Lodnon unterwegs. Auch Bruce Wayne ist am Ende einer 5-jährigen Odyssee in London angekommen. Nachdem er in fast ganz Europa bei diversen Lehrmeistern seine Fähigkeiten erweitert hat, will er nur noch zurück nach Gotham City. Die Stadt in der seine Eltern den Tod durch einen Wegelagerer fanden. Aber er ist nicht der einzige mit dem Ziel Gotham City. Auch dem Riper wird das Pflaster in London zu heiß und er sucht sich ein neues Betätigunsfeld. In Gotham City angekommen streift Bruce auch sofort sein Kostüm über um die inzwischen rasend gewachsene Stadt zu säubern, und auch der Ripper legt frischen Werkes los. Leider fällt dadurch auch das zeitgleiche Zusammentreffen der Morde mit Waynes Rückkehr auf, und die Tatsache das er auch zu jener Zeit in London war, als die mysteriösen Morde geschahen. Somit steht der Täter für Polizeichef Tolliver fest und es kommt zur Festnahme und Verhandlung von Bruce Wayne als angeklagter Ripper. Jetzt kann er nur noch mit Alfreds Hilfe seine Unschuld beweisen und den wahren Ripper entlarven…
FAZIT:
Eine wirklich toller und rundum gelungener Thriller im Batmanuniversum wird hier von Brian Augustyn und Mike Mignola dargeboten. Batman, den großen Mitternachtsdetektiv auf den mysteriösesten Serienmörder der britischen Kriminalgeschichte treffen zu lassen ist zum einen gewagt, und zum anderen eigentlich auch eine logische Schlussfolgerung. Wer sonst wäre besser dazu in der Lage das „Geheimnis“ um den Ripper zu lüften. Das Setting die Figuren, die Zeit, einfach alles ist in sich stimmig, sogar Mignolas Stil passt fast perfekt zur Geschichte. Doch ein großes Manko findet sich dennoch. Die Auflösung um den Ripper ist doch stark konstruiert, nur schlecht nachvollziehbar und irgendwie unlogisch und unglaublich.
Sieht man mal von den letzten paar Seiten ab in der das Rätsel gelöst wird, ist „Schatten über Gothams Vergangenheit“ ein spannender Thriller. Der Schluss jedoch verdirbt dann leider einen Großteil des Vergnügens.

Auch dieser Klassiker ist über die üblichen Plattformen wie Ebay, Comic-Marktplatz oder diverse Marktplätze in Comic-Foren zu Preisen zwischen 5 und 25 Euro, je nach Zustand, zu finden.

Marvel Comic Klassiker (1): Marvel Comic Exklusiv Nr. 8: Die Neuen Mutanten – Als die Macht kam [Condor, April 1990]

Condor hat mit seiner Marvel Comic Exklusiv-Reihe (neben der Epic Comic Collection) ein Format im Sortiment gehabt, welches sich ein wenig von dem üblichen „Comic-Kram“ abheben wollte. Noch nicht ganz „Comics für Erwachsene“ aber dennoch etwas reifer und anspruchsvoller als die bekannten „Kinder-Comics“. Dies sollte sich nicht nur durch die Auswahl der Comics zeigen sondern auch durch die Gestaltung, die Aufmachung und den Preis. Schon damals waren 7,80 DM für Kinder nicht so leicht zu entrichten. Die sonst üblichen „Kinder-Comics“ lagen doch preislich eher um die 2,00 DM. Das Condor mit dieser Entscheidung nicht so falsch lag zeigte sich auch im Erfolg der Reihe. Bekannte Charaktere wie Spider-Man, Die Rächer, Thor, die X-Men waren hierbei nicht nur als Zugmaschine gedacht, sondern boten dadurch auch einigen unbekannteren oder besser gesagt für Deutchland schwächeren Charakteren die Möglichkeit einer Plattform. So brachte es der Silver Surfer auf drei Auftritte innerhalb der Serie und auch Conan der Barbar konnte vier Alben für sich verzeichnen.
Weil auch neue Teams eine würdige Plattform benötigen um sich zu präsentieren, hat sich Condor entschieden die Graphic Novel mit der Origin der New Mutants in Deutschland in diesem Format unterzubringen…

Marvel Comic Exklusiv #8: Die Neuen Mutanten – Als die Macht kam
[US-Marvel Graphic Novel #4: The New Mutants (Oktober 1982)]

Die X-Men gelten als tot (obwohl sie nur im Weltall verschollen sind) und Charles Xavier ist am Boden zerstört, weil sein Traum das Leben derer gekostet hat, welcher er eigentlich beschützen wollte. Doch jede Tragödie birgt auch die Chance für einen Neuanfang.
Alles beginnt damit, das Moira MacTaggert in ihrer Heimat, dem schottischen Hochland eine Gestaltwandlerin über den Weg läuft die von ein paar Einheimischen gejagt und angeschossen wurde. Bei dem Mädchen handelt es sich um Rahne Sinclair, welche Moira schon vor ein paar Jahren als Ärztin entbunden hat. Nun da sich Rahne in der Pubertät befindet scheinen sich ihre Mutantenkräfte zu offenbaren. Ähnlich geht es Roberto DaCosta, der gerade bei einem Fussballturnier in Brasilien sein Bestes gibt, als er gefoult wird. Doch niemand scheint das Foul zu bemerken und Roberto stellt den Übeltäter zur Rede, der daraufhin auf Roberto einschlägt. Doch plötzlich beginnt sich Roberto zu verändern. Er wird stärker und verwandelt sich in eine Art schwarzes Energiewesen. Die Zuschauer sind entsetzt ob des Monsters auf dem Spielfeld und flüchten Panikartig aus dem Stadion. In Kentucky hingegen tritt Sam Guthrie seinen neuen Arbeitsplatz in den appalachischen Kohleminen an nachdem sein Vater an einer Staublunge verstarb und er nun für die Familie sorgen muss. Schon am ersten Tag passiert was nicht passieren darf. Ein Stollen stürzt ein und droht Sam mitsamt dem Vorarbeiter zu begraben. Aber auf einmal verspürt Sam eine seltsame Energie in seinen Beinen die plötzlich wie ein Düsentriebwerk anfangen zu brennen. Schell kann er so sich und den Vorarbeiter in Sicherheit bringen. In der Zwischenzeit macht in den Medicin Bow Mountains in Colorado, Danille Moonstar die Erkenntnis das sie für sich und ihre Kräfte einen Mentor benötigt. Als dann auch noch ihr Großvater getötet wird hat sie keine andere Chance mehr.
Auch im Institut bei Charles Xavier wo inzwischen Moira mit Rahne eingetroffen ist und dort die Bekanntschaft von Xi’An Coy Manh macht sind die neuen Mutanten nicht verborgen geblieben. Sofort machen sich Xavier, Moira, Rahne und Xi’an in zwei Gruppen auf den Weg nach Colorado und nach Brasilien um Danielle und Roberto in Sicherheit zu bringen. Doch ganz so einfach wird das nicht werden, vor allem weil sich Donald Pierce vom Hellfire-Club einmischt und alle Mutanten vernichten will.
Ob die neuen Mutanten es wollen oder nicht. Dies wird ihre erste große Bewährungsprobe werden, als Xavier von Pierce entführt wird…
FAZIT:
Diese Graphic Novel leutete eine neue Mutanten-Ära im Marvel-Universum ein. Ein neues Team, auch noch unerfahren und unsicher wie die X-Men zu ihren Anfängen, und dennoch vollkommen anders. Der damalige Meister des X-Universum Chris Claremont schafft es zusammen mit dem Zeichner Bob McLeod Charaktere zu präsentieren die man sofort ins Herz schließt. Auch das Xavier und Moira hier als eine Art Ersatzeltern fungieren trägt zu diesem Gefühl bei. Im Großen und Ganzen ist diese Origin zwar nichts besonderes, gerade aus heutiger Sicht, aber dennoch hat sie einen ganz besonderen Reiz. Wie bei vielen Marvel-Charakteren stehen nicht nur die Figuren un deren Heldentaten im Vordergrund, sondern auch das Zwischenmenschliche und die nur allzu menschliche Fehlbarkeit eines jeden Menschen.
Auch die zweite Kurzgeschichte aus Classic X-Men #36 die sich mit Moiras Vergangenheit und ihrer Art der Vergangenheitsbewältigung auseinandersetzt als es um den Verlust ihres Sohnes Kevin geht.
Beide Geschichten sind spannend und dramatisch und geizen nicht mit guten bis sehr guten Zeichnungen. Auch bei der Präsentation hat sich Condor nicht lumpen lassen. Gemäß ihrer Vorzeigereihe Marvel Comic Exklusiv sind die Alben Überformat und auf Kunstdruckpapier schon ein Glanzstück an sich. Bei der Übersetzung hat Condor, in diesem Fall Michael Nagula, auch ganze Arbeit geleistet. Es werden fast ausschließlich Originalnamen verwendet und nicht wie es sonst, bzw. gerade in der Anfangszeit, üblich war irgendwelche wirklich bescheuerten Eindeutschungen verwendet.
Insgesamt ist dieser Band durchaus etwas ganz besonderes, wenn man sich denn auf ein neues Team im X-Universum un dessen Entstehung einlassen möchte.

Um nun auch in den Genuss dieser Lektüre zu kommen muss man schon den Comic-Marktplatz, die Marktplätze in diversen Comicforen oder Ebay zu Rate ziehen. Mit etwas Glück kann man dieses Schmuckstück für durchschnittlich 5 Euro erwerben.

Doubt #1 [Carlsen, Oktober 2010]

Psychothriller sind ein gerne genutztes Genre nicht nur im Film oder Romanbereich, auch ein paar Mangas haben sich schon daran versucht. Teilweise sogar sehr erfolgreich. Doch noch immer fristet dieses Genre neben den ganzen Romantik, Science-Fiction, Cyberpunk und Love-Comedys ein Nischendasein. Daher ist es umso erfreulicher, wenn mal wieder ein Vertreter dieses Genres das Licht der Welt erblickt. Noch erfreulicher ist es aber, wenn es auch ein guter Vertreter seiner Art ist. „Doubt“ versucht dieser Erwartung auf jeden Fall gerecht zu werden…

Doubt #1

„Rabbit Doubt“ ist das aktuelle und extrem populäre Online-Spiel. In diesem Spiel ist jeder Teilnehmer ein Hase, doch einer dieser Hasen ist ein verkleideter Wolf. Nun müssen alle echten Hasen den falschen ermitteln, wobei der Falsche natürlich von seiner Fährte ablenken muss ohne sich dabei selber verdächtig zu machen.
Nun nach ein paar Spielen wollen sich die Teilnehmer einer Runde treffen. Dazu gehören unter anderem die zwei Freunde Yu und Mitsuki, der etwas undurchsichtige Eiji, die seltsame Haruka und die Behinderte Rei. Leider nicht zu dem Treffen kommen kann Hajime, aber nichtsdestotrotz gehen sie alle zusammen in eine Karaokebar, wo sie ausführlich feiern. Dort wird auch Rei Geheimnis gelüftet. Rei ist ein ehemaliger Fernsehstar. Sie hatte die Fähigkeit andere über das Fernsehen zu hypnotisieren. Doch irgendwann war es mit ihrer Karriere vorbei, auch wegen schlechter Publicity und Betrugsvorwürfen. Dies konnte die damals so junge Rei nicht verkraften und stürzte sich vor einen LKW. Sie überlebte schwer verletzt und sitzt seitdem im Rollstuhl. Da sie aber ihre Vergangenheit lieber geheimhalten wollte und die anderen lieber sie als Mensch akzeptieren sollten kommt es zu einem kleinen Streit an dem Eiji nicht ganz unschuldig ist.
Nachdem sich die Lage wieder etwas beruhigt hat, stellen alle verwundert fest das Eiji verschwunden ist. Yu macht sich auf die Suche nach ihm und glaubt ihn in der Toilette gefunden zu haben. Dort jedoch wird er von einem Unbekannten mit Hasenkopf niedergeschlagen. Als er wieder zu sich kommt ist er gefangen mit Mitsuki und dem nicht zum Treffen erschienen Hajime. Auch Rei ist im Nachbarraum. Doch sie ist einem grausamen Mord zum Opfer gefallen und hängt leblos an einer Wand aufgespiesst, ihr Rollstuhl ist zertrümmert.
Yu bringt Mitsuki wieder in den anderen Raum, als sich plötzlich die Tür öffnet und Haruka auftaucht. Und so stellen die vier fest, das offenbar jeder von ihnen einen Strichcode am Körper trägt, mit dessen Hilfe man die Türen öffnen kann. Leider funktioniert jeder Strichcode nur ein einziges Mal. Also versuchen sie den Rest des Komplexes zu erkunden und treffen dabei auf Eiji, der aber wiederum nur auf eigene Faust handelt, was das Team dazu bringt in einzusperren.
IN dieser Verzweifelten Lage müssen sie nun feststellen, das sie nur noch zwei mögliche Schlüsselcodes haben, aber vier Türen die noch zu öffnen sind, inklusive derer hinter der sich der eingesperrte Eiji befindet. Hinter einer der möglichen Türe finden sie einen Monitorüberwachungsraum in dem eine als Hase verkleidete Person vor den Bildschirmen sitzt. Handelt es sich dabei um den Täter, oder ist er ebenfalls ein Opfer dieses grausamen Spieles…?
FAZIT:
„Doubt“ ist ein psychopathischer und klaustrophobischer Horrorthriller der geschickt mit den Ängsten des Lesers spielt. Dabei scheint nichts so zu sein wie es Anfangs den Anschein hat. Kranke Psychospielchen, Leichen, und eine fast SAW-ähnliche Atmosphäre mit dunklen und geheimnisvollen Schauplätzen bilden dabeidie Grundlage für dieses Survival-Game. Dabei wird weniger auf eine explizite Gewaltdarstellung als mehr auf psychologischen Horror mit gezielten Schockmomenten gesetzt.
Die Zeichnungen sind Mangatypisch aber dennoch sehr realistisch inklusive ein paar SD-Einlagen die das Geschehen auflockern. Die Geschichte ist spannend und durchgehend flüssig erzählt und so das die über 200 Seiten wie im Flug vergehen und man einfach wissen möchte wie es den Überlebenden weiter ergeht.

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Fringe #1: Der Anfang [Panini, Mai 2011]

Anders als beispielsweise „Human Target“ basiert „Fringe“ nicht auf einer existierenden Comicserie. Nichtsdestotrotz hat man ja immer noch die Möglichkeiten aus einer erfolgreichen TV-Serie eine Comicserie zu machen um entweder Geschichten zu erzählen die in der Serie nicht möglich sind, oder um einfach nur ein wenig Geld zu scheffeln. Bei den Heroes und Supernatural hat das schon ganz gut geklappt, warum also sollte es nicht auch bei Fringe funktionieren?
Wie auch schon bei den anderen beiden Serien versucht man bei Fringe die TV-Serie zu ergänzen, indem z.B. Vorgeschichten und Zwischenerlebnisse präsentiert werden, die sowohl alleine gelesen werden können, als auch im direkten Zusammenhang mit der TV-Serie diese um viele Sichtweisen und Informationen ergänzen…

Fringe #1: Der Anfang

Walter Bishop beginnt gerade sein Lehramt an der Harvard Universität und lernt dort den engagierten jungen William Bell kennen. Anfangs sind sich die beiden (auch weil sie alterstechnisch garnicht so weit auseinander sind) nicht wirklich grün, doch schnell entwickelt sich nicht nur wissenschaftliche gemeinsame Interessen, sondern auch Freundschaft.
Es dauert also nicht lange, bis die Forschungen der beiden auf das Interesse einer seltsamen Institution stösst und beide angeheuert werden für das Unternehmen zu arbeiten. Auf der abgelegenen Forschungsstation in Alaska treffen die beiden auch auf andere Wissenschaftler wie z.B. die junge Dr. Rachel Matheson und auch ein paar Wissenschaftler deren noch lebende Köpfe in Gläsern konserviert wurden.
Bish und Bell flüchten mit Hilfe von Rachel, die dabei leider ihr Leben verliert und beide beschliessen ab sofort nicht mehr für irgendwelche dubiosen Firmen zu arbeiten.
Kurz darauf bekommen sie Besuch von einer Regierungsbehörde, welche mit Blaupausen eines unbekannten Gerätes die beiden genialen Wissenschaftle aufsucht. Bishop und Bell wollen zuerst nicht, haben aber leider keine Wahl, und so konstruieren sie jenes Gerät, was sich als Zeitmaschine entpuppt und die beiden bei einem Testlauf ins Nazideutschland im April 1945 verschlägt. Schnell finden die beidne mithilfe von Bishops Vater heraus, das die Nazis ebenfalls eine solche Zeitmaschine erfunden haben um Hitler und seine Geliebte Eva Braun in die Zukunft zu teleportieren. Doch Bish hat in die Maschine eine Versicherung eingebaut so das Hitler nicht in der Zukunft landet, sondern im Mesozoikum bei den Dinosauriern. Auch Bish und Bell gelingt kurz darauf die Flucht in ihre Zeit, und die Zeit vergeht bis Walter Besuch in der Nervenheilanstalt von einer jungen Dame erhält…
Ausserdem gibt es noch fünf Bonuskurzgeschichten rund aus dem Fringe-Universum welche direkt und indirekt mit dem Schema und Massive Dynamic verbunden sind.
FAZIT:
Der erste Comicausflug in die Welt von Fringe ist rundum gelungen. Tolle atmosphärische Zeichnungen und eine Geschichte die sich prima in die Chronologie der Serie eingliedert. Ausserdem sind im Comic Erzählungen möglich die in der Serienform nur schwer oder sehr teuer umzusetzen sind (Hitler bei den Dinos zum Beispiel), und so nutzen die Autoren und Zeichner die unbegrenzten Möglichkeiten des Mediums schon sehr gut, aber bei weitem noch nicht perfekt.
Auch gelungen finde ich persönlich die Tatsache das die Geschichte auch ohne Serie funktioniert, genauso wie die Serie ohne das Comic funktioniert, und dennoch finden Serienfans und Comicfans Anspielungen, Tipps und mehr in beiden Medien wieder.
Die begleitenden 5 Bonuskurzgeschichten spiegeln ebenfalls den Charme und die Spannung der Serie gekonnt wieder. Sei es Körpertausch, Zeitschleifen, Klonprozesse, körperliche Leistungssteigerung oder die wissenschaftliche Forschung an Testobjekten, alles ist wie ein Spiegelbild der Serie und bringt sogar noch ein paar Infos mit die einen die Serie mit einem etwas anderen Blick betrachten lässt…

Für Freunde der Serie und Fans von wissenschaftlicher Fantasy und Mystery ist dieser Band eine Empfehlung und gelungene Unterhaltung.

„Fringe #1: Der Anfang“ bei Panini kaufen
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Marvel 1602 (Gesamtausgabe) [Panini, März 2010]

Immer wieder gibt es Versuche die jeweiligen Comicuniversen der großen Verlage mit neuen Geschichten aufzulockern. Dies kann man entweder mit Events (wie z.B. Blackest Nigh, Civil War, Secret Invasion, Brightest Day oder House of M) machen oder indem man einfach neue Universen kreiert in denen die altbekannten Helden neuen Abenteuern und Gefahren gegenübergestellt werden.
Einer dieser Versuche war „Marvel 1602“, aus dem Jahre 2003, in dem viele bekannte Helden in das Mittelalter und die Kolonialzeit versetzt wurden. Manche haben auch damals schon Kräfte, Andere wiederum kommen ganz ohne aus, oder erwerben sie erst im Laufe der Zeit. Autor dieses Projektes ist niemand anderes als der britische Autor Neil Richard Gaiman, der schon mit aufsehenerregenden Werken wie Coraline und Sandman auf sich aufmerksam gemacht hat. Unterstützt wird Gaiman hierbei von Andy Kubert der für die Zeichnungen und Richard Isanove welcher für die Kolorierung zuständig waren.
Heraus kam dabei ein wagemutiges Werk welches durchaus seinesgleichen sucht. Fortgesetzt wurden die Abenteuer dann zum einen in Marvel 1602: New World aus dem Jahre 2005 sowie ein paar Miniserien um die Fantastick Four (ja die Schreibweise ist so korrekt) und Spider-Man, welche zwischen 2006 und 2009 erschienen. Seitdem ist es ruhig geworden um Marvels Mittelalterepos.

Doch nun erstmal zu den gesammelten Anfängen dieser Abenteuer…

Marvel 1602 (Gesamtausgabe)

Seltsame Wetterphänomene suchen die frühe Marvelwelt im 17. Jahrhundert heim. Die Ursache dafür kann der Arzt und Magier Dr. Stephen Strange jedoch auch für die Königin von England und ihren Untergebenen Nicholas Fury nicht ausfindig machen. Auch tauchen immer mehr seltsame Menschen mit aussergewöhnlichen Kräften auf, die durch den Großinquisitor Enrique im Namen der Kirche vernichtet werden müssen. Doch nicht nur das Wetter stellt alle vor ein Rätsel. Auch die Tatsache das Doom und James, König von Schottland es auf das Leben der Königin von England abgesehen machen die Situation nicht einfacher. Als dann auch noch das junge Mädchen Virginia Dare mit ihrem Begleiter Rojhaz die alte Heimat besucht um Hilfe für die neue Kolonie zu erbitten. Aber plötzlich überschlagen sich die Ereignisse als es Doom schafft die Königin ermorden zu lassen, James an die Macht kommt, der Großinquisitor entmachtet wird, Dr. Stephen Strange verhaftet, Nicholas Fury als Verräter gebrandmarkt wird und Carlos Javiers Hexenbrut flüchten muss. Doch es gibt ja noch immer die 4 Helden der Fantastick, welche vor vielen Jahren verschwanden und auch Furys kleiner Helfer Peter Parquarh und sein bester Agent Matthew Murdoch haben noch ein paar Trümpfe in der Hand. So offenbart sich schon bald, das ein enormes Ereignis aus der Zukunft die Welt im 17. Jahrhundert gefährdet, und es stellt sich die Frage ob dies etwas mit der jungen Virginia Dare zu tun haben könnte oder ihrem mysteriösen Beschützer Rojhaz…
FAZIT:
Neil Gaimans Version des frühen Marvel Universums, welches trotzdem in der normalen Kontinuität verankert ist, weiß sehr wohl zu überzeugen. Man findet viele bekannte Figuren, erkennt Parallelen zur Neuzeit, und entdeckt dennoch viel neues. Auch die angepasste Wortwahl, welche anfangs noch etwas ungewohnt ist, passt perfekt zum Gesamtbild und verfeinert die Geschichte. Dazu trägt auch Andy Kuberts Artwork bei, welches mit seinem feinen Strich, den etwas blasseren Konturen und dem gelungenen Panelaufbau den Lesefluss deutlich fließender gestalten. Alles in allem ist Neil Gaimans „Marvel 1602“ eine gelungen Reise in die Vergangenheit und die Frühzeit des Marvel Universums mit einer fantastischen Story, gelungenen Bildern und einem kleinen Manko. Abgesehen von den Namensangleichungen haben die Figuren stellenweise viel zu viel mit ihren späteren Ichs gemeinsam. Da hätte ich mir ein wenig mehr Experimentierfreude gewünscht. So kann man als Leser fast schon blindlings viele Handlungen der Protagonisten vorausahnen. Das ist schade, und es hätte dem ganzen durchaus sehr gut getan wenn Gaiman sich da etwas weiter aus dem Fenster gelehnt hätte.

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Gon #1 [Carlsen, September 2010]

Heute stelle ich eine ganz besondere Mangaserie vor. Es handelt sich um die Reihe „Gon“ vom Manga-ka Tanaka Masashi. Den meisten ist der kleine Saurier Gon vielleicht noch aus dem Beat’em-Up Spiel „Tekken 3“ bekannt in welchem er 1997 seinen Debüt im Prügelspielsektor gab. Weniger bekannt ist das bereits 1994 ein SNES-Plattformer mit dem kleinen Saurier erschien.
Doch schon 1992 erblickte Gon das Licht der Welt in seinem eigenen Manga. Und dieser ist durchaus etwas besonderes. Bereits zwei Jahre nach seinem Debüt in Japan im dortigen Manga-Magazin Morning erschienen auch hier in Deutschland bei „Edition Kunst der Comics“ die ersten vier Bände. Doch Gon war leider kein Erfolg beschienen. Wenig später versuchte es der Thomas Tilsner Verlag Speed, doch auch dieser Versuch stockte schon in der Planungsphase. Nach über 15 Jahren erhielt Gon nun doch noch eine Chance beim Carlsen Verlag…

Gon #1

Gon ist ein Saurier. Genaugenommen ein Tyrannosaurus Rex. Für seine Gattung ist er jedoch ziemlich klein geraten, doch dies gleicht er mit Kraft und Intelligenz aus. Auf seiner Safari begegnet er als erstes dem Rotlachs, dem amerikanischen Schwarzbär und dem Kodiakbär. Dabei schreckt er auch nicht davor zurück einen ausgewachsenen Schwarzbären, der gerade einem Kodiakbären seinen Tagesfang an Rotlachsen abspenstig gemacht hat, in die Schranken zu verweisen. Und nicht nur das er ihm sein Essen stiehlt, Nein er benutzt eben jenen sogar noch als kuscheligen Schlafplatz…
Seine zweite Etappe führt Gon nach Afrika, wo er einem ausgewachsenen Löwen bei der Jagd nach einem Streifengnu behilflich ist, indem er ihn wie ein Pferd reitet und lenkt. Dabei nutzt Gon nicht nur wie bei Reitern üblich die Beine zum dirigieren und anspornen, sondern auch seinen Schwanz, mit dem er auf den Rücken des Löwen einschlägt, seine Arme um ihn schmerzhaft an der Mähne zu ziehen, und sein Maul um den Löwen besondere Aktionen ausführen zu lassen…
An seinem dritten Reiseziel sieht Gon wie ein Biber einen Damm und eine Behausung baut, und muss dies natürlich auch sofort selber ausprobieren. Der Biber den Gon zuerst beobachtet hat, sieht was Gon vorhat und fühlt sich in seiner Ehre gekränkt und startet somit einen direkten Zweikampf im Damm bauen mit dem kleinen Saurier. Doch so klein wie Gon ist, so gigantisch sind seine Ambitionen. Am Ende muss sich nicht nur der Biber geschlagen geben, sondern auch ein ganzes Tal, welches Gon unter Wasser gesetzt hat, inklusive der dort lebenden Bewohner…
Gons letzter Aufenthaltsort im ersten Band seiner Reise, führt ihn in die Nordamerikanischen Hochgebirge, wo er sich in einem Nest von einer Steinadlermama eingenistet hat, und sich von ihr zusammen mit ihren Jungen durchfüttern lässt. Alles ist friedlich und in Ordnung, bis ein Rotluchs auftaucht, der es auf die Adlerbabys agbesehen hat. Doch Gon weiß sich zu wehren, und seine „Familie“ zu beschützen. Doch irgendwann kommt der Punkt an dem auch die Babys flügge werden müssen, und ab da bekommt Gon ein paar kleine Probleme…
FAZIT:
Die Abenteuer von Gon sind einfach nur fantastisch und genial. Warum hat es so lange gedauert dieses Werk in Deutschland zu veröffentlichen? Schon Speed hat sich ja daran versucht, woraus aber leider nichts wurde. Gons Reise funktioniert gänzlich ohne Text. Das bedeutet, keine Sprechblasen, keine Textboxen, ja nicht einmal Soundwords werden genutzt. Die ganzen Geschichten funktionieren einzig nur durch ihre grandiosen, detaillierten und dynamischen Bilder. Masashi Tanaka hat hier ein wahres Meisterwerk kreiert, das dank der Zeichnungen und dem irrsinnig komischen Geschichten einen Wahnsinnsspaß macht.
Wer es gerne lustig mag, nichts gegen Mangas hat, und gerne mal etwas „lesen“ möchte ohne sich dabei von Texten führen zu lassen, der sollte bei Gon auf jeden Fall einen Blick riskieren.
Selten hat mich ein Comic so sehr beeindruckt wie dieser. Fast möchte man sagen das Gon mit minimalsten Mitteln ein Maximum an Geschichte erzählt, aber das wäre eine Beleidigung für die detailreichen und filigranen Zeichnungen.

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The Walking Dead #1: Gute alte Zeit [CrossCult, Januar 2006]

Es gibt Comicserien die ziehen einen sofort in den Bann und dann gibt es Serien die jahrelang an einem vorbeiziehen. Bei mir ist dies mit The Walking Dead so passiert. Zwar habe ich die Serie schon ab Band 1 wahrgenommen, aber immer irgendwie verschoben. „Kann man ja später mal antesten.“ oder „Vielleicht beim nächsten Mal.“ waren dabei solche Gedanken. Wenn man dann aber auch noch wie in meinem Fall keinen Comicshop mehr im Wohnort hat und der nächste erst in der nächsten Großstadt anzufinden ist, dann hat man auch nur selten die Möglichkeit in so etwas hineinzuschnuppern und durchzublättern.
Lange Rede kurzer Sinn. Nachdem ich nun im Paniniforum durch die Rezensionen von anderen Lesern angestachelt war, habe ich mir durch einen User dort gleich die ersten 5 Bände zu einem guten Preis erstanden.

Und was ist das Ergebnis?

Ich bin begeistert. Darum hier nun meine Erfahrungen und mein Ergebnis zum ersten Band dieser wirklich aussergewöhnlichen Reihe:


The Walking Dead #1: Gute alte Zeit

Officer Rick Grimes wird bei einem Einsatz angeschossen und schwer verletzt. Wochen später erwacht er im Krankenhaus und findet sich zuerst ganz alleine in den verlassenen Fluren wieder. Kein Arzt, keine Krankenschwester, keine anderen Patienten. Niemand. Erst als er sich ein wenig durch das Krankenhaus manövriert findet er Leichen. Doch etwas stimmt mit diesen Leichen nicht. Sie sind seltsam ausgemergelt und einige davon bewegen sich noch. Sie sind nicht tot, sondern leben. Oder es sind einfach lebende Tote. ZOMBIES!
Schnelle flüchtet Rick aus dem Krankenhaus um nach Hause zu kommen und nach seiner Familie zu sehen. Dort angekommen findet er aber nur ein leeres Haus vor. Verzweifelt setzt er sich auf den Bordstein vor seinem Haus, als ihn ein kleiner Junge mit einer Schaufel bewusstlos schlägt. Der Junge gehört zu Morgan Jones, der sich im Nachbarhaus einquartiert hat. Zusammen begeben sie die beiden nach ein paar Tagen ins Polizeiquartier um sich dort mit Waffen und Fahrzeugen einzudecken, bevor sich deren Wege wieder trennen und Rick sich auf den Weg nach Atlanta macht, weil im Morgan sagte, das in Atlanta eine Sicherheitszone eingerichtet worden wäre.
Doch in Atlanta angekommen muss Rick feststellen, das die Stadt von Zombies übervölkert ist und offenbar niemand mehr dort lebt. In einem unbeachteten Moment wird Rick von den Zombies angegriffen und nur mit Hilfe eines jungen Mannes gerettet, der Rick ausserhalb von Atlanta in ein Camp bringt, in dem er Personen wiederfindet, die er fast schon abgeschrieben hatte…
FAZIT:
The Walking Dead beginnt wie eine typische Zombieserie, entwickelt sich dann aber mehr in ein Drama als in eine Horrorgeschichte. Diese Gratwanderung gelingt bisher ganz gut, und dies liegt unter anderem auch an den gelungen und stimmungsvollen Zeichnungen und der Wahl als Schwarz/Weiß-Comic anstatt Farbe. Die „fehlende“ Farbe erweist sich sogar als sehr hilfreich um selber in die Geschichte einzutauchen und sich von der Stimmung gefangen nehmen zu lassen.
Auch sehr gelungen finde ich persönlich die Tatsache das die Zombies weniger als Schockmomente dienen, als vielmehr als gesamte und immerwährende Bedrohung die jederzeit präsent ist und zuschlagen könnte. Dadurch baut sich eine besonders dramatische, fast thrillerartige Spannung auf, in die die Zwischenmenschlichen Geschicke erfolgreich verknüpft werden.
Neue Freundschaften werden geknüpft, alte Liebe wiederentdeckt und frühere Freunde können plötzlich die ärgsten Feinde werden.
The Walking Dead bietet einfach alles was eine erfolgreiche und spannende Comicserie haben muss, und ist daher eine unbedingte Kauf- und Leseempfehlung für alle die gerne mal abseits des typischen Superheldenmainstreams etwas konstant Gutes finden möchten.

CrossCult veröffentlicht die Serie hier in Deutschland nicht im üblichen Heft oder Tradeformat, sondern greift dafür lieber auf das verlagstypische Hardcover-Kleinformat von 21,4 x 14,4 x 1,8 cm zurück. Darin werden die US-Sammeltrades veröffentlicht und auch wenn man dies anfangs denken mag, so wirkt sich die Verkleinerung der Seiten nicht negativ aus und die Seiten, deren „Kolorierung“ (wenn man denn überhaupt davon sprechen kann bei diversen Grautönen) als auch der Seitenaufbau und die Panelaufteilung funktionieren immer noch perfekt.
Des weiteren gewinnt die Serie dadurch auch an einer „äusseren“ Aufwertung durch die edle Aufmachung mit reichlich Bonusmaterial und Hintergrundinformationen. Als kleiner Gag ergibt sich beim aneinanderreihen der Cover der Bände ein fortlaufendes Motiv, aber dies nur als kleines unnützes Wissen am Rande.

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DC Comic Klassiker (1): Batman: Ein Tod in der Familie


Batman: Ein Tod in der Familie

Alles beginnt damit dass Jason Todd unkontrollierbar wird. Er handelt unüberlegt und riskiert somit nicht nur sein Leben, sondern auch das seines Partners und Mentors Bruce Wayne alias Batman. Dieser muss deshalb schweren Herzens Jason die Verantwortung als Robin entziehen. Als er dann auch noch erfährt, das seine verstorbene Mutter nicht seine leibliche Mutter ist, sind alle Hoffnungen verschwunden Jason noch in seinen Bahnen zu halten. Er macht sich sofort auf die Suche nach ihr, da er dank eines Notizbuches seines Vaters die Möglichkeiten auf drei Frauen eingrenzen konnte und mithilfe des Batcomputers sogar deren Aufenthaltsort ermitteln konnte. Doch auch Bruce hat seine Probleme mit dem gerade aus Arkham geflohenen Joker, der eine Cruise Missile mitsamt Atomsprengkopf im nahen Ostern verkaufen möchte. So macht sich Batman auch sofort auf den Weg, aber auch Jasons Spur führt in den nahen Osten.
Dort angekommen, laufen er und Batman sich natürlich auch prompt über den Weg und zusammen schaffen sie es den Joker an seinem Handel zu hindern. So positiv diese erste Aktion auch ist, muss Jason feststellen, dass die erste der drei Damen nicht seine Mutter ist. Auch die zweite Dame, eine käufliche Söldnerin, ist leider, oder besser gesagt zum Glück, nicht seine leibliche Mutter. Alle Hoffnungen liegen nun in der letzten Person, die in einem Hilfslager als Verteilerin der Hilfsgüter verantwortlich ist. Doch leider hat auch der Joker nach seinem verpatzten Deal Kontakt zu Dr. Sheila Haywood, Jasons Mutter, aufgenommen, da sich beide noch aus der Vergangenheit, welche Sheila gerne vergessen möchte, kennen. Sie hat aber keine Chance dem zu entkommen, da der Joker sonst ihre Vergangenheit öffentlich machen würde, und dies würde das Aus für ihre Arbeit bedeuten. Als Batman von dieser Aktion erfährt versucht er natürlich diese zu verhindern, während Jason bei seiner Mutter bleibt, aber das Schicksal nimmt seinen tragischen Lauf als Jason mit seiner Mutter in einer Lagerhalle gefangen ist, welche kurz darauf explodiert.
Der Joker wird inzwischen dank eines kleinen Ränkespielchens der neue UN-Botschafter des Iran. Das wiederum bietet ihm die Möglichkeit unter dem Deckmantel der diplomatischen Immunität alle Mitglieder des Un-Rates zu ermorden. Selbst Batman kann und darf ihn nicht daran hindern, da sonst ein internationaler Zwischenfall droht…
FAZIT:
Eine für die damalige Zeit wirklich besondere Aktion besiegelte den Tod eines Helden. Mit nur 72 Stimmen Unterschied, entschieden die Leser von US-Batman innerhalb von nur 11 Stunden pro amerikanischer Zeitzone über den Tod und das Leben von Jason Todd. So monumental wie die ganze Aktion klingt fällt das ganze aber leider nicht aus. So reichte schon eine Seite um das Schicksal von Jason darzulegen, denn auch der Abschluss der Geschichte, hätte mit einem Robin im Krankenhaus, keinen wirklichen Unterschied gemacht. Vom heutigen Standpunkt aus betrachtet, könnte man das ganze weit mehr als eine Farce bezeichnen, und das nicht nur auf Grund der Tatsache, das Comichelden nur selten tot bleiben.
Dennoch bleibt ohne die ganze „Werbeaktion“ eine ganz passable Geschichte, die Batman einmal mehr am Rande der Verzweiflung zeigt. Doch genauso wie Bruce Wayne seinen Körper gestählt und trainiert hat, hat er auch seinen Geist unter Kontrolle und handelt auch nach Jasons Tod sehr rational, selbst als ihm jeglicher Handlungsspielraum, auf Grund der diplomatischen Immunität, genommen wird.
Als Gesamtwerk haben James P. Starlin und James N. Aparo ein Werk abgeliefert welches nicht umsonst Comicgeschichte geschrieben hat, und neben Batmanmeisterwerken wie „Die Rückkehr des Dunklen Ritters“ und „Der dunkle Ritter schlägt zurück“ einen verdienten Platz gefunden hat.

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Wanted (oder: Warum Mark Millar es immer wieder schafft neue Maßstäbe zu setzen?)


Wanted

Wesley Gibson ist ein Looser. Ein verweichlichter, verfluchter Schwächling. Seine Freundin vögelt seinen besten Freund und seine Chefin fickt ihn jeden Tag verbal in den Arsch. Das das nicht so bleiben kann ist auch Wesley klar. Als plötzlich eine Junge Frau namens Fox an ihn herantritt und ihm klarmacht, das sein Vater, der ihn und seine Mutter mit 18 Monaten verlassen hatte, plötzlich ermordet wurde und ihm nicht nur sein Vermögen, sondern auch seine Position als der weltbeste Killer hinterlässt, muss sich Wesley entscheiden. Weiter wie ein Schwächling vom Leben in den Arsch getreten zu werden, oder der Welt ein „Fick dich!“ entgegenschreien und die Zügel selbst in die Hand zu nehmen. Wie nicht anders zu erwarten, entscheidet sich Wesley für das letztere und bekommt von „Der Bruderschaft“ nicht nur die besten Waffen, sondern auch die beste Ausbildung. Schnell entwickelt sich Wesley zu einem skrupellosen Killer und einem der Top-Gangster der Bruderschaft.
Aber ebenso schnell ziehen dunkle Wolken auf. Sein Mentor, Professor Solomon Seltzer, wird von Mister Rictus und seinen Männern ermordet, und auch seine ehemaligen Freunde innerhalb der Bruderschaft wenden sich gegen ihn und Fox. Als sich auch noch der Mord an seinem Vater nicht als ganz klar herausstellt muss Wesley erneut wichtige Entscheidungen treffen…
FAZIT:
Wanted ist hart, brutal und aussergewöhnlich. Zum einen zeigt es eine Gesellschaft die jeglichen Glauben an das Gute verloren hat, zum anderen wird trotzdem noch ein Schimmer der Hoffnung offenbart. In einer Welt in der sämtliche Superhelden ausgelöscht wurden (oder von ihrer eigenen Existenz nichts mehr wissen) und nur noch die Bösewichte regieren, versucht Wesley seinen Platz zu finden. Dabei hilft ihm vor allem die neue Freundschaft zu Fox und der Bruderschaft. Das aber Freundschaft nicht ewig währt und manchmal auch schmerzhaft enden kann ist dabei genauso ein Teil der Erfahrung, wie die Tatsache das jegliche Handlungen auch irgendwann ihre Konsequenzen fordern. Das diese nicht immer einfach sind ist keine Überraschung und fordert nicht nur von Wesley sein ganzes Geschick zur Klärung.
Für Freunde von etwas unkonventionellen Superheldencomics, die sich vor extremer Gewalt und verbalen Entgleisungen nicht fürchten, ist Wanted eine klare Leseempfehlung. Wer von Superhelden eher Abstand nimmt kann gerne mal einen Blick riskieren, sollte dabei aber seine genretypischen Erwartungen nicht allzu eng setzen.

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Art Spiegelman – Ein Ausnahmekünstler

Art Spiegelman ist einer der wenigen Künstler die mit einem Genre, welches in der Allgemeinheit leider nur allzu oft belächelt wird, einen weltweit sehr hoch angesehenen Preis erhalten hat.

Die Rede ist vom Pulitzer Preis und von Art Spiegelmans Meisterwerk „Maus“.


Doch wer jetzt bei „Maus“ gleich an Micky Maus & Co. denkt, den muss ich enttäuschen. Spiegelmans Maus ist ganz anders und weitaus mehr als das was Micky Maus jemals sein könnte. Mit „Maus“ hat Spiegelman nicht nur einen Comic erschaffen der die Grenzen dessen, was jeder von Comics denken mag, erweitern wird und vor allem wird es einen berühren.

Die vollständige Maus

Wladek Spiegelman ist ein Überlebender des Holocaust. Art Spiegelman ist sein Sohn, der hier erzählt was seinem Vater in seiner Jugend wiederfahren ist.
Am Anfang ist Wladek noch ein cleverer Verkäufer, der sich mit der Hilfe der Familie eine eigene Fabrik aufbaut. Als dann jedoch Hitler an die Macht kommt und seinen „Säuberungsfeldzug“ beginnt, beginnt auch für Wladek, seine Familie und seine Frau Anja die schlimmste Zeit ihres Lebens. Anfangs sind die Veränderungen im Leben der Juden noch vergleichsweise „harmlos“. Enteignung, Katalogisierung und Eingrenzung bestimmen die nächste Zeit, dann folgen die ersten Verhaftungen, Morde und Verhöre.
Nur wenig später werden sie zusammengetrieben in die Ghettos, um dann von dort weiter in Arbeitslager geführt zu werden, bevor sie in den Konzentrationslagern landen. Wladek und seine Frau Anja haben bis dahin schon viele Schicksalschläge erleiden müssen. Eltern und Großeltern sind verstorben oder getötet worden und auch vor den eigenen Kindern wurde nicht halt gemacht. Das schlimmste jedoch stellt die Zeit im Konzentrationslager für Wladek und Anja dar.
Zwar sind sie gemeinsam in Auschwitz gelandet, jedoch ist Wladek im kleineren Arbeitslager der Anlage, während Anja knapp 3 Kilometer entfernt in Birkenau „untergebracht“ ist.
Dann zeichnet sich langsam das Ende des Krieges ab, als Wladek mit anderen Juden an der Schweizer Grenze gegen Kriegsgefangene Deutsche ausgetauscht werden sollen…

FAZIT:

Spiegelman scheut sich nicht die Greueltaten unverfälscht, so wie sie sein Vater erlebt hat, wiederzugeben. Er nutzt dafür die Tierwelt um seine Personen zu charakterisieren.

Die Juden sind Mäuse und die Deutschen sind Katzen, Polen sind Schweine, Franzosen Frösche und Amerikaner Hunde. So versucht er anfangs klare Grenzen zwischen den Gruppen zu ziehen, die jedoch im Verlauf der Erzählung immer weiter verwischen. So ist Arts Freundin eigentlich Französin wird jedoch als Maus dargestellt, da sie weit mehr Bezüge zu den Juden als zu den Franzosen aufweist und für Arts Vater Wladek sogar zum Judentum konvertiert ist.

Art Spiegelman erzählt das ganze verpackt in die Tragödie der letzten Lebensjahre seines Vaters. Hierbei achtet er besonders darauf auch zu zeigen was diese Ereignisse aus seinem Vater für einen Menschen gemacht haben, mit allen Ängsten und Psychosen.
Auch Arts eigene Probleme treten hierbei gegen Ende immer weiter in den Vordergrund, Fragen und Ängste über sein Handeln im Zusammenhang mit seinem Werk Maus, die einfallende Meute an Kapitalisten die mit der Tragödie seines Vaters Geld scheffeln wollen, und das immer weiter splitternde Verhältnis zu seinem Vater. So stellt dieses Buch in meinen Augen nicht nur eine Erzählung des dritten Reiches und der Verbannung der Juden dar, sondern auch eine Beziehungstragödie zwischen Vater und Sohn.

Es gibt noch so viel mehr über Spiegelmans 1992 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetes und umfangreichstes, sowie bis dato bewegendstes Meisterwerk zu erzählen, doch das Beste ist es immer noch selbst in die tragische und bewegende Welt um den Überlebenskampf von Wladek Spiegelman einzutauchen.

Art Spiegelmans Maus erschien in zwei Bänden beim Rowohlt Verlag,

Maus – Die Geschichte eines Überlebenden,
Band 1: Mein Vater kotzt Geschichte aus


Maus – Die Geschichte eines Überlebenden,
Band 2: Und hier begann mein Unglück

sowie gesammelt in einem Band beim Fischer Verlag.

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Ausserdem gibt es eine Fassung von der Bundeszentrale für politische Bildung welche in Zusammenarbeit mit dem Fischer Verlag erschien.

Auch Art Spiegelmans neuestes Werk befasst sich wieder mit ergreifenden Geschichtsereignissen. Denn diesmal spielte sich das wohl prägendste Ereigniss des noch jungen neuen Jahrtausends direkt in Art Spiegelmans Nachbarschaft ab, als genau am 11. September 2001 zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers rasten.

Im Schatten keiner Türme

Dieses Erlebnis verarbeitet Spiegelman in der im September 2011 erschienen Graphic Novel „Im Schatten keiner Türme“. Hier erzählt er als eine Art Augenzeugenbericht das, was die ganzen Reportagen, Kino und TV-Filme nicht darstellen können.

Spiegelman erzählt alles, was er erlebt und gesehen hat und schafft dies mit genau derselben Eindringlichkeit, welche schon „Maus“ ausgezeichnet hat.
Dabei verzichtet er weitgehendst auf die sich immer wiederholenden Bilder welche bereits aus dem Fernsehen und der Printberichterstattung bekannt sind, und setzt die „verletzten“ Türme nur ein um Emotionen oder Dramatik zu verdeutlichen.

Spiegelman will bewusst keine sich wiederholende Erzählung dessen präsentieren, was monatelang sämtliche Fernsehsender und Zeitschriften aus der ganzen Welt getan haben, sondern er zeigt wie das Ereignis auf ihn und die Personen aus seinem direkten Umfeld gewirkt haben.

Er zeigt wie ohnmächtig er, und fast ganz Amerika, sich fühlte, in dem Kampf zweier Mächte, von denen jeder glaubte der überlegenere Part in diesem „Spiel“ zu sein.

„Im Schatten keiner Türme“ erschien im September 2011 im Atrium Verlag.


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